{"id":2592,"date":"2025-08-25T13:07:59","date_gmt":"2025-08-25T11:07:59","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2592"},"modified":"2025-09-01T09:30:26","modified_gmt":"2025-09-01T07:30:26","slug":"084-eingedrungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/084-eingedrungen\/","title":{"rendered":"084: Eingedrungen"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"de1ee7137bb9c10421bbbab448b402ae\">Sileda\u00fa war, kaum dass sie \u00daldaises Knechte aus dem Ciel\u00e1stel wusste, in den Stall zur\u00fcckgekehrt, den Stallmeister im Schlepp, und beaufsichtigte gedankenverloren, wie der verwirrte Mensch versuchte, das Chaos in der Ger\u00fcmpelecke zu beseitigen. Sie hatte dem Mann nochmals <em>eingesch\u00e4rft<\/em>, kein Wort dar\u00fcber zu verlieren, dass das Schattens\u00e4ngerkind hier gewesen und nun wieder fort war. Keiner von den Regenbogenrittern sollte vor der Zeit erfahren, dass das Balg weg war. Mochten sie so lange wie m\u00f6glich annehmen, dass es bei Advon im Schulzimmer in guter Gesellschaft war. Und in Sicherheit.<\/p>\n<p data-p-id=\"09cf483eea96b4e703f9e8f9257c9707\">Sileda\u00fa \u00e4rgerte sich im Nachhinein sehr dar\u00fcber, dass sie die beiden Kinder \u00fcberhaupt zusammengef\u00fchrt hatte. Aber was h\u00e4tte sie in der Eile anderes tun sollen? Immerhin hatte nicht einmal sie damit rechnen k\u00f6nnen, dass dieser Schwachkopf C\u00fdel\u00fa zu bl\u00f6d dazu war, ein magisches Werkzeug liegen zu lassen und stattdessen ein Kind zu verschleppen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c956309c08be403401e3b74b70f406a2\">Zumindest war Advon dort, wo er war, sicher aufgehoben. Das Schloss, <em>ihr Schloss<\/em>, w\u00fcrde er nie im Leben \u00fcberwinden k\u00f6nnen, und aus dem Turm herauszuklettern war absolut unm\u00f6glich. Es reichte, wenn sie ihn nach dem Besuch des alten <em>sinor<\/em> dort heraus lie\u00df. Und danach war es auch v\u00f6llig egal, was er seinen Eltern und den <em>arcaval&#8217;ay<\/em> erz\u00e4hlen w\u00fcrde. Die Hellen Magier h\u00e4tten dann bald ganz andere Probleme zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p data-p-id=\"92691e574b9d614a59fc374475ea9921\">Ihre vor d\u00fcsterer Vorfreude triefenden, sich selbst \u00fcberschlagenden Gedanken kamen abrupt zum Halt. Wo waren die beiden, C\u00fdel\u00fa und Elos\u00e1l eigentlich, zusammen mit jenem Teil der Regenbogenritter, der gerade nicht dieser gefl\u00fcgelten Schindm\u00e4hre nachjagte? Was war ihr entgangen?<\/p>\n<p data-p-id=\"1f122e9eeaa9ed9dece5889a1bb0fde4\">\u201eWei\u00df nicht genau&#8221;, sagte der Stallmeister, als sie ihn danach fragte. \u201eHat nichts dr\u00fcber gesagt, die Meisterin. Keine Ahnung, wohin sie wollten. Es scheint etwas Geheimes gewesen zu sein, was keinen was anging.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa5a6a667b41ee7ca04c24885bad6b22\">\u201eHast du wenigstens gesehen, in welche Richtung sie geflogen sind? Nach Aur\u00f3p\u00e9a?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0ac91929f2f679b0f1f0a437b1c22cd4\">\u201eNe. Gen Osten zwar, aber eher zur W\u00fcste.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f36c6dc03a575ddd978219858dbc1749\">Was? Bei den M\u00e4chten, was wollte das Pack <em>dort<\/em>? Sileda\u00fa runzelte die Stirn. War es bedenklich oder ein dummer Zufall?<\/p>\n<p data-p-id=\"8ca6405e5fa0f4b046b1e0d86a3222ca\">\u201eSonst nichts?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4bf29bae8cad3eb07d24a1e5ad3fe98\">\u201eHaben sie mit dir denn nicht geredet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"65bd5d641ef195bab5bb213ead25f853\">\u201eNein. Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit f\u00fcr die Narreteien von &#8230;&#8221; Sie runzelte die Stirn. Sie war nahe daran, unachtsam zu werden.<\/p>\n<p data-p-id=\"fbb3469ee82dde0c743d3e23fef25ed5\">\u201eIch denke, sie h\u00e4tten mich in Kenntnis gesetzt, wenn ich zugegen gewesen w\u00e4re&#8221;, sagte sie gestelzt. Oft brachte komplizierte Rede einfache Leute zum Schweigen. Ihn offenbar jedoch nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"d55c4b80f0278b6619b0e5b3f5966551\">\u201eDie Meisterin hat ihre Z\u00fcgel gesucht. Merkw\u00fcrdige Sache. Muss nachher schauen, wo die Dinger abgeblieben sind. Reitet so selten aus, die Dame.&#8221; Er wuchtete einige Kisten \u00fcbereinander und schob sie wieder in die Ecke. \u201eHat vielleicht der Junge durcheinander gebracht. Hab ihm k\u00fcrzlich erlaubt, &#8216;n paar Geschirre zusammenzuschnallen, damit er&#8217;s lernt. Is&#8217; mir nicht aufgefallen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3a88f5960aa53ef39625a9a65df98e83\">\u201eMerkw\u00fcrdige Sache.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d4463cca337c9a355dc8a662d43989b3\">\u201eWerd&#8217;s wohl wiederfinden. Kann ja nicht verschwunden sein, das Lederzeug.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aae0b6aa6c71f19b7bd3e659832e0207\">Sileda\u00fa erlaubte sich ein d\u00fcnnes L\u00e4cheln.<\/p>\n<p data-p-id=\"33533016569c24a7b5ad5f6a501bc12c\">\u201eWenn die<em> arcaval&#8217;ay<\/em> den entsprungenen Gaul zur\u00fcckbringen, kommt das verdammte Vieh augenblicklich wieder in Ketten&#8221;, verf\u00fcgte sie. \u201eUnd wenn du den Jungen auch nur in der N\u00e4he sehen solltest, setz ihn vor die T\u00fcr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6d1e798f4471cac6c7fd7783a515fdb5\">Er nickte. Nach dem <em>Warum <\/em>zu fragen hatte er sich abgew\u00f6hnt. Sileda\u00fa dachte einen Augenblick nach und hatte dann einen noch viel besseren Einfall.<\/p>\n<p data-p-id=\"3d70acb4b9743f9680179a4318b764f3\">\u201eSobald die <em>acavala&#8217;ay<\/em> wieder hier sind&#8221;, sagte sie, \u201esolltest du dir den Abend frei nehmen. Du hast heute gute Dienste geleistet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0a3308267c822064c5960582792a0e61\">\u201eIch? Ich hab&#8217;n Einhorn entfliegen lassen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8146a5b6d69093d175d5ef4c90a2e6fb\">\u201eAuf diesen Schreck solltest du dir ein wenig Zerstreuung g\u00f6nnen.&#8221; Sie griff in ihre Tasche und hielt dem Unkundigen die Hand hin. \u201eGeh nach Aur\u00f3p\u00e9a. Genie\u00dfe die Nacht. Und komm vor morgen fr\u00fch nicht wieder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"08fb217f90e6eae98ecf78b393681db1\">Er schaute irritiert auf. Als er keine Anstalten dazu machte, griff die Alte nach ihm und dr\u00fcckte ihm nachdr\u00fccklich drei Silberm\u00fcnzen in die Hand. \u201eEs ist in Ordnung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"514b113f3b09b988d499b3fc668c54fb\">\u201eWof\u00fcr ist das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a871e199598293156ba5c00b58f82b98\">\u201eF\u00fcr alles, was du m\u00f6chtest. Wein. Rauschzeug. Sinnesfreuden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"04ab7709900c4e7c92f6fb322928cf77\">Nun starrte er sie an, als habe sie den Verstand verloren. Sileda\u00fa seufzte. Die beiden Idioten h\u00e4tten keinen Herzschlag gez\u00f6gert, das Geld und das Angebot anzunehmen. Der Mann hier, so schlicht er im Gem\u00fct war, so redlich war sein Wesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1ae4f33b44dad9c8c03b3ee6d92e886f\">\u201eEs wird nicht dein Schaden sein&#8221;, sagte sie beil\u00e4ufig, \u201ewenn du an einem anderen Ort bist, wenn \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9 im Ciel\u00e1stel ist. Du solltest dar\u00fcber nachdenken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"ad1ff9f913fc72fea1e97b87c5770894\">Als Elos\u00e1l und ihre Begleiter sich dem Ciel\u00e1stel n\u00e4herten, wurden sie schon von weitem auf die die drei <em>arcaval&#8217;ay<\/em> aufmerksam, die in s\u00fcdlicher Richtung nahe der Burg \u00fcber den H\u00fcgeln kreisten. Als diese sie ihrerseits bemerkten, schlossen sie sich in der Luft zu einem Schwarm zusammen. Die Reittiere der Dazugesto\u00dfenen waren nur notd\u00fcrftig aufgez\u00e4umt und nicht einmal gesattelt, so als seien sie in gro\u00dfer Eile aufgebrochen.<\/p>\n<p data-p-id=\"937614d143d136be17084bf21d704122\">\u201eWas macht ihr hier?&#8221;, rief C\u00fdel\u00fa ihnen \u00fcber den rauschenden Schwingenschlag der nunmehr acht Tiere zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"c09ab1a693942e318c04454be76b746b\">\u201eFarbenspiel ist entsprungen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d0c2412780afb3e85e67e45b1855ac62\">\u201eSchon wieder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"89c956ff8382b0cdfedadf21f7a17a59\">\u201eIst Advon etwa bei ihm?&#8221;, rief Elos\u00e1l erschrocken aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"f2a7bf36b246852510ccf92ef911f0b7\">\u201eNein. Scheint, er ist vor irgendetwas erschrocken und aus dem Stall gefl\u00fcchtet, bevor er sich aufhalten lie\u00df!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f28acb132a916eb5a20305dd7f52c660\">Elos\u00e1l atmete erleichtert auf. Dem Einhorn konnte nicht viel passieren. Mit dem <em>Kind<\/em> sah es anders aus. Doch so war es wohl kein unerlaubter Ausritt ihres Sohnes. Patagh\u00edu sei gepriesen daf\u00fcr. Anderenfalls w\u00e4re sie gewillt gewesen, einen Augenblick l\u00e4nger \u00fcber die Prophezeiung nachzudenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"6bf9283c960f72292a0e49bf05dbeb01\">\u201eUnd nun?&#8221;, fragte der Gelbe \u201eIst er entkommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8ea1dde40bcc576093ca160d61f44d7\">\u201eNein. Er muss irgendwo niedergegangen sein. Vom Himmel ist er verschwunden. Aber wir sehen ihn nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3cee42233c3f1ff2bab12b13f0757036\">Nun blickten alle in die Tiefe, f\u00e4cherten aus und suchten den Boden ab. Aber aus der H\u00f6he war nicht viel zu entdecken, nicht solange das Tier sich m\u00f6glicherweise unter B\u00e4ume begeben hatte, um in k\u00fchlendem Schatten zu bleiben.<\/p>\n<p data-p-id=\"b4e05116ffd6ece425e504a81712170d\">Sie suchten eine Weile ohne viel Hoffnung. Farbenspiels in allen Nuancen des Regenbogens schimmerndes Fell war, aus der H\u00f6he betrachtet, eine hervorragende Tarnung, schwer auszumachen, wenn das Licht ung\u00fcnstig stand oder etwas den Blick hinderte.<\/p>\n<p data-p-id=\"53058d1948df787fd158db06164dc3ae\">\u201eWir haben keine Zeit, lange nach ihm zu suchen&#8221;, entschied C\u00fdel\u00fa und versammelte die <em>acaval&#8217;ay<\/em> um sich. \u201eEr wird nicht allzu weit davonfliegen, wenn niemand versucht, ihn zu lenken. Er wei\u00df, wo sein Stall und seine Weide ist. Wo er sein Futter vorgesetzt bekommt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"42188d01bfdbd41be26e343128b16907\">\u201eLasst uns die Einh\u00f6rner auf die Weide bringen&#8221;, schlug der Orangene vor. \u201eDa kann er die Herde sehen und sich ich wieder anschlie\u00dfen. Von au\u00dfen kann er den Bann passieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cb6d83c4ef055799c5879b2f1e90ba85\">\u201eDas ist eine gute Idee&#8221;, stimmte der Gelbe zu. \u201eEs w\u00fcrde mich wundern, wenn er nicht in ein paar Gongschl\u00e4gen wieder zur\u00fcck w\u00e4re.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"adfb2ceae2931c83b0452e3f2a36652f\">\u201eUnd dann wird es langsam Zeit, uns auf unseren Besucher vorzubereiten&#8221;, sagte Elos\u00e1l. \u201eWie seltsam, wie sich all das heute zusammenf\u00fcgt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4a60c1ff3427e3136a6e5061781a639\">\u201eWas habt ihr im Garten gefunden?&#8221;, erkundigte sich der Indigofarbene.<\/p>\n<p data-p-id=\"cc65ab65a3bf675aeaf3ea077101b7ab\">Sie schlugen nun den Weg zum Ciel\u00e1stel ein und berichteten dabei den Daheimgebliebenen, was sie an beunruhigenden Dingen in der H\u00f6hle vorgefunden hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"23868fb11ed2bec23446338da4e371c1\">\u201eAdvon wird wohl sehr aufgeregt sein, wenn wir ihm davon berichten&#8221;, sagte Elos\u00e1l.<\/p>\n<p data-p-id=\"11e4cca83e44293f7d00265a7f6f7e94\">\u201eSollten wir ihn beunruhigen?&#8221;, fragte der Rote.<\/p>\n<p data-p-id=\"cee3e047269fe9f0921a3a2850f3f999\">\u201eEr hat ein Anrecht darauf. Schlie\u00dflich hat er die H\u00f6hle entdeckt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac89c67948a76d3be37127d3af7d609c\">\u201eOb das kleine Schattens\u00e4ngerm\u00e4dchen etwas dar\u00fcber wei\u00df?&#8221;, \u00fcberlegte der Gr\u00fcne. \u201eImmerhin ist es die Spur des Verfluchten, die hier deutlich zutage tritt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f7228f02789e0a23c4f46cfbd49c9819\">\u201eNein.&#8221; C\u00fdel\u00fa sch\u00fcttelte energisch den Kopf. \u201eDas Kind hat keine Ahnung von dem, was seinesgleichen hier angerichtet hat. Und ich will nicht, dass jemand von euch es ohne Not damit konfrontiert, bevor wir klarer sehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"561b6bf6d93809738d1ebcbdda730695\">Die Rittern nickten. Elos\u00e1l gab C\u00fdel\u00fa einen Wink, und er lie\u00df sich zwei Einhornl\u00e4ngen zur\u00fcckfallen. Sonnenstrahl trabte nun an seine Seite.<\/p>\n<p data-p-id=\"06f9983a5d42ae3c7287fed3a51f67a7\">\u201eDu hast das Kind gern&#8221;, stellte sie fest.<\/p>\n<p data-p-id=\"17446af927e980515d0ddf7d4a62e6ac\">\u201eJa. Es &#8230; w\u00e4re mir wohler, wenn die Kleine bei uns bleiben k\u00f6nnte. Ich denke &#8230;.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"00fdeb3c2a3901a954272afd1c7504d4\">\u201e&#8230; es t\u00e4te Advon gut, Gesellschaft zu haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e7afac4ed0b025f178f20f4cb05493da\">Er nickte. \u201eEr ist so einsam.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"300d44793ccb0810bfed153e3b481bdb\">\u201eSie kann nicht bei uns bleiben, C\u00fdel\u00fa. Sie geh\u00f6rt zur\u00fcck in den Schatten. Was, wenn die Schwarzgewandeten Advon aus dem Tageslicht entf\u00fchrten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f860d88ebd077be1920645c81059a9d1\">\u201eUnd wenn wir die beiden selbst fragten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cd00c8587cd6152ee22b9f57c0385ba7\">Sie sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNein, C\u00fdel\u00fa. Du kannst ein nachtgeweihtes Wesen nicht unter die Sonne zerren. Im Ciel\u00e1stel w\u00fcrde sie verdorren. Sie w\u00fcrde vielleicht nicht klagen und es still ertragen. Aber es w\u00fcrde ihr nicht gut tun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ffe098b27725ae0a3e599a6fef83b6cd\">Er z\u00f6gerte. \u201eWenn es anders herum gewesen w\u00e4re&#8221;, fragte er, \u201ewenn sie Advon zu sich geholt h\u00e4tten &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b7f899c7367c11c7c0fc17d8ea2e90e7\">\u201eIch w\u00e4re, ohne zu z\u00f6gern, in die Schatten hinabgestiegen, um ihn zu befreien. Und wenn ich dabei verblassen w\u00fcrde.&#8221; Sie l\u00e4chelte ernst. \u201eIhre Eltern werden dasselbe tun. Wir m\u00fcssen wachsam sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f229423488577e1cdd649e578c098331\">Er nickte. \u201eIch bin bereit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe05e7d927a8e84076d5433ca527be35\">Sie spornte Sonnenstrahl an, und auch er schloss wieder zu den anderen auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b3b71aa331ef83d220011787120fc8a\">Unter ihnen, auf der Stra\u00dfe, bewegten sich Menschen von Westen nach Osten und auch in Richtung Aur\u00f3p\u00e9a. Die Regenbogenritter achteten nicht darauf, nicht auf die Reiter und W\u00e4gen, nicht auf die Wanderer oder auf die zwei M\u00e4nner mit dem Lastmaultier, die sich s\u00fcd\u00f6stlich hielten. Und nicht auf das Kind, das einen Schleichweg durch die B\u00fcsche nahm und aufblickte, als es des fl\u00fcchtigen Regenbogens gewahr wurde, den die Spuren der Einh\u00f6rner an den Himmel malten und den man nur sah, wenn die R\u00f6sser aller sieben <em>arcaval&#8217;ay<\/em> zugleich in der Luft waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"27a9380dc4c3421fb07b6cbc2ac4b4de\">Die Hitze, die mir entgegen wallte, verschlug mir den Atem. Es erinnerte mich ein bisschen an mein altes Leben, an das Gef\u00fchl, wenn man an einem Sommertag die T\u00fcr \u00f6ffnete, um in ein geparktes Auto einzusteigen. Der pl\u00f6tzliche Temperaturunterschied erwischte mich so umfassend und unerwartet, dass ich bef\u00fcrchte, einen Kreislaufkollaps zu bekommen. Ich griff nach Yalomiro, um nicht umzufallen, aber er wankte selber und musste sich auf den Stab st\u00fctzen. Seine Hand zitterte, als er den Schl\u00fcssel aus dem Schloss und dann die T\u00fcr hinter uns zuzog.<\/p>\n<p data-p-id=\"48f57a9135d0f564b2353e06cc8bbdd3\">Dann lie\u00dfen wir beide uns auf den Boden sinken und blieben einen Moment sitzen. Ich f\u00fchle mich ersch\u00f6pft wie nach einer immensen k\u00f6rperlichen Anstrengung, dabei waren wir nur einen einzigen Schritt gegangen. Mir lief Schwei\u00df \u00fcber Stirn und R\u00fccken, eiskalt und irritierend in der Hitze.<\/p>\n<p data-p-id=\"a08d369da1496906b6409dd7648218d8\">Yalomiro ging es nicht anders, aber er schien besser damit umgehen zu k\u00f6nnen. Er hatte mich gewarnt, dass der Weg in den Ciel\u00e1stel beschwerlich sein konnte. Aber mit solchen Empfindungen hatte ich nicht gerechnet. Es war nicht wirklich schmerzhaft, aber extrem unangenehm.<\/p>\n<p data-p-id=\"22f360936de5aa8328c33c8ce4b3bd55\">Einen Moment war das so \u00fcberw\u00e4ltigend, dass ich \u00fcberhaupt nicht bewusst registrierte, <em>wo<\/em> wir waren. Erst nach einigen Atemz\u00fcgen war ich so klar im Kopf, dass ich mich umschauen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5771d6c487731ac8b873de2ec0fcbc43\">\u201eDas ist kein Stall&#8221;, sagte ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"a2596eaaedad709b31c6c62ac9497a9f\">\u201eNein&#8221;, antwortete Yalomiro, strich sich schwei\u00dfnasses Haar aus der Stirn und versuchte, aufzustehen. Er musste den Stuhl zur Hilfe nehmen, der neben ihm stand. \u201eAber es ist sicherlich der Ciel\u00e1stel. Der <em>arcaval&#8217;ay<\/em> ist hier. Oder zumindest sein Einhorn ist es.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7646ee7fd3e4aa582943e1bddac00456\">Ich rappelte mich ebenfalls auf. Die kleine Stube, in der wir standen, war aufgeheizt wie ein Backofen, und das, obwohl es ein offenes Fenster gab. Der Raum war offenbar ein Turmzimmer mit gew\u00f6lbten W\u00e4nden und einer kuppelf\u00f6rmigen Decke. Es gab kaum M\u00f6bel, nur einen Tisch, zwei St\u00fchle und ein paar Regale, in denen vereinzelt ein paar B\u00fccher herumstanden und lagen. Das sah seltsam aus, so als seien die B\u00e4nde stehen geblieben, w\u00e4hrend andere ringsum entfernt worden waren. Tisch und St\u00fchle bestanden aus hellem, wie ausgebleicht wirkendem Holz und waren mit feinem Drechselwerk verziert. Auch die Regale wirkten merkw\u00fcrdig elegant und leicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"7436c3528e08df813b44b11e23ca7400\">Besonders interessant war allerdings die Bausubstanz. Den Fu\u00dfboden bildeten helle, alabasterartige Fliesen mit einem nat\u00fcrlichen Muster aus goldenen Adern. Die W\u00e4nde bestanden nicht aus Mauersteinen. Stattdessen wirkten sie wie aus Glas gegossen, halb transparent und in allen denkbaren Farben schillernd, inklusive un\u00fcbersehbaren Goldschlieren und Glitter darin. H\u00e4tte ich mich nicht so zusammenrei\u00dfen m\u00fcssen, ich h\u00e4tte das sehr h\u00fcbsch gefunden. Es sah so leicht und fr\u00f6hlich aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"54445f413cb2f167763c939489103e03\">Ich betrachtete all das einen Augenblick staunend und kam zu dem Urteil, dass dieses Geb\u00e4ude nicht von Menschen erbaut worden sein konnte. Das hier war Magie. Vielleicht eine \u00e4hnliche Magie, die daheim eine riesige Kuppelhalle in die Mauern eines kleinen H\u00e4uschens platziert hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"32340794a99e8a6b53c23b63e5542a2c\">Yalomiro schleppte sich zum Fenster, hielt sich dabei dicht bei der Wand und sp\u00e4hte vorsichtig heraus. Ich tat es ihm nach und sah, indem ich nach unten schaute, einen Teil eines Innenhofes und ein St\u00fcck Mauer darum herum, mit einem zinnenbewehrten Umlauf. Gegen\u00fcber erahnte ich den Schatten eines hoch aufragenden Geb\u00e4udes. Der Blickwinkel des Fensters war allerdings nicht besonders g\u00fcnstig. Der Raum schien vom Zentrum der eigentlichen Burg abgewandt zu sein, weg vom mittigen Turm.<\/p>\n<p data-p-id=\"2c90e545c592c090341b1357c49d6b03\">Ich versuchte, mir das Wandgem\u00e4lde aus Valvivant ins Ged\u00e4chtnis zu rufen, doch alles, woran ich mich entsann, war diese gr\u00e4ssliche Fratze, mit der der K\u00fcnstler den Verfluchten dargestellt hatte. Vielleicht hatte der Maler damals dieses Geb\u00e4ude nie mit eigenen Augen gesehen und deshalb eher unauff\u00e4llig in den Hintergrund ger\u00fcckt.<\/p>\n<p data-p-id=\"201db527e6aab5db9b5bef0aa09bd2df\">Ich strich mir Schwei\u00df von der Stirn und warf einen Blick auf den beeindruckend blauen Himmel. Einige wei\u00dfe Sch\u00f6nwetterwolken schm\u00fcckten ihn wie fluffige Watteb\u00e4usche. Dann sah ich mich n\u00e4her im Raum um.<\/p>\n<p data-p-id=\"03510d4c72650a3d02a6c2f121d76623\">\u201eWas ist das hier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c7ddb76402da850ffec8f64a12f58a0f\">\u201eDas Zimmer? Es sieht aus wie eine Bibliothek oder ein Studierzimmer.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"12482602d3ec098ed77c30234a0e3758\">\u201eEin bisschen wenig B\u00fccher f\u00fcr eine Bibliothek, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f7a9ed1877f8ff6c0c8cd0eca9aaa881\">\u201eAuf jeden Fall ist es die n\u00e4chstliegende T\u00fcr gewesen, die der Weltenschl\u00fcssel erreichen konnte.&#8221; Yalomiro reichte mir das Werkzeug. Es war herrlich k\u00fchl, wie ein Eisw\u00fcrfel. \u201eHier, h\u00e4ng ihn dir wieder um und gib gut acht darauf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c61bdcbeedf9352a6917a503900e28a\">Ich schl\u00fcpfte in das silberne Halskettchen und lie\u00df den Schl\u00fcssel in meinen Ausschnitt gleiten. Das tat gut, war erfrischend.<\/p>\n<p data-p-id=\"ddb488e72d5b21fa7c8d033000665852\">\u201eWenn du D\u00fdamir\u00e9e bei dir hast&#8221;, ermahnte Yalomiro mich, \u201enehmt den Schl\u00fcssel, egal, was mit mir geschieht, und lauft. Ich werde mir zu helfen wissen. Ich werde von hier aus direkt nach Wijdlant weitereisen, um das Portal zu schlie\u00dfen. Ich verwandele mich in einen Vogel und fliege, so schnell ich kann. M\u00f6gen die M\u00e4chte geben, dass mein Zauber in der Burg noch lange genug h\u00e4lt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d83b38404732c977b2c8c7d8696d72b\">Er hatte mir in knappen Worten erkl\u00e4rt, was seiner Meinung nach vorgefallen war. Er hatte in Meister Gors altem Turmzimmer nach dem Rechten sehen wollen und die Magie des Raumes dazu genutzt, mit Asga\u00fd von Spagor und K\u00edan\u00e1 von Wijdlant zu reden und zugleich deren bewusste Erinnerung an den verst\u00f6renden Inhalt des Gespr\u00e4ches in deren Unterbewusstsein zu versiegeln. Was genau er ihnen erz\u00e4hlt hatte, wusste ich noch nicht \u2013 dazu war noch keine Zeit gewesen und er meinte, das wolle er mir in Ruhe er\u00f6rtern, sobald wir D\u00fdamir\u00e9e wieder bei uns wussten. Just in diesem Moment hatte ihn mein Hilferuf erreicht, und er es in der Eile den Unkundigen \u00fcberlassen, die T\u00fcr hinter sich zu schlie\u00dfen. Dieser Moment, so glaubte er nun, hatte ausgereicht, eine Verbindung zwischen dem Chaos, der Dom\u00e4ne des Widerwesens, und dem Weltenspiel zu schaffen. Mit Pianmur\u00edt, seiner eigenen Dom\u00e4ne, hatte Gor Lucegath damals einen Zwischenraum, einen \u00dcbergang zwischen der Welt des Widerwesens und der der Menschen errichtet und als Werkzeug daf\u00fcr den Burgturm genutzt. Nun ergab es auch Sinn, dass wir damals in der Turmkammer zu uns gekommen waren, als Pianmur\u00edt zusammenst\u00fcrzte. Der Turm mitsamt der verzerrten, surrealen Architektur von Wijdlant, war mit dem Chaos verkn\u00fcpft gewesen, und es war Gor Lucegaths Magie gewesen, die dieses Konstrukt gest\u00fctzt hatte. Aber der Sand im Schuh?<\/p>\n<p data-p-id=\"0cf862c9d5f174044b8abe933438d499\">Nun, hatte Yalomiro gesagt, er habe sich lange genug im Turm aufgehalten, dass der erste Hauch des aufgest\u00f6rten Chaos an ihm haften geblieben sei. Gesp\u00fcrt, gestand er, habe er es bereits im Montaz\u00edel, damals aber keinen Zusammenhang herstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5b8edc4a61a21d1a565c53473e185bec\">Ich wusste, dass es m\u00fc\u00dfig war, nun n\u00e4here Detailfragen zu stellen. Die unertr\u00e4gliche Hitze tat ihr \u00fcbriges dazu.<\/p>\n<p data-p-id=\"4d427079adc2b8979a0a4cb8652a2533\">\u201eUnd was machen wir nun? Gehen wir endlich diesen C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor und die <em>faj\u00eda<\/em> suchen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b01bd5909c2ce46cfffafd473232e238\">\u201eNat\u00fcrlich. Aber es w\u00e4re dumm, kopflos loszulaufen, Salghi\u00e1ra. Wir w\u00fcrden beide nicht einmal die Treppe bew\u00e4ltigen. Gib deiner <em>maghiscal<\/em> einen Moment Zeit, sich an diese Umgebung zu gew\u00f6hnen. D\u00fdamir\u00e9e ist nicht damit geholfen, wenn wir es \u00fcberst\u00fcrzen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"102ea29ffe7367c9a9a8ff3ace041b9c\">\u201eWie lange wird das dauern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"71c37433ebec12bf40655b3a792ec12c\">\u201eNicht lange. Es belastet uns so, weil wir hinein gesprungen sind wie in einen Kessel hei\u00dfes Wasser, statt uns vorsichtig zu n\u00e4hern. Hoffen wir, dass zwischenzeitlich niemand hier drinnen etwas zu tun hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ba34598ed7877dd313d4dd3a1978ed15\">\u201eOb D\u00fdamir\u00e9e in Ordnung ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7465e6fece398256595715d888900d38\">\u201eSicher. Sie ist v\u00f6llig unempfindlich gegen das Gold, das uns beiden gerade so zusetzt. Wenn sie hier irgendwo ist, kann sie sich ganz unbehelligt an Patagh\u00edus Pracht erfreuen. All das bunte Glitzern und Gl\u00e4nzen sollte ein kleines M\u00e4dchen entz\u00fccken, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"95e3afcf6bb7b8388425358031a6ea8c\">\u201eSicher. Als ich ein Kind war, mochte ich Glitzer sehr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cf224ffb929a2b43d004e571be7ccbaf\">Er l\u00e4chelte und warf dann einen Blick auf das einsame Buch, das auf der Tischplatte lag. Dann runzelte er die Stirn und schlug es auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"a892bb6aa2bfc55faf6aca1c757e03c1\">Ich schaute mir noch einen Moment die sonderbare Wand des Raumes und die Burgmauer an. Unten im Hof unter der glei\u00dfenden Sonne war niemand zu sehen, und es war auch sonderbar still.<\/p>\n<p data-p-id=\"465863d0253a40d2a4d4692e4dbfbffc\">\u201eWo sind denn all die Leute?&#8221;, fragte ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"432b16d40a8056f217af443a21f1a343\">\u201eWelche Leute?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"898e01394bd3eb7890ad38ed6128d03c\">\u201eM\u00fcsste es im Ciel\u00e1stel nicht nur so wimmeln von Leuten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"483ac05771c1b91fb4ab8472bb600940\">\u201eNein. Setz dich, Salghi\u00e1ra. Dein K\u00f6rper ben\u00f6tigt noch einen Augenblick. Es wird besser werden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c59d5e169be1fb91ae3b7c86feb064f5\">Ich nahm mir einen der St\u00fchle. Die Hitze blieb jedoch dr\u00fcckend und machte das Atmen schwer.<\/p>\n<p data-p-id=\"30ec6ad753462791b679c83e893c4206\">\u201eNein? Wieso nein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fb1b94b984678ed0ee20362dae9c948b\">\u201eIm Ciel\u00e1stel gibt es nur die Regenbogenritter. Und die <em>faj\u00eda<\/em>. Und den Goldenen. Das sind neun Personen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0ac4de8dcbf9fe7a37e7a4503a4a919e\">\u201eNeun? Sie sind zu <em>neunt<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a3deb82d5bd8384d8729b378d693c5b5\">\u201eWas hast du erwartet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"853c1293af1e2c6717e19e63808a8b1d\">\u201eAber &#8230; sind die anderen alle in den Chaoskriegen umgekommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fdc068ae7b6c44161b65de76973941e9\">\u201eEs sind viele von ihnen vernichtet worden, das ist richtig. Umgekommen sind vier der <em>faj\u00eda\u00e9. <\/em>Vor den Chaoskriegen waren sie zu zw\u00f6lft<em>.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"05b83cffee2cabde5f13e7ed3ad0b6bb\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c94a2d9c8a140aecf2ae350de4b765ef\">\u201eSalghi\u00e1ra, die <em>arcavala&#8217;ay<\/em> sind <em>anders <\/em>als die <em>camat&#8217;ay<\/em>. Es sind keine Menschen. In diesem Geb\u00e4ude werden wir auf acht von ihnen und die <em>faj\u00eda<\/em> treffen. Das macht sie nicht weniger ernst zu nehmen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"768f6fed304ed1954a286b841352bab8\">\u201eAber &#8230; neun? In einem so riesigen Geb\u00e4ude?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fa49f1ad402a2ed35576c2ceea21991f\">\u201eWir sind zu dritt im Eta\u00edmalon.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0a3655bb8b3848560f4595ec2bb70d5e\">\u201eWir waren einmal &#8230; mehr&#8221;, sagte ich und kam mir dabei sehr merkw\u00fcrdig vor. Ich hatte au\u00dfer Yalomiro und Ar\u00e1ma\u00fa keine anderen Schattens\u00e4nger kennen gelernt, keine Ahnung davon, wie viele <em>camata&#8217;ay<\/em> einstmals in Nokt\u00e1mas Halle der Nacht versammelt gewesen waren. Mit Sicherheit waren es mehr als neun gewesen. Die Halle bot Platz f\u00fcr Hunderte von Schattens\u00e4ngern.<\/p>\n<p data-p-id=\"4b5038c1f291aa5517b5c284e899d825\">Er l\u00e4chelte kurz. Mir war nicht ganz klar, warum. Dann schob er mir das Buch zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"78dbf59463cd7eb4cc979e8ff885f127\">\u201eWas ist das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"13ade16f01a496ee1412684441087be7\">\u201eDas ist eine Abhandlung \u00fcber die Geschichte der Chaoskriege. Geschrieben wohl von einem unkundigen <em>forscor<\/em>.&#8221; Er griff sich an den Kragen und f\u00e4chelte sich mit dem lockeren Stoff seines Hemdes etwas Luft zu. \u201eOffen auf dem Tisch liegend.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0206e519d270ddd42713ebbb4584ab7e\">\u201eUnd?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1db5d3822ca806c6d8cddeaa4fc40bcb\">\u201eWarum sollten sie dar\u00fcber lesen wollen? Sie waren dabei! Jeder einzelne von ihnen. Was der <em>forscor <\/em>schreibt, ist nur ein Bruchteil von dem, was sie wissen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ee1dd4282416b398d0345ca4c573ba2\">\u201eVielleicht wollten sie wissen, wie die Unkundigen es erlebt haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"54d23bad818cf9d54a706fbe9c3cd769\">\u201eUnwahrscheinlich. Dieses Buch an diesem Ort ist v\u00f6llig <em>sinnlos<\/em>. Und umso interessanter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3f5e73d720d2e49286b4a377f2a148da\">Yalomiro wandte sich den anderen Regalen zu, schlurfte m\u00fchsam hin\u00fcber und lie\u00df seinen Blick \u00fcber die Buchr\u00fccken wandern. Ab und zu zog er eines heraus, um den Titel lesen zu k\u00f6nnen oder schaute auch hinein. Das schien seine Aufmerksamkeit so sehr zu fesseln, dass die Ersch\u00f6pfung nach und nach von ihm abfiel. Er war nach wie vor schwei\u00dfgebadet, wurde aber immer munterer.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e05d70c84e9de04c9064ff80486808b\">Ich \u00fcberflog ein paar Zeilen aus dem Chaoskriegbuch, konnte mich aber kaum darauf konzentrieren. Ich bl\u00e4tterte ein paar Seiten um, fand zu meiner \u00dcberraschung handkolorierte Illustrationen, wohl die Wappen adliger Familien, die in den Kriegswirren eine Rolle gespielt hatten. Eines dieser Wappen fiel mir sofort ins Auge, denn ich hatte es oft und in den letzten Tagen noch \u00f6fter vor Augen gehabt. Ein stolzer Rehbock auf gelb-gr\u00fcnem Grund und daneben eine Liste von Namen und Zahlen. Ich f\u00fchlte Beklemmung, als ich begriff, dass dies Ahnen von J\u00f3ndere Mor\u00e9aval waren. Ein n\u00fcchternes Verzeichnis von <em>yarlay<\/em>, die im Verlauf der langw\u00e4hrenden Chaoskriege ums Leben gekommen waren. Ich suchte nach weiteren mir bekannten Wappen und wurde f\u00fcndig. Die \u00c4hren auf gelben Grund. Die Widder, der ein B\u00e4umchen attackierte. F\u00fcnf tote <em>yarlay<\/em> von Grootplen. Acht tote Herren von Altabete.<\/p>\n<p data-p-id=\"12f406984d0dfc1e8c4b51ac2106f5b3\">Ich bl\u00e4tterte weiter. Die Kletterblume an dem Baum. Vier gefallene Herren von Tjiergroen. Der rote Hase auf wei\u00dfem Grund. Ich stutzte und z\u00e4hlte. Zw\u00f6lf <em>yarlay<\/em> von Lebr\u00e9oka, die in den vielen Wintern der Chaoskriege hinter die Tr\u00e4ume gegangen waren?<\/p>\n<p data-p-id=\"a1f68b645e063f6b6ad89b04ff8a8b5b\">Die n\u00e4chste Seite. Das silberne Pferd auf blauem Feld. Die wei\u00dfen Fische auf honiggelbem Grund. Namen, noch mehr Namen. Wer waren sie gewesen, die Herren Th\u00e1gle\u00fd Althopian und Thorgar Emberbey? Ich erinnerte mich an die letzte Rede, die Gor Lucegath gef\u00fchrt hatte, bevor er sich von den sieben Rittern in Pianmur\u00edt hatte erschlagen lassen. Wahrhaftig. Aus jeder Familie waren tapfere K\u00e4mpfer hinter die Tr\u00e4ume gegangen.<\/p>\n<p data-p-id=\"46a04326de2c0304db91f15b4a77fd35\">\u201eDas ganze Weltenspiel ist in die Chaoskriege hineingezogen worden, nicht wahr?&#8221;, fragte ich leise. Und blickte auf die akribischen Listen neben den Wappen, auf all die vielen Bilder und Familiennamen, die ich nicht zuordnen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"88b4ecf97d9e01c2a0c6d795335e1151\">Yalomiro blickte von dem Buch auf, das er gerade studierte. Er sah, dass ich die bunten Wappen anschaute.<\/p>\n<p data-p-id=\"65c31ae53f1d0acbfdd1922e5776b6e6\">\u201eJa. Die Unkundigen haben alles gegeben, um die Chaosgeister vom Weltenspielbrett zu vertreiben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7761c8931ade008aeb54fa3f82fba495\">Ich riss mich von den Listen los. Was ich da sah, waren nur die Namen der Noblen, der Krieger, deren Existenz aufgrund politischer Notwendigkeit verbrieft und dokumentiert und die in dieser bedr\u00fcckenden Aufstellung zusammengefasst waren. Wie viele <em>namenlose <\/em>Unkundige mochten hinter jedem dieser Namen versammelt sein? Und wie viele Frauen und Kinder? Alte Leute? Mein Blick fiel auf den kaputten Stab, den Yalomiro an seine Schulter gelehnt hatte, um das Buch festhalten zu k\u00f6nnen. Die K\u00e4lte, die in mir aufstieg, verdr\u00e4ngte die Hitze, die gegen meine <em>maghiscal<\/em> dr\u00fcckte.<\/p>\n<p data-p-id=\"999c6f24f8dab6c6a371ccd3360e8ab7\">\u201eBegreifst du, welche Bedeutung dieses furchtbare Ding f\u00fcr die Regenbogenritter hat?&#8221;, fragte er sanft. \u201eWelche Bedeutung es f\u00fcr die ganze Welt hatte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"59bb402cbf276b7d3757d7dc2d29b762\">\u201eEs war sicher im Eta\u00edmalon&#8221;, behauptete ich. \u201eWarum wollen sie, dass es hervorgeholt wird?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1815624d3d1a8828d2a6d0c9aba129ac\">\u201eDas werden wir bald wissen. Die <em>faj\u00eda<\/em> soll es haben. Sie soll mir sagen, was sie damit tun will.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"90af3bfe9afa2d4e5fb745dcae280ae9\">\u201eIst es nicht seltsam, D\u00fdamir\u00e9e einzutauschen gegen &#8230; das Ding?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"679930a43eb27f428c5cf02081bde7a9\">\u201eEin unschuldiges Kind mit eine makellosen Seele gegen das Werkzeug desjenigen, der das Weltenspiel zerschlagen wollte? Ja, das ist in der Tat sehr sonderbar und beunruhigend. Es steckt sicher eine sehr interessante Geschichte dahinter.&#8221; Er nahm den Stab und kam zu mir her\u00fcber.<\/p>\n<p data-p-id=\"8fd0469c92c4e045e42618e3be934cb5\">\u201eIch habe mich geirrt&#8221;, sagte Yalomiro. \u201eEs muss mindestens eine zehnte Person in dieser Burg geben.&#8221; Er legte das Buch aufgeschlagen auf das Geschichtsbuch. \u201eEin Kind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"077bc01b8ef873c8112af52eeb2c2094\">\u201eEin Kind? Wie kommst du &#8230;&#8221; Ich unterbrach mich, als ich auf die kunterbunt bebilderten Seiten mit der gro\u00dfen Schrift niederblickte.<\/p>\n<p data-p-id=\"dc91382326744ec3778fc79a6f67af5b\">Es war eine Fibel. Jemand hatte damit Lesen und Schreiben gelernt.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2592","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2592","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2592"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2592\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3831,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2592\/revisions\/3831"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2592"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2592"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2592"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}