{"id":2591,"date":"2025-08-25T13:08:29","date_gmt":"2025-08-25T11:08:29","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2591"},"modified":"2025-09-01T09:30:44","modified_gmt":"2025-09-01T07:30:44","slug":"085-dame-in-bedraengnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/085-dame-in-bedraengnis\/","title":{"rendered":"085: Dame in Bedr\u00e4ngnis"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"78a385a3446a47774a0c1d33aa199425\"><em>Yarl<\/em> Emberbey schaute verbl\u00fcfft auf die Kinder, die im str\u00f6menden Regen die Treppe zum Hocheingang hinaufstiegen, angef\u00fchrt von keinem geringeren als seinem eigenen Sohn. Da stand er, mit nassen Gew\u00e4ndern, triefendem Haar, das ihm an der Stirn klebte. Er trug eine Entschlossenheit in seinem von diesen schrecklichen Glasscheiben gez\u00e4hmten Blick, dass der alte Ritter dar\u00fcber stutzte. Ihm folgten die beiden \u00e4lteren Jungen in ihrer adretten, wenn auch nicht ganz tadellos angelegten Knappengewandung, beide angetan mit ihren noch h\u00f6lzernen Schwertern. Der Anblick von J\u00e1ndris Altabete und L\u00e1as Grootplen versetzte dem <em>yarl<\/em> einen Stich, einen Schmerz der Entt\u00e4uschung, von dem sich Schwermut ausbreitete. So h\u00e4tte er sich die Zukunft des rumreichen Hauses Emberbey gew\u00fcnscht, flink und z\u00e4h und mutig und geziemlich, wie es sich f\u00fcr einen jungen <em>yarlandor<\/em> geh\u00f6rte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b229f62247c0dcb1afe2c62065e0ef7a\">Dann bemerkte er, dass die kleine Tochter von <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval, die aus irgendeinem Grund einen Teller mit Naschwerk mit sich herumtrug, seinen Sohn vertrauensvoll bei der Hand hielt. Daheim tat Truda das manchmal auch, aber sie war seine <em>Schwester<\/em>. Das war etwas g\u00e4nzlich anderes. Auch das kleine M\u00e4dchen war durchn\u00e4sst vom Regen.<\/p>\n<p data-p-id=\"fca5aef8ae4d6c7b19a4cde988d1a30f\">\u201eVater&#8221;, ergriff Osse das Wort, noch bevor er selbst eine Frage stellen konnte, \u201efalls <em>yarl<\/em> Althopian dort oben ist, m\u00fcssen wir mit ihm reden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2992ca33ca2041abad9871bf08097419\">\u201eHerr Wayreth ist besch\u00e4ftigt&#8221;, sagte Alsg\u00f6r Emberbey. \u201eIch darf niemanden vorlassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"910c25f9bc49309c0e9dbb0e1fe7b75d\">\u201eWenn Herr Wayreth uns selbst fortschickt&#8221;, sagte Osse, \u201ewerden wir augenblicklich gehorsam sein und den Turm wieder verlassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b57a6c297beca8932c895cf666320191\">Der <em>yarl<\/em> traute seinen Ohren nicht ob dieser Dreistigkeit. Er tat einen Schritt in die Mitte der T\u00fcrschwelle. Nun, sie w\u00fcrden es nicht wagen, an ihm vorbeizuschl\u00fcpfen und darauf zu vertrauen, dass er ihnen nicht folgen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"89576656cd0a1998508fc41fc8736eeb\">\u201eSolange ich hier stehe&#8221;, sagte er, \u201ewerdet ihr den Turm nicht betreten, Osse.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f97c549c1373eb3fd32c18e04b938cf\">\u201eUnd wenn wir eine hilfreiche Idee h\u00e4tten, f\u00fcr das, womit der hochedle Herr sich dort so sehr abm\u00fcht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6fed4e3d1239a5fc16ccbbb178b1c3ca\">Alsg\u00f6r Emberbey schaute die beiden anderen Jungen an. \u201eUnd was wisst ihr von dem, weshalb Herr Wayreth in N\u00f6ten ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6570496b2a8dbcaa6ed4a429da0466dd\">\u201eMehr, als uns lieb ist&#8221;, kam es von L\u00e1as Grootplen, aber J\u00e1ndris Altabete, der wohl eloquentere der beiden, hatte ein Gegenwort auf den Lippen. \u201eWenn mein Vater da oben w\u00e4re und sich keinen Rat w\u00fcsste \u2013 ich meine, was immer da gerade das Problem ist \u2013 ich bin mir sicher, er w\u00fcrde <em>jede<\/em> hilfreiche Idee h\u00f6ren wollen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8335e9ddcefac1367309becf15191486\">Vorlaut war er, der junge Altabete, und trotzdem belie\u00df Herr Alsg\u00f6r es bei einem r\u00fcgenden Blick.<\/p>\n<p data-p-id=\"eaf231d55480cf88593f8c3c555dc089\">\u201eUnd wo habt ihr sie her, die hilfreiche Idee?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"baf31e7279458527cc66440a784e77b1\">\u201eIch habe <em>gelesen<\/em>&#8220;, sagte Osse.<\/p>\n<p data-p-id=\"61da07e9d18ee882fefa3a6938eb3cf8\">\u201eUnd ich hab Sachen <em>besorgt<\/em>&#8220;, f\u00fcgte das kleine M\u00e4dchen mit einem stolzen Blick auf die verw\u00e4sserten Pfannkuchen hinzu und f\u00fcgte verschw\u00f6rerisch hinzu: \u201eAber das ist ganz geheim!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19a740e1c1eaecc2a4e25df92ebaac84\">\u201eUnd wir, wir haben &#8230;&#8221;, begann L\u00e1as, aber J\u00e1ndris fiel ihm ins Wort: \u201e<em>Wissenschaftliche Studien<\/em> betrieben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4437f8b72a211dae871375c5f727708f\">Herr Alsg\u00f6r schaute von einem zum anderen. Von seinem Sohn h\u00e4tte er es ohnehin nicht erwartet, aber alle anderen sahen ebenfalls nicht aus, als wollten sie ihm einen kindischen Streich spielen. Und hatte der <em>teirand<\/em>, die <em>teiranda<\/em> selbst nicht verf\u00fcgt, man solle den Kindern kein Hindernis sein?<\/p>\n<p data-p-id=\"a07badb1f698623e76122b294d5c1f0e\">\u201eUnd wenn eure Idee nichts anderes ist als eine kindische Spinnerei? Etwas aus einem M\u00e4rchenbuch und dem Geschw\u00e4tz einer <em>opayra<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e27adef5ee6d8c9ed5e631a78620fb84\">T\u00edjnje kicherte verstohlen \u00fcber diese Respektlosigkeit aus dem Mund des alten Mannes, aber es war L\u00e1as Grootplen, der sagte: \u201eHerr Alsg\u00f6r, <em>yarl<\/em> Althopian und unsere V\u00e4ter, seine Freunde, sind in Sorge um seinen Sohn. Wir sind in Sorge um unseren Freu&#8230; Standesgenossen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"efc2e59317d88c6a3ec3a80da76aee8e\">\u201eEines Tages&#8221;, f\u00fcgte J\u00e1ndris hinzu, \u201esollen wir doch eine Kumpanei sein, zum Ruhm und Schutz unserer <em>teirandanja<\/em>. Alle vier. Es ist uns sehr ernst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"02a01543a1615f245d7aebe4528da971\">Vier? Damit konnte der <em>yarlandor<\/em> sicherlich nicht den Jungen aus Rodekliv meinen. Der war sein Geheimnis und das seines Sohnes. Ob &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"f9d4f679c94b52641cef2b46a196b8a4\">\u201eUnd <em>Tijnje<\/em>&#8220;, stellte L\u00e1as klar und legte seine Nichte seine schon so kr\u00e4ftigen H\u00e4nde auf die Schultern. \u201eEine Kumpanei und eine tugendreiche Dame dabei.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3bf11cbc4e854f5484b047941f0ef1bc\">\u201eM\u00f6gen die M\u00e4chte und die <em>teiranday<\/em> es mir verzeihen&#8221;, sagte der <em>yarl<\/em> und trat beiseite.<\/p>\n<p data-p-id=\"aec51ea79ae4b79341adb7e8b419c67b\">Osse verneigte sich f\u00f6rmlich. \u201eDanke, Vater.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ac5d8765e1f7ce38c7d2b4b4120fc05\">Einen Moment schauten sie einander in die Augen. Ein paar Regentropfen rannen \u00fcber die Brillengl\u00e4ser. Dann ging der Sohn ohne ein weiteres Wort an ihm vorbei in den Turm. Die anderen folgten ihm, manierlich ohne zu dr\u00e4ngeln.<\/p>\n<p data-p-id=\"22e5b6881d14a3951d2da4e7bc33c754\">Alsg\u00f6r Emberbey schaute ihnen nach, als sie die steinerne Treppe im unteren Teil des Turmes hinaufstiegen. Er fragte sich, ob es seiner Gef\u00e4hrtin <em>gefallen<\/em> h\u00e4tte, den Jungen so zu sehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"4e7fb7c9abeae6f07b9d059803c38b93\">Wie gut, dass es regnete. So ging es niemandem etwas an, wie feucht seinen Wangen waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"e0c6744fee690403103a2eec92e0ed1c\">Asga\u00fd von Spagor versuchte, seine Tochter abzulenken. Er hatte sich mit ihr an dem Tisch in der Halle niedergelassen, wo das verwaiste Steinespiel gestanden hatte, und m\u00fchte sich, sie f\u00fcr eine Partie zu begeistern. Doch selbst als K\u00edan\u00e1 von Wijdlant sich zu ihnen gesellte, war das M\u00e4dchen unaufmerksam. Ob es daran lag, dass sie ganz ohne die anderen Kinder und vor allem ohne T\u00edjnje, ihre unverzichtbare Vertraute, war?<\/p>\n<p data-p-id=\"8ec829804beb1908a05d201813301c85\">Am Tisch hatte ein Buch gelegen, f\u00fcr das selbst T\u00edjnje schon zu alt war. Wahrscheinlich hatte eines der Kinder es aus der B\u00fcchersammlung geholt und sorgsam hier liegen lassen, um es nicht unn\u00f6tig herumtragen zu m\u00fcssen. Der <em>teirand<\/em> erinnerte sich dunkel, dass er das Buch vor einigen Sommern einem gesch\u00e4ftst\u00fcchtigen <em>vendyr<\/em> abgekauft hatte, der Literatur aus allen Gegenden beidseits des Montaz\u00edel feilbot. Manj\u00e9v hatte das Buch wenig gesch\u00e4tzt, zu l\u00e4ppisch war die Geschichte gewesen. Nun aber bl\u00e4tterte sie nachdenklich durch die Seiten und achtete kaum darauf, dass die Eltern nun schon die zweite Runde begonnen hatten. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant war unachtsam, obwohl Asga\u00fd sich alle M\u00fche gab, seine <em>h\u00fdardora<\/em> gewinnen zu lassen. Doch letztlich war es egal, kam es doch nur darauf an, das Kind im Auge zu behalten. Was immer die Ritter im Turm bewirken mochten, was immer den Kindern eingefallen sein mochte \u2013 Manj\u00e9v sollte au\u00dfer Reichweite bleiben, bis das Problem gel\u00f6st und Merrit Althopian befreit war. Ob \u00fcber das Dach, wie Althopian es sich vorgenommen hatte, oder durch die T\u00fcr, falls jemandem etwas Besseres einfiel.<\/p>\n<p data-p-id=\"001d6fcbac508de3d65c9782591a7147\">Manj\u00e9v legte das Bilderbuch aufgeschlagen auf den Tisch und nahm sich dann den schmalen, mit bunten Glassteinen besetzten Reif vom Kopf. Es war eine Kinderkrone aus poliertem Messing, eine, die vor langer, langer Zeit ihre Mutter selbst getragen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a40d9b810219fa92361c9dd7e6fc9d23\">\u201eWann bekomme ich eine echte goldene Krone?&#8221;, fragte das M\u00e4dchen pl\u00f6tzlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"538426abcd9ecdd90c272f4898348884\">\u201eGef\u00e4llt dir diese nicht mehr, Kind?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3e8902d32b3bfff8c740a5e42ea09af3\">\u201eSie ist nicht richtig. Das ist Tand!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66d298f484407328be01f393df629310\">\u201eDu brauchst noch keine goldene Krone, Manj\u00e9v. Sei froh darum, dass dir noch eine Frist bleibt, bis du diese Verantwortung tragen musst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff4e3be381b9aa4a8e6ea331aad02554\">\u201eDarf ich einmal deine Krone aufsetzen, Mama?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d93ac46f21af0b88792da6877dd0a887\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant schaute sich kurz um, ob jemand von den Schutzbefohlenen hinsah. Dann reichte sie der Tochter ihren Goldreif. Manj\u00e9v setzte sich das Herrschaftszeichen auf den Kopf, aber es war noch zu gro\u00df daf\u00fcr und rutschte ihr zu weit die Stirn hinunter. Entt\u00e4uscht gab sie es der <em>teiranda<\/em> zur\u00fcck. Die Mutter l\u00e4chelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"ed3f1388012aa54d6645e9f78b19b9a4\">\u201eWarum will Nokt\u00e1ma nicht, dass Schattens\u00e4nger Patagh\u00edus Gold ber\u00fchren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f93185b5115c294eb15acb4420efa1fb\">\u201eDas ist, damit die Menschen sich gegen die Schwarzgewandeten sch\u00fctzen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ce16f70336e9d2fe6e318efeaf54f79\">\u201eDas verstehe ich nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"34a56c7e914ce4b1678c3ac1aff80a34\">\u201eLiebes, als Nokt\u00e1ma ihre Diener ins Weltenspiel gesetzt hat, gab sie ihnen sehr viel Macht. Das war wichtig, weil sie dazu bestimmt waren, in Nokt\u00e1mas Namen das Weltenspiel zu besch\u00fctzen. Aber Patagh\u00edu sah das und gab zu bedenken, dass es nicht gut sei, so m\u00e4chtige Wesen ins Weltenspiel zu setzen, ohne dass die Menschen sich gegen sie wehren konnte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c46fb3b0116a8b1191cb73d1c48a74e3\">\u201eAber hat Nokt\u00e1ma die Schattens\u00e4nger denn in die Welt gesetzt, damit sie den Menschen <em>schaden<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b04c8b3f54d21b7dbd4b2348c3633a16\">\u201eNein. Aber Pataghi\u00fa traute den Schwarzgewandeten nicht, denn es waren immer noch verf\u00fchrbare Menschen mit eigenem Willen. Anders als seine Regenbogenritter und die <em>faj\u00edae.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"c500604485bd0d3ecea39f104dc21c7f\">\u201eDas verstehe ich auch nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ce755e6c384f39448cf9109df1db295\">\u201eMachst du denn immer das, was man dir auftr\u00e4gt, Manj\u00e9v?&#8221;, fragte die <em>teiranda<\/em> belustigt.<\/p>\n<p data-p-id=\"0426c5ea2bbf6cf15377bbae106c4e29\">\u201eAuch, wenn es zuweilen unentdeckt bleibt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"22dfe71e0c8903523a625539de2652b5\">Die <em>teirandanja<\/em> err\u00f6tete.<\/p>\n<p data-p-id=\"67d57d6ce538da8ee06645450e4117d2\">\u201eUnd so einigten Patagh\u00edu und Nokt\u00e1ma sich, den <em>camata&#8217;ay<\/em> Schw\u00e4chen zu geben. Und da Nokt\u00e1ma sich so \u00fcber Patagh\u00ecus Verschwendung ge\u00e4rgert hatte, fiel die Wahl leicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ad0548d91db3871ece07f0b070b1987a\">Manj\u00e9v runzelte skeptisch die Stirn. \u201eDas ist doch nur eine von deinen Geschichten, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"02d92017716265e635bf88bc906a4b65\">\u201eNein&#8221;, sagte K\u00edan\u00e1 von Wijdlant, und ihr Blick verschwamm unvermittelt, so als schweife er in weite Ferne. \u201eEs ist wahr. Gold &#8230; Gold bricht dunkle Zauber.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d6d603b245662988f40725da6870f8ba\">Asga\u00fd von Spagor schaute seine <em>h\u00fdardora<\/em> verbl\u00fcfft an. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant drehte ihre Krone nachdenklich zwischen den H\u00e4nden. Dann erhob sie sich ruckartig.<\/p>\n<p data-p-id=\"cdc409d22e04c74b64a61bcd7b5ea012\">\u201eBei den M\u00e4chten! Nun erst f\u00e4llt uns das ein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"ed8e8e9f1ad528fa4967f9f9cb326998\">Advons Herz klopfte schneller, als er sich dem kleinen W\u00e4ldchen etwas abseits der Stra\u00dfe nach Aur\u00f3p\u00e9a n\u00e4herte. Diesen Ort hatte der Junge bereits vor vier Sommern entdeckt, damals noch zusammen mit seinem Vater im Sattel von Perlenglanz. Er war damals noch viel kleiner gewesen, es war ein hei\u00dfer Tag gewesen und irgendwann hatte er wohl angefangen, zu quengeln, weil er sich unbehaglich f\u00fchlte. C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor war daraufhin mit ihm in den dichtesten Schatten gegangen, den er hatte finden k\u00f6nnen, unter diese vielleicht vor ewigen Zeiten von einem Garten \u00fcbrig gebliebenen B\u00e4umen, deren Kronen mit fleischigen dicken Bl\u00e4ttchen und d\u00fcrren \u00c4stchen sich etwas \u00fcber Mannsh\u00f6he zu einem undurchdringlichen, lichten Gewirr vereinten. Dort hatte der Goldene mit seinem kleinen Sohn gerastet, und Advon hatte eine Weile geschlafen und sich abgek\u00fchlt. Danach war alles wieder gut gewesen, und sie waren in den Ciel\u00e1stel zur\u00fcck geritten.<\/p>\n<p data-p-id=\"1809318e1e848bdd91cd1d6b75f0d61b\">Etwas an diesem Ort, die Stille, die K\u00fchle und der blaue Himmel \u00fcber den B\u00e4umen, h\u00e4tte etwas in Advon anger\u00fchrt, das er nicht vergessen hatte. Als er sp\u00e4ter einmal die Gelegenheit hatte, hatte er den Rastplatz von damals gesucht, zu seiner Freude wiederentdeckt und Farbenspiel dorthin gef\u00fchrt, als es ihm einmal gelang, Sileda\u00fas wachsamen Augen zu entwischen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1b436957d9c738e2013a033df1137806\">Sie hatten sich dort erfolgreich eine ganze Weile versteckt, bevor die <em>arcaval&#8217;ay<\/em>, allen voran ein v\u00f6llig aufgest\u00f6rter und besorgter C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor, ihn aufgesp\u00fcrt hatten. Nat\u00fcrlich war Magie im Spiel gewesen dabei.<\/p>\n<p data-p-id=\"e26ad87b14d6a9454debe063ac427406\">Aber nun gerade &#8230; gerade erst waren die Eltern und die \u00fcbrigen Magier ins Heiligtum zur\u00fcckgekehrt. Mit etwas Gl\u00fcck hatte man sein Ausrei\u00dfen noch gar nicht bemerkt. Sileda\u00fa hatte ihm sicher nicht umsonst eine Aufgabe zugeteilt, die ihn viele Gongschl\u00e4ge besch\u00e4ftigt halten w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"fee3e4b0449343bf5ebd2ec30839c433\">Als Farbenspiel ihn kommen h\u00f6rte, stemmte das Einhorn sich vom Boden hoch und schritt mit vorgestrecktem Hals, auf Klauenspitzen, aus dem knackenden Dickicht hervor. Die Fl\u00fcgel hatte es so dicht an den K\u00f6rper gelegt, wie es konnte, um das Gefieder nicht in Unordnung zu bringen. Einh\u00f6rner mochten keine Enge. Umso dankbarer war Advon, dass Farbenspiel sich nicht nur an den Ort erinnert hatte, sondern auch freiwillig dort gewartet hatte. Sicher hatten die S\u00fc\u00dfigkeiten, mit denen er das Einhorn bestochen hatte, dazu beigetragen.<\/p>\n<p data-p-id=\"716bac8e27df7089251fab2d893359b1\">Advon hatte von dem unkundigen Stallmeister gelernt, dass unkundige Ritter ihre R\u00f6sser lehrten, zu ihrem gest\u00fcrzten Herren oder, sofern der nicht mehr aufsteigen konnte, in ihren Stall zur\u00fcckzukehren. Wenn ein einf\u00e4ltiges Pferd ein solches Kunstst\u00fcck schon beherrschte, dann war es doch f\u00fcr ein Einhorn, das auf eine ganz andere Weise mit seinem Herrn eine Einheit bildete, wohl nicht schwer, sich an einen Treffpunkt zu erinnern. Der Orientierungssinn der Einh\u00f6rner war immerhin vorz\u00fcglich. Und Farbenspiels Naschsucht un\u00fcbertroffen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2220ed6a1c740d9f649aa4175222b122\">Advon umarmte dankbar den Kopf seines Reittieres und belohnte ihn mit einem St\u00fcck des besonderen Fr\u00fcchtekuchens. W\u00e4hrend Farbenspiel zufrieden kaute, legte Advon ihm einen Z\u00fcgelriemen um den Hals. Das musste als Sattelzeug reichen. Dann kletterte er, die Beuteltasche mit dem Wasser und seiner Ausr\u00fcstung auf dem R\u00fccken, zun\u00e4chst auf einen niedrigen Ast und von dort auf den R\u00fccken des jungen Hengstes.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a2cde8f6296da388283639e1ad85776\">\u201eWir sind jetzt auf einem richtigen Abenteuer&#8221;, erkl\u00e4rte er dem Einhorn. \u201eUnd wir haben ganz viel zu tun. Zuerst retten wir eine Dame in Not, dann befreien wir einen Unschuldigen und am Ende entlarven wir Sileda\u00fa und ihre \u00fcblen Pl\u00e4ne. Du hilfst mir doch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"49fa135fe2dc4948533e5f2a77af243d\">Farbenspiel prustete und l\u00fcpfte seine Fl\u00fcgel so weit, dass Advon seine Knie dahinter klemmen konnte. Der Junge klopfte seinen Hals und dirigierte das Einhorn wieder hinauf zur Stra\u00dfe.<\/p>\n<p data-p-id=\"2d7f2d7073960b3dda14caf28c889e56\">\u201eWir m\u00fcssen uns beeilen, aber ich glaube, es ist besser, wenn wir noch nicht fliegen und abseits der Stra\u00dfe bleiben. Es ist besser, wenn uns niemand von der Burg aus sieht oder Unkundige auf uns aufmerksam werden. Kannst du rennen, Farbenspiel?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c5f6c73349c9b99ba962ccc07a1b4992\">Das Einhorn schnaubte und kletterte die kleine Steigung aus der Senke heraus. Dann trabte es an und hielt sich s\u00fcdw\u00e4rts, weiter in Richtung der H\u00fcgel. Er h\u00e4tte einfach, wie er es so gern tat, lospreschen und sich in eine Staubwolke voran bewegen k\u00f6nnen, aber Advon vermutete, dass das Tier nicht riskieren wollte, ihn auf seinem wackeligen, sattellosen Sitz zu verlieren. Also entschied Farbenspiel sich f\u00fcr einen Kompromiss. Er galoppierte so sanft wie m\u00f6glich, breitete die Fl\u00fcgel aus, sobald daf\u00fcr genug Platz war, und segelte alle paar Spr\u00fcnge sanft voran wie eine Schwalbe. So vermied so kleinere Senken und war erheblich schneller als die Reit- und das Lasttier von \u00daldaises M\u00e4nnern.<\/p>\n<p data-p-id=\"355e392607454e030904847123699365\">Advon flehte dennoch zu Patagh\u00edu und hoffte, er w\u00fcrde den beiden zuvorkommen, bevor sie den Garten erreichten. Der Junge atmete erleichtert auf, als er die H\u00fcgelkuppe mit den weggebrannten Pflanzen in der Ferne ausmachen konnte. Auf diese Weise erwies sich das Feuer im Nachhinein als eine F\u00fcgung der M\u00e4chte. Der Junge war sich nicht sicher, ob er sonst unter all den G\u00e4rten den richtigen herausgefunden h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5cbfa360a09ab447b38ba5546eba7dec\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"c1a0efacf41470db92396e136adcfdc4\">\u201eFindest du auch seltsam, was der Alte mit &#8216;nem kleinen Kind vorhat?&#8221;, fragte derjenige von \u00daldaises Knechten, der manchmal zum Nachdenken neigte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6513c792c34b278dc23fa43323182c30\">\u201eIst doch egal, solang&#8217;s Opale bringt&#8221;, sagte der andere, der mit den Gedanken ganz woanders zu sein schien. \u201eGeht uns nichts an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83475092c527840cc39b7fd060a73e6b\">\u201eNa ja. Aber immerhin. &#8216;n Kind. Was hat&#8217;n Kind mit dem Alten zu tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b9ac3430a459cdd3f7bd663016fca9b5\">\u201eH\u00e4ttest die Alte ja fragen k\u00f6nnen. Ist bestimmt eine Schwester von ihm oder sowas.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"303ade1654410dde6376801ac6bad649\">\u201eOder sein Liebchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"574035f82184f078d15477324eb99117\">Nun kicherten die beiden und malten sich aus, ob und wie eine Zweisamkeit zwischen \u00daldaise und der grantigen alten Frau vonstattengehen k\u00f6nnte. Sie waren sich einig, dass das wohl eine ziemlich unanst\u00e4ndige Sache sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c930ef43ef870a6b525d244cf6782a92\">Nach einer Weile wurde ihnen das langweilig. Das Gespr\u00e4ch kam zum Erliegen, bis der eine nach einer Weile fragte: \u201eWie lange willste noch f\u00fcr den Alten schuften?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7bac0abe230e3dd11453a60f4fc3e1b6\">\u201eWie meinste das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7b9de017d349ddc732f4f31beed369bd\">Der andere zuckte die Achseln. \u201eHab \u00fcberlegt. Im Moment ist alles gut. Aber ich werd&#8217; auch nicht j\u00fcnger. Ich glaub, sobald ich die Opale hab, such ich mir was anderes.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ba0bbe861a118f4eeaafab3a7798787\">\u201eOh. Versteh ich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f6d2c459d58ad2337acfff90de9310c2\">\u201eKannst ja mitkommen, wenn du willst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9213c5a2694a80e077cddea018192edc\">\u201eNach Ferocriv\u00e9?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f823dcf52c66f04fe9714c2095c86898\">\u201eHab geh\u00f6rt, da gehen viele hin, denen Aur\u00f3p\u00e9a zu hei\u00df wird. Der <em>yarl <\/em>da sucht immer Kerle, die anpacken k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e9e8a3b54e87009938dfdca1dc5b67d3\">Der andere dachte dar\u00fcber nach, aber ein Ger\u00e4usch lenkte ihn ab. In der Tragekiepe des Maultiers regte sich etwas und st\u00f6hnte tief auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"1c92eae16cb1c5c9c5cbdc96f6a9c719\">\u201eSchnell. Das G\u00f6r kommt zu sich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9dc22d9c6e511d2b0f2c5d698d51aa7c\">Sie trieben ihre Reittiere an und zogen das Packtier mit sich. Gerade, als sie den verkohlten Dornbeerbusch an der Grundst\u00fccksgrenze passierten, kam Leben in die menschliche Last.<\/p>\n<p data-p-id=\"4731d4d10f0b2e3b3c03d8c8bf978295\">\u201eLasst mich raus!&#8221;, forderte die Stimme des kleinen M\u00e4dchens. Wenig \u00e4ngstlich, vielmehr ziemlich energisch.<\/p>\n<p data-p-id=\"fe36ad4c6bebe120b4d195109e30f7b3\">\u201eHalt dein Maul&#8221;, raunzte der Gr\u00f6bere der beiden sie an. \u201eSind noch nicht am Ziel!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fa94e748c901814fd33d9b6ac9673b13\">\u201eAber ich will hier raus!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"abbff8765f898a4fa736a69f2f9c1a23\">\u201eWirst schon noch fr\u00fch genug rauskommen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"59fbc6ee580f7b58c8b07d34b592fb17\">\u201eWenn mein Papa herausfindet, dass ihr mich wegschleppt&#8221;, kam es d\u00fcster aus dem Korb, \u201edann &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"848839f5a00c0f9911dd652dd54eb14b\">\u201eWas dann? Wird er uns dann verpr\u00fcgeln, dein Papa?&#8221;, lachte der andere.<\/p>\n<p data-p-id=\"28bace67981f724ec9d6e734eaa24f9a\">\u201eNein. Dann &#8230;&#8221; Stille im Korb. Offenbar fiel der Kleinen einfach keine Drohung ein, die schrecklich genug gewesen w\u00e4re, nichts Schreckliches, was sie ihrem Vater zutrauen w\u00fcrde. \u201eDann werdet Ihr beide das <em>bereuen<\/em>. Mein Papa ist der m\u00e4chtigste Schattens\u00e4nger! Und wenn der Goldene Ritter es erst erf\u00e4hrt, dann &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fc584a3941aa2e6c74bd342b6b893425\">\u201eWelcher goldene Ritter?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4b1cb0f624d977c3677192dc65e59e27\">\u201eNa, Meister C\u00fdel\u00fa! Unter dessen Schutz stehe ich n\u00e4mlich auch! Und der hat ein scharfes Schwert und er kann fechten! Ich hab gesehen, wie er den netten unkundigen Ritter &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1806becbe1a8d10d91976a9cc9104dc7\">Wieder verstummte sie. Aber diesmal wechselten die beiden M\u00e4nner alarmierte Blicke.<\/p>\n<p data-p-id=\"d41fcac98d713902bf81f4a07c8ece44\">\u201eWenn das G\u00f6r doch zu den Regenbogenkerlen geh\u00f6rt&#8221;, wisperte der eine, \u201edann sind wir in Schwierigkeiten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e392319cef45b71d78423b1c23450786\">\u201eAber was hat der Alte mit einem Balg von den Magiern zu tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cae9a25c4b65a5dc09d465ab7ce643d8\">\u201eWei\u00df ich&#8217;s? Vielleicht will er was vorbereiten f\u00fcr seinen gro\u00dfen Auftritt. Vielleicht will er was in der Hand haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"17ff6bdb7e850f00fa99caacbeafd7ef\">\u201eIch komm mit nach Ferocriv\u00e9.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d97430cc3e9e84f2336b8f2816736124\">\u201eDann los!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0204ce384f3d60eedae92b16eaeb7ef7\">Sie ritten weiter und zerrten das beladene Maultier den Hang hinauf. Der Geruch der verbrannten Pflanzen schien die Tiere nerv\u00f6s zu machen. Das Kind war eine Weile ruhig. Dann fragte es: \u201eWo bringt ihr mich hin?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bbc093eb4d6859e85d77591dc97fc389\">\u201eKeine Sorge, Kleines. Hier wird dir niemand etwas antun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"07803cc052c1f962b958813623ccea8f\">\u201eEs wird dich aber auch niemand h\u00f6ren!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67f1fa824fd1208e797cd61e99d8a6e9\">\u201eEs wird mich <em>jemand<\/em> finden&#8221;, sagte sie. Allzu viel Angst zu haben schien sie immer noch nicht. Das war beunruhigend.<\/p>\n<p data-p-id=\"f27b1440c25dd90e256c470395975d61\">Sie stiegen weiter nach oben, passierten das Lagerfeuer, das ihnen am Vortag so viel Pech gebracht hatte, und fanden tats\u00e4chlich ein St\u00fcck weiter oberhalb die \u00dcberreste eines Geb\u00fcschs und dahinter, wie \u00daldaise gesagt hatte, einen Einstieg zu einer H\u00f6hle, ein Spalt im Fels, so niedrig, dass ein Erwachsener auf allen vieren h\u00e4tte hineinklettern k\u00f6nnen. Der eine tat es, zog sich aber schnell wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"d403ceba384f21c6df9a97c911f91bd4\">\u201eGeht ganz sch\u00f6n steil runter da.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0206e519d270ddd42713ebbb4584ab7e\">\u201eUnd?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"58a805ac1215f730f0b367449e5ffdbc\">\u201eNa, wir k\u00f6nnen sie doch nicht da herunterwerfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c7474667d4df52279fff071daa1526e2\">\u201eOh. Haste Angst, das Balg k\u00f6nnte sich den Hals brechen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2a679fc7fc08507c6f0681cc019033bd\">\u201eHab Angst, die Regenbogenritter brechen <em>uns<\/em> den Hals, Trottel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"62ad3d51e091e59a926ed844e98e2e31\">\u201eWen nennst du hier Trottel?&#8221; Der Angesprochene ballte drohend die F\u00e4uste.<\/p>\n<p data-p-id=\"9686953f8398483cb3aecf9148cf7913\">Die beiden waren nahe daran, handgreiflich zu werden, da begann das Kind im Korb, sich heftig zu regen. \u201eWenn ich ganz brav bin&#8221;, versuchte es zu verhandeln, \u201elasst ihr mich dann wenigstens raus aus dem Korb? Ich laufe euch auch bestimmt nicht weg.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f834ad72f89162f078e658575e8d3498\">Die beiden besannen sich. Dann schnallte der, der hosenlos durch die Nacht gerannt war, den Korb auf, packte das M\u00e4dchen am Oberarm und zog es heraus, so leicht, als habe er ein Kaninchen im Genick gepackt.<\/p>\n<p data-p-id=\"f8c2f59ffc7de066846311d95f1a44e5\">Das Kind strampelte kurz vor Schmerz, erkannte dann, wo es war und erstarrte, wie entsetzt. Mit gro\u00dfen gr\u00fcnen Augen schaute es auf die verbrannten B\u00fcsche und B\u00e4ume, als habe es nie zuvor etwas Schrecklicheres gesehen. Der Mann stellte es zu Boden, packte es aber fest an den gebundenen H\u00e4nden.<\/p>\n<p data-p-id=\"ff146fb342d2cbeeeece5ab8d2f6dcca\">\u201eSo&#8221;, wandte er sich dann an seinen Begleiter. \u201eWir k\u00f6nnen es schnell machen und sie einfach hier abladen. Oder wir stehen hier herum, bis die Kerle mit ihren fliegenden G\u00e4ulen hier auftauchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cfbfe2b9435d963c6b57eff359d84ac2\">\u201eUnd wenn sie dabei kaputt geht? Oder sich verletzt und da unten verreckt, bevor jemand sie findet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d022973a148bcbfe8282e95c794c11c\">\u201eUnd wenn genau das das ist, was \u00daldaise vorhat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dccecdc295dec89d9dc277f9b1d99981\">\u201eUnd wenn es, bei den M\u00e4chten, ein Unterschied ist, einen verr\u00fcckten <em>b\u00e1chorkor<\/em> in einen Brunnen zu werfen oder ein kleines Kind in einen Abgrund?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4735c14406b4568a848366b52648edf3\">\u201eUnd wenn ich mich einfach losbindet und laufen lasst?&#8221;, schlug das Kind vor. \u201eIch verrate auch niemandem, dass ihr mich <em>nicht<\/em> in das Loch geworfen habt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96831c7dd5ea6975a6e963a104cb926c\">\u201eWas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6dfd8bd8b19b7c87666623815e65ef65\">\u201eIhr m\u00fcsst mich nicht da in die H\u00f6hle werfen. Das hat euch die schlimme alte Frau gesagt. Die mag mich nicht. Aber das ist nicht schlimm, denn ich werde nicht in den Ciel\u00e1stel zur\u00fcckgehen. Ich will zu meiner Mama und meinem Papa. Die sind weit, weit weg von hier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"393f976873bf0ba738c11d58d848b3da\">\u201eUnser Herr hat uns gesagt, dass du ins Loch geh\u00f6rst. Was denkst du, was passiert, wenn der nachschaut und du weg bist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2d605007ce665980f89d62d4ae8ca89e\">\u201eWenn ihr ohnehin auch weggeht&#8221;, sagte sie schlau, \u201ewird er nicht mit euch schimpfen. Und euer Herz bleibt sauber. Mama sagt, man soll nicht gehorchen, wenn jemand einem befiehlt, sein Herz schmutzig zu machen, damit andere H\u00e4nde sauber bleiben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"28ae987e5d4da476aa4c31727d40169f\">Nun schauten beide verwirrt. Da stand sie, s\u00fc\u00df und niedlich und mit intensiv blickenden Augen, gr\u00fcn wie frisches Laub, und f\u00fcr einen Moment waren die beiden verwirrt genug, dass es den Anschein hatte, als w\u00fcrden sie auf sie h\u00f6ren wollten.<\/p>\n<p data-p-id=\"b62d78b13ed9e6af9ea2cdbdc593dc49\">F\u00fcr einen viel zu kurzen Moment.<\/p>\n<p data-p-id=\"ac7bf31c80b9659c535225dce7fea1cc\">\u201eDu plapperst zu viel,&#8221; sagte der Erste dann. \u201eDarauf fallen wir nicht rein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"04b355307f2d6a2fdacc6125d7515365\">\u201eKindergeschw\u00e4tz&#8221;, knurrte der andere, und seine grobe Hand packte D\u00fdamir\u00e9e bei ihrem langen blauschwarzen Haar. \u201eAb in das Loch mit dir!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2da41f94e60a075b94ec80e52c040c9b\">Sie kreischte auf, halb emp\u00f6rt, halb vor Schmerz. Und im n\u00e4chsten Moment hatten sie sie gepackt, einer bei der Hand, der andere am Bein, und schoben sie voran, durch die Felsspalte, in das Loch, hin zum Abgrund, in dessen Tiefe das Wasser rauschte und rief.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2591","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2591","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2591"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2591\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3832,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2591\/revisions\/3832"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2591"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2591"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2591"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}