{"id":2568,"date":"2025-08-25T12:58:56","date_gmt":"2025-08-25T10:58:56","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2568"},"modified":"2025-09-01T09:25:23","modified_gmt":"2025-09-01T07:25:23","slug":"077-schloss-und-riegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/077-schloss-und-riegel\/","title":{"rendered":"077: Schloss und Riegel"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"b53f263bbc80cb791a4626887d22acc1\">Advon war nicht entgangen, dass ein Teil der <em>arcaval&#8217;ay<\/em> gen Osten aufgebrochen war. Das hatte er vom Fenster aus sehen k\u00f6nnen, das zwar nicht auf den Burghof, aber grob in Richtung der H\u00fcgel ausgerichtet war. Dass Sonnenstrahl, die zierliche goldschimmernde Stute seiner Mutter dabei war, bedeutete, dass auch die <em>faj\u00eda<\/em> mit den Magiern aufgebrochen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"110364f40e56aa399ec1c0d96ae5b184\">Das war nicht gut. \u00dcberhaupt nicht. Je weniger <em>arcaval&#8217;ay<\/em> sich im Ciel\u00e1stel befanden, desto geringer war die Wahrscheinlichkeit, dass jemand ihn hier entdeckte und freilie\u00df, bevor Sileda\u00fa wieder auftauchte.<\/p>\n<p data-p-id=\"54d304a1bad8756b2de4290c50a6100a\">Frustriert schlug der Junge mit der Faust auf die Fensterbank und schaute dann in die Tiefe. Nein, hier kam er aus eigener Kraft nicht heraus. Klettern kam aus dieser H\u00f6he nicht infrage. Und wohin h\u00e4tte er auch klettern sollen? Es gab kein zweites Fenster, das er h\u00e4tte erreichen k\u00f6nnen, selbst wenn ein Mauersims da gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p data-p-id=\"75f2d7048cd4de4b5e8133aeb9a41845\">Das Buch \u00fcber die Chaoskriege interessierte ihn schon lange nicht mehr. Sileda\u00fa konnte nicht ernsthaft erwarten, dass er sich auf diese alten Geschichten konzentrierte, nach dem, was geschehen war. Warum hatte sie das M\u00e4dchen \u00fcberhaupt hergebracht, wenn sie es doch f\u00fcr so gef\u00e4hrlich hielt, dass er sich mit ihr abgab?<\/p>\n<p data-p-id=\"4dc4388d52b493b67eaed420fdbb3e7a\">\u201eWenn ich nur zaubern k\u00f6nnte&#8221;, wisperte der Junge d\u00fcster. \u201eEinen gro\u00dfen Feuerball w\u00fcrde ich beschw\u00f6ren und diese dumme T\u00fcr einfach wegbrennen.&#8221; Er schaute hinab. Im Hof war kein Regenbogenritter zu sehen. Es brachte nichts, um Hilfe zu rufen. Niemand h\u00e4tte ihn geh\u00f6rt.<\/p>\n<p data-p-id=\"62e498c709333ef50437aab1fc54d6ea\">Advon ging unruhig zur\u00fcck zur T\u00fcr und strich nachdenklich \u00fcber das schimmernde Holz und die goldenen Scharniere. Eine Axt, so fiel dem Jungen ein, das w\u00e4re jetzt genau das richtige, wenn er schon mit Magie nicht weiter kam. Schlie\u00dflich war diese T\u00fcr nur aus leichtem Holz gemacht. W\u00e4re er so gro\u00df und stark wie sein Vater, kam Advon in den Sinn, h\u00e4tte er sie wahrscheinlich mit nur geringer M\u00fche aufdr\u00fccken k\u00f6nnen. Wieso gab es hier oben eigentlich eine T\u00fcr, die sich abschlie\u00dfen lie\u00df? Keine andere T\u00fcr im Ciel\u00e1stel verf\u00fcgte \u00fcber ein Schloss. Hatte Sileda\u00fa diese T\u00fcr eigens hier anbringen lassen, um ihre B\u00fccher zu besch\u00fctzen?<\/p>\n<p data-p-id=\"caa1b4f50ff7b53a56994ef2e92ae542\">Vermutlich. Solange sie Schloss und Schl\u00fcssel hatte und den Raum versperren konnte, w\u00e4ren niemals Elos\u00e1l oder einer der Regenbogenritter gewaltsam hier eingedrungen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3dc84bcab81ac1b1f5ec914b8a341efd\">Advon r\u00fcttelte an der Klinke und warf dem T\u00fcrschloss einen w\u00fctenden Blick zu. Wenn er doch nur den Schl\u00fcssel dazu h\u00e4tte! Dann m\u00fcsste er sich gar keine Gedanken um Zauberei machen. Er w\u00fcrde einfach hinaus spazieren, sich auf die Suche nach dem M\u00e4dchen machen und dann schleunigst mit ihr und Farbenspiel in die W\u00fcste verschwinden. Er w\u00fcrde gar nicht erst warten, bis der <em>sinor<\/em> \u00daldaise auftauchte, der hier seinen Besuch abstatten wollte, sp\u00e4ter am Tag. Sie w\u00fcrden den unschuldigen Mann in der W\u00fcste suchen und dann, so stellte Advon es sich vor, w\u00fcrde er beide, das M\u00e4dchen und den Unbekannten, in den Ciel\u00e1stel zur\u00fcckbringen, direkt in die Gem\u00e4cher der <em>faj\u00eda\u00e9<\/em>. Dort w\u00e4ren die beiden sicher, bis er Mutter und Vater eingeweiht hatte. Er w\u00fcrde berichten, was der gr\u00e4ssliche Greis und Sileda\u00fa getan hatten, und seine Eltern w\u00fcrden beide besch\u00fctzen, ganz besonders das kleine M\u00e4dchen, dessen Gegenwart sich so wunderbar anf\u00fchlte. Das, wie ihm immer deutlicher bewusst wurde, so gut geduftet hatte, so salzig und frisch. Ja, das war es: Sie hatte einen ganz eigenartigen Wohlgeruch mit sich gebracht, den er fast noch wahrnehmen konnte, wenn er die Augen schloss und schnupperte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6210a76b74c59bee8494d4f4a56de336\">Er setzte sich an den Tisch, dorthin, wo sie vorhin noch gesessen hatte, gr\u00fcbelte weiter und begann dann, gedankenverloren mit dem Griffel zu spielen, der noch dort lag. Der schlanke Goldstab lag glatt und schwer in seiner Hand.<\/p>\n<p data-p-id=\"fb9d0790428c6e9a4b4d8a5d53eb8e97\">Advon hielt inne. Dann hob er das verhasste Schreibwerkzeug auf und betrachtete es nachdenklich.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"befffd996231e20018c79744eae27c23\">Der unkundige Mann, dem offenbar die Aufsicht \u00fcber den Stall oblag und dem die unfreundliche Alte so viel Angst gemacht hatte, hatte nun aufgeh\u00f6rt, laut zu pfeifen und zu singen. D\u00fdamir\u00e9e hatte ihn die ganze Zeit von ihrem Winkel aus nicht sehen k\u00f6nnen, aber er hatte viel L\u00e4rm gemacht mit seinem Mistkarren und Ger\u00e4tschaften. Dass im vorderen Bereich des Stalles noch mehr Leute gewesen waren, hatte das M\u00e4dchen zwar bemerkt, aber keiner war so weit gekommen, dass man sie gesehen h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c28c9eb88b360fddf4ab357b59aab4a2\">D\u00fdamir\u00e9e h\u00e4tte laut rufen und sich bemerkbar machen k\u00f6nnen, es darauf ankommen lassen, ob man sie h\u00f6rte und auf sie reagierte. Aber das M\u00e4dchen hatte instinktiv darauf verzichtet, das zu tun. M\u00f6glicherweise war die alte Frau in der N\u00e4he und w\u00fcrde ihren Unwillen an dem armen ver\u00e4ngstigten Mann oder den Hellen Magiern auslassen. D\u00fdamir\u00e9e konnte sich zwar kaum vorstellen, dass die Alte einem der seltsamen Ritter gef\u00e4hrlich h\u00e4tte werden k\u00f6nnen, die ganz sicher keine richtigen Menschen waren. Aber sie hatte zweifellos irgendeine Art von Macht \u00fcber die <em>arcaval&#8217;ay<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"dc8747197d61e47c139019d6a0b43aef\">Das M\u00e4dchen schaute sich um. Sehr viel zu sehen gab es nicht, denn der Vogelk\u00e4fig war zwischen lauter Ger\u00fcmpel eingezw\u00e4ngt, das ihr den Blick versperrte. Der Kram erinnerte das Kind auf eine vage Art und Weise an die Unordnung im Arbeitszimmer des Vaters, \u00fcber die sich selbst die Mutter manchmal gutm\u00fctig lustig machte. Ach, die Eltern &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"a73d2c1f7a26c6313f4fc7b854f70ce0\">D\u00fdamir\u00e9e erlaubte sich ein paar w\u00fctende Tr\u00e4nen und blickte dann wieder hin\u00fcber zu dem gro\u00dfen Einhorn, das sich gegen\u00fcber in seinem vergitterten Verschlag bewegte, immer wieder ein paar Schritte vor und zur\u00fcck ging und einmal sogar sein Gefieder aussch\u00fcttelte, bevor es wieder aufmerksam seinen Kopf in ihre Richtung bewegte. D\u00fdamir\u00e9e war sich sicher, dass das Tier ebenso neugierig auf sie war wie sie auf es.<\/p>\n<p data-p-id=\"61efae1744cb8700cda787b998d7df3a\">Nach einer Weile h\u00f6rte sie den Stalldiener ganz in der N\u00e4he. Er war wohl wieder allein im Stall. \u201eIst das da das Einhorn von Advon?&#8221;, fragte sie.<\/p>\n<p data-p-id=\"159eb1c36544a923d9f7d1365d19ad92\">Der Mann schien zu erstarren, hatte wohl nicht damit gerechnet, angesprochen zu werden. Dann wagte er sich in sicherem Abstand in ihr Blickfeld.<\/p>\n<p data-p-id=\"afb2434b8db716a44293349c99a09fa8\">\u201eJa. Ist seiner. Woher wei\u00dfte das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"acc72cbb237d1231a67a1f56507c532f\">\u201eWeil die Ritter ihn nicht mitgenommen haben.&#8221; Das M\u00e4dchen schaute bewundernd hin\u00fcber. \u201eEr ist wundersch\u00f6n.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"35f503c6bb2d72640aaaff4f744f37ce\">\u201eFarbenspiel hei\u00dft er&#8221;, erkl\u00e4rte der Mann und kam auch etwas n\u00e4her. \u201eWird mal ein ganz Pr\u00e4chtiger.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1056a5219728b2faf1526d2a050376ef\">\u201eIch w\u00fcrde ihn mir zu gerne einmal n\u00e4her anschauen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"82d762839d07b40da2376abed5977f20\">\u201eUnm\u00f6glich. Sind gef\u00e4hrlich, die Einh\u00f6rner. Nichts f\u00fcr Kinder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96d38c8d9d5bfce0f6b3582544f87b00\">\u201eMir tut er nichts&#8221;, behauptete D\u00fdamir\u00e9e. \u201eUnd ich kenne mich schon sehr gut aus mit Einh\u00f6rnern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8e4bde0a4d91f24c640a80c644136dbb\">\u201eTats\u00e4chlich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"779c9fa97b25d58549ab3723d0ac5edc\">\u201eJa. Ich wei\u00df, dass sie im Schlafen fliegen k\u00f6nnen. Und ich bin ganz allein auf Perlenglanz geritten.&#8221; \u00dcber die n\u00e4heren Umst\u00e4nde dieses schrecklichen Rittes schwieg D\u00fdamir\u00e9e wohlweislich. Aber es gen\u00fcgte, um das Interesse des Stallmeisters zu erregen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a084dc8a9f736255e55f599e33e2bf72\">\u201eKinder sollen nicht schwindeln&#8221;, mahnte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"3c54ac6528bbe5b601161f0d6e74765c\">\u201eErwachsene auch nicht. Und Schattens\u00e4nger l\u00fcgen niemals. Und du kannst ja den Gro\u00dfmeister fragen. Der war dabei.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"58e9f5ffbeee9fc0b66c26eb07e79cd9\">\u201eJa, das werde ich wohl machen.&#8221; Er grinste. \u201eAls ob ein kleines M\u00e4dchen wie du sich auch nur &#8216;nen Herzschlag im Sattel halten k\u00f6nnte!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"02400593df291182dbf01d3f1a39501b\">\u201eSoll ich dir das beweisen, wenn du mir nicht glaubst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a30f5603e9876b2ef45e17c6690d8e45\">Der Stalldiener st\u00fctzte sich auf seiner Mistgabel ab und wirkte kurz unentschlossen. \u201eIch glaub, dir glaub ich das sogar.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fafd4b5d591941171156995f2c7a109a\">\u201eGlaubst du mir dann auch, dass ich dir ganz bestimmt nichts antun will?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d684a020bb69df2692438e8a68ff0d41\">Er schnaubte auf. \u201eSchwarzm\u00e4nteln soll man nicht trauen! Hat meine Gro\u00dfmutter schon immer gesagt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"befe36a1449512441ee87859e11a9195\">D\u00fdamir\u00e9e seufzte. \u201eDu hast ganz sch\u00f6n Angst vor der alten Frau, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d454eebfce83958b466260439e69dc91\">\u201eVor Sileda\u00fa? Auch was. Mir hat sie nichts getan.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"14668259d437cccfdf8b29ee54f7ea90\">\u201eAber sie ist gemein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6a382f3fce7fa4da0f483b7ea9775fcf\">Er zuckte die Achseln. \u201eNa ja, hab freundlichere Gro\u00dfm\u00fctter getroffen. Solange ich alles ordentlich mache, ist sie zufrieden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7b41f5bd4323812d91eaab27390a09da\">D\u00fdamir\u00e9e verstand genau, was er damit <em>nicht<\/em> aussprach. Sie ordentlich zu bewachen, um der Alten keinen Anlass zu Unmut zu geben, stand f\u00fcr den Mann sicherlich au\u00dfer Frage. Aber sie hatte ihn in ein Gespr\u00e4ch verwickelt. Und, so falsch es ihr vorkam, vielleicht war es gerade seine Angst, die sie ausnutzen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"fc63605978ecc4451a16f85087e72c79\">\u201eVielleicht hast du Recht, dass du so gut achtgibst. Wenn Schattens\u00e4nger so gef\u00e4hrlich sind, dann ist das schon sicherer, wenn ich hier im K\u00e4fig sitze.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5b8474f7936396625f80e1336232154\">\u201eWenn du nicht durch das Gitter hindurch einen b\u00f6sen Zauber wirken kannst, wird sich Sileda\u00fa etwas dabei gedacht haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d1ce5324c3e50415df6a2045de84b99d\">\u201eGold h\u00e4lt Schattens\u00e4ngermagie gefangen. Das hat mein Papa mir erkl\u00e4rt. Deshalb gibt es da, wo ich herkomme, nicht mal eine Goldm\u00fcnze, der vom Himmel gefallen w\u00e4re.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8498d7537ee21fad98dffd0cd80cc163\">Der Stallmeister runzelte die Stirn. \u201eGold? Vom Himmel gefallen? Bl\u00f6dsinn.&#8221; Er wandte sich br\u00fcsk ab. \u201eIch hab zu tun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ab9b1641c0ea2442b6b660bef9edadd\">\u201eWas machst du denn?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"843a27355722fabaf7649852093c4292\">\u201eIch verteil Futter. Die werden hungrig sein, wenn sie zur\u00fcckkommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b046b39307e9ca26a475106a02680f7\">\u201eIch hab auch Hunger&#8221;, behauptete D\u00fdamir\u00e9e. \u201eGibst du mir was?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"94bc5ea96a1323217e38950129b83afe\">\u201eIch wei\u00df nicht, ob &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"964a27bad6ee1699df245f9f1aaf3afa\">\u201eAch, da hat die alte Frau sicher nichts gegen. B\u00f6se Hexen wollen immer, dass Kinder viel essen. Damit sie nachher besser schmecken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ce5ca98f2f163706ff7693c4be5fa16b\">Der Mensch bedachte sie mit einem ausgesprochen befremdeten Blick. Dann entfernte er sich jedoch und kam mit etwas zur\u00fcck, das dem Fr\u00fcchtekuchen \u00e4hnelte, den C\u00fdel\u00fa mit ihr geteilt hatte. Nur, dass der in seiner Hand schon etwas altbacken war.<\/p>\n<p data-p-id=\"7f1d61ebdc843666fc860b5eded7a0a7\">\u201eHier. Nimm das. Der Junge versucht immer wieder, das dem Einhorn in den Trog zu schmuggeln, der Lausebengel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4823c0d3a284316554334756750e5929\">D\u00fdamir\u00e9e bedankte sich artig, und er entfernte sich erneut und blieb eine Weile verschwunden. Das Kind betrachtete nachdenklich das Einhorn, das sich niederlegte und den Hals lang im Stroh ausstreckte. Seine gelben Augen mit den senkrechten Pupillen hatte Farbenspiel schl\u00e4frig halb geschlossen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3d2447c8c59529911148e9c37a78beab\">\u201eArmes Tier&#8221;, sagte D\u00fdamir\u00e9e mitleidig. \u201eDu sitzt auch hinter Gittern fest.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e444244d959a6c793cd8ef706d979918\">Farbenspiel hob den Kopf und stellte die Ohren auf. D\u00fdamir\u00e9e neigte sich vor. Konnte dieses Wesen sie verstehen?<\/p>\n<p data-p-id=\"99c51a2ff3a1c8c48765c1b5c48ec16b\">Nein, das war Unfug. Die Mutter hatte D\u00fdamir\u00e9e oft M\u00e4rchen erz\u00e4hlt, in denen Menschen und Tiere sich in derselben Sprache unterhalten konnten. D\u00fdamir\u00e9e hatte das eine Weile w\u00f6rtlich genommen und war entt\u00e4uscht \u00fcber die sehr einseitigen Gespr\u00e4che gewesen, die sie mit den Windninchen, Waldv\u00f6geln und Fischen im See gef\u00fchrt hatte. Da war sie noch ein sehr kleines M\u00e4dchen gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f19355384d442b5cdabac4426f04affb\"><em>Warum wollen sich die Tiere nicht mit mir unterhalten?,<\/em> hatte sie sich beim Vater beklagt.<\/p>\n<p data-p-id=\"f11fafbc687fa142ba1083293f9205b0\"><em>Weil sie deine Sprache nicht sprechen,<\/em> hatte er belustigt geantwortet, denn er wusste, woher seine Tochter die Idee hatte. Und als er gesehen hatte, wie entt\u00e4uscht sie dar\u00fcber war, hatte er hinzugef\u00fcgt, sie solle trotzdem nie aufh\u00f6ren, sich mit den Tieren zu unterhalten. <em>Sie verstehen nicht deine Worte, <\/em>hatte er gesagt.<em> Aber sie sp\u00fcren, wie du es meinst. Sie h\u00f6ren mit dem Herzen. Und kein Tier hat ein schmutziges Herz.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"6fcd01d325a3a5645e27c2ecf642fb09\">D\u00fdamir\u00e9e hatte sich das ihrerseits zu Herzen genommen und ihre Monologe den Tieren gegen\u00fcber einfach fortgef\u00fchrt. Und die Mutter hatte dar\u00fcber gestaunt, wie aufmerksam die bepelzte, gefiederte und schuppige Zuh\u00f6rerschaft schien.<\/p>\n<p data-p-id=\"1e11d49eca4124b78a1fc7025e78b6d1\">Mit den Einh\u00f6rnern war es anders. Vielleicht waren sie die letzten wahrhaft magischen Kreaturen, die Patagh\u00edu auf das Weltenspielbrett gesetzt hatte. Das hatte D\u00fdamir\u00e9e bereits bei Perlenglanz gesp\u00fcrt, und je l\u00e4nger sie nun Farbenspiel betrachtete, desto vertrauter f\u00fchlte sie sich mit dem Tier. Farbenspiel blinzelte sie mit langen Wimpern an. Der junge Hengst w\u00e4re sicher gerne mit den anderen Einh\u00f6rnern mitgeflogen. D\u00fdamir\u00e9e streckte ihm durch das K\u00e4figgitter den Arm entgegen, soweit sie konnte, reichte damit aber kaum aus der Nische heraus. Aber Farbenspiel hob den Kopf und streckte seine Schnauze in dieselbe Richtung. D\u00fdamir\u00e9e l\u00e4chelte. Ja. Das Tier w\u00fcrde ihr helfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"099ad255da0c01d5031147f4f8faaabc\">Im vorderen Bereich des Stalls schienen noch einige andere Einh\u00f6rner zur\u00fcckgeblieben zu sein. Daraus schloss D\u00fdamir\u00e9e, dass nicht alle<em> arcavala&#8217;ay<\/em> ausgeritten waren. Der Unkundige hielt sich einige Zeit dort auf und kam schlie\u00dflich mit einem schweren Eimer Wasser herbei. Er bem\u00fchte sich, das Kind zu ignorieren, schloss die Gittert\u00fcr zu Farbenspiels Verschlag auf und wuchtete den Eimer hinein. Farbenspiel erhob sich, um zu trinken. D\u00fdamir\u00e9e beobachtete das ganz genau und hatte einen Einfall.<\/p>\n<p data-p-id=\"70393ae32372b209df1ba3deb80653e9\">\u201eIch hab gesehen, wie der Gro\u00dfmeister gezaubert hat&#8221;, sagte sie.<\/p>\n<p data-p-id=\"303b5c5eb93810fd5c721f7010ae2c1a\">\u201eSo?&#8221;, fragte der Mann unwillig und schob die T\u00fcr wieder zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"cb30f9df8839a8c2f0416c173a10990d\">\u201eJa! Ich hab genau zugeschaut, wie er das gemacht hat. Ich glaube, Regenbogenritterzauber wirkt trotz Gold.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cd97d76ea0df9cef1abc88e16db5173b\">Der Mann schaute \u00fcber die Schulter, \u201eWas &#8230; was hat der Meister denn gezaubert?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"44a71c18b1e65845af6a72564030fdf5\">\u201e<em>Feuer<\/em>!&#8221;, jubelte D\u00fdamir\u00e9e mit gro\u00dfer Geste. \u201eGanz viel Feuer! <em>Alles hat gebrannt<\/em>! Das ganze trockene Gras, und &#8230; und ich glaube, ich kann das auch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"76fdd864521ac4ed0d5d14323a786563\">Der Stallmeister schrak zur\u00fcck und packte eine nahebei stehende Mistgabel instinktiv wie eine Waffe.<\/p>\n<p data-p-id=\"8edda372ff739717d681cc7caf53fa46\">\u201eVielleicht probiere ich das aus&#8221;, sagte D\u00fdamir\u00e9e. \u201eMir ist langweilig.&#8221; Sie strahlte den Stallmeister unschuldig an und begann mit wichtiger Miene, jene Gesten nachzuahmen, mit denen die Mutter so ungeschickt den Schutzzauber zu weben versucht hatte. Sie hoffte, das s\u00e4he beeindruckend aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"ccfeabc9244b57670164b29e7fdeab14\">Der Unkundige sah das tats\u00e4chlich mit Entsetzen. \u201eNein! Das &#8230; mach das nicht, M\u00e4dchen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5024ac869eebc06ae5473c34296de4b7\">\u201eWarum denn nicht? Der Gro\u00dfmeister macht das jeden Tag.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c035fe4362b572d7f845743165fc9ba0\">\u201eAber nicht in einem Stall voller Heu und Stroh! Es reicht doch wohl, wenn gestern schon der Garten von <em>sinor<\/em> \u00daldaise abgebrannt ist.&#8221; Er runzelte die Stirn und fragte: \u201eWarst du das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f48f810a98593964a9c03b35394c2d47\">D\u00fdamir\u00e9e zwang sich zu einem <em>undurchschaubaren<\/em>, unschuldigen L\u00e4cheln. Ihr Herz indes krampfte sich in ihrer Brust beisammen beim Gedanken daran, dass ein Garten verbrennen konnte. So etwas durfte nicht passieren!<\/p>\n<p data-p-id=\"08d24eb095deb085db5cc1b2a4b48cb0\">Dem Stallmeister wurde es sichtlich unheimlich. Er warf dem Kind einen verst\u00f6rten Blick zu und beeilte sich, wieder au\u00dfer Sicht zu kommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e8e28112c84a3b29d6a4af169272e3a6\">D\u00fdamir\u00e9e streckte sich aus, soweit es ging. Wenn sie Gl\u00fcck hatte, musste sie nur noch etwas Geduld haben. Vor allem aber galt es, jetzt Ruhe zu bewahren. Auf keinen Fall durfte sie den Menschen ohne Not noch einmal in die N\u00e4he locken.<\/p>\n<p data-p-id=\"8338af007cddf37094ce1e45cc12878e\">Sie nickte Farbenspiel zu. <em>Geduld<\/em>, dachte sie in seine Richtung.<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"c052ca97c128fe05f73690d8eead9c10\">Der <em>mestar<\/em> traute seinen Augen nicht, als L\u00e1as und J\u00e1ndris aus eigenem Antrieb im Schulzimmer auftauchten. Nachdem man ihm kurz zuvor mitgeteilt hatte, dass die Kinder heute keinen Unterricht erhalten sollten, hatte der gelehrte Mann sich eigentlich auf einen geruhsamen Tag gefreut, ganz allein mit seiner Lekt\u00fcre. Vor wie Monden schon hatte er die <em>speziellen<\/em> B\u00fccher erhalten, die ein alter Freund ihm aus dem fernen For\u00e9tern schicken lie\u00df, und bislang hatte er nicht die Zeit gefunden, in Ruhe hineinzuschauen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3b528bd3c22188e8ddd6ca6594fada55\">Und nun standen die beiden Jungen etwas verlegen vor ihm und wussten offenbar nicht, wie sie ihre Anwesenheit glaubhaft begr\u00fcnden sollten. Gerade das interessierte ihn aber sehr.<\/p>\n<p data-p-id=\"490f5d75fe99b700ed7e5df33ee718dd\">\u201eWas wollt ihr hier?&#8221;, fragte der <em>mestar<\/em> befremdet.<\/p>\n<p data-p-id=\"41136f20b3d57c3d59a43d7ccd229109\">\u201eL\u00e1as sucht ein Pl\u00e4tzchen zum Schlafen&#8221;, scherzte J\u00e1ndris schlapp. \u201eIch meinerseits habe mich gefragt, ob Ihr wohl etwas Lekt\u00fcre \u00fcber die Schwarzm\u00e4ntel habt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b6a6ed47bbc5fb5a457e31ef8c8fdd3\">\u201e\u00dcber <em>wen<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"24c2b315bffae06f1742c5fb2e679371\">\u201e\u00dcber die Schattens\u00e4nger. Wisst Ihr nicht, dass gestern einer hier Gast der <em>teiranday<\/em> war?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea9cbab494852c550edd13c186abdbfa\">\u201eIch h\u00f6rte davon, wusste aber nicht, was von diesem Unfug zu halten ist. Schattens\u00e4nger &#8230; bei den M\u00e4chten! Schon als ich ein junger Bursche in eurem Alter war, sind sie kaum noch in Erscheinung getreten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fef4cc2516fa7e9c1693f2279c23df09\">\u201eM\u00f6glicherweise&#8221;, sagte L\u00e1as und verbarg halbherzig ein G\u00e4hnen hinter dem Handr\u00fccken, \u201eweil es nur noch so wenige von ihnen gibt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"22fb4e89a18669b2a8ededd956525d82\">\u201eHabt ihr zwei den Magier den zu Gesicht bekommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0c617baac71ce89b5b5e54248b61dc50\">\u201eNein. Er scheint sich nur Auserw\u00e4hlten gezeigt zu haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dff6f36a070991603a3ec3ceda3e471d\">\u201eAuserw\u00e4hlten. Und T\u00edjnje.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c9b08986f0415b0ddfb1ccfb2c9ddff\">\u201eUnverantwortlich&#8221;, sagte der <em>mestar<\/em> kopfsch\u00fcttelnd.<\/p>\n<p data-p-id=\"5643ae9da46e7039e673531892784a8b\">\u201eWieso gibt es nur noch so wenige Schattens\u00e4nger, <em>mestar<\/em>?&#8221;, fragte J\u00e1ndris und lie\u00df sich an seinem Pult nieder. \u201eWisst Ihr etwas dar\u00fcber?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"09c99835258b3f2b849c08d11cd1be78\">Der Gelehrte wiegte das Haupt. Dass die Jungen mit solchen Fragen kamen, nachdem das Ger\u00fccht vom Magier in der Burg die Runde gemacht hatte, war verst\u00e4ndlich. Aber was sollte er ihnen gro\u00df erz\u00e4hlen? Die Schwarzgewandeten, Nokt\u00e1mas Diener, die einst zahlreich im Weltenspiel herumgewandert waren und allerhand Unheil und Unruhe gebracht hatten, waren schon in seiner Jugend kaum noch mehr gewesen als ein Relikt aus alten Zeiten, eine Kuriosit\u00e4t. Ganz \u00e4hnlich wie die Rotgewandeten, die angeblich die Menschen hinter die Tr\u00e4ume geleitet hatten, und wahrscheinlich doch nie mehr gewesen waren als eine entfesselte M\u00f6rderbande, die sich als Krieger und <em>f\u00fdntaray<\/em> verdingt hatten. Dagegen waren die Regenbogenritter in Aur\u00f3p\u00e9a schon etwas ganz anderes. Die existierten tats\u00e4chlich noch.<\/p>\n<p data-p-id=\"0d4f59b9c788ab7a946cb02bd7cae748\">\u201eEs hei\u00dft, dass die Magier sich in den Magischen und schlie\u00dflich in den Chaoskriegen bis an den Rand ihrer eigenen Ausrottung gebracht haben. Gerade in den Chaoskriegen scheinen unm\u00e4\u00dfig viele von ihnen gefallen zu sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9b231b1d700cc70c2014a40babe6e978\">\u201eSind denn keine nachgewachsen?&#8221;, g\u00e4hnte nun auch J\u00e1ndris. Die beiden Jungen schienen v\u00f6llig \u00fcberm\u00fcdet zu sein. Was mochten sie in der Nacht nur getrieben haben? Der <em>mestar<\/em> runzelte die Stirn. W\u00e4ren die beiden zwei oder drei Sommer \u00e4lter, h\u00e4tte er sich nicht gewundert, wenn sie irgendwelchem frivolen Jungm\u00e4nner-Unfug gefr\u00f6nt h\u00e4tten. Aber das w\u00e4re den V\u00e4tern sicher nicht entgangen und h\u00e4tte mit Sicherheit auch keine Belohnung in Form von Freizeit mit sich gebracht.<\/p>\n<p data-p-id=\"37875136977b94c4b6d4161d9e9cbf4b\">\u201eEinige <em>forscoray<\/em> aus Pian\u00e1rdent&#8221;, sagte der <em>mestar<\/em> und suchte im Regal nach dem passenden Buch, \u201esind der Ansicht, dass die M\u00e4chte planvoll die Anzahl der Magier im Weltenspiel reduzieren wollten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ad11a647ad67ef5ec989bd675d5b65e9\">\u201eWahrscheinlich wie beim Steinespiel&#8221;, murmelte L\u00e1as schl\u00e4frig. \u201eWenn man zu viele Steine hat, ist alles blockiert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c51de4f6f81d0eb766d240aacf659464\">\u201eDamit hast du ja Erfahrung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e69a0190246f94d8e4d0f34dc0adcbbc\">\u201eWas der <em>yarlandor<\/em> da sagt, ist gar nicht so weit hergeholt&#8221;, sagte der <em>mestar<\/em> und legte das Buch vor J\u00e1ndris auf den Tisch. \u201eEiner nicht bewiesenen, aber weitgehend akzeptierten Meinung nach f\u00fchrte das Ausscheiden von Magiern aller Seiten aus dem Weltenspiel dazu, dass die verbliebenen zwar weniger zahlreich, allerdings umso m\u00e4chtiger wurden. Aber das ist eine Frage, die kaum noch Gewicht hat. Eben weil die Magier mit den wichtigen Dingen nichts mehr zu schaffen haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f97ad690b6422dd63c8ff2aec9e36e1\">\u201eWas sind denn wichtige Dinge?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6bd80410fbecc757dbc090c73fa153ef\">\u201eDie Zukunft, Altabete. Allianzen. B\u00fcndnisse. Stabile Verh\u00e4ltnisse, die Frieden und Wohlstand sichern. Dinge, f\u00fcr die ich mich hier Tag um Tag abm\u00fche, sie in Eure Aufmerksamkeit zu bringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f6c1de691f8f5ef7bb9dcfe77fc80f73\">J\u00e1ndris bl\u00e4tterte mit m\u00e4\u00dfigem Interesse in dem Buch. \u201eKann man so einen Schwarzmantel eigentlich besiegen? Als nicht magischer Mensch, meine ich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f9047209d331f4cce2afb7aad9546ea6\">Der <em>mestar<\/em> zuckte zusammen. Wie kamen die Kinder auf eine solche Frage? \u201eNat\u00fcrlich nicht! Wieso wollt ihr das wissen? Hat &#8230; hat der Gast der <em>teiranda<\/em> etwa eine Drohung ausgesprochen? Was wisst ihr dar\u00fcber?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b5c7108153d7d569bffd1f88657797b2\">J\u00e1ndris Altabete schaute verwirrt von den Seiten auf. \u201eWas? Oh &#8230; nein, nein. Der war v\u00f6llig friedlich, soweit ich wei\u00df. Ich dachte nur &#8230; also, wenn im Chaoskrieg ein Schwarzmantel mit einer Drohung vor meiner Burg aufgetaucht w\u00e4re, und ich m\u00fcsste meine Schutzbefohlenen verteidigen \u2013 mit was f\u00fcr einer Waffe m\u00fcsste ich mich ausr\u00fcsten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96fe3dac064ba1ecff269d0cfea03df4\">Der <em>mestar<\/em> warf dem jungen <em>yarlandor<\/em> einen misstrauischen Blick zu. Beruhigt war er immer noch nicht. Dieses pl\u00f6tzliche Interesse musste doch eine Bedeutung haben.<\/p>\n<p data-p-id=\"c323176363bc562019272cfee22f4329\">\u201eJunger Herr&#8221;, sagte er, \u201ein dem Moment, indem du eine Waffe gegen einen Schwarzmantel erhebst, h\u00e4tte sein Blick dir schon die Seele ausgebrannt. Sie sind unbesiegbar. Zumindest was menschliche Waffenkunst angeht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b1a6a5052abad2dc36ef6413350e0f0\">\u201eDas ist unfair. Nokt\u00e1ma muss den Menschen etwas gegeben haben, das sie zur Verteidigung einsetzen k\u00f6nnen. Sonst w\u00e4re doch das ganze Weltenspiel vergebens, sobald ein Magier auftaucht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"92578001d6b555d1cc8ed4bd4006c97d\">Der Gelehrte z\u00f6gerte. Dann nickte er. \u201eDu hast recht, Altabete. Es gibt keine Waffe, aber es gibt einen Schild. Einen, den Patagh\u00edu uns gegeben hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0206e519d270ddd42713ebbb4584ab7e\">\u201eUnd?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66c5609f5b69fcdd544d786962a59205\">Der <em>mestar<\/em> z\u00f6gerte. Sollte er den beiden noch so unschuldigen Jungen, die sich offenbar noch mit dem Steinespiel vergn\u00fcgten, einen Rat f\u00fcrs Leben geben? Nur f\u00fcr den Notfall?<\/p>\n<p data-p-id=\"198f1f8f8a0e8e73b93e36eb123e6dae\">\u201eEs hei\u00dft&#8221;, sagte er verschw\u00f6rerisch, \u201edie Schwarzm\u00e4ntelinnen seien noch viel t\u00fcckischer als die M\u00e4nner. Ihre pure Gegenwart, so hat man erz\u00e4hlt, st\u00fcrzt jeden ehrbaren Mann auf der Stelle in Wollust und Verderben. So sch\u00f6n und bet\u00f6rend sollen sie sein, aber gef\u00e4hrlicher als Feuer und Eis am gleichen Ort.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c5aa20076e6694d092df5f704f52f657\">L\u00e1as, der zwischenzeitlich halb einged\u00f6st war, hob den Kopf und merkte auf. Auch J\u00e1ndris hing pl\u00f6tzlich an den Lippen des <em>mestar<\/em>, wie der es in all der Zeit nie erlebt hatte. Offenbar hatte er endlich ein Mittel gefunden, die Aufmerksamkeit der Jungen zu fesseln.<\/p>\n<p data-p-id=\"8b6dd40a5d28b544a0144e7f407c0428\">\u201eUnd &#8230; wenn mir nun eine <em>f\u00e1njula <\/em>der Schwarzm\u00e4ntel an die Ehre wollte&#8221;, fragte J\u00e1ndris interessiert, und klappte das Buch zu, \u201ewas kann ich unternehmen, um ihren unheilvollen Zauber zu brechen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"675518b6d64769b1de62a62cca0646d4\">Der <em>mestar<\/em> l\u00e4chelte. Das war der sieghafteste Tag seines Lebens.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2568","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2568"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2568\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3817,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2568\/revisions\/3817"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}