{"id":2567,"date":"2025-08-25T12:59:30","date_gmt":"2025-08-25T10:59:30","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2567"},"modified":"2025-09-01T09:25:07","modified_gmt":"2025-09-01T07:25:07","slug":"078-misstraulich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/078-misstraulich\/","title":{"rendered":"078: Misstraulich"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"a8f3cf957b742f67eec45c0a92d13eec\">Sah\u00e1al\u00edr und die <em>sinora<\/em> hatten sich in die Halle des <em>konsej<\/em> zur\u00fcckgezogen und warteten. Dort war es still genug, um nachzudenken. Die Sonne durchflutete den runden, hellen Raum, und die Stra\u00dfenger\u00e4usche, die hier auf dem H\u00fcgel ohnehin nicht allzu laut waren, drangen angenehm ged\u00e4mpft heran.<\/p>\n<p data-p-id=\"09264b547975b36955f35b3eb24cf8e6\">Sah\u00e1al\u00edr betrachtete seine Spielfiguren liebevoll. Der kristallene Magier, den ihm nachts zuvor \u00daldaise zur\u00fcckgegeben hatte, war nun wieder mit den \u00fcbrigen Figuren vereint. Wann immer er nun Lust darauf hatte, w\u00fcrde er wieder eine Partie spielen k\u00f6nnen, so wie damals, in Iva\u00e1l. Obwohl &#8230; wer war denn noch da, um mit ihm lange N\u00e4chte um das Brett herum zu sitzen, bei geistreichen Gespr\u00e4chen und in angenehmer Atmosph\u00e4re? Der <em>sinor<\/em> schaute zu der Dame hin\u00fcber. Ob er sie noch einmal dazu einladen sollte? Ganz f\u00f6rmlich, wie es sich geh\u00f6rte? Sobald sie dieses R\u00e4tsel gel\u00f6st hatten und wieder Zeit daf\u00fcr hatten &#8230; sp\u00e4ter?<\/p>\n<p data-p-id=\"78cf8019a1df4c9753be96ea1b73e916\">Sie sa\u00df anmutig auf ihrem angestammten Platz und hatte den Blick an die Kuppeldecke des Saales gerichtet. Diese war mit einem verschlungenen Muster aus geometrischen Formen geschm\u00fcckt, sehr kunstvoll, aber auch abstrakt. In der Halle, das hatten die Alten damals beschlossen, sollte es nichts Bildliches, nichts der Verg\u00e4nglichkeit Verhaftetes geben. Im Palast des <em>konsej<\/em> beriet man au\u00dferhalb der Zeit, der Mode, der Meinungen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c2414cf5de8c3a90dbbdd353fd7fe9bb\">Er \u00fcberlegte, was er sagen konnte, um die Stille w\u00e4hrend ihres Wartens zu brechen, hatte schon fast eine Anekdote aus einer weit zur\u00fcckliegenden Zeit auf den Lippen, als der W\u00e4chter in die Halle zur\u00fcckkehrte, den sie zuvor mit dem Gold aus dem Brunnen losgeschickt hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"6310dd61f48ef92b5a91ee6f893c6d19\">Die <em>sinora<\/em> wollte sich rasch erheben, so ungeduldig hatte sie gewartet, aber ihre Gelenke schienen es zu vereiteln. Sie verzog anmutig ihr Gesicht vor Schmerz und blieb sitzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9d84e709c7af5dfcc4993d0eea5deeb9\">\u201eSprich&#8221;, forderte Sah\u00e1al\u00edr ihn auf. \u201eHast du etwas herausbekommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ab9eb7755c9344070a900f63b5c964dd\">\u201eJa, Herr.&#8221; Der Mann reichte dem <em>sinor<\/em> eine Karte aus Papier. \u201eVorgestern am Mittag hat es einer im Auftrag von \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9 sich ausgeben lassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e60cb98c0fcd7ad599201c3a2632943\">Der <em>sinor<\/em> studierte die Karte mit seinem Lesestein, aber au\u00dfer einer dahingeschmierten Unterschrift und dem akkuraten Eintrag eines <em>maedlors<\/em>, der die entliehenen Gegenst\u00e4nde als das dokumentierte, als was sie sie erkannt hatten, war dem Formular nichts weiter zu entnehmen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d193ffd0004b4ede6bff6409ea3f3390\">\u201eHat sich niemand dar\u00fcber gewundert, dass \u00daldaise sich solche Folterwerkzeuge hat geben lassen?&#8221;, fragte Sah\u00e1al\u00edr.<\/p>\n<p data-p-id=\"1228bf0984974ea7a97c7d4d2f780146\">\u201eWahrscheinlich haben sich alle gefragt, was er damit vorhat. Aber bestimmt hat niemand sich Neugierde erlaubt. Immerhin war es eine Anweisung des <em>sinor<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bc67519c63402ea8d506911f72e0d597\">\u201eDes <em>sinor<\/em>, der f\u00fcr die Organisation des Rechtes und Gesetzes zust\u00e4ndig ist&#8221;, sagte die <em>sinora<\/em>. \u201eVielleicht nehmen die <em>maedloray<\/em> an, es gebe eine <em>inoffizielle <\/em>Wahrheitsfindung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6cdc16bb06d21b67a227aa95a582afc7\">\u201eEs missf\u00e4llt mir, das man sich so etwas denken k\u00f6nnte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ced94dcd2c30f4a6b66221805427cad3\">\u201eEs liegt nahe, seitdem es nicht mehr unter aller Augen geschieht.&#8221;, sagte die Dame seufzend.<\/p>\n<p data-p-id=\"65b44d16e863de322c3d8b4dc75775c7\">Der W\u00e4chter wartete, ob man wohl noch eine Anweisung f\u00fcr ihn hatte. Der <em>sinor<\/em> schaute nachdenklich auf die Karte und die sch\u00f6nen Kristallfiguren.<\/p>\n<p data-p-id=\"091afd36abde8bb7a27726fbff3fba6b\">\u201eAngenommen&#8221;, sagte die Dame, \u201e\u00daldaise hat sich die Fesseln und den Knebel tats\u00e4chlich geben lassen, um den <em>b\u00e1chorkor<\/em> zum Schweigen zu bringen, um ihm den Diebstahl der Figuren in die Schuhe zu schieben &#8230; wieso dann bereits vorgestern Mittag?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4b0569c6d496eae4366eb66cb0443ba5\">\u201e\u00daldaise wusste, dass der <em>b\u00e1chorkor<\/em> am Abend in meiner Villa sein w\u00fcrde. Er war dabei, als der junge Mann mich um eine Anstellung bat. Vielleicht hat er es als eine perfekte Gelegenheit gesehen, Verwirrung zu stiften.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0d9ec6c62b4294b407ad1212f4cb6be1\">Sie sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNein. Es erscheint mir unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viel Aufwand zu sein.&#8221; Sie wandte sich an den Stadtw\u00e4chter. \u201eWas meinst du dazu?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f5cb46afa2835c0f42a4fcde333c059b\">\u201eAus dem, was ich verstanden habe&#8221;, sagte der W\u00e4chter, \u00fcberrascht dar\u00fcber, dass man ihn um eine Meinung bat, \u201eh\u00e4tte man es viel einfacher machen k\u00f6nnen. Der ehrenwerte <em>sinor<\/em> scheint bereits vor zwei Tagen gewusst zu haben, dass es einen Gefangenen zu machen gilt. Ich habe mich gefragt &#8230;&#8221; Er z\u00f6gerte und erkundigte sich dann: \u201eDarf ich eine unstatthafte \u00dcberlegung aussprechen, Herr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"63bab9bc11e95ee2ae8d8480f1389924\">\u201eSicher. Wir sind unter uns, und der, \u00fcber den wir reden, wird es nicht erfahren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aabc6af16307055caec9da3854d93e62\">\u201eHerr &#8230; welchen nachvollziehbaren Grund h\u00e4tte ein reicher Herr wie der <em>sinor<\/em> \u00daldaise, ein Brettspiel zu stehlen? Jederzeit k\u00f6nnte er sich eines kaufen. Und &#8230; es scheint mir nicht recht zu den \u00fcbrigen Dingen im Brunnen zu passen. All die seltsamen B\u00fccher, das Silber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d68b5600453a0eb81f0cf4030295e43\">\u201eEs ging \u00daldaise nicht um das Spiel&#8221;, sagte die Dame. \u201eEr wollte den <em>b\u00e1chorkor<\/em>. Und offenbar wollte er ihn stumm, aber lebendig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"441dd633ccda5fd252e21283668d4d77\">\u201eUnd doch muss der junge Mann ihm irgendwie entkommen sein, bevor er ihm am Ende doch wieder in die H\u00e4nde gefallen ist. Aber wie?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c961dd762a8ef4d83f6c0e1826de38a\">Die beiden alten Leute wandten sich wieder fragend an den W\u00e4chter.<\/p>\n<p data-p-id=\"425c08a2c8b806312d8d6ea5c7278d78\">\u201eSoll ich noch etwas herausfinden?&#8221;, fragte der Mann begierig, der schon lange keine so interessanten Auftr\u00e4ge mehr ausgef\u00fchrt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"91b32f9add84bdb86ffdbf8da04b8175\">\u201eJa. Such dir ein paar vertrauensw\u00fcrdige M\u00e4nner zusammen. Ich will, dass noch einmal jemand in den Brunnen steigt, diesmal mit viel mehr Licht. Findet heraus, ob es da unten m\u00f6glicherweise einen Geheimgang gibt, von dem wir wissen sollten.&#8221; Sah\u00e1al\u00edr l\u00e4chelte verlegen zu der Dame hin\u00fcber. \u201eSchlie\u00dflich kann der <em>b\u00e1chorkor<\/em> sich nicht einfach wegzaubert haben, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e68ebfa851ef0b906c2974daa970a73\">Der W\u00e4chter verneigte sich. \u201eIch werde mich damit beeilen&#8221;, versprach er.<\/p>\n<p data-p-id=\"69849ba3ec5362d74e087a8b8cd73746\">\u201eH\u00f6r zu&#8221;, sagte die <em>sinora<\/em>. \u201eDas alles muss so geheim wie m\u00f6glich sein. Niemand darf bis auf weiteres dar\u00fcber reden. Sag ihnen erst im Brunnen, was zu tun ist und sorg daf\u00fcr, dass niemand danach davon berichtet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05a6af7d85813b2ab37cb69082489602\">\u201eEdle Dame&#8221;, gab der Mann zu bedenken, \u201eGeheimnisse entweichen in Aur\u00f3p\u00e9a wie Wasser durch ein Sieb. Ihr verlangt Unm\u00f6gliches.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e0b3b9ad26cf6179903c78390e93d81\">\u201eEs reicht, wenn das Sieb bis zum Abend h\u00e4lt. Lass dir etwas einfallen. Halte deine Leute besch\u00e4ftigt, dass sie nicht vor der Zeit mit Dritten plaudern. Und \u2013 kein Wort zu \u00daldaise.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f2aa81aa5d4407c2e05c2293f72f5abd\">\u201eHerr \u2013 es l\u00e4ge in Eurer Befugnis, \u00daldaise unter Arrest stellen zu lassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"32ccd5b259573ad840ead56a174b2ce7\">\u201eNein. So sehr es mir, nach dem, was sich hier Hochverd\u00e4chtiges vor unseren Blicken entfaltet, wohl gefiele, ihn selbst in einer der Marktzellen zu sehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b84c641eaaacb559355d6073146f9d4\">\u201eIst das weise, Sah\u00e1al\u00edr?&#8221;, zweifelte die Dame.<\/p>\n<p data-p-id=\"09b230d3195c272a8a16494168878a09\">\u201eNat\u00fcrlich. Wozu die M\u00fche, ihn nun aufzusp\u00fcren und in Unruhe zu versetzen? Haben wir nicht ohnehin eine Verabredung mit ihm? Heute Abend? Hier? Nachdem er bei den <em>arcaval&#8217;ay<\/em> vorgesprochen hat?&#8221; Der alte Mann spielte gedankenverloren mit seinem Lesestein.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a54b78c42c3a2323e88e42472b7407e\">\u201eIch w\u00fcsste zu gern, was die Regenbogenritter mit unserem seltsamen Freund zu tun haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"4b25e8f55530b5e8873fb8731ed20411\">Die <em>arcaval&#8217;ay <\/em>standen nun wieder vor der H\u00f6hle im Freien und atmeten die immer noch nach Brand riechende Luft. Ratlosigkeit zeigte sich auf allen Gesichtern. Nichts, nicht den geringsten Hinweis darauf, dass Ovid\u00e1ol Eta\u00edmalar an diesem Ort seinen Verletzungen erlegen war, hatten sie entdeckt. Nur diese beiden Menschengerippe, die seit sehr langer Zeit dort gelegen haben mussten. Eines davon, hatten sie f\u00fcr kurze Zeit gehofft, war vielleicht das des Verfluchten gewesen, das andere wom\u00f6glich das eines Gegners, den er mit in den Tod gerissen hatte, beim erbitterten Kampf an dieser St\u00e4tte. Aber sie hatten bald gemerkt, dass diese Hoffnung trog. Die Knochen, das konnte ein Magier sp\u00fcren, hatten altes Fleisch getragen, eines davon sogar das einer Frau. Der Verfluchte war kein Greis gewesen, damals. Und wer sollte die beiden Toten in einem geradezu r\u00fchrenden Akt der Ehrerbietung beieinander zur Ruhe gebettet haben?<\/p>\n<p data-p-id=\"7d8f161a0417a6e79efba92d6e345dfc\">\u201eJemand&#8221;, sagte der Gelbe, \u201eder die H\u00f6hle wieder verlassen konnte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0dbab9df70e6364d07d4730899f0dcd6\">\u201eVielleicht der, der das Gold beschworen hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ee9119f79534e4a784383b8d21978b55\">\u201eOder jemand ganz anderes.&#8221; Elos\u00e1l schaute zur W\u00fcste, zu dem blauen Himmel dar\u00fcber. \u201eEs hilft nichts. Wir werden den <em>sinor<\/em> \u00daldaise fragen m\u00fcssen, ob und was er \u00fcber diese H\u00f6hle in seinem eigenen Garten wei\u00df.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"408d85e2f6258a1d9146d8b570bd5e94\">\u201eM\u00f6glicherweise gar nichts&#8221;, mutma\u00dfte der Gr\u00fcne. \u201eVor dem Feuer war hier ein ziemlicher Verhau an Geb\u00fcsch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9d7587709cd7e9cadb59cdf0e838cb80\">\u201eEs muss Aufzeichnungen \u00fcber die H\u00f6hle geben&#8221;, wandte C\u00fdel\u00fa ein. \u201eIrgendjemand muss das Abflussgitter installiert haben. Vielleicht wei\u00dft Sileda\u00fa etwas dar\u00fcber.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48498bf9b63fe4d38460fe051e8aac5a\">Der Blick der <em>faj\u00eda <\/em>verd\u00fcsterte sich. \u201eWenn m\u00f6glich, w\u00fcrde ich in dieser Sache gern auf Sileda\u00fas Unterst\u00fctzung verzichten. Sie hat sich sehr seltsam und nicht zu meinem Beifall verhalten in der letzten Zeit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47877731c61a512d5d1bef964a6ad3c6\">\u201eDu wei\u00dft, warum sie das tut. Sie ist besorgt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"497826ab81b08b28badbb8c5f77fec51\">\u201eBesorgt? Ach C\u00fdel\u00fa &#8230; was immer da f\u00fcr eine Absprache zwischen Euch ist, mir ist nicht wohl dabei. Und nun noch dieses arme Kind &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"74a5aa1f99bbcfc0f4e6e1479b40c7d8\">Er senkte schuldbewusst den Kopf. \u201eIch wei\u00df. Es ist ungl\u00fccklich gegangen. Ich &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3f81d73b690f529ea216e076a3d339bf\">\u201eEs w\u00e4re mir wohler, Liebster, wenn du das arme Ding wieder dorthin zur\u00fcck br\u00e4chtest, woher du es geholt hast, und aus welchem Grund auch immer du es getan hast.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4fc8fc3ec68cbcdf05c9d76add82f5e2\">Der Goldene schaute best\u00fcrzt in die Runde. Die Ritter nickten zustimmend.<\/p>\n<p data-p-id=\"bd61ff7a1093418c3ad0803f45df731b\">\u201eIch kann sie nicht zur\u00fcckbringen!&#8221;, sagte er erschrocken. \u201eSileda\u00fa &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e01f8b97af27d06767942f4063a9f7a4\">\u201eEs ist mir <em>egal<\/em>, was Sileda\u00fa sagt oder welche noblen Dinge sie im Sinn gehabt haben mag, als sie dich in dieser seltsamen Geheimmission losgeschickt hat, C\u00fdel\u00fa. Einer Mutter das Kind wegzunehmen ist nichts, was die M\u00e4chte guthei\u00dfen. Auch, wenn es das Kind eines Feindes w\u00e4re.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e01ee76fe0093aeef7a3c1867017cda6\">\u201eIch habe sie nicht &#8230; ich &#8230; Elos\u00e1l!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0ff253ee9c49f239b6c9d0a9d21e66e8\">Aber Elos\u00e1l wandte sich bereits ab und schritt w\u00fcrdevoll auf Sonnenstrahl zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"01b2f794d4983037729dc00fb3f6df69\">\u201eC\u00fdel\u00fa, ich habe lange genug geduldet, dass Sileda\u00fa sich in unsere Dinge einmischt. Es mag ja sein, dass ein schreckliches Unheil droht, aber ich will mich nicht l\u00e4nger auf die Visionen einer alten Unkundigen mit einer sehr verd\u00e4chtigen Faszination f\u00fcr verbotene Dinge befassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4cefe403c73c96fc7193c84eba62ae82\">Er rannte ihr nach und stellte sich ihr in den Weg, noch bevor sie ihr Reittier erreichte. Beschwichtigend streckte er ihr die H\u00e4nde entgegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"844f703677c9c077676d546487175d30\">\u201eElos\u00e1l&#8221;, fl\u00fcsterte er, \u201everstehst du denn nicht? Ihr seid in Gefahr, Advon und du, wenn &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7758679d94783174c52870e7c04361e1\">\u201eNein&#8221;, sagte sie sanft. \u201eBitte, C\u00fdel\u00fa. Ich merke doch selbst, wie unwohl dir selbst bei der ganzen Sache ist. Ich kenne dich besser als jedes andere Wesen in der Welt, sein vielen, vielen Sommern. Denkst du, mir w\u00fcrde entgehen, wie sehr es dich anficht, Sileda\u00fa etwas gelobt zu haben, was du nicht mit uns&#8230; mit <em>mir <\/em>teilen kannst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e6a5e117237528f24f75e495da8d9a76\">\u201eIch &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05fb966e645ca2566f007244b9c3d3c2\">\u201eUnd ich will nicht, dass diese alte Frau dich qu\u00e4lt. Bitte, C\u00fdel\u00fa. Bitte bleib noch bei uns, bis wir den Besitzer dieses Gartens zu Gast hatten und bring das kleine M\u00e4dchen dann wieder zu ihren Eltern. Zeig den Schattens\u00e4ngern, dass unseresgleichen keine Rache sucht und keinen Unfrieden will.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05b83cffee2cabde5f13e7ed3ad0b6bb\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5c7d8e2b022e387c1693fb5bbcc6bdd6\">\u201eUnd wenn das Unheil eintr\u00e4te, gerade weil die Schwarzgewandeten ihresgleichen befreien wollten? Wenn gerade dieser Kindsraub das w\u00e4re, das die Dinge aus Sileda\u00fas Vision in Gang br\u00e4chte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c04da966078e73a4398c1024e75a46b0\">Er schaute zu Boden. Sie seufzte, trat auf ihn zu und legte ihre Stirn an die seine. Sie musste sich dazu auf die Zehenspitzen stellen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9db74dfe0a259e6486285c80e60fb626\">\u201eIch will, dass es wieder so ist wie fr\u00fcher&#8221;, fl\u00fcsterte sie. \u201eBevor jemand unser Leben mit dieser Prophezeiung vergiftet hat. Wie damals, als wir unbeschwert waren. Erinnerst du dich, <em>h\u00fdardor<\/em>? Erinnerst du dich an damals, als du zu uns gekommen bist? Erinnerst du dich an die goldenen G\u00e4rten und die Blumen aus Licht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67bb9dd5299972fa3ee0b3543c2e5bc2\">Er z\u00f6gerte, wagte kaum, sie zu ber\u00fchren und in den Arm zu nehmen. Dann schmiegten sie sich aneinander. Die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> beobachteten das einen Augenblick lang taktvoll aus geb\u00fchrendem Abstand. Dann kam der Rote n\u00e4her und r\u00e4usperte sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"2957e5595a3b95f4f26356b4c60e68cf\">\u201eMeisterin, Meister &#8230; da Sileda\u00fa gerade hier Erw\u00e4hnung findet, h\u00e4tten wir etwas anzumerken. Wir h\u00e4tten es schon fr\u00fcher getan, aber bei all dem Durcheinander &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"37d430dd83aab90a8ea6ee2b1a7311cb\">\u201eWas gibt es?&#8221;, seufzte C\u00fdel\u00fa ungehalten, der es so lange vermisst hatte, die <em>faj\u00eda<\/em> im Arm zu halten.<\/p>\n<p data-p-id=\"56b53b2ca744c8e7f940ae47f3e417ae\">\u201eEs gibt eine Ungereimtheit. Wir glauben, dass Sileda\u00fa uns heute Nacht etwas erz\u00e4hlt hat, das sich in dieser Weise nicht zugetragen haben kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b41967827f09e8f894a026326674006\">\u201eSie hat also entweder gelogen oder nur eine halbe Wahrheit gesprochen&#8221;, setzte der Violette hinzu.<\/p>\n<p data-p-id=\"cb5abce89d237b5b4252d99ef643dd67\">Elos\u00e1l lie\u00df den Goldenen los und wandte sich den Rittern zu. Und so erfuhren sie und C\u00fdel\u00fa von Sileda\u00fas sonderbarer Bemerkung, die sie bei ihrer R\u00fcckkehr in die Burg gemacht hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5dfcdb4fdf29685fd49b0d882c841084\">\u201eEine L\u00fcge&#8221;, sagte der Gr\u00fcne, \u201eist etwas anderes als Geheimniskr\u00e4mereien.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f7ef287a0745768315ef45f999f86dfe\">\u201eDas ist wahr&#8221;, stimmte die <em>faj\u00eda<\/em> zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"c5144a72f1dccc198de21d61e55a71a0\">\u201eSie muss gewusst haben, dass es hier gebrannt und wer an dieser St\u00e4tte weilte, obwohl sie weit entfernt war.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e67c28218d46e03225d341dc9008463b\">\u201eEs war Nacht&#8221;, gab C\u00fdel\u00fa zu bedenken. \u201eFeuer ist weithin sichtbar.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46d8f4e0a2153a1c69150e54b42cc909\">\u201eM\u00f6glich. Aber nicht, zu erkennen wessen Grundst\u00fcck in Flammen stand und welche Personen im Einzelnen vor Ort waren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5a590991f2e464b349cc862a78c8b7f8\">Die <em>faj\u00eda<\/em> blickte nachdenklich hin\u00fcber zum H\u00f6hleneingang, der von hier aus zwischen den verbrannten Pflanzen deutlich zu sehen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"33fcf7850e010b344db2b3d626dc9460\">\u201eWenn Sileda\u00fa wei\u00df, was letzte Nacht hier geschehen ist&#8221;, fragte sie versonnen, \u201eob sie dann vielleicht auch wei\u00df, was hier vor langer Zeit geschah?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7cebbc8a39b9bb36ef8350cb4a6d0912\">Die Ritter und C\u00fdel\u00fa warteten. Dann gab sich Elos\u00e1l einen Ruck und packte Sonnenstrahls Z\u00fcgel. \u201eWir werden es bald wissen. Es wird sicher aufschlussreich, wenn Sileda\u00fa auf \u00daldaise trifft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"13503461b42158188457662916aaf9d4\">Merrit Althopian fror, und das, obwohl der Sand eine sonderbare W\u00e4rme abstrahlte. Einmal hatte der Vater ihn mit nach Spagor genommen, in das <em>teirandon<\/em> mit der h\u00e4sslichen, klotzigen Burg und dem pittoresken Fischerd\u00f6rfchen im Schatten ihrer Mauern. Es hatte irgendein Problem mit den Leuten in Virhav\u00e9t gegeben, f\u00fcr das der <em>teirand<\/em> jemanden brauchte, der seine Interessen vertrat. Bei den Ratssitzungen in der Stadt hatte Merrit nichts zu suchen gehabt, also hatte der Junge den Tag damit verbracht, den Strand zu erkunden und Muscheln und Schneckenh\u00e4user zu sammeln. Die Frau namens Kelwa, die den Auftrag hatte, den Jungen zu beaufsichtigen und darauf zu achten, dass er sich nicht zur Unzeit der nahenden Flut n\u00e4herte, hatte mit ihm im Sand gesessen, und ihm gezeigt, wie man mit einem kleinen Nagel L\u00f6cher in die Muschelschalen bohrte, um sie aufzuf\u00e4deln. Einen sch\u00f6nen Halsschmuck, das hatte der Junge sich damals vorgenommen, wollte er der Mutter daraus machen, aber f\u00fcr die feinen Arbeiten waren seine jungen H\u00e4nde zu ungeschickt gewesen und die Schalen brachen darin. Also hatte Kelwa ihm geholfen und ihm dabei Geschichten vom Meer und den tapferen <em>keptyenay<\/em> erz\u00e4hlt, die es bereisten, von Eis zu Eis und fast bis zum Chaos. Ein sch\u00f6ner Tag war das gewesen, einer, an dem Merrit fast gar nicht daran gedacht hatte, ein Ritter werden zu wollen (sondern f\u00fcr einige Zeit die Laufbahn eines tapferen, Piraten jagenden <em>keptyen<\/em> in Betracht gezogen hatte). Der Junge erinnerte sich an den blauen Himmel, das unabl\u00e4ssige Wellenrauschen, den erfrischenden Wind. Und an den Sand. Von der Fr\u00fchlingssonne aufgeheizt war er gewesen, eine wohlige W\u00e4rme, die sich mit der Brise die Waage hielt.<\/p>\n<p data-p-id=\"9277cf512977799d8fb298ed0182f6cc\">Das war ein Tag gewesen, an dem Merrit Sand ganz bewusst wahrgenommen und Gefallen daran gefunden hatte. Und diese sch\u00f6ne Erinnerung an den Tag am Meer, die verzerrte sich nun mit jedem Atemzug mehr hin zu etwas Be\u00e4ngstigendem. Sand erf\u00fcllte zwischenzeitlich den gesamten Boden des Zimmers und war warm wie damals der Sandstrand, mehr sogar noch als dieser und um einen winzigen Grad zu warm. Hier war keine Sonne, kein Wind, nur eine Finsternis, in der der Raum auszufasern und zu verschwinden schien. War es nicht inzwischen Tag? M\u00fcssten nicht dort, wo die Fensterl\u00e4den waren, die er Bl\u00f6dling eigenh\u00e4ndig geschlossen hatte, wenigstens winzige Reste Tageslicht durchdringen, dort wo kleine Spalte im Holz waren?<\/p>\n<p data-p-id=\"c2ac3d689548abb2481658cbe98b33cb\">Und die Ger\u00e4usche &#8230; das Regenprasseln und das Sandrieseln &#8230; und die Stimme &#8230; diese Stimme &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"5e0048ab7109538af85dca575c80681b\"><em>Du wirst hier sterben, kleiner Ritter<\/em>, knirschte sie, wie Schritte, die sich auf dem Sand n\u00e4herten. Der Junge dr\u00fcckte sich gegen das Holz der T\u00fcr, der rettenden T\u00fcr, die sich nicht \u00f6ffnen wollte, weder f\u00fcr seinen Vater, noch seine Freunde, noch f\u00fcr die <em>teirandanja<\/em>. Es war doch die <em>teirandanja<\/em>, die da auf der anderen Seite sa\u00df und zu ihm redete?<\/p>\n<p data-p-id=\"3e00d6fea97142353f1ca6fac85ad25f\">\u201eDein Vater hat eine gute Idee&#8221;, behauptete die M\u00e4dchenstimme, die ged\u00e4mpft an sein Ohr drang. \u201eUnd Osse auch! Osse ist klug! Der wird immer einen Plan haben, wenn wir einmal in Not sind, h\u00f6rst du, Merrit Althopian?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"62a4119304b8fbc14f0d995129d850d3\">Eine Frauenstimme, wahrscheinlich die <em>teiranda<\/em>, aber sie war zu weit weg von der T\u00fcr, um sie zu verstehen. Das M\u00e4dchen schwieg.<\/p>\n<p data-p-id=\"ac4a393fe2b9d01a13c657d2ca3f1cef\">\u201eBitte&#8221;, wisperte Merrit, \u201ebitte, redet mit mir &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"455607e98f5704b9eee5dd860d3b79ff\"><em>Sie k\u00f6nnen reden, bis ihnen die Zunge abf\u00e4llt, kleiner Ritter, und sie werden dich doch nicht befreien. Der Schattens\u00e4nger hat dich auf dem Gewissen, Wiegenkind. Der Schattens\u00e4nger hat dich zum Tode verurteilt und es noch nicht einmal gemerkt! Wie ein W\u00fcrmchen, das im Dunklen zertreten wird &#8230;<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"f0772906923fb620c98d9abd3a1ee5bf\">\u201eBitte, <em>teirandanja<\/em>&#8220;, fl\u00fcsterte Merrit. \u201eBitte redet mit mir! Macht, das ich diese Stimme nicht h\u00f6ren muss &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b9947a66978c2fa266e079db8b3cd8da\">\u201eMeine Mama holt die anderen&#8221;, erkl\u00e4rte das M\u00e4dchen. \u201eWir helfen alle mit, dass du da herauskommst!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"04dd5e45578e347ff11072f809b33a29\">\u201eBitte &#8230;&#8221;, schluchzte der Junge,<\/p>\n<p data-p-id=\"cb22f0240ff6bc4fa02fd9e66734d3da\">\u201eDu musst dich nicht f\u00fcrchten, Merrit Althopian! Dein Vater ist so mutig und stark! Wenn er wieder hier ist mit seinem Werkzeug, dann holt er dich ganz schnell da heraus.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e3e6b8af8ff684954105d8d670ea871\">\u201eAber die T\u00fcr!&#8221;, rief Merrit aus. \u201eDie T\u00fcr ist verzaubert! Die T\u00fcr &#8230;.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"318b0a877b5b48d27e611bfbb18ccc74\">\u201eJa, ich wei\u00df! Die T\u00fcr! Aber das Dach ist nicht verzaubert&#8221;, erkl\u00e4rte die <em>teirandanja<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"ccff68e8d542d32781a161249c200522\">Merrit schaute in das Dunkel \u00fcber ihm. Dach? Da war kein Dach mehr! Da war nur Schw\u00e4rze. Schw\u00e4rze, die Farbe verlor. Und Sand.<\/p>\n<p data-p-id=\"3514d6e8ae6653dd43031b3999251371\">\u201eJa, dein Vater holt sich eine Leiter und einen Streithammer, um die Schindeln durchzuhauen&#8221;, h\u00f6rte er die Stimme des M\u00e4dchens. \u201eEr will \u00fcber die Wand hinweg auf das Dach steigen und \u00fcber die Mauer, <em>und dann rutscht er aus und f\u00e4llt in die Tiefe und ist genauso tot wie deine Mama. Du vermisst sie doch, deine Mama? Du weinst und schreist doch immer noch nach ihr in der Nacht<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"723f816a4cfb99031ab2c628c9c3689e\">Merrit kreischte auf und wich in die Schw\u00e4rze des Zimmers zur\u00fcck. Die Stimme der <em>teirandanja<\/em> war nun auch zu der des Wesens in der Leere geworden.<\/p>\n<p data-p-id=\"fd834f250001661289e3189a4f238c4a\">\u201eMerrit? Ist alles in Ordnung?&#8221;, rief die <em>teirandanja<\/em>, erschrocken wohl \u00fcber seinen Aufschrei.<\/p>\n<p data-p-id=\"c46db6dd15a34590c01907f449662db0\">\u201eJa. Ja. Alles &#8230; alles ist gut&#8221;, behauptete er laut und zitterte am ganzen Leib.<\/p>\n<p data-p-id=\"c5b40e200b38cb3cc2b5bbfb86552d1d\">\u201eOsse und die anderen forschen nach, wie man den Zauber an der T\u00fcr brechen kann. Das dauert wahrscheinlich l\u00e4nger&#8221;, plapperte das M\u00e4dchen mit bebender Stimme. \u201eDaf\u00fcr m\u00fcssen sie B\u00fccher lesen. Aber ich bin sicher, wenn das Dach auch verzaubert ist, dann f\u00e4llt Osse etwas ein, wie man die T\u00fcr \u00f6ffnet!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"43cf1aa2138065efb492963c865d8b8a\">\u201eWarum seid Ihr hier, Majest\u00e4t?&#8221;, rief er. \u201eWarum seid Ihr nicht bei den anderen, bei den B\u00fcchern?&#8221; <em>Da ist es sicherer<\/em>, f\u00fcgte er in Gedanken hinzu. <em>Hier ist etwas, das nicht den M\u00e4chten gef\u00e4llig ist.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"10210247be10f535c360a85469e646a5\">\u201eWeil ich bei dir sein &#8230; will. Merrit Althopian, durch meine Schuld bist du da drin. Ich lasse dich nicht allein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e8c8e0a495b33da085214ddf4ac5c39\"><em>Du bist ihr widerlich<\/em>, wisperte die Stimme. <em>Du bist ihr unangenehm wie ein schleimiges Ungeziefer, wie Mist, wie Ausgespienes vor ihren Augen. Sie verachtet dich, kleiner Ritter, und du wirst es zu sp\u00fcren bekommen. Willst du nicht besser bei mir bleiben?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"168b4db1fb85140b96047ac790dd1c00\">\u201eWas habe ich ihr denn getan?&#8221;, fl\u00fcsterte der Junge. \u201eIch will doch nur &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ca6a2d8d02eda70aa75f0213a81a8ce\"><em>Du wirst sie nie bekommen, <\/em>knirschte die Stimme.<em> Niemals wirst du sie bekommen. Niemals<\/em> &#8230;..<\/p>\n<p data-p-id=\"a7519ed1d9e276c24f474990bc418ad5\">\u201eWei\u00dft du&#8221;, sagte die <em>teirandanja<\/em>, \u201eich hab mir was \u00fcberlegt. Wenn Herr Alsg\u00f6r diesen Jungen aus Rodekliv auf seine Burg holt, damit der mein <em>yarl<\/em> wird, dann k\u00f6nnten wir doch eigentlich Osse als Tausch nach Ferocriv\u00e9 schicken. Dann kann er da den Leuten auf die Nerven gehen, und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fa34230095939a848f2f6f86b64e3b25\">\u201eWoher wisst Ihr von dem Jungen aus Rodekliv?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"07446544c7c6f474fb7ecd5aa9eb9755\">\u201eWas? Wovon sprichst du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8fa5f3b0931db7b92633e1ae8e4b7fb\">\u201eWoher &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9913d3554cd352a2ec06a40c5b1f5436\"><em>Ich wei\u00df alles,<\/em> quietschte die Stimme, ohrenbet\u00e4ubend, als streife eine Lanzenspitze hart und sehr langsam an einem riesigen Metallschild herab. <em>Ich wei\u00df, was war und warum es war, und wie ich es haben will, kleiner Ritter, Wiegenkind, ekeliges St\u00fcck Auswurf auf dem Weltenspielbrett!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"dca71e047bef83f2006f2ade41fbccf7\">Merrit wimmerte und hielt sich die Ohren zu. Es stolperte r\u00fcckw\u00e4rts und stie\u00df mit dem R\u00fccken an etwas Hartes. Die Tischkante. Er hatte den Tisch erreicht!<\/p>\n<p data-p-id=\"518f34d6b4f76e83a253710e7f28d479\">Das Kind kletterte herauf wie auf deine rettende Insel, sp\u00fcrte auch dort hei\u00dfen Sand und stich ihn eilig beiseite.<\/p>\n<p data-p-id=\"791971d7744d2020ab17c2325cdbd8d1\">Und nun? Die <em>teirandanja<\/em> redete vor der T\u00fcr zu ihm, aber sie war jetzt zu weit weg, um sie zu verstehen. Und mit dem, was mit ihm in dieser faserigen, immer farbloseren Schw\u00e4rze, in dieser Blindheit, die sich durch die Dunkelheit k\u00e4mpfte, damit wollte er nicht reden.<\/p>\n<p data-p-id=\"44e2e09d46101228064d81b89e224719\">Merrit sp\u00fcrte, wie sein Herz ihm bis zum Hals klopfte. Der Junge kauerte sich auf dem Tisch zusammen und atmete sto\u00dfweise. Was immer hier mit ihm passierte, es war nicht real. Etwas, was nicht wirklich da war, konnte man nicht bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0dcea117ee14acccacfe13977e29371c\">Merrit schluchzte und legte den rostigen Streitflegel vor sich auf den Tisch. Ein erwachsener Ritter h\u00e4tte nun sein Schwert niedergelegt und sich ergeben. Das alte Ding musste reichen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9c82dc88540671abdd7b4f19337faac9\">\u201eBitte, ihr M\u00e4chte&#8221;, wisperte er hastig, wie er die Worte gelernt hatte. \u201eBitte besch\u00fctzt mich. Bitte geleitet mich durch die Tr\u00e4ume und lasst mich nicht ins Chaos irren. Nimm mich unter deinen Schild, Patagh\u00edu, verh\u00fclle mich mit deinem Schleier, Nokt\u00e1ma, nimm mich sacht vom Weltenspiel, Licht, und lasst nicht zu, dass ich zerbreche.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e298cf32ba0cabe4e718e8691a898e8b\"><em>Wie kindisch<\/em>, antwortete die Stimme.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2567","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2567","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2567"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2567\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3816,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2567\/revisions\/3816"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}