{"id":2521,"date":"2025-08-25T12:36:08","date_gmt":"2025-08-25T10:36:08","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2521"},"modified":"2025-09-01T09:16:49","modified_gmt":"2025-09-01T07:16:49","slug":"060-nachts-im-garten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/060-nachts-im-garten\/","title":{"rendered":"060: Nachts im Garten"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"5ce3d1922731f8d028b6639d7b2191b4\">Merrit Althopians Traum begann wundersch\u00f6n. Die rote Dame hielt ihn bei den H\u00e4nden und redete zu ihm, auf eine seltsame Weise, denn er verstand ihre Worte nicht. Es war wie eine uralte Sprache, die ganz ohne Klang auskam, die er direkt in seinem Herzen wahrnahm.<\/p>\n<p data-p-id=\"d6f2da8fd305ad9e0a13749e3355df92\">Doch was sie sagte, war &#8211; nein, es gab nichts, was es beschreiben k\u00f6nnte. Aber es nahm f\u00fcr eine Weile alle M\u00fcdigkeit, alle Wut und alle Last und vor allem den Schmerz von ihm. Sie nahm ihn in den Arm und lie\u00df ihn sehen, einen Blick auf etwas werfen, das sich mit dem Augen \u00fcberhaupt nicht erfassen lie\u00df. Merrit schaute und wusste nicht mehr zu erkennen als dass es &#8230; gut tat.<\/p>\n<p data-p-id=\"e76da8eaf33b2ea83938ce635f296df3\">Aber ebenso wusste er, dass sie ihn noch nicht dorthin gehen lassen w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"6e73f13bf4658f9539ab0584b030a97b\">Dann verblasste der Traum, und als der Junge erwachte, war der rote Mantel, den er als Decke benutzt hatte, ganz nass und er selbst ersch\u00f6pft und schwer, als habe er sich beim Laufen und K\u00e4mpfen verausgabt. Offenbar hatte er im Schlaf geweint wie ein Wiegenkind, bis die Tr\u00e4nen zur Neige gegangen und sein Geist reingewaschen waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"3868bd707902c266fdef072e9d1c9118\">Merrit schniefte und setzte sich auf. Der Traum, den er mehr gef\u00fchlt als erlebt hatte, begann ihm bereits zu entgleiten. Er kletterte vom Tisch herab und fragte sich, wie lange er wohl geschlafen hatte. Ob es schon hell war? Ob die beiden \u00e4lteren Jungen bei der <em>teirandanja<\/em> hatten vorsprechen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p data-p-id=\"d1da160b2376e24a9448c6651d176963\">Er tastete sich hin\u00fcber zum n\u00e4chstliegenden Fensterladen und versuchte, ihn aufzuschieben. Diesmal, so nahm er sich vor, wollte er sich nicht von der Tiefe faszinieren lassen. Aber das schwere Holz r\u00fchrte sich um keinen Fingerbreit, wie sehr er sich auch m\u00fchte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a465b436697ab62edca9479b1da81e53\">Der Junge tastete sich an der Wand und an den Regalen entlang, brachte dabei irgendetwas irdenes zu Fall, das auf den Boden aufprallte, zerbrach und einen intensiven Kr\u00e4utergeruch freigab. Doch auch der n\u00e4chste Fensterladen sa\u00df fest, als sei er Teil des Mauerwerks. Aber hier gab es einen kleinen Spalt im Holz, breit wie sein kleiner Finger. Der Junge linste hindurch, sah aber nicht viel mehr als dunkelblaue Finsternis. Es war also noch Nacht.<\/p>\n<p data-p-id=\"8b00537802b7e3f1ae1584a8e975b0c4\">Er tastete weiter, am Bett vorbei zum n\u00e4chsten Fenster, schlug sich das Knie an der kleineren Truhe an, fand auch hier die L\u00e4den unverr\u00fcckbar und entschied sich dann, eine Kerze anzuz\u00fcnden, die ihm auf einem Regal in die H\u00e4nde fiel. Ein kleines Feuerzeug f\u00fchrte der Junge zum Gl\u00fcck stets in seiner Tasche bei sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"24c711411751485acc5f8cdc32ffcb35\">Wieso waren die Fensterl\u00e4den nicht zu \u00f6ffnen? Bei der T\u00fcr konnte er sich das noch erkl\u00e4ren; J\u00e1ndris und L\u00e1as hatten sie wahrscheinlich mit irgendetwas effektiv verrammelt. Dass er mit seinem Streitflegel keinen Erfolg gehabt hatte &#8211; nun ja. Besonders hartes Holz und eine bei ehrlicher Betrachtung recht verbrauchte Dornenkugel. Aber die Fensterl\u00e4den, die er selbst noch eigenh\u00e4ndig zugemacht hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"cf7410431179ae861e02601c4275a517\">Das ging nicht mit rechten Dingen zu. Wenn etwas nicht recht war, war sicherlich etwas \u00dcbernat\u00fcrliches im Spiel. Und war nicht vorhin noch ein Magier leibhaftig in der Burg anwesend gewesen?<\/p>\n<p data-p-id=\"8cc7c16f62c8710e9619c8a4178fa683\">Merrit kam zu der Einsicht, dass er hier nun zwar ohne Ratten und gesch\u00fctzt vor Wind und K\u00e4lte sa\u00df, sich die Finsternis unten im Verlies mit der hier in dem abgeschotteten Turmzimmer aber nicht viel nahm. Mit etwas Gl\u00fcck w\u00fcrde durch Fugen im Holz ein wenig Tageslicht hereinkommen, sobald die Sonne aufgegangen war, aber das nun so verdunkelte Zimmer war ihm doch unheimlich. Und nicht nur das: Durch die Holzl\u00e4den w\u00fcrde man ihn weder rufen h\u00f6ren noch konnte er seinen urspr\u00fcnglichen Plan, etwas herab zu werfen, durchf\u00fchren. Wie wahrscheinlich war es, dass jemand am Tag den Turm hinauf blickte und sich wunderte, dass die L\u00e4den geschlossen waren? Waren sie das vielleicht sogar \u00fcblicherweise?<\/p>\n<p data-p-id=\"cf6e2ce947e2645f41214639f2a08855\">Es w\u00fcrde ihm nichts \u00fcbrig bleiben, als zu warten, bis diese beiden Vollidioten ihm die T\u00fcr \u00f6ffneten.<\/p>\n<p data-p-id=\"7349f96d7b670e04c0984ad672660616\">Der Junge beschloss, nicht die Nerven zu verlieren wie ein unm\u00fcndiges Kind. Er war Merrit Althopian, der Nachkomme einer langen Linie tapferer <em>yarlay<\/em>, die unz\u00e4hlige Abenteuer bestanden hatten, wenn man den Familienchroniken Glauben schenkte. Was w\u00fcrde der Vater tun, w\u00e4re er an seiner Stelle an diesem Ort?<\/p>\n<p data-p-id=\"4e74daeb5c27affa216a6a77c7f6af9f\">Merrit Althopian dachte kurz nach und begann, die Stube erneut zu durchsuchen, diesmal nicht nach Sch\u00e4tzen oder blutigen Dolchen, sondern nach Dingen, mit denen sich Licht machen lie\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"d98812e54b45bd6c2cf5dccecb07af59\">Manj\u00e9v war froh, sich ein M\u00e4ntelchen \u00fcbergeworfen zu haben. Es war empfindlich kalt bei Nacht zu dieser Jahreszeit. Nicht mehr lange, und die B\u00e4ume w\u00fcrden bunt und danach kahl werden und Schnee die Ebene bedecken. Eine langweilige Zeit w\u00fcrde das werden, denn es war \u00fcblich, dass w\u00e4hrend der dunkelsten und k\u00e4ltesten N\u00e4chte, wenn der Schnee das Reisen erschwerte, die <em>yarlay<\/em> bei ihren Familien auf den eigenen Burgen blieben. Sie w\u00fcrde also eine Weile auf die Gesellschaft von T\u00edjnje, L\u00e1as und J\u00e1ndris verzichten m\u00fcssen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f772bdc30255e52ee2afa29b364e0e34\">Noch hatte der Vater nicht entschieden, ob er zuvor noch einmal f\u00fcr einen oder anderthalb Monde zur\u00fcck nach Spagor reisen w\u00fcrde. Seine Anwesenheit in der Burg am Meer war nicht zwingend erforderlich, um das Tagesgesch\u00e4ft dort k\u00fcmmerten sich f\u00e4hige <em>maedloray<\/em>. Aber der Vater war doch oft der Ansicht, es sei besser, ab und zu Anwesenheit zu zeigen. Vielleicht, dachte Manj\u00e9v sich, nahm er sie diesmal mit. Sie erz\u00e4hlte es dem Jungen aus Emberbey, der mit ihr in der Rosenlaube sa\u00df und am ganzen K\u00f6rper bebte, allerdings nicht vor K\u00e4lte. Er schien es nicht fassen zu k\u00f6nnen, dass er bei schlechter Beleuchtung und ohne Unfall die steile Treppe vom Wehrgang in den Gartenbereich bew\u00e4ltigt hatte. Ganz allein.<\/p>\n<p data-p-id=\"2543856301c3af5ad17f50adbdab2a14\">\u201eAn Eurer Stelle, Majest\u00e4t&#8221;, sagte er, als er bemerkte, dass sie mit ihm redete, \u201ew\u00fcrde ich das gut abw\u00e4gen. Im Winter ist es bitterkalt und der Wind schneidet wie ein Messer.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f7c1884aa21b68f39ec8e28a6bf1435\">\u201eUnd Schnee?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"65367702b6846040e35c3f07b6fbb30f\">\u201eWenig. Er bleibt nicht an der K\u00fcste liegen, weil der Wind ihn so schnell ins Landesinnere treibt. Aber es ist oft Eis auf dem Wasser. Unsere Bucht friert regelm\u00e4\u00dfig zu.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ff5908e42b02919efb07d4600c5d275\">\u201eWie lustig&#8221;, sagte sie. \u201eDann kann man zu Fu\u00df \u00fcbers Meer gehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05764e1170fd1f2bd714bdb683abf59a\">Osse Emberbey schaute sie verwirrt an. \u201eWarum sollte man das tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c21f82e90dfbd045e47ec2f89127ffaa\">\u201eWeil es Spa\u00df macht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db22e296d8338166481e09dcc7f607fd\">\u201eSelbstverst\u00e4ndlich. Spa\u00df &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ae5dc6726a45026c8c322badd2a35b9\">\u201eDu bist ein wirklich seltsamer Kerl&#8221;, sagte sie. \u201eDu bist kaum \u00e4lter als ich und benimmst dich schon wie dein Vater.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a7adc2a411fc939312e2900c3d82ff02\">\u201eDanke, Majest\u00e4t.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3a6bd118909c4ff42fbbd8524057aa20\">Sie hatte das nicht als Kompliment gemeint, aber wenn er es f\u00fcr ein solches nahm &#8230; nun gut. Doch es fiel ihr schwer, ein Gespr\u00e4ch mit ihm in Gang zu halten, w\u00e4hrend sie warteten. L\u00e1as und J\u00e1ndris waren n\u00e4mlich, entgegen der Ank\u00fcndigung des Jungen, nicht anwesend. Ein Umstand, der ihn tats\u00e4chlich selbst zu verunsichern schien.<\/p>\n<p data-p-id=\"569aff476a505106259c939ce78979a2\">\u201eGewiss wurden die beiden aufgehalten&#8221;, versicherte er. \u201eSie waren so bestrebt, Euch zu treffen. Wenn sie nun nicht k\u00e4men, w\u00e4re das seltsam.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"661cf27d159f567b3c06c94304165695\">\u201eUnd du wei\u00dft wirklich nicht, was sie mit Merrit Althopian angestellt haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b82010bb17798e324bd150686bbfb1b\">\u201eNein. Ich wollte nicht weiter nachfragen. Das ist allein Eure Sache. Ich werde warten, bis die beiden eintreffen und dann wieder gehorsam in unser Gastgemach zur\u00fcckkehren. Mein Vater k\u00fcndigte an, dass wir aufbrechen werden, sobald Merrit Althopian wieder in Erscheinung tritt. So die M\u00e4chte wollen, also im Laufe des morgigen Tages.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4fbc3775329c2358e1719cd8eec4bcd3\">\u201eIch will, dass du hierbleibst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f394050bf4f8b4c18dfc099416efa73f\">\u201eMein Vater &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea146a8e33155e6b5f84bcf33a07f438\">\u201eNein, ich meine &#8230; bleib hier, wenn L\u00e1as und J\u00e1ndris eintreffen. Du &#8230;&#8221; Sie z\u00f6gerte und war \u00fcberzeugt, w\u00e4re sie nur einige Sommer \u00e4lter, h\u00e4tte sie besser aussprechen k\u00f6nnen, was ihr auf dem Herzen lag. \u201eDu wirst doch einmal so etwas wie mein <em>mynstir<\/em> sein, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ffa8ab745cfae28fcc48dd7c298da14d\">\u201eIch denke, das ist das, was die M\u00e4chte von mir erwarten. Mit einem Schwert kann ich nichts anfangen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c4a713766c145874488bd26698e5050b\">\u201eIch glaube&#8221;, sagte sie, setzte sich quer auf die Bank und zog die Knie an, \u201eso viele Leute mit Schwert werde ich gar nicht brauchen. L\u00e1as, J\u00e1ndris &#8230; Merrit &#8230; und wer wei\u00df, ob die M\u00e4chte nicht einem von ihnen oder T\u00edjnje noch einen Bruder schenken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b6db98743e4d3029beefdce5f2a6c12b\">\u201eIhr k\u00f6nnt nicht wissen, was die M\u00e4chte mit Euch vorhaben, Majest\u00e4t.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2f8276ee3b9a628fd0b673b4153106d1\">\u201eEben. Und wei\u00dft du &#8230; ach.&#8221; Sie st\u00fctzte das Kinn auf die Knie. \u201eWei\u00dft du, alles das hier, das ist nur passiert, weil ich nicht nachgedacht habe. Weil &#8230; da waren ganz viele Gef\u00fchle, aus dem Nichts, und alle viel lauter als mein Verstand. Und anstatt dass ich meine Eltern um Rat gebeten habe &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ceb125d9ce21dd9f8ab603b3c625d24f\">\u201eWieso habt Ihr nicht, Majest\u00e4t?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c29497f81ff13e5821bbede7c1c86cb3\">Sie dachte nach. \u201eIch glaube, ich habe gedacht, dass sie sich \u00fcber den Gedanken erschreckt h\u00e4tten. Deshalb hab ich es heimlich gemacht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"81edbae314b6d4fde48d3b46d1dde0f8\">Er fragte nicht neugierig nach. Zugleich hatte Manj\u00e9v nicht den Eindruck, dass er sich ein Urteil \u00fcber sie bildete. Er h\u00f6rte einfach nur zu. Das war angenehm. Sie betrachtete ihn nachdenklich aus den Augenwinkeln. Er schien ruhiger zu werden, nachdem sie ihn abgelenkt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"80f3215d899ebb8a3370e3454b8aa7ae\">Sie wollte ihn weiter ausfragen, mehr \u00fcber ihn erfahren, andere Dinge als das langweilige, oberfl\u00e4chliche Zeug, das sie bei Tisch vor den Ohren der anderen aus ihm herausgeholt hatte. Aber sie kam nicht dazu. Zwischen den hohen Bohnenranken und Beerenb\u00fcschen raschelte es. L\u00e1as und J\u00e1ndris zischten sich mit ged\u00e4mpften Stimmen gereizt an.<\/p>\n<p data-p-id=\"011d4f29ffbd6678a8d38695c36c8bc0\">\u201eBitte, bleib bei mir&#8221;, sagte sie und erhob sich. \u201eIch will, dass du <em>alles<\/em> erf\u00e4hrst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1aa1e4d08dce6767f90416c3fca03546\">\u201eEs geht mich nichts an, Majest\u00e4t.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"444273a2dc781aad33788fa3e0734815\">\u201eBitte!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2d6c550edab78c4992e5ef3b1085fe53\">Er regte sich nicht. Sie senkte entt\u00e4uscht den Kopf und trat aus der Laube heraus, um allein ihren Dienstleuten gegen\u00fcberzutreten.<\/p>\n<p data-p-id=\"fe79898945133a16ddc3c82ced30430e\">Die beiden jungen <em>yarlandoray<\/em> kamen heran. Manj\u00e9v hob \u00fcberrascht die Brauen. Au\u00dfer jeweils einer Stalllaterne schleppten die beiden Metallzeug mit sich. Sie waren voll ger\u00fcstet, trugen ihre Knappenhelme und Schilde. J\u00e1ndris hatte einen Kriegshammer bei sich, L\u00e1as eine Streitaxt. Scharfe Waffen, keine Ausr\u00fcstung f\u00fcr \u00dcbungen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5e18561f406adb7f075dd5e89cfafba9\">\u201eMein Vater hat mich aufgehalten&#8221;, fl\u00fcsterte L\u00e1as ihr entgegen, als er sie entdeckte. \u201eSonst w\u00e4ren wir fr\u00fcher hier gewesen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d4dc81ae1d5915af82e43edc660df779\">\u201eWas habt ihr vor?&#8221;, fragte die <em>teirandanja<\/em>, befremdet \u00fcber den martialischen Auftritt.<\/p>\n<p data-p-id=\"bd7971eb8cfe9f11eb7285c5f3a7ac3f\">Im selben Moment stand Osse Emberbey hinter ihrer linken Schulter.<\/p>\n<p data-p-id=\"a931fb2180a8a6440e295ed03a928642\">\u201eDas ist nur zur Sicherheit&#8221;, sagte J\u00e1ndris mit geisterhafter Fr\u00f6hlichkeit und versuchte, die spitze Waffe hinter dem Schild zu verstecken.<\/p>\n<p data-p-id=\"977e01e5a0686d724201ce9e9250a220\">\u201eSicherheit?&#8221;, fragte Osse. \u201eDas sieht aus, als zieht ihr in den Krieg!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fc34c9078a695fcd3fcd4e0d28285bd0\">\u201eWas machst du denn noch hier?&#8221;, gab L\u00e1as ungehalten zur\u00fcck. \u201eGeh\u00f6rst du nicht ins Bett?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"352f72ce24bb14c72b0ef6d16b2d4c88\">\u201eIch will, dass er hier ist&#8221;, sagte Manj\u00e9v. \u201eErkl\u00e4rt euch. Was soll das Waffenzeug?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"251517eb40fd236f2ab07b16edab2a17\">\u201eNa ja. Es ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass der Frechling \u00fcberreagiert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c2d1af8d565d79cec27d2204f99203e3\">\u201eEs lie\u00df sich nicht umgehen, dass er seinerseits die H\u00e4nde an eine Waffe bekam.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"01b04cc2a53a52080ce547f671ee89db\">\u201eIhr habt ihn also irgendwo eingesperrt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1aec840ed2d8c893e31345433ecc503f\">Die beiden nickten.<\/p>\n<p data-p-id=\"585cd252f1f8ad4457018b545f611a78\">\u201eDann verlange ich, dass ihr ihn umgehend laufen lasst&#8221;, sprach Manj\u00e9v aus, was sie die ganze Zeit so dringend hatte sagen wollen. \u201eIch widerrufe meinen Befehl.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b9d2c45daf6d485e77e8869cac3da6b5\">Die Jungen wechselten einen halb bedenklichen, halb erleichterten Blick miteinander. Dann sagte J\u00e1ndris: \u201eManj\u00e9v, ich denke, es w\u00e4re gut, wenn du mitkommst und ihm erkl\u00e4rst, was das Ganze sollte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"044c02ea2696eca096fd6707d8afbaa4\">\u201eJa&#8221;, schloss sich L\u00e1as an. \u201eVielleicht erfahren wir dann auch, was geschehen ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c7dbf4404b7da8937566186dfa7b49ce\">Sie sank in sich zusammen. Einen kleinen Rest Hoffnung hatte sie noch gehabt, um die Geschichte herumzukommen. Aber es sollte wohl nicht sein. \u201eWo habt ihr ihn?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7047129f2ae9947195f3075915689440\">\u201eIm Turm.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5b3cfa9607a689da1ca7acb163b07ec9\">\u201eIhr habt ihn doch wohl nicht wirklich ins Verlies gesperrt?&#8221;, fragte die <em>teirandanja<\/em> entsetzt. \u201eWas, wenn jemand etwas aus dem Abstellgew\u00f6lbe holen will?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"61055818c0dd925c0358c50627b1b1a6\">\u201eNein, nicht im Kerker. Oben im Turm.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c1226a979b61fcc4729ee8fc86f91108\">\u201eOben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cade5f857ca99e3d4d4d838003f8a966\">\u201eJa, oben in dem mysteri\u00f6sen Turmzimmer, wo die T\u00fcr &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"656c0be3b9cd0e1c63bc10136640a883\">\u201eWo die T\u00fcr am Abend ausnahmsweise offen stand, damit der Magier mit den <em>teiranday<\/em> im Geheimen reden konnte?&#8221;, fiel ihm Osse Emberbey ins Wort. \u201eBei den M\u00e4chten. Du hattest gelauscht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3a9f12cb13b920531ac91999b9366525\">Manj\u00e9v wandte sich ihm \u00fcberrascht zu. \u201eWoher wei\u00dft du &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"57a320df7f53ffc832933211a147e18d\">\u201eAbendt\u00fcre. Das hat die <em>yarlaranda<\/em> von Mor\u00e9aval gemeint. Die T\u00fcr, die keines Menschen Hand \u00f6ffnen konnte, stand heute abend also offen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fcb0efa4f3edee6814a07ea1296f5563\">\u201eJa, aber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3c5a1268e3c858705f8b2e773029e810\">\u201eUnd jetzt ist sie wieder geschlossen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"475ac686f48c1b1f19de1817dc9c893d\">\u201eNat\u00fcrlich. Sonst w\u00fcrde der Frechling doch gleich wieder rauslaufen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"89dc42a6f93d1530a1a42a7200f8cfcc\">\u201eUnd Meister Yalomiro ist nicht mehr hier&#8221;, murmelte Manj\u00e9v. \u201eDer ist unterwegs zu seiner Familie.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83e30e051c3651b77fa365c893c9c269\">Die vier Kinder standen einen Moment ratlos beieinander.<\/p>\n<p data-p-id=\"a1ac8e139e7e77c105cf63b8e07db2d1\">\u201eKommt&#8221;, sagte Manj\u00e9v. \u201eGut, dass ihr dieses furchtbare Kampfzeug dabei habt. Hoffen wir, dass wir es nicht brauchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66f5bb4c16beb0dd21896047ccdb8d9d\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"b7b0b806faf46c25d4927d1a92e9aea1\"><em>Salghi\u00e1ra!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"fca3621e12be427d52d525ebe1a40777\">Ich schreckte hoch. Yalomiro? Wo war er? Ich hatte seine Stimme doch gerade ganz deutlich &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"ccb300fdc2a9874d5f34f3ee45d266b3\">Verflucht. Nat\u00fcrlich hatte ich sie ganz deutlich <em>geh\u00f6rt<\/em>. Ich musste nach all der Anstrengung unter dem sch\u00fctzenden Magiegitter auf dem Gro\u00dfmeisterthron eingeschlafen sein. Wahrscheinlich hatte Yalomiro genau auf diesen Moment gewartet, um sich in mein Traumgeschehen einzuschalten. Das war eine Kunst, die Schattens\u00e4nger beherrschten, die miteinander sehr vertraut waren. Erfahrene Magier konnten so \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen hinweg in der Nacht kommunizieren, wenn sie sich zu abgesprochener Zeit in Trance versetzten. Bei Leuten wie mir, die einen solchen Bewusstseinszustand nicht willentlich herbeif\u00fchren konnten, weil sie zu dumm dazu waren, funktionierte es auch im Traum. Erfahrene Schattens\u00e4nger waren dazu in der Lage, Tr\u00e4ume zu betreten und sie zu formen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a57109486938834d8d18eb9bd37e22b3\">Ich musste unbedingt schnell wieder einschlafen!<\/p>\n<p data-p-id=\"bbbeb9afb1218b2c67c878a99d8db107\">Erwartungsgem\u00e4\u00df misslang das. Ich hatte nie zu denjenigen geh\u00f6rt, die auf Kommando einschlafen konnten. Zugleich war mir klar, dass es vollkommen kontraproduktiv war, wenn ich mich nun unter Druck setzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"14cda737d3d6306be95f7ad0a9143c3d\">Ich versuchte es dennoch eine Weile, aber es gelang mir nicht mehr, auch nur in eine bequeme Sitzposition zu gelangen. Es hatte keinen Zweck.<\/p>\n<p data-p-id=\"ca79f677171fcf6a505e45adf9668e79\">Das Magiegitter glomm nicht mehr so intensiv wie zuvor; ein sicheres Zeichen daf\u00fcr, dass die Nacht vorangeschritten war. Sicher war es unn\u00f6tig, noch weiter auf dem schwarzen Steinthron zu sitzen. Also erhob ich mich, durchschritt die letzten Reste von Schutzmagie und tappte barfu\u00df aus der kathedralenartigen Halle in das Vorhaus des Eta\u00edmalon, wo wir normal dimensionierte Zimmer bewohnten.<\/p>\n<p data-p-id=\"9a3ebe794cb3b37d560a9dcc6043cea2\">Ich ging in Yalomiros Arbeitszimmer und schaute mich in dem Winkel um, wo er getrocknete Kr\u00e4uter, Bl\u00e4tter und Samen aufbewahrte. In der allerersten Nacht, die ich damals in dieser Welt verbracht hatte, hatte ich ebenfalls nicht schlafen k\u00f6nnen. Yalomiro hatte mich damals kurzerhand ausgetrickst, indem er mir eine Art Schlaftrunk aus einem Kraut und Grundwasser verabreicht hatte. Das Zeug hatte damals gewirkt wie eine Vollnarkose. Mit Sicherheit hatte Yalomiro etwas von diesem Zauberkraut hier vorr\u00e4tig. Wenn ich mir einen Tee daraus zubereitete, vielleicht &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"4b0d11e5a904670949db7bbb3adffe84\">Ern\u00fcchtert stand ich vor all den D\u00f6schen, Gl\u00e4schen und Kr\u00e4uterb\u00fcscheln, die an F\u00e4den aufgereiht hingen. Nat\u00fcrlich hatte Yalomiro kaum etwas davon beschriftet. Wozu auch? Er war der einzige hier, der mit den Pflanzen hantierte, um die Elixiere f\u00fcr die Unkundigen herzustellen. Er wusste, was er jeweils vor sich hatte. Das einzige, was ich mit Gewissheit sagen konnte, war, dass nichts von dem, was hier offen lag, t\u00f6dlich giftig war. Ich hatte darauf bestanden, dass er solches Material hinter einer verschlossenen T\u00fcr aufbewahrte, damit D\u00fdamir\u00e9e nicht unbedacht etwas davon in den Mund steckte. Er hatte diese Vorsicht \u00fcbertrieben gefunden (vermutlich, weil Schattens\u00e4nger instinktiv Gift erkennen konnten), mir den Gefallen jedoch getan. Nun sch\u00fctzte es mich selbst vor Dummheiten.<\/p>\n<p data-p-id=\"ae25ee0b9ac7f0af6846f1807604da69\">Ich versuchte, mir in Erinnerung zu rufen, wie die sonderbare Heidepflanze ausgesehen hatte, kam damit nicht weit und musste mir dann eingestehen, dass ich sie in getrocknetem Zustand ohnehin wohl nicht erkannt h\u00e4tte. Daf\u00fcr fand ich etwas, das ich vom Duft her ziemlich sicher f\u00fcr Melisse hielt. Im Bewusstsein, dass nichts Schlimmes passieren konnte, bereitete ich mir einen Aufguss aus ein paar Bl\u00e4ttern zu und zog mich damit in die Stube zur\u00fcck, in der Yalomiro und ich schliefen. Sicher w\u00fcrde ich hier auf dem Bett leichter einschlafen als in Nokt\u00e1mas Halle. Ich trank schluckweise das hei\u00dfe Getr\u00e4nk \u2013 wie ich ohne Feuer kleine Mengen Wasser erhitzen konnte, war einer der wenigen praktischen Alltagszauber, die ich sicher beherrschte \u2013 und kuschelte mich dann in die Kissen.<\/p>\n<p data-p-id=\"abcaf65a00725ef8367855fab773d2db\">Einschlafen. Jetzt!<\/p>\n<p data-p-id=\"8c614ec6def1ab9a7eb2c01f21faf949\">Ich schloss die Augen und versuchte, langsam und bewusst zu atmen. Im Haus war es absolut still. F\u00fcr Vogelgesang war es drau\u00dfen noch zu fr\u00fch, und es fehlten die vertrauten Ger\u00e4usche von Yalomiros und D\u00fdamir\u00e9es Anwesenheit. Die Stille war mir schon bald zu laut.<\/p>\n<p data-p-id=\"1abd2228cff9a6fed1cbff80514db756\">Ich drehte mich zur Seite und streckte die Hand aus, dorthin, wo Yalomiro \u00fcblicherweise lag und schlief. Das Laken dort war flach und k\u00fchl. Zumindest eine ganz, ganz fl\u00fcchtige Spur seines Duftes erhaschte ich, ein vertrauter Geruch nach frischen Bl\u00e4ttern und einer Spur von Harz. Anfangs, als ich Yalomiro gerade erst kennengelernt hatte, hatte ich mich \u00fcber diesen angenehmen Duft gewundert, den scheinbar ich allein wahrnehmen konnte. Ich holte mir sein Kopfkissen n\u00e4her und schmiegte mich daran. Das war besser. Ich atmete konzentriert, richtete all meine Aufmerksamkeit auf den Duft, meine Gedanken auf ihn und dann wurde mir ganz f\u00fcrchterlich \u00fcbel.<\/p>\n<p data-p-id=\"0c5a71622661d38ff693f0b49da236ba\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"dbef0947301addb0906c487f7de0e15a\">Yalomiro Lagoscyre schauderte. Er hatte eine Weile in der Wirklichkeit verbracht, war durch eine d\u00fcstere Klamm s\u00fcdwestlich des <em>yarlm\u00e1lon<\/em> Valfront\u00edr im Montaz\u00edel marschiert und hatte dabei nach Salghi\u00e1ra Ausschau gehalten. Einmal war es ihm ganz kurz beinahe gelungen, sie zu packen, aber sie war ihm sofort entglitten. Wahrscheinlich war sie so aufgeregt, dass er sie erschreckt und geweckt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"0cefad6b5c3da72f69ace30d5551387c\">Er hatte es noch einige Male versucht, aber ohne Erfolg. Nun, er war bald \u00fcber den Montaz\u00edel hinweg. Sobald er die Heide von Hethrom betrat, w\u00fcrde er sich in ein Pferd verwandeln und rennen. Am Mittag, vielleicht noch fr\u00fcher, konnte er den Eta\u00edmalon erreichen und w\u00fcrde endlich herausfinden, was geschehen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"f10001986a7d4f0dee4b420c0d73f601\">F\u00fcr den Moment schl\u00fcpfte er wieder in den Schatten und ging weiter. Auf diese Weise musste er sich nicht an die verschlungenen Umwege, P\u00e4sse und T\u00e4ler halten.<\/p>\n<p data-p-id=\"2d3d07d56e38e2b900c1dba43726a4ad\">Doch als er diesmal in den Schatten ging, war etwas &#8230; anders als vorher.<\/p>\n<p data-p-id=\"aca404fa2303fe947c2cdc8ef457904c\">Yalomiro Lagoscyre blieb stehen und f\u00fchlte irritiert in die Dunkelheit hinein. Es war nicht viel, nur eine winzige Kleinigkeit, die sich ver\u00e4ndert hatte. Etwas, das unbedeutend, fast nichtig war, aber definitiv nicht hierher geh\u00f6rte, auch nicht hier war, aber irgendwie doch &#8230; st\u00f6rte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f042b98c65aa719c46af1b2a887e8a36\">Wie eine Ameise, die sich in ein Haus mit tausend Zimmern verirrte. Allein, verwirrt und unauffindbar.<\/p>\n<p data-p-id=\"1f6f707e8ccaf9c6351fec8892f6ecc0\">Der Schattens\u00e4nger ging weiter, langsamer, bedacht. In den Schatten waren seine Sinne gesch\u00e4rft, denn hier gab es nichts zu sehen oder zu h\u00f6ren au\u00dfer Nokt\u00e1mas Dunkelheit. Das, was er bemerkt hatte, sp\u00fcrte er auf seiner <em>maghiscal<\/em> wie ein Staubk\u00f6rnchen auf seinem Mantel.<\/p>\n<p data-p-id=\"0b48ecb1fc2438ce84ae205256074e9a\">Irgendetwas im Weltenspiel hatte Dunkle Magie aufgest\u00f6rt. Irgendwo geschah etwas. Konnte es etwas sein, das er selbst unbedacht bewirkt hatte? Nein, unm\u00f6glich. Alles, was er in den vergangenen Tagen an Magie gewirkt hatte, hatte er auch wieder gel\u00f6scht und versiegelt. Salghi\u00e1ra konnte nichts geschaffen haben, das er bis hierher sp\u00fcren konnte. D\u00fdamir\u00e9e war unkundig.<\/p>\n<p data-p-id=\"d7252feda400d3fcf324de7acc360e11\">D\u00fdamir\u00e9e. Ob es auf irgendeine Weise doch mit seiner Tochter zu tun hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"cb6c8574e1a953308932d63a0223d697\">Der Schattens\u00e4nger sch\u00fcttelte die ungute Ahnung ab, die sich seiner bem\u00e4chtigen wollte. Nicht ablenken lassen. Nicht unn\u00fctz Wahrscheinlichkeiten erw\u00e4gen. Was immer ihn hier gerade in Nokt\u00e1mas Dom\u00e4ne ber\u00fchrte, es war so schwach und nebens\u00e4chlich wie ein einzelnes Sandkorn, das ihm in den Schuh geraten war. Unter anderen Umst\u00e4nden h\u00e4tte er keine Notiz davon genommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"13dbd1e2dc67f88d05608b1ce4a4bc46\">Yalomiro Lagoscyre begann, zu rennen.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2521","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2521","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2521"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2521\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3790,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2521\/revisions\/3790"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}