{"id":2505,"date":"2025-08-25T12:22:04","date_gmt":"2025-08-25T10:22:04","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2505"},"modified":"2025-09-01T09:22:14","modified_gmt":"2025-09-01T07:22:14","slug":"044-rosen-wurzeln-feuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/044-rosen-wurzeln-feuer\/","title":{"rendered":"044: Rosen, Wurzeln, Feuer"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"2c5c8e41ff62bb4d1122c92dd5b9fb17\">Yalomiro stahl sich so weit in den Gem\u00fcsegarten herein, bis die Rosenlaube in Sichtweite war und er sich sicher sein konnte, dass keine weiteren Menschen in Sichtweite waren. Nicht auszudenken, wenn er einer der Gehilfinnen des G\u00e4rtners begegnet w\u00e4re. Der Fluch, oder Schutz, wie immer man es interpretieren wollte, den Nokt\u00e1ma auf ihre Diener legte, war nach wie vor intakt. Warum auch immer sie es ihm gestattet hatte, sich mit Salgh\u00edara zu vereinen und auch wenn seither einige Winter ins Land gegangen waren, sein purer Anblick w\u00fcrde immer noch ausreichen, in weiblichen Unkundigen ein unheilvolles Missverh\u00e4ltnis von Verstand und Begierde zu wecken, das fatale Auswirkungen haben konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f4d1878a02c974b571d2dcef66144ac1\">Der Schattens\u00e4nger seufzte. Er sehnte sich zur\u00fcck in den Boscarg\u00e9n, zur\u00fcck zu <em>h\u00fdardora<\/em> und Tochter, an seinen sicheren Ort, wo er sich frei bewegen konnte. Hier in Wijdlant war seine Aufgabe vorerst getan. Es war ihm gelungen, Alsg\u00f6r Emberbeys Verzweiflung \u00fcber seine Erbfolge in vern\u00fcnftige Bahnen zu lenken. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde er sich diesen mysteri\u00f6sen Knaben aus Rodekliv bald einmal ansehen m\u00fcssen, auch wenn er der <em>teiranda<\/em> dieses Versprechen nicht gegeben hatte. Auch um die Seelenqualen von Wa\u00fdreth Althopian konnte er sich nun gerade nicht k\u00fcmmern, etwas, was er zutiefst bedauerte. Er beschloss, dem <em>yarl<\/em> baldm\u00f6glichst einen Besuch auf dessen eigener Burg abzustatten. Hier, in all der Unruhe, war nicht die Gelegenheit, dem Ritter in seinem tiefen Schmerz beizustehen. Aber vielleicht gelang es, ihm schon einmal seinen Sohn zur\u00fcckzubringen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5e133f7e742e70a345091c5880f63b4a\">Der Schattens\u00e4nger schritt hin\u00fcber zu der Rosenlaube, wo die beiden Jungen sicher versteckt waren. Mit Merrit Althopian musste er allein reden. Er glitt zur\u00fcck in seine menschliche Gestalt und gebot den Rosen, ihn einzulassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"57c7f24771fe16102013123e777634f2\">Die Jungen blickten ihm erschrocken entgegen. Sie sa\u00dfen beieinander auf derselben Bank. In der Zeit, in der die beiden miteinander allein gewesen waren, hatten sie festgestellt, wie nahe sie einander durch ihr Schicksal standen. Sehr gut war das.<\/p>\n<p data-p-id=\"cecaddb36b25d1006c9d331126bb9e0d\">Aber vorerst brauchte er nur den einen, jenen, der der armen kleinen <em>teirandanja<\/em> so zuwider war, dass es sie zu Bosheit verf\u00fchrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6e7781d32b0ec907f36c978cb71be354\">\u201eHabt Ihr beide Euch von Eurem Abenteuer erholt und wieder beruhigt?&#8221;, erkundigte der Magier sich und setzte sich auf die freie Bank. Das war so wesentlich komfortabler, als unter dem Konferenztisch zu hocken.<\/p>\n<p data-p-id=\"58ab5c34122b42d3ffc227676ea27af1\">\u201eJa&#8221;, sagte Merrit Althopian. \u201eIch glaube schon.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a4859ed74b42ae032510eb3549097af3\">\u201eEs war sehr angenehm, unter uns zu sein&#8221;, setzte Osse Emberbey in seiner eine Spur zu erwachsenen Sprechweise hinzu. Der Schattens\u00e4nger l\u00e4chelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c5172c0efa66435ef3e57a6b77304b5c\">\u201eEs gef\u00e4llt mir, Euch so miteinander zu sehen. Es w\u00fcrde mir auch gefallen, wenn ihr fortan auch vor den Erwachsenen voreinander einst\u00fcndet. Aber nun habe ich einen Auftrag f\u00fcr dich, Osse Emberbey.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3383df5814070a1867ccfee8a7940abc\">\u201eEinen Auftrag?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8afb7776a2ee15b3c856bc0b53eea30\">\u201eDie <em>teiranday<\/em> und <em>yarlay<\/em> und wahrscheinlich gut die H\u00e4lfte aller \u00fcbrigen Burgbewohner sind auf der Suche nach Euch beiden. Es w\u00e4re gut, wenn zumindest einer von euch schon einmal wieder auftaucht. Ich m\u00f6chte, dass du nach Asga\u00fd von Spagor und K\u00edan\u00e1 von Wijdlant suchst und ihnen ausrichtest, dass ich sie im obersten Zimmer des Hauptturmes zu sprechen w\u00fcnsche, sobald die Sonne untergegangen ist. Sollte jemand versuchen, dich daran zu hindern, sagst du, ich habe dich geschickt und du d\u00fcrftest mit niemandem gehen, bevor du nicht mit den <em>teiranday<\/em> geredet hast.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"01038d5778eef391c0def35c050dc519\">\u201eJa, Meister. Was geschieht, wenn mein Vater es mir verbietet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48379bc7e55b98cdf946474b077cc4fb\">\u201eGerade der wird dich nicht zur\u00fcckhalten. Du musst keine Angst haben. Ich habe bereits mit ihm geredet. Die Dinge werden sich so regeln, dass sie dir nicht schaden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c11a59b59a5593710cff4b488927e50\">Osse Emberbey nickte. \u201eDanke, Meister.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a4f47fa72d5036edde701235820467c7\">\u201eSag, Osse Emberbey &#8230; die gro\u00dfen Gelehrten, wo finden sie ihr Wissen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b0caa4ef34955bd47e2e33082cff7b56\">\u201eIch denke, die <em>maedloray<\/em>, die als Kastellane dienen, die kommen oft aus V\u00edrhavet, oder s\u00fcdlich des Montaz\u00edel aus den Schulen in For\u00e9tern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"51933f31f450f7598971d683d9aebb3b\">\u201e<em>Maedloray<\/em>&#8220;, sagte Yalomiro nachdenklich. \u201eTr\u00e4umt denn ein Junge in deinem Alter wirklich von Zahlen und Vertr\u00e4gen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"16a56b92351c1d291aaf5d5445a86897\">\u201eTr\u00e4umen?&#8221;, fragte Osse, als verst\u00fcnde er nicht, was das sei.<\/p>\n<p data-p-id=\"1584d85ac5d3038ff8e6e4cb93b6d7fe\">\u201eIn Iv\u00e1al&#8221;, lenkte Merrit Althopian ein, \u201eist eine gro\u00dfe Schule und gro\u00dfe Pal\u00e4ste, bis unters Dach voller B\u00fccher \u00fcber alles, was man sich nur vorstellen kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46649d2bc4a48dfd73e63184f82bfe8d\">\u201eDas klingt doch auch ganz nett&#8221;, sagte Yalomiro beil\u00e4ufig.<\/p>\n<p data-p-id=\"f72b4f7c57c933032ef3b42bcb9ec20c\">\u201eMeine Mama &#8230;&#8221;, begann Merrit Althopian und unterbrach sich wieder.<\/p>\n<p data-p-id=\"c1a0a6a8ee0612acf4018e52ac02a52c\">\u201eOsse Emberbey?&#8221; Der Schattens\u00e4nger nickte dem Jungen auffordernd zu. Der erhob und verneigte sich. \u201eBis sp\u00e4ter&#8221;, sagte er zu seinem neuen Freund und verlie\u00df die Laube.<\/p>\n<p data-p-id=\"0144e603d090445cc1d60eada4f12e73\">Merrit Althopian schien unschl\u00fcssig, ob er ebenfalls gehen sollte. Yalomiro schloss die Rosenhecke und neigte sich zu ihm hin\u00fcber. \u201eDir m\u00f6chte ich eine Frage stellen. Es ist eine sehr pers\u00f6nliche Frage, und ich werde dich nicht bedr\u00e4ngen, wenn du mir nicht antworten magst. Ich werde dir aber auch nicht verraten, weshalb ich diese Dinge von dir wissen will.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6be5808967c08197b24b3b1189c8e20c\">Der Junge runzelte misstrauisch die Stirn. \u201eWas wollt Ihr denn wissen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a7ba4576aff0138addda3f50113d6a3a\">\u201eDie <em>teirandanja<\/em>. Das M\u00e4dchen, j\u00fcnger als du selbst, dem du deinen Treueschwur geleistet hast.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"247e826c71ca2e72e0b1cf47887e494f\">\u201eDas war eine Dummheit, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c8e5b52aa18da308f7bbb15d89193927\">\u201eDanach habe ich nicht gefragt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ed081a48f12b43a406ec16a9764c5cac\">\u201eIhr habt bisher gar nichts gefragt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19a3079d5f710c99e544e6e4a0092e9f\">Der Junge war verwirrt, hatte aber bei weitem nicht so heftig auf die Erw\u00e4hnung der <em>teirandanja<\/em> reagiert wie der Magier erwartet hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f06cbb9617cf7210a6eeec431854b608\">\u201eGlaubst du, sie wird dir einmal eine gute Herrin sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea979d336d7273b3a3be16e66bcd72ab\">\u201eIch habe ja noch gar nicht mit ihr reden k\u00f6nnen. Und diese Sache mit dem Fenster &#8230; ich glaube, das hat sie ver\u00e4rgert. Dabei wollte ich doch gar nicht &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ccb421e6eb4a28810b6e832d3ef103b9\">\u201eW\u00fcrdest du gerne? Mit ihr reden, meine ich. So, wie du mit Osse Emberbey redest?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f75bd6c15e395ed7573e7489c21180dd\">Merrit z\u00f6gerte. Dann nickte er zaghaft, und ein ganz zarter Rosenhauch legte sich auf seine Wangen.<\/p>\n<p data-p-id=\"efda554c9e7dcab933de1db057fd9f4b\">\u201eGef\u00e4llt sie dir?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"096c370fce597c4af80127a1503de50e\">\u201eSie ist meine <em>teirandanja<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"faedcf7ee88b936284322e2411e4c94f\">\u201eVergiss, dass sie deine <em>teirandanja<\/em> ist. Stell dir vor, sie w\u00e4re dir irgendwo auf der Stra\u00dfe oder im Wald begegnet und du h\u00e4ttest keine Ahnung, wer sie ist. Wie w\u00fcrdest du das Gef\u00fchl beschreiben, das sie in dir erweckt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e878ad4daeba267ca76acd09b160af4d\">In Merrits eisblaue Augen trat ein Ausdruck gro\u00dfer Verwirrung. Yalomiro lie\u00df sich darauf ein und versuchte, die Emotionen des Jungen zu ersp\u00fcren. Was sie ihm offenbarten, entsprach dem, was er vermutet hatte. Merrit Althopian war noch viel zu jung, um <em>Begierde<\/em> empfinden zu k\u00f6nnen. Aber die Gef\u00fchle, die dem nahekamen, waren vorhanden, wie er es vermutet hatte. Doch sie waren noch so so zart und unschuldig, dass sie nicht rechtfertigten, dass die Prinzessin ihn den Ratten vorwerfen wollte.<\/p>\n<p data-p-id=\"cca3dca598b0ea2c29990b38f4af5b1a\">\u201eEin ganz klein wenig wie meine Mama&#8221;, erkl\u00e4rte Merrit unbeholfen. \u201eUnd zugleich ganz anders. Wie &#8230; \u201e Er deutete auf die Rosen. \u201eGelb und wei\u00df, und doch beides dieselbe Blume.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83d8bc4788c95ecc3758e56f60e46524\">Yalomiro nickte. \u201eGut, Merrit Althopian. Bewahre dir diese winzigkleine Idee einer Rose gut auf, aber lass sie nicht vor der Zeit sehen. Niemand soll sie knicken, bevor sie starke Dornen hat. Geh du nun auch. Such deinen Vater.&#8221; Er \u00f6ffnete dem Kind die T\u00fcr im Gr\u00fcn. Merrit Althopian erhob sich ebenfalls und verneigte sich zu Abschied.<\/p>\n<p data-p-id=\"543a34dab9836f4953fdc42fc3a7e607\">\u201eMerrit&#8221;, sagte der Magier, als das Kind an ihm vorbei ging, \u201ewenn m\u00f6glich, geh L\u00e1as Grootplen und J\u00e1ndris Altabete eine Weile aus dem Weg.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1fd9ecfd38b0ad4a4cabfb8fd296036d\">\u201eMacht Euch keine Sorgen, Meister. Ich fange keinen Streit mehr an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c73291d7514cf819ad5f3c72b4fd17cc\">\u201eIch wei\u00df. Aber sei trotzdem vorsichtig, Ich kann nicht st\u00e4ndig ein Auge auf dich haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d2689b30818ac8e0dcfcff89b7122a53\">Der Junge err\u00f6tete. Dann schl\u00fcpfte er durch die stacheligen Zweige ins Freie.<\/p>\n<p data-p-id=\"4f1128914be4839d0f2b64aba1e72286\">Der Schattens\u00e4nger schaute ihm nach. Eine zarte Zuneigung, eine spontane Sympathie, vielleicht der Same von etwas, das mit der Zeit in Merrit Althopian zu einer sehr sch\u00f6nen Seelenblume gedeihen w\u00fcrde. Sein kindliches Herz war noch ohne Fehl und Tadel.<\/p>\n<p data-p-id=\"2b63be2862f524c3d8cf6a7968a9ce61\">Was war mit dem der <em>teirandanja<\/em> geschehen?<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"68320345d5548162aacc009ac80e4810\">Gal\u00e9on schnaubte \u00e4rgerlich und versetzte dem Laub unterhalb des H\u00f6hlenausgangs einen \u00e4rgerlichen Fu\u00dftritt. Diesmal hatte er es fast so weit nach oben geschafft, dass er beinahe mit den Fingerspitzen die Fels\u00f6ffnung h\u00e4tte antippen k\u00f6nnen. Dann war er wieder abgerutscht und zur\u00fcck auf den Boden gest\u00fcrzt.<\/p>\n<p data-p-id=\"8d272b6e7efde7252851838a31c6eac3\">Immerhin &#8230; er kam voran. Die ganze H\u00f6hlenwand war \u00fcbers\u00e4t von goldschimmernden Handabdr\u00fccken, \u00fcberall dort, wo eine Unregelm\u00e4\u00dfigkeit im Fels breit und griffig genug gewesen war, um sich daran festzuhalten. Dazwischen prangte eine fast ebenso gro\u00dfe Anzahl von blutigen Flecken, denn das Klettern ohne Hilfsmittel hatte ihm zwischenzeitlich auch die Handfl\u00e4chen zerschlissen.<\/p>\n<p data-p-id=\"551b173d2875856f097953c0023ca3d5\">Beides war zunehmend schwieriger zu erkennen, denn das Tageslicht schwand immer schneller. Gal\u00e9on grauste es vor dem Gedanken, die Nacht in der finsteren H\u00f6hle verbringen zu m\u00fcssen. Es w\u00fcrde sich zweifellos erk\u00e4lten, wenn er hier in dieser klammen, feuchten Umgebung nicht weiter kam.<\/p>\n<p data-p-id=\"a287a7c8bb9865aae947565a02fedc5e\">Das spornte ihn an. Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> versuchte sich in seiner Phantasie vorzustellen, er sei eine Spinne und setzte Fu\u00df und H\u00e4nde auf die Unebenheiten, die er bei Dutzenden von Versuchen zu vor als brauchbar markiert hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"77876223016667776390e7060035e871\">Weiter und weiter, mit \u00e4u\u00dferster Vorsicht stemmte und zog er sich nach oben. Anfangs hatte er noch dar\u00fcber nachgedacht, welche Art von Naturgewalt eine solche schachtartige H\u00f6hle h\u00e4tte formen k\u00f6nnen. Dann hatte er sich an Geschichten von alten <em>b\u00e1chorkoray<\/em> erinnert, die behauptet hatten, dass die Welt in jenen Zeiten als die M\u00e4chte noch ihr Spielbrett formten, ein Schmelztiegel aus fl\u00fcssigem Gestein und Metall gewesen sei. Der hatte nat\u00fcrlich ausk\u00fchlen m\u00fcssen, bevor Lebendiges entstehen konnte. Gal\u00e9on stellte sich vor, dass diese H\u00f6hle, im Gegensatz zur Brunnenkaverne, vielleicht einmal voll mit fl\u00fcssigem Gold gewesen war, das der Berg dann mit Macht weit in die W\u00fcste gespr\u00fcht hatte, wo es \u00fcber die Zeit erstarrte und im Boden versank, damit heute Unkundige danach graben konnten. Vielleicht war das nicht so gewesen, aber als Geschichte war das gut. Vielleicht probierte er sie einmal aus, vor Publikum, das mit schl\u00fcpfrigen Inhalten zu begeistern war.<\/p>\n<p data-p-id=\"3ff06159f13e39b449be7a5f103b9c63\">\u00dcber diesen nebens\u00e4chlichen Gedanken n\u00e4herte er sich dem Ausgang immer weiter und bereitete sich im Herzen schon auf sein n\u00e4chstes Scheitern vor. Doch zu seiner gr\u00f6\u00dften \u00dcberraschung hatte er endlich Erfolg. Seine tastenden Finger umschlossen pl\u00f6tzlich etwas, das sich anders anf\u00fchlte als der raue Fels, warm und gewachsen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a6546c94bea91d827eece12e25f2e65\">Wurzeln.<\/p>\n<p data-p-id=\"bbaef8cf54d649d0c2bfa643ed3f6a1c\">Gal\u00e9on war so \u00fcberrascht, dass seine F\u00fc\u00dfe abglitten, aber die knorrigen Wurzeln, die ihm unter die H\u00e4nde geraten waren, gaben ihm weit besseren Halt als die Felsvorspr\u00fcnge. Bevor er abst\u00fcrzen konnte, grabschte er auch mit der anderen Hand zu und hing nun mit baumelnden F\u00fc\u00dfen, aber sicherem Griff an Holz fest. Der junge Mann atmete auf, g\u00f6nnte sich ein paar Lidschl\u00e4ge lang Ruhe und zog sich dann vorsichtig, Handbreit um Handbreit hinauf zwischen die B\u00fcsche, die die H\u00f6hleneingang s\u00e4umten. \u00c4chzend lie\u00df er sich dann auf den R\u00fccken fallen und pries im Gedanken die M\u00e4chte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5712b5787ea58889e79ebc5318eff73a\">Die Wurzeln hatten zu einem windschiefen \u00d6lbaum geh\u00f6rt, der zum Teil knorrig mit Rissen im H\u00f6hleneingang verwachsen war wie ein Korken in einem Flaschenhals. Jene, die in Richtung W\u00fcste weicheren Untergrund gefunden hatten, sogen vielleicht aus der Tiefe vom Wasser des B\u00e4chleins. Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> blinzelte zum Himmel auf und erkannte, dass sich oberhalb des H\u00f6hleneingangs eine H\u00fcgelkuppe erhob, Erdreich, das sich vermutlich \u00fcber Tausende von Sommern dort durch den Wind angesammelt und festgebacken hatte, so stabil, dass dort jetzt niedrige B\u00e4ume Halt fanden. Bei n\u00e4herem Hinsehen entpuppte sich das W\u00e4ldchen \u00fcber Gal\u00e9ons Kopf als die \u00dcberreste eines alten Obsthaines, dessen B\u00e4ume schon zu alt waren, um noch sinnvollen Ertrag zu bringen.<\/p>\n<p data-p-id=\"4cd97763338098f009b8e908b970da2c\">Er kniff die Augen zusammen. Nun, vielleicht keinen Ertrag mehr, der in Aur\u00f3p\u00e9a noch irgendwem ein paar M\u00fcnzen wert war. Aber vielleicht die eine oder andere vergessene Aranzie oder Dattelrispe f\u00fcr einen ausgehungerten <em>b\u00e1chorkor<\/em>, der aus den Tiefen der Erde entkommen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"2e91b8f25a54a109d9978de3451ffe40\">Einen Augenblick blieb er noch liegen und genoss die W\u00e4rme, die den Tag \u00fcber den Felshang aufgeheizt hatte. Selbst dieser Rest von Patagh\u00edus Hitze war k\u00f6stlich und linderte die K\u00e4lte, die er aus der Dunkelheit mitgebracht hatte. Dann erhob er sich \u00e4chzend und schickte sich an, das letzte St\u00fcck steilen Weg hinauf zu den B\u00e4umen zu erklimmen.<\/p>\n<p data-p-id=\"cfa8d5a56ed245bb108a2a0e96a49c71\">Viel Gl\u00fcck hatte er dort nicht. Wie sich zeigte, hatten die Obstwirte, denen dieser Garten geh\u00f6rte, wohl schon vor geraumer Zeit die Bew\u00e4sserung vernachl\u00e4ssigt. Statt eines rinnenden Wasserspiels zwischen den Baumreihen gab es nur noch einen tr\u00e4ge dahinsuppenden verschlammten Graben, in dem sich Regenwasser sammeln mochte. Gal\u00e9on fand einen k\u00fcmmerlichen Weinstock, an dem ein paar Rosinen hingen. Er stillte damit die erste Gier, erreichte damit aber nur, dass sein Magen nun erst recht nach mehr verlangte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f371a587657faee923b2526c478424dc\">W\u00e4hrend er suchend umherging, orientierte er sich. Der H\u00f6hlenausgang war s\u00fcdwestlich ausgerichtet gewesen und blickte in Richtung des Ciel\u00e1stel. Auf dessen Nordseite trafen gerade die letzten Sonnenstrahlen, die noch \u00fcber den Montaz\u00edel in der Ferne drangen. Es war ein ausnehmend sch\u00f6nes Spektakel von sattbunten Reflexionen, das die kristallenen T\u00fcrme schufen. Im Norden lag entsprechend goldener Glanz auf den D\u00e4chern von Aur\u00f3p\u00e9a. Gal\u00e9on staunte, wie weit entfernt die Stadt war. Offenbar hatte er auf dem Weg aus dem Brunnen heraus doch eine viel l\u00e4ngere Strecke zur\u00fcckgelegt als gedacht.<\/p>\n<p data-p-id=\"a70c5e65d2f4890e48b827ce82736076\">Auf der nord\u00f6stlichen Seite der H\u00fcgelkuppe h\u00f6rte er Stimmen und verharrte mitten im Schritt.<\/p>\n<p data-p-id=\"ccbceffae9677062379023aec76b5c00\">\u201eBin&#8217;s langsam leid, f\u00fcr den Tattergreis zu schuften&#8221;, beschwerte sich ein Mann. \u201eWieder die Nacht um die Ohren f\u00fcr nichts!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"41d141f1654c23a1f0da01f01e3990f6\">\u201eIst &#8216;ne leichte Sache&#8221;, antwortete ein anderer. \u201eBesser als Steine schlagen und schleppen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c3aeedf99c2f3ce0cf5cc082ee2ea25\">\u201eMag den Alten nicht. Ist ein falscher Kerl.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5e05e2c7583e86c0dc8d6243109c1387\">\u201eImmerhin zahlt er gut. Und wir kommen in die feinen Villen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b6a774ddbc638cc1a227b8b0c0be046f\">\u201eW\u00fcsste ja gern, wieso er keine eigene hat.&#8221; Der erste Mann stockte kurz und fuhr dann etwas undeutlicher fort, so als habe er etwas im Mund. \u201eFindste nicht seltsam, die Sache mit dem ganzen Krempel von heute fr\u00fch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"752e7e3034bcd065d436094e09102248\">\u201eHauptsache, das Zeug ist weg.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46d18a906badce9bb813bd1a09339c60\">Gal\u00e9on bog sehr vorsichtig getrocknete Zweige beiseite und starrte ungl\u00e4ubig hinunter. Hangabw\u00e4rts lagerten \u00daldaises Knechte. Sie schauten zur Stadt hin\u00fcber und hatten einen Korb bei sich, von dem ein bet\u00f6render Duft nach Honig bis zu den B\u00e4umen hinauf reichte. Gerade holte einer der beiden ein St\u00fcck Geb\u00e4ck hervor und begann, zu schmausen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b2d3047c699adf1a7e01aaf3fdd2cb3c\">Der <em>barch\u00f3rkor<\/em> runzelte die Stirn. Was hatten die beiden hier zu suchen? Es war zwar durchaus nicht unwahrscheinlich, dass man zwischenzeitlich seine Flucht aus dem Brunnen bemerkt hatte. Aber dass sie ausgerechnet hier postiert waren (wenn auch auf der falschen Seite des H\u00fcgels) musste bedeuten, dass \u00daldaise nicht nur wusste, dass es einen Tunnel gab, sondern auch, wo dieser hinf\u00fchrte. Von dem versch\u00fctteten Gang, der kaum gro\u00df genug war, dass ein Mensch hindurch passte, konnte der Alte eigentlich nichts ahnen. W\u00e4re es nicht sinnvoller gewesen, stromaufw\u00e4rts zu suchen?<\/p>\n<p data-p-id=\"40737236079592a9313dbcbddaa079b6\">Oder waren die beiden aufgrund irgendeines bizarren Zufalls hier und ihre Mission hatte gar nichts mit ihm zu tun? An so viel Gl\u00fcck wagte Gal\u00e9on nicht, zu glauben.<\/p>\n<p data-p-id=\"5fa5bd3e9a134cd3dc4cf0003f88f368\">\u201eSo viele Kisten und K\u00f6rbe&#8221;, mampfte der erste. \u201eHab nicht mehr so viel geschleppt, seit ich in der Mine geschuftet hab.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"93f16ad9d73381ea0807a7f4cd8147ab\">\u201eIch sehe uns das Zeug schon zur\u00fcckschleppen. Wollen das bestimmt nicht lange Im Brunnen stehen lassen, die Alten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e1c30ead17ae6e6643677cd3050ca8be\">\u201eGlaubste, er musste den Kram verstecken?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8d564abfa9805a659db2c8da0cfe327d\">\u201eSicher. Vor den M\u00e4usen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9bc09d20fbad1d09ce7a8fc6e7727847\">Die beiden lachten und schmatzten dann eine Weile wortlos weiter.<\/p>\n<p data-p-id=\"aded34b017bb2f929d71b81203f4df3f\">Gal\u00e9on war aus dem gespr\u00e4ch nicht schlau geworden. Nur so viel stand fest: \u00daldaise missbrauchte den Brunnen wohl nicht nur, um unliebsame Menschen verschwinden zu lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6090d33ab4f13093603c213dcb73b472\">Er zog sich vorsichtig wieder zur\u00fcck und versuchte, die allzu auff\u00e4llige Versuchung zu ignorieren, die die M\u00e4chte in Form des Honigkorbes vor seiner Nase platzierten. In einer der unterhaltsamen Geschichten, die er vor heiteren Gesellschaften mit gemischtem Publikum vorgetragen h\u00e4tte, w\u00e4re der gewitzte Held nun geradezu verpflichtet gewesen, die tumben Widersacher mit einer List abzulenken und dann diesen Schatz zu stehlen.<\/p>\n<p data-p-id=\"df48e4bb1cf10939afcdf1921d37bbcb\">Nun, er war kein Held und es gab keinen Anlass, f\u00fcr einen eitlen Schabernack den Erfolg seiner Flucht aufs Spiel zu setzen. Es gab hier schlie\u00dflich nicht einmal Publikum, das er damit beeindruckt h\u00e4tte. Also tat Gal\u00e9on das Vern\u00fcnftige und kroch, so leise es in dem d\u00fcrren Gestr\u00fcpp ging, wieder in Deckung, gerade noch, dass er h\u00f6rte, wie einer der beiden mit vollem Mund gebot: \u201eKomm, wir machen wieder &#8216;ne Runde. Nicht, dass der Alte sich ranschleicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e3d2a9fdd31d75d6667d3328920e3de9\">\u201eDann jammert er wieder, wie faul wir seien. Ich mag&#8217;s nicht, wenn er schimpft!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"545980e0e24cd971c1c3af3e9978fc64\">Sie erhoben sich unter lautem Schnaufen und \u00c4chzen und entfernten sich, zu Gal\u00e9ons \u00dcberraschung und Entsetzen in entgegengesetzte Richtung voneinander. So viel Umsicht hatte er den beiden nicht zugetraut. Allerdings brachte ihn das nun in eine unangenehme Lage. Wenn er versuchte, den H\u00fcgel hinunter zu fl\u00fcchten, w\u00fcrden sie ihn zwangsl\u00e4ufig bemerken. Eine Flucht auf freiem Gel\u00e4nde konnte er nicht bestehen, das versuchte er gar nicht erst, sich einzureden. Er war nach all dem Kriechen und Klettern am Rande dessen, was sein K\u00f6rper noch bew\u00e4ltigen konnte. Spielend w\u00fcrden sie ihn einholen.<\/p>\n<p data-p-id=\"44fc67ec3b1b41ac182b7eb5888e2216\">Ja, er musste hier weg. Er musste h\u00fcgelabw\u00e4rts und so schnell es irgendwie ging zum Ciel\u00e1stel. Aber nicht jetzt. Noch nicht. Wenn er sich nicht regte und still war, w\u00fcrden sie ihn nicht bemerken. Wenn sie \u00fcberhaupt hinter ihm her waren, dann noch nicht, um ihn zu jagen, sondern um auf ihn zu warten.<\/p>\n<p data-p-id=\"f0865bd3480dd25b4c4d6aaa38d7a3b0\">Sie wussten nicht, dass er l\u00e4ngst da war. Unter ihren Augen w\u00fcrde er sich verbergen und ruhen.<\/p>\n<p data-p-id=\"66f5bb4c16beb0dd21896047ccdb8d9d\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"baf11142c94d46ebfbf2727a0232e5e3\">\u201eKann ich dir helfen?&#8221;, fragte D\u00fdamir\u00e9e. \u201eWas machst du da?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ba98d7c8d38672b5f073fd945bd8f72\">C\u00fdel\u00fa hatte sich f\u00fcr einen Landeplatz unweit eines T\u00fcmpels im Steppenland von P\u00edan\u00e1rdent entschieden, in einer menschenleeren Gegend weitab des besiedelten Teils des <em>yarlmal\u00f3n<\/em>, in der es nur ein paar Herden Sichelziegen und kleine grasfressende Nagetiere gab. Hier hatten sie Wasser und Perlenglanz konnte grasen. Morgen um diese Zeit w\u00fcrde er sich an Hafer und duftendem Heu in seinem Verschlag im Ciel\u00e1stel g\u00fctlich tun und die n\u00e4chsten Tage in Ruhe auf der Weide verbringen. Das hatte der Hengst sich verdient. Der Stalldiener hatte sicher auch Ersatzfedern in der passenden Farbe in seinem Inventar.<\/p>\n<p data-p-id=\"b8ce1b22ba456eaca0eeac121bfa9a4a\">\u201eIch mache Feuer, Kind. Ich schichte einen Ring aus Steinen auf und dann sammle ich trockenes Holz.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9a3f99b4212bf2686321ce231f20c1c6\">\u201eSoll ich das machen? Holz f\u00fcrs Feuer sammeln kann ich. Da hinten unter den schiefen B\u00e4umen liegt bestimmt was.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b3a30ce4ba1269c5588b010c3dc327da\">Er musterte sie misstrauisch.<\/p>\n<p data-p-id=\"6c39a061393942a7a792ea3b87f4ddd8\">\u201eIch lauf nicht weg&#8221;, versprach sie.<\/p>\n<p data-p-id=\"23d6366530f1b5388238d98e1f85add5\">Er schaute ihr nach, wie sie sich auf die Suche machte und tats\u00e4chlich nach einer Weile mit einem Armvoll Reisig zur\u00fcckkehrte. Das wiederholte sie noch zweimal, dabei brachte sie ein St\u00fcck Rinde mit und ein paar gro\u00dfe Bl\u00e4tter, die sie von einem Baum gepfl\u00fcckt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"cac5143642e4fcd52acbfca4cbe8e2c6\">\u201eKannst du mir hier vorsichtig ein L\u00f6chlein hineinmachen?&#8221;, bat sie und hielt ihm das Rindenst\u00fcck hin.<\/p>\n<p data-p-id=\"e8daa7852b32f693b3929fd457519fe9\">\u201eWozu?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c80b9304b728398b99c6694a5457c81e\">\u201eIch will mir ein B\u00f6tchen bauen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"97038c8d716b3d222afe60a8b5024c2b\">Er legte die Steine beiseite, nahm sein Messer zur Hand und bohrte dann vorsichtig eine kleine \u00d6ffnung ins Holz. Sie dankte und setzte sich dann hin, um aus einem St\u00f6ckchen und einem der Bl\u00e4tter ein Segel zu machen.<\/p>\n<p data-p-id=\"85a8740d366623a1774213da3268c23f\">C\u00fdel\u00fa beobachtete sie eine Weile und kramte in seinem Weggep\u00e4ck, bis er eine Wachskerze gefunden hatte. Er schnitt ein kleines St\u00fcck davon ab und gab es ihr. \u201eHier. Du musst das Loch noch abdichten. Sonst kommt das Wasser durch und dr\u00fcckt den Mast weg.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"02d4c829534df625def46b02ec87866e\">Sie schaute \u00fcberrascht auf. \u201eDanke.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e9521945d772ee6c89b7e6997c470558\">\u201eDu magst Boote, nicht wahr?&#8221;, fragte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"1f6b30e18193347e338b928e4ec5f2c5\">\u201eMein Papa hat einmal ein gro\u00dfes Abenteuer auf dem weiten Meer erlebt&#8221;, sagte sie. \u201eDas will ich so gern auch einmal sehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c9e79ed043c7129550acd7e857e39caa\">\u201eIch nicht&#8221;, sagte er und baute weiter seine Feuerstelle auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"f78e5688e115cb9ec072064608711306\">\u201eWarum nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f8bcc5a3ff7e5c7cc18a10b9c6577b2\">\u201eIch habe es lieber trocken&#8221;, scherzte er. \u201eUnd hei\u00df.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"26dfed0db112235550799f585d596bc9\">Er zauberte mit einer kleinen Geste das Reisig in Flammen. Schnell loderte ein kleines Feuer hoch.<\/p>\n<p data-p-id=\"60361ee4a2a788d3c3a37c37fd52339d\">D\u00fdamir\u00e9e beschaute sich das mit mildem Interesse. \u201eDa kann mein Papa auch&#8221;, lie\u00df sie ihn wissen. \u201eAber er meint, man kann ebenso gut Feuerstein und Zunder nehmen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9fa1bdf07069422cf30d4a34251e0e90\">\u201eDann zeige ich dir jetzt etwas, was dein Papa bestimmt nicht kann. Schau her!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c229e98d5ec55f417600488104f680d\">Er zog sich den rechten Handschuh aus und griff mit blo\u00dfer Hand mitten in das Feuer hinein. Die Flammen erloschen augenblicklich, bis auf ein winziges Fl\u00e4mmchen, das er auf seiner Handfl\u00e4che hielt, ohne dass es ihn versengte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1b4910d76c63a5705a0197340c251b13\">D\u00fdamir\u00e9e staunte. \u201eWas ist das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3e64ebd3590e5e583e572e7a785b8c5b\">\u201eDas, Kleines, ist die Herzflamme. Jedes Feuer hat eine. Wenn man sie erkennt und fortnimmt, l\u00e4sst sich jedes Feuer bezwingen.&#8221; Er goss das Fl\u00e4mmchen wieder zur\u00fcck, und das Lagerfeuer brannte weiter.<\/p>\n<p data-p-id=\"00eec57be60fd0166853103eb7d09f49\">\u201eDas ist aber praktisch&#8221;, sagte sie anerkennend. Damit kannst du ganz schnell l\u00f6schen, wenn einmal ein Haus oder der Wald brennt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e80e08d859dd10ef940d35c24cac945c\">\u201eJa. Das ist ein Zauber, den nur wir beherrschen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"79e1a421735f067adcf1d551c160dce4\">\u201eWir haben auch Zauber, die nur wir &#8230; die nur <em>camat&#8217;ay<\/em> beherrschen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8bd7b321403878f97d0447d791e05ca\">\u201eTats\u00e4chlich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c1802a44005dc46d19d3ca6da85ed327\">\u201eMein Papa kann sich in Tiere verwandeln. Er war sogar einmal ein Drache.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"68f641e07dd7fe4909fad398b0b80fa1\">\u201eInteressant.&#8221; C\u00fdel\u00fa war belustigt. Der Drache war kindliche Prahlerei, aber dass die Schwarzgewandeten Tiergestalten f\u00fcr ihre schlimmen Taten nutzten war nicht neu. Es zeigte, wie gewitzt sie zu Betrug f\u00e4hig waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"9b822a0aec3489de3f5347b20ed62103\">\u201eIch will nach Hause&#8221;, sagte sie unvermittelt. \u201eMeine Mama macht sich Sorgen. Und wenn Papa wieder zur\u00fcckkommt und erf\u00e4hrt, dass du mich gestohlen hat, wird es sehr w\u00fctend auf dich sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f786fce1f614bd47edbff4fbb35fe993\">\u201eDarauf bin ich vorbereitet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eb50df92151773bfb6479e9211dd62e3\">\u201eEr wird dich mit einem ganz, ganz m\u00e4chtigen Zauber besiegen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"619be63b733ffbba3c2db6f448ee1eeb\">\u201eDas kann ich mir denken, Kleines. Und wenn er so t\u00f6richt ist, es zu versuchen, werden wir mit einem noch viel gr\u00f6\u00dferen Zauber antworten. Womit bek\u00e4mpft man Dunkelheit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4ae8be871c31b61ac6d8f24b321f96d\">\u201eMit Feuer?&#8221;, fragte D\u00fdamir\u00e9e zornig.<\/p>\n<p data-p-id=\"11cf96afb545d8b8a167dac0f07e24c0\">\u201eWo Feuer ist, Sonnenlicht und Farben, da ist kein Platz f\u00fcr die Nacht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f6883e15e97160a02095df040d36a333\">Sie schwieg. Dann erhob sie sich wortlos, ging hin\u00fcber ans Wasser und lie\u00df das B\u00f6tchen schwimmen. Er seufzte, schaute dem Flammenspiel zu und bedauerte, dass er sich hatte hinrei\u00dfen lassen.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2505","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2505","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2505"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2505\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3809,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2505\/revisions\/3809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2505"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2505"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2505"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}