{"id":2485,"date":"2025-08-25T12:08:49","date_gmt":"2025-08-25T10:08:49","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2485"},"modified":"2025-09-01T08:59:14","modified_gmt":"2025-09-01T06:59:14","slug":"032-andere-saiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/032-andere-saiten\/","title":{"rendered":"032: Andere Saiten"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"bbaea23fce4e3cc72db1c9e494104d8f\">Als die Sonne \u00fcber die Wipfel der B\u00e4ume am See gestiegen war, hatte ich mich so weit gefasst, dass ich wieder etwas klarer denken konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3001a583ccbd51ad7ede49d36ad5e36e\"><em>Yarl <\/em>Mor\u00e9aval blieb bewusstlos, was mich beinahe ein wenig erleichterte. Ich h\u00e4tte nicht gewusst, was ich f\u00fcr ihn h\u00e4tte tun k\u00f6nnen, wenn er nun zu sich gekommen w\u00e4re. Die Nachtblumen schienen daf\u00fcr zu sorgen, dass er kein Blut mehr verlor, sein Atem war regelm\u00e4\u00dfig und er schien keine Schmerzen zu leiden. W\u00e4re diese gr\u00e4ssliche Wunde nicht gewesen, h\u00e4tte man meinen k\u00f6nnen, er schliefe tief und entspannt.<\/p>\n<p data-p-id=\"3f409330222bb8a7e5068e5a7fa7cd93\">Ich hatte mich dazu \u00fcberwinden k\u00f6nnen, wenigstens seinen G\u00fcrtel zu \u00f6ffnen, damit er m\u00f6glichst bequem lag. Wegnehmen konnte ich den Riemen nicht, denn die leere Schwertscheide hing daran und war von den Blumenranken \u00fcberwuchert. Aber mir fiel ein seltsames Anh\u00e4ngsel in die Finger, das nahe der Schnalle befestigt war; zwei runde Lederscheiben, etwa halb so gro\u00df wie meine Handfl\u00e4che. Als ich die Plaketten umdrehte, erkannte ich, dass mit sehr viel Kunstfertigkeit jemand mit einem extrem feinen Werkzeug ein Bild darauf punziert hatte. Das eine war das erstaunlich detaillierte Portr\u00e4t einer \u00e4lteren Dame mit altmodischem Kopfputz. Das andere zeigte eine junge Frau mit hoher Stirn und langem, glatten Haar und ein lockenk\u00f6pfiges Kleinkind.<\/p>\n<p data-p-id=\"33f0a6a0dc4317cb3e0c4205a03657fb\">Das brachte mir schmerzlich in Erinnerung, dass Mor\u00e9aval kein einsamer K\u00e4mpfer war. Aber ich durfte mich jetzt nicht ablenken lassen. Vorsichtig legte ich ihm die Bilder seiner Mutter, seiner <em>h\u00fdardora<\/em> und seiner kleinen Tochter in die Hand und schloss seine gepanzerten Finger darum. Dann musste ich mich losrei\u00dfen. Ich verlor Zeit.<\/p>\n<p data-p-id=\"7c6999fd2dcc77e6104048077192e1df\">So schlecht und unn\u00fctz ich mir dabei vorkam, lie\u00df ich ihn f\u00fcrs erste einfach liegen. Hier konnte ihm nichts geschehen, und am Himmel waren nur harmlose Sch\u00f6nwetterwolken zu sehen. Falls es anfinge, zu regnen, w\u00fcrde ich ihn mit irgendetwas bedecken m\u00fcssen, aber dar\u00fcber konnte ich sp\u00e4ter nachdenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"0f73648f48b2f8b6fa1517dcf3176ea4\">Immerhin gelang es mir, sein Pferd einzufangen, das schlie\u00dflich wieder am Eta\u00edmalon auftauchte. Wahrscheinlich wurde es von den Kr\u00e4uter- und Gem\u00fcsebeeten angelockt , die Yalomiro dort f\u00fcr mich angelegt hatte. Einen Moment lang \u00fcberlegte ich ernsthaft, ob ich mir das Pferd wohl ausleihen konnte, um nach Wijdlant zu gelangen. Das allerdringlichste war, Yalomiro zu beichten, was geschehen war. Aber das war ein dummer Gedanke; schlie\u00dflich konnte ich weder reiten noch w\u00fcrde ich auf eigene Faust den richtigen Weg \u00fcber den Montaz\u00edel finden. Ich w\u00fcrde entweder noch im Boscarg\u00e9n vom Pferd fallen und verungl\u00fccken oder mich so hoffnungslos verirren , dass Yalomiro schon l\u00e4ngst wieder am Eta\u00edmalon anlangte, w\u00e4hrend ich mich in den Schluchten und auf den P\u00e4ssen verlief. Dann st\u00fcnde er hier, ohne zu erfahren, was passiert war.<\/p>\n<p data-p-id=\"61419b0e403533502a095dbd36239513\">Es blieb mir wohl tats\u00e4chlich nichts weiter \u00fcbrig als zu warten, dass er von seiner Reise zur\u00fcckkehrte. Aber wie lange w\u00fcrde das dauern? Was geschah derweil mit D\u00fdamir\u00e9e? Ob es ihr gut ging? Ob dieser sonderbare <em>arcaval&#8217;ay<\/em> sie wenigstens gut behandelte?<\/p>\n<p data-p-id=\"cf9bd67b5bfd3995eb47212f65153ca2\">Und \u00fcber alldem schwebte die Frage: Was hatte der Regenbogenritter mit unserem Kind vor? Was w\u00fcrde er von uns verlangen, um D\u00fdamir\u00e9e auszul\u00f6sen?<\/p>\n<p data-p-id=\"f5083288e4412c53f69b7bf203d3caf3\">Mor\u00e9avals Pferd tat sich an meinen Beeten g\u00fctlich und lie\u00df sich nicht von mir st\u00f6ren. Um etwas Sinnvolles zu tun, versuchte ich, das Tier abzusatteln und vom Gep\u00e4ck seines Herrn zu befreien. Damit war ich eine Weile besch\u00e4ftigt, da ich keine Ahnung hatte, welche der vielen Schnallen tats\u00e4chlich zu \u00f6ffnen waren. So demontierte ich das Sattelzeug nach und nach Riemen um Riemen und war froh dar\u00fcber, dass mir niemand zuschaute. Dabei klagte ich dem Pferd mein Leid. Der gro\u00dfe braune Hengst war ein geduldiger Zuh\u00f6rer, aber als ich endlich auch sein Zaumzeug in H\u00e4nden hielt, trottete er einfach davon. Ich lie\u00df ihn laufen. Hier im Wald konnte ihm nichts geschehen, und sicherlich w\u00fcrde das Ross sich nicht allzu weit von meinem G\u00e4rtchen entfernen.<\/p>\n<p data-p-id=\"686ddbd52fe7ad08da251ea30066f464\">Ich schleppte die Habe des Ritters in den Eta\u00edmalon und legte das Zeug in D\u00fdamir\u00e9es Zimmer ab, wo es kein Unbefugter finden w\u00fcrde. Das war l\u00e4cherlich, denn es war nicht zu erwarten, dass noch jemand ausgerechnet jetzt auftauchen w\u00fcrde, um zu stehlen. Anderseits hatte ich den Schutzzauber um den Wald aufgegeben und jeder, dem es einfiel oder den es zuf\u00e4llig her verschlug, konnte ungehindert in das Geb\u00e4ude eindringen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b9cd0895020ca0bc83525723d843c742\">Jahrhundertelang hatten die <em>camata&#8217;ay <\/em>das Heiligtum beh\u00fctet. Niemand konnte ohne Wissen und Billigung des Gro\u00dfmeisters in den Wald hinein. Wahrscheinlich war \u2013 abgesehen von jener Zeit zwischen dem Tod von Askyn Lagoscyre \u2013 Yalomiros altem Meister \u2013 und seiner R\u00fcckkehr hierher von zehn Jahren \u2013 der Eta\u00edmalon niemals ganz ohne H\u00fcter gewesen. Irgendjemand war immer im Boscarg\u00e9n gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"34104de4d3339a8b606f0c99988be78e\">Und ausgerechnet jetzt tauchte ein Regenbogenritter auf, einer jener Magier, die sich all die Zeit nicht um die Schattens\u00e4nger gek\u00fcmmert hatten. Wie hatte er von dem so au\u00dfergew\u00f6hnlich g\u00fcnstigen Moment wissen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p data-p-id=\"c31fa50c36199da72d636afe78dc6b87\">Ich setzte mich auf D\u00fdamir\u00e9es Bettkante und lie\u00df meinen Blick \u00fcber die wenigen Dinge gleiten, die sich abgesehen von ihrer Schlafstelle im Raum befanden. Ein Au\u00dfenstehender h\u00e4tte sicherlich nicht vermutet, dass dies hier ein Kinderzimmer war. D\u00fdamir\u00e9e besa\u00df nicht viel, abgesehen von etwas Kleidung und einigen primitiven Spielsachen, die ich und Yalomiro unbeholfen selbst f\u00fcr sie aus Material gebastelt hatten, das wir teils aus der Natur gesammelt, teils von den Bewohnern des Dorfs bei der Erzmine besorgt hatten. Auf ihrem Kopfkissen sa\u00df ein unf\u00f6rmiges, mit Wolle ausgestopftes Kuscheltier aus Filzresten, das ich vor vielen Jahren mehr schlecht als recht zusammengen\u00e4ht hatte. Es sah aus wie eine Kreuzung aus einem B\u00e4ren und einem Schaf und war D\u00fdamir\u00e9es st\u00e4ndiger Begleiter gewesen, als sie noch ein kleines Kind gewesen war. Yalomiro hatte die wackligen N\u00e4hte so oft mit Magie repariert und geflickt, dass das Schmusetier nun praktisch unzerst\u00f6rbar war. Ich nahm es in die Hand und lie\u00df meine Gedanken treiben. Nicht einmal das hier hatte sie bei sich, war ganz allein und dem Wohlwollen des <em>arcaval&#8217;ay<\/em> ausgeliefert.<\/p>\n<p data-p-id=\"3873fe8dd95072b304b35c78fbd949af\">Mir musste dringend etwas einfallen. Aber was konnte ich ganz allein hier tun?<\/p>\n<p data-p-id=\"0262d354e8abbad0af3f1be2f6a23db7\">Was hatte der Regenbogenritter <em>wirklich<\/em> hier zu suchen gehabt? Gab es im Eta\u00edmalon irgendetwas, das die Hellen Magier interessieren k\u00f6nnte? Irgendein geheimes Artefakt, von dem ich nichts ahnte, vielleicht sogar etwas, wovon Yalomiro nichts wusste? Etwas aus dem Nachlass der alten Gro\u00dfmeister?<\/p>\n<p data-p-id=\"3adfbfd23972678e78d458f773a974ef\">Ich nahm das Stofftier mit mir und ging hin\u00fcber in Yalomiros ehemaliges Zimmer, den Raum, den ich damals, als ich vor zehn Jahren hierher geraten war, mit dem Weltenschl\u00fcssel betreten hatte. Hier hatte er als Sch\u00fcler des Gro\u00dfmeisters gewohnt und nutzte ihn jetzt, um Utensilien und Schriften aufzubewahren, die er aus dem privaten Gemach von Meister Ask\u00fdn hierher ger\u00e4umt hatte. Dieses, das gr\u00f6\u00dfte als Unterkunft im Eta\u00edmalon bestimmte Zimmer, bewohnten wir nun miteinander. Yalomiro wollte keine Spuren des alten Meisters um sich haben, wenn wir beieinander waren. Ich konnte das nachvollziehen. So sehr ich meine Gro\u00dfmutter geliebt hatte, in meinem alten, zur\u00fcckgelassenen Leben h\u00e4tte ich auch nicht unbedingt ihre alten M\u00f6bel in meinem Schlafzimmer aufgestellt.<\/p>\n<p data-p-id=\"74eb6feab5dd433dbf7017bcb3997046\">Ich schaute mich in dem Raum um, der nun zum Stauraum f\u00fcr jegliches magische Inventar im Eta\u00edmalon geworden war. Die Sachen in den Regalen und auf dem Tisch lagen ohne erkennbares System umher. Yalomiro hatte wenig Sinn f\u00fcr Ordnung, aber er beherrschte sein kreatives Chaos mit schlafwandlerischer Pr\u00e4zision.<\/p>\n<p data-p-id=\"6ef4b9b70c77894ab746c5152362cf74\">Ich setzte das Stofftier auf den Tisch und nahm nacheinander einige der B\u00fccher, Gef\u00e4\u00dfe und Utensilien zur Hand. Dabei fiel mir etwas in die H\u00e4nde, wovon ich nicht sofort erkannte, was darstellen sein sollte. Zwischen einem Stapel ledergebundener magischer Schriften und einem offenen Holzk\u00e4stchen mit verschiedenen Steinen lag eine h\u00f6lzerne Spule, auf die etwas aufgewickelt war. Es sah aus, wie eine transparente Schnur. Nein, mehrere Schn\u00fcre, akkurat nebeneinander aufgewickelt.<\/p>\n<p data-p-id=\"13ba8fcc437fdde0b95fcd7bc763e681\">Ich nahm die Spule in die Hand und runzelte die Stirn. Was mochte das sein? Es war kein Garn, keine Kordel, kein Faden. Aber ich war mir sicher, so etwas schon einmal gesehen und ber\u00fchrt zu haben.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e637502960e87fdbbd80c66c6766904\">Ich strich vorsichtig \u00fcber die aufgewickelten Str\u00e4nge und zog den Finger rasch zur\u00fcck. Ich hatte etwas <em>gesp\u00fcrt<\/em>, wie einen winzigen Stromschlag, nicht heftiger, als h\u00e4tte ich einen aufgeladenen Wollpullover ber\u00fchrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"1bcff70cfb3710e7cc4841e6f61e359e\">Ich stutzte und versuchte es vorsichtig noch einmal. Wieder gab es eine kleine Entladung, aber es geschah noch etwas anderes. Der Faden schimmerte unter meiner Fingerspitze silbrig auf, ein Funke schien ein kleines St\u00fcck weit in die Schnur hinein zu fahren und wieder zu verglimmen.<\/p>\n<p data-p-id=\"acef1310fb484f36a2ec1e075f4bb3f8\">Und dabei hatte ich ein Ger\u00e4usch geh\u00f6rt. Oder nein &#8230; nicht geh\u00f6rt, nicht als Klang hier im Zimmer. In meiner Erinnerung, ganz, ganz leise, wie in gro\u00dfer Entfernung. Ein <em>Bruchst\u00fcck<\/em> von dem Klang, den ich so sehr liebte und der mich und Yalomiro so fest verband.<\/p>\n<p data-p-id=\"e53a1eae0cd863451532b1ba962f39a9\">Saiten, begriff ich. Das waren <em>Saiten!<\/em> Ersatzsaiten f\u00fcr Yalomiros magische Geige.<\/p>\n<p data-p-id=\"b6b52b871a5b1d5f2965aded06db06a0\">Ich versuchte es noch einmal, aber diesmal geschah nichts mehr, keine Entladung, kein Gedankenklang. Womit auch immer ich den Funken, diesen lautlosen Ton ausgel\u00f6st hatte, ich hatte es wieder verbraucht. Aber zweifellos hatte Yalomiros Artefakt auf mich reagiert. Nein, nicht auf mich \u2013 auf meine <em>maghiscal<\/em>. Unkundige waren nicht dazu in der Lage, Schattens\u00e4ngerartefakte zu benutzen, das war unm\u00f6glich. Ohne Magie h\u00e4tte<\/p>\n<p data-p-id=\"f4d06542db0add847540930b0a72ac13\">ich die Saiten ber\u00fchrt, ohne etwas zu sp\u00fcren oder zu h\u00f6ren. Bedeutete das, dass sich meine Kr\u00e4fte regenerierten? Konnten mir magische Geigensaiten dabei helfen, meine Magie wieder zu aktivieren, wenn ich nur ein wenig damit wartete?<\/p>\n<p data-p-id=\"db7b11c955513138b099ed6c72d38518\">Ich umschloss die Spule fest mit meiner Hand und wagte nicht zu hoffen. Dann rannte ich hin\u00fcber in Nokt\u00e1mas Saal.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"8ba6f33215af05be96fbdb751c9fb1bd\">\u201eWas war denn heute Nacht los?&#8221;, fragte T\u00edjnje aufgeregt.<\/p>\n<p data-p-id=\"8245dcc90e69781ac3d6fb7f20ecfe6b\">\u201eWas soll los gewesen sein?&#8221;, fragte Manj\u00e9v gelassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0dcfeb825824539858369f29994745c4\">\u201eNa ja. Mama hat mir gesagt, dass L\u00e1as wohl heute nicht mit in die Lehrstunde kommt. Opa hat ihn und J\u00e1ndris mit aufs Feld genommen.&#8221; Das kleine M\u00e4dchen kicherte. \u201eIch hab L\u00e1as vorhin gesehen. Er sah aus, als w\u00fcrde er noch schlafen, so m\u00fcde war er. Aber er wollte mir nicht sagen, warum er die halbe Nacht wach war.&#8221; Sie schaute sich um und f\u00fcgte emp\u00f6rt hinzu: \u201eEr sagt, das geht mich gar nichts an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e7222c39645b924252780c3a06d29515\">Manj\u00e9v l\u00e4chelte finster, nahm das K\u00f6rbchen mit Wecken entgegen, das einen K\u00fcchenmagd ihr anreichte und gab es an T\u00edjnje weiter, um die H\u00e4nde f\u00fcr den kleinen Milchkrug und die Tonbecher frei zu haben. Etwas Zerbrechliches mochte die <em>teirandanja<\/em> ihrer kleinen Gef\u00e4hrtin noch nicht anvertrauen. Ohnehin war es nicht statthaft, dass die M\u00e4dchen sich ihr Fr\u00fchst\u00fcck selbst in der K\u00fcche holten. Die K\u00fcchenm\u00e4gde jedoch kamen gehorsam der Bitte der kindlichen Herrin nach und h\u00e4ndigten ihr gehorsam das Gew\u00fcnschte aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"0c6ee16bef7d37520de2f385af291888\">\u201eDer Sohn von Herrn Wa\u00fdreth wollte in mein Zimmer einbrechen. Fast w\u00e4re er drin gewesen. Mein Papa hat ihn gerade noch wegschubsen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"105db0ef80153d774c498d07a990d6fe\">\u201eEinbrechen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e172131785e1ea615ed4864909baf413\">\u201eDurchs Fenster.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ae7ee3a95a0e966ae0245b8cb2e059b0\">T\u00edjnje war sprachlos. Manj\u00e9v trug die Morgenmilch voran, durch eine Nebent\u00fcr hinauf aus dem Hof. Das kleinere M\u00e4dchen eilte hinterher.<\/p>\n<p data-p-id=\"1a7bfff5aa683f42fa423099ee7fb9d8\">\u201eWie ist er denn ans Fenster &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f4c5cac78e643a89efbfe5ed02877301\">\u201eKeine Ahnung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fb04d40b49152f3648d95321779fc477\">\u201eUnd was wollte er?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"99ea5da5a0b7f4890247ec8f4d92ac73\">\u201eIch wei\u00df nicht. Vielleicht wollte er meine Krone stehlen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d43a9e473db8832020c999f6cf1f37ef\">Diese Idee schien T\u00edjnje nicht zu \u00fcberzeugen. \u201eWas soll denn ein Junge mit einer M\u00e4dchenkrone?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a4febf8b465e2d06ca6b648df9abbeea\">\u201eVielleicht wollte er ja auch was anderes. L\u00e1as und J\u00e1ndris haben jedenfalls mit ihm gek\u00e4mpft. Mein Papa wird die beiden daf\u00fcr reich belohnen. Vielleicht bekommt L\u00e1as endlich den Helm, den er sich so lange w\u00fcnscht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8a0562c54565490b3796a77b6fdc164\">\u201eUnd der Sohn von <em>yarl<\/em> Althopian?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3dc766442f9a39ce75c9720273fa7c3e\">\u201eDen l\u00e4sst meine Mama ganz bestimmt im finsteren Verlies in Eisen legen, bis die Ratten ihn auffressen! &#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"6a663829a69510a9653a31b8267b181b\">T\u00edjnje runzelte skeptisch die Stirn. Sicher konnte die Kleine sich weder vorstellen, dass die g\u00fctige <em>teiranda<\/em> so etwas veranlassen w\u00fcrde, noch dass es in Wijdlant ein rattenbev\u00f6lkertes Verlies gab. Andererseits hatte L\u00e1as erst k\u00fcrzlich eine gruselige Geschichte erz\u00e4hlt, in der einem tapferen <em>teirandanjor<\/em> genau dieses Schicksal widerfahren war.<\/p>\n<p data-p-id=\"fefe62cb2d4e520fa0a821f89f97a629\">Gr\u00fcbelnd folgte sie ihrer Herrin und knabberte dabei an ihrem Brot. Dass es nicht normal war, durch das Fenster ungebeten in das Zimmer einer <em>teirandanja<\/em> einzudringen, war nicht artig. Da war es auch unerheblich, wie der fremde Junge es \u00fcberhaupt geschafft hatte, dorthin zu gelangen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3a3774973a4e755dd15e5ee159414829\">\u201eWenn mein Papa hier gewesen w\u00e4re&#8221;, sagte sie dann, nachdem sie einen Bissen heruntergeschluckt hatte, \u201edann w\u00e4re das nicht passiert. Der h\u00e4tte gut auf dich aufgepasst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b52db4ae0e9f509016eb2a36aa918e4b\">\u201eDas wei\u00df ich doch, T\u00edjnje. Ich bin auch froh, wenn er wieder hier ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ca0742895e5c4506ed697fc49f4b258d\">\u201eGut, dass dein Papa da war. Hat er den Jungen wirklich aus dem Fenster geschubst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1396f795d853f736bf5c36335ae58427\">\u201eJa, hat er.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c39f602808dee2518ce26c99723d8c5\">\u201eAber hat der sich dabei nicht ganz schlimm weh getan?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4a7534346633d47fa644173f105252de\">Manj\u00e9v \u00fcberlegte kurz und lief dann hin\u00fcber zu dem Beerenbusch unterhalb ihres Fensters. Der Strauch stand kr\u00e4ftig und es schien ihm weder ein \u00c4stlein geknickt, noch hatte er Bl\u00e4tter verloren. Manj\u00e9v versuchte, sich ihre Verwirrung nicht ansehen zu lassen. \u201eIch glaube nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"535c1d7b2af83f712b2372ec2a8a34f5\">\u201eNa, dann ist es ja gut. Gehen wir jetzt hinauf und spielen, bis die <em>opayra<\/em> und der <em>mestar<\/em> kommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c73a817b27f120aaa75a217940be8ab\">\u201eNein. Wir gehen nachschauen, wo L\u00e1as und J\u00e1ndris sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3c44d2224f2536c05ec4c4044271f53f\">\u201eAber das d\u00fcrfen wir nicht. Die sind au\u00dferhalb der Mauern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"acf4b68b1f04740e07c399fb5110c056\">\u201eNa und?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"39bdf1ea850810989a06a54e5ace2989\">\u201eDa d\u00fcrfen wir ohne einen Erwachsenen nicht hin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b3f57f7c08edcf456609b45d3671ae5d\">Das war ein berechtigter Einwand. Manj\u00e9v warf einen Blick hin\u00fcber zum Torw\u00e4chter, der die Leute kontrollierte, die die Zugbr\u00fccke benutzten. An dem war kein Vorbeikommen. Zwar gab es noch weitere Au\u00dfent\u00fcren, die f\u00fchrten allerdings auf den inneren Wall zwischen Mauern und Burggraben, brachten sie also nicht weiter.<\/p>\n<p data-p-id=\"7da652dbe55f360134d1d4c22b2b516d\">\u201eWir k\u00f6nnten nach oben gehen und aus dem Fenster gucken&#8221;, schlug T\u00edjnje vor. \u201eSie sind bestimmt auf dem Westfeld. Da haben sie genug Platz.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"33c3ed8cab2df86a0cf31b7a41cc33cf\">\u201eDann komm!&#8221; Manj\u00e9v eilte zum Hauseingang hin\u00fcber.<\/p>\n<p data-p-id=\"a6a28b9ae87d92de3e2055593da369f1\">\u201eHe! Wollen wir nicht wenigstens unsere Milch trinken? Oder tr\u00e4gst du den Krug den ganzen Tag mit dir herum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67ca01e643d85d79658f2fd137e09b79\">Die <em>teirandanja<\/em> seufzte, gab dem kleinen M\u00e4dchen den Becher in die Hand und schenkte ihr ein. T\u00edjnje trank bed\u00e4chtig und f\u00fcr Manj\u00e9vs Geschmack viel zu langsam. Sie wollte nicht zu lange f\u00fcr alle Augen sichtbar auf dem Hof stehen. Schlie\u00dflich konnte jeden Moment die <em>opayra<\/em> oder der <em>mestar<\/em> auf der Suche nach den M\u00e4dchen auftauchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"14d6793e4d18646e97ecac3ff6e3d6a5\">Manj\u00e9v nahm sich selbst von der Milch. Becher und den leeren Krug konnten sie einfach hier auf dem M\u00e4uerchen stehen lassen; jemand w\u00fcrde das Geschirr schon in die K\u00fcche zur\u00fcckbringen. Auf den Wecken hatte sie keine Lust, nicht jetzt. Doch Essbares fortzuwerfen sahen die Eltern nicht gern, und es war gerade kein Pferd oder Hund in der N\u00e4he, dem sie es verbotenerweise h\u00e4tte zustecken k\u00f6nnen. Also verstaute sie das Milchbr\u00f6tchen achtlos in dem Samtbeutelchen, den sie am G\u00fcrtel trug und der ansonsten nur ein paar Haarspangen, ein paar Murmeln aus Achat und ein Halbdutzend Kupferm\u00fcnzen enthielt.<\/p>\n<p data-p-id=\"b0620a20af9221a28239b64d06d096e4\">\u201eBist du endlich fertig?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5372e7297145b1c8a76f2924060f5cea\">\u201eDie laufen uns schon nicht weg&#8221;, seufzte T\u00edjnje und stellte ihren Becher neben den Krug. \u201eGehen wir rauf zu deinem Gemach?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4a70b2af53e79c80ecf3648955fcdf29\">\u201eIns Geschoss dar\u00fcber. Da sucht uns niemand.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e292ed9dd2cecf40225f63d4c70aebd1\">\u201eAber da wohnen doch die <em>opayra<\/em> und der <em>mestar<\/em>, gleich neben dem Lernzimmer, und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e672081caa7eebdcfcde10c6545e7b6c\">\u201eJa. Eben darum. Da suchen sie uns zu allerletzt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eaf0c774f7890b5c8134ae58b4247e39\">Eigentlich h\u00e4tte es kein Problem darstellen sollen, das Stiegenhaus zwischen der Halle und dem Wohnhaus zu benutzen. Aber als die M\u00e4dchen im zweiten Geschoss anlangten, fanden sie den Zugang zum Korridor mit den Gastgem\u00e4chern ungew\u00f6hnlich bev\u00f6lkert vor. Fast ein Dutzend Personen, Damen, Gesinde und sogar einige M\u00e4nner, die Althopian und Emberbey begleitet hatten, hatten sich zusammengeschart. Auch T\u00edjnjes Mutter, die <em>yarlara<\/em> von Mor\u00e9aval stand dabei, woraufhin die Kinder sich beeilten, vorbeizuhuschen. Sie wurden nicht bemerkt, denn alle Erwachsenen waren m\u00e4uschenstill und blickten gebannt und verwundert ans Ende des Korridors, von wo aufgebrachtes Stimmengewirr ert\u00f6nte. Ged\u00e4mpft zwar von einer dicken Holzt\u00fcr, aber dennoch so laut, dass ohne Zweifel stand, dass sich dort hinten, im Amtszimmer des <em>teirand<\/em>, M\u00e4nner aus Leibeskr\u00e4ften anschrien. Manj\u00e9v erkannte die Stimme des Vaters und wunderte sich. Sie kannte den stets so entspannten, gutm\u00fctigen <em>teirand<\/em> nur freundlich und umg\u00e4nglich. Was immer die Herren da zu bereden hatten, es war keine h\u00f6fisch-diplomatische Plauderei. Auf gar keinen Fall.<\/p>\n<p data-p-id=\"92ad93acfa877bf63ae703ee7f61d031\">Manj\u00e9v zog T\u00edjnje energisch weiter die Treppe hinauf und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Hoffentlich war das ein Donnerwetter, unter dem der hell\u00e4ugige Knabe aus Althopian sich geh\u00f6rig zusammenkauern musste.<\/p>\n<p data-p-id=\"66f5bb4c16beb0dd21896047ccdb8d9d\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"afb5077a5efa068c8fc923286da47c58\">Merrit Althopian entspannte sich ein wenig. Auch Osse Emberbey nutzte die Gelegenheit, sich etwas auszustrecken. Seit der <em>teirand<\/em> und die beiden Ritter von ihren Pl\u00e4tzen aufgesprungen waren und nun aufgebracht im Raum umherliefen, hatten sie etwas mehr Platz unter dem Tisch. Lediglich der Mann mit den schwarzen Beinkleidern und Schuhen sa\u00df weiterhin am Tisch und wirkte, soweit man es an der Haltung seiner F\u00fc\u00dfe beurteilen konnte, \u00fcberraschend gelassen. Er war auch der einzige, der nicht herumbr\u00fcllte. Er wolle sich nicht einmischen, hatte er gesagt. Er beobachte lediglich.<\/p>\n<p data-p-id=\"73aa3061b51f247be1175def73797a8d\">Bei den M\u00e4chten, wer war dieser Mensch?<\/p>\n<p data-p-id=\"d1c2f27974c1d0b833f0ffe696da5228\">Aber auch wenn die Kinder f\u00fcr den Moment ein wenig Beweglichkeit gewonnen hatten, hatte sich ihre Situation nicht wesentlich gebessert.<\/p>\n<p data-p-id=\"0eb3a50b31e7aee6e06b1745bfa3698a\">\u201eDas ist ungeheuerlich, Emberbey!&#8221;, rief der <em>teirand<\/em> aus. \u201eWie k\u00f6nnt Ihr es <em>wagen<\/em>, auch nur daran zu denken, dass &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"39783a634711d2534054366bd2a12b39\">\u201eIch habe keine Wahl, Majest\u00e4t! Und ganz sicher habe ich es nicht leichtfertig getan!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff581784ad2fb2a4e59ecfc297b49bc1\">\u201eAusgerechnet aus Rodekliv! Das ist v\u00f6llig ausgeschlossen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"904b0844a5cbe32f6d26180a08b96a01\">\u201eWas soll ich tun? Ist es meine Schuld, dass meine Schwester ausgerechnet mit einem sittenlosen Haderlump von dort davongelaufen ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48fb2f7da830d4e61b6accb6814546af\">\u201eDas Schicksal Eurer Schwester, Emberbey, so tragisch es sein mag, es tut hier nichts zur Sache! Ich will keinen k\u00fcnftigen K\u00e4mpfer aus Rodekliv! So tief wird Spagor nicht sinken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7542a33af5fdfc614fbba3d4d95b9a9b\">\u201eHerr&#8221;, lenkte Wa\u00fdreth Althopian ein, \u201ewir reden hier immer noch von einem <em>Kind<\/em>. Nicht von einem &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dc8abf7a9cea1aa4fbe353584425d1f6\">\u201eAlthopian! Musste ich mir nicht all die Winter gerade von Euch anh\u00f6ren, welche Bedrohung hinter den Grenzen lauert? Wie ernst es zu nehmen sei, wenn die <em>yarlay<\/em> von Rodekliv und Ferocriv\u00e9 die Gelegenheit ergreifen, um zuzupacken?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5e728d659a88312145057a6473bafa73\">\u201eDie Gefahr will ich mitnichten herunterspielen. Ich gebe nur zu bedenken, dass &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"888a1b1d4a5b98292021ff7305c8b19d\">\u201eEs ist das n\u00e4chstbeste, was ich meinem <em>teirand<\/em> an m\u00e4nnlichem Blutsverwandten bieten kann, Majest\u00e4t&#8221;, fiel der alte Ritter Althopian ins Wort. \u201eEs war offenbar nicht Wille der M\u00e4chte, dass meine Schwester nach Valvivant, For\u00e9tern oder meinetwegen Iva\u00e1l zu gehen beliebte!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"28b24871404360334299f5702a74e3b9\">\u201eNun zieht nicht Iv\u00e1al in die Sache hinein&#8221;, zischte Althopian.<\/p>\n<p data-p-id=\"8953ec8a6bc8b2171badb7187936022b\">Merrit Althopian unter dem Tisch verzog jammervoll das Gesicht. Dass jemand das <em>yarlmalon <\/em>Iv\u00e1al erw\u00e4hnte, schien ihm ebenso einen Stich zu versetzen wie seinem Vater.<\/p>\n<p data-p-id=\"5cc94115bedea32e0b0fbcc0e3375ec9\">Asga\u00fd von Spagor lie\u00df sich schwer in seinen Sessel fallen. Sein ausgestrecktes Bein fuhr zwischen die beiden Jungen wie ein Zaun.<\/p>\n<p data-p-id=\"74ebd44fbb2ab0785970fc961c886a6a\">\u201eEs f\u00e4llt Euch reichlich sp\u00e4t ein, diesen letzten Ableger derer von Emberbey aus einer derart ungesunden Umgebung herauszuholen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19460a0db5db13d9cf47dda3dec58ab0\">\u201eHerr, ich &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4c59b5bc136ca745400c863ae7098d1f\">\u201eWelche Rolle spielt Eure Enkelin in dieser Geschichte, Emberbey? Gibt es noch weitere Kinder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d10a2cc4fda6536aa637b8ca28b3f5a5\">\u201eNein. Nicht, dass ich es w\u00fcsste.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6dd4a833ca0c0b35b4b958c932ad34d1\">\u201eWer ist sie? Was macht sie in Rodekliv? Und wer ist der Vater des Jungen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ad7736adcf8fec337e32f12a4ebfa435\">\u201eHerr, das m\u00f6chte ich lieber nicht vor den Ohren von &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c54d96329e3624b4cc0441c999c65050\">\u201eDas gen\u00fcgt mir als Antwort! Setzt Euch. Alle beide.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"87abcb4b2b65aa3a5bc1c2cbd541444b\">Osse und Merrit wechselten ratlose Blicke miteinander. Die Ritter lie\u00dfen sich nieder, was dazu f\u00fchrte, dass Merrit in einer sehr unkomfortablen Pose erstarrte. Osse r\u00fcckte so weit von seinem Vater weg, wie es nur m\u00f6glich war.<\/p>\n<p data-p-id=\"66d46e5a91a7aeff240d0fcaca67ab6c\">\u201eAlthopian&#8221;, bat Asga\u00fd von Spagor, \u201ebitte sagt wenigstens Ihr mir etwas Beruhigendes. Wie sehr m\u00fcssen wir Ferocriv\u00e9 und Rodekliv f\u00fcrchten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1dc41abeedfe765df4620fb2e6cfb060\">\u201eLandseitig nicht, solange ich da bin, Herr. Und hernach wird mein Sohn &#8230; nun, ich &#8230; ich wei\u00df es nicht. Alles, was ich sagen kann, dass meine Leute alle paar Monde vereinzelte arme Seelen in meinen W\u00e4ldern und Weiden aufgreifen, die es irgendwie geschafft haben, dorthin zu gelangen. Ihre Geschichten sind glaubw\u00fcrdig und nicht erfreulich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1cdbff7cfc6ac8933e25f12788b8e2e5\">\u201eUnd seeseitig? Emberbey?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"102dcf2bdccec722790b043f91ebb73f\">\u201e\u00dcbers Meer hat es in den letzten zwei Sommern niemand mehr geschafft, Herr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"82bc240bcbebacfafd3b3419ae6a5267\">Nun meldete sich der Schwarzgewandete zu Wort. Seine Stimme war ruhig, ohne Strenge und Vorwurf.<\/p>\n<p data-p-id=\"75f23514bd62c3de322d8038e60464f7\">\u201eWas sind das f\u00fcr Geschichten, Herr Wa\u00fdreth? Ich gewinne den Eindruck, dass ich dort, wo ich wirke, ein wenig die Gesch\u00e4fte der Unkundigen im Norden aus den Augen verliere. Leiden die Leute jenseits Eurer <em>yarlm\u00e1lon<\/em> Elend und Not?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cdb976690aefa680d66fcd6e0edf00f5\">\u201eNein, Meister. Es sind sogar sehr wohlhabende <em>yarlm\u00e1lon<\/em>. Den Menschen fehlt es nicht am N\u00f6tigsten, so wie zu Zeiten der Magischen Kriege. Aber die <em>yarlay<\/em> regieren mit eisernen F\u00e4usten und ohne Weisheit und Milde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d036e5002b3b56cb1fa14e681c752b31\">\u201eWelchem <em>teirand<\/em> dienen sie?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d741aea056308035aecd65cdc13dd666\">\u201eGar keinem. Sie haben vor langer Zeit gemeinschaftlich ihre <em>teiranda<\/em> gest\u00fcrzt und das <em>teirandon<\/em> unter sich geteilt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"232919ed702394ea0e9b272a9360e5bb\">\u201eEs sind nun freie <em>yarlm\u00e1lon<\/em>, \u00e4hnlich wie Iva\u00e1l&#8221;, erkl\u00e4rte Alsg\u00f6r Emberbey. \u201eAber sie haben ein B\u00fcndnis miteinander und viele M\u00e4nner in Waffen. Das mag der Grund sein, weshalb noch niemand auf den Gedanken kam, sie anzugreifen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"08281b08b1c538fc3f96c17a06451f54\">\u201eWer sollte sie angreifen?&#8221;, fragte Asga\u00fd von Spagor. \u201eIch habe kein Interesse daran, das <em>teirandon<\/em> zu vergr\u00f6\u00dfern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8c9af10aabebde5537ac5285c1ec51ef\">\u201eIhre eigenen Leute&#8221;, sagte Wa\u00fdreth Althopian. \u201eDie Willk\u00fcr und Brutalit\u00e4t der <em>yarlay<\/em> erduldet nicht jeder so gef\u00fcgig, wie sie es gern h\u00e4tten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cceaa00ed95ded2115a8112b045e5fa9\">\u201eWas trieb Eure Schwester einst dorthin, wenn es dort kein gl\u00fcckliches Leben gibt?&#8221;, fragte der Schwarzgewandete.<\/p>\n<p data-p-id=\"c51d7e8d33ce35b500e42daa6d8f4fe0\">Alsg\u00f6r Emberbey seufzte. \u201eSie hielt es f\u00fcr Liebe&#8221;, sagte er dann. \u201eDas einf\u00e4ltige M\u00e4dchen. Sie wurde get\u00e4uscht und verschloss ihr Herz vor allen Warnungen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e466bf273293b18ec8a21880229ad7f4\">\u201eUnd Eure Enkelin? Was h\u00e4lt sie dort?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f8b2f5c358fc1af06ac88076cae5b3a\">Alsg\u00f6r Emberbey lachte bitter auf. \u201eIhr <em>h\u00fdardor<\/em>? So wie sie es mir schreibt, geht es <em>ihr<\/em> nicht schlecht dort. Und mehr in die Einzelheiten mag ich wirklich nicht gehen, bei allem Respekt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ee5197b9b42fd28452bb96d86cedcd8a\">Einen Augenblick lang war es still. Dann hakte der Schwarzgewandete nach: \u201eAber das Kind w\u00fcrde die Mutter gern in Eurer Obhut sehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff39fd47db278cb1b76b36f40732e25c\">\u201eMeister&#8221;, sagte der alte Ritter m\u00fcde, \u201eIch w\u00fcsste nicht, dass es Euch etwas angeht. Aber mein Vater hat meine Schwester nicht versto\u00dfen. Jederzeit h\u00e4tte er sie mit offenen Armen wieder aufgenommen, ohne sich an dem Ungeborenen zu st\u00f6ren. Sie wusste das, aber sie hat sich verblenden und aufhetzen lassen. Nun ist es an mir, willkommen zu hei\u00dfen, was zur\u00fcckkehren will.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3627b2a8ff6f9c9cedff4d5d6422a41a\">\u201eAuf Kosten Eures eigenen Sohnes? Nun, da Euch keine andere Wahl bleibt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aaed5ab8ce693b68ed6641e02b676b9c\">Wieder Schweigen. Osse wartete gespannt. Er hatte von diesem fremden Jungen, der der Logik nach sein Vetter sein sollte, nie zuvor geh\u00f6rt. Von seiner Tante, die einst dem Haus Emberbey den R\u00fccken gekehrt hatte, wusste er. Aber dass der Vater sich heimlich die M\u00fche gemacht hatte, der Abtr\u00fcnnigen nachzuforschen, nur um jemanden zu finden, der wenigstens noch ein paar Tropfen von seinem Blut in sich trug \u2013 das verletzte ihn tief.<\/p>\n<p data-p-id=\"7bb54724eb181720473017c4d8b4b3dc\">Merrit Althopian, der immer noch in seiner unbequemen Haltung ihm gegen\u00fcber hockte, hatte ebenfalls gespannt zugeh\u00f6rt. Sein eisfarbener Blick musterte sein Gegen\u00fcber in einer seltsamen Mischung aus Mitgef\u00fchl und Verwirrung. Osse zwang sich zu einem L\u00e4cheln und zuckte die Achseln.<\/p>\n<p data-p-id=\"66d46b205b865895976b4016d7f4ee5b\">\u201eUm alte Fehler zu bereuen&#8221;, sagte Alsg\u00f6r Emberbey schlie\u00dflich. \u201eIn der Frist, die mir die M\u00e4chte noch lassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"40cc43194f9b051810210f4b614a5ab8\">\u201eHerr Alsg\u00f6r&#8221;, sagte Wa\u00fdreth Althopian, \u201em\u00f6glicherweise macht Ihr in der Frist, die Euch im Weltenspiel noch bleibt, einen nur noch schlimmeren Fehler.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5e0a33ee6a0aec0b0384018f83b1afc3\">\u201eWie kommt Ihr dazu?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ba29e13e6d9e132708b0717dcdc5ccd7\">\u201eIch lege keinen Wert darauf, dass jemand mein Nachbar wird, der vom Geist von Rodekliv und seinen Despoten vergiftet ist!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fbc54b9d6f6f5900823f753b08351c77\">\u201eWarum? Wir reden von einem <em>Kind<\/em>, das habt Ihr gerade selbst gesagt! Ein Kind, das immerhin in der Lage w\u00e4re, das ihm Anvertraute zu verteidigen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"60251b4fa31d2f74990a2b75642af6ed\">\u201eBei den M\u00e4chten, Emberbey!&#8221; Althopian hielt es wieder nicht auf seinem Sessel. Merrit atmete auf und setzte sacht sein Knie wieder auf den Boden. \u201eWenn Ihr Euren Sohn f\u00fcr einen solchen Schw\u00e4chling haltet, dann lasst mich und den meinen Euer Haus verteidigen, bis Eure T\u00f6chter <em>h\u00fdardoray<\/em> finden. Der Junge hat genug K\u00fchnheit im Leib, um eine Armee zur\u00fcckzuschlagen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bc3a051d5f9b96deab02b97c3d9c1524\">\u201eUnd <em>ehrenhafte<\/em> Gegner mit einem Stallbesen zu pr\u00fcgeln wie ein besoffener Lumpenkerl! Das habe ich gesehen! Althopian, bringt Euren Abk\u00f6mmling erst einmal selbst unter Kontrolle! Ich brauche weder Hilfe noch Mitleid!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e8e24f55f19168a2ea2ddbe9322698d\">\u201eDas ist kein Mitleid, Emberbey!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b3c95f99e2bb1d822e8a93a4543bec7f\">\u201eDann mischt Euch nicht ein!&#8221; Nun war auch der alte Mann wieder auf den F\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ccc8ec2a58d3913d7e8b23266cc12487\">\u201eBeruhigt Euch!&#8221;, fuhr der <em>teirand<\/em> dazwischen. \u201eDas f\u00fchrt doch zu nichts!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7b135316611e1bef828778b1bd799ea2\">Aber die Ritter h\u00f6rten nicht auf ihn.<\/p>\n<p data-p-id=\"8fc2a790b2e1dcc1a60f3fae0834989f\">\u201eIch k\u00f6nnte es verstehen, h\u00e4tten Euch die M\u00e4chte gar keinen Nachwuchs verg\u00f6nnt, w\u00e4re Euer Haus vor dem Verl\u00f6schen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5fa30c16fa620cda9a46e4adc41b044f\">\u201eWas soll ich Eurer Meinung nach tun, Althopian? Die M\u00e4chte werden mich kaum alt genug werden lassen, dass ich noch erlebe, wie meine T\u00f6chter sich einen anst\u00e4ndigen und den M\u00e4chten gef\u00e4lligen <em>h\u00fdardor<\/em> erw\u00e4hlen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1aec02d9c3c929aaf88bb43607e9d6c6\">\u201eOder Euer Sohn eine <em>h\u00fdardora<\/em>&#8220;, kam es von dem Schwarzgewandeten. Ein fast belustigter Ton schwang in seiner ruhigen Stimme mit. Er schlug entspannt seine Beine \u00fcbereinander.<\/p>\n<p data-p-id=\"b2fc04af20e9bee25cc099bbced092f7\">\u201eOder mein &#8230; Meister, es w\u00e4re wohl angemessen, wenn Ihr Euch <em>heraus hieltet<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d6cdd1792bb127554b701dd380ad2f6c\">\u201eEmberbey! M\u00e4\u00dfigt Euch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"015f0d65cb6b981f82fcfb28fc9ca29b\">Herr Alsg\u00f6r atmete schwer ein. \u201eVerzeihung, Majest\u00e4t&#8221;, sagte er dann. \u201eAber es kommt mir vor wie Spott, dass ich hier wohl auf Schwiegers\u00f6hne warten soll, die m\u00f6glicherweise noch in der Wiege liegen! Was soll in der Zwischenzeit geschehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"54ada01931c22bea1af04266a501a200\">\u201eAlsg\u00f6r&#8221;, sagte Wa\u00fdreth Althopian. \u201eIhr seid mein Freund. Ihr ertragt ein ganz \u00e4hnliches Los wie ich. Sollten wir uns hier zerstreiten, bis unsere Schwerter f\u00fcr uns sprechen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"478e0857e4e168a1809cf746957c2c36\">\u201eIst das eine Drohung, Althopian?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"24da276ddd5cd353a49f6d87fada013b\">\u201eLasst mich diesen Zwist schlichten.&#8221; Asga\u00fd Spagor stand auf und schlug energisch mit den flachen H\u00e4nden auf die Tischplatte. \u201eIch bin Euer <em>teirand<\/em>! Und ich <em>verbiete<\/em> Euch, Emberbey, voreilig irgendetwas mit Eurer Enkelin aus Rodekliv zu vereinbaren!<\/p>\n<p data-p-id=\"9aeca2d405f61f047191081739fae1a7\">\u201eMajest\u00e4t \u2013 Eure Herrschaft erstreckt sich nicht auf private Entscheidungen bez\u00fcglich meiner Familie.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c614f15154944be9684b7ad7622dac64\">\u201eEmberbey! Habt Ihr etwa bereits etwas veranlasst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ab39b703932d67f8e98c76f00719c1db\">\u201eNat\u00fcrlich nicht! Genau aus diesem Grund hatte ich auf eine ernsthafte Audienz mit Euch und der <em>teiranda<\/em> gehofft!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3c43bce688f420690c6ceaf5a2e11179\">\u201eWieso seid Ihr nicht schon vor Wintern zu uns gekommen mit Eurer Sorge?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"268002775742e0d2abdf86f4c40eafe4\">\u201eWarum? Weil es noch Hoffnung gab! Wie sollte ich wissen, dass meine <em>h\u00fdardora<\/em>, m\u00f6ge sie hinter den Tr\u00e4umen ohne Schmerz sein, mir <em>noch<\/em> eine Tochter gebiert?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4fea7b391c8b7b4d8a2b4f199ec37e5d\">\u201eUnd nun erwartet Ihr, dass ich Euren unverhofft aufgetauchten Enkel in den Stand eines <em>yarlandor<\/em> zur\u00fcckf\u00fchre? Emberbey &#8230; so einfach ist das nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b3c9c47e4753b604b122013c2c674111\">\u201eIch sehe ein, dass wir uns hier gerade festreden. Ich werde meinen Sohn nehmen und umgehend in mein Haus zur\u00fcckkehren. Bedenkt meine Sache, Majest\u00e4t, und lasst mich wissen, wann wir in Ruhe \u00fcber die Angelegenheit reden k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cca162837a27fc8b7f6accfcd1a60da5\">\u201eWollt Ihr Euch feige davonstehlen?&#8221;, fragte Wa\u00fdreth Althopian vorwurfsvoll. \u201eJetzt, nachdem Ihr Leute in Rodekliv auf eine vielversprechende Idee gebracht habt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"200d90413fe678ef6e5cfb3aa8bfbe13\">\u201eSch\u00e4tzt Euch gl\u00fccklich, dass Ihr mein Freund seid und ich Eure Trauer und Eure Schande respektiere, Althopian.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4f2c94cfbf9d677e65c1a6f56f0b824\">Die Kinder h\u00f6rten, wie die T\u00fcr ge\u00f6ffnet wurde. Der <em>teirand<\/em> stand auf. \u201eEmberbey! Emberbey! Im Augenblick kommt Ihr zur\u00fcck!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"116f06b9c97bcaf20ea3788d9f9a9758\">\u201eLass mich das machen, Majest\u00e4t.&#8221; Althopian eilte dem alten Mann hinterher, sie redeten hastig aufeinander ein. Die Stimmen waren zornig und entfernten sich, nicht weit, denn kaum aus der T\u00fcr, schienen sie sich festzuzanken.<\/p>\n<p data-p-id=\"cb5aae36b34076d6825737f3453436c9\">\u201eWollt Ihr Euren Dienstm\u00e4nnern nicht nachgehen, bevor es zu noch mehr Unruhe kommt, Majest\u00e4t?&#8221;, fragte der Schwarzgewandete und erhob sich. \u201eDie beiden sind aufgew\u00fchlt und haben beide ihre Schwerter bei sich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"debd6b37d6b3060be5587ecacc82fb72\">Der <em>teirand<\/em> schob seinen Sessel weg und hastete seinen M\u00e4nnern nach, die auf sein Rufen nicht reagierten. Einen Moment sp\u00e4ter fiel auch die T\u00fcr wieder ins Schloss.<\/p>\n<p data-p-id=\"15d30785a1c2162029b14a08270f8d99\">Merrit Althopian und Osse Emberbey atmeten auf. Einen Moment hockten sie einander gegen\u00fcber. Ihre wild klopfenden Herzen beruhigten sich ein wenig. Endlich waren sie allein. Dumpfe Stille erf\u00fcllte den Raum, nur von ferne h\u00f6rten sie noch das Streitgespr\u00e4ch der M\u00e4nner und die Alltagsger\u00e4usche, die in der Burg klangen.<\/p>\n<p data-p-id=\"05d2d83abd3802000443c4961fcee439\">Osse fasste sich ein Herz. Der andere wartete darauf, das sp\u00fcrte er. Mutig wollte er das erste Wort tun.<\/p>\n<p data-p-id=\"3421651147dfdb2ef31fe6e462cbc553\">Da wurde die Tischdecke schwungvoll weggezogen.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2485","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2485","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2485"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2485\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3743,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2485\/revisions\/3743"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2485"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2485"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2485"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}