{"id":2480,"date":"2025-08-25T12:11:34","date_gmt":"2025-08-25T10:11:34","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2480"},"modified":"2025-09-01T08:56:45","modified_gmt":"2025-09-01T06:56:45","slug":"037-hinter-tueren-und-auf-treppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/037-hinter-tueren-und-auf-treppen\/","title":{"rendered":"037: Hinter T\u00fcren und auf Treppen"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>\u201eWa\u00fdreth?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b5159a38ee9a2b9ca08d061886cb800\"><em>Yarl <\/em>Althopian blieb ungeduldig stehen und drehte sich um. Andri\u00e9r Altabete und Daap Grootplen, beide offenbar gerade eben auf den Burghof zur\u00fcckgekommen, hielten auf ihn zu, der hin\u00fcber zum Stall strebte. Zun\u00e4chst wollte er die beiden abwimmeln. Dann schaute er genauer hin und stutzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f427c83e2775f7028bac9d7dc53d9a85\">\u201eWas ist denn mit euch geschehen?&#8221;, erkundigte er sich, gegen seinen Willen nun doch interessiert. \u201eHabe ich eine Schlacht verpasst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0ab120e13a77de17edde216c97fe741e\">\u201eNicht ganz. Wir haben mit den Jungs trainiert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"72dd51aecda94da42779c4037bf54949\">\u201eJa, und dabei haben wir die Zeit vergessen. Es gab viel zu reden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8051cd8c32e677512b81c6ff51a6f9e7\">\u201eAh.&#8221; Althopian l\u00e4chelte freudlos. \u201eSieht aus, als w\u00e4ret ihr nicht recht in Form, so derangiert wie ihr ausseht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"668845fbc0239634b06d325c6d894f5f\">\u201eLass das unsere Sorge sein.&#8221; Grootplen, dessen Gew\u00e4nder komplett durchgeschwitzt waren, f\u00fchlte sich wohl ertappt. \u201eSag uns lieber, was in Emberbey gefahren ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fd9a8687490507c251014f1a288c6789\">\u201eWo ist er hin? Ich wollte ihm nach, wurde aufgehalten und habe ihn aus den Augen verloren!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"77312cbc54e5b75c1aa5172cbbbc07eb\">Altabete deutete hin\u00fcber zu der kleinen Seitent\u00fcr gegen\u00fcber dem Haupthaus, ein diskreter Nebeneingang, der auf den inneren Wall des Grabens f\u00fchrte. \u201eDa ist er heraus. Eilig hatte er es.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b60bcc5cc64c2430d6cd937d2e67f6a9\">\u201eEr ist nicht einmal gerannt, aber er hatte einen Schritt an sich, als sei ein Chaosgeist ihm auf den Fersen. Was ist passiert? Ist er beim <em>teirand<\/em> in Ungnade gefallen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2bca3cba9d336ef2a3009a0609ff64ff\">\u201eNein&#8221;, behauptete Althopian. <em>Noch nicht, <\/em> setzte er in Gedanken hinzu.<\/p>\n<p data-p-id=\"8eb0a19cda6b28ce9ee5c4fa19932579\">\u201eUnd was ist dann?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a06defa3e1fbaa9ad062923e04de1704\">\u201eIch bitte euch um Verst\u00e4ndnis, dass ich dazu nichts sagen kann. Es ist etwas, das er &#8230; <em>wir <\/em>mit unserem <em>teirand<\/em> kl\u00e4ren m\u00fcssen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e1aa1b95a5a6da4c8ab646116a0b7764\">Grootplen runzelte die Stirn. \u201eNur ihr beide und der <em>teirand<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"553028f76ba6374b84241b8d1e39f97e\">\u201eVorerst. Wir sind die <em>yarlay<\/em> des <em>teirandon<\/em> Spagor. Ich gehe aber davon aus, dass auch die <em>teiranda<\/em> zwischenzeitlich im Bilde ist. Und nun entschuldigt mich. Ich muss mit ihm sprechen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4a8e4d807b9ce707be19b46af6d12b32\">Er verneigte sich, lie\u00df die beiden stehen und eilte so rasch zur Pforte hin\u00fcber wie es m\u00f6glich war, ohne dabei zu rennen. Aber als er an dem Eisenring zog, der zum Bewegen der T\u00fcr dort eingelassen war, bewegte diese sich um keinen Deut. Althopian versuchte, zu schieben, mit demselben Ergebnis.<\/p>\n<p data-p-id=\"8ba993d092051866427b4d1432ce098e\">\u201eSieht aus, als w\u00e4ren wir nicht die einzigen, die nicht in Form sind&#8221;, stichelte Grootplen. Die beiden Herren schlenderten ihm mit unverhohlener Belustigung nach. Althopian winkte ab und r\u00fcttelte noch einmal an dem Griff. Ergebnislos.<\/p>\n<p data-p-id=\"e572dd9ae38a516d68c3efd71c21b314\">Nun kamen die beiden abgek\u00e4mpften Recken interessiert heran.<\/p>\n<p data-p-id=\"4f7321bfc68bca3e8d6668d23363f446\">\u201eSie geht nicht auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4c0b97963a4dee36c81469e4e8bbe45c\">Altabete versuchte es ebenfalls. Doch auch er brachte die T\u00fcr nicht von der Schwelle.<\/p>\n<p data-p-id=\"08ba21760d72b33ac5f900b263acebc4\">\u201eIst abgeschlossen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1d57bab84b7c4c0eaa5a09a155e677eb\">\u201eUnm\u00f6glich. Diese T\u00fcr hat offensichtlich kein Schloss.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d7553e513b4545d19b83cd9369e7cf61\">\u201eVielleicht hat er einen Riegel vorgelegt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"29f0396a97c9d4ae64ddf1f4354a5e17\">\u201eHast du in deiner Burg Riegel <em>au\u00dfen<\/em> an den Mauern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"956f457543ec57416b1ce9480105c002\">Althopian lie\u00df die Schultern h\u00e4ngen. Tats\u00e4chlich. Der Innenriegel, mit dem diese T\u00fcr in dem h\u00f6chst unwahrscheinlichen Fall, dass ein Angreifer den Graben \u00fcberwand, versperrt werden konnte, lehnte an der Wand.<\/p>\n<p data-p-id=\"da31d18221c4abda3bae81c8d3d24c4b\">\u201eIch glaube, dann <em>soll<\/em> es nicht so sein, dass ich ihn nun st\u00f6re&#8221;, sagte der Ritter beunruhigt. \u201eOder gibt es eine weitere T\u00fcr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5e0e295a72639ca6abb45982cc0ce86f\">\u201eDu kannst an der Zugbr\u00fccke rechts runter und einmal ganz um die Mauern laufen, wenn du dir den Aufwand machen willst und nichts besseres zu tun hast.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"081f7fea19d72cd32c37d15bab18a137\">Etwas anderes zu tun &#8230; nun, tats\u00e4chlich. Wa\u00fdreth Althopian, der sich denken konnte, wer und weshalb derjenige die T\u00fcr blockiert hatte, nickte nachdenklich. Es w\u00e4re aufdringlich, Alsg\u00f6r Emberbey anzusprechen, solange sich die T\u00fcr nicht wieder \u00f6ffnen lie\u00df. Das war ein Zeichen, das er verstanden hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a3e4eea429a4556ef0e73492e5a46b62\">\u201eSo dringend ist es nicht. Ich sollte wohl nachschauen, wo Merrit ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"89d5d9fe6c04036567f57898ac230a29\">\u201eDu hast ihn etwa immer noch nicht gefunden?&#8221;, erkundigte Grootplen sich, nun mit ernstgemeintem Mitgef\u00fchl.<\/p>\n<p data-p-id=\"071da2e34da0fd150814826e19c2d7a6\">\u201eIch habe ihn die halbe Nacht gesucht. Entweder ist er mir die ganze Zeit geschickt ausgewichen, oder er hat sich in einem Raum verkrochen, in den ich ihm nicht folgen konnte. Aber ich habe beinahe Angst, dass er es doch irgendwie geschafft hat, die Burg zu verlassen.&#8221; Er z\u00f6gerte und fragte dann: \u201eMein Sohn kennt sich hier nicht aus. Wenn er im Finsteren weggerannt ist und sich verlaufen hat &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1eee2aec22a8eab4d96988dba8d7a168\">\u201eUnm\u00f6glich. Jeder Weg hier ringsum ist ausgeschildert und die Burg nun wirklich nicht zu \u00fcbersehen. Es sei denn, er <em>will<\/em> nicht zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"403f860607788c7e476b5a06589ebe32\">Die drei M\u00e4nner schwiegen. Althopian lag das Anliegen auf der Zunge. Aber wie sollte er dieses Gespr\u00e4ch weiterf\u00fchren? Nun, was nutzte falsche Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n<p data-p-id=\"f630eae5623560ef5633fb88074b3dd1\">\u201eHelft ihr mir, ihn zu suchen, wenn er doch fort sein sollte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9427bfb2d9a3c6de4b52c7bc8f96888e\">\u201eSelbstverst\u00e4ndlich. Er kann ja nicht weit gekommen sein, im Dunklen und ohne Pferd.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"35a1d26a3929840176f79b11ce80fd11\">\u201eWarum macht er das?&#8221;, fragte Altabete mitf\u00fchlend. \u201eHat er Angst vor dir? Bist du zu streng mit ihm?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b50290383202fc775591ae71b6c2af9c\">\u201eNein&#8221;, sagte Althopian leise. \u201eZumindest habe ich ihm nie einen Anlass dazu gegeben. Ich glaube eher, er sch\u00e4mt sich wegen dem Vorfall heute nacht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83f0cdedcfdc05189370b674da63d5ca\">\u201eWarum? Unser Jungs haben das bestimmt l\u00e4ngst vergessen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"152f428b8e3642741147152009ae6e1c\">\u201eSo gedankenlos sind die beiden nicht. Aber das meinte ich nicht. Es ist &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f4d919f7e36874e2742e3a7b370857c5\">Die beiden warteten auffordernd. Aber es dauerte einen Moment, bis der <em>yarl<\/em> weiterredete, w\u00e4hrend sie sich zur\u00fcck auf den Hof begaben.<\/p>\n<p data-p-id=\"da60cf9959c4405df98805d7cea3a315\">\u201eAls meine <em>h\u00fdardora<\/em> &#8230; dieser Stein. Dieser verfluchte Dachziegel &#8230; er hat nicht nur <em>sie <\/em>erschlagen. Im selben Moment ist etwas zwischen mir und Merrit zersprungen wie ein St\u00fcck Glas.&#8221; Althopian l\u00e4chelte fl\u00fcchtig und so j\u00e4mmerlich, als wolle er wieder weinen. Aber diesmal hatte er sich besser unter Kontrolle. Nein, vor den beiden V\u00e4tern braver und artiger S\u00f6hne durfte er sich nicht gehen lassen. \u201eEr war ihr ganzer Stolz, m\u00fcsst ihr wissen. Sie war so gl\u00fccklich, als er geboren war, sie hat ihn nicht aus den Augen gelassen. Ihr habt sie gekannt, meine <em>h\u00fdardora<\/em>, ihr wisst, wie gut und lieb sie mir war. Aber wenn sie ihn im Arm hatte, da war sie noch viel sch\u00f6ner und gl\u00fccklicher. Und er, er hat sie <em>verehrt<\/em>. Immerfort hat er versucht, sie stolz und gl\u00fccklich zu machen und sie zum Lachen zu bringen. Er lachte hilflos auf. \u201eIch h\u00e4tte nicht gedacht, wie viel Frohsinn und Liebe in einem so kleinen Herzen sein kann. Wie empfindsam er ist. Er war ihr Ebenbild.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d2f0c74d0f3a75243c4a572ed896540d\">Die beiden Ritter schwiegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ccc0b4fe208323508c3394ef6c136483\">\u201eWie geht es <em>dir<\/em>, Wa\u00fdreth?&#8221;, fragte Altabete schlie\u00dflich. \u201eWas hat dieser verfluchte Ziegelstein mit dir gemacht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ca3a2798d8ac185e29e73df9030432bb\">Althopian sch\u00fcttelte m\u00fcde den Kopf. \u201eDas spielt keine Rolle. Ich muss das mit mir selbst ausmachen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9ccb386433666800a1f9fa5050666891\">\u201eWa\u00fdreth &#8230; wir sind nicht so grobklotzig und gef\u00fchllos, wie wir aussehen. Du wei\u00dft, dass wir dir zuh\u00f6ren und dir mit allem helfen, was wir k\u00f6nnen&#8221;, erinnerte Grootplen ihn gutm\u00fctig.<\/p>\n<p data-p-id=\"f387119ee15da299e673a563abca572a\">\u201eIch bin &#8230; m\u00fcde. Ich f\u00fchle mich so unglaublich schwach und leer&#8221;, gestand Althopian.<\/p>\n<p data-p-id=\"40285f756c006b305d6f8bb63cfe01cd\">\u201eDas ist in Ordnung&#8221;, gab Altabete zur\u00fcck. \u201eWir werden dich nicht anstrengen. Du hast viel durchgemacht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"388b751fdf9eedb25f13c839351a32b6\">\u201eIch danke euch beiden. Eines Tages werde ich die Kraft haben, den Verlust zu akzeptieren, den ich erlitten habe. Alles, was ich f\u00fcr den Moment will, ist nur, dass mein Sohn mich nicht auch noch lebendigen Leibes verl\u00e4sst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"98346264cec8acfda89bb5b0cf7611b7\">\u201eWarum sollte er dich verlassen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c915c64efc4795c6634efd9614c8c596\">\u201eVielleicht denkt er, dass ich seine Mutter h\u00e4tte besch\u00fctzen k\u00f6nnen. Vielleicht z\u00fcrnt er mir, weil er mir die Schuld daran gibt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a97c45f30adf1914698c86faaa664b0f\">\u201e<em>H\u00e4ttest<\/em> du sie besch\u00fctzen k\u00f6nnen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d0986b757ec7ccc9099e9afec8a7da91\">Wa\u00fdreth Althopian blickte erstaunt auf. Nun erst wurde ihm bewusst, dass er mitten auf einem gesch\u00e4ftigen Burghof stand, einem, wo er Gast war noch dazu, nicht in seinem eigenen Heim. Das Gesinde der <em>teiranda<\/em> eilte emsig um ihn herum, niemand k\u00fcmmerte sich um ihn und das Leid, das er seit jenem ungl\u00fccklichen Vormittag von sich zu dr\u00e4ngen versuchte, bis es ihn in der Nacht, in seinen Tr\u00e4umen zu packen bekam und er schluchzend auf dem Lager, in den Kissen erwachte, die sie mit ihm geteilt hatte. In manchen N\u00e4chten k\u00f6nnte er den Duft des Blumenwassers in seiner Erinnerung wahrnehmen, mit dem sie sich das sch\u00f6ne schwarze Haar gewaschen hatte, und er sp\u00fcrte geisterhaft ihre H\u00e4nde.<\/p>\n<p data-p-id=\"5477ca6602e2bb9904eae24521a484a3\">Dass gerade die beiden anderen Herren, m\u00f6gen ihnen die M\u00e4chte ihre <em>h\u00fdardora\u00e9<\/em> erhalten, solchen Anteil nahmen, \u00fcberw\u00e4ltigte ihn auf eine verst\u00f6rende Weise. Da standen sie, zerrauft, ersch\u00f6pft und voller Schwei\u00df und etwas Dreck. Und sie h\u00f6rten ihm zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"c9ed961e86863732fe209c58bed05202\">\u201eIch danke Euch&#8221;, sagte er leise. \u201eUnd ich flehe zu den M\u00e4chten, dass unsere S\u00f6hne einander einmal so verbunden f\u00fchlen werden, wie ich mich in diesem Moment mit euch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e46a0f2e80350338dd978ff194e542c9\">\u201eNun mach uns nicht verlegen&#8221;, wehrte Grootplen unwirsch ab. \u201eKomm mit uns. Lass dem verr\u00fcckten Emberbey seine Ruhe. Wir wechseln rasch unsere Kleidung. Und dann durchk\u00e4mmen wir die Burg nach deinem Nachwuchs. Meine Tochter hilft uns mit den Damengem\u00e4chern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2e8d17466ae7199e739ffb76939de5d7\">\u201eWir teilen uns auf&#8221;, schlug Altabete vor. \u201eWenn er vor einem flieht, l\u00e4uft er dem anderen in die Arme.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"79d51f27868f070f92a17ac1b693493e\">Um aus dem Amtszimmer des <em>teirand<\/em> zum n\u00e4chsten Treppenaufgang zu kommen, mussten die beiden Jungen um die Ecke herum, die den kurzen Korridor mit dem l\u00e4ngeren verband, wo die Gastgem\u00e4cher sich befanden. Dort waren die M\u00e4gde wohl immer noch mit ihren Putzarbeiten besch\u00e4ftigt, der Boden war nass und ein Feudel stand an ein Fenster gelehnt. Allerdings schienen die M\u00e4chte ihnen wohl gesonnen zu sein, denn die Frauen waren wohl gerade gegangen, um ihre Eimer mit frischem Wasser zu f\u00fcllen. Man h\u00f6rte sie schwatzen, w\u00e4hrend sie die Treppe hinabgingen.<\/p>\n<p data-p-id=\"31cdc356054c9f02badbe2f48ef3307d\">Die Jungen warteten. Der Gang war frei. Eilig huschten sie ihnen nach.<\/p>\n<p data-p-id=\"67b2fb6fa19edb2eb098f9b675cdec39\">Osse wollte die Treppe hinunter, aber Merrit hielt ihn zur\u00fcck. \u201eNach oben&#8221;, zischte er. \u201eAuf den Wehrgang.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe72382c4504512b4861d25a555381a5\">\u201eWarum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"294058324efe9a54594a14eb8b28553c\">Merrit bedeute ihm knapp, zu schweigen und zog seinen Begleiter dann treppauf. Auf dem Weg passierten sie den Abzweig zu einem weiteren langen Korridor und gelangten dann ganz oben in einen kleinen runden Raum mit zwei T\u00fcren. Von diesem kleinen Eckt\u00fcrmchen ging es auf die zinnenbewehrte Mauerkrone, die die Burg umrundete.<\/p>\n<p data-p-id=\"79edd6feaaaacdf3974be65e0873ebc8\">Merrit Althopian schaute in die Ferne. Im S\u00fcden war in der Ferne der Kamm des Montaz\u00edel zu erahnen. Ringsum erstreckte sich das endlose Wiesen- und Ackerland mit vereinzelten Geh\u00f6ften. Anders als die alte Burg derer von Althopian war die Burg von Wijdlant auf ebenem Gel\u00e4nde erbaut, die Fernsicht nicht besonders gut. Den strategischen Vorteil boten die platten Felder und Weiden, die nur von kleinen Hainen mit niedrigen B\u00e4umen durchbrochen wurden, und nat\u00fcrlich der breite Graben. Anschleichen konnte sich hier niemand. Aber wer bessere Ausschau halten wollte, musste hinauf auf den hoch aufragenden Turm. Merrit schaute neugierig hin\u00fcber. Es war ein faszinierender Bau, den er gern n\u00e4her untersucht h\u00e4tte. Von zuhause kannte er nur den uralten eckigen Wehrturm. Dieser hier war rund und ein gutes St\u00fcck h\u00f6her. Was man von oben wohl sehen konnte? Aber das war nun unwichtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"99ce90630fa93706f93f50daaab39e97\">\u201eWir nehmen eine Au\u00dfentreppe&#8221;, erkl\u00e4rte Merrit. \u201eDa kommt uns niemand entgegen, ohne dass wir es merken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b7782b56b6aa4bd52b2680f10db4f7fd\">\u201eAber man sieht uns hier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4ebd45bda4f567fe3be1d0877422aec\">\u201eUnd wir sehen die anderen. Aber was sollte jemand jetzt hier wollen?&#8221; Merrit schaute sich um. \u201eKennst du dich hier aus? Wo ist der Garten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aeaeb4988257189d2d236d425dee964c\">\u201eIch wei\u00df nicht, ich bin auch erst seit gestern hier. Ich sch\u00e4tze aber, an der Nordmauer.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dd44fe99322e9d6cbf4da8436ad90f2d\">\u201eWieso?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b816c8882922c3203e844d1d62c2003d\">\u201eDas w\u00e4re vern\u00fcnftig so, weil die Pflanzen da \u00fcber den Tag das meiste Licht und am wenigsten Schatten bekommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"549692bc373210660093cd9e5dc44fe5\">\u201eDann komm!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bcea7117ae11f3ee54d40b6473ae117d\">Auf dem Wehrgang hatten sie Gl\u00fcck. Niemand kam ihnen entgegen. Solange sie sich dicht an den Zinnen hielten, sah man sie vielleicht auch von unten nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"e0dea1becb342cb9c4ee171313b97bcd\">Wie der bebrillte Junge vermutet hatte, waren tats\u00e4chlich im n\u00f6rdlichen Bereich der Burgmauern zur Hof- und zur Grabenseite innerhalb eines etwas niedrigeren Mauerrings Beete, B\u00fcsche und Obstb\u00e4umchen angelegt. Es musste dort unten einen Durchgang in der Mauer in diesen vorgelagerten Bereich geben. Die Rosenlaube, von der der Magier geredet hatte, war deutlich zu erkennen, lag im Inneren des Gartenummauerung. Eine sehr steile und offensichtlich kaum genutzte Treppe, gesichert nur mit einem Seil als Handlauf, f\u00fchrte in der N\u00e4he herunter. Zwei junge Frauen und ein Mann mit Strohhut waren unten an den Beeten besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p data-p-id=\"a517f85ff3912284780ec37b5b0ad24e\">N\u00e4her heran kamen sie nicht. Merrit \u00fcberlegte nicht lange. Wenn sie nur schnell und leise nach unten kamen, konnten sie sich zwischen den B\u00fcschen verstecken und &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"c5edd353f1275a6cb27817068d119ffe\">\u201eGeh allein&#8221;, sagte der andere Junge.<\/p>\n<p data-p-id=\"aedca8c49b998f1887eb04b348fbf885\">Merrit schaute sich um. \u201eWas?&#8221;, fragte er schroff und bemerkte dann, wie kreidebleich das Gesicht hinter der Brille war.<\/p>\n<p data-p-id=\"938b186d85ff58eb227304d76c156060\">\u201eIch hab Angst. Da komme ich nie und nimmer heil herab.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fca07b9057efbac89ee293068e6fc16a\">\u201eOh. Du kannst die Stufen nicht richtig sehen, stimmt&#8217;s?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c0e71756c6e61c4286557dc32b1ed492\">\u201eJa. Sie verschwimmen ineinander. Mir ist schwindelig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff73917b966075de2fc70c8c09bd0b4a\">\u201eObwohl der Magier die Gl\u00e4ser verbessert hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c3826fc79fd9bf6362445f629e58ff9\">\u201eDas \u00e4ndert nichts an meinem Ungeschick.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"249d3357b1d737318a848f0f2fcef0a3\">\u201eAch komm. Du \u00fcbertreibst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a1df6603210c4d60cd512c791eb1f5c\">\u201eBist <em>du <\/em>schon einmal eine Treppe runtergefallen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f8984e45566d29d1e1cfdca47fbb7333\">\u201eNein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a9d0031c801c94100ef49cd85fbda86\">\u201eSei froh!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b72896849bf7d11eae09d423d6cec3fd\">Merrit grinste. Wie der andere Junge da so verzagt stand und panisch in die Tiefe linste, am\u00fcsierte ihn. Aber Ungeschick hin und her, bei diesem Abenteuer musste er mittun. So weit waren sie gekomen, da w\u00e4re ein R\u00fcckzieher blanke Feigheit.<\/p>\n<p data-p-id=\"9773bac23d600ca0a29010892eb48362\">\u201eIch halte dich fest.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d35e93e34fdca1cfb6be9e965af6c442\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3483eedeb1116c3ae61c7cd15a54ba05\">\u201eDir passiert nichts. Du h\u00e4ltst die Hand am Seil.&#8221; Er drehte sich zu seinem Begleiter um und legte ihm die Hand auf den Arm. \u201eNimm meine Schulter als St\u00fctze. Ich pass auf, dass du nicht zu weit nach au\u00dfen trittst. Wenn du doch ausrutscht, fange ich dich auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bf1bc10ba57482c5245a29cb256aa5ea\">\u201eDann werde ich dich mit herunter rei\u00dfen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cefbe232f3792ffde93c0f26a4829a49\">\u201eIch bin schon mal eine <em>Mauer <\/em>runtergefallen&#8221;, erkl\u00e4rte Merrit unbek\u00fcmmert. \u201eSo schlaksig wie du bist, prallst du eher an mir ab.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e834ab6ad93d8c1b116fd4de69117a3\">Der andere z\u00f6gerte.<\/p>\n<p data-p-id=\"728d12d1d75b80263319be9043da262a\">\u201eVertrau mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"44c19f9f9949d2ac772c0c89900ed4ef\">Der andere Junge murmelte etwas. Es klang, als befehle er sich den M\u00e4chten. Dann streckte er seine Hand aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"9bc0c1493ce828a3a7a06979e2568f82\">\u201eIch lass dich nicht fallen&#8221;, versprach Merrit und trat r\u00fcckw\u00e4rts auf die schmale, verwaschene Treppe. \u201eHe, das war eine wirklich gute Idee, nach Norden zu gehen. Woher wusstest du das mit den Pflanzen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"42ef86205e537f39e066a8d999203b79\">Der andere Junge tastete zaghaft mit der Fu\u00dfspitze nach der ersten Stufe. \u201eVon meinem <em>mestar<\/em>. Ich hatte ihn einmal gefragt, warum das Gras unten an der Mauer so mickerig w\u00e4chst, dass die Schafe es nicht wollen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"70ce7d385a53276df787c9755d8300d8\">\u201eSo etwas erkl\u00e4rt mein <em>mestar<\/em> mir nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"33452ce8ffce421b6327447215a1f26d\">\u201eHast du ihn so was schon mal gefragt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4a4bfd546a2f9b5cdce4748a94f67860\">\u201eNein. Das ist Bauernzeug. Mein <em>mestar<\/em> ist zufrieden, wenn ich lesen und rechnen kann. Rechnen ist wichtig. Wenn man n\u00e4mlich ein Turnier bestreitet, dann &#8230; Entschuldige.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5ae7558c1ee628a73febaa892d24d0f5\">Der andere l\u00e4chelte, obwohl er sichtlich in Panik war, wie er sich da Schritt f\u00fcr Schritt vorantastete. Seine Finger hatte er fest in Merrits Schulter gekrallt. \u201eSag es ruhig. Wenn ich jemals bei einem Turnier sein sollte, dann bei den Damen auf der Trib\u00fcne.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0d96dcf63f411477d466712facff1126\">Das sagte er so gelassen, dass es Merrit befremdete. F\u00fcr einen winzigen Moment zuckte die Erregung in ihm auf, die er immer versp\u00fcrt hatte, wenn er sich das spannende Szenario eines Turniers ausmalte. Als ganz kleiner Junge hatte er einmal einem Turnier beigewohnt, nat\u00fcrlich gemeinsam mit den Damen. Das <em>vaspos\u00e1r<\/em> von <em>yarl<\/em> Moreaval war das gewesen, ein winziges Turnier, an dem nur die Ritter von Wijdlant, Spagor und ein paar befreundete G\u00e4ste aus Valvivant teilgenommen hatten. Merrit hatte damals noch nicht allzu viel von dem verstanden, was da eigentlich zur Freude der Zuschauer vorgegangen war, aber der Anblick der Ritter, einschlie\u00dflich seines eigenen Vaters, in ihrem aufw\u00e4ndigen Eisenzeug, mitsamt den gro\u00dfen Turnierlanzen, der vielen Pferde und der Schutzbefohlenen, die ihre Herren anfeuerten, das Klingen von Metall und die Erde, die unter den Pferdehufen bebte, das hatte sich tief in das Herz des Jungen eingebrannt.<\/p>\n<p data-p-id=\"191bff797298aeecf2ef6d38c6de11ba\">Wer an diesem Tag den spielerischen Wettkampf gewonnen hatte, wusste Merrit nicht zu sagen, viel zu turbulent und un\u00fcbersichtlich war das alles f\u00fcr seinen kleinen Verstand gewesen. Auf dem Scho\u00df seiner Mutter hatte er bei den Damen gesessen und war von einem sonderbaren Gl\u00fccksgef\u00fchl beseelt gewesen. Am Ende hatte der junge <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval im \u00dcbermut sein Pferd ganz dicht an die Zuschauerinnen gelenkt und seine zugleich kreischende und lachende <em>h\u00fdardora<\/em> auf sein Pferd gezogen. Die anderen Ritter waren den beiden unter gro\u00dfem Gejohle nachgehetzt, hatten sie aber entkommen lassen. Der Ritter mit seiner Dame war in einem W\u00e4ldchen am Rand der Planwiese verschwunden und man hatte die beiden bis zum n\u00e4chsten Morgen nicht wieder gesehen. Merrit hatte sich nie erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, was seine Eltern daran so lustig gefunden hatten, wenn sie davon erz\u00e4hlten. Das geschah oft. Merrit hatte, je \u00e4lter er wurde, mehr und mehr Details \u00fcber jenes Ereignis h\u00f6ren wollen, das ihn so tief beeindruckt hatte, mehr als alle anderen, zu denen er seinen Vater sp\u00e4ter begleitet hatte. Viele waren es nicht gewesen, Merrit war noch jung, all das lag noch vor ihm. Und er hatte beschlossen, niemals &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"8c325861e1b88557d87ca9d53f25d654\">\u201eWieso sind wir nicht einfach im Stiegenhaus geblieben?&#8221;, riss der andere Junge ihn aus seinen Gedanken.<\/p>\n<p data-p-id=\"8caf491d2f660e08819caf7432aa4615\">\u201eWenn es irgendwie anders geht&#8221;, murmelte Merrit geistesabwesend und stieg bedacht und Schritt um Schritt die verwitterten Stufen, \u201edarfst du niemals in einem Geb\u00e4ude k\u00e4mpfen&#8221;,<\/p>\n<p data-p-id=\"a100d73d3c08dffe4cea0a72ab541e78\">\u201eWieso?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6ce8b549581ac289e7c000aeaab9bf81\">\u201eDie W\u00e4nde sind im Weg. Und sie k\u00f6nnen dich in die Enge treiben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b3d645e2f1c37473d9a7a810e4de2c40\">\u201eAber es war doch niemand zum K\u00e4mpfen da!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dceae95365e66e487f34fe32a0a0448a\">\u201eMich erwischen sie nicht&#8221;, sagte Merrit und blieb stehen, einen Herzschlag nur. \u201eWenn sie mich festhalten wollen, werde ich mich <em>wehren<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7140e62446663eb717266d92506292b1\">Der andere Junge kommentierte das nicht. Schweigend kletterten sie die abgelegene Treppe hinab, beide tief in Gedanken versunken.<\/p>\n<p data-p-id=\"c194ad36834b39e2ff2635ca7a969365\">\u201eHe!&#8221;, rief es da aus Richtung der B\u00fcsche, als sie fast den rettenden Boden erreicht hatten. \u201eWas macht ihr da?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"edf4294c89fb882dcebff938cfd14180\">Der Mann mit dem Strohhut, der G\u00e4rtner wohl war es, der mit energischen Schritten auf die Treppe zustapfte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6b0bf09573608430c52e3acb7de874e2\">Merrit zuckte zusammen. Impulsiv schickte er sich an, die verbliebenen Stufen herabzuspringen und zu fliehen, wie ein Hase. Aber der andere packte seinen Arm, hielt ihn fest. Ein, zwei Atemz\u00fcge versuchte Merrit, sich loszurei\u00dfen, rangelte mit ihm, dass sie beide beinahe doch noch herabgest\u00fcrzt w\u00e4ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"d22035bd54b159ba05f96f0f70422b5b\">\u201eBlieb hier!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa2bee59c99c423e5775da247deaedf1\">\u201eLass mich sofort los, du &#8230;!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8caae582d7438f60864f106aa146770a\">\u201eDu bist doch der Junge, den die Herren suchen!&#8221;, rief der G\u00e4rtner aus. Jetzt kamen auch seine Gehilfinnen n\u00e4her. \u201eSo ein Gl\u00fcck! Hier kommst du nicht &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9007ffe1ba78afac68ba349e518d821a\">\u201eJa, und <em>ich<\/em> habe ihn gefunden&#8221;, fiel der Junge mit der Brille ihm ins Wort, mit einer Strenge und Autorit\u00e4t, die nicht zu seiner Kinderstimme passte. Aber es lie\u00df den G\u00e4rtner verstummen. \u201e<em>Ich <\/em>bringe ihn zu seinem Vater!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5bc3bbfd1f743ba1004213654b4a0211\">Energisch versuchte Merrit, sich loszurei\u00dfen. Aber der Verr\u00e4ter klammerte sich an das Seil. \u201eVertrau mir!&#8221;, zischte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"639c5d54a278eeeeb7b9098abe8a7c29\">Der G\u00e4rtner stand nun vor ihnen. Eine Flucht nach oben war unm\u00f6glich.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a93a5ef87ce1e360b7d882d578367e9\">\u201eUnd du?&#8221;, fragte er schroff.<\/p>\n<p data-p-id=\"cbf4e4256820cb40e0c2d297a00f2d24\">\u201eIch bin Osse <em>yarlandor<\/em> von Emberbey. Ich habe meinem Vater bei der Suche geholfen,&#8221; sagte der Junge, der nie ein Ritter werden w\u00fcrde, scharf.<\/p>\n<p data-p-id=\"949b5dab21e90cc3b2e102d58008007d\">\u201eDa wirst du dir sicher eine sch\u00f6ne Belohnung verdient haben&#8221;, sagte der G\u00e4rtner. Der Mann schien &#8230; verunsichert.<\/p>\n<p data-p-id=\"e162f4d223b5815dfb08a9a1838f3224\">\u201eWir sind froh&#8221;, sagte Osse k\u00fchl, \u201edass wir die Vorkommnisse unter Standesgleichen regeln k\u00f6nnen. Wenn du uns nun passieren l\u00e4sst? Ich will weiter!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"191c26d5778f6388105b093d7174cee1\">Der G\u00e4rtner err\u00f6tete. Dann trat er einen Schritt zur\u00fcck, zog seinen Hut und verneigte sich tief. Osse schob seinen Gefangenen nachdr\u00fccklich voran. Merrit f\u00fcgte sich verbl\u00fcfft. Gehorsam lief er neben dem d\u00fcnnen Jungen her, der ihn fest am Arm hielt.<\/p>\n<p data-p-id=\"74a18f59eee2570c774a5fd91d57e601\">\u201eKommt er uns nach?&#8221;, fl\u00fcsterte Osse Emberbey.<\/p>\n<p data-p-id=\"6582a5b6abd9b72494353e65fd550209\">\u201eNein.&#8221; Merrit tat einen raschen Schulterblick. \u201eEr scheucht die M\u00e4dchen zur\u00fcck ins Beet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"866e26d60c6108c244c55a0ed6335581\">\u201eWo ist die Laube? Ich sehe nur Bl\u00e4tter, lauter Gr\u00fcn &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c3f185e6ca8ba8cc1ecc9ff0ffa1daf8\">\u201eZehn Schritte. Links. Hinter den Bohnenranken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ff11b36c71b7a94f20ad745273067c9\">\u201eSag mir, wenn.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5ec69a7495f5ec263f2f5168211ebdf7\">Vier Schritte. Drei &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"773cdd4ccaa014547d37b61ad62e5820\">\u201eRunter und los!&#8221;, zischte Merrit Althopian. Osse Emberbey duckte sich. Mit klopfenden Herzen und unentdeckt entwischten die Jungen durch \u00fcppige Minzen und K\u00fcchenkr\u00e4uter in den Schutz duftender Dornenranken.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2480","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2480"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2480\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3736,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2480\/revisions\/3736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}