{"id":2477,"date":"2025-08-25T12:16:12","date_gmt":"2025-08-25T10:16:12","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2477"},"modified":"2025-09-01T08:55:44","modified_gmt":"2025-09-01T06:55:44","slug":"040-ein-goldener-ausweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/040-ein-goldener-ausweg\/","title":{"rendered":"040: Ein goldener Ausweg"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"1ecb8bb4fdc55a5c68a3f594b35c6f45\">Advon war gl\u00fccklich und ein wenig m\u00fcde. Der Ausflug nach Aur\u00f3p\u00e9a, so sonderbar die Erlebnisse im Anschluss an den Kucheneinkauf gewesen waren, hatte ihm gut gefallen. So viel Zeit hatte er schon seit langem nicht mehr mit Farbenspiel verbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"10d8f89784b2740bc7e88ccb95f4d284\">Sicher, noch viel sch\u00f6ner w\u00e4re es gewesen, w\u00e4ren sie \u00fcberm\u00fctig durch die W\u00fcste gestoben und vielleicht sogar ein St\u00fcck geflogen. Nicht allzu hoch nat\u00fcrlich, aber doch so, dass das Einhorn den Erdboden h\u00e4tte \u00fcberwinden und sich auf seinen Fl\u00fcgeln forttragen lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"596e4fa4d0bee76b94b30099146ed8ee\">Aber der Junge war nicht undankbar. Er wusste, wenn er sich mit kleinen Dingen zufrieden gab und niemandem einen Anlass zum Tadel bot, dann winkten n\u00e4chstgr\u00f6\u00dfere als Lohn. Dass er sich das nicht mit unbedachtem \u00dcbermut zunichtemachen durfte, hatte ihn der letzte unerlaubte Ausflug in der W\u00fcste gelehrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"c660437fcd802af948196c3e945ed1db\">Im Stall hatte der alte unkundige Stallknecht ihm erlaubt, Farbenspiels Brust und Bauch mit einer weichen B\u00fcrste zu reinigen, bevor er f\u00fcr den Abend in seinen sauber eingestreuten Verschlag zur\u00fcckkehrte. An den R\u00fccken reichte Advon ohne Steighilfe nicht heran. Farbenspiel lie\u00df es sich gefallen, wandte den Kopf und schnappte verspielt nach Advons langen blonden Haaren. Sein Horn stach um den Jungen herum, ohne ihn zu ber\u00fchren, so achtsam bewegte das Einhorn sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"b6af958a581cf0cfaafd6b323d3413c9\">\u201eHast viel Talent mit den Tieren&#8221;, lobte der unkundige Mann.<\/p>\n<p data-p-id=\"eb8db17a7f738f443ac71657c782d2bd\">\u201eWenn ich gro\u00df bin, kann ich dir hier vielleicht helfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e97a218bde4d107b72f8554ff1376c46\">\u201eWirst keine Zeit daf\u00fcr haben. Gro\u00dfe Dinge warten auf dich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0cb2f33350d5bdc9c2862223618dead1\">Advon sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNein. Ich werde kein Regenbogenritter sein. Aber ich will auch nicht weg von hier. Ich bleibe bei den Tieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f21f88d15bf649ad1fc96d16e368ad52\">Der Stallknecht blickte auf. Jemand n\u00e4herte sich schlurfenden Schrittes \u00fcber den Mittelgang. Farbenspiel hob den Kopf und legte die Ohren gerade so weit an, dass es nicht allzu offensichtlich nach Feindseligkeit aussah.<\/p>\n<p data-p-id=\"ba016e232557a5bb1c7493da36757f29\">\u201eHier bist du!&#8221;, sagte Sileda\u00fa. \u201eWas l\u00e4sst du den Jungen so nah an dem Tier fuhrwerken?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6bea2839eaebf8519263f2104af4cea7\">\u201eIst sein Tier&#8221;, sagte der Stallmeister, aber er trat einen Schritt zur\u00fcck. \u201eDer Meister sagt &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f4c8582f107584cb3c8748d161a92d9\">\u201eDer Meister wird sich noch wundern, wenn der Junge diesem Biest einmal unter die Hufe ger\u00e4t!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0eb3d0fa5b0cd6a1da41fc005e35c8d4\">\u201eKlauen&#8221;, sagte Advon leise.<\/p>\n<p data-p-id=\"349b50dd39416c76f06bb87453be7271\">\u201eWie bitte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d34654f00677675cb0de309404d66d7d\">\u201eKlauen, Sileda\u00fa. Einh\u00f6rner haben Klauen, keine Hufe.&#8221; Er neigte sich hinab und griff nach Farbenspiels Hinterbein, hob es an, als wolle er den Fu\u00df reinigen. Das Einhorn lie\u00df es brav geschehen. \u201eSchau. Wie bei einer Ziege. Damit kann er viel sicherer klettern als ein Pferd, und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"99c8ae0b0cfa29a7d35895e899a90e7b\">\u201eUnd auskeilen kann er damit auch, Dummkopf!&#8221; Sie griff unwillig nach Advons Schulter und zog ihn weg. \u201eDu wirst dich noch einmal hinter die Tr\u00e4ume bef\u00f6rdern mit deinem Unverstand. Komm mit!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b051ba70576d80cba543caf6825d38c5\">Sie packte ihn bei der Hand und zog ihn mit sich. Advon warf dem Stallmeister und seinem Reittier einen bedauernden stummen Abschiedsblick zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"fbedca0799414853d4ae82bc0e40a0bc\">\u201eWo bist du gewesen?&#8221;, fragte Sileda\u00fa ver\u00e4rgert, nahm ihm die Striegelb\u00fcrste fort und warf sie beiseite.<\/p>\n<p data-p-id=\"995444b570f98f10f9a2604dc5513ffb\">\u201eIch war mit dem Gelben vor der Stadt&#8221;, antwortete Advon. \u201eDu warst ja nicht da. Und da hat Mama erlaubt, dass wir ausreiten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"90b491ccea23ef5368d7a639b6554dac\">\u201eMorgen um die Mittagszeit ist dein Vater wieder da. Dann kehrt hier endlich wieder Ordnung ein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6cb8d7689310034f4ea32f9a39598f84\">\u201eOrdnung? Ich war doch da! <em>Du<\/em> bist nicht gekommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f164e975aa7273ef44090540dc1759b\">\u201eIch kann nicht all meine Zeit nach dir ausrichten, Advon Ir\u00edsolor.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"708682bc16befd30f66b28405613ef98\">\u201eMeinetwegen musst du das auch nicht.&#8221; Sie f\u00fchrte ihn viel energischer, als es notwendig gewesen w\u00e4re, zur\u00fcck in den Ciel\u00e1stel. \u201eIch werde sowieso sp\u00e4ter Gehilfe vom Stallmeister und wenn der mal zu alt ist, dann &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d5c45b29dd967b50c42289eefe7c4886\">\u201eH\u00f6r auf mit diesen Tr\u00e4umereien! Hast du denn gar nichts anderes im Kopf als dieses abscheuliche widernat\u00fcrliche Viehzeug?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ecfb2609f7bfc72b5f7d9d8162622f5\">Advon seufzte und schaute trotzig auf die kristallenen Treppenstufen hinab. Wo im Stein Bruchkanten zu sehen waren, schimmerte es in allen Farben, wie Tautropfen in der Morgensonne.<\/p>\n<p data-p-id=\"130c0df31d14bd136d0618d5db65ef29\">\u201eHast du wenigstens etwas gelernt, auf diesem Ausflug?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ed962797c2ef93218512d7cfd1930dfb\">\u201eJa, ich denke schon. Unkundige sind ganz seltsam mit Geld. F\u00fcr eine kleine Goldm\u00fcnze geben sie einem Unmengen von Kuchen. \u2013 Keine Sorge, ich hab selbst nur ein ganz kleines St\u00fcck gegessen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"37274a0120f8efd900b52d503d43592e\">\u201eMa\u00dfvoll zu sein ist &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4a7065c8bef7a85bf2242902b6aeafd5\">\u201eEine Tugend, ich wei\u00df. Von viel Kuchen bekommt man Bauchschmerzen und wird unaufmerksam und tr\u00e4ge.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f945532e9b5b260110782a3f990754f1\">\u201eSo ist es.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"955ee839abd790021ffb50e5d126d5cd\">\u201eUnd ich glaube, ich habe einen der <em>sinoray<\/em> von Aur\u00f3p\u00e9a gesehen. Ein vornehmer Herr. Der war bestimmt so alt wie du.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c231f943dc11935dc675e075dcf96624\">\u201eSo?&#8221; Ein unwilliger Schatten legte sich auf ihr Gesicht. Advon erinnerte sich, dass seine Mutter ihm einmal halb im Scherz den Rat gegeben hatte, niemals eine Dame auf ihr Alter anzusprechen. Der Junge \u00fcberlegte ernsthaft, ob das auch f\u00fcr Greisinnen galt.<\/p>\n<p data-p-id=\"d865e20115c539a82390d26dc4b089fb\">\u201eIch hab geh\u00f6rt, dass Leute von ihm gesprochen haben. Offenbar ist er sehr reich und m\u00e4chtig. Die Unkundigen haben Angst vor ihm.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a6b4a1df7c4b2a6a4fa0c0f960c57afa\">\u201eAngst hat nur, wer etwas zu verbergen hat. Und das, Advon Ir\u00edsolor, sind in Aur\u00f3p\u00e9a allzu viele. Diese Stadt ist ein Hort der Gesetzlosigkeit. Genau aus diesem Grund hast du nichts dort zu suchen. Und ich werde mit deiner Mutter dar\u00fcber reden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a364d3de6f9c0906443f2e49094cbfa1\">\u201eAber ist kann doch nicht mein Leben lang nur im Ciel\u00e1stel und in den G\u00e4rten sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e35999765f2efec9ead485f12427d82\">In die W\u00fcste soll ich nicht! In die Stadt soll ich nicht. Wo ist denn \u00fcberhaupt Platz f\u00fcr mich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"de4ce9fc058d58b707112f8bbebdd888\">\u201eDas wird sich finden!&#8221; Sie hielt ihn nun nicht mehr fest, aber er hatte keine andere Wahl, als ihr zu folgen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0ad276e7a61fae3992fd4ef306186407\">\u201eWas erz\u00e4hlt man sich denn \u00fcber den <em>sinor<\/em> \u00daldaise?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"84861ee2795ec7303b3ebc18c00334b0\">\u201eIch glaube, die f\u00fcrchten ihn. Andererseits sind sie wohl froh, dass er Verbrechen bestraft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ec42610dc4fb9b85bf003c2ff07febd1\">\u201eDann ist es wohl doch so, dass in Aur\u00f3p\u00e9a andere Sitten aufziehen.&#8221; Sileda\u00fa l\u00e4chelte mit einer Zufriedenheit, die Advons Ansicht nach nicht zu Situation passte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6acf6ee9340603e36ec57c9ed0534c55\">\u201eSileda\u00fa?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dc9b990cbd710ed446775880ca8d2402\">Er blickte auf. In dem Stiegenhaus, das sich im Inneren des Turmes hinauf wand wie der Kegel einer Meerschnecke, war etwa zwei Etagen \u00fcber ihnen Elos\u00e1l erschienen und schaute \u00fcber das filigrane Gel\u00e4nder zu ihnen hinunter.<\/p>\n<p data-p-id=\"8c493abdf67be3d5b39fdbc68d891747\">\u201eWie gut, dass du wieder zugegen bist&#8221;, sagte die <em>faj\u00eda<\/em>, wenn auch mit einer Spur von Vorwurf in ihrer freundlichen Stimme, die Advon nicht entging. \u201eKommst du bitte hinauf in meine Gem\u00e4cher?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a670188b71ef990f12d269e405dfbfb5\">\u201eJetzt gleich?&#8221;, rief Sileda\u00fa zur\u00fcck, der wiederum anzuh\u00f6ren war, dass ihr das nun gar nicht passte. \u201eIch bin staubig und ersch\u00f6pft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"45e6edc025bd2773d955bbc78a24de35\">\u201eIch habe Erfrischungen hier, und \u00fcber den Staub lass uns nicht reden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"210f8806e59941ba4f9150c5e62d4ab3\">Advon grinste verstohlen. Sileda\u00fa ballte ihre d\u00fcrren Finger zu F\u00e4usten und schien unschl\u00fcssig. Dann gab sie sich einen Ruck und stieg energisch weiter hinauf.<\/p>\n<p data-p-id=\"6c68b964b9a536c4128d74cccf25cb40\">\u201eUnd du, Advon&#8221;, f\u00fcgte Elos\u00e1l zu, so als habe sie seine Anwesenheit gerade erst bemerkt, \u201eich komme sp\u00e4ter zu dir. Dann kannst du mir von deinem Ausritt erz\u00e4hlen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dffe6535fef49f6873667f4dd0c6617f\">\u201eJa, Mama. Ich freu mich!&#8221;, rief er. Die <em>faj\u00eda<\/em> nickte. Was sie eigentlich gemeint hatte, musste sie nicht aussprechen. Ihn wollte sie nicht in der N\u00e4he haben, w\u00e4hrend sie mit Sileda\u00fa redete.<\/p>\n<p data-p-id=\"bdd74570e8ed3bcfab90a0937d492062\">Advon gab sich den Anschein, als wolle er wieder nach unten gehen, um die unverhoffte Verl\u00e4ngerung seiner Freiheit auszukosten. Elos\u00e1l verschwand vom Gel\u00e4nder und die alte Frau \u00e4chzte weiter nach oben.<\/p>\n<p data-p-id=\"e698aedb16768e346d4984754ea29cfb\">Seine Mutter hatte ihm nicht ausdr\u00fccklich gesagt, wohin er gehen solle. Ebenso wenig hatte sie ausgesprochen, dass er nicht mith\u00f6ren sollte. Einer konkreten Anweisung w\u00e4re er gehorsam gefolgt, wie ein artiges Kind. Aber nun &#8230; nun, alles war Sache der <em>Auslegung<\/em>. So hatte seine Neugier mehr Gewicht als das brav sein. Und die privaten R\u00e4ume der <em>faj\u00eda<\/em> lie\u00dfen sich auch auf einem anderen Weg erreichen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"f572ca1199b1276e7a246120488f0fde\">J\u00e1ndris Altabete studierte den Schmierzettel gewiss zum zehnten Mal. L\u00e1as Grootplen sa\u00df neben ihm auf dem M\u00e4uerchen, das ein Kr\u00e4uterbeet am Eingang zum Garten einfasste und schaute zerstreut einer Ameisenparade zu, die sich \u00fcber die trockene Erde k\u00e4mpfte. Wenn es nicht bald etwas regnete, w\u00fcrden die Jungen dem G\u00e4rtner beim Wasser tragen helfen m\u00fcssen. Beide, Herr Andr\u00eder und Herr Daap vertraten die Meinung, dass es einem <em>yarl<\/em> nicht schaden konnte, sich aus praktischer Anschauung ein Bild von der harten Arbeit zu machen, die die Schutzbefohlenen leisteten. Demut vor dem Werk anderer hielten die Ritter f\u00fcr eine Tugend, um \u00dcberheblichkeit entgegenzuwirken.<\/p>\n<p data-p-id=\"1b159c4d9c57ed1d02a2b30bf0857cf0\">T\u00edjnje hatte die Fugen zwischen den Gartenwegen nach den h\u00fcbschen rosa Bl\u00fcten des Filzkrauts durchsucht und war mit beeindruckender Fertigkeit ihrer Kinderfinger damit besch\u00e4ftigt, einen Kranz als Haarschmuck daraus zu fertigen. Der <em>mestar<\/em> hatte, nachdem die <em>opayra<\/em> mit kaum verhohlener Emp\u00f6rung zur\u00fcckgekehrt war, die Kinder f\u00fcr den Tag entlassen, nicht ohne sich wortreich dar\u00fcber zu beklagen, wie schwer es die Launen der <em>teirandanja<\/em> der Bildung und Wissenschaft machten.<\/p>\n<p data-p-id=\"92f9efa702863ca60ec6a293949f8cf7\">Hier, im Freien und unbeobachtet, hatten die Jungen endlich die Gelegenheit, die Nachricht ihrer jungen Herrin zu lesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"33cf465d7cdc682b0efb0436201b43e3\">\u201eNicht, dass es mich nicht in den Fingern jucken w\u00fcrde, das zu machen,&#8221; sagte L\u00e1as, als J\u00e1ndris den Zettel endlich sinken lie\u00df. \u201eIch frage mich nur, warum.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"24e11510442bb1e1fb1f58b7f3e4f453\">\u201eWeil sie ihn nicht ausstehen kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f3d6d7dd3b29e07eac8bf722726a011\">\u201eWas schreibt sie denn?&#8221;, fragte T\u00edjnje.<\/p>\n<p data-p-id=\"566fcc381b2f68f361ee5b02594a5d1f\">\u201eDa! Lies es selbst!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"abea879b51ac20120931b73f0cf928d6\">\u201eIch kann doch noch nicht lesen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"20a28a6e115d3e940071f974c5875a92\">\u201eDann ist es wohl nicht f\u00fcr dich bestimmt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1ef644729df6d403c1c68b284f5cd87e\">\u201eIhr seid dumm&#8221;, z\u00fcrnte die <em>yarlaranda<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"c60c2107dadc1fa06cb3b96a7159362c\">L\u00e1as wuschelte ihr \u00fcber die dunklen Locken und zwinkerte seinem Freund bedeutungsvoll zu. J\u00e1ndris nickte. So gern sie beide das kleine M\u00e4dchen hatten, das Risiko, dass ihr unbedacht im falschen Moment ein verr\u00e4terisches Wort herausrutschen konnte, war einfach zu hoch.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a719dee43bd7ad7900d257f120fd4f8\">Also schwiegen sie. T\u00edjnje blieb einen Moment neben ihnen stehen und wartete. Dann wurde es ihr zu langweilig, und sie ging auf die Suche nach weiteren Bl\u00fcmchen. Allzu weit entfernte sie sich nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"0cf4ea0ed3d7f491285274141bbaa418\">\u201eMachen wir es?&#8221;, fragte L\u00e1as beil\u00e4ufig.<\/p>\n<p data-p-id=\"81333dd34ee41eacb757e82e203baab5\">\u201eEs ist ein Befehl unserer Herrin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9630c622c9fe15915a861a913ff3f0e5\">\u201eWas w\u00fcrde denn dein alter Herr dazu sagen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3fdfe62f28104fd422384c26247e9ac6\">\u201eIch wette, der w\u00fcrde sich mit deinem und T\u00edjnjes Vater beraten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"55001df078e0f33f48f22bd48fa8d158\">\u201eDeshalb frag ich dich ja.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"04076e2f3efcb6b383023eeb55d719a7\">\u201eSo kommen wir nicht weiter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7eb131d37d34aee99038743b7dff5916\">\u201eWir k\u00f6nnen es tun&#8221;, seufzte L\u00e1as. \u201eDann sind wir ihr gehorsam und bekommen m\u00f6glicherweise wirklich gro\u00dfen \u00c4rger. Wir k\u00f6nnen es lassen. Das w\u00e4re Ungehorsam, und wir fallen bei ihr in Ungnade.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7b125f120fd8547ae66095127094c7\">\u201eWir k\u00f6nnten einen Erwachsenen um Rat fragen. Am besten gleich den <em>teirand<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"410e5091f49fee4e640d746e09fcd65f\">\u201eDas w\u00e4re Verrat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"99859d96e4a141a7ace96a9f1692912e\">\u201eUnd wenn wir sie fragen, ob sie das wirklich ernst meint?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"97f5128e0895b42a3dcb4343b78dcdf6\">\u201eFein. Ma\u00dfen wir uns also an, ihren Willen zu hinterfragen. Bist du ihr <em>mynstir<\/em> oder ich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3b04184c50f602786d4debdd697bac7d\">J\u00e1ndris faltete den Zettel sorgsam zusammen. \u201eVielleicht wird der Sohn von Herrn Alsg\u00f6r das sp\u00e4ter einmal sein. Irgendeinen Nutzen muss der Kerl ja einmal haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"98b559b76aecf7f3fcfba1f929ae1c3e\">\u201eMeinst du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"971fc4542def4b11bae430d002b8b0da\">\u201eNa ja, Manj\u00e9v hat uns verboten, ihn zu \u00e4rgern. Als ob wir so etwas tun w\u00fcrden!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"11cf74d3f873dfca9d0739546b7fc70f\">\u201eAusgeschlossen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1dd98676032527e5707363cbf8fb8d0c\">\u201eUnd er vielleicht hat er ja mehr im Kopf als wir beide zusammen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"da8153ef824d5e8cf0ea09db5abf694b\">\u201eWir k\u00f6nnen aber schlecht ihn um Rat fragen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"29468074cd25f52e48c65db5aa87795a\">\u201eUnd wenn wir den Frechdachs aus Althopian einfach nicht finden? Die Erwachsen suchen ihn doch offenbar immer noch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7cf724e7b6fb63f3a0ee6b20f3014802\">Von ihrem Sitzplatz aus hatten sie durch einen Torbogen Blick auf den Wehrgang und auf den kleinen Innenhof. Oben bei den Zinnen gingen soeben Wa\u00fdreth Althopian und Alsg\u00f6r Emberbey vorbei. Sie redeten leise aufeinander ein und schienen nicht so aufmerksam bei der Suche wie Daap Grootplen, der mit seiner Tochter gerade auf dem Hof passierte. Die beiden sahen ratlos aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"7ca25c3bc7acbdf6b91669a575fe6712\">Aus dem Garten n\u00e4herte sich Andr\u00eder Altabete. J\u00e1ndris steckte den Zettel schnell hinter seinem R\u00fccken weg.<\/p>\n<p data-p-id=\"f8895b590d6f6ea44273d9675adda76f\">\u201eIhr k\u00f6nntet uns eigentlich suchen helfen&#8221;, r\u00fcgte er die Jungen.<\/p>\n<p data-p-id=\"be5c0bfcb24abdcc4201bf1ec521b723\">\u201eHabt ihr ihn immer noch nicht gefunden, Vater?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d2a03642ccc488802b28b25eeb8386af\">Der <em>yarl<\/em> blieb neben den Jungen stehen. \u201eWir stehen vor einem R\u00e4tsel. Es ist ausgeschlossen, dass er die Burg durch eines der Tore verlassen hat. Die Wachen sind bereit, bei den M\u00e4chten zu schw\u00f6ren, dass er nicht an ihnen vorbei ist. Es ist, als sei er in Luft aufgel\u00f6st.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"11be545c5855a354f4e976374aeccc63\">\u201eVielleicht hat der Magier ihn weggezaubert&#8221;, scherzte L\u00e1as.<\/p>\n<p data-p-id=\"5054260e1ab2119e14afde04873eebf1\">\u201eWelcher Magier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c6a08a4d5e33665d6118761eccc53f8\">J\u00e1ndris err\u00f6tete ertappt. \u201eHabt ihr das etwa nicht gewusst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8765480e21150b055f1c20e011b577df\">\u201eEs ist ein Schattens\u00e4nger in der Burg&#8221;, erkl\u00e4rte L\u00e1as. \u201eDie <em>teirandanja<\/em> hat ihn gesehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e94f86a371ab01453246813eabb6fd22\">\u201eEr kann Spielzeug aus Licht machen&#8221;, kr\u00e4hte T\u00edjnje, die einige Schritte entfernt sa\u00df, ihre kleinen Ohren aber ganz offensichtlich gespitzt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b4941c054946e794c3b5fe5d7afaba70\">\u201eMit war nicht bekannt, dass der Meister eingetroffen war.&#8221; Yarl Altabete runzelte die Stirn. \u201eWir hatten ihn zusammen mit Herrn J\u00f3ndere erwartet, und lange nicht so fr\u00fch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"03be6b81461e7ee442949a0e3265c210\">\u201eUnd nun, Vater?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac1f3e18c701fa83ba5d6e1206b7d391\">\u201eDie <em>teiranday<\/em> werden ihren Grund gehabt haben, uns nicht einzuweihen. Sicher werden sie es zu gegebener Zeit tun. Aber ich denke nicht, dass der Schattens\u00e4nger ein Interesse daran hat, den Jungen wegzuzaubern. Das w\u00e4re grotesk.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a3cdb190a926990268032c1a26c3aa2c\">Er wandte sich dem G\u00e4rtner zu, der soeben mit einem Stapel Pflanzt\u00f6pfe passieren wollte und angesichts des <em>yarl<\/em> und der Kinder seinen Schritt verlangsamt hatte. \u201eUnd? Ist dir der Junge begegnet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"997dee96ae105fcb54925f84fc54dd34\">\u201eSucht Ihr immer noch, Herr? Hat der andere Junge ihn noch nicht seinem Vater gebracht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e95e28467452c3f7583244f6cba20c2\">\u201eWelcher andere Junge?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c33d76876e8dca8e8d81d912fdf78884\">\u201eDer d\u00fcnne mit der Brille. Der Sohn von Herrn Alsg\u00f6r, soweit ich es wei\u00df?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7195d52d0d85dedf3a2874843479976d\">Der Ritter seufzte. \u201eSo. Da stecken die beiden beieinander. Jungs &#8230; ihr wisst, was zu tun ist. Kommt mit!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"818d4597edb3befc8552cf18aa0f33aa\">Er stapfte energisch durch die Pforte auf den Hof hinaus. L\u00e1as und J\u00e1ndris erhoben sich seufzend und folgten ihm. Der G\u00e4rtner schaute ihnen nach, zuckte die Achseln und ging dann weiter seiner Wege.<\/p>\n<p data-p-id=\"4ab84902a805bbe819ae7626cae7ecc9\">T\u00edjnje erhob sich und lief hin\u00fcber zum Kr\u00e4uterbeet. Dort gab es etwas zu pfl\u00fccken. Deutlich sichtbar zwischen den gr\u00fcnen Bl\u00e4ttern klemmte das Papier zwischen den Zweiglein. Der Wind ruckelte daran.<\/p>\n<p data-p-id=\"05dac7c4bf89a5122e3bbb58d68c8f8c\">Das kleine M\u00e4dchen nahm es an sich, bevor er fortwehen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"66f5bb4c16beb0dd21896047ccdb8d9d\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"926818608c2e3a349f224728e8aad994\">Gal\u00e9on hatte die Skelette der beiden alten Menschen sorgf\u00e4ltig zusammengesammelt und im Kies beim Bachbett verscharrt, gerade so, dass das Licht vom H\u00f6hleneingang die Stelle noch erfasste. Weiterhin hatte er nichts vorgefunden, was auf Kleidung oder sonstige Besitzt\u00fcmer hingedeutet h\u00e4tte. Das hatte ihn zwar Zeit gekostet, war aber nicht nur eine Geste des Respekts vor den Toten gewesen. Vielmehr hatte Gal\u00e9on sich ausgerechnet, dass er beim Versuch, mit blo\u00dfen H\u00e4nden und ohne jede Sicherung zu der \u00d6ffnung hochzuklettern, sicherlich mehr als einmal wieder abst\u00fcrzen w\u00fcrde. Dabei ungl\u00fccklich auf splitternden Knochen zu landen, wollte er vermeiden. Die Schicht aus altem Laub war ohnehin nur ein notd\u00fcrftiges Polster.<\/p>\n<p data-p-id=\"02dda7b7c6e99ec87f47fc4436db49d3\">Den Silberfaden und das sonderbare Schmuckst\u00fcck hatte er in seiner Kleidung verborgen. Ersterer war in seiner jetzigen Form zu gar nichts mehr zu nutzen, aber vielleicht w\u00fcrde er ihn in Aur\u00f3p\u00e9a oder anderswo f\u00fcr ein paar M\u00fcnzen an einen Goldschmied ver\u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ef1d2c436130eac2c98ea74349c800b6\">Viel interessanter war das silberne Kleinod. Das wollte er den Regenbogenrittern zeigen. Vielleicht hatten die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> eine Idee, was es war und wie es in die geheimnisvolle H\u00f6hle gelangt war. Aber das war nichts, was im Augenblick von Vorrang war.<\/p>\n<p data-p-id=\"6164bc54d918baa8f8e864dc87fc26cc\">Gal\u00e9on wusch sich die H\u00e4nde im Bach, trank noch einen Schluck, um seine immer noch abwechselnd taube und schmerzhaft pochende Zunge zu k\u00fchlen und warf dann noch einen Blick auf das verrostete Abflussgitter. Wohin mochte das Wasser flie\u00dfen? Einen kurzen Moment \u00fcberlegte er, ob es einen Versuch wert w\u00e4re, statt den Fels zu \u00fcberwinden dem Wasser weiter in die Tiere zu folgen, aber er verwarf die Idee wieder. Diese \u00d6ffnung war aus massivem Fels und zu schmal als dass etwas, das gr\u00f6\u00dfer war als eine Katze sich h\u00e4tte hindurchzw\u00e4ngen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"02a8c3e54ad1301bd218619341cf5df3\">Also das kraftraubende Klettern. Der junge Mann seufzte. Er musste sich sputen, hier heraus zu kommen, denn sobald es Nacht war, h\u00e4tte er kein Licht mehr.<\/p>\n<p data-p-id=\"2bcce414e559a4e74e785d19b06c98c7\">Wenn er doch nur ein winziges bisschen Magie mehr wirken k\u00f6nnte. Der Zauber, mit dem er das Gold hatte verbiegen k\u00f6nnen, war n\u00fctzlich gewesen, einfach, fast unsichtbar, und doch so n\u00fctzlich, dass es ihn ein weites St\u00fcck vorangebracht hatte. Wie hilfreich es sein mochte, solche Kr\u00e4fte st\u00e4ndig zur Verf\u00fcgung zu haben.<\/p>\n<p data-p-id=\"ca2de3073be7f022322be206a9fbf85c\">Gal\u00e9on war immer ein gen\u00fcgsamer Mann gewesen, der sich mit dem zufrieden gab, was er brauchte, ohne mehr zu verlangen. Ob er die bescheidene Macht \u00fcber Gold im Brunnen g\u00e4nzlich verbraucht hatte? Er schalt sich f\u00fcr diesen sinnlosen Gedanken. Selbst wenn der Zauber noch funktionierte, wie sollte er ihm hier zu Nutzen sein. Es gab hier kein Gold, das ihm irgendwie n\u00fctzlich &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"a115011917f088565b7a62df6a538dd0\"><em>Hier ist alles voller Gold, <\/em>durchzuckte es ihn.<em> Denk doch nach!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"d878b792c28150572a549afc3a63bfb0\">Gal\u00e9on legte die Hand auf den Stein. Eine Felswand, die nach S\u00fcden zeigte. In Richtung der W\u00fcste. In der W\u00fcste waren die Minen, in denen Unkundige nach Gold sch\u00fcrften. Nach gediegenem Gold nat\u00fcrlich, alles andere w\u00fcrde den Aufwand und die Strapazen der Arbeit unter Tage nicht rechtfertigen. Aber in den Minen gab es genug Gold, um mehrere Aur\u00f3p\u00e9as zu errichten. Und im Sand, der nichts anderes war als Fels, den die Zeit und das Wetter zu winzigen K\u00f6rnern geschliffen hatte &#8230; Fels, der hier am Rand von Soldes\u00e9r noch hart und m\u00e4chtig war.<\/p>\n<p data-p-id=\"08df950ee7775ee85f7378d5f64bd913\">Er tastete. Der Stein unter seinen Fingern war rau.<\/p>\n<p data-p-id=\"2b5053bca0122d39a2b64ee31ee85141\"><em>Zeig deine Sch\u00e4tze, <\/em>dachte der <em>b\u00e1chorkor<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"afb6a2d6ee76feca87121b940a859cc5\">Er wartete einen Moment. Unter seinen Fingerspitzen geschah etwas. Der Stein tat etwas, bewegte sich, nicht als r\u00fccke er von seinem Platz; vielmehr, als geriete er in irgendeiner Weise in seinem Inneren in einen Wirbel. Gal\u00e9on lie\u00df das einen Moment wirken, bevor es ihm unheimlich wurde und den Felswand wieder loslie\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"ddb04de64cbdf9989773b9230a8a2cb9\">Dort, wo seine Fingerspitzen geruht hatten, war versprengtes Gold an die Oberfl\u00e4che gewandert und gl\u00e4nzte deutlich sichtbar auf der grauen Oberfl\u00e4che.<\/p>\n<p data-p-id=\"b543d43783d6c322d2c5bbd79e30d3f4\">Gal\u00e9on entfuhr ein \u00fcberraschter, erfreuter Laut, aber es kam ihm kaum etwas an seiner misshandelten Zunge vorbei. Aber das war unwichtig. Noch hatte er seine kleine Zauberkraft also nicht verloren. Er konnte Gold beschw\u00f6ren. Das gen\u00fcgte, um Stein zu markieren. Goldene Fingerspuren w\u00fcrden ihm den Weg den Fels hinauf weisen.<\/p>\n<p data-p-id=\"85e7cf6bbf2ffcab17577713707eaa1d\">Wenn er sich beeilte, w\u00e4re er bei Anbruch der Dunkelheit im Freien.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2477","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2477","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2477"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2477\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3733,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2477\/revisions\/3733"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2477"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2477"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2477"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}