{"id":2464,"date":"2025-08-25T11:56:52","date_gmt":"2025-08-25T09:56:52","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2464"},"modified":"2025-09-01T09:02:21","modified_gmt":"2025-09-01T07:02:21","slug":"022-lauscher-an-der-wand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/022-lauscher-an-der-wand\/","title":{"rendered":"022: Lauscher an der Wand"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"dd151fb6d077d79810c479deb86074b0\">D\u00fdamir\u00e9e hielt den Atem an, als sie sich dem fremden Tier n\u00e4herte. Sie hatte nie zuvor etwas so sonderbares und zugleich so wunderbar Gef\u00e4hrliches, Sch\u00f6nes gesehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8cd7f9395d78134d3cf1b2b67169c8eb\">Es \u00e4hnelte ein wenig dem Pferd des freundlichen Ritters, in dessen Sattel sie vor wenigen Tagen am See entlang geritten war und vergebens nach dem Boot Ausschau gehalten hatte, aber es war noch ein gutes St\u00fcck gr\u00f6\u00dfer und wuchtiger. M\u00e4hne und Schweif waren duftig und zart, fast nicht als Haar zu erkennen, sondern beinahe so fl\u00fcchtig und weich wie der Samenstand des Aczarat. Die F\u00fc\u00dfe konnte D\u00fdamir\u00e9e nicht sehen, denn es stand im seichten Wasser und trank von See. Dabei ber\u00fchrte das wie eine Schraube gewundene Horn die Wasseroberfl\u00e4che. Seine Fl\u00fcgel, wie die eines Schwans, nur viel, viel gr\u00f6\u00dfer hielt es anmutig angewinkelt, sodass das Kind erst beim N\u00e4herkommen gewahr wurde, dass das Tier gesattelt war.<\/p>\n<p data-p-id=\"4dcea4b5bf1db749254d56065a737023\">Als das Einhorn das M\u00e4dchen bemerkte, hob es den Kopf. Nun erkannte man auch sein Zaumzeug. Gelbe Augen, \u00e4hnlich denen einer Schlange, blickten forschend unter langen wei\u00dfen Wimpern hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"0ae815ece59be22d6a798eb7d31703ed\">D\u00fdamir\u00e9e war so fasziniert, dass sie \u00fcberhaupt nicht \u00fcber das Sattelzeug stutzte. Ehrf\u00fcrchtig hielt sie sich noch einen Augenblick hinter den B\u00fcschen versteckt. Um nichts in der Welt wollte sie dieses wunderbare Fabeltier erschrecken, das hier im Boscarg\u00e9n seinen Durst am bodenlosen See l\u00f6schte. Dann konnte sie nicht widerstehen. Langsam, achtsam und mit gro\u00dfen Augen ging sie auf das Einhorn zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"14be37737925abd6a574a32c9a97bd6e\">\u201eLauf nicht weg&#8221;, bat sie. \u201eIch tue dir nichts! Hab keine Angst vor mir!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"68cf4e2b703f12118670f0b691cfa375\">Es war l\u00e4cherlich, so zu reden, das war ihr bewusst. Etwas, das so gro\u00df und stark war, w\u00fcrde bestimmt keine Angst vor einem Kind haben. Aber nichtsdestoweniger legte D\u00fdamir\u00e9e Wert darauf, gut mit jeder Kreatur des Waldes zu sein. Da sie dieses Tier zuvor noch nicht gesehen hatte, dachte sie sich, dass es das sicher nicht wissen konnte. D\u00fdamir\u00e9e staunte und streckte dem Einhorn vorsichtig die Hand entgegen. Das riesige Tier schnaubte und stellte seine Ohren aufmerksam auf. Dann setzte es sich in Bewegung und schritt auf das Kind zu, die Schnauze interessiert vorgestreckt.<\/p>\n<p data-p-id=\"7415fcdf68603e7b153638edc7799e21\">D\u00fdamir\u00e9es Herz schlug freudig schneller. Es kam tats\u00e4chlich zu ihr! Es vertraute ihr!<\/p>\n<p data-p-id=\"a63c5afe1c481c535fa40b0599c71e79\">\u201eVorsicht!&#8221;, rief da jemand. Laub raschelte, \u00c4ste knickten und zwischen den B\u00e4umen kam ein Mann herangeeilt. Das Einhorn blieb kurz stehen und schaute in seine Richtung.<\/p>\n<p data-p-id=\"f32db591de780b12d4be28e6d6c84e05\">D\u00fdamir\u00e9e schreckte zur\u00fcck. Der Fremde hatte wohl unter den B\u00e4umen etwas abseits des Ufers gesessen und rannte nun eilig auf das Einhorn zu, platschend in den See hinein. Sein pl\u00f6tzliches Auftauchen verwirrte sie. Als er das Tier hastig beim Z\u00fcgel packte, versp\u00fcrte sie im ersten Moment sie den Impuls, sich umzudrehen und schnell wegzulaufen. Aber das, so dachte sie im zweiten Moment, w\u00e4re unh\u00f6flich gewesen. Immerhin war der Mann offensichtlich besorgt. Er wollte das sch\u00f6ne wei\u00dfe Tier wohl daran hindern, ihr zu nahe zu kommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f47228db2d6debf39d1bf41486591025\">\u201eBleib zur\u00fcck, Kleine&#8221;, sagte der Mann und f\u00fchrte das Einhorn energisch zur\u00fcck ans Ufer. \u201eDas ist gef\u00e4hrlich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1c2d2c44db5166aa8d2b7c520965988a\">\u201eOh&#8221;, sagte D\u00fdamir\u00e9e \u00fcberrascht. \u201eFrisst es denn Kinder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"911ac849fdeeee70626db1be17c1f104\">Der Mann schaute sie verwirrt an. Dann sch\u00fcttelte er den Kopf. \u201eNein. Aber diese Tiere sind so gro\u00df und stark, dass sie Menschen niedertreten, wenn man nicht achtgibt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6b5e398376cf73d5ad3369c2ea8e2988\">D\u00fdamir\u00e9e warf einen respektvollen Blick auf die Hufe. Die waren anders als bei einem Pferd, gespaltene Klauen wie bei einer Ziege. Aber das machte sie nur noch neugieriger, es war viel interessanter als der Besitzer. das Wesens. Sie kam interessiert n\u00e4her. \u201eIst das dein Tier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f99d2c9a518c2e0677740a21c4f3543d\">Er schaute ihr entgegen und wirkte seltsam verwundert, ratlos. Vermutlich hatte er nicht damit gerechnet, nicht allein im Wald zu sein. \u201eJa&#8221;, sagte er. \u201eIch bin damit hierher geritten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5e4781136052199b8cc0dc6e3a6584f0\">\u201eKann es fliegen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5a3948e09f92badf02965718b71daf11\">\u201eNat\u00fcrlich. Es hat Fl\u00fcgel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fc0e29f34ff48a0d741f3283fc5afc02\">Sie war nun dicht bei ihm und betrachtete auch ihn wissbegierig. Der fremde Mann war gro\u00df und wirkte eindrucksvoll, stark und gewandt. Sein kurz gestutzter Bart und das lange Haar waren blond, seine schimmernden Augen, wenn auch verwirrt und misstrauisch, erschienen D\u00fdamir\u00e9e freundlich. Der Fremde schien ihr ein klein wenig \u00e4lter zu sein als ihr Vater. Er trug einen Mantel und Gew\u00e4nder aus vielfarbig schillerndem, hellen Stoff und dar\u00fcber R\u00fcstzeug, das dem von <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval \u00e4hnelte, nur dass das seine aus einem Metall gefertigt zu sein schien, das D\u00fdamir\u00e9e noch nie zuvor gesehen hatte. Es gl\u00e4nzte, aber ganz anders als Silber, warm, satt und strahlend. Ob das dieses sagenhafte Gold war? D\u00fdamir\u00e9e wusste, dass Menschen Gold sehr gern hatten und immer viel davon haben wollten, aber im ganzen Boscarg\u00e9n gab es keinen einzigen Kr\u00fcmel davon, sodass sie keine klare Vorstellung davon hatte. Au\u00dferdem trug der Mann trug ein Schwert umgeg\u00fcrtet.<\/p>\n<p data-p-id=\"49509b2b5cc56b6a091fb389f3749f62\">D\u00fdamir\u00e9e l\u00e4chelte. Der Fremde f\u00fchlte sich &#8230; gut an, und er war besorgt, dass sei Tier sie verletzt h\u00e4tte. Das M\u00e4dchen <em>sp\u00fcrte<\/em>, dass von dem unerwarteten Besucher nichts B\u00f6ses ausging, aber er schien so verwirrt zu sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"b5896faae53020fa510311ad071e1df7\">\u201eBist du ein Freund von dem anderen Ritter?&#8221;, fragte sie zutraulich.<\/p>\n<p data-p-id=\"1d305ae9ddbbdc382d8b2b0e49741986\">\u201eVon wem?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e8b28688f05c515587edef28bb84d87\">\u201eVon dem freundlichen Ritter der <em>teiranda<\/em> hinter den Bergen&#8221;, erkl\u00e4rte D\u00fdamir\u00e9e. \u201eDer ist schon lange wieder auf dem Weg zu seiner sch\u00f6nen <em>h\u00fdardora<\/em> und seinem kleinen M\u00e4dchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"04685c712272371bcc2b280e1918538c\">Der fremde Mann lie\u00df verdutzt die Schultern h\u00e4ngen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e1ee633dbf97ccbb7ff96a8fda71f710\">\u201eDu bist doch ein Ritter, oder? Du hast wie er ein Schwert und eine R\u00fcstung und &#8230; sowas \u00e4hnliches wie ein Pferd.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83e39c801353d0d9be715b5a09c79b47\">\u201eJa. Ich bin ein &#8230; ein <em>Ritter<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b85ad695543bc2668f72afde3a077ef1\">\u201eDas ist fein. Die Ritter sind gut. Die retten immer die <em>teirandanja\u00e9<\/em> und besiegen die Monster, sagt Mama.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ce4a61ce562191a1309199bd176f09b\">\u201eKleine&#8221;, fragte er bedacht, \u201edas hier ist doch der &#8230; der Boscarg\u00e9n? Der Silberne Wald?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4dd339b51f36e5a9fe29d37bd993328c\">\u201eJa, nat\u00fcrlich. Das hier ist der Wald und das da der Dunkle See. Dein Tier muss vorsichtig sein, falls es nicht schwimmen kann. Zur Mitte hin wird das Wasser ganz, ganz tief.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"10eb7bae7361810f07af09c9adce2729\">Er sch\u00fcttelte konfus den Kopf. \u201eIch verstehe nicht &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1dc61cc3eee472e8e301bfcfb0b5c64a\">Sie ging zutraulich n\u00e4her zu ihm hin. \u201eWer bist du? Wo kommst du her?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"355c80dbdaf38b90f78226de46dd0bb2\">Er lie\u00df sich auf ein Knie sinken. \u201eNein, was machst <em>du<\/em> hier? Warum l\u00e4ufst du nachts allein in diesem Wald herum, Kleine?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2e5207aa0e06d9d5896e170cce5a892b\">\u201eIch laufe immer nachts am See entlang. Ich suche mein Boot. Und dann hab ich dein sch\u00f6nes Tier gesehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"29d3530f25d57976aadf6cc9b9ebaf8b\">\u201eJa aber &#8230; ganz allein &#8230; in <em>diesem<\/em> Wald &#8230; Wo sind denn deine Eltern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"43259c35b13a5c49f6d1770e2f37d513\">\u201eMama ist im Haus&#8221;, erkl\u00e4rte sie. \u201eOh schau! Dein Tier schnuppert an mir.&#8221; Sie kicherte. \u201eDas kitzelt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f6627e4053b580fd53c7af448a292b9d\">\u201eDeine Eltern lassen dich &#8230; hier &#8230; herumlaufen? Ganz alleine? Das ist <em>unverantwortlich<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d91787ca16f732913c954c569279934c\">Das Kind koste mit sanften Fingern die samtige Schnauze des Einhorns. \u201eAber nein. Hier passiert mir nichts. Mir ist noch nie etwas zugesto\u00dfen. Die B\u00e4ume und das Wasser passen auf mich auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b395f32a4bc1f115aa0a547077b2c0e\">Er seufzte und beobachtete, offenbar bereit, jederzeit einzugreifen, wie das Einhorn sich streicheln und sogar hinter dem Ohr kraulen lie\u00df. D\u00fdamir\u00e9e war so abgelenkt und entz\u00fcckt davon, dass sie dem Erwachsenen kaum zuh\u00f6rte, als der sie weiter ausfragte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d772f877e4efa15d6fd5fd6e5b702c12\">\u201eAber wo wohnst du denn, Kleines?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9863449d3b051176a88ae719307c821b\">\u201eDa dr\u00fcben&#8221;, sagte sie. \u201eEs ist nicht weit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bb2bd82e12564a39b0e8a44e4af46b14\">\u201eUnd deine Mutter ist zu Hause?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5da4fbe74b5b308db96cd1e569d04643\">\u201eJa. Sie hat jetzt zu tun, aber sie erz\u00e4hlt mir nachher noch ein M\u00e4rchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5fc5a5ccff0ce4d337c2bb9f50dbe5b8\">\u201eGut&#8221;, sagte er bedacht. \u201eWei\u00dft du, was wir machen, Kleines?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"283ec2158291161abf81302d67f02455\">\u201eNein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"80611f3b562186a8642e05a5d7ff84d5\">\u201eDu kommst jetzt mit mir und zeigst mir, wo du und deine Mama wohnen. Ich bring dich sicher nach Hause, bevor dir hier im Wald noch etwas Schreckliches widerf\u00e4hrt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d659c204fa91cc92c17a0f0ccc97ab37\">\u201eAber hier passiert mir doch nichts?&#8221; D\u00fdamir\u00e9e wunderte sich. Warum war der fremde Mann nur so unruhig?<\/p>\n<p data-p-id=\"86a7a687c3e392f2c44a223d7c1fcf05\">\u201eKleines, es ist gar nicht gut, wenn du allein hier am See herumstromerst. Das hier ist ein gef\u00e4hrlicher Wald! Furchtbare Wesen wohnen hier. Wahrscheinlich wei\u00dft du gar nicht davon?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6890478e9f1685b38665efc4205f0014\">D\u00fdamir\u00e9e stutzte. \u201eFurchtbare Wesen? Wie der hungrige Wolf etwa?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea5627a763bd5bf82c5f541e2d962e68\">\u201eViel furchtbarer. Aber du musst keine Angst haben. Ich besch\u00fctze dich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d35e93e34fdca1cfb6be9e965af6c442\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"af10ae2af60d5924e219b7cc38e9ff5e\">\u201eWir m\u00fcssen ganz schnell weg von hier, bevor sie auf uns aufmerksam werden. Wirst du brav sein und mit mir kommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"36b20161bf8e68d9d555abc84bd120ff\">\u201eHast <em>du<\/em> denn solche Angst?&#8221;, fragte sie verunsichert.<\/p>\n<p data-p-id=\"65075742d488a56959f168bddba8d8b3\">Er lachte unruhig. \u201eIch? Ich habe niemals Angst. Nicht vor &#8230; Du darfst mit mir auf dem Einhorn reiten, wenn du magst. Aber lass uns rasch fort von hier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"40d5e1199274d358183aa6ea37106243\">\u201eWirklich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2fdae0d0fbeda5a9c8107c671beabf58\">\u201eDamit sind wir ganz schnell bei deiner Mama. Wo ist dein Vater?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"72edb2e7027c50b95c04d86c7a6ad3b1\">\u201eDer kommt auch bald zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"77e128fd9ad2b40ed54bbd8bf751b558\">\u201eGut.&#8221; Der fremde Ritter reichte ihr seine Hand. \u201eSoll ich dich in den Sattel heben, Kleines?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"09942333a84d3896b30c4d94fedb360a\">\u201eOh ja, so gerne.&#8221; Sie sprang zu ihm hin\u00fcber und jauchzte, als er sie schwungvoll hochhob und auf den R\u00fccken des Tieres setzte, genau zwischen die weich befiederten Schwingen. Dann stieg er selbst auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"5c580c905928a7b68efb5f20fe42ed54\">\u201eIch bin C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor&#8221;, stellte er sich vor. \u201eIch komme von weit, weit aus dem S\u00fcden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9befef7de5608f7c681b51f48101bdda\">\u201eUnd ich hei\u00dfe D\u00fdamir\u00e9e.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c32c982f513d713d00b2eeb7133282a7\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e&#8221;, wiederholte er. \u201eWas f\u00fcr ein sch\u00f6ner Name.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d112961d9c6fccccdd04ed9fe6ff740\">\u201eUnd wie hei\u00dft dein Tier?&#8221;, wollte sie wissen, noch bevor er sie weiter ausfragen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f3e263e9bffc4a1e2551230798645fe6\">\u201eEs ist ein Einhorn. Er hei\u00dft Perlenglanz. Und nun sag mir, wo du wohnst. In welche Richtung m\u00fcssen wir?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"59ea452d5a98ff6156c0c25147460aac\">Sie deutete das Ufer entlang. \u201eDa. Immer geradeaus. Immer das Ufer entlang, dann kommen wir zu unserem Haus.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b4ac34083a1bb6ae2940c97c4b7e5bca\">Er spornte das Einhorn an, und es setzte sich in Bewegung, bed\u00e4chtig, leise, auf seinen gespaltenen Hufen. Einh\u00f6rner wussten, wann sie sich lautlos bewegen mussten, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"1603785e57ac0993f15ea3afa48e7051\">Manj\u00e9v sa\u00df auf ihrem Bett, aber diesmal hatte sie den Vorhang ge\u00f6ffnet. Sie dazu zu bringen, sich wieder zu zeigen, hatte Asga\u00fd von Spagor und K\u00edan\u00e1 von Wijdlant einiges an \u00dcberzeugungskraft gekostet, aber am Ende hatte das M\u00e4dchen nachgegeben. Nun sa\u00dfen Eltern und Tochter schweigend einander gegen\u00fcber. Die Eltern hatten gesehen, dass sie geweint hatte und drangen nicht in sie, das zu erkl\u00e4ren. Sie machten ihr keine Vorw\u00fcrfe, dass sie so unh\u00f6flich und \u00fcberst\u00fcrzt davon gerannt war. Beide, obwohl sicherlich ihre Anwesenheit anderswo in der Burg erwartet wurde, warteten, bis sie bereit war, zu sprechen.<\/p>\n<p data-p-id=\"bcaaca61eabc3d20c6b2910c1230c4ca\">\u201eTut mir leid, dass ich weg gelaufen bin&#8221;, sagte Manj\u00e9v schlie\u00dflich leise. \u201eEs &#8230; es war mir so unheimlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7312a24f902cd7014eaee0c06d3c370a\">\u201eEs ist nichts geschehen, wovor du dich sch\u00e4men m\u00fcsstest, mein Kind&#8221;, sagte Asga\u00fd von Spagor liebevoll. \u201eGanz im Gegenteil. Es ist alles so, wie es sein soll.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ef19191a68a5ff4ef91bab4ea52cc501\">\u201eAber habe ich denn getan? Was wollte der Sohn von Herrn Alsg\u00f6r von mir? Warum waren alles so beif\u00e4llig, als h\u00e4tte ein <em>b\u00e1chorkor<\/em> eine Geschichte erz\u00e4hlt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6bc5bdf8eedd52f270d6d4986fa43f4c\">\u201eEs ist ein uraltes Ritual&#8221;, erkl\u00e4rte die <em>teiranda<\/em>. \u201eDer Junge muss f\u00fcr sein Alter bereits au\u00dfergew\u00f6hnlich belesen und gebildet sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7db6284a4ff87037080d9cc0acfe4b5d\">\u201eAllerdings&#8221;, wandte der <em>teirand<\/em> ein, \u201ewar er damit deutlich zu fr\u00fch an der Reihe. Das ist eine Sache, die noch mindestens zehn Sommer Zeit gehabt h\u00e4tte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b74c7e4431ee7f9c85de6c0b2b0a84d5\">\u201eWas f\u00fcr ein Ritual?&#8221;, fragte Manj\u00e9v. \u201eWarum wei\u00df ich davon nichts?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bbea6109f60889ded209bd7c919ea797\">\u201eWeil es langweilige Erwachsenendinge sind, Liebes. Der Junge und der von Herrn Wa\u00fdreth haben dir damit ihre Dankbarkeit und Treue zugeschworen. Es ist eine sehr sch\u00f6ne und gute Sache, aber es war weder die Zeit noch der Ort daf\u00fcr. &#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"cbf49345eebffb9583ce868a0e5fbc5d\">\u201eEs ist ein Bekenntnis aus ganz alten Zeiten&#8221;, erg\u00e4nzte Asga\u00fd von Spagor, der sich gut mit alten Geschichten auskannte. \u201eEin k\u00fcnftiger <em>yarl<\/em> nimmt aus der Hand seiner <em>teiranday<\/em> ein St\u00fcck Brot entgegen und bezeugt damit, dass er sich der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und Gnade seines Herrn oder seiner Herrin unterordnet und \u00fcberantwortet . Im Gegenzug daf\u00fcr wird er seinem Herr oder Herrin stets ergeben und treu dienen, ihren Weisungen gehorchen und ihnen bis zum \u00c4u\u00dfersten mit seinem Leben verteidigen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7b4e91f198ecab418f032f9eaed25848\">\u201eWenn jemand das <em>teirandon<\/em> angreift, zum Beispiel?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8865b7493132dd48bc68e0d8414bba39\">Die Eltern stutzten \u00fcber diesen Gedanken. Dann nickte die <em>teiranda<\/em>. \u201eJa, Liebes. Daf\u00fcr sind die <em>yarlay<\/em> im Weltenspiel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"175aeeee5ebcc812373179d94a3fe24b\">\u201eUnd wenn es Chaosgeister selbst w\u00e4ren&#8221;, erg\u00e4nzte Asga\u00fd von Spagor heiter, \u201e<em>yarlay<\/em>, die dereinst das Brot aus deiner Hand angenommen haben, w\u00fcrden sich ohne zu z\u00f6gern in den Kampf werfen, um sie dir vom Leib zu halten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4cd04542fe37cd770d0932579fa26077\">\u201eHaben Herr Wa\u00fdreth und Herr Alsg\u00f6r das bei dir auch gemacht, Papa? Und Herr Andr\u00eder, Herr Daap und Herr J\u00f3ndere bei dir, Mama?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5009046b1218f468618a5fe9fc0d93c4\">\u201eJa, Manj\u00e9v. Auch L\u00e1as und J\u00e1ndris werden einmal an der Riehe sein. Aber es ist nunmehr eine Formalit\u00e4t, die vor Zeugen in kleinem Rahmen vollzogen wird. Fr\u00fcher, vor langer, langer Zeit war es ein gro\u00dfes Spektakel, ein riesiges Fest.&#8221; Asga\u00fd von Spagor setzte dazu an, sich in Begeisterung zu reden. Die alten Geschichten rissen ihn mit. \u201eFr\u00fcher, Manj\u00e9v, war es wichtig, solche Dinge <em>\u00f6ffentlich<\/em> zu machen. Alle sollten es sehen und davon erfahren, auf beiden Seiten des Montaz\u00edel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2041f74cdeccfccb8cb1214de1db8bd9\">Das M\u00e4dchen \u00fcberlegte. \u201eDas gerade im Saal &#8230; das <em>war<\/em> vor aller Augen, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2887a7614cb6fdc26192a8c2baa6d108\">\u201eJa, Kind. Aber es war &#8230; nun, es muss dich nicht binden. Der Sohn von Herrn Alsg\u00f6r hat es wohl missverstanden, dass du ihn mit dem Brot in der Hand angesprochen hast. Wahrscheinlich war er sehr aufgeregt und wollte alles richtig machen, um zu zeigen, wie brav und gelehrig er ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"152d1dd154cc72972a8142ac182a9eea\">\u201eUnd siehst du, Manj\u00e9v, &#8221; scherzte die Mutter, \u201edas ist der Grund, weshalb man nicht achtlos Speise mit sich vom Tisch herumtragen sollte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"da3cef857090c3925845a5421e75083d\">Die <em>teirandanja <\/em>ging nicht darauf ein. \u201eDann sind die beiden Jungen schon jetzt sozusagen &#8230; meine eigenen <em>yarlay<\/em>? Oder ist es ung\u00fcltig, weil sie noch keine erwachsenen M\u00e4nner sind?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c256e4c0a275da44b2a241f3ae645bd3\">Die Eltern wechselten einen Blick, der f\u00fcr Manj\u00e9vs Geschmack zu am\u00fcsiert war. Je l\u00e4nger sie dar\u00fcber nachdachte, desto ernster, desto <em>bedeutungsvoller<\/em> erschien ihr die Sache. Als sei das alles weit mehr gewesen als das drollige Missverst\u00e4ndnis, das die Erwachsenen darin sahen.<\/p>\n<p data-p-id=\"53d457066f0333d0f7dda392ee2b7bdd\">\u201eEs ist wohl sinnvoller, wenn sie ihr Versprechen zur gegebenen Zeit erneuern. Zumindest der Junge von Herren Wa\u00fdreth, der &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dea055ea0ac6870de23776bf16f926e6\">\u201eAsga\u00fd&#8221;, unterbrach die Mutter ihn. \u201eNoch nicht. Lass Herrn Alsg\u00f6r sich morgen erst erkl\u00e4ren. Er hatte etwas auf dem Herzen, das ihn tief bedr\u00fcckt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"53d29ce38ac4328c3f1ad40a06d01e24\">\u201eDir gef\u00e4llt der Junge, nicht wahr?&#8221;, fragte der <em>teirand<\/em> an seiner Tochter vorbei. Manj\u00e9v horchte auf. Solche Bemerkungen waren oft aufschlussreich.<\/p>\n<p data-p-id=\"9c684ded3ab48d9cb748a654ee86218a\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant nickte. \u201eJa. Ich denke, wir sollten ihm die Chance geben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0fb3b7bf8243c84531347fa0d9e0e472\">\u201eDer Magier w\u00fcrde es empfehlen, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0325b599b529eb92c2c12d3b7ea60522\">\u201eLass uns nachher dar\u00fcber reden, Liebster.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe10c76b51cbff77485b454f04bd9de5\">Der <em>teirand<\/em> nickte. Selten war er mit einem Wunsch seiner <em>h\u00fdardora<\/em> nicht einverstanden.<\/p>\n<p data-p-id=\"0215c28ceac428c2b958be3575c97392\">\u201eEs war der falsche Zeitpunkt, Manj\u00e9v&#8221;, fuhr er dann fort. \u201eAber eines Tages h\u00e4ttest du &#8230; den beiden ohnehin diesen Treueschwur abgenommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b17c5872e2de7c9e13625bd16261aaa\">\u201eGefallen die zwei dir denn?&#8221;, erkundigte die <em>teiranda <\/em>sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"6954b8c9d9f010dbc0e8a393d5c73d64\">\u201eIch wei\u00df nicht recht. Ich habe ja noch nicht mit ihnen geredet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e9eca4793b23d387f21ce70fd9499b94\">\u201eSie sind beide artig und gut erzogen. Herr Wa\u00fdreth berichtet, sein Junge habe Manieren und gro\u00dfartiges Geschick und es mangele ihm nicht an K\u00fchnheit. So die M\u00e4chte wollen, wird er ein achtbarer K\u00e4mpfer sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ba71014f67cf98b4333b3a7e99aac4f7\">\u201eEiner, der dich vor den Chaosgeistern besch\u00fctzt&#8221;, scherzte der Vater.<\/p>\n<p data-p-id=\"84e6aec94d53a97807fed38c116ecdbe\">Manj\u00e9v sp\u00fcrte, wie sie err\u00f6tete. Sie entsann sich an den stillen, eisblauen Blick, der etwas in ihr so seltsam anr\u00fchrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"dc939ed9c8570fff14787b89dfc33a2f\">\u201eUnd der andere?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67f0d9df04c76080d162cceb8203d357\">\u201eNun ja. Der &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"662115d3224f6b8ad96a5d8cf2703f13\">\u201eHe!&#8221;, klang da eine Stimme zu ihnen, drau\u00dfen vor dem ge\u00f6ffneten Fenster, unter im Hof. \u201eWas machst du da oben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eda04fdaf29ab4566419988c8e873bc8\">\u201eKomm da runter! Da hast du nichts zu suchen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"24b3ecf5281d4b496d54fc9c6e57efb9\">\u201eIst das nicht L\u00e1as Grootplen?&#8221; Asga\u00fd von Spagor erhob sich von der Bettkante und ging zum Fenster hin\u00fcber. \u201eWarum sind die Burschen noch nicht im Bett?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"657d1188dfd0e76cf0b4547525dbea4c\">\u201eWas f\u00e4llt dir ein!&#8221;, erklang da auch J\u00e1ndris&#8217; Stimme, voller Emp\u00f6rung und Aufregung.<\/p>\n<p data-p-id=\"75a50db95f2788e2199a31310504f4da\">\u201eWas ist da los?&#8221;, rief der <em>teirand<\/em> zu ihnen herunter, als er der Knaben ansichtig wurde. Die beiden standen beieinander unter dem Fenster. Die paar Menschen, die noch im Freien zu tun hatten, waren auch aufmerksam geworden. Alle Blicke waren auf einen Punkt links neben dem <em>teirand<\/em> gerichtet, J\u00e1ndris zeigte aufgeregt mit dem Finger, also wandte Asga\u00fd von Spagor sich auch beiseite.<\/p>\n<p data-p-id=\"4ed04a3e4caa410277c7c36155fde87e\">Keine Elle von ihm entfernt stand Merrit Althopian, den Bauch gegen die Mauer gepresst, mit beiden H\u00e4nden fest in die Ranken geklammert auf dem schmalen Sims und starrte den <em>teirand<\/em> entsetzt und ertappt an. Unter ihm ging es sechs Mannsh\u00f6hen in die Tiefe.<\/p>\n<p data-p-id=\"35d44028836bc1f3901041ccba7b1d6b\">\u201eVorsicht, Herr!&#8221;, rief L\u00e1as aufgeregt. \u201eDer hat bestimmt was Freches vor!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bf93e497296d793a0795974487333a7d\">\u201eBei den M\u00e4chten, Junge&#8221;, wisperte der <em>teirand<\/em> und streckte langsam seine Hand nach dem Kind aus. \u201eBleib ganz ruhig! Keine Angst! Gib mir deine Hand! Nur vorsichtig!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5d3ecfc692cc73f49e30f9133d228ecd\">\u201eWas ist denn da, Papa?&#8221;, fragte Manj\u00e9v, kletterte aus dem Bett. Ihre barf\u00fc\u00dfigen Schritte n\u00e4herten sich schnell dem Fenster.<\/p>\n<p data-p-id=\"2a076fb1a7ec1884fddc479006218d31\">\u201eAsga\u00fd?&#8221;, fragte die <em>teiranda<\/em> und folgte ihr rasch nach. \u201eWer ist da?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6496aded12f575b452b0fe97a43b7915\">Asga\u00fd von Spagor bewegte sich so bedacht und sacht, wie es nur m\u00f6glich war. Er setzte sich auf die Fensterbank, griff mit einer Hand unter den in den Raum ge\u00f6ffneten Rahmen des Fensters, um sich selbst festzuhalten, lehnte sich heraus und langte sacht nach dem Jungen. Nicht auszudenken, wenn der Knabe nun eine unbedachte Bewegung tat!<\/p>\n<p data-p-id=\"1f03932e56823d25d5c002a286c8aeae\">\u201eKomm zu mir&#8221;, fl\u00fcsterte der <em>teirand<\/em>. \u201eIch halte dich fest!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e6c09ce311db1cc064ff0a119e723c3b\">Manj\u00e9v neigte sich hinter dem R\u00fccken ihres Vater vorbei aus dem Fenster, bevor die <em>teiranda<\/em> es verhindern konnte. Sie entdeckte den Jungen und er sah ihr direkt ins Gesicht. Wieder trafen sich ihre Blicke und brachten einander aus der Fassung.<\/p>\n<p data-p-id=\"7365b7eabd1c694205ff84e8a1c56d67\">Merrit Althopian zuckte zusammen. Seine Knie wurden ihm weich, sein Fu\u00df glitt von dem Sims ab und er verlor den Halt und st\u00fcrzte, bevor Asga\u00fd von Spagor ihn zu packen bekam.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2464","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2464","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2464"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2464\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3753,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2464\/revisions\/3753"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2464"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2464"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2464"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}