{"id":2462,"date":"2025-08-25T11:57:54","date_gmt":"2025-08-25T09:57:54","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2462"},"modified":"2025-09-01T09:01:48","modified_gmt":"2025-09-01T07:01:48","slug":"024-tugend-und-tapferkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/024-tugend-und-tapferkeit\/","title":{"rendered":"024: Tugend und Tapferkeit"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"bb57c9720793b483ad1d935af020f31e\">An der Mauer, unterhalb des Fensters, wuchs ein niedriger Strauch mit drahtigen Zweigen, der im Herbst leuchtend orangene Beeren trug. Da man diese in der K\u00fcche gut brauchen konnte, hatte man ihn auf dem Innenhof stehen lassen. Aller Vernunft nach h\u00e4tte das Gew\u00e4chs unter Merrits darauf aufprallendem K\u00f6rper zerbrechen und splittern m\u00fcssen, aber die \u00c4stchen waren, f\u00fcr einen Moment nur, wie ein Schwamm, wie ein federndes Geflecht. Der Knabe st\u00fcrzte darauf wie auf einen Haufen Stroh und blieb erschrocken, verwirrt und atemlos, einen Moment reglos liegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7604e9405eef28dc6318b5f426c5ec19\">Dann war L\u00e1as Grootplen \u00fcber ihm, vier Sommer \u00e4lter, einen Kopf gr\u00f6\u00dfer und beinahe um die H\u00e4lfte schwerer als er. Sein h\u00f6lzernes \u00dcbungsschwert hatte er bei sich und hielt es offen in der Hand.<\/p>\n<p data-p-id=\"cebe71a377a97151bdc020a191ccacce\">\u201eWas hast du da zu suchen gehabt?&#8221;, herrschte der \u00e4ltere Junge den vom Sturz noch ganz benommenen an, so laut, dass er gewiss sein konnte, dass sein <em>teirand<\/em>, der oben am Fenster stand und besorgt in die Tiefe blickte, es auch h\u00f6ren konnte. \u201eWas wolltest du am Fenster unserer jungen Herrin?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2659ea021ab310bbcd09eb32398ea0e3\">Ja, was hatte er dort gewollt, mit der brandgef\u00e4hrlichen Kletterpartie bezweckt? Merrit h\u00e4tte nicht gewusst, wie er das den beiden \u00e4lteren Jungen in K\u00fcrze h\u00e4tte erkl\u00e4ren sollen. Tats\u00e4chlich hatte er nicht geahnt, dass er sich auf dem Sims auf das Fenster der <em>teirandanja<\/em> zubewegt hatte. Er hatte sich zu dem Gemach begeben wollen, wo der bebrillte Junge und sein Vater schliefen; hatte gehofft, dass der andere ebenso unruhig und schlaflos war wie er selbst und mit ihm geredet, ihm erkl\u00e4rt h\u00e4tte, was, bei den M\u00e4chten, da vorhin in der Halle geschehen war. Und vor allem, warum die <em>teirandanja <\/em>anschlie\u00dfend weg gerannt war.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a79e44a283bb8c2e63071f671646ea6\">Dabei war er an dem offenen Fenster angelangt, an dem er nicht unbemerkt vorbei gekommen w\u00e4re. Er hatte die Stimmen der <em>teiranday<\/em> und ihrer Tochter geh\u00f6rt. So hatte er zwar einen Teil der Antworten erhalten, nach denen er gesucht hatte. Zugleich war er jedoch in der Falle gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f2472bc8d316ed8660355be860ed5e17\">Nun lag er hier unw\u00fcrdig, ertappt und alle starrten ihn an, die hoheitliche Familie, vereinzelte Menschen, die noch auf dem Hof unterwegs gewesen waren, und hier und dort tauchten auch schon Neugierige an den Fenstern auf, aufmerksam geworden durch L\u00e1as&#8217; un\u00fcberh\u00f6rbare Rufe.<\/p>\n<p data-p-id=\"7aa7d027c986541986469b9fdfdd5da4\">\u201eWolltest du etwa bei unserer Herrin einsteigen?&#8221;, schloss sich J\u00e1ndris emp\u00f6rt an. \u201eKaum hier angekommen und schon ohne Respekt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9aeab618fe800dbc452a45485a49e7d5\">\u201eJ\u00e1ndris!&#8221; Asga\u00fd von Spagor neigte sich weit aus dem Fenster. \u201eIst er in Ordnung?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fa47d03be305a39c5e153f216a831487\">Merrit versuchte, sich aufzurappeln, aber L\u00e1as schubste ihn nieder. \u201eEr ist in den Busch gefallen, Majest\u00e4t!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5a7af6da5cfda130ec7bbb70fbe47538\">\u201eSollen wir ihn verpr\u00fcgeln, Majest\u00e4t?&#8221;, fragte J\u00e1ndris begierig.<\/p>\n<p data-p-id=\"f9b0bad8b97636604a29c2ac2f25de38\">\u201eNein, lasst ihn in Ruhe!&#8221;, rief K\u00edan\u00e1 von Wijdlant zu ihnen hinunter. \u201eBringt ihn zu uns herauf. In mein Audienzgemach.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b8b2aa2deb2ca86322e12ae17f590c0c\">\u201eAuf die Beine, Kerlchen.&#8221; L\u00e1as packte Merrit schadenfroh beim Kragen.<\/p>\n<p data-p-id=\"bcd2cf77bf86f05ed4135a4d1cedcf2a\">\u201eOh je&#8221;, f\u00fcgte J\u00e1ndris sp\u00f6ttisch hinzu. Auch er hielt sein Holzschwert gez\u00fcckt und klopfte sich damit erwartungsvoll in die Handfl\u00e4che. \u201eDas gibt gro\u00dfen \u00c4rger, Wiegenkind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c12ccdf46f623de4c064e918ad10fb95\">Merrit schaute sich wachsam um. An der Wand neben dem Busch, anderthalb Arml\u00e4ngen entfernt, lehnte ein Strohbesen. Den hatte tags\u00fcber wohl jemand dort vergessen. Flink wie ein Wiesel wand der Junge sich aus L\u00e1as&#8217; Griff und hatte im n\u00e4chsten Moment den Feger in der Hand.<\/p>\n<p data-p-id=\"3b699af5ad8aaa9a7117369fc02fa97d\">\u201eFasst mich nicht an&#8221;, zischte er den beiden \u00e4lteren Jungen zu. &#8220;Ich kann allein laufen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"94c9ca0037b593cc0755f473b7a5a13d\">\u201eWas hast du vor?&#8221;, spottete J\u00e1ndris unbeeindruckt. \u201eWillst du zur Bu\u00dfe den Hof fegen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e680b09cf3301af831c91e00a4dfc7eb\">\u201eMach keinen \u00c4rger.&#8221; L\u00e1as, in Gewissheit seiner k\u00f6rperlichen \u00dcberlegenheit, schritt gro\u00dftuerisch auf den Jungen zu. \u201eVielleicht hast du die Ehre, dass unser Herr dir pers\u00f6nlich hei\u00dfe Ohren macht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47ebd4e1cef0fc0b75b8db7238ce2539\">\u201eKommt nicht n\u00e4her!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cb598c34ec6f4af8efbc2189a4de059e\">\u201eL\u00e1as Grootplen!&#8221;, rief die <em>teiranda.<\/em> \u201eLass ihn und bring ihn einfach hierher.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2dfbe11d3d12b64fa6dad63ef824d9b6\">Aber die verlockende Gelegenheit, den fremden Rittersohn, den alle Erwachsenen so lobten, ein wenig in die Enge zu treiben, wollten die beiden Jungen sich nicht entgehen lassen. Merrit Althopian h\u00e4tte ihnen mit seinem kindischen Streich keinen besseren Gefallen zum Einstand am Hof von Wijdlant und Spagor tun k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a9c99490c8f269d2d133d82eab0d2376\">\u201eErgibst du dich freiwillig?&#8221;, fragte J\u00e1ndris und piekte mit seiner Holzwaffe herausfordernd gegen Merrits Brust. \u201eOder sollen wir dich rauf tragen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e2468e75b111c62a46ac38780ef64f5e\">Merrit wich zur\u00fcck, bis er die Mauer im R\u00fccken sp\u00fcrte. Rasch blickte er nach oben und sah ihr Gesicht direkt \u00fcber sich. Das M\u00e4dchen. Die <em>teirandanja<\/em>. Bei den M\u00e4chten, was war das, womit dieses M\u00e4dchen ihn so verwirrte?<\/p>\n<p data-p-id=\"68fbc9c1efd53deb3d0077333f028dcd\">\u201eKomm schon&#8221;, forderte L\u00e1as. \u201eStell den Besen weg und sei artig. Oder du bekommst es mit uns zu tun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"02e95737dd5ce659a57d307895b0e21b\">\u201e<em>Wir<\/em> sind n\u00e4mlich die <em>yarlay<\/em> unserer Herrin&#8221;, sagte J\u00e1ndris und stach noch einmal zu, diesmal etwas fester. \u201eWir erlauben nicht, dass jemand sie bel\u00e4stigt. Wir &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"73623674d91ad1f213ef21574d2da638\">Merrit dachte nicht nach, das war nicht n\u00f6tig. Ein blitzschneller Griff, ein geschickter Schwung, und der Besenstiel traf das Holzschwert. J\u00e1ndris, der nicht damit gerechnet hatte, schaute seiner \u00dcbungswaffe verbl\u00fcfft hinterher, die im hohen Bogen davon segelte und klackernd auf dem Kopfsteinpflaster landete.<\/p>\n<p data-p-id=\"de34924c536004d8031b04dd6bf12eaf\">L\u00e1as wich einen Schritt zur\u00fcck und ging instinktiv in Angriffsstellung, wie der Kampflehrer, sein eigener und J\u00e1ndris&#8217; Vater es ihn gelehrt hatten. Merrit packte seinen Besen fest, und l\u00e4chelte angriffslustig.<\/p>\n<p data-p-id=\"becb45eb5e3082c3a9b33a211b82f0e0\">\u201eWiegenkind?&#8221;, fragte er. \u201eWo? Ich sehe keines.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f019277d2476a80c95c1992f954c5359\">J\u00e1ndris b\u00fcckte sich eilig nach seiner Waffe.<\/p>\n<p data-p-id=\"4820d3fe77e724ba024d277c2ad13f83\">\u201eJungs&#8221;, rief der <em>teirand <\/em>streng. \u201eHaltet Frieden miteinander!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e18638b71b66c3b0e96c4435c1e79bf\">\u201eWas erlaubst du dir?&#8221;, grollte L\u00e1as.<\/p>\n<p data-p-id=\"651096affa4f1f1a9969cc9a1bf797e1\">\u201eDenkt ihr, ich hab Angst vor euch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b434054dd7bf92ca2049ff494842764\">\u201eKomm, L\u00e1as&#8221;, knirschte J\u00e1ndris. \u201eDen kaufen wir uns!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"37416d22a00762eda80d2f31f257766c\">Merrit schaute von einem zum anderen. Sie waren gr\u00f6\u00dfer, \u00e4lter, erfahrener. Sie hatten zwar keine Klingen, aber sie wussten, wie man mit dem Holz umging.<\/p>\n<p data-p-id=\"0cbfa109469cc7ded0bedbea4eabba3e\">Merrit grinste grimmig. Er hatte einen Besen. Mochten sie nur kommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f4cf1b77471bb7be114da96f3819a900\">Einen Augenblick war es still auf dem Hof. Die Schaulustigen beobachteten das Geschehen gespannt. Zwischen den Jungen schien es zu knistern wie Gewitterluft.<\/p>\n<p data-p-id=\"30d3160ac11652f78409d3a710e989d1\">Oben im Fenster beugte sich Manj\u00e9v von Wijdlant interessiert vor, um besser sehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"fba94c837df25a1f31ef2c7733d5ea37\">L\u00e1as feixte siegessicher zu ihr hinauf, schwang sein Schwert und lie\u00df es auf den kleineren Jungen niedersausen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"865e5c9d92a019b52e2001685d1d51cd\">Das Kind schrie gellend und zappelte panisch in seinem Griff. Die Frau hatte ihn fast erreicht, eilte von Angst befl\u00fcgelt n\u00e4her. Und vor ihm, da stand ein bewaffneter K\u00e4mpfer, der in diesem Wald so gar nichts zu suchen hatte, und hatte seine Klinge gegen ihn gezogen, seinen Schild fest in der Hand. Was, bei den M\u00e4chten, ging hier vor?<\/p>\n<p data-p-id=\"d1173ca083cd02c5437f9ef04774b39c\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e!&#8221;, schrillte die Frau. C\u00fdel\u00fa hatte nie zuvor solche Angst in der Stimme einer Unkundigen geh\u00f6rt.<\/p>\n<p data-p-id=\"d23a86505bed55d407604887770e349b\">\u201eMama! Mama, hilf mir!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"17bbf5532b29a29a1c1c8b9cb1df3a19\">\u201eLasst das Kind los!&#8221;, forderte der Ritter noch einmal.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b548c7fcf579f7b3734c61e4037156f\">\u201eGebt mir mein Kind!&#8221;, kreischte auch die Frau.<\/p>\n<p data-p-id=\"e73634371927687516c7528c67a61ebf\">Sie war n\u00e4her bei ihm. Der Regenbogenritter wusste sich so schnell nicht anders zu helfen und verst\u00e4rkte seinen Bann gegen sie. Er wollte nicht, dass die Frau ihm zu nahe kam. Und tats\u00e4chlich, sie kam zu Fall, bevor sie kopflos auf das Einhorn losst\u00fcrmte und sich dabei in Gefahr brachte.<\/p>\n<p data-p-id=\"240c7155ef4b72896181ceddc4816ac3\">\u201eZur\u00fcck!&#8221;, rief er gebieterisch. \u201eUnd Ihr auch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ef58046d004e5a0ba2ac1046816359a\">\u201eLass mich runter,&#8221; schluchzte und bettelte das Kind. \u201eIch will zu meiner Mama!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d0e59251eae9c87760299220d92b436\">\u201eIhr!&#8221;, schrie die Frau. \u201eWas tut Ihr? Was wollt Ihr mit meiner Tochter?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"756813156f2da6152d657719ea9a0e67\">\u201eWo ist der Gro\u00dfmeister?&#8221;, fragte C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor. \u201eHolt ihn her!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"77bc98c3793d5630c2fd1faa7626c2c0\">\u201eWas?&#8221; Die Frau rappelte sich auf. \u201eWieso?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2cfe1b2d79c5e1a6c02357b545cafb97\">\u201eDas lasst meine Sache sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0013caaa7ac806ea563c09dda7df044f\">\u201eMama!&#8221;, weinte das Kind. \u201eDer Mann l\u00e4sst mich nicht los!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0030750c04a5360cc549b1c191d7f201\">\u201eHe!&#8221;, rief der unkundige Ritter. \u201eIhr seid ein Regenbogenritter, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5dca2c6d1b82e76d7bdf60da8ec34c54\">\u201eIch bin C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor. Ich bin der <em>Gro\u00dfmeister<\/em> der <em>arcaval&#8217;ay<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fba04bdd43668ee843e88e51ff3d85a9\">\u201eUnd da vergreift Ihr Euch an kleinen Kindern? Sch\u00e4mt Ihr Euch nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"92db30343d7c0986695c47c168b3a9eb\">\u201eKehrt Euch um Eure eigenen Dinge!&#8221; Bei Patagh\u00edu, wo kam dieser leichtsinnige Krieger her? Was hatte er mit den schwarzgewandeten Unholden zu schaffen?<\/p>\n<p data-p-id=\"a689ca3e576ae3700f2f39311eefbf09\">\u201eHerr J\u00f3ndere!&#8221; Die Frau wurde auf den Berittenen aufmerksam. \u201eWo kommt Ihr her?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"723f8aaac1bbaf642b04580e8914aa86\">\u201eBleibt zur\u00fcck, Meisterin! Lasst mich reden! Der da scheint nicht recht bei Sinnen zu sein auf seinem gefl\u00fcgelten Tier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f379432b6edb31b10cf51a38397b142b\">Meisterin? Was sollte das? Hatten die Schattens\u00e4nger es nun auch vollbracht, Menschen unter ihren Bann zu zwingen?<\/p>\n<p data-p-id=\"5c0b536dc7d8b4143bfe1507faca6902\">\u201eWer seid Ihr \u00fcberhaupt?&#8221;, rief er dem unkundigen Ritter zu und hatte alle M\u00fche, das kleine M\u00e4dchen zu halten. Er zog sie an sich und umklammerte ihren Oberk\u00f6rper fest mit seinen gepanzerten Armen. Das Kind wimmerte.<\/p>\n<p data-p-id=\"15f27d16751e71df16cce25c974f638d\">\u201eIch bin <em>yarl<\/em> J\u00f3ndere Mor\u00e9aval, Ritter der <em>teiranday<\/em> K\u00edan\u00e1 von Wijdlant und Asga\u00fd von Spagor. Und jetzt lasst das Kind in Frieden und erkl\u00e4rt Euch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47efc225ec6029d5fe33ddacebc7863e\">Wijdlant? Spagor? Das war <em>jenseits<\/em> des Montaz\u00edel! Bei den M\u00e4chten, wie weit reichte die Macht der <em>camat&#8217;ay<\/em>? Und was hatte der fremde Ritter hier zu schaffen, wenn er doch <em>teiranday<\/em> aus dem Norden diente?<\/p>\n<p data-p-id=\"9b783861c308c9a2d1965bb5f5296914\">\u201eIch bin Euch keine Rechenschaft schuldig. Zieht Eurer Wege und lasst mich hier meine Angelegenheiten tun!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ed2b1b4a4fc3979eea7cc97bc86a40b\">Der Ritter lenkte sein Pferd n\u00e4her heran. F\u00fcr ein gew\u00f6hnliches Ross war es bemerkenswert nervenstark, aber es zeigte den gebotenen Respekt vor Perlenglanz. Das Einhorn schnaubte das fl\u00fcgellose Wesen drohend an. Das kleine M\u00e4dchen schniefte, aber nun hielt es still. Ihr Blick wandte sich fast flehend, r\u00fchrend vertrauensvoll dem hinzugekommenen Ritter zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"4e8d535d088a11db6cdf006a24697171\">Auch die Frau stand wieder und schien verbl\u00fcfft, dass sie nicht n\u00e4her an ihn heran kam. Sie tastete verwirrt in die Luft. Also sah sie den Zauber nicht. Das war <em>interessant<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"a72866c9d10ff85e2eeb755410c82e6d\">\u201eMeisterin Salgh\u00edara&#8221;, stellte der Ritter genau die Frage, die auch C\u00fdel\u00fa interessierte, \u201ewas ist hier los? Ist mit Euch alles in Ordnung?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a52101309cc7a5f510b17965a2bbc351\">\u201eIch wei\u00df nicht&#8221;, kam es in verst\u00f6rter Stimme von der Frau. \u201eIch &#8230; mir geht es gut, aber ich bin festgebannt! Ich kann nicht zu ihm hin!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"434b72d41eb55f01684394605cc422c3\">\u201eWenn Ihr ein Regenbogenritter seid&#8221;, fragte der <em>yarl<\/em>, \u201ewas bei allen M\u00e4chten macht Ihr hier im Wald der Schattens\u00e4nger?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"926af7f649e3d6d39ba6c4f1642a41f5\">\u201eIch bin gekommen, den Gro\u00dfmeister zu sehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3669301db7bc287951188b63a1fa14cb\">\u201eUnd warum macht Ihr dann dem M\u00e4gdelein Angst? Lasst Eure Finger von der Kleinen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f05bbe12d40db8c565ad4a560ae90a42\">\u201eNein!&#8221; Was bildete der Mann sich ein? \u201eDas Kind kommt mit mir! Es geh\u00f6rt nicht hierher!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f7d5fd24ddf58de53e904719dd871188\">\u201eNein! Ich will nicht! Mama!&#8221;, heulte das M\u00e4dchen. C\u00fdel\u00fa schauderte. Er ertrug die Angst in der Kinderstimme kaum.<\/p>\n<p data-p-id=\"a766c383957c9f228bd6c01b9f054afe\">Die Mutter war fassungslos. \u201eWas wollt Ihr mit ihr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b86211c8694346cf0f2afbdc863e3e88\">\u201eSie darf hier nicht sein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eba14cd270ddfcbd3a4ecee4d546820c\">\u201eWer sagt das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"85213ee52b224dea33921f696ffc0740\">Der Ritter kam ihm nun deutlich zu nahe. Sein Schwert hatte er zum Streich bereit in der Hand, einfach l\u00e4cherlich. Wusste dieser alberne Kerl nicht, dass die <em>arcaval&#8217;ay <\/em>unbesiegbar waren? Dass Menschen nicht dazu bef\u00e4higt waren, einen von ihnen im Kampf zu besiegen, ganz unerheblich, welcher Leichtsinn, Gr\u00f6\u00dfenwahn oder Tapferkeit sie trieb? Mit zwei, h\u00f6chstens drei Treffern w\u00fcrde sein Schwert, gefertigt aus dem magischen Gold aus Soldes\u00e9r, die st\u00e4hlerne Klinge des Unkundigen unbrauchbar machen, wenn er so t\u00f6richt w\u00e4re, frech zu werden. Dazu ben\u00f6tigte er keinen weiteren Zauber.<\/p>\n<p data-p-id=\"76929473b11f0c74019f722eb4bf4c98\">Einen Augenblick \u00fcberlegte C\u00fdel\u00fa, dennoch ob er den Schildbann auf den Ritter ausdehnen solle, aber das erschien ihm feige. Au\u00dferdem h\u00e4tte er damit den gegen die Frau geschw\u00e4cht. Vielleicht war das ihre Absicht, damit der Schattens\u00e4nger in seinem Versteck leichteres Spiel mit ihm hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b418c0b4484e7ea942c3410f4caaac62\">\u201eMeine Gesch\u00e4fte gehen Euch nichts an! Und nun steckt Eure Waffe ein und verschwindet. Ihr macht Euch zum Narren!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e2941666f1c412843b8d2db085d2d04\">\u201eBitte&#8221;, kam es da von dem Kind. Mit schreckgeweiteten gr\u00fcnen Augen, nass vor Tr\u00e4nen, blickte es den Unkundigen flehend an. \u201eKannst du mir helfen? Ich hab Angst! Ich will nicht mit dem Mann mitgehen &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1ce7e3625170fd7cafa2285b9e8527a5\">\u201eDer Mann wird dich nicht mitnehmen, Kleines&#8221;, sagte der Ritter ruhig. Er dachte ganz offensichtlich nicht daran, seine Klinge zu senken. \u201eRegenbogenritter sind ehrenhafte Magier, so erz\u00e4hlt man sich. Warum sollte ein so redlicher Mann einer Mutter das Kind <em>entf\u00fchren<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d1644ad84c105e9efd9a8e4e956469fc\">\u201eHaltet Euch da heraus!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa512d64a37c36a38947d3adab8e7824\">\u201eAch? So seid Ihr <em>kein<\/em> hochedler Magier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0cea27fbbdd18347ae33bfd7c0c61832\">\u201eDas versteht Ihr nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4976ca1dc1cbcce0e54cba4e744746b7\">\u201eNun gut.&#8221; Der <em>yarl<\/em> hatte sein Pferd nun zwischen Perlenglanz und die hilflos dabei stehende Mutter gelenkt. Der Frau hatte die Panik offenkundig die Sprache verschlagen. Fassungslos tastete sie nach dem Bann, der ihn sch\u00fctzte und sie auf Abstand hielt. \u201eDann seid Ihr, C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor, wohl kein ehrenhafter Diener Patagh\u00edus, sondern ein sch\u00e4biger Unhold, der kleine Kinder in Angst und Schrecken versetzt.<\/p>\n<p data-p-id=\"cfb78844d90df5c627fa0f82be23b98e\">\u201eWas erlaubt Ihr Euch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66b93173c6dc9b0a0446bad778821150\">\u201eIch? Ich spreche die Wahrheit aus, wie sie sich mir zeigt. Was mich betrifft, ich habe meinen <em>teiranday<\/em> vor den M\u00e4chten und bei meinem Leben geschworen, Schutzbefohlene zu verteidigen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cc379784e5fb1884a80d9927328a8e54\">\u201eDas hier sind nicht Eure Schutzbefohlenen! Das ist &#8230;&#8221; C\u00fdel\u00fa z\u00f6gerte. Was waren das Kind und seine Mutter eigentlich? Die Frau schien keine echte <em>camat&#8217;ayra <\/em>zu sein, wenn auch etwas sie umgab, das wie eine sehr, sehr schwache <em>maghiscal<\/em> wirkte, eine, die l\u00f6chrig war und um sie herum flackerte wie ein Wetterleuchten. Ob das unkundige Emotionen waren, die sie l\u00e4hmten, zus\u00e4tzlich zu seinem Schutzzauber?<\/p>\n<p data-p-id=\"82ce86f408b3a905be00d48ebbb69564\">Das Kind aber war <em>eindeutig <\/em>unkundig. Es geh\u00f6rte keinesfalls hierher, in den Boscarg\u00e9n, in das Heiligtum der Dunkelheit. Hier w\u00fcrde es verderben und war einem schrecklichen Schicksal geweiht.<\/p>\n<p data-p-id=\"494283ed3414234b6c5cd21abfeedfb3\">Die einzige plausible Erkl\u00e4rung, die er sich zusammenreimen konnte war die, das es dem Schattens\u00e4nger, dem Gro\u00dfmeister, einst eingefallen war, eine elende unkundige Frau in seinen Bann zu schlagen und sich an ihr zu vergehen. Daraus mochte dieses arme, entz\u00fcckende Kind entstanden sein , dass da zitternd in seinem Griff sa\u00df und wohl nicht mehr die Kraft hatte, sich zu wehren, denn es hatte aufgeh\u00f6rt, auf sein R\u00fcstzeug einzuschlagen und zu treten. Soweit er es gewusst hatte, war es von Nokt\u00e1ma nicht gewollt, dass Schattens\u00e4nger leibliche Nachkommen zeugten. Vielleicht hatte der Gro\u00dfmeister einen Weg gefunden seine eigene Schutzmacht aus Eigennutz zu \u00fcberlisten? Vielleicht hatte er <em>experimentieren <\/em>wollen, herausfinden, wie weit er gehen und Nokt\u00e1ma betr\u00fcgen konnte? Vielleicht war diese Spur von Magie, die die Mutter in sich zu tragen schien, ein schaler \u00dcberrest der seinen, mit der er sie dabei beschmutzt hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"b7f08d295dba658c76802a2493d034d2\">Vielleicht hatte der Schattens\u00e4nger auch l\u00e4ngst gewusst, dass er, der Regenbogenritter kam, hatte ihn in den Boscarg\u00e9n gelassen und das Kind als K\u00f6der ausgeschickt? Vielleicht war es eine Falle gewesen, in die er sich hatte locken lassen, geblendet von der Arglosigkeit und Reinheit des Kindes? C\u00fdel\u00fa hatte es gleich verd\u00e4chtig gefunden, dass er, ohne auf das geringste magische Hindernis zu sto\u00dfen, einfach so in diesem Wald hatte landen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2814931df78c656988c6fd3f079556d1\">Bei den M\u00e4chten, was waren die Schwarzgewandeten doch f\u00fcr verabscheuungsw\u00fcrdige Kreaturen!<\/p>\n<p data-p-id=\"d60a2eb93477553ee5ec2a06bf3c5c35\">Auch die <em>faj\u00edae<\/em> waren nicht daf\u00fcr bestimmt, M\u00fctter zu werden. Dennoch war Elos\u00e1l eines Tages guter Hoffnung gewesen. Advons Existenz war, wenn man es sachlich betrachtete, ebenso sonderbar wie die Anwesenheit des kleinen M\u00e4dchens. Aber Advon &#8230; Advon war Patagh\u00edus <em>Geschenk<\/em> gewesen. Dieses kleine M\u00e4dchen hier, das war &#8230; wider die M\u00e4chte, wenn auch ohne eigene Schuld.<\/p>\n<p data-p-id=\"e197417764ae5b91892f1c389e5fa6b5\">Langsam begann C\u00fdel\u00fa, zu verstehen warum Sileda\u00fa ihm den Auftrag mitgegeben hatte, um die Gefahr zu bannen.<\/p>\n<p data-p-id=\"698a2ee16b12f653159cdac7646e033c\">Der unkundige Ritter wartete auf eine Antwort. Tapfer war der Mann, das konnte C\u00fdel\u00fa nicht abstreiten. Aber er war ihm bedauerlicherweise im Weg.<\/p>\n<p data-p-id=\"a545a7892af22fd302a5d09082175a76\">\u201eEs mag bei Euresgleichen im tiefen S\u00fcden anders sein&#8221;, hielt ihm der Ritter nun entgegen. \u201eAber da, wo ich herkomme und erzogen wurde, h\u00f6rt die Verantwortung eines Ritters, Unrecht zu verhindern, nicht an den Grenzen seines <em>yarlm\u00e1lon<\/em> auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"021f378b5408f7d8d24c40efd8607c0a\">\u201eHerr J\u00f3ndere ist unser Freund!&#8221;, beteuerte die Frau inst\u00e4ndig. \u201eBitte, Meister C\u00fdel\u00fa, was habt Ihr vor? Was wollt Ihr hier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e47a4ec5918f42aaa52ed2e618274aba\">\u201eIch w\u00fcrde mich nicht wundern, st\u00fcnde dieser Wahnsinnige nicht irgendwie unter dem Bann des Schattens\u00e4ngers. Vielleicht hat er irgendeinen Fluch um den Verstand dieses armen Tropfs gewunden&#8221;, gab C\u00fdel\u00fa zur\u00fcck. \u201eWo ist der widerliche Schwarzmantel? Holt ihn herbei! Oder ist er zu feige, um mir gegen\u00fcber zu treten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"43c689868fa160c234c1e051576c077e\">\u201eWarum redet Ihr nicht mit mir?&#8221;, fragte sie mutig. \u201eVielleicht kann ich Euch weiterhelfen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47a24f118c86dc051fc133f7faa5b872\">\u201eMit Euch habe ich nichts zu schaffen&#8221;, antwortete er harsch. \u201eEs m\u00fcssen nicht mehr Unkundige als n\u00f6tig dazwischen stehen. Den Gro\u00dfmeister will ich sehen, hier an dieser Stelle und alsbald!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d2e7c618e7af6ba5f852ed721d039fde\">Die Frau senkte die Schultern. \u201eEr ist nicht hier&#8221;, gestand sie dann kl\u00e4glich.<\/p>\n<p data-p-id=\"03713c5fa71fed28c557e93bff8a7da1\">\u201eDas sehe ich, dass er sich feige vor mir versteckt. Wahrscheinlich hat er sich in seinem entweihten Heiligtum verschanzt. Aber das rettet ihn nicht. Holt ihn her!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e948eb7333854384be4df3162c35285d\">\u201eIch kann nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"16fc1ab8c0fd5d59768e433d0739260f\">C\u00fdel\u00f9 seufzte innerlich. Je mehr Zeit er hier vergeudete, desto nerv\u00f6ser machte ihn das. Wenn er etwas nicht gebrauchen konnte, w\u00e4re es ein Angriff eines Schwarzgewandeten aus dem Hinterhalt.<\/p>\n<p data-p-id=\"2751782d97cb0965278fa0ef4ed9f876\">\u201eMeine Geduld hat Grenzen&#8221;, sagte er ver\u00e4rgert. \u201eUnd ich habe Euer Kind in meiner Gewalt. Wenn nicht &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"68a6fe00442613677af1f1679f6667e5\">\u201eVersteht Ihr nicht? Er ist nicht hier, nicht im Boscarg\u00e9n. Yalomiro ist &#8230; er hat anderenorts zu tun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"76393ac6580d4e5db496017d97b2c626\">Der Regenbogenritter sch\u00fcttelte unwillig den Kopf. \u201eDas kann nicht sein. Wo &#8230; wo finde ich ihn?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eecc4b55742cdf319434d823399b0efa\">\u201eJenseits des Montaz\u00edel&#8221;, mischte sich der Ritter ein und ritt noch dichter an ihn heran. \u201eDer Meister ist im Auftrag meiner <em>teiranday<\/em> unterwegs. Die Meisterin spricht die Wahrheit. Ihr habt ihn um ein paar Tage verpasst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5c1fb7f068e543430b15e7eaa21a612b\">Das versetzte C\u00fdel\u00fa einen Schlag. Er war ern\u00fcchtert. War er tats\u00e4chlich umsonst hergekommen? Was blieb ihm jetzt zu tun? Was konnte er tun?<\/p>\n<p data-p-id=\"96fc6628f356e3bb56d0e0a3c350b3ee\">Dass sie alle ihn anlogen, war unwahrscheinlich, er h\u00e4tte es zumindest gesp\u00fcrt, wenn der Ritter, der Mensch es getan h\u00e4tte. Mit einer Falle rechnete er nun ebenfalls nicht mehr, denn beide wirkten ernsthaft \u00fcberrascht \u00fcber seine Anwesenheit.<\/p>\n<p data-p-id=\"1c7d85cbdb5388300da38197165b9beb\">Also hatte ihn tats\u00e4chlich niemand erwartet. Jedoch, was, bei den M\u00e4chten, hatten Unkundige vor, wenn sie mit Schattens\u00e4ngern paktierten?<\/p>\n<p data-p-id=\"e679c40ac326f290bf54c0a36302a8bf\">Wie auch immer: Gar nichts konnte er nun tun. Er konnte niemanden besiegen, der gar nicht da war. Und ohne diesen Sieg w\u00fcrde er auch an &#8230; das andere nicht herankommen. Das, weshalb Sileda\u00fa ihn ausgesandt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3cacdfda569f69b95c57ac65d92d05ec\">Wie kam er halbwegs w\u00fcrdevoll aus dieser peinlichen Lage wieder heraus?<\/p>\n<p data-p-id=\"3ce6d4ea66d0e61f285df4a50949552f\">\u201eGut&#8221;, sagte der Regenbogenritter bedacht. \u201eDann werde ich ihn erwarten, den Schattens\u00e4nger. Im Ciel\u00e1stel. Und &#8230; die Kleine hier, die nehme ich mit mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1869b0fb36a9dc51db7c0e628a7dc981\">\u201eWas soll das hei\u00dfen?&#8221;, begehrte die Frau auf. &#8220;Was wollt ihr mit meiner Tochter?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"074ac44a39f04df2598eea6dff7d6902\">\u201eWenn die Kleine hier, wie immer das sich zugetragen und zugegangen sein mag, tats\u00e4chlich Blut von seinem Blut ist, dann d\u00fcrfte ihm daran gelegen sein, es nicht bei meinesgleichen zu wissen. Er m\u00f6ge sich die Kleine zur\u00fcck, holen. Er wird wissen, zu welchem Preis und wo er mich findet..&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fea0bb3924b676ea06cc82c5dd874b57\">\u201eMama!&#8221;, begehrte das Kind kl\u00e4glich auf. Die Frau wollte auf ihn losst\u00fcrzen, aber der Bann hielt sie zuverl\u00e4ssig fern wie eine unsichtbare Mauer aus dicker Watte. C\u00fdel\u00fa wunderte sich dar\u00fcber, dass er diesen Zauber hier auf dem Boden der <em>camata&#8217;ay<\/em> wirken konnte. Sileda\u00fa erstaunte ihn mehr und mehr mit ihrem Wissen, ihren weisen Ratschl\u00e4gen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7117613ac245ae6aeb3d36afb9de4300\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e, Kind&#8221;, rief der <em>yarl<\/em> pl\u00f6tzlich, \u201eH\u00f6r mir genau zu. Es wird gleich sehr gef\u00e4hrlich werden, aber du bist ein tapferes M\u00e4dchen, das wei\u00df ich. Duck dich fest zusammen, wie ein Igel. Halt deinen Kopf so weit unten, wie du kannst. Sobald er dich losl\u00e4sst, lass dich fallen. Und dann lauf. Lauf zu deiner Mutter. Und schau nicht zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c168896305922ebf5642918952bfcbfb\">Das Kind schniefte und nickte. Die Frau warf dem Ritter einen entsetzten Blick zu \u201eHerr J\u00f3ndere, was &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f06813ec8a4e6d8d962dc4229cc32c46\">\u201eKeine Sorge&#8221;, unterbrach er sie entschlossen. \u201eDem Kind soll nichts passieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2d89c8a0e39a7c9d9269c8f577bf14d8\">C\u00fdel\u00fa begriff und riss seine Klinge hoch, parierte den Schlag, den der gr\u00fcngelbe Ritter unvermittelt gegen ihn f\u00fchrte, Perlenglanz br\u00fcllte und t\u00e4nzelte r\u00fcckw\u00e4rts, das Pferd des Unkundigen wieherte, stieg und strampelte in die Luft. D\u00fdamir\u00e9e quietschte auf und kr\u00fcmmte sich unter dem Hieb weg. Und die Mutter kreischte auf.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2462","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2462","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2462"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2462\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3751,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2462\/revisions\/3751"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2462"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2462"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2462"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}