{"id":2461,"date":"2025-08-25T11:58:26","date_gmt":"2025-08-25T09:58:26","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2461"},"modified":"2025-09-01T09:01:26","modified_gmt":"2025-09-01T07:01:26","slug":"025-schlag-auf-schlag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/025-schlag-auf-schlag\/","title":{"rendered":"025: Schlag auf Schlag"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"885ac5f5b1777c9b24b6a85e55e89a94\">Die zwei Ritter hatten M\u00fche, ihren Gef\u00e4hrten festzuhalten.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b6e3b2bb19e0173237cee24a7e4f7a8\">\u201eLass ihn!&#8221;, riet Andri\u00e9r Altabete. \u201eLass ihn machen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67bdc15f3fd890286ea0edde99e4229e\">\u201eJa&#8221;, schloss sich Daap Grootplen an. Der \u00e4ltere, etwas beh\u00e4bige Ritter konnte seinen Blick nicht von dem Schauspiel abwenden, dass sich da seinen Augen bot. Er war <em>fasziniert<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"d9f4119f53974003380f94a29ecfd892\">Der L\u00e4rm auf dem Hof hatte die G\u00e4ste der Schankstube ins Freie gelockt, und auch an den Fenstern ringsum hatte sich neugieriges Volk versammelt, das raunte und staunte, w\u00e4hrend L\u00e1as Grootplen und J\u00e1ndris Altabete Pr\u00fcgel bezogen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e3b17e336543d86fb047de97140a4fae\">Merrit Althopian, klein, flink und w\u00fctend, wirbelte mit seinem Besenstiel herum, hielt sich L\u00e1as damit vom Leib und hatte J\u00e1ndris schon zweimal dessen sorgsam geh\u00fctetes \u00dcbungsschwert aus der Hand geschlagen. Wohl erzogen und ritterlich wartete der viel j\u00fcngere und zartere Junge jedes Mal, bis sein Gegner sich wieder bewaffnet hatte, bevor er ihn erneut anging, als wolle er ihn mindestens vom Burghof, wenn nicht aus dem <em>teirandon <\/em>heraus treiben.<\/p>\n<p data-p-id=\"e94e607a708332d9c5b88c1dc7f76c2d\">\u201eBei den M\u00e4chten&#8221;, murmelte Wa\u00fdreth Althopian tonlos. Man konnte ihm ansehen, dass er vor Scham verging.<\/p>\n<p data-p-id=\"e9d5cc30fe448f972087770c8903f6e5\">\u201eDer Kleine ist wirklich hervorragend&#8221;, brachte <em>yarl<\/em> Altabete jedoch hervor. \u201eWo hat er das gelernt? Woher wei\u00df er jetzt schon, wie man eine Stange gegen eine Klinge einsetzt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"437f1c68295962d2d3fea56043e9898b\">\u201eIch wei\u00df es nicht. Von mir hat er das nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b1872d21ae0e7f1873cae08abeb7394\">\u201eAber er muss das doch trainiert haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f6b610a96b0a3afaf8556c7f623d7b9c\">\u201eNicht mit mir oder seinem Schwertlehrer.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6840ac7c849c5e443c10b6e5dce517fd\">\u201eEin Naturtalent also&#8221;, sagte <em>yarl<\/em> Grootplen und nickte anerkennend. \u201eDas ist unglaublich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4948737dffacd73354fe4b9173809546\">\u201eUnd damit ist augenblicklich Schluss&#8221;, entschied Wa\u00fdreth Althopian und streifte die H\u00e4nde seiner Gef\u00e4hrten ab. \u201eMerrit!&#8221;, rief er gebieterisch aus. \u201e<em>Merrit Althopian<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e0519adcdfab0d850a7d3db6e79b2fc7\">Aber der Junge h\u00f6rte es nicht. Merrit Althopian war in einem wahren Rausch. Er tanzte mit seinem Besen um die gr\u00f6\u00dferen Jungen herum und wehrte ab, was sie zu bieten hatten. Zu zweit h\u00e4tten sie ihn leicht \u00fcberw\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Aber offenbar fl\u00f6\u00dfte der Junge ihnen Respekt ein, vielleicht auch ein wenig Furcht. Andererseits: Die Ritter und vor allem die <em>teiranday<\/em> schauten zu. Wenn sie jetzt Feigheit zeigten, w\u00e4ren sie blamiert.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a02bf227b018bf30277b37ee05ccc61\">\u201eVergebt mir, Majest\u00e4t&#8221;, rief Althopian hinauf zu dem Fenster, wo er seinen <em>teirand<\/em>, dessen <em>h\u00fdardora<\/em> und die kleine <em>teirandanja<\/em> ersp\u00e4ht hatte. \u201eIch werde das umgehend beenden!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e455907bd7bc2ed0cf5b4f7279c10464\">Asga\u00fd von Spagor wandte sich ab und verschwand im Raum, zweifellos, um sich selbst auf den Hof zu begeben. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant hatte anmutig den Saum ihres weiten \u00c4rmels vor den Lippen. Lachte sie? Verbarg sie ihr Entsetzen? Wa\u00fdreth Althopian wusste es nicht zu sagen, er konnte es auch nicht recht erkennen, daf\u00fcr war es viel zu dunkel. Das Licht der Nachtfackeln, die den Hof notd\u00fcrftig erhellten, reichte kaum hinauf bis zu der Fensterreihe, wo sich nun auch Alsg\u00f6r Emberbey zeigte, im Nachthemd, und sich best\u00fcrzt hinaus neigte.<\/p>\n<p data-p-id=\"2a21edc63a1e6bca38c9587798bfef72\">Die <em>teirandanja<\/em>, das kleine M\u00e4dchen, dem sein Sohn vorhin noch unwissend und verwirrt seine Treue geschworen hatte, machte ein ganz seltsames Gesicht. Wa\u00fdreth Althopian hatte fast den Eindruck, als schaue sie <em>missbilligend<\/em> hinab auf die Vorstellung, die sein Sohn da bot. Und das zu Recht! Es war eine Sache, wenn der Junge daheim die Rosen verw\u00fcstete, und eine andere, wenn er hier die S\u00f6hne der Hofritter angriff, als sei er im Gefecht.<\/p>\n<p data-p-id=\"84c13412a4b59e01410d15b66477e070\">\u201eMerrit!&#8221;, rief Herr Wa\u00fdreth streng aus und trat unerschrocken zwischen die wirbelnden Kinderwaffen. \u201eH\u00f6r sofort auf!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c47ca05a431e9e8a984272f99b2cb5bd\">Merrit Althopian bemerkte ihn zu sp\u00e4t. Das Ende des Besens, gerade im Schwung, prallte ungebremst gegen Wa\u00fdreth Althopians Leib und nahm dem <em>yarl<\/em> den Atem. \u00dcberrascht von der <em>Kraft<\/em>, mit der Merrit zugeschlagen hatte, strauchelte der Ritter und stolperte zu Boden, wo er sich keuchend zusammenkr\u00fcmmte.<\/p>\n<p data-p-id=\"14f3e59417820d5c8f7f6725c6c002b1\">\u201eHerr!&#8221;, rief J\u00e1ndris erschrocken aus, warf seine zersplitterte Holzklinge eilig beiseite, um dem hochedlen Gast behilflich zu sein. L\u00e1as tat es ihm nach, mit einer Beflissenheit, als sei er es froh, den Kampf unterbrochen zu sehen, das Schwert aufzugeben, ohne entwaffnet worden zu sein. Die beiden Jungen st\u00fctzten den Ritter, w\u00e4hrend der sich wieder aufrappelte. Einen Atemzug sp\u00e4ter waren auch ihre V\u00e4ter zur Stelle, und noch andere helfende H\u00e4nde.<\/p>\n<p data-p-id=\"f63b8e55a01911255d88a4f5444be060\">Wa\u00fdreth Althopian winkte ab und stand, wenn auch gebeugt und mit schmerzhafter Miene, wieder auf seinen F\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9918244eddb1c4d30fb8ddb3555590a2\">Merrit blinzelte. Seine Augen gl\u00e4nzten wie in einem Fieber. Erst nach und nach schien er zu erfassen, was er getan hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a88be7e6736e0efab8617af6c813a7fa\">\u201eMerrit&#8221;, fl\u00fcsterte sein Vater. \u201eBei den M\u00e4chten!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e3a0c9d940372b156f528306ce7366b\">Der Besenstiel klapperte zu Boden, war dem Jungen aus der Hand gerutscht. Merrit Althopian starrte seinen Vater an, als schrecke er aus einem Traum auf. Seine Lippen zitterten, als wolle er etwas vorbringen.<\/p>\n<p data-p-id=\"076ad641b970c6bf0122d2addfe3e020\">Dann sprang der Junge herum und st\u00fcrzte fort, hin\u00fcber zur T\u00fcr, die in das Wohngeb\u00e4ude f\u00fchrte, schl\u00fcpfte durch die T\u00fcr und rannte dabei fast den <em>teirand<\/em> \u00fcber den Haufen, der seinerseits in Windeseile die Treppen hinab gest\u00fcrmt sein musste.<\/p>\n<p data-p-id=\"5bac5df4b60d41f4dd2ab02f0a714f8e\">Asga\u00fd von Spagor schien einen Lidschlag lang unschl\u00fcssig, ob er dem Jungen nachlaufen oder sich seinen <em>yarlay<\/em> zuwenden sollte. Er entschied sich f\u00fcr letzteres, m\u00f6glicherweise, weil ihm der Junge unberechenbar und nicht geheuer vorkam.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e1ce03d7cc6634e2de20ed1a5672c13\">\u201eAlthopian!&#8221;, rief er aus und n\u00e4herte sich den M\u00e4nnern, Jungen und Schaulustigen. \u201eBei den M\u00e4chten! Seid Ihr verletzt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"408f214be53a61c8541aeb53917c7dd3\">\u201eNein. Nein, danke, Majest\u00e4t. Ich &#8230; ich bin das gewohnt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c186b3426e52d46c3bcafd8ce398e8e8\">\u201eDas war <em>unglaublich<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c18cb7b68a8dbbd3f4dbc54cf3895cc\">\u201eIch werde ihn f\u00fcr diesen unverzeihlichen Vorwitz streng bestrafen, Herr. Ich &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3cba6c03ab1bccb8a0e16b6cc138f17f\">\u201eNein, das meine ich nicht! Wo hat der Junge so zu k\u00e4mpfen gelernt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bfaf2f8e74982023de5fe9ee87ddd1dd\">Wa\u00fdreth Althopian schloss die Augen und atmete tief aus. Sein Unterleib schmerzte. \u201eIch kann Euch das nicht beantworten, Herr. Es &#8230; ich glaube, zuweilen f\u00fchrt etwas <em>Anderes <\/em>seine Hand.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f4654af2a8f94e140b9fd699c7db4d63\">\u201eSeht ihr, Jungs&#8221;, wandte sich Altabete an seinen Sohn und dessen Freund. \u201eKeine \u00dcberheblichkeit. Dem k\u00f6nnt ihr noch nicht das Wasser reichen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"91708240a7e6d5e4b592f3138fd12ab6\">\u201eAber Vater!&#8221;, protestierte J\u00e1ndris. \u201eEr wollte ins Zimmer der <em>teirandanja<\/em> klettern!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ec2f018b4c235238bfbb20da3652716\">\u201eJa! Bestimmt hatte er etwas vor!&#8221;, schloss sich L\u00e1as an.<\/p>\n<p data-p-id=\"9c9ad8bce7974dad85cf568b8061647a\">Die Augen aller Umstehenden wandten sich dem Fenster des herrschaftlichen Gemachs zu, aber im selben Moment schlossen sich dort die L\u00e4den. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant sperrte die Blicke ihrer Schutzbefohlenen und Dienstm\u00e4nner aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"62feedc0903709d67ea2928da3746527\">\u201eMajest\u00e4t&#8221;, sagte Wa\u00fdreth Althopian verlegen, \u201eunsagbar peinlich ist mir das. Erlaubt, dass ich meinen Sohn einfange und &#8230; scharf zurechtweise.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9b5c35e421e861b56ccb86178da683bd\">\u201eAber wof\u00fcr denn?&#8221;, fragte Andr\u00eder Altabete mit einem Seitenblick auf seinen eigenen Sohn. \u201eDas war eine hervorragende Lektion f\u00fcr alle Beteiligten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b922809ea5e40362a7890611a4f9dec\">\u201eVater!&#8221;, protestierte J\u00e1ndris fassungslos. \u201eDer Strolch wollte &#8230; er ist &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9d1b39f2bad6f43efbc41b2a6643d08c\">\u201eGleich morgen \u00fcbt ihr beiden selbst, wie ihr gegen jemandem mit einem Stock k\u00e4mpft&#8221;, ordnete Grootplen an. \u201eDass mir so eine Peinlichkeit nicht noch einmal unter die Augen kommt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3bfc27563ef1c7b2221bb2959c5b2882\">\u201eAber &#8230; das war <em>b\u00e4urisch<\/em>!&#8221;, stammelte J\u00e1ndris.<\/p>\n<p data-p-id=\"d8e628dc76d8f3bc46c22722931c669c\">\u201eUnd effektiv.&#8221; Andri\u00e9r Altabete warf ihm einen r\u00fcgenden Blick zu. \u201eDer Knabe wei\u00df sich zu helfen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fc68cbb311b49bddc8b6200bd14902ae\">\u201eAber &#8230; Vater! Er hat &#8230; er ist die Mauer entlang geklettert und hatte sicher etwas \u00dcbles vor!&#8221;, platzte L\u00e1as heraus.<\/p>\n<p data-p-id=\"2fa8a060e9d5fd1d0d0c0a48c55d9978\">\u201eSchweig&#8221;, zischte Grootplen. \u201eWas unterstellst du unserem lieben Gast?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f0d24d6f2552278c7ca9862d6ac22038\">L\u00e1as neigte reum\u00fctig den Kopf. \u201eVerzeiht mit, <em>yarl<\/em> Althopian. Das sollte keine b\u00f6se Rede sein. Nicht gegen <em>Euch<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"43f16c9963f6eb60b0753b1bce337c7b\">\u201eNun, Althopian, die Jungs haben nicht ganz Unrecht&#8221;, schaltete der <em>teirand<\/em> sich ein. \u201eMacht er das \u00f6fter, bei Euch daheim?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6ba61c1bdd6bf68ff75117baf685fd77\">\u201eWas?&#8221;, fragte Althopian matt. \u201eWild mit Dingen um sich schlagen? Nun ja &#8230; gelegentlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"71292f983a2d67eafabc2bf2da7cf6a8\">\u201eNein. An steilen W\u00e4nden entlang klettern wie ein Eichh\u00f6rnchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"235de97113d8da10a3effa9a92b6d774\">\u201eHerr &#8230; ich kann es Euch nicht beantworten. Seit &#8230; nun seit seine Mutter hinter den Tr\u00e4umen ist, werde ich nicht mehr schlau aus ihm.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"889cc98ae9022c0599f4e1ae4102a627\">\u201eWas kann er in Manj\u00e9 &#8230; im Gemach der <em>teirandanja<\/em> gewollt haben?&#8221;, fragte L\u00e1as nachdr\u00fccklich. Der Umstand, dass Merrit Althopian um ein Haar in deren Fenster eingestiegen w\u00e4re, kam in dieser Runde deutlich zu kurz.<\/p>\n<p data-p-id=\"7e28b23dae41b24afe6c54b6839e9550\">\u201eIch habe keine Ahnung, Junge.&#8221; <em>Yarl<\/em> Althopian l\u00e4chelte gequ\u00e4lt. \u201eHe! Ihr seid gut mit Euren Fertigkeiten, Jungs. Die <em>teirandanja<\/em> kann sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzten, euch beide als Besch\u00fctzer zu haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f688980e47cf8921832b007bdbb3ffec\">\u201eSch\u00f6ne Besch\u00fctzer&#8221;, murmelte Grootplen. \u201eEntwaffnet mit einem Stallbesen &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"afb2c98fa72ef86e79b894a5eedfc856\">Asga\u00fd von Spagor r\u00e4usperte sich. \u201eF\u00fcr Eure Geistesgegenwart und Euren Einsatz sollt Ihr morgen eine sch\u00f6ne Belohnung erhalten, L\u00e1as Grootplen und J\u00e1ndris Altabete. Bis dahin wird sich sicher auch kl\u00e4ren, was hier gerade geschehen ist &#8230; und warum.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8dd35c278ca5b9871ace74caca245fa4\">\u201eMajest\u00e4t &#8230; erlaubt mir bitte, nach meinem Sohn zu schauen. Er kennt sich hier nicht aus und &#8230; nun, ich denke, ich muss dringend mit ihm reden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1876702e30998731e14c0e5cfe580a12\">\u201eNat\u00fcrlich.&#8221; Asga\u00fd von Spagor r\u00e4usperte sich. \u201eSchaut nur frei hinter jede T\u00fcr, es sei denn hinter die der Damen und <em>fanjula\u00e9<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4985803db82c5af40418ad8d32aaa6d0\">\u201eDort wird er nicht sein.&#8221; Wa\u00fdreth Althopian verneigte sich. \u201eMajest\u00e4t &#8230; es w\u00e4re mir recht, wenn wir unser Gespr\u00e4ch morgen fr\u00fch zeitig f\u00fchren k\u00f6nnten. Es h\u00e4lt mich nicht lange hier. Nicht &#8230;. nicht nach dem, was mein Sohn sich heute Nacht erlaubt hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05fa416966170451d0580471a0ef7015\">\u201eDas muss Euch nicht bedr\u00fccken, Herr Wa\u00fdreth&#8221;, sagte der <em>teirand<\/em> freundlich. \u201eMeine <em>h\u00fdardora<\/em> und ich sind \u00e4u\u00dferst angetan von Eurem Sohn. Sicher gibt es f\u00fcr dieses merkw\u00fcrdige Vorkommnis auch eine ganz einfache Erkl\u00e4rung. Lasst den Jungen sich beruhigen und sich dann selbst erkl\u00e4ren. Er ist ein Kind. Zuvor&#8221;, f\u00fcgte er hinzu, in scherzendem Ton, aber mit eindringlichem Blick, \u201ekommt Ihr mir hier nicht fort.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bb349d48fed2f95db88c170306746b34\">Wa\u00fdreth Althopian verneigte sich und schaute sich dann verlegen nach seinen Gleichgestelllten um. Herr Andri\u00e9r und Herr Daap, die S\u00f6hne an ihrer Seite, die Jungen verschwitzt, noch halb au\u00dfer Atem und mit ramponiertem Zeug, schauten ihn in einer Mischung aus Verlegenheit, Emp\u00f6rung und Neid an.<\/p>\n<p data-p-id=\"297e5192942557f06cea0a120d512ab2\">Bei den M\u00e4chten, Merrit hatte die k\u00fcnftigen Dienstm\u00e4nner der <em>teirandanja<\/em>, der er sich kurz zuvor in kindlicher Unschuld \u00fcberantwortet hatte, vor den Augen der Schutzbefohlenen blamiert. Mit einem Besen, mit dem man Schmutz und Mist beiseite kehrte. Warum straften ihn, den Vater, die M\u00e4chte so? Hatte er sich nicht alle M\u00fche gegeben, den Jungen zu st\u00fctzen und zu leiten?<\/p>\n<p data-p-id=\"99541ab5948357027a254cb831b4ff9e\">Er wandte den Kopf, denn ihm war, als starre ihn jemand an. Dann fing der Ritter den Blick von Alsg\u00f6r Emberbey auf, der immer noch oben am Fenster stand und schweigend zugeschaut hatte. Der alte Ritter wurde gewahr, dass man ihn bemerkt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d9fe13c16f61bb4bb9f28b13749b6fd8\">Knapp nickte er dem J\u00fcngeren zu, mit unbewegtem, harten Blick, wie er es immer tat. Dann trat er vom Fenster zur\u00fcck und schloss die L\u00e4den.<\/p>\n<p data-p-id=\"514faf5a71b4f0f67374c388f37aa0d7\">**<\/p>\n<p data-p-id=\"99c0a5bc749f7b55ae43d175f786d5f0\">Mir war, als bliebe mein Herz stehen, als J\u00f3ndere Mor\u00e9aval ausholte und sein Schwert in Richtung des Regenbogenritters schwang. Der Ger\u00fcstete auf dem Einhorn parierte den Hieb m\u00fchelos und setzte seinerseits zur Attacke an.<\/p>\n<p data-p-id=\"caad8d64dfd33fbf8699f08f1f830d5a\">Und D\u00fdamir\u00e9e hing vor ihm zwischen den Fl\u00fcgeln des bizarren Fabelwesens und wimmerte so laut, dass der Metallklang es nicht \u00fcbert\u00f6nen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f98cdb1cc9087f94659bd50d517de191\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e!&#8221;, rief ich und warf mich gegen das, was immer es war, das was mich daran hinderte, einfach hinzulaufen und meine Tochter zu packen. Aber obwohl ich mich frei bewegen konnte, kam ich nicht vom Fleck, zumindest nicht geradewegs auf den Fremden zu, der gekommen war, um Unheil in den Wald zu bringen. Ich rannte kopflos hin und her, wie an einer Wand entlang, wie hinter einer Glasscheibe, und konnte nichts anderes tun als panisch zu schreien und fassungslos zuzuschauen, wie die M\u00e4nner sich schlugen und D\u00fdamir\u00e9e sich ver\u00e4ngstigt ganz klein machte, den Kopf einzog und so verzweifelt weinte, wie ich es noch nie geh\u00f6rt hatte. Seit D\u00fdamir\u00e9e kein Kleinkind mehr war, hatte sie nur selten geweint, und wenn, dann meistens mit ganz stillen Tr\u00e4nen. Das passierte, wenn ihr im Wald etwas trauriges begegnete, ein totes oder verletztes Tier etwa, oder sie einen der Tage hatte, an denen sie mit ihrer Unkundigkeit haderte. Sie nun auf diese Weise schluchzen zu h\u00f6ren, eine Mischung aus Verwirrung, Wut und Todsangst, war entsetzlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"3636aca421fed6c879ccab7be7dbb804\">Was war das nur f\u00fcr ein Bann, der mir den Weg versperrte? Es war kein Energiefeld, keine unsichtbare Wand, nichts, worauf meine <em>maghiscal<\/em> reagiert h\u00e4tte. Es war eher wie ein Gegenwind. Ja, das beschrieb es ganz gut. Es wehte mir nichts ins Gesicht, aber da war eine Kraft, die mich wegdr\u00fcckte, ohne dass etwas zu sp\u00fcren war. Ein sehr, sehr m\u00e4chtiger Schutzbann, ein Schild.<\/p>\n<p data-p-id=\"1a865f289f48c91f491317c4273bd289\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e!&#8221;, rief ich, v\u00f6llig sinnlos, denn was h\u00e4tte sie tun sollen?<\/p>\n<p data-p-id=\"9ddb63c096e040072892d986aac7b12e\">Die Ritter fochten. Das Einhorn hatte seine Fl\u00fcgel in der Waagerechten, einerseits wohl, um das wild t\u00e4nzelnde Pferd auf Abstand zu halten, andererseits, um den Schwung des Schwertarms seines Herren nicht zu behindern. <em>Yarl <\/em>Mor\u00e9aval gelang es kaum, einen Treffer anzubringen, aber vielleicht war das auch gar nicht sein Ziel. Auf seinem furchtlosen, gegen das perlenfarbene Einhorn nahezu winzig aussehenden Pferd war er flink und schnell. Mir war gar nicht klar gewesen, dass Ross und Reiter im Kampf derart verschmelzen, ein Pferd sich so wendig in alle Richtungen zugleich bewegen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"88c8dbdc1b5113149dfa1ade1e2cf43c\">Als ich J\u00f3ndere Mor\u00e9aval zum letzten Mal hatte fechten sehen, war er im Rausch, war Teil eines w\u00fctenden Mobs gewesen, der einen m\u00e4chtigen Magier erschlagen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"ed484a3fc2ffc9af19b141978e4f1104\">\u201eHerr J\u00f3ndere!&#8221;, rief ich ihm flehend zu, \u201elasst es sein! H\u00f6rt auf!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db1d887203d1cdd23b8d68ee42493c3a\">\u201eSeid unbesorgt!&#8221;, keuchte er und duckte sich unter seinem Schild vor der goldenen Klinge weg, holte seinerseits aus. \u201eIch werde Eure Tochter retten!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"38151aa7d179be102219f8209f32e3d0\">\u201eBitte! Seid vorsichtig!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d0cea8ff1318f86cc2db096a5a8db03c\">Das Einhorn trampelte mit seinen Klauen tief in den weichen Boden am Seeufer, drehte sich auf der Hinterhand und klapste \u00e4rgerlich mit den Fl\u00fcgeln nach dem Pferd. Mor\u00e9avals Ross hatte Schaum am Maul und verdrehte seine Augen, drehte pl\u00f6tzlich seine Kruppe dem Einhorn zu und keilte danach aus. Das gefl\u00fcgelte Tier schnappte ver\u00e4rgert.<\/p>\n<p data-p-id=\"271ad5bc0b7838be171758db3956d92a\">\u201eHaltet ein!&#8221;, rief nun auch der Regenbogenritter. \u201eDas geht nicht gut aus f\u00fcr Euch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7cea306048a3a6050da747757c41d4ba\">\u201eGebt Ihr zuerst das Kind frei!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"903c1102fc1958a6d43444f61476cc25\">Der Goldger\u00fcstete schnaufte w\u00fctend. \u201eDas w\u00fcrde Euch so passen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cf202b611f84061cd5216bc640432f92\">D\u00fdamir\u00e9e zog die Knie so hoch, wie sie konnte und schirmte wimmernd den Kopf mit einem Arm ab. Ich sah den goldenden Panzerhandschuh des Mannes fest auf ihrer Schulter liegen, sie auf den Hals des Einhorns niederdr\u00fccken.<\/p>\n<p data-p-id=\"bea61be500c08d0521ae9789a32cdfbf\">\u201eLasst das doch&#8221;, bettelte ich. Mir wurde hei\u00df und kalt dabei, zu sehen wie sie miteinander k\u00e4mpften. \u201eBitte, h\u00f6rt auf damit!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f7732eba77f5ecdeee70c0a8034d7fe3\">Aber die M\u00e4nner h\u00f6rten mich nicht, so vertieft waren sie in ihr Gefecht, so sehr mussten sie achtgeben, einander zuzusetzen, ohne das Kind zu treffen. Meine Gedanken rasten vor Panik. Alles, was ich sah war meine Tochter, um die herum Fl\u00fcgel und Hufe und Schwertklingen schlugen. Ich war entsetzt und w\u00fctend, auf <em>beide <\/em>M\u00e4nner. Wie konnte <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval es nur <em>wagen<\/em>, mein Kind so in Gefahr zu bringen?<\/p>\n<p data-p-id=\"11c434bffbb51d209fbc955cda7e85f6\">Nein. Nein, ich musste mich besinnen. Ich tat ihm Unrecht. Es war ganz offensichtlich, was der unkundige Ritter bezweckte. Wenn es ihm nur gelang, dem Magier lang genug zu besch\u00e4ftigen, vielleicht sogar einen Streich gegen dessen Arm zu f\u00fchren, w\u00fcrde der Goldene D\u00fdamir\u00e9e fr\u00fcher oder sp\u00e4ter nicht mehr so fest halten und sie ihm vielleicht entschl\u00fcpfen k\u00f6nnen. Im Augenblick k\u00e4mpfte der Regenbogenritter einarmig. Wie lange konnte er das wohl durchhalten?<\/p>\n<p data-p-id=\"530700e9cc75166448ea669dae2608ad\">\u201eIhr wisst wohl nicht, mit wem Ihr es zu tun habt!&#8221;, fauchte C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor. \u201eH\u00f6rt auf, Euch zu geb\u00e4rden wie eine Schmei\u00dffliege!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4c44732d007ee8150fbae3a684bd7208\">\u201eNicht, bevor Ihr von dem Kind ablasst!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d1e6f264ce53a7044cfa0513e36ab27d\">\u201eIch habe genug von Euch!&#8221; Der Regenbogenritter lenkte sein Einhorn ein, zwei Schritte r\u00fcckw\u00e4rts. Das Tier stieg auf die Hinterbeine, spreizte die Schwingen aus und stie\u00df sein Horn in Richtung des Ritterpferdes, aber daran vorbei. Einen Moment hoffte und bef\u00fcrchtete ich zugleich, dass D\u00fdamir\u00e9e dabei ins Rutschen k\u00e4me, dann wurde mit klar, dass sie dann nicht mehr zwischen Schwerthieben, sondern den Hufen der schweren Tiere aufk\u00e4me. Das w\u00e4re nicht minder lebensgef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"2258c4e8e8afd3795702ac19fe6199a4\">Dann begriff ich, dass das Einhorn gar nicht nach Mor\u00e9aval treten wollte. Es wollte \u00fcber ihn hinwegspringen. Es wolle <em>aufflattern<\/em>, wie ein Vogel.<\/p>\n<p data-p-id=\"14e0895bd386c73745ab6d6f89619fdc\">Der Ritter schien das im selben Moment auch begriffen zu haben. Er lenkte den Hieb, den er gerade noch gegen die Schulter seines Gegners gef\u00fchrt hatte um und traf glatt den Einhornfl\u00fcgel. Zwei, drei schimmernde Schwungfedern, die Mor\u00e9avals Schwert gekappt hatte, segelten zu Boden.<\/p>\n<p data-p-id=\"2315fed07faf8d6305a1c6d564b523ba\">Das Einhorn schien das weder zu bemerken, noch hielt es es auf. Das Tier stob an Mor\u00e9aval vorbei und galoppierte davon.<\/p>\n<p data-p-id=\"cdc490e5ad2440a5c3e135b172a8d2ad\">Der <em>yarl<\/em> gab seinem Ross die Sporen und setzte ihm nach. Hinter der unsichtbaren Gegenwindmauer sah ich entsetzt, wie sie das Seeufer entlang galoppierten, aber das Einhorn kam nicht weit. Mor\u00e9avals Ross gelang es irgendwie, es zu \u00fcberholen und ihm vor die Hufe zu springen. Das Einhorn kam auf dem weichen Boden ins Straucheln, als es versuchte, dem Pferd auszuweichen. Und <em>endlich <\/em>lockerte der Regenbogenritter seinen Griff, als er seinerseits reflexartig an den Sattel griff, um nicht zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"95cd59bda22ac491fb657cb96a4f1f50\">D\u00fdamir\u00e9e sch\u00fcttelte sich, tauchte unter dem Arm des Magiers weg und rutschte aus dem Sattel, kam unsanft im Gras auf. F\u00fcr einen Lidschlag sa\u00df sie konfus am Boden. Das Einhorn blieb auf der Stelle stehen, stoppte so heftig, dass seine Klauen sich bis zu dem duftigen Fell seiner Fesseln in die schwarze Erde gruben.<\/p>\n<p data-p-id=\"fc72e16ebc63cfec2823b8898d061b1d\">\u201eLauf, Kleines!&#8221;, rief Moreaval. \u201eIch halte ihn auf!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d14b25b78713990daff9d1fce67d1907\">Sie kam auf die F\u00fc\u00dfe, stolperte und begriff. Flink wie ein Hase und wahrscheinlich ohne zu begreifen, wie gef\u00e4hrlich das war, schl\u00fcpfte sie unter dem Bauch des Einhorns hindurch und rannte vom Ufer weg, auf die B\u00f6schung zu, wollte sicherlich in den Wald, zwischen die dichten B\u00e4ume, wohin ein Einhorn nicht folgen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b82095a7fa836b0d751decbee5fc4ba2\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e!&#8221; Ich wollte ihr nach und begann zu rennen. Tats\u00e4chlich, im selben Moment, in dem ich mich in ihre Richtung und damit vom Einhorn und seinem Reiter abwandte, konnte ich mich auch wieder vom Fleck bewegen. Ich dachte nicht dar\u00fcber nach, warf mich voran und eilte grob in die Richtung, auf die mein Kind zusteuerte, fort von dem Goldger\u00fcsteten.<\/p>\n<p data-p-id=\"b36dac7f2acdb5c71ed904c0b5986925\">In die Richtung, wo die wei\u00dfen Blumen auf Ar\u00e1ma\u00fas Grab wuchsen und im Dunklen leuchteten wie ein Signal.<\/p>\n<p data-p-id=\"540afa27a5b108b9c4036f6a669daf5a\">Ein paar Herzschl\u00e4ge lang h\u00f6rte ich Metall auf Metall. Mor\u00e9aval und Ir\u00edsolor br\u00fcllten einander an, der unkundige Ritter versuchte verbissen, D\u00fdamir\u00e9e einen Vorsprung zu erk\u00e4mpfen. Aus den Augenwinkeln sah ich, w\u00e4hrend ich schr\u00e4g auf die B\u00f6schung zust\u00fcrmte, wie die beiden einander unvermindert attackierten. D\u00fdamir\u00e9e hastete vorw\u00e4rts, war zwar schnell, aber ihre Beine waren die eines Kindes, ihre Schritte zu kurz. Mor\u00e9aval besann sich, tat eine Finte in Ir\u00edsolors Richtung, riss sein Ross herum und preschte los, hinter D\u00fdamir\u00e9e her. Dabei warf er sein Schwert und seinen Schild beiseite, als sei es ihm nicht mehr von Nutzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f4e19b3786b18c3d53d043ac49e8667f\">Mir stockte der Verstand. Was tat er da! Im vollen Galopp neigte er sich in halsbrecherischer Weise seitlich im Sattel hinab, sein Ross jagte nun hinter dem Kind her, das da um sein Leben rannte, auf die wei\u00dfen Blumen am Hang zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"d751ce80648c39184be73ac8b9f1ab66\">Bei den M\u00e4chten! Wenn es ihm nur gel\u00e4nge! Wenn ihm dieses Man\u00f6ver gl\u00fcckte, dann w\u00e4re D\u00fdamir\u00e9e in Sicherheit!<\/p>\n<p data-p-id=\"0db6eadd4e46d3ff59e5eb5a5790c6d3\">D\u00fdamir\u00e9e stutzte, als das Pferd von hinten an sie herannahte und quietschte erschrocken, als der Ritter sie packte und vom Boden hochriss, sie b\u00e4uchlings \u00fcber seinen Sattel warf. Es gelang, aber es kostete ihn genau die zwei Herzschl\u00e4ge Zeit, die er sich als Vorsprung erk\u00e4mpft hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"966106b02cc903baef330d10b7f79121\">Ich war meinerseits vielleicht noch zehn, f\u00fcnfzehn Meter entfernt, als das Einhorn mit weiten S\u00e4tzen aufholte, C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor stand nun in den Steigb\u00fcgeln, in der einen Hand sein Schwert, die andere zum Griff bereit. Seinen rechten Fl\u00fcgel hielt das Einhorn eng am K\u00f6rper, mit dem linken flatterte es, holte Schwung, um den gelbgr\u00fcnen Ritter zu rammen und das Pferd nieder zu rempeln.<\/p>\n<p data-p-id=\"cca31d8d7a46f1732ba20bfdb6309b9a\">Wenige Galoppspr\u00fcnge lang rannten die Tiere Seite an Seite, das Pferd zusehends ersch\u00f6pft. Im selben Moment wandte der Regenbogenritter sich dem unkundigen K\u00e4mpfer zu, nur eine Arml\u00e4nge von ihm entfernt. Die goldene Klinge hieb voran, \u00fcber D\u00fdamir\u00e9e hinweg und durchtrennte J\u00f3ndere Mor\u00e9avals zivile Br\u00fcnne aus zierlichen Stahlringen zwischen Hals und Schulter, als sei sie ein Tuch aus Seide, und das Fleisch darunter gleich mit. Schlagartig verlor der <em>yarl<\/em> alle Kraft in dem Arm, der das Kind hielt.<\/p>\n<p data-p-id=\"a750fb51fef88401a875f150f27b04a7\">Ich sah Blut wegspritzen, auf das bunte Waffenkleid, auf das schimmernde Fell des Einhorns, auf D\u00fdamir\u00e9es Wange. C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor pfl\u00fcckte sie aus Mor\u00e9avals Sattel, noch bevor dessen Pferd weichen konnte und der K\u00f6rper der Ritters im Sattel den aufrechten Halt verlor, erschlaffte und abrutschte. Grob zog der Regenbogenritter D\u00fdamir\u00e9e zu sich, wendete sein Einhorn und preschte wieder los, nun in gestrecktem Galopp auf den See zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"f00a0adb98a44716392eea29bc5c0173\">Mor\u00e9avals Pferd jedoch jagte noch ein St\u00fcck weiter geradeaus und schleifte dabei seinen Herrn mit sich, denn einer seiner F\u00fc\u00dfe hing noch im Steigb\u00fcgel fest. Dann kam er frei, und der <em>yarl<\/em> blieb, b\u00f6se getroffen, ganz in der N\u00e4he der Nachtblumen liegen, w\u00e4hrend sein Pferd in den Wald floh.<\/p>\n<p data-p-id=\"1e1dfa0f42d58809e17a99a3b97d1ca1\">Ich rannte, hinter dem Einhorn her, hinter dem Regenbogenritter und meiner schreienden und wimmernden Tochter. Der See! Eine weite, baumfreie Fl\u00e4che, ideal, um dar\u00fcber in die Luft aufzusteigen.<\/p>\n<p data-p-id=\"bf94842f5355ba81b6935e39d39a1494\">\u201eMama! Mama!&#8221;, kreischte D\u00fdamir\u00e9e. \u201eHilf mir! HILF mir!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4f6305e0dfc348649bf97fdfcaa0b1fa\">Schon platschten die Einhornklauen ins seichte Wasser. der Regenbogenritter starrte geradeaus, ohne mich zu beachten, die ich keuchend und mit Seitenstechen hinter ihm her hetzte. Offenbar hatte er den Bann, was immer es gewesen sein mochte, jetzt gel\u00f6st. Er brauchte ihn nicht mehr.<\/p>\n<p data-p-id=\"25fec25cc8c475ec99b1079b2939acd1\">\u201eBleibt hier!&#8221;, schrie ich ihn an. \u201eVerdammt nochmal! Bleibt hier! Gebt mir mein Kind zur\u00fcck, Dreckskerl!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"02588062e131e027d26f706ee84eb316\">\u201eMama!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"92571e2c435e27e0efcb603346761310\">Das Einhorn breitete ruckartig seine Schwingen aus und schlug damit, kr\u00e4ftig, \u00fcberraschend langsam, aber mit gewaltiger Kraft. Seine Klauen ber\u00fchrten nur noch mit den Spitzen die Wasseroberfl\u00e4che.<\/p>\n<p data-p-id=\"e69d3fbe04e138010302086b18d15acb\">Sie w\u00fcrden fortfliegen! Er w\u00fcrde D\u00fdamir\u00e9e mit sich nehmen, und ich w\u00fcrde ihm nicht folgen k\u00f6nnen! Sie w\u00e4re fort!<\/p>\n<p data-p-id=\"25363166c31e2836b8f1a39f1bb43511\">Meine Tochter, <em>mein Kind<\/em>, es w\u00e4re fort!<\/p>\n<p data-p-id=\"d697361e9f82b9aaffff8588d268d460\">Ich dachte nicht nach. In diesem Moment war da kein Verstand mehr, keine Vernunft. Nur noch Instinkt. Ich stolperte in den See hinein, und meine j\u00e4mmerliche <em>maghiscal<\/em> wurde hei\u00df, entsetzlich hei\u00df. Ich taumelte hinter ihm her und hob dabei meinen Arm. Ich hatte etwas in der Hand, etwas schweres, etwas hartes, etwas, das nicht verfehlen konnte. Ich schleuderte es ihm hinterher.<\/p>\n<p data-p-id=\"17ecc41c336cf1441ef124255ee7cb59\">\u201eYAL!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f332bbca3255856d3125cf9511832823\">Ganz kurz zuckte Licht um mich herum auf, wie Blitz, ein einzelner silbriger Blitz und die Hitze wurde f\u00fcr einen winzigen Moment eiskalt, es f\u00fchlte sich an, als risse etwas von mir ab und w\u00fcrde fortgesogen. Dann war es vorbei und mein K\u00f6rper wurde unsagbar schwer. Ein entsetzliches Schwindelgef\u00fchl \u00fcberkam mich, und mir wurde schwallartig \u00fcbel. Mir knickten die Beine weg, als seien alle Knochen daraus verschwunden, und ich fand mich bis zur H\u00fcfte im k\u00fchlen Wasser kniend wieder.<\/p>\n<p data-p-id=\"81e3038087a013bf25f392b7eb2b221c\">\u201eMama!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bcde4229e0af265250efbfa2498a62d9\">Weit weg, au\u00dferhalb meiner Reichweite und f\u00fcr immer fort, sah ich den Schatten des Einhorns vor dem Mond immer kleiner werden, sich immer weiter entfernen, h\u00f6rte D\u00fdamir\u00e9es Angstgeschrei immer leiser und d\u00fcnner werden.<\/p>\n<p data-p-id=\"14fb5e1ed9f8042a335ae615cbe6f9ff\">Das Spiegelbild von Nokt\u00e1mas Juwel im See zitterte, verzerrt von winzigen Wellen, die die Einhornhufe aufgest\u00f6rt hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"070e245d385c52e71441d47428b4024a\">Nun war ich ganz allein.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2461","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2461","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2461"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2461\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3750,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2461\/revisions\/3750"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2461"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2461"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2461"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}