{"id":2437,"date":"2025-08-25T11:45:58","date_gmt":"2025-08-25T09:45:58","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2437"},"modified":"2025-09-01T09:04:55","modified_gmt":"2025-09-01T07:04:55","slug":"015-naechtliche-wege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/015-naechtliche-wege\/","title":{"rendered":"015: N\u00e4chtliche Wege"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"e99c6d1c70cdeb0fa84ba9bb715aecd7\">Yalomiro Lagoscyre war durch den Schatten gegangen. Es war ein langweiliger, einsamer Weg gewesen, einer, den ein <em>camat&#8217;ay<\/em>, der allein unterwegs war, nicht allzu weit ohne Pause zur\u00fccklegen sollte. Zu leicht war es, sich in der absoluten Stille und Dunkelheit zu verlieren. Aber Yalomiro war ein erfahrener Schattenwanderer, der die Etappen mit Bedacht zur\u00fccklegte. Bei Nacht kam er aus der Dunkelheit heraus, ruhte unter dem Licht von Mond und Sternen, st\u00e4rkte sich daran. Er suchte nach den Gedanken seiner weit entfernten <em>h\u00fdardora<\/em>, der er den Eta\u00edmalon anvertraut hatte und hoffte, sie bald wieder von dieser Verantwortung entlasten zu k\u00f6nnen. Er machte sich Vorw\u00fcrfe, ihr eine Aufgabe gegeben zu habe, von der er wusste, dass sie ihr noch nicht gewachsen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"12b1ab9eff232ffef0085011bf763525\">Mochten die M\u00e4chte geben, dass der Schutz des Eta\u00edmalon f\u00fcr die wenigen Tage nicht wirklich erforderlich w\u00e4re.<\/p>\n<p data-p-id=\"8ee468ffbd99d8b9180de5ed7af75d52\">Zehn Sommer lang war er keinen einzigen Tag ohne Salghi\u00e1ra, acht Sommer lang nicht ohne seine Tochter gewesen. Allein unterwegs zu sein war etwas, das er nicht mehr gewohnt war. W\u00e4hrend er wanderte, gelang es ihm kaum, sich ruhig zu konzentrieren. Immer wieder glitten seine Gedanken ab, hin zu Salghi\u00e1ra, zu ihrer W\u00e4rme, ihrer Gegenwart, ihrem Dasein. Hin zu D\u00fdamir\u00e9e, die ihn und Salghi\u00e1ra auf diese seltsame Weise &#8230; erweiterte und ihnen so gut tat. Er f\u00fchlte sich &#8230; unvollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p data-p-id=\"5cc1d7a4b7fd349d408b5eb8fe591d2c\">Yalomiro Lagoscyre hoffte von Herzen, dass all die Sorgen der <em>teiranda<\/em>, die Trag\u00f6dien der <em>yarlay<\/em> sich als reine Schicksalsdinge ohne einen verborgenen Zusammenhang herausstellen w\u00fcrden.<\/p>\n<p data-p-id=\"09075d3d1b7702661222f6d5d20a2fee\">Salghi\u00e1ras Gedanken waren auf die Entfernung schwer zu erfassen, aber er konnte sp\u00fcren, dass sie da war, konzentriert, achtsam, so fokussiert auf ihre Aufgabe, dass sie wahrscheinlich gar nicht h\u00f6rte, wie er nach ihr rief. Das am\u00fcsierte ihn und machte ihn zugleich bedenklich. Schon vor Sommern h\u00e4tte er ihr beibringen sollen, wie man den Boscarg\u00e9n und den Eta\u00edmalon sicherte. Er \u00e4rgerte sich \u00fcber sein eigenes Vers\u00e4umnis. Es war unerheblich, dass Salghi\u00e1ra mit ihrer geerbten Magie auf dem Niveau eines kleinen Kindes zauberte, dass sie vielleicht niemals dazu in der Lage sein w\u00fcrde, Nokt\u00e1mas Gabe gezielt f\u00fcr einen wirklich <em>gro\u00dfen<\/em> Zauber einzusetzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"012cf16067b712d90161c6176f925fe4\">Er hatte es vers\u00e4umt, weil ihr nichts Unm\u00f6gliches aufb\u00fcrden wollte. Weil er nicht wollte, dass sie begann, sich bedr\u00e4ngt zu f\u00fchlen. Aber das entband weder ihn noch sie von ihren Pflichten. Das Heiligtum und das, was darin bewahrt wurde, musste gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p data-p-id=\"0681eb3b31ca906af24fc15e256028b3\">Oder, dachte er, w\u00e4hrend er sich der Grenze zwischen den <em>yarlm\u00e1lon<\/em> Tjiergroen und Grootplen auf der Nordseite des Montaz\u00edel n\u00e4herte, es musste eine andere L\u00f6sung gefunden werden. Eine ganz andere, eine <em>unbequemere<\/em> L\u00f6sung. Eine, die Salghi\u00e1ra keine so gro\u00dfe B\u00fcrde auflastete, die sie aber zutiefst entsetzen w\u00fcrde, w\u00fcsste sie darum.<\/p>\n<p data-p-id=\"dd9f990d631e8e917b7132ae0c7cc458\">Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter w\u00fcrde kein Weg daran vorbei f\u00fchren. Wenn Nokt\u00e1ma wirklich entschieden hatte, D\u00fdamir\u00e9e als Unkundige, als <em>ujora<\/em> aufwachsen zu lassen, dann hatte es keinen Sinn, den Eta\u00edmalon weiter zu h\u00fcten. Dann musste das Weltenspiel einen anderen Weg finden.<\/p>\n<p data-p-id=\"1c2e1769c2ca1d1c33e7a21b6ab6eac6\">Er verlie\u00df Nokt\u00e1mas Dom\u00e4ne in einem Birkenw\u00e4ldchen an einem Hang, nahe einem murmelnden B\u00e4chlein. Wen man dort hinabging, gelangte man auf das Land von <em>yarl <\/em>Grootplen am s\u00fcd\u00f6stlichen Rand des <em>teirandon<\/em> Wijdlant. Der Mond tauchte die weiten Felder, die man von hier aus sah, in ein weiches, mildes Licht.<\/p>\n<p data-p-id=\"083820e63eb2328e6126ad4609241546\">Der Schattens\u00e4nger war nicht ohne Grund an dieser Stelle wieder aus den Schatten heraus getreten. Dieses unscheinbare W\u00e4ldchen war ein besonderer Ort. Die B\u00e4ume waren seit jener Nacht, in der er und Salghi\u00e1ra hier gewesen waren, beachtlich gewachsen, einige davon von starkem Sturm umgeworfen. Aber er erkannte den Platz, an dem er und sie damals gerastet und miteinander getanzt hatten. Die Nacht, in der sie auf eine ganz unbegreifliche Weise eines geworden waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"97e2f0c06727019c046300bdfb79e440\">Yalomiro Lagoscyre ging hin\u00fcber zu dem verwitterten Grenzstein und lie\u00df sich dort nieder. Still horchte er in die Nacht und lauschte dem Echo des Liedes, des Zaubers, den er damals f\u00fcr sie gewirkt hatte. Einige der B\u00e4ume erinnerten sich noch daran. Der Magier lehnte sich an den Stein und seufzte. Einsamkeit lastete auf seinem Herz wie ein schwerer Stein. Einen Moment lang widerstand er der Versuchung, einfach wieder umzukehren. Das konnte er nicht tun. Seine eigenen Gef\u00fchle mussten hinter seiner Pflicht zur\u00fcckstehen, bis er sich \u00fcberzeugt hatte, was zu tun war.<\/p>\n<p data-p-id=\"8dea96f849faa1bf009a7114cf004bfa\">Seine Geige, sein Werkzeug, mit dem er damals diesen Zauber gewirkt und in den Salghi\u00e1ra eingestimmt hatte, f\u00fchrte er in seiner Tasche bei sich. Aber er holte das Instrument nicht hervor. Nun in seiner Einsamkeit Salghiaras Lied zu spielen, ganz ohne Magie, h\u00e4tte ihn nur traurig gemacht.<\/p>\n<p data-p-id=\"ac4cf99df717f010dddc47762f1afb0c\">Eine Weile sa\u00df er noch und ruhte sich aus, aber die richtige Ruhe dazu fand er nicht. Solange er allein war, machte der Ort ihn nicht gl\u00fccklich. Als der Mond sich bereits dem Meer im Norden zuneigte, weit, weit entfernt von hier, erhob er sich und zog weiter. Er hatte das Bed\u00fcrfnis, etwas zu \u00fcberpr\u00fcfen, etwas, wovon er sich h\u00e4tte fernhalten sollen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ce032dd1478452525bb982ef095edc67\">Er kletterte den Hang hinab und wanderte westw\u00e4rts am Rand der Felder entlang. So gelangte er schlie\u00dflich in eine Gegend, wo sich eine \u00fcppige Wildblumenwiese wie ein Band entlang der Grenze zwischen den beiden <em>yarlm\u00e1lon<\/em> dahinzog. Mitten darin stach eine kleine Fl\u00e4che heraus, wo fast ausschlie\u00dflich Rauten mit roten Bl\u00fcten und einem intensiven, nicht unangenehmen Duft standen. Unter Tageslicht musste dies ein auff\u00e4lliger Anblick sein, in der Dunkelheit war es das Aroma der Pflanzen, das den Schattens\u00e4nger leitete. Bl\u00e4ulich schimmernde Gl\u00fchw\u00fcrmchen tanzten \u00fcber den blutroten Traumrauten. Auch das war ein magischer Ort, mitten in einer von Menschen v\u00f6llig unber\u00fchrten Gegend. Er \u00e4hnelte auf gewisse Weise jener Stelle im Boscarg\u00e9n mit den wei\u00dfen Blumen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9eb5251249cb1d9279f521970614fc4b\">Yalomiro Lagoscyre hockte sich neben die Pflanzen, ber\u00fchrte den Boden mit den Fingerspitzen, f\u00fchlte und f\u00fcrchtete sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"9d3fcab12e89b8060a223616c7629276\">Ja. Hier war noch alles an seinem Platz. Das war tr\u00f6stlich. Solange die Pflanzen diesen Ort besch\u00fctzten, drohte zumindest von dort keine Gefahr.<\/p>\n<p data-p-id=\"191a24d01fdd5d63e9a71a7e32ae0f29\">Andererseits \u2013 auch das konnte und durfte nicht ewig so sein. Jemand musste und w\u00fcrde kommen und bergen, was hier, unter den blutroten Traumrauten schlief. Das war nichts, was ein Schattens\u00e4nger vollbringen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6866eeb47f3a2fc81f064539b5dc36e2\">Der Schattens\u00e4nger erhob sich, schauderte und verneigte sich vor dem Grab unter den roten Blumen. Dann setzte er seinen Weg eilig fort, nun nach Norden. Keinen Moment l\u00e4nger als n\u00f6tig wollte er an diesem Ort bleiben.<\/p>\n<p data-p-id=\"514faf5a71b4f0f67374c388f37aa0d7\">**<\/p>\n<p data-p-id=\"ec55df11dec3ef5ace7305f795616b4e\">C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor lie\u00df sein Einhorn auf einem Feld s\u00fcdlich des Boscarg\u00e9n niedergehen. Von hier aus w\u00e4re es ratsamer, den Rest des Weges auf dem Boden zur\u00fcckzulegen. Zuviel Aufmerksamkeit durfte er jetzt nicht mehr erregen. Wenn einer der Schwarzgewandeten zur Unzeit zum Himmel aufschaute, w\u00e4ren sie gewarnt. Wer wusste schon, inwieweit die hohen Baumwipfel ihnen den Blick verstellten.<\/p>\n<p data-p-id=\"5be51aa2709772c4f80a5a636e9e2f41\">Die vergangenen zwei Tage war er sehr vorsichtig gewesen. In den <em>yarlm\u00e1lon<\/em> in der N\u00e4he von Soldes\u00e9r waren die Unkundigen daran gew\u00f6hnt, ab und an einen der <em>arcavala&#8217;ay<\/em> auf einem Einhorn am Himmel zu sehen, aber allzu weit vom Ciel\u00e1stel hatten die Hellen Magier sich schon seit vielen, vielen Sommern nicht mehr entfernt. Zum Gl\u00fcck war es hier, \u00fcber den Ebenen auf der Mittelachse zwischen Aur\u00f3p\u00e9a und dem Montaz\u00edel bew\u00f6lkt gewesen, \u00fcppige wei\u00dfe Sch\u00f6nwetterwolken, zwischen denen sein fliegender Schimmel f\u00fcr einen fl\u00fcchtigen Blick praktisch unsichtbar wurde, insbesondere, solange er vor der Sonne ritt. Unkundige konnten nicht direkt in die Sonne schauen, ohne sich daran zu verletzen. Und C\u00fdel\u00fa war geschickt darin, das Licht zu nutzen, um unauff\u00e4llig zu bleiben.<\/p>\n<p data-p-id=\"f3292b7090e8797ee8f6616bcf5cb024\">In einiger Entfernung sah der Regenbogenritter H\u00e4user, ein gr\u00f6\u00dferes Geh\u00f6ft, zu dem die Felder am Rande des Boscarg\u00e9n geh\u00f6ren mochten. Zu dieser Zeit war jedoch nicht zu erwarten, dass noch jemand auf den \u00c4ckern unterwegs war. Die Menschen sa\u00dfen gewiss in ihren Stuben und um ihre Feuerstellen, eng beieinander, ihre Waffen in Griffweite, immer in Alarmbereitschaft, und f\u00fcrchteten sich vor dem, was im Wald auf sie lauern mochte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c16e5cf7441b52bbb8a762c420d66a44\">Wer konnte es ihnen verdenken? Schrecklich und grausam waren sie, die Schattens\u00e4nger. Er selbst war bei der gro\u00dfen Schlacht dabei gewesen und hatte an der Seite der <em>faj\u00eda\u00e9<\/em> gek\u00e4mpft. Er hatte gesehen, was die d\u00fcstere, zerst\u00f6rerische Magie anrichten konnte, die Nokt\u00e1ma ihren Dienern gegeben und um die man sie betrogen hatte. Er hatte Elos\u00e1ls tote Schwestern gesehen und den, der daf\u00fcr verantwortlich gewesen war, ein Monster, ein verfluchtes Wesen im K\u00f6rper eines schwarzgewandeten Mannes, der den Chaosgeistern gebot und einen Regenbogenritter nach dem anderen erschlug. Einen, dem am Ende nur seinesgleichen zu b\u00e4ndigen gewusst hatte. Mochten die M\u00e4chte wissen, welches schreckliche und verdiente Schicksal dem Verfluchten zuteil geworden war.<\/p>\n<p data-p-id=\"7e34c748b86617a87c5e3c2501379fd9\">Schattens\u00e4ngern war nicht zu trauen. Nat\u00fcrlich, der lange Waffenstillstand, den die <em>camat&#8217;ay<\/em> nach der entsetzlichen Schlacht um Aur\u00f3p\u00e9a gehalten hatten, der lie\u00df sich nicht ignorieren. Die Schattens\u00e4nger waren bei ihren eigenen dunklen K\u00fcnsten geblieben und die Regenbogenritter hatten sich im Gegenzug nicht darum gek\u00fcmmert, was sie in ihrem Heiligtum nahe dem Montaz\u00edel getrieben hatten. Nur bei wenigen Gelegenheiten waren die Hellen und die Dunklen einander danach begegnet. Man hatte einander &#8230; respektiert und weitgehend ignoriert.<\/p>\n<p data-p-id=\"ebd61cad1bf55cb5d64b3d2cd32c7792\">Zu lange, das stand fest. Sonst hatte Sileda\u00fa wohl keinen Grund, ihre schreckliche Warnung auszusprechen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ff4970e62d3a8bfcb96375bf6449d321\">Dass sich die Schwarzgewandeten nun etwas ausgedacht hatten, das das Weltenspiel verheeren konnte, war &#8230; \u00fcberraschend. Aber wenn Sileda\u00fa Recht behielt, dann war die Lage ernst, w\u00fcrde wie eine Flutwelle ausbranden und zuerst den Ciel\u00e1stel und Aur\u00f3p\u00e9a, dann den Rest der Welt verheeren.<\/p>\n<p data-p-id=\"67e8c8172b8f0994018f9d9a76e5adab\">Nun, die Alte hatte wohl Recht, dass es seine Verantwortung, die Aufgabe des Obersten der Regenbogenritters war, zu handeln, <em>bevor<\/em> die Dunklen ihn vor vollendete Tatsachen stellten und in Zugzwang brachten. Das war er Elos\u00e1l und den anderen <em>arcaval&#8217;ay <\/em> schuldig und vor allem nat\u00fcrlich Advon. Advon, seinem Sohn, den er so innig liebte und f\u00fcr den er doch so wenig tun konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a598920bb95a3557f966f1dad546cec4\">Die Schattens\u00e4nger sollten nur sehen, wozu ein Vater f\u00e4hig war, um sein Kind zu besch\u00fctzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"83b4e686af2f84d2152fb73d0842eff4\">C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor spornte sein Reittier an und hielt auf den Boscarg\u00e9n zu. Sein Einhorn schimmerte wei\u00df wie der Mond hoch oben am Himmel.<\/p>\n<p data-p-id=\"8ef7d133320466930f266f822b542dec\">**<\/p>\n<p data-p-id=\"980e35f62583cb2fb98ae8d33d3efb2b\">\u201eIch hab geh\u00f6rt, er soll wirklich gut sein&#8221;, sagte L\u00e1as Grootplen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d2b1e7aeccb088b26bda098ca5a8f51f\">\u201eDas muss er erst mal beweisen. Er ist doch noch ein Wiegenkind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1fc24afd48d53a659dc9e945361bec1f\">\u201eEin Wiegenkind? Da bin ich gespannt! Wom\u00f6glich verpr\u00fcgelt er dich mit seiner Rassel, J\u00e1ndris!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"892b6a66dac98fb88b46f9c8ad836c7c\">J\u00e1ndris Altabete schaute sich um, fand in Reichweite aber nur eines von T\u00edjnjes Kuscheltieren. Nachl\u00e4ssig griff er danach und warf das Fellh\u00e4schen nach seinem \u00e4lteren Kameraden. L\u00e1as lachte und duckte sich geschickt weg.<\/p>\n<p data-p-id=\"14c12aee551d8e4d165ae141c6ebc95c\">\u201eHe!&#8221;, protestierte T\u00edjnje Mor\u00e9aval, sprang emp\u00f6rt auf und holte sich das Spielzeug zur\u00fcck. \u201eDas ist ungezogen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b76828631b165bd7ffbadc8d17334b30\">\u201eAber er hat mich ge\u00e4rgert!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"93e68e74dd345134d4f47ccbe9f0a67e\">\u201eDann wirf ihm doch dein Schwert an den Kopf&#8221;, grollte die Kleine, umklammerte nachdr\u00fccklich das H\u00e4schen und setzte sich trotzig wieder ans Feuer, n\u00e4her zu ihrer Mutter.<\/p>\n<p data-p-id=\"af6c50a47bc2c5e779024dd5a0c329c2\">\u201eFrieden, Kinder&#8221;, mahnte die <em>yarlara<\/em>. \u201eIch will keinen Streit in meiner Stube. J\u00e1ndris, wenn du dich nicht artig benimmst, magst du in dein eigenes Gemach gehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3af0925779ecdf5fa0071dcdc8338416\">Die beiden Jungen senkten err\u00f6tend den Blick. Vor der edlen Dame wollte J\u00e1ndris sich nat\u00fcrlich nicht schlecht benehmen. L\u00e1as war es peinlich, von seiner deutlich \u00e4lteren Schwester ermahnt zu werden. Im Haus der Familie Grootplen war der Junge ein Nachz\u00fcgler gewesen und von den M\u00e4chten gleich mit zwei gro\u00dfen Schwestern gestraft, die er beide ebenso anstrengend fand wie er sie liebte.<\/p>\n<p data-p-id=\"cb12ef47d56ced14b645067e3984ed76\">Daap Grootplen, sein Vater, sa\u00df ebenfalls in der Unterkunft, die Mor\u00e9aval mit seiner Familie bewohnte, wenn er den Hofdienst versah. Der <em>mynstir<\/em> [~ <em>yarl<\/em> im Rang eines Beraters des <em>teirand<\/em>] sch\u00e4tzte die Stunden, die er mit seinem Sohn, seiner Tochter und der Enkelin verbringen konnte. Er freute sich schon jetzt auf den Winter, wenn sie alle auf seiner eigenen Burg mit seiner <em>yarlara<\/em> und der anderen Tochter verweilen w\u00fcrden. Er freute sich ebenso daran, dass L\u00e1as, sein Erbe, sein Nachfolger, sich so gut mit dem Sohn von Andri\u00e9r Altabete verstand. Alle <em>yarlay<\/em> der <em>teiranda<\/em> von Wijdlant waren sich einig dar\u00fcber, wie wichtig es sei, dass die Kinder von klein auf miteinander harmonierten. Wie schlimm w\u00e4re es, wenn sie untereinander in Streit gerieten, wenn es doch ihre Aufgabe war, das <em>teirandon <\/em>zu repr\u00e4sentieren und zu verteidigen?<\/p>\n<p data-p-id=\"d9dcd7f48f679019c219762dce9c5837\">Ob sich der Sohn von Wa\u00fdreth Althopian einf\u00fcgen w\u00fcrde?<\/p>\n<p data-p-id=\"575e5e0450be409276f5f7af8b9291dc\">\u201eL\u00e1as&#8221;, sagte der <em>mynstir<\/em>, \u201eich erwarte von euch, dass ihr dem Jungen mit Respekt begegnet. Ich will sp\u00e4ter von niemandem h\u00f6ren, dass ihr ihn ge\u00e4rgert habt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1cffe9bb3bf580dd0ebfc3329a5a8d69\">\u201eNat\u00fcrlich nicht, Vater&#8221;, sagte L\u00e1as.<\/p>\n<p data-p-id=\"1d37c80c79faf2936f1b06e372101f2f\">\u201eVor allem m\u00f6chte ich nicht, dass ihr beide euch \u00fcberheblich geb\u00e4rdet, nur weil er j\u00fcnger ist als ihr. Es gibt absolut keinen Grund, vor ihm mit eurem Geschick zu prahlen. Das ist nicht schwer, wenn ihr ihm mehrere Sommer voraus seid.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8cd1f8a4a1f6a30c18cd2d9acf5dd632\">Die Jungen nickten. Ob Einsicht dabei war, lie\u00df sich aus ihren harmlos dreinblickenden Gesichtern nicht ersehen. Ihren \u00dcbermut wussten beide gut hinter braven Mienen zu verbergen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9a9b44f9e3e93471de8a2a52931f43f7\">\u201eEr ist der Sohn von Wa\u00fdreth Althopian&#8221;, f\u00fcgte der <em>mynstir<\/em> warnend hinzu und zwinkerte J\u00e1ndris zu. \u201eWahrscheinlich hatte er gar keine Rassel. Herr Wa\u00fdreth wird ihm gleich ein Schwert gegeben haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1ecc459d7d13849c9165727df04ae3a5\">\u201eWie traurig&#8221;, sagte T\u00edjnje ernsthaft. \u201eMit Schwertern kann man doch nicht spielen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"37173e9ce136ff62fe94888ee38714c0\">\u201eUnd mit Fellh\u00e4schen kann man nicht fechten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"32fbd5011c353204d21aed1ebb0eb4df\">T\u00edjnje schnaubte und streckte ihrem jungen Onkel die Zunge heraus.<\/p>\n<p data-p-id=\"d8fde16f12f0f2bb58afcc607b2aad68\">\u201eIst denn sicher, dass der Junge seinen Vater begleiten wird?&#8221;, erkundigte die <em>yarlara<\/em> sich bei ihrem Vater. \u201eNach so kurzer Zeit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8758a233f99f7e0acc8de6e8439ac9ea\">\u201eSo stand es in der Botschaft&#8221;, best\u00e4tigte ihr Vater. \u201eWie es scheint, hat auch <em>yarl<\/em> Emberbey seinen Sohn dabei. Wenn die M\u00e4chte kein Unwetter dazwischen schicken, sollten sie alle in den n\u00e4chsten zwei Tagen hier eintreffen, wie der <em>teirand<\/em> es gew\u00fcnscht hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9480c7e33056686c586c128b2d4a8fa9\">\u201eDer Knabe von Emberbey auch?&#8221; Die junge Frau seufzte. \u201eDer arme Junge. Auf so eine Weise die Mutter zu verlieren &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9da9675f43e691f38b4d87faf3e2e232\">\u201eWas ist denn der Sohn von <em>yarl<\/em> Emberbey f\u00fcr einer?&#8221;, fragte L\u00e1as. \u00dcber diesen Knaben war ihnen kaum etwas bekannt. \u201eHatte der eine Rassel oder ein Schwert in der Wiege?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"90ba65721bd2e430293d63333ab5eefd\">\u201eDen lasst ihr gef\u00e4lligst in Ruhe. Der wird mit Euch Raubeinen nicht mittun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"33e75d3ec11ec982109287a361cb72a0\">\u201eDann kann sich ja T\u00edjnje um ihn k\u00fcmmern und ihn herumf\u00fchren&#8221;, sagte L\u00e1as grinsend.<\/p>\n<p data-p-id=\"2ee37c44c8836a5c0baa43c7831e01a9\">\u201eMuss ich?&#8221;, erkundigte das kleine M\u00e4dchen sich. Es war hin- und hergerissen zwischen Neugierde und Verunsicherung angesichts dessen, dass gleich zwei weitere Jungen erwartet wurden, wenn auch vorerst wohl nur als G\u00e4ste f\u00fcr einige Tage.<\/p>\n<p data-p-id=\"52c8dd72017799080fee6dd2975491f9\">\u201eEr w\u00fcrde sich sicher sehr dar\u00fcber freuen, mein Schatz&#8221;, sagte der <em>yarlara<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"8168f9b8f62134420eeec2d42ae6d78e\">\u201eNa gut. Aber mit meinen P\u00fcppchen darf er nicht spielen. Manj\u00e9v kann ihm auch etwas abgeben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eca55468aa2988f318d9ae436bf7f9d6\">\u201eIch glaube nicht, dass die <em>teirandanja<\/em> sich mit den beiden abgeben wird&#8221;, wandte J\u00e1ndris ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"1ccf9c7c19c2cc1f11d76fb06bec7871\">\u201eDoch.&#8221; T\u00edjnje freute sich offensichtlich \u00fcber ihren Wissensvorsprung. \u201eSeit sie von ihrem Papa erfahren hat, dass die beiden Herren kommen, denkt sie dar\u00fcber nach, was sie zu ihnen sagen soll.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3dcef3e3793245ecdfde8a7a51f7564c\">\u201eNun ja&#8221;, sagte L\u00e1as, der mit seinen dreizehn Sommern schon ein gewisses Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die h\u00f6here Diplomatie hatte, \u201eimmerhin sind es die Leute unseres <em>teirand<\/em>. Da muss sie sich schon gut benehmen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ceeffaa562ebb251c440d08690a73d65\">\u201eManj\u00e9v benimmt sich immer gut!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9bcfeaa42c73eb0058c9c03e1a101b3b\">\u201eIch hab geh\u00f6rt, wie die <em>opayra<\/em> sich in der K\u00fcche beklagt hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f6876aeef87074747d7e11283e07873\">\u201eWor\u00fcber?&#8221;, fragte J\u00e1ndris begierig.<\/p>\n<p data-p-id=\"e8f1303eb53ae3ae2ff8ddca813946d3\">\u201eEs ging um Pfannk\u00fcchlein, die sie im Gemach der <em>teirandanja<\/em> gefunden hatte. Die K\u00f6chin hat behauptet, sie wisse nicht, wovon die <em>opayra<\/em> da redet. Die beiden haben gemeckert wie die Zieg- &#8230; ich meine, die Damen waren sehr aufgebracht. &#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ef6c060ac1f3e2f10942dd48068493b\">Die <em>yarlara<\/em> versuchte, ihr Kichern hinter ihrem \u00c4rmel zu verstecken. T\u00edjnje err\u00f6tete schuldbewusst. Der <em>mynstir<\/em> sch\u00fcttelte belustigt den Kopf und fand es beruhigend, dass auch die <em>teirandanja<\/em> letztendlich ein Kind war. Mochten die M\u00e4chte geben, dass sie alle sich diese Unschuld bewahrten bis zu dem Tag, an dem sie hinter die Tr\u00e4ume gingen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0617b04b1bc5e9d8800af6b67d0f675b\">**<\/p>\n<p data-p-id=\"ad03706da561d71dd45950f43aed918c\">\u201eWarum schl\u00e4fst du nicht, Manj\u00e9v?&#8221;, fragte K\u00edan\u00e1 von Wijdlant. Sie hatte nachschauen wollen, ob die Tochter bereits ruhte, bevor sie selbst zu Bett ging und hatte die Zimmert\u00fcr so leise ge\u00f6ffnet, dass das Kind sie nicht hatte kommen h\u00f6ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"8617daa29cf76702745a9b1e5509d7cd\">Die <em>teirandanja<\/em> wandte sich um. Das M\u00e4dchen hatte das verglaste Fenster seiner Stube ge\u00f6ffnet, sa\u00df auf der Bank in der Nische und schaute sich den Nachthimmel an.<\/p>\n<p data-p-id=\"7d1a5c11b0d3fdb5d588d454f72a1f29\">\u201eDer Mond sieht aus wie eine gro\u00dfe Perle, nicht wahr, Mama?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a73897a51edf85c0dc46e38010577f0e\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant trat ein und setzte sich zu ihrer Tochter. Manj\u00e9v wich ihrem fragenden Blick aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"21298919f9924bdf2290a4994a9a56e9\">\u201eDer Mond ist Nokt\u00e1mas sch\u00f6nstes Juwel&#8221;, best\u00e4tigte die <em>teiranda<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"efdcf24d1cd29571ae1a13894f225f89\">\u201eIch mag die Sterne lieber. Die glitzern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dc397ba15ddfa6f6a83e8a723b9b5220\">Die <em>teiranda<\/em> l\u00e4chelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"db61c5a96e2f6ed9e60eb572768231c4\">\u201eMama&#8221;, fragte das M\u00e4dchen, \u201ewenn die beiden Herren und ihre S\u00f6hne kommen &#8230; was soll ich denn sagen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d29d983d83f336f41e722ab002226ad\">\u201eDu begr\u00fc\u00dft sie, wie du es immer tust. Du kennst die Herren doch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c30dffe899f3c0c050ac8ad6469e428f\">Manj\u00e9v nickte nachdenklich. \u201eJa. Herr Wa\u00fdreth ist freundlich. Es tut mir so leid, dass seine sch\u00f6ne <em>h\u00fdardora<\/em> nicht mehr da ist. Wie traurig er sein muss.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9538e56c4401e31e86bea5b63583fa4a\">\u201eIch denke, Herr Alsg\u00f6r ist nicht weniger traurig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"17fd8a526a2d06aecc76b62e2c03e263\">\u201eJa, aber Herr Alsg\u00f6r ist so &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c7f5c0354c0b4c09a7f0cf3d6ea852f5\">\u201eEr ist ein von deinem Vater hochgesch\u00e4tzter und loyaler Herr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f0d9de7c4693a4333aa94738c77ff639\">\u201eJa, aber er kann nicht lachen. Jedenfalls habe ich es noch nie gesehen, selbst wenn ein lustiger <em>b\u00e1chorkor<\/em> da war. Immer schaut er so streng.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5041a8249500e57b96de432713ae0d12\">\u201eDas macht ihn nicht zu einem schlechten Menschen, Manj\u00e9v.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d36cad992c8411be3d2a42f245d09bd5\">Sie seufzte. \u201eIch wei\u00df. Und ich werde auch ganz gewiss h\u00f6flich sein. Aber wenn er schon so ist, wie wird sein Sohn sein? Und der von Herrn Wa\u00fdreth?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8ca6181673e09df3bd277a47f4edaa1\">\u201eDu musst nicht lange mit den Herren reden, Manj\u00e9v. Sie werden ohnehin wenig Mu\u00dfe dazu haben. Dein Vater hat mit ihnen Wichtiges zu besprechen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8078e5056242d5c24c8754a65646013b\">\u201eDu nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fb810ce1fb0f31d62bf0ee2e7b0190af\">\u201eNein. Nicht \u00fcber dieselben Dinge.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48816bee8454d760c03dd5ee9327c8ad\">\u201eDu willst mit dem Magier sprechen, den Herr J\u00f3ndere herbeiholen soll, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d50af6021aafddaf28b6150c4e221277\">\u201eIch habe schon geh\u00f6rt, dass du davon erfahren hast.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ce8c88726609efc336dfebf79a507800\">Manj\u00e9v schaute nachdenklich zum Himmel. \u201eIch habe noch nie einen Magier gesehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48de4a5433bbfc6f2512c12e751fbd08\">\u201eEs gibt vielleicht au\u00dfer ihm und den fernen Regenbogenrittern keinen mehr im Weltenspiel, Manj\u00e9v. Deshalb ist es so wichtig, dass ich mit ihm rede.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a9829ab92e7df00f3a960bbc6444ec31\">\u201eWor\u00fcber?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e93cb96daa014e74cc7ee7888e5b0427\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant l\u00e4chelte. \u201eNeugierde, Manj\u00e9v &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9b684503f70dc1cb5f8979b53138bb70\">\u201eIst keine Tugend, ja, ich wei\u00df. Ich w\u00fcrde trotzdem gern dabei sein. Darf ich, Mama?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c669ed686d5704e6cff5f768f803923f\">\u201eWobei?&#8221;, fragte die <em>teiranda<\/em> verwirrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"a2704ca1ddf8710cf0a395d4c2f9a2a7\">\u201eWenn Papa mit den Herren und du mit dem Magier spricht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3e783199b43ee144a94beb2db0379ea3\">\u201eNein, Manj\u00e9v. Was dein Vater zu bereden hat, w\u00fcrde dich langweilen. Es ist &#8230; nun, es sind Dinge unter Erwachsenen. Sei dankbar, dass du dich damit noch nicht besch\u00e4ftigen musst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"484eebec1039288754193769ef2369e1\">Manj\u00e9v wartete auffordernd.<\/p>\n<p data-p-id=\"647de288a9ceb6f35d33f3c99b65e3a7\">\u201eWas ich mit dem Magier zu bereden habe, mein Kind, ist nicht f\u00fcr dich bestimmt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"84ec1df4b0015722287ab93bae2766de\">\u201eIst es ein Geheimnis, Mama?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fac1eece017cd3fa054e6b2ab56f3ed2\">\u201eJa. Zumindest bis auf Weiteres.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fabd1719ff7e85e1a066792361e49f47\">\u201eNa gut. Ich geh dann jetzt schlafen.&#8221; Die <em>teirandanja<\/em> l\u00e4chelte, umarmte die Mutter und tappte dann auf blo\u00dfen F\u00fc\u00dfen hin\u00fcber zu ihrem Bett, verschwand hinter dem Behang, der die Schlafst\u00e4tte vom Rest des Raumes abtrennte.<\/p>\n<p data-p-id=\"fd1818e0fa563b7fdd25981edbde13f7\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant runzelte die Stirn. Das war <em>zu<\/em> einfach.<\/p>\n<p data-p-id=\"41f87aa3684caf9493d7bdee4c13aec9\">\u201eM\u00f6chtest du, dass ich dir noch ein Lied vorsinge?&#8221;, fragte die <em>teiranda<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"da7f50a7a120d4d4c28f9fac73856f0f\">Einen Moment lang blieb es still hinter der samtenen Gardine.<\/p>\n<p data-p-id=\"4f3d7656a3f5506c4efc98af739f7690\">\u201eJa&#8221;, kam es dann von dem Kind. \u201eBitte.&#8221; Aber der Vorhang blieb geschlossen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b4a53a4da959d56b931a636b2ca10b0c\">Die <em>teiranda<\/em> erhob sich und schloss das Fenster. Dann lie\u00df sie sich auf einem Sessel neben dem Bett nieder, nachdem sie ein paar kostbare Puppen beiseite ger\u00e4umt hatte. Was w\u00e4re ein angemessenes Lied f\u00fcr die geliebte Tochter? Manj\u00e9v war bereits zu alt f\u00fcr einfache Wiegenlieder, und etwas Erbauliches w\u00fcrde sie noch nicht verstehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"60fb2473cd9c8064e6653ef12fbc4e5b\">Schlie\u00dflich entsann K\u00edan\u00e1 von Wijdlant sich einer Melodie, die ihr eigener Vater damals so oft vorgetragen hatte, ohne Text, ungelenk mit seiner brummenden Bassstimme. So unfassbar lang war das her gewesen, und so unendlich kostbar die Momente, in denen der m\u00e4chtige, verwitwete Mann hilflos bei ihr gesessen hatte und versucht hatte, das schwache, kr\u00e4nkliche T\u00f6chterchen zu tr\u00f6sten und Geborgenheit zu geben. Dass ihr diese Erinnerungen wieder zug\u00e4nglich waren, das wusste die <em>teiranda<\/em>, hatte sie dem Magier zu verdanken. Sie schmerzten, die Erinnerungen, und doch dankte sie den M\u00e4chten daf\u00fcr, dass sie nun wieder das waren, die Stimme, die Melodie, die vergangene Liebe.<\/p>\n<p data-p-id=\"657951524f657e037d5ef034d309ece4\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant sang. Hinter dem Bettvorhang h\u00f6rte Manj\u00e9v still zu. Sie wunderte sich \u00fcber das Lied, aber um nichts in der Welt h\u00e4tte sie der Mutter das gesagt.<\/p>\n<p data-p-id=\"cd4b9e36a62cae146147acbd16d13f55\">Bei der Sache war sie allerdings nicht. In ihrem Kopf baute sie Idee um Idee zusammen wie ein Scherbenspiel, bis sich daraus ein Plan bildete. Dar\u00fcber schlief die <em>teirandanja<\/em> ein.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2437","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2437","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2437"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2437\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3762,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2437\/revisions\/3762"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2437"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2437"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2437"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}