{"id":2414,"date":"2025-08-25T11:34:55","date_gmt":"2025-08-25T09:34:55","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2414"},"modified":"2025-09-01T09:09:23","modified_gmt":"2025-09-01T07:09:23","slug":"007-ueber-vertrauen-und-neugier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/007-ueber-vertrauen-und-neugier\/","title":{"rendered":"007: \u00dcber Vertrauen und Neugier"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"5f4c3faffa2ae110e67f3d0e3dede9dc\">Dreizehn Tage war er unterwegs gewesen, erst durch Wijdlant, dann durch das <em>teirandon<\/em> Valvivant geritten. J\u00f3ndere Mor\u00e9aval hatte sich nur zwei N\u00e4chte lang auf der Burg aufgehalten, um Kraft f\u00fcr den langen, langweiligen Ritt \u00fcber den Montaz\u00edel zu sammeln. Der <em>mynstir<\/em>, L\u00e9ur Tjiergroen hatte versucht, ihn \u00fcber das Ziel seiner Reise nach S\u00fcden auszufragen, aber der <em>yarl<\/em> hatte ihm nur ausweichend geantwortet. Genau so, wie seine <em>teiranda<\/em> es ihm aufgetragen hatte, so hatte Mor\u00e9aval etwas \u00fcber eine diplomatische Anfrage an das <em>yarlm\u00e1lon<\/em> Pian\u00e1rdent erz\u00e4hlt. Warum K\u00edan\u00e1 von Wijdlant in dieser Angelegenheit nicht ihren <em>mynstir<\/em> ausschickte, hatte der <em>teirand<\/em> Benjus von Valvivant argw\u00f6hnisch gefragt. Misstrauisch, hie\u00df es, sei der alternde Monarch schon immer gewesen, aber es sei schlimmer geworden mit den Wintern, die vergingen. Man munkelte, im Alter begriffe er, dass seine Tage als Herr des <em>teirandon<\/em> zu Ende gingen und es sich langsam frage, welcher seiner <em>yarlay<\/em> wohl auf den Thron nachr\u00fccken w\u00fcrde, denn Sohn oder Tochter hatte er nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"a7424d734cdd6e4bf6abec50f79b27bc\">Daap Grootplen, der <em>mynstir<\/em> des <em>teirandon <\/em>Wijdlant, so hatte Mor\u00e9aval arglos erkl\u00e4rt, sei zwischenzeitlich zu alt f\u00fcr eine so beschwerliche Reise, weshalb man ihn, einen j\u00fcngeren auserkoren hatte. Daraufhin schien der <em>teirand<\/em> gekr\u00e4nkt und hatte sich f\u00fcr den Rest des kurzen Aufenthalts seines Gastes nicht mehr blicken lassen. <em>Yarl <\/em>Mor\u00e9aval nahm sich vor, mit seinen Majest\u00e4ten \u00fcber die sich destabilisierende Thronfolge im Nachbarreich zu reden, sobald er wieder daheim war.<\/p>\n<p data-p-id=\"6de738da40b9f27e774abe36de075de3\">Gundald Lebr\u00e9oka, ein anderer Ritter aus Valvivant, war indes neugierig geworden und hatte so viele Fragen gestellt, dass Mor\u00e9aval sich in eine so unkomfortable, ausgedachte Geschichte verstrickt hatte, dass er unm\u00f6glich den R\u00fcckweg auf derselben Strecke zur\u00fccklegen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f1950bac94974cae6db86013712fb60e\">Der Ritter fragte sich indes tats\u00e4chlich, warum die Majest\u00e4ten solch ein Geheimnis aus seiner Mission machten. Was f\u00fcr eine Botschaft, mit der man ihn zum Boscarg\u00e9n, diesem geheimnisvollen, verbotenen Wald auf der anderen Seite des Montaz\u00edel geschickt hatte, mochte das sein? Nat\u00fcrlich war er wissbegierig, was in dem Brief stehen mochte, aber es w\u00e4re ihm nie in den Sinn gekommen, das Vertrauen zu brechen, dass man ihm entgegenbrachte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d0e79c40f0c172ff6a729d92d428a0c9\">Als er nach mehreren Tagen eint\u00f6nigen Ritts durch die Schluchten auf der anderen Seite der Bergkette anlangte, stellte sich heraus, dass er zu weit westlich ausgekommen war. Das kostete ihn Zeit, und als er am Ende in einem Dorf nahe einer gro\u00dfen Eisenmine am Rande der Heide von Hethrom angelangt war, von dem aus man das Waldgebiet in der Ferne erahnen konnte, hatte sein Erstaunen noch zugenommen. Die Dorfbewohner, die er nach dem k\u00fcrzesten Weg zu dem gro\u00dfen See gefragt hatte, hatten den Ritter eindringlich gewarnt, seinen Weg dorthin fortzusetzen. Es sei <em>gef\u00e4hrlich<\/em>, sich in den lieblichen Wald zu begeben. Es w\u00fcrden Magier darin hausen, die redlichen Menschen feindlich gesonnen seien.<\/p>\n<p data-p-id=\"94a8e3307a50d1def0840d7d10cf3cff\">Mor\u00e9aval hatte kurz gez\u00f6gert, an T\u00edjnje und seine geliebte <em>h\u00fdardora<\/em> gedacht. F\u00fcr alle F\u00e4lle hatte er die Gelegenheit genutzt und bei einem der zahlreichen ortsans\u00e4ssigen Schmiede sein Schwert und Eisenzeug kontrollieren lassen. Aber lange aufhalten wollte er sich hier nicht. Das Dorf machte ihn unruhig. Als er bei Morgengrauen weitergeritten war, hatten die Leute ihm so begehrlich nachgeschaut als erwarteten sie ihn mit dem Kopf des grauenvollen Magiers zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"75933cb897092d04c054be1f0d635c67\">Als er nun dem Sandpfad folgte, der sich durch den verwunschenen Wald wand, schalt er sich einen Narren und alle Vorsicht eine Albernheit. Lichtes Laub schloss sich \u00fcber ihm zu einem flirrend-silbrigen Dach zusammen, B\u00e4ume, wie er sie sein Leben lang nicht gesehen hatte. Ihre knorrigen St\u00e4mme waren h\u00f6her als die h\u00f6chsten Fichten n\u00f6rdlich der Berge. Alles andere als d\u00fcster war es hier, und der sachte Wind, der zwischen den B\u00e4umen einher strich, trug ein seltsames Aroma von Kr\u00e4utern und Blumen mit sich. Nichts, was auch nur im Entferntesten bedrohlich gewirkt h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d0b76e8c4c9aa828a1037cca88f5e5ec\">Nat\u00fcrlich war der Ritter sich durchaus bewusst, dass all dies eine List, eine Falle sein konnte. Aber die Majest\u00e4ten hatten ihn nicht auf ein Abenteuer ausgeschickt. Er sollte lediglich diesen Brief abliefern, den er sorgsam versiegelt bei sich trug.<\/p>\n<p data-p-id=\"e0128430e869f812889ebb0c5102a522\">Ab und zu passierte er die von Efeu und Winden \u00fcberwachsenen Ruinen kleiner H\u00fctten, offensichtlich seit Generationen unbewohnt und fest im Griff der Natur. Ab und an sprangen Tiere vor seinem Pferd vorbei, Rehe, Waldschweine, Eichh\u00f6rnchen. Singv\u00f6gel lie\u00dfen ihre munteren Lieder h\u00f6ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"ce19e5b562a163986c60c8abbcb4efa3\">Der gro\u00dfe schwarze Rabe, an etwas vom Weg entfernt auf einem Ast sa\u00df, passte nicht so recht her, so dunkel und ernst. Aber Mor\u00e9aval machte sich erst Gedanken dar\u00fcber, als er an ihm vorbeigeritten war und kurz darauf ein Schatten auf lautlosen Schwingen \u00fcber ihn hinweg strich und ihm voraus in einem anderen Baum landete.<\/p>\n<p data-p-id=\"53143f5150707a7bfafdebef80e2ce1e\">Einige Male wiederholte sich das Spiel, bis der <em>yarl<\/em> sich ganz sicher war, dass es derselbe Vogel war, der ihm folgte. Als der Pfad sich an einer Weggabelung teilte, entschloss der Ritter sich, ohne zu z\u00f6gern, dem Vogel nachzureiten. Immer weiter geriet er dabei in den Wald hinein, bis er schlie\u00dflich an ein sachtes Gef\u00e4lle gelangte. Wenn er dem abw\u00e4rts folgte, f\u00fchrte es ihn vielleicht hin zu dem See, der sein Ziel war. Er lenkte sein Pferd unter dem Baum hindurch, auf dem der Rabe zuletzt gelandet war und wollte es gerade anspornen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f1e8ec18f8858536e28afa3cfba42fa5\">\u201eAuf ein Wort, Herr J\u00f3ndere!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27fc6632d07f4e01b62be3be4e1a4eef\">Der Ritter zuckte zusammen und wendete sein Ross. Er war es nicht gewohnt, von oben herab angesprochen zu werden.<\/p>\n<p data-p-id=\"a472703647c822c4c6b927f5a72e3d0c\">Ein schlanker Mann hockte auf einem breiten Ast, so weit oben, dass der <em>yarl<\/em> ihn mit ausgestreckter Hand aus dem Sattel heraus nicht erreicht h\u00e4tte. Sein Gewand und Mantel waren schwarz und mit silbernen F\u00e4den durchwirkt, ebenso wie sein Haar und Bart.<\/p>\n<p data-p-id=\"811d45f73713571cc8f2450236f5cb39\">\u201eBei den M\u00e4chten! Ihr habt mich erschreckt!&#8221;, sagte der Ritter \u00fcberrascht.<\/p>\n<p data-p-id=\"974d2a10effb1316fac0745fd0cfdde4\">\u201eDas lag nicht in meiner Absicht. Verzeiht das, und auch, dass ich Euch in die Irre gef\u00fchrt habe.&#8221; Der Mann im Baum begann, beh\u00e4nde hinabzuklettern. Der Ritter staunte \u00fcber die Grazie, mit der er sich dabeibewegte. \u201eIch wollte Euch zun\u00e4chst mit Euch allein reden, bevor ich Euch in mein Haus einlade.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b7a83aca4a47d253c79d67135053037\">\u201eDann seid Ihr der Magier, der in diesem Wald lebt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19428f0db28cf96eaa8ce9a2861e29fa\">\u201eIch denke schon.&#8221; Der Schwarzgewandete kam n\u00e4her. \u201eIch bin Meister Yalomiro Lagoscyre. <em>Yal gha&#8217;tanai, yarl<\/em> Mor\u00e9aval.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dd4738728201e61a0b1a24b2e4ceeb6c\">\u201eWoher wisst Ihr meinen Namen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a44f504f5d9b176d0cadf8ff12f88421\">\u201eNun, m\u00f6glicherweise sind wir einander schon einmal begegnet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d0728ce263b7dcab2e4ceeda5ecdc807\">Das verwirrte den Ritter. \u201eIch w\u00fcsste nicht, dass &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"49952a1601dc99c1133a4b8385002e53\">\u201eHervorragend. Seid willkommen, Herr J\u00f3ndere. Und wundert Euch nicht allzu sehr. Ich bin erleichtert, dass gerade Ihr es seid, der uns an diesem Ort besucht. Egal, was die <em>ujoray<\/em> in ihrem Eisendorf Euch m\u00f6glicherweise einzureden versucht haben, ein Gast in friedlicher Absicht wird in diesem Wald niemals etwas Schlimmes erfahren. Und nun lasst mich bitte die Botschaft sehen, die Ihr in Eurer Tasche tragt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4fb00a10d033afa3088819cf3be8f098\">Gehorsam holte der Ritter das wichtige Schriftst\u00fcck hervor. Es erschien ihm m\u00fc\u00dfig zu fragen, wie der Magier davon wissen konnte. Bis vor einigen Wintern hatte ein anderer Magier in Wijdlant gewirkt, vor dem sich ebenfalls nicht verbergen lie\u00df. Der <em>yarl<\/em> erinnerte sich daran mit Unbehagen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b57ad46a6c29e92151b9c1290b4cf15a\">Der Schattens\u00e4nger nahm das Papier entgegen und brach das Siegel auf. \u201eSteigt derweil ruhig ab, edler Herr, und lasst Euer Pferd gern ein St\u00fcck weit laufen. Die Kr\u00e4uter sind vorz\u00fcglich und werden es st\u00e4rken. Es kann hier nicht verloren gehen. Und ich versichere Euch, dass es von meiner Seite aus nichts f\u00fcr Euch zu bef\u00fcrchten gibt. Ganz im Gegenteil.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"26c3cea072500117e630d3431dac047d\">J\u00f3ndere Mor\u00e9aval tat, wie ihm gehei\u00dfen und schaute seinem Pferd einen Moment dabei zu, wie es sich in der Tat zielstrebig einem Polster von duftenden Pflanzen n\u00e4herte und friedlich zu zupfen begann. Als er sich wieder dem Magier zuwandte, war der in das Schreiben vertieft und sah deutlich ernster aus als noch einen Augenblick zuvor.<\/p>\n<p data-p-id=\"b954311653853e3a19e51dc818d2e294\">\u201eM\u00f6gen die Damen hinter den Tr\u00e4umen ihren Frieden gefunden haben&#8221;, sagte der Schwarzgewandete. \u201eM\u00f6ge das Licht die beiden sicher geleitet und den Zur\u00fcckgelassenen Trost gew\u00e4hrt haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"267bc5d97262143f94a84a32ef13a3be\">\u201eMan hat mich hergeschickt, um Euch von <em>dar\u00fcber<\/em> zu unterrichten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f4d070d91f9516f3c12da7795a269713\">Yalomiro Lagoscyre blickte fl\u00fcchtig auf. \u201eWieso \u00fcberrascht Euch das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"62e98f58ee09554d5860b44840223c8d\">\u201eNun &#8230; es sind zwei bejammernswerte Todesf\u00e4lle am anderen Ende der Welt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1e98379f7ee77783b13d2e41414b4516\">\u201eBejammernswert, in der Tat.&#8221; Der Magier las weiter.<\/p>\n<p data-p-id=\"2f51cf37d8b7bc2e8786b8fc7f040158\">\u201eKanntet Ihr die Damen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"418c564c6b55cb38e96d0a6f769fca66\">\u201eNein. Ich bin ihnen niemals begegnet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"858a077ddce9471efd28453db3a71363\">\u201eVergebt mir meine Neugier, aber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f8984e45566d29d1e1cfdca47fbb7333\">\u201eNein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"349b50dd39416c76f06bb87453be7271\">\u201eWie bitte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6b13eaf0a1988c3bf62c5905d3540192\">\u201eEs gibt keinen Grund, Neugierde zu verzeihen. Ohne Neugierde w\u00fcrde das Weltenspiel sehr schnell ausgesprochen langweilig, <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval. Um Eure Frage zu beantworten: Die Hoheiten sind besorgt \u00fcber das zeitliche Zusammentreffen der beiden Todesf\u00e4lle.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"35d6c24cd01d5eb326415814f52f620d\">Mor\u00e9aval, der sich sicher war, \u00fcberhaupt nichts gefragt zu haben, sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eEin tragischer Zufall, Meister. Ich habe mit meinen Kameraden dar\u00fcber geredet und mit meiner <em>h\u00fdardora<\/em>, und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4f8985aca43521fa54cac386c04a0367\">\u201eZufall?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f77e7d11c8d0faf3b1edcc5d5c556ffd\">\u201eJa. Es gibt keinen Zusammenhang. Emberbeys Dame hat die dritte Niederkunft nicht \u00fcberlebt, und bei Althopians <em>h\u00fdardora<\/em> war es ein grauenhafter Unfall. Wo soll das miteinander verbunden sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3b90ba1d8bc807421e12e46fb4c828af\">Der Magier vertiefte sich wieder in das Schreiben. \u201eGut, lasst es meinetwegen einen Zufall gewesen sein. Und ja, ich werde Euch begleiten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"72a7556727e3a5284cde6f12ee7a481d\">\u201eBegleiten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d81280895e0cee7653c0f0a78213a259\">\u201eDas ist es, worum mich Eure <em>teiranday<\/em> in dieser Botschaft ersuchen. Ihr solltet mir dieses Schreiben \u00fcberbringen und dazu \u00fcberreden, mit Euch zur\u00fcck nach Wijdlant zu reisen. Diese M\u00fche k\u00f6nnt ihr Euch ersparen, denn die Dringlichkeit ist mir wohl bewusster als Euch. Mehr kann und will ich Euch zu Eurem eigenen Besten nicht verraten. Allerdings muss ich zuvor mit meiner <em>h\u00fdardora<\/em> dar\u00fcber reden, Vorbereitungen treffen. Folgt mir. Nehmt Euer Ross mit. Bei meinem Haus wachsen dieselben guten Kr\u00e4uter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"20463df33798ace5b5aeb00eafe52958\">Er rollte das Schreiben in der Hand zusammen und schritt in entgegengesetzter Richtung weiter. Mor\u00e9aval ben\u00f6tigte einen Augenblick, um das Pferd davon zu \u00fcberzeugen, die schmackhafte Mahlzeit aufzugeben und eilte ihm dann nach.<\/p>\n<p data-p-id=\"07c71f6be4f125592c2012176c274328\">\u201eEure <em>h\u00fdardora<\/em>? Aber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"14688dcad22573dbf6418b09ffa085b8\">\u201eVergesst alles, was Ihr glaubt, \u00fcber meinesgleichen geh\u00f6rt zu haben. Lasst alte Dinge vergangen sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6234893d077eb9b45b4d089a6fe5bf67\">\u201eIch verstehe nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ab187ba38c4fc89866fa010e73a5efdd\">\u201eDann schult Eure Neugierde und schaut mit eigenen Augen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5282df809c393d27b44713b828753ea\">Der Ritter folgte dem Magier wortlos, das Pferd am Z\u00fcgel f\u00fchrend. Der Weg f\u00fchrte ein gutes St\u00fcck weit zur\u00fcck, bis zur Weggabelung. Dort schlug der Schattens\u00e4nger den anderen Pfad ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"72acf5a56acfa65ab3eb03604892f4eb\">\u201eWas genau ist Eure Aufgabe am Hof von Wijdlant und Spagor?&#8221;, fragte der Magier.<\/p>\n<p data-p-id=\"1df37917ff750b1662734ddccfa7a8b0\">\u201eIch bin der Leibw\u00e4chter der <em>teiranda <\/em>und ihrer Tochter&#8221;, antwortete Mor\u00e9aval verwirrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"b99dcac3e8a6e58098c0402c15a0cdc6\">\u201eDas hei\u00dft?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a54927bec74b27d0da0a0c7938b41814\">\u201eAu\u00dferhalb der privaten Gem\u00e4cher und solange sie es nicht anders anweist, muss ich in ihrer Sichtweite sein und im Ernstfall mein Leben f\u00fcr sie hingeben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"25be204761f7a85ab7f1911842505e3f\">\u201eWer vertritt Euch zurzeit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"404b43b4a4b8b197d106472fa8406b69\">\u201e<em>Yarl<\/em> Altabete, nehme ich an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"480dec5d6d248799b5d9c242f3bd0169\">Der Magier nickte. Dann fragte er: \u201eUnd wer wird einst der W\u00e4chter der <em>teirandanja<\/em> sein? Haben die Majest\u00e4ten sich dar\u00fcber schon ge\u00e4u\u00dfert?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4fa59f7347d8cb137d5c5564ac2ff5bc\">\u201eDas m\u00f6gen die M\u00e4chte wissen, Meister! Das ist noch lange hin!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d621b99cb74b4551f5275cb6b231e30\">\u201eAlso?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1d840bdb4dcbaa23d237fb7bf7334db0\">Mor\u00e9aval seufzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"7cab0241ada1deeff29d943ab445d372\">\u201eIch denke, wenn er sich gut anstellt, d\u00fcrfte der Sohn von Herrn Wa\u00fdreth gute Aussichten auf dieses Amt haben. Aber das wird sich zeigen. Vorl\u00e4ufig ist er ein Knabe, hochgelobt von seinem Vater. Die <em>teiranday<\/em> zeigen sich sehr &#8230; interessiert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"21c64191b5626754d03d2eced0027623\">Yalomiro Lagoscyre nickte, also habe er nichts anderes vermutet. Den Rest des Weges schwiegen die beiden M\u00e4nner. Aber Mor\u00e9aval fragte sich, ob der Schattens\u00e4nger wom\u00f6glich mehr wusste, als geheuer war.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"cabf4cfc5add22ff546f7faa499f1e08\">Tats\u00e4chlich hatte Andri\u00e9r Altabete die Aufgabe \u00fcbernommen, \u00fcber K\u00edan\u00e1 von Wijdlant zu wachen. Der Ritter tat das nur mit halber Aufmerksamkeit. Auf der Burg drohte der <em>teiranda<\/em> kein Ungemach. Die edle Dame sa\u00df in der Halle auf ihrem Thron und lauschte zerstreut dem Lautenspiel von Asga\u00fd von Spagor, das sich in den vergangenen Sommern ganz erheblich verbessert hatte. Wenn der <em>teirand<\/em> fortan auch ein wenig an seiner Dichtkunst feilte, w\u00fcrde diese Art von Erbauung recht annehmbar werden. Vorl\u00e4ufig waren seine Verse noch so ungelenk, dass er selbst dar\u00fcber stolperte und verlegen dar\u00fcber hinweglachte.<\/p>\n<p data-p-id=\"275497b4e9b001864d333f4e2a5ac964\">Der <em>teiranda <\/em>war das egal. Hinter der unbeholfenen Kunst, die Asgay von Spagor ihr schenkte, schien sie etwas zu erkennen, was ihr kostbarer war als Geschmeide und jeder Reichtum. \u00dcblicherweise war die Herrin so angetan von der kreativen Hingabe ihres <em>h\u00fdardor<\/em>, dass sie in stiller Bewunderung versank. Seit jenem Tag, an dem die Wappen der Ritter aus Spagor verh\u00fcllt worden waren, \u00fcberwog jedoch stille Sorge in der Miene der Dame, so sch\u00f6n der <em>teirand<\/em> auch zu singen versuchte.<\/p>\n<p data-p-id=\"853ee44cb200daf9423a300db462eed0\">Altabete zog sich unauff\u00e4llig ein paar Schritte in die N\u00e4he der T\u00fcr zur\u00fcck. Von dort hatte er einen besseren Blick auf den Hof, wo J\u00e1ndris und L\u00e1as trainierten. Die beiden Jungen waren recht gut in ihren Fertigkeiten. Altabete selbst hatte es sich nicht nehmen lassen, die Kampfausbildung der beiden zu \u00fcbernehmen und bei dieser Gelegenheit zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Schwertmeister etwas taugte, der die beiden auf ihren Heimatburgen anleitete. Mit dem seinen war er durchaus zufrieden, und auch Grootplen hatte einen guten Griff getan. Ab dem Winter w\u00fcrde Merrit Althopian mit den beiden etwas \u00e4lteren Jungen gemeinsam hier am Hof lernen, ein Ritter zu werden. Dann w\u00fcrde sich zeigen, ob der Kleine wirklich so viel zu bieten hatte, wie Wa\u00fdreth Althopian nicht m\u00fcde wurde, zu betonen wenn das Gespr\u00e4ch darauf kam.<\/p>\n<p data-p-id=\"0e39da5464a7c758b04fe378c669d6ee\">Althopian war kein Mann, der zu Prahlereien neigte. Das machte seine Lobreden auf den Sohn umso &#8230; beunruhigender.<\/p>\n<p data-p-id=\"d5fb3ffb30b61bf0d86127e5c16d7437\">Andri\u00e9r Altabete schaute gedankenverloren zu, wie sein eigener Sohn und der J\u00fcngste von Daap Grootplen miteinander lachten und alberten und einander zugleich mit ihren \u00dcbungswaffen zusetzten. Heute \u00fcbten sie das Fechten auf einer Treppe, genau gegen\u00fcber, an der Stiege, die zum Wehrgang hinauf f\u00fchrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"16aff0147274ef1bc3413f85e7e68a9a\">Daap Grootplen, der alternde <em>mynstir<\/em>, sa\u00df oben auf der Treppe und hatte seine Enkelin T\u00edjnje auf dem Scho\u00df. Die beiden spornten die Knaben an, wobei Herr Daap recht parteiisch seinen eigenen Spross unterst\u00fctzte, der zugleich obgleich des geringen Altersabstands zugleich T\u00edjnjes Onkel war. Das brachte das kleine M\u00e4dchen in einen Konflikt, denn es war in kindlicher Zuneigung J\u00e1ndris Altabete zugetan, dem das, wie er seinem Vater einmal gestanden hatte, zu gleichen Teilen schmeichelte und vor den anderen Knaben in der Burg zutiefst peinlich war. Und so jubelte die Kleine ohne Unterschied jedes Mal, wenn ein Holzschwert auf einen ebensolchen Schild traf.<\/p>\n<p data-p-id=\"5db0b450c87f651ff8907f87ba7a7672\">J\u00e1ndris war flink und angriffslustig wie ein Wiesel. L\u00e1as war weniger agil, daf\u00fcr stark und entschlossen wie ein Bulle. Der Sohn von Wa\u00fdreth Althopian w\u00fcrde sich warm anziehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p data-p-id=\"76572242f8f447178f3098b5fba0853e\"><em>Bei den M\u00e4chten was f\u00fcr Gedanken! Der arme Junge hat gerade seine Mutter verloren. Althopian l\u00e4sst sich nicht h\u00f6ren! Wer wei\u00df, wie es weitergeht!, <\/em>rief Altabete sich selbst zur Ordnung, und f\u00fchlte sich zugleich an seinem tannengr\u00fcnen Waffenkleid gezupft.<\/p>\n<p data-p-id=\"773b2fd2ac0204daf2b7df44cfc07391\">\u201eHerr Andri\u00e9r&#8221;, fragte Manj\u00e9v von Wijdlant. \u201eKann ich Euch etwas fragen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cfd09f38b074c5cb3f4f0de13c34f14c\">\u201eSelbstverst\u00e4ndlich, Majest\u00e4t&#8221;. Der Ritter, ein gestandener Recke, lie\u00df sich auf ein Knie nieder, um auf Augenh\u00f6he mit der <em>teirandanja<\/em> zu sein. Bei dieser Gelegenheit wunderte er sich \u00fcber den ungewohnt ernsten Ausdruck in den meerblauen Kinderaugen. \u201eWas wollt Ihr wissen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b0e982560785685110bbbdeb8dc4ab60\">\u201eWarum ist Herr J\u00f3ndere losgezogen, um einen Magier zu besuchen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f9510b8a5417f54d11afc56aafe91446\">Der Ritter zuckte zusammen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b60ed4564f121fff28e02e0b6a5657c6\">\u201eWie kommt ihr darauf, dass dem so ist, Herrin?&#8221;, fragte er vorsichtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"aa8405e2527a181c02cf8fa1fb63aeec\">\u201eIch hab&#8217;s geh\u00f6rt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1d305ae9ddbbdc382d8b2b0e49741986\">\u201eVon wem?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"36fd221dd97d817bbe64264f8f766826\">\u201eAlso stimmt es?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"12878448ce5c2ce98ff3f11efcd68124\">Altabete seufzte. Manj\u00e9v l\u00e4chelte zufrieden, aber nicht triumphierend.<\/p>\n<p data-p-id=\"e0414e51ffe0b8f667b076dab74826c1\">\u201eIch wunderte mich schon, weshalb T\u00edjnje heute so anh\u00e4nglich bei Herrn Daap ist. Aber warum fragt Ihr nicht Eure Mutter oder Euren Vater?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f0cae0082af4365c916d7f889868b644\">\u201eDas hab ich versucht. Mama sagt, Herr J\u00f3ndere sei unterwegs nach Pian\u00e1rdent. Papa meinte, er habe einen Auftrag in For\u00e9tern zu erledigen. Einer von beiden flunkert mich an. Und T\u00edjnjes Mama hat ihr erz\u00e4hlt, Herr J\u00f3ndere sei unterwegs zum Magier. Weil nur ein Held sich traut, dorthin zu gehen. Also flunkern beide. Oder alle drei und T\u00edjnje will nur wieder mit ihrem Papa angeben. Ihr Papa w\u00fcrde meinen bei jedem Turnier besiegen, sagt sie.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bd84a23e403aea21e7a258cb81c975b6\">\u201eUnd was habe ich dabei zu sagen, Herrin?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"20ef4f1321316cde46d0ae434e0aedc0\">\u201eIch dachte mir, Herr J\u00f3ndere habe Euch mehr erz\u00e4hlt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a86fc97587264b43fd9555d2c5c24f84\">\u201eNein, Herrin. Es ist wahr, dass er einen Brief \u00fcberbringt. Was darin steht, wissen indes nur Eure Eltern. Herr J\u00f3ndere erhielt das Schreiben selbst nur versiegelt, und er wird sich h\u00fcten, hineinzuschauen. Ihr wisst, dass Ihr jederzeit Euren <em>yarlay<\/em> jedes Geheimnis anvertrauen k\u00f6nnt, offen und geheim. Keiner von uns w\u00fcrde jemals Fragen stellen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"78047a83b1de6082e0ca88faffa3d003\">\u201eNa ja, ich w\u00fcrde wissen wollen, was drin steht, wenn ich auf eine so gef\u00e4hrliche Reise ginge.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2df6687a4c72cb89fbb8bdde71de5d3a\">\u201eNeugierde&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8d24cadcfaba2df977332aaba9f3b39\">\u201e&#8230; ist eine Untugend, ich wei\u00df.&#8221; Manj\u00e9v seufzte und schaute sich nach den Eltern am anderen Ende der Halle um. Der Vater hatte seine Laute beiseitegelegt. Die beiden redeten leise miteinander. Dann erhob sich der <em>teirand<\/em> und schlenderte so unbek\u00fcmmert auf die <em>teirandanja<\/em> und seinen Dienstmann zu, dass es verd\u00e4chtig aussah.<\/p>\n<p data-p-id=\"abdb40431f511ae70478d3061a5bea86\">\u201eWarum braucht es so pl\u00f6tzlich Helden und Magier?&#8221;, fragte Manj\u00e9v. \u201eWas geht hier vor? Muss ich mich f\u00fcrchten, Herr Andri\u00e9r?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d807f5c11a30ea28a4a6caa563a127f3\">\u201eNein&#8221;, antwortete der Ritter ged\u00e4mpft und stand wieder auf. \u201eNicht, solange wir um Euch sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8cf835047203e96f6ccb0b5558b72275\">Asga\u00fd von Spagor neigte sich zu seiner Tochter herab. \u201eWas gibt es, Manj\u00e9v? Bist du ganz alleine? Wo hast du T\u00edjnje und eure <em>opayra<\/em> gelassen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"54c75d929598a3eb7109c89b2843f9c3\">\u201eT\u00edjnje spricht heute nicht mehr mit mir. Ich hab sie ge\u00e4rgert, da ist sie weggelaufen, um es Herrn Daap zu erz\u00e4hlen. Die <em>opayra<\/em> hinterdrein. Da dachte ich mir, was soll ich allein in der Kammer. Warum darf ich nicht wissen, was dich und Mama so besorgt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f8a70fe4dbff9d8f0f47be3c7168b5c6\">\u201eBesorgt?&#8221; Asga\u00fd von Spagor setzte ein h\u00f6lzernes L\u00e4cheln auf und warf zugleich Altabete einen hilfeheischenden Blick zu. Der Ritter sch\u00fcttelte sacht den Kopf.<\/p>\n<p data-p-id=\"3569aaf204e3b04feb9c0ac8b4f390ab\">\u201eIch habe Angst, Papa&#8221;, sagte Manj\u00e9v. \u201eIch merke doch, dass alle hier sich hintereinander verstecken, um blo\u00df kein falsches Wort zu sagen. Bin ich etwa immer noch zu klein, um alles zu erfahren, was wichtig und interessant ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b9e2d60869a1692633ebdfbada41a01\">\u201eEs gibt Dinge, Manj\u00e9v, die sollen dir dein Leben nicht beschweren. Es reicht, wenn wir uns darum sorgen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"183fbfb83f81764d780e163301f95c86\">\u201eAber ist es denn besser, wenn ich mir zus\u00e4tzlich zu dem, was ist, noch andere Lasten ausmale, die sein <em>k\u00f6nnten<\/em>? Ich bin doch kein Kleinkind mehr wie T\u00edjnje!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d630cf6e269355c90e7949085f4ead40\">Asga\u00fd von Spagor seufzte. \u201eHerr Andri\u00e9r?&#8221;, wandte er sich dann an den <em>yarl<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"3f2c64d96a4b63a4b846af235ee9911c\">\u201eMeine <em>h\u00fdardora<\/em> und ich w\u00fcrden <em>unserem<\/em> Sohn wohl sagen, was uns bedr\u00fcckt, Majest\u00e4t. Bevor es ihn auf anderem Weg \u00fcberrascht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eea79125ea790e6688b761ca8e0d47b0\">Der <em>teirand<\/em> biss sich nachdenklich auf die Unterlippe und strich sich fahrig eine Haarstr\u00e4hne aus dem Gesicht. Der schmale perlenbesetzte Reif, den er als Krone trug, konnte sein zotteliges blondes Haar nicht g\u00e4nzlich b\u00e4ndigen.<\/p>\n<p data-p-id=\"95c2c05c7cb03ae23190cd38285195ee\">\u201eManj\u00e9v, mein Liebes &#8230; du wei\u00dft, was mit den Damen von Althopian und Emberbey geschehen ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1ffda10ac982926400ed95fc924264c2\">\u201eJa, nat\u00fcrlich. Alle haben davon geredet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e49af9bcd75e3b2e958c51ae3e7ab6fd\">\u201eDann wei\u00dft du auch, dass Kinder in deinem Alter ihre M\u00fctter verloren haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e52f66e4b41f01106a62f7cea9f5a6f6\">\u201eJa. Das ist sehr traurig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1578d608cfb6c18554f904d5751e9e20\">\u201eGut. Manj\u00e9v &#8230; wir wollen nicht, dass du einen von uns verlierst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9854f80dde6dd5f82dcf5c1874497afc\">Die <em>teirandanja<\/em> machte gro\u00dfe Augen, als sie St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck begriff, was ihr Vater da sagte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a300840dcfe7ce211d15df925433a36\">Andri\u00e9r Altabete war es, der es aussprach, mit ebenso gro\u00dfer \u00dcberraschung und Beunruhigung.<\/p>\n<p data-p-id=\"e34c259a4e8805be9e98ab6a7eaf4976\">\u201eMajest\u00e4t &#8230; ist das eine <em>Bef\u00fcrchtung<\/em> oder eine <em>Gefahr<\/em>?&#8221;, fragte er sachlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"9f01f9d2510c624e279b20a8c44e9ae2\">\u201eDie <em>teiranda<\/em> sieht es als b\u00f6ses Omen. Wir brauchen Rat und Gewissheit. Daf\u00fcr ist Mor\u00e9aval unterwegs.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8471c1438e78f7dc5ed67b706c9b7105\">Manj\u00e9v z\u00f6gerte. Dann fiel sie ihrem Vater um den Hals.<\/p>\n<p data-p-id=\"7fc7f7926f6a38f59cb1ad87a297a341\">Sie weinte nicht, nicht vor dem Ritter und den anderen Leuten, die in der Halle zu tun hatten. Das w\u00e4re unmajest\u00e4tisch gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3ccbf6f715ba554c995a91cc9b5f4887\">\u201eKann der Magier uns besch\u00fctzen?&#8221;, fragte sie leise.<\/p>\n<p data-p-id=\"66d4ff5efe885a4c06b2b2e9d2221f65\">\u201eJa, Liebes. Deine Mama glaubt ganz fest daran.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5ca97d8bebcde95d68c9a56f99465d92\">\u201eUnd wenn nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"91362ef8fe7ceabd03dccb82af5280db\">\u201eDann&#8221;, wisperte der <em>teirand<\/em> zur\u00fcck, \u201ebitten wir die M\u00e4chte, das das alles nur ein dummes Missverst\u00e4ndnis ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"336d5ebc5436534e61d16e63ddfca327\">&#8211;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2414","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2414","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2414"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2414\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3772,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2414\/revisions\/3772"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2414"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2414"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2414"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}