{"id":2413,"date":"2025-08-25T11:35:35","date_gmt":"2025-08-25T09:35:35","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2413"},"modified":"2025-09-01T09:09:07","modified_gmt":"2025-09-01T07:09:07","slug":"008-von-gefahr-aus-dem-norden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/008-von-gefahr-aus-dem-norden\/","title":{"rendered":"008: Von Gefahr aus dem Norden"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"513587612ce336f6f6ede4589440ba98\">Zur gleichen Zeit stand Advon Ir\u00edsolor an einem Fenster an der Westseite des <em>Ciel\u00e1stel<\/em> und beobachtete die Unkundigen, die Aur\u00f3p\u00e9a durch das s\u00fcdliche Tor verlie\u00dfen. Ein kleiner Tross war es, einige M\u00e4nner zu Pferd. Advon z\u00e4hlte insgesamt acht Personen, die nach S\u00fcden wollten.<\/p>\n<p data-p-id=\"163f9e2915db1489e035cdb0eb3911a1\">Der Junge fragte sich, was die Unkundigen dort vorhatten. Eigentlich gab es keinen Grund f\u00fcr Menschen, in die W\u00fcste zu reiten, zumindest nicht in dieser Richtung. Die tiefen k\u00fchlen Minen, wo das unzerst\u00f6rbare Gold unter dem Sand lag und seit vielen, unz\u00e4hlbar vielen Sommern gef\u00f6rdert wurde, befanden sich in einer ganz anderen Richtung. Der Knabe hatte vor einiger Zeit zuf\u00e4llig einmal gegen Abend die R\u00fcckkunft einer solchen Reisegruppe aus Soldes\u00e9r bemerkt und sich \u00fcber die vielen ledigen Pferde gewundert, die sie bei sich gehabt hatten. Das hatte ihn neugierig gemacht und er hatte begonnen, darauf zu achten.<\/p>\n<p data-p-id=\"6c26337def7669a52ffe008ce8ad1c76\">Es gab alle paar Tage solche mysteri\u00f6sen Ausritte. Die Gruppen waren mal mehr, mal weniger gro\u00df, aber in der Regel kamen die Unkundigen mit derselben Anzahl von Pferden, aber mit weniger Berittenen zur\u00fcck. Leider spielte sich all das in zu weiter Entfernung ab. Der <em>Ciel\u00e1stel<\/em> erhob sich zwar nur ein paar Steinw\u00fcrfe von der Stadtmauer von Aur\u00f3p\u00e9a entfernt, \u00fcberragte die Stadt aber h\u00f6her als deren Wacht\u00fcrme. Mehr als z\u00e4hlen und Pferde mit und ohne Reiter zu unterscheiden, war von hier aus kaum m\u00f6glich.<\/p>\n<p data-p-id=\"c2cee96511b67ae7ca9d0d925a236e6f\">Ob die Unkundigen weiter im S\u00fcden eine neue Mine anlegten? Oder eine weitere Stadt gr\u00fcndeten? Advon lie\u00df seine Gedanken treiben, schickte sie den Unkundigen in die W\u00fcste hinterher. Was h\u00e4tte er darum gegeben, mit ihnen zu reiten, einmal etwas anderes zu sehen als die R\u00e4ume des <em>Ciel\u00e1stel<\/em>, mit anderen Erwachsenen zu reden als mit der gemeinen alten Sileda\u00fa. Vielleicht sogar mit anderen Kindern.<\/p>\n<p data-p-id=\"ca16058a31c38d8eb38ca03a5a0b6e5a\">Er schaute wieder hin\u00fcber zur Stadt, auf die wei\u00dfen hohen Mauern, die bunten und mit Gold geschm\u00fcckten H\u00e4user, die sich in der Mitte der Stadt an einer Anh\u00f6he erhoben. Wenn Patagh\u00edus Glanz verlosch, begann die Stadt von unz\u00e4hligen Lichtern zu leuchten. Das sah er sich gern an, wenn er nachts wach lag, aber er h\u00fctete sich, das laut zu erw\u00e4hnen. Wenn Sildea\u00fa von dieser kleinen Freude erfuhr, w\u00fcrde sie vielleicht daf\u00fcr sorgen, dass er in ein anderes Gemach an der der Stadt abgewandten Seite der Festung umziehen musste.<\/p>\n<p data-p-id=\"01c4f6ae90f52c3ad726f43bb922de72\">Jemand betrat leise seine Stube. Advon wandte sich um und erkannte zu seinem gr\u00f6\u00dften Erstaunen, dass es seine Mutter war, die ihn besuchte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c7b25564bc0c719258575508640d3fba\">\u201eMama!&#8221;, rief der Junge erfreut aus und st\u00fcrmte auf sie zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"5b47cf57b150677182c302f7c174942e\">Elos\u00e1l, die letzte der uralten <em>faji\u00e1e [Feen]<\/em>, trat ein, beugte sich zu ihm nieder und schloss ihn z\u00e4rtlich in ihre Arme.<\/p>\n<p data-p-id=\"bec2d9670967bb7427a5070b345007b2\">\u201eWo warst du so lange, Mama?&#8221;, fragte er aufgeregt. \u201eSeit Tagen hab ich dich und Papa nicht gesehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2508d908d84d74f3dc2916455bde5ba6\">\u201eWir hatten zu tun&#8221;, antwortete sie. \u201eWir waren beim Feuer im Osten. Und kaum komme ich zur\u00fcck in den <em>Ciel\u00e1stel<\/em>, muss ich h\u00f6ren, wie leichtsinnig du warst!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f01d025309854541bcdd51df54894f31\">\u201eAch, Mama &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ce263d5322cf3d226eb55d7d626dee3b\">Elos\u00e1l fasste ihn sacht an den Schultern und schob ihn so weit zur\u00fcck, dass sie ihm ins Gesicht schauen konnte. Ihre Augen gl\u00e4nzten golden wie die Sonne auf dem schimmernden Sand. Ihre Miene war so ernst, dass Advon verlegen wurde.<\/p>\n<p data-p-id=\"dac6b3560ce0ccbbdaec92cd8869827c\">\u201eIch wollte dir keinen Kummer machen. Und Papa auch nicht&#8221;, brachte er kleinlaut hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"e01108bd9a167cd8f584a9a69f03b1a9\">\u201eMein Kind!&#8221; Sie schaute ihn noch einen kurzen Moment an und umarmte ihn dann wieder. Ihre Ber\u00fchrung war sacht wie ein Strahl der Morgensonne, ihre Stimme leise wie der linde Wind am Abend. \u201eMein Einziges. Meine Welt. Nie k\u00f6nnte ich es ertragen, dich zu verlieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"afbe995fcb06f1b73d49ef777ac03755\">Er schmiegte sich an sie. Sie duftete s\u00fc\u00df wie eine Blume. Ihre goldene <em>maghiscal<\/em> umfloss ihn und lie\u00df ihn die Geborgenheit sp\u00fcren, die er immer \u00f6fter vermisste. Sie war so oft besch\u00e4ftigt. Mit <em>wichtigen<\/em> Dingen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d957c392fd8531b00dd1768aa671843f\">\u201eIch passe gut auf, Mama. Farbenspiel ist nicht gef\u00e4hrlich. Er tut mir nichts an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"18f296d725576734655b31e9225a892b\">\u201eIch wei\u00df. Farbenspiel ist ein braves Tier, und du bist gut zu ihm. Aber er ist gro\u00df und schwer. Wie leicht k\u00f6nnte er dich absichtslos verletzen. Du darfst nicht allein zu den Tieren in den Stall.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96479229e089925b60844937d6282199\">\u201eJa, Mama.&#8221; Advon schaute bedr\u00fcckt zu Boden. \u201eAber mit wem soll ich denn gehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"082fbc02deb57b9a2f71faf6c46479ec\">Elos\u00e1l seufzte und lie\u00df ihn los. \u201eKomm&#8221;, sagte die <em>faji\u00e1<\/em>. \u201eSetz dich zu mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6cda97e8f2643c046eb1968bce39242d\">Sie lie\u00df sich auf Advons Bettstatt nieder. Er nahm neben ihr Platz.<\/p>\n<p data-p-id=\"2e3378daf970438ab9d90d9d89827cd8\">\u201eWir haben viel zu wenig Zeit f\u00fcr dich, Advon. Das gef\u00e4llt weder mir noch deinem Vater. Aber es l\u00e4sst sich nicht \u00e4ndern. Die <em>arcaval&#8217;ay <\/em>berichten von seltsamen Dingen. Und im Norden &#8230; nein, Advon. Hier kann dir nichts geschehen. Nur hier bist du sicher.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"06e59d1c2c8edd13a35acbcc988fa2f2\">Er seufzte. Dann zog er die Beine an und legte seinen Kopf in ihren Scho\u00df, wie er es als viel kleinerer Junge getan hatte. Die <em>faj\u00eda<\/em> l\u00e4chelte und streichelte ihn.<\/p>\n<p data-p-id=\"56d50e7459680eb301a05723f91b5004\">\u201eIch vermisse euch so sehr&#8221;, gestand er. \u201eWei\u00dft du noch, wie wir nachts zusammen in die W\u00fcste geritten sind? Wie wir in den G\u00e4rten gespielt haben, und wie Papa uns diese seltsamen und lustigen Geschichten erz\u00e4hlt hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6a0fb7d307ec29e7a1bdf60fca9bfacb\">\u201eJa, Advon. Ich habe all das nicht vergessen Es war eine sch\u00f6ne Zeit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8728def52836725d566fd95e29d0d2b9\">\u201eIch will dass es wieder so wird!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"79b37b1b3c8a551f6d56fc32ffa5aa2c\">\u201eIch will das auch, Advon. Aber es geht nicht. Nicht jetzt. Es ist zu gef\u00e4hrlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"092e797203b757f7d68865f0e4a008e1\">\u201eAber warum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1028bf71ec4b4a09b6c96ff64a982557\">\u201eAdvon.&#8221; Sie strich ihm sanft \u00fcber das Haar. \u201eVerstehst du nicht, dass wir all das nur tun, um dich zu besch\u00fctzen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5aeaaff60c8b8e1e7132d18157b45555\">\u201eVor der Gefahr im Norden, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"97f87c8032183f300dfa4d110d353c96\">Sie nickte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c31db5247d54b88fbbd5a989fd084a40\">\u201eIch will mich selbst besch\u00fctzen k\u00f6nnen. Dann m\u00fcsst ihr das nicht tun und wir k\u00f6nnen wieder in den Garten und in die W\u00fcste.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0eb78b50e6f33f0e94f3b9311426173e\">Elos\u00e1l lachte, aber es klang eher bitter als erheitert. \u201eAch, Advon &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e512c2ae7c41b50968769412fd87eab0\">\u201eWirklich!&#8221; Er setzte sich auf und sprudelte eifrig hinaus: \u201eIch bin doch kein Wiegenkind mehr, Mama. Ich bin fast elf Sommer alt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"626042932d9dcb171811b111e8d5119a\">\u201eFast&#8221;, sagte Elos\u00e1l mit leiser Belustigung.<\/p>\n<p data-p-id=\"58d565103dd4e5fbade37b25abe62147\">\u201eJedenfalls alt genug. Ich bin sehr vorsichtig. Ich bringe mich nicht in Gefahr. Na gut&#8221;, korrigierte er sich selbst. \u201eIch gehe nicht mehr <em>allein<\/em> zu den Einh\u00f6rnern. Aber ich kann doch nicht mein ganzes Leben hier in der Burg sitzen und gar nichts mehr tun!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"39464ef682296cdd470b907d72930964\">\u201eAdvon, es ist zu gef\u00e4hrlich! Du wei\u00dft, warum. Wenn die Gefahr aus dem Norden kommt, kannst du dich nicht wehren! Dein Vater und die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> tun alles, damit es so weit nicht kommt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"89b7defa747a1da083a6cb432ea7f98b\">\u201eAber &#8230; dann sollen sie mir doch wenigstens beibringen, wie ich k\u00e4mpfen kann! Ich will doch selbst einmal ein <em>arcvaval&#8217;ay<\/em> sein! Genau wie die anderen. Wie Papa!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db3cda3d4b8f92c2fd8082f30add1fdd\">\u201eDu wei\u00dft, dass das nicht m\u00f6glich ist&#8221;, sagte sie sanft.<\/p>\n<p data-p-id=\"061060f12083412e27baf421a7539153\">\u201eDann lasst es mich doch wenigstens versuchen&#8221;, brachte er leise hervor. \u201eBitte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f84b50722831cbb4a24c1754b58b2246\">Die <em>faji\u00e1<\/em> sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNein, Advon. Solange die Bedrohung aus dem Norden nicht abgewendet ist, hie\u00dfe das, Patagh\u00edu zu erz\u00fcrnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5225d47ef1dbff0879910d94514e82bf\">Advon versetzte der Matratze einen w\u00fctenden Fausthieb. Dann begann er, zu weinen. Wie ein kleines Wiegenkind, trotzig und in die Enge getrieben zugleich.<\/p>\n<p data-p-id=\"96675b5b58b830818778c2332cc72f0b\">Elos\u00e1l liebkoste ihn und lie\u00df ihn weinen. Ihn zu tr\u00f6sten, w\u00e4re m\u00fc\u00dfig gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"bd414accc3574df3fa62a09f1c6268b8\">\u201eDu bist zornig&#8221;, sagte sie leise. \u201eDazu hast du jedes Recht. Es ist unrecht, dass wir dir so viel nehmen. Aber es ist nicht unsere Schuld und nur zu deinem besten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d7e6dd365cfe594f5a99d9fe53c9812a\">Er schniefte und schaute verheult hoch zu ihr.<\/p>\n<p data-p-id=\"88176dcef204c02e237a6366f0ebd4ab\">\u201eSildea\u00fa ist gemein zu mir&#8221;, wisperte er. \u201eSie l\u00e4sst mich sinnlose Dinge tun und redet mir alles schlecht, was mir gef\u00e4llt. Bitte, ich will auch immer brav sein. Aber ich mag sie nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e7009b5c0b0b8f53af63cc817f02f3ec\">\u201eUnd du willst, dass wir sie fortschicken?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fb294aeeac93f9de12ce4b8b86739c01\">Er nickte, besann sich und sagte: \u201eVon mir aus kann sie auch bleiben. Aber ich will ihr nicht mehr gehorchen m\u00fcssen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d629c827be3616d9bb68aa4bb402734e\">Die <em>faj\u00eda<\/em> nickte. \u201eIch werde es mit deinem Vater besprechen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e47ff040c3587b2918001c63f1b3ecfe\">Das w\u00fcrde sie tun, Advon wusste, dass seine Mutter keine leeren Versprechungen machte. Aber zugleich hatte er keine Hoffnungen, dass eine solche Aussprache etwas \u00e4ndern w\u00fcrde. Sileda\u00fa w\u00fcrde einen Weg finden, ihre Ansichten zu verteidigen, und nichts w\u00fcrde sich \u00e4ndern.<\/p>\n<p data-p-id=\"898a925b08f5934dfa2ec15b5dd1fd9c\">\u201eSingst du mir etwas vor, Mama?&#8221;, fragte Advon leise.<\/p>\n<p data-p-id=\"64297d4dc7051d7020482b866adeff6a\">\u201eIst das nicht etwas f\u00fcr Wiegenkinder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea0527a90617f6dcde1d6a1ce77eba1a\">\u201eJa. Aber jetzt gerade will ich ein Wiegenkind sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0e2573a5cfcc4c540fd033e62691aab3\">Sie l\u00e4chelte, zog ihn z\u00e4rtlich an sich und koste ihn. Und sie sang f\u00fcr ihn, das Lied von dem goldenen Hund, der versuchte, die Sonne zu fangen. Genau wie fr\u00fcher am Abend in den G\u00e4rten, wenn er in ihren Armen einschlief und wusste, dass der Vater die b\u00f6sen Chaosgeister fernhielt.<\/p>\n<p data-p-id=\"514faf5a71b4f0f67374c388f37aa0d7\">**<\/p>\n<p data-p-id=\"7e9cbbaf4767453a389c657162a16956\">W\u00e4hrend die <em>faj\u00eda<\/em> Elos\u00e1l sich um ihren Sohn k\u00fcmmerten, hatte C\u00fdel\u00fa, sein Vater ein offenes Ohr f\u00fcr Sileda\u00fas Klagen. Es blieb ihm nichts anderes \u00fcbrig.<\/p>\n<p data-p-id=\"d08b9f1d6f6fcab7863735805164d715\">Nicht, dass es dem obersten Diener Patagh\u00edus und Anf\u00fchrer der <em>arcavala&#8217;ay<\/em> gefallen h\u00e4tte, was er zu h\u00f6ren bekam. Die Gegenwart der alten Frau war ihm unbehaglich, eine Regung, die er sich allein mit mangelnder Sympathie nicht erkl\u00e4ren konnte. Sicher, dass Advon sich vors\u00e4tzlich aus der Sicherheit des <em>Ciel\u00e1stel<\/em> entfernt und bei dem Einhorn versteckt hatte, war eine Ungeheuerlichkeit. Dem Goldenen war jetzt noch \u00fcbel bei dem Gedanken, was h\u00e4tte geschehen k\u00f6nnen, wenn das Tier sich in seinem Verschlag frei h\u00e4tte bewegen k\u00f6nnen. Er hatte mit eigenen Augen gesehen, wie die Einh\u00f6rner erwachsene Menschen erschlagen, zertrampeln und mit ihrem Horn aufspie\u00dfen k\u00f6nnten, wenn sie angriffen oder im Kampf ihren Meistern gehorchten. Advon war noch viele Sommer davon entfernt, der Meister eines solchen Tieres zu sein. M\u00f6glicherweise w\u00fcrde es niemals so weit kommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b9bdc93c67af22998bca2f615f9edba7\"><em>Was denke ich da<\/em>, rief der Goldene sich zur Ordnung, w\u00e4hrend der Sileda\u00fas Beschwerden nur mit einem Ohr zuh\u00f6rte. <em>Advon wird niemals mit uns in irgendeinen Kampf ziehen. Der Kampf ist vorbei! Nie wieder wird einer von uns in eine Schlacht ziehen!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"4182bdb194d87261c863562d7b799db9\">Auf der anderen Seite konnte C\u00fdel\u00fa gut nachvollziehen, was in seinem Sohn vorgehen mochte. Als Junge hatte er selbst einen Hund besessen, der weit mehr f\u00fcr ihn gewesen war als nur ein Haustier. Unz\u00e4hlige Male hatte der Hund ihn getr\u00f6stet und begleitet, wenn er selbst eigene Wege, Auswege gesucht hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"4557fd31a826a1a7044e94b2bee2d1af\">C\u00fdel\u00fa erinnerte sich liebevoll an seinen vierbeinigen Kindheitskumpan. Und egal, wie sehr Sildea\u00fa ihm damit in den Ohren lag \u2013 das Einhorn w\u00fcrde er seinem Sohn nie und nimmer wegnehmen. Elos\u00e1l und er hatten dem Jungen das Tier geschenkt, um ihn zu tr\u00f6sten. Um ihn daf\u00fcr zu entsch\u00e4digen, dass sie so viel Zeit anderen Dingen widmen mussten als ihm. Wenigstens ein angemessenes Reittier, einen Gef\u00e4hrten sollte der Junge haben, wenn Pataghi\u00fa ihm schon die Magie vorenthalten hatte, mochten die M\u00e4chte wissen, aus welchem Grund.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a45118604944ed852bcb82c320266cb\">\u201eIch will nichts davon h\u00f6ren&#8221;, sagte der Goldene energisch.<\/p>\n<p data-p-id=\"5ef4a89639182fc6250f046a5fe6cf6c\">\u201eMeinetwegen&#8221;, sagte Sildea\u00fa gekr\u00e4nkt. \u201eWir reden dar\u00fcber, wenn Euer Sohn mit gebrochenen Gliedern eines Tages im Stall liegt. Dann wird das Wehgeschrei hier gro\u00df sein, und ihr alle werdet sagen, ach, h\u00e4tten wir doch auf die verr\u00fcckte Alte mit ihren Schauerm\u00e4rchen geh\u00f6rt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"833a176238dda67be551955350a60a45\">C\u00fdel\u00fa warf den Regenbogenrittern einen hilfesuchenden Blick zu. Aber keiner der Hellen Magier machte Anstalten, etwas einzuwenden. Das stand ihnen nicht zu. Sildea\u00fa hatte schon kurz nachdem sie im Ciel\u00e1stel ihr Quartier bezogen hatte, \u00e4u\u00dferst deutlich klar gemacht, dass sie allein mit der <em>faj\u00eda<\/em> und dem Goldenen reden w\u00fcrde. Regenbogenritter, hatte sie gesagt, h\u00e4tten schon ihrer Natur nach \u00fcberhaupt nichts \u00fcber die Erziehung sterblicher Kinder zu vermelden.<\/p>\n<p data-p-id=\"45f7b17131f8b1e38e2254c4d86091b6\">Das stimmte \u2013 irgendwie. Denn die Regenbogenritter waren keine gew\u00f6hnlichen M\u00e4nner, nicht in dem Sinne wie die Unkundigen, und ebenso wenig wie Elos\u00e1l eine Frau war. Auf ihre Weise waren sie so sonderbar und unwirklich, wie es die Einh\u00f6rner waren, um die es hier gerade ging. Wie sie da standen und zuh\u00f6rten, alle sieben, gro\u00df, erhaben, alterslos und so &#8230; rein, (ja, <em>rein <\/em>war das richtige Wort), dass sie von einem \u00e4therischen Schimmer umgeben waren, einer f\u00fcr das blo\u00dfe Auge sichtbaren <em>maghiscal<\/em>, kamen sie ihm unendlich weit entfernt vor. Der Anblick der d\u00fcrren Alten in ihren strengen dunklen Gew\u00e4ndern verst\u00e4rkte diesen Kontrast noch.<\/p>\n<p data-p-id=\"694a4d5b7a579892bf3123dc1ae8564c\">Regenbogenritter waren immer da gewesen, immer! Sie waren die Nachkommen eines magischen Volkes, das vor undenkbaren Zeiten ins Weltenspiel gekommen war, sie und die <em>fajia\u00e9<\/em>. <em>Arcaval&#8217;ay<\/em> waren uralt und ohne Alter zugleich, hatten niemals Familien oder gar Nachkommen. Also hatten sie sich aus Fragen der Erziehung g\u00e4nzlich herauszuhalten.<\/p>\n<p data-p-id=\"8fd159620a8c943e99cbc617f3ba7cbc\">\u201eWir alle&#8221;, sagte C\u00fdel\u00fa und nahm damit die <em>arcaval&#8217;ay<\/em>, auch wenn sie schwiegen, mit in die Verantwortung, \u201eachten darauf, dass ihm nichts geschieht. Und du solltest daf\u00fcr sorgen, dass er nicht unbeaufsichtigt umher l\u00e4uft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2341ec2a824517a0e31ab79a867208f6\">\u201eIch nehme das sehr ernst. Aber ich kann nichts dagegen unternehmen, wenn er in seiner Widerspenstigkeit noch Unterst\u00fctzung findet!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8bbf4b52edca27b99cf4a6a98bba4bed\">Der Goldene seufzte und lie\u00df die Schultern h\u00e4ngen. Auch der Thronsessel an seiner Seite war leer. Elos\u00e1l hatte ihm energisch mitgeteilt, dass sie keine Lust habe, sich Sileda\u00fas ewig gleiches Gen\u00f6rgel und die Vorw\u00fcrfe anzuh\u00f6ren. Elos\u00e1l war eine sanfte, eine g\u00fctige Frau. Umso schwerer wog es f\u00fcr C\u00fdel\u00f9, dass sie \u00fcber Sileda\u00fas Lamentieren drohten, miteinander in Streit zu geraten. Das sollte nicht sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"ee0b897365929a2542efa8e41a3390d2\">C\u00fdel\u00fa h\u00e4tte sich auch gern mit etwas anderem besch\u00e4ftigt, aber es war nur wenig Zeit daf\u00fcr. Die Gefahr, die Sileda\u00fa in anschaulichen Bildern schilderte, musste abgewendet werden, nicht nur f\u00fcr den Sohn, nicht nur f\u00fcr die Menschen in Aur\u00f3p\u00e9a, die davon nichts ahnten und nichts wissen wollen w\u00fcrden.. Das gesamte Weltenspiel war in Gefahr.<\/p>\n<p data-p-id=\"488ea266266bb0a31b99c95e0049c4d1\">Und so, wie es aussah, lag die Verantwortung daf\u00fcr allein auf seinen Schultern und denen der Regenbogenritter. Das war nicht abzusehen gewesen. Nat\u00fcrlich, in all den Sommern, nach den Ewigkeiten, die sie hier im Ciel\u00e1stel, au\u00dferhalb der Zeit und unter Pataghi\u00fas Schutz gelebt und gewirkt hatten, war ihnen klar gewesen, dass es damals, bei der gro\u00dfen Schlacht gegen die Chaosgeister, keinen Sieg f\u00fcr die Ewigkeit gegeben hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d60aea75983bd3a32d26b64818e2d7ae\">Als die M\u00e4chte Ihnen vor &#8211; fast &#8211; elfSommern v\u00f6llig unerwartet Advon geschenkt hatten, war ihre Freude und Dankbarkeit unendlich gro\u00df gewesen. Elos\u00e1l und er hatten nicht damit gerechnet, dass es ihnen \u00fcberhaupt <em>m\u00f6glich<\/em> w\u00e4re, leibliche Nachkommen zu zeugen. Das war nicht die Art, in der die<em> arcaval&#8217;ay <\/em>ins Weltenspiel gekommen waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"f26ac6d24e23ff410c9020505398fa98\">Es war Pataghi\u00fas erster Zug seit Generationen. Dass eine <em>faj\u00eda<\/em> ein Kind gebar, war nie zuvor geschehen, etwas so Unfassbares, dass es eine Bewandtnis damit haben musste. Sie waren alarmiert gewesen. Doch nichts geschah. Im <em>Ciel\u00e1stel <\/em>wachten sie am Rand der W\u00fcste, bereit, zu bek\u00e4mpfen und zur\u00fcckzuschlagen, was sich aus der W\u00fcste n\u00e4hern mochte. Das hatten sie nicht zum ersten Mal getan. Die <em>fajia\u00e9<\/em> und die <em>arcaval&#8217;a<\/em>y hatten die Unkundigen bereits besch\u00fctzt, bevor Aur\u00f3p\u00e9a errichtet worden war.<\/p>\n<p data-p-id=\"fc85dba4d3e9304e9abeab0eeb49d079\">Dann war Sileda\u00fa aufgetaucht, hatte eine Audienz beim Goldenen und der <em>fajia<\/em> verlangt und war dabei so beharrlich und eindringlich gewesen, dass sie die unkundige Alte neugierig vorgelassen hatten. Hier in der vor Perlmutt und Gold schimmernden und gl\u00e4nzenden, kristallenen Halle hatte Sileda\u00fa gestanden, eine vom Alter gebeugte Menschenfrau mit glasklarem Verstand, und von der Vision berichtet, die die M\u00e4chte ihr offenbart und sie damit beauftragt hatten, die Hellen Magier zu warnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"54bf7ae96b854b6fb9ea6d0500bdba18\">Von dem, was im Norden erwachte. Nicht im S\u00fcden, nicht in der W\u00fcste, wie sie es all die Zeit erwartet hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"7df2f190fcdf9a40679eb5b7df9773e3\">\u201eNiemand stellt deine Gabe in Abrede&#8221;, versuchte der Goldene zu beschwichtigen. \u201eWir sind dir dankbar f\u00fcr all deine Ermahnungen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"526e02772161fd17fad4e7ab09af3ac3\">Sileda\u00fa schnaubte. \u201eDann besinnt Euch doch auf das einzige, was z\u00e4hlt. Haltet ihr, ihr Magier, ihr K\u00e4mpfer, euch bereit das Grauen aus dem Norden aufzuhalten. Wenn das Grauen euren Sohn erst in die Finger bekommt, werden die Grenzen brechen und das Weltenspiel endg\u00fcltig in St\u00fccke gehen. Aber macht es gern selbst. Ich dr\u00e4nge mich nicht auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac0fba27d2c70f7ad42f282b0a055db9\">\u201eWenn wir dir nicht vertrauten&#8221;, sagte C\u00fdel\u00fa m\u00fcde, \u201eh\u00e4tten wir dich dann wohl nicht mit der Aufgabe betraut, ihn hier in Pataghi\u00fas Schutz zu beh\u00fcten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"75b7da8664ec306b48948921252bbaa1\">\u201eDas ist mir weiterhin eine gro\u00dfe Ehre, Meister. Ich helfe gern mit meinen bescheidenen F\u00e4higkeiten, dem Jungen zumindest etwas Bildung und Manieren beizubringen. So m\u00fcsst Ihr Euch nicht damit abm\u00fchen und Eure K\u00fcnste vergeuden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fa8ed6bc75ec263fb03a592979b88caf\">Das war eine Spitze, die nicht nur ihn, den Vater, sondern jeden der anwesenden Magier stach wie ein winziges, aber scharfes Messer. Advon war ein guter, ein kluger und braver Junge, der mit Sicherheit zu einem redlichen und ehrenwerten Mann heranwachsen w\u00fcrde. Zu einem <em>unkundigen<\/em> Mann.<\/p>\n<p data-p-id=\"ca2679921f115fc077f1bc164bbd94cb\">Man brauche sich dar\u00fcber nicht zu gr\u00e4men, hatte Sileda\u00fa ihn und Elos\u00e1l getr\u00f6stet, als sie der Seherin von ihrem Geheimnis berichteten. Es sei doch nicht anzunehmen, dass sich Magie durch fleischliche Unz\u00fcchtigkeiten weitergeben lie\u00dfe. Dennoch, hatte sie im selben Atemzug hinzugef\u00fcgt, sei Advon, das Wunder, das Geschenk Patagh\u00edus, der Schl\u00fcssel zum Fortbestand, zum Erhalt der Grenzen zwischen Weltenspiel und Chaos.<\/p>\n<p data-p-id=\"bcc54be48e3ef0cc20555bffa062190e\">Wenn das Grauen aus dem Norden seiner habhaft w\u00fcrde, betonte sie, dann w\u00e4re das, als z\u00f6ge man den untersten Stein aus der Mauer heraus, die locker gebaut und von den <em>arcaval&#8217;ay<\/em> nur mit zarter Magie zusammengehalten wurde. Die Mauer w\u00fcrde zusammenbrechen, dem Ansturm nicht standhalten.<\/p>\n<p data-p-id=\"8b3476f17e6c642f33c4149b711bf868\">Woher sie diese Visionen n\u00e4hme, hatte Elos\u00e1l gefragt, misstrauisch, alarmiert. Dass Unkundige Visionen hatten, war mehr als ungew\u00f6hnlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"ad21bd50c199f120e7c046e4fa2de686\">Patagh\u00edu habe sie nach seinem unergr\u00fcndlichen Ratschluss zur Botin erw\u00e4hlt, hatte Sildea\u00fa bescheiden, dem\u00fctig geantwortet. Wenn man ihr nicht glaube, so erlaube sie den <em>arcaval&#8217;ay<\/em>, dem Goldenen und der <em>fajija<\/em> selbst, ihren Geist zu schauen und sich die Vision selbst anzuschauen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e42766b17bbfd3b1993825af90907b34\">Und das hatten sie getan.<\/p>\n<p data-p-id=\"7ac2f8a155f57543426210da5f527de9\">Sildea\u00fa durfte bleiben. Mehr noch, man wollte sie nicht mehr gehen lassen. Das, was sie in ihrer Vision gesehen hatte, war so echt, so wirklich, so lebendig, dass ein Unkundiger es sich nicht h\u00e4tte ausdenken k\u00f6nnen. Was sie in der Vision gesehen hatte, konnte ein Unkundiger nicht wissen. Die Vision war echt.<\/p>\n<p data-p-id=\"11be9bdcc78322c2e83da9dd80cbad8e\">\u201eEs ist gut, Silea\u00fa. Wir vertrauen dir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"151a9f69532767fffb61092a98313d99\">Sildea\u00fa l\u00e4chelte s\u00e4uerlich. \u201eDann m\u00f6chte ich Euch um ein privates Wort bitten, Meister. Unter vier Augen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a216621d02963030f8ffa096c807ae11\">Die sieben Regenbogenritter verstanden. Ohne weitere Aufforderung verneigten sie sich vor ihrem Anf\u00fchrer und verlie\u00dfen die Halle ebenso schweigend, wie sie die ganze Zeit gestanden und gewartet hatten. Sie gingen gemeinsam, und C\u00fdel\u00f9 fragte sich, was sie untereinander wohl \u00fcber Sileda\u00fas Auftritt reden w\u00fcrden. Die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> waren Advon sehr zugetan. Bei mehr als einer Gelegenheit hatte einer von ihnen ihn angesprochen und gefragt, ob es nicht langsam so weit w\u00e4re, Advon in dem zu unterweisen, was ihm zustand. In der Kunst. Im Kampf. In der Magie, und sei es nur in der Theorie.<\/p>\n<p data-p-id=\"6cf1697578cb019ef207cfcb86470f01\">Zu gef\u00e4hrlich. Und nutzlos. Was sollte Advon mit Buchmagie? Wie leicht k\u00f6nnte er sich daran verletzen? Das Einhorn, das war \u2013 unter Aufsicht \u2013 in Ordnung. Das Einhorn war so etwas \u00c4hnliches wie der getreue Hund aus seiner Kindheit, der ihn niemals, kein einziges Mal gebissen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"087885b0314ba9ec8cff3ac59670e3e7\">\u201eDie Last wird Euch zu schwer, Euren Sohn zu besch\u00fctzen, nicht wahr?&#8221;, fragte die Alte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d388c652f05da3bb1ff6205235e70277\">\u201eIch will nicht viel&#8221;, sagte der Goldene matt. \u201eIch will ihm nur ein guter Vater sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"18bd8b59c9cc115ea04d5cf763f7cffe\">\u201eDas seid Ihr&#8221;, tr\u00f6stete sie ihn und legte ihm vertraut die runzeligen alten Finger auf seine Schulter, auf die Panzerung aus gl\u00e4nzendem Gold. \u201eUnd vielleicht habe ich eine L\u00f6sung. Allerdings &#8230; es w\u00e4re wohl nicht gut, wenn die anderen davon erf\u00fchren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a944561479a278f7c25f1c206eb5aa15\">C\u00fdel\u00fa blickte \u00fcberrascht auf. \u201eAuch Elos\u00e1l nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a0918286e1725ee07b79c8a44789eec7\">\u201eGerade Eure <em>h\u00fdardora<\/em> nicht. Sie k\u00f6nnte versuchen, es Euch aus Sorge auszureden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1dacf56f40e30664c5242b1b485b3a6e\">\u201eIch habe keine Geheimnisse vor Elos\u00e1l!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e1d5add1f299ec0df1695012817c1371\">\u201eF\u00fcr dieses wird sie Euch danken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4537cd0662c6a741b528fe59bf6f0db5\">Er z\u00f6gerte. Dann konnte er sein Interesse nicht mehr verleugnen. \u201eSprich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66d9f5445d6697024977cb467fe0d70a\">\u201eDas Grauen, das den Ciel\u00e1stel und das Weltenspiel bedroht&#8221;, sagte die Alte, l\u00e4sst sich vielleicht mit den eigenen Waffen gef\u00fcgig machen. Sofern Ihr schnell genug seid. Der Moment k\u00f6nnte g\u00fcnstig sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e8e55c90e686ad9756d949101946b546\">Er horchte auf. Sie blickte ihm tief in seine goldenen Augen und l\u00e4chelte ihn aufmunternd an.<\/p>\n<p data-p-id=\"6664d4fc60251145cc57b11d00167c56\">\u201eWas soll ich tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"461e7b92f5cce1e2b2b91e90931744fe\">\u201eDurchkreuzt Nokt\u00e1mas falsches Spiel. Reist in den Boscarg\u00e9n. <em>Beseitigt<\/em>, was dort nicht sein darf.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2413","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2413","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2413"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2413\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3771,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2413\/revisions\/3771"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2413"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2413"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2413"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}