{"id":2253,"date":"2025-08-24T23:47:36","date_gmt":"2025-08-24T21:47:36","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2253"},"modified":"2025-09-01T10:09:31","modified_gmt":"2025-09-01T08:09:31","slug":"093-versaeumte-chancen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/093-versaeumte-chancen\/","title":{"rendered":"093: Vers\u00e4umte Chancen"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"d3bbb195fb827cc68af94843f459a97c\">Die Zeit setzte wieder ein, und Ar\u00e1ma\u00fa brachte Abstand zwischen sich und die <em>yarlay<\/em>, die sich respektvoll zur\u00fcckzogen.<em> \u201e<\/em>Schaut mich nicht an&#8221;, kr\u00e4chzte sie mit heiserer, seit Jahrzehnten nicht benutzter Menschenstimme. \u201eWendet Euch ab, wenn Euch Euer Verstand lieb ist!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"100adde19f678826bfbcf4e60d046c54\">Der Rotgewandete lie\u00df mich los und ging auf sie zu. Den Weltenschl\u00fcssel legte er dabei achtlos auf den Tisch. \u201eAr\u00e1ma\u00fa Boscarg\u00e9n&#8221;, rief er mit gespenstischer Herzlichkeit. \u201eWie sch\u00f6n, dich wieder in <em>diesem<\/em> K\u00f6rper zu sehen. Und wie \u00fcberraschend, dass das Alter dich verschont hat in all der Zeit. Ich habe mich stets gefragt, wie sich das wenden wird und ob ich am Ende eine Greisin zu Augen bek\u00e4me. \u00c4u\u00dferst interessant!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5fa312acce226fc403092ca2f715a1a3\">Sie fuhr zu ihm herum und streckte ihm abwehrend die Hand entgegen. Zwischen ihren Fingern glomm es schwach, wie ein L\u00e4mpchen an einer fast leeren Batterie.<\/p>\n<p data-p-id=\"6e1a4bd80876750bb6ccb346e8c8c80f\">Ar\u00e1ma\u00fa war auf eine derart sonderbare Weise h\u00fcbsch, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Die Schattens\u00e4ngerin war kleiner als ich, schlank und zierlich, aber nicht zerbrechlich. Tats\u00e4chlich haftete ihr auch in ihrer Menschengestalt eine katzenhafte Anmut und Grazilit\u00e4t an. Ihre Augen funkelten wie silbern gesprenkelte Jade. Ihr Haar war hell, wie Mondlicht auf blankem Wasser, und so dicht und fein, dass es sich aufbauschte. Ihr Gesicht war bleich, wundersch\u00f6n und voller Grauen.<\/p>\n<p data-p-id=\"164e12deca899dd5f3ca194c3a3dd8f3\">Wie alt sie in dieser <em>Gestalt<\/em> sein mochte, konnte ich nicht einsch\u00e4tzen. Mit Sicherheit war sie deutlich j\u00fcnger als Yalomiro. Vielleicht war sie sogar j\u00fcnger als ich gewesen, bevor sie sich f\u00fcr so lange Zeit in eine Katze verwandelte. Sie war in ihrer Verkleidung nicht gealtert.<\/p>\n<p data-p-id=\"421a8d3188c558cb0f580611cf213d63\">\u201eIch habe mich gefragt&#8221;, fuhr der Rotgewandete fort und ging unbeeindruckt von ihrer tapferen Abwehrhaltung auf sie zu, \u201ewarum du zuerst geflohen und dann wieder zur\u00fcckgekehrt bist. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass du versuchst, die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> in meine Angelegenheiten hineinzuziehen. Ich h\u00e4tte das zu verhindern gewusst, aber in der Tat unterhaltsam gefunden. Und nun frage ich mich, was du dir dabei gedacht hast, dieses profane dumme St\u00fcck Holz unter meinen Augen weg zu stehlen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5585d2fbae030aaebab48e40da6a37ba\">Sie r\u00e4usperte sich. Er wartete geduldig, bis sie ihre Stimme unter Kontrolle hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"ff42a4f7f55081b06b8473782079dc5c\">\u201eYalomiro &#8230; w\u00fcnschte, dass ich auf die <em>ujora<\/em> aufpasse&#8221;, brachte sie hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"4e8862077908d2e318ceaf28557c42e4\">\u201eIch denke, du wolltest das selbst auch. Sonst h\u00e4ttest du dich selbst gerettet, als dazu noch Gelegenheit war.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"33f48836b21f74be2fdef1825c67bc4a\">\u201eDenkt, was Ihr wollt.&#8221; Sie wich vor ihm zur\u00fcck, je n\u00e4her er kam. Er lie\u00df sich Zeit damit. Sie versuchte, den Tisch zwischen ihn und sich zu bringen. Ihre Fingerspitzen ber\u00fchrten sacht das Holz, so als suche sie Halt daran.<\/p>\n<p data-p-id=\"fce837a2af751b2c1f1d005502e29ce3\">\u201eWas, Ar\u00e1ma\u00fa Boscarg\u00e9n, h\u00e4tte dich davon abgehalten, dich \u00fcber diese Nacht hinaus vor mir versteckt zu halten? M\u00f6glicherweise h\u00e4ttest du Yalomiro Lagoscyre damit einen gr\u00f6\u00dferen Dienst erwiesen als den, nun sinnlos die H\u00fcterin der Unkundigen zu spielen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"629798ac5761b204aa487d0376731d8c\">\u201eWie meint Ihr das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ec841cd1e507338ae6998efcfca62827\">\u201eNehmen wir nur einmal an, dass Yalomiro versagt. Dann w\u00e4re zumindest noch eine <em>camat&#8217;ayra<\/em> \u00fcbrig geblieben, eine allerletzte Chance f\u00fcr das Weltenspiel. Du h\u00e4ttest eine <em>Heldin<\/em> sein k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cd03e87fae916e0acc0880c90b31d028\">\u201eBleibt zur\u00fcck!&#8221; Ar\u00e1ma\u00fa hob die Hand, eine ziemlich schwache Drohung. Selbst ich erkannte, dass ihre <em>maghsical<\/em> zitterte, als habe sie einen Wackelkontakt.<\/p>\n<p data-p-id=\"c6fbe3bb68ad774795133ede36619e99\">\u201eIch f\u00fcrchte mich nicht vor dem bisschen Magie, das du auf die Schnelle zusammenkratzen kannst. Du kannst in Pianmur\u00edt nicht zaubern, Ar\u00e1ma\u00fa, du nicht. Den Rest Magie, der dir geblieben, ist brauchst du, um dich f\u00fcr deine letzten Atemz\u00fcge in diesem Menschenk\u00f6rper zu halten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8e99f6ba926f7d6b1d30026812ecdba8\">Sie senkte die Hand und ballte die F\u00e4uste. Einen Moment lang gelang es ihr, dem marmorgrauen, munteren Blick des Rotgewandeten standzuhalten. Dann schloss sie die Augen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e552c51ba3debe957e3f4f461773f8a7\">Er stand nun so nahe vor ihr, dass er sie h\u00e4tte ber\u00fchren k\u00f6nnen. Sie wirkte so klein, so verletzlich und ersch\u00f6pft. Ich f\u00fchlte mich als Beobachterin auf der anderen Seite des Tisches f\u00fcrchterlich. Ich h\u00e4tte Ar\u00e1ma\u00fa irgendwie helfen m\u00fcssen, aber was h\u00e4tte ich tun k\u00f6nnen? Schon wieder diese furchtbare Ohnmacht, von der ich nicht wusste, ob es schlicht meine pers\u00f6nliche Feigheit und Passivit\u00e4t war oder ob mir wirklich keine andere Option \u00fcbrig blieb, ob ich zum Zuschauen verdammt war. Hatte Gor Lucegath mir genau das nicht vorhergesagt? Hatte er es tats\u00e4chlich so w\u00f6rtlich gemeint, als er sagte, ich w\u00fcrde zusehen m\u00fcssen, wie er all die schrecklichen Dinge tun w\u00fcrde?<\/p>\n<p data-p-id=\"253847424b7fd2f755a905c76d988984\">\u201eWarum, Ar\u00e1ma\u00fa Boscarg\u00e9n&#8221;, fragte er, \u201ebist du damals nicht geflohen, als ich dir die Gelegenheit dazu gegeben habe? Warum bist du hier geblieben, um mich zu beobachten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"11df88174568969c641abdfc4e87dd50\">\u201eIch wollte &#8230; als Ihr mir die <em>Gelegenheit<\/em> gegeben habt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2cbd12b09f799fde547c571fb05cc71a\">\u201eDenkst du wirklich, ein so t\u00f6richter Fehler w\u00e4re gerade mir mit Absicht unterlaufen, kleine <em>camat&#8217;ayra<\/em>? Dich vom Gold zu befreien und dir einen Vorsprung zu lassen, w\u00e4hrend du erf\u00fcllt warst mit deiner Magie und dem unb\u00e4ndigen Mut deiner Verzweiflung?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"16238f79ec83ac647183cdc006d93a60\">Sie lie\u00df die Schultern h\u00e4ngen. Ich ahnte, wie verwirrt sie war.<\/p>\n<p data-p-id=\"ae0bbe326766acc47e56ba9d9c3af41e\">\u201eIch dachte &#8230; ich dachte, ich sei so unwichtig. Ich hielt Euch f\u00fcr trunken genug vom Blut und Schmerz meines Meisters.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eaa3e82ebc2e4396355aed556616d313\">\u201eMit der Magie deines Meisters habe ich dich aus Pianmur\u00edt herausgelassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"71e49ba403cab6ae34b81db6f87e0edd\">Ar\u00e1ma\u00fa erschrak. \u201eDas war &#8230; <em>nicht<\/em> Nokt\u00e1ma?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0307c0c32bc668f76ba5edfe7e0d7206\">\u201eNein. Das war ich. Es lag nicht in meinem Interesse, dass du in Pianmur\u00edt den Verstand verlierst. Es hatte mich lediglich eine kurze Weile gekostet, bis ich herausgefunden hatte, wie sich eine Verbindung zwischen Pianmur\u00edt und den Schatten herstellen l\u00e4sst. Eine treffliche \u00dcbung f\u00fcr den gro\u00dfen Fang, der mir sp\u00e4ter gelingen sollte. So gesehen, verdankst du Meister G\u00edonar deine Flucht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bc499416f2978c5911e82b2ad21aa161\">Offenbar breitete sich nun eine furchtbare Erkenntnis in ihr aus. \u201eWollt Ihr damit sagen, Ihr habt <em>gewusst<\/em> wo und <em>was<\/em> ich war? Die ganze Zeit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7f2ff669911121b08e11f12c7e978515\">\u201eIm Gro\u00dfen und Ganzen, ja. Die Best\u00e4tigung hatte ich in dem Moment, in dem <em>yarl<\/em> Altabete seinen albernen Brief schrieb. Ich war mir allerdings ziemlich lange unsicher, ob du dich unter den Katzen versteckst oder unter den Raben auf den Feldern. H\u00e4ttest du Wijdlant verlassen, w\u00e4re mir das nicht entgangen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ee2b7b2ac7eab91584acf847191a627\">\u201eIch hatte gedacht, ich sei es Eurer M\u00fche nicht wert&#8221;, wisperte Ar\u00e1ma\u00fa. \u201eIch habe mich in meiner Belanglosigkeit versteckt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"89d2fedd8cb28c6c922307815e499a3d\">Ich schauderte. Das kam mir so bekannt vor!<\/p>\n<p data-p-id=\"0a52419074b6a6bceb250637ad040e46\">\u201eDu warst niemals belanglos, Ar\u00e1ma\u00fa Boscarg\u00e9n.&#8221; Seine Stimme klang sanft, auf eine seltsame Weise respektvoll. \u201eIch h\u00e4tte mir niemals die M\u00fche gegeben, w\u00e4re niemals auf dieses alberne Versteckspiel eingegangen, wenn ich dich gering gesch\u00e4tzt h\u00e4tte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d35e93e34fdca1cfb6be9e965af6c442\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac2f8ca00bbf0e6599fff085e8c6d264\">\u201eDu warst keine Gegnerin f\u00fcr mich, das ist wahr. Noch nicht. Aber nun wirst du es auch nicht mehr werden, denn deine Zeit im Weltenspiel ist um. Dazwischen, junge<em> camatay&#8217;ra<\/em>, gab es Gelegenheiten. Reichlich. Du hast sie verstreichen lassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8aeac2e28beda52cd7e0e2d157de793f\">\u201eGelegenheiten, die ich aus Feigheit vers\u00e4umte&#8221;, sagte sie tonlos. Mir, der mir diese Szene so weit fort erschien, als s\u00e4he ich sie auf einem Bildschirm, oder als Zuschauerin in einem Theater, zog sich das Herz zusammen. Wie oft hatte auch ich Chancen verstreichen lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b4cd69f8de14a95ff7f5b213b6e4004\">\u201eNein. Keine Feigheit. Du hast <em>Mitleid<\/em> mit den Unkundigen gehabt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ae7e59f8f88c9e47d253f6109465944a\">Sie zuckte die Achseln.<\/p>\n<p data-p-id=\"824750e315e8bdd24d3936e5021d13a3\">\u201eNun, vielleicht h\u00e4tte es all die Sommer lang nur einer tapferen <em>camat&#8217;ayra<\/em> bedurft, die die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> um Hilfe ersucht h\u00e4tte. Vielleicht h\u00e4ttest du einen Weg aus Wijdlant heraus gefunden, wenn du nur ein wenig dar\u00fcber nachgedacht h\u00e4ttest, statt all deine Energie zu verschwenden, um mich nicht aus den Augen zu lassen und auf Yalomiros R\u00fcckkehr zu warten. Vorbei, Ar\u00e1ma\u00fa Boscarg\u00e9n. Zu schade. Vielleicht h\u00e4tten Patagh\u00edus Magier es sogar vollbracht, mich aufzuhalten. Sie sind arrogant und gef\u00e4hrlich, aber lange nicht so \u00fcbel, wie deinesgleichen es seit der Schlacht um Aur\u00f3p\u00e9a zu wissen glaubt. Und nun \u2013 mach dich bereit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0aa2c09bb513cd879f0cf8d05d94d8fe\">Er zog sein Schwert, ganz beil\u00e4ufig, ohne jede Angriffslust. Ar\u00e1ma\u00fa wich zur\u00fcck und gab einen ganz sonderbaren, j\u00e4mmerlichen Laut von sich. Das riss mich aus meiner Schockstarre heraus.<\/p>\n<p data-p-id=\"9dd1d8b713bdab267ef6d59a4135ef93\">\u201eNein!&#8221;, rief ich. \u201eNicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05a9029ed82c98274bab4c3333fa4ed2\">\u201eDas ist eine Sache unter Magiern, Ujora. Du hast deinen Willen gehabt. Nun lass mich in meinem Werk voranschreiten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4063ee8ebe74d5b2f0b78c7b583822e9\">Jemand anders reagierte. J\u00f3ndere Mor\u00e9aval kam, zu meinem Entsetzen, eilig heran und dr\u00e4ngte sich mutig zwischen das blauschimmernde Schwert und Ar\u00e1ma\u00fas geduckten K\u00f6rper.<\/p>\n<p data-p-id=\"746ba7a260a119addb3e234accba467e\">Meister Gor seufzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"37175a90236ff3b45fd9ae685fd504d7\">\u201eLasst die <em>f\u00e1njula<\/em> in Frieden&#8221;, brachte der junge Mann tapfer hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"4f17b3320edd5baa8220d3c8d671702c\">\u201eNicht!&#8221;, sagte Ar\u00e1ma\u00fa verbl\u00fcfft. \u201eWas tut Ihr!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7f1821974a4106792e5fa7d6f255fc9d\">Gor Lucegath seufzte. \u201eAch, Mor\u00e9aval, nun spielt nicht im falschen Moment den Helden. Das M\u00e4dchen ist eine Schattens\u00e4ngerin, und Ihr seid ganz offenkundig bet\u00f6rt von ihrem Fluch. Das d\u00fcrfte Euch v\u00f6llig klar sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"77ef3ea66c5befb843eef2ee74ce1383\">\u201eDas ist egal! Nicht einmal Ihr d\u00fcrft eine Waffe gegen eine Frau ziehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"449bcbc2e92bb5fbe7fcb54887e13555\">\u201eIch sehe, neben allem anderen, keinen anderen Weg, um Euch von Eurem pl\u00f6tzlichen Wahn zu kurieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db0add433c0859b2f9da152a20445f54\">\u201eBist du wahnsinnig, Junge?&#8221;, rief Grootplen, lie\u00df Altabete los und versuchte, den mutigen Ritter aus Meister Gors Reichweite zu zerren. \u201eMach dich nicht ungl\u00fccklich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d4b878297b2caedebe55f979f7cb277e\">\u201eWenn Ihr der <em>f\u00e1njula<\/em> ans Leben wollt, dann nur an mir vorbei!&#8221;, brach es aus Mor\u00e9aval heraus.<\/p>\n<p data-p-id=\"d76e93fc348162d22fb69420739d4fe7\">Altabete war wohl bewusst. dass es sinnlos war, ebenfalls auf den jungen Mann einzudringen. Er kniete rasch neben der <em>teiranda<\/em> nieder, die immer noch stumm den Spiegel liebkoste. \u201eHerrin! Herrin! Bitte, schaut her! Gebietet ihm! Bringt den armen Narren zur Vernunft!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cd6a5fedd30e8bf87c11fbf723035b1d\">Ich schaute mit Grausen von einem zum, anderen. Hatte dieser eine kurze, unbeabsichtigte Blick in Ar\u00e1ma\u00fas Augen tats\u00e4chlich ausgereicht, den jungen Ritter um den Verstand zu bringen? Waren Schattens\u00e4nger wirklich so gef\u00e4hrlich f\u00fcr Unkundige, und Isan hatte all die Zeit gar nicht \u00fcbertrieben? Vielleicht gelang es mir wenigstens, J\u00f3ndere Mor\u00e9aval gemeinsam mit Daap Grootplen aus der Reichweite des Rotgewandeten zu ziehen. Ich versuchte, zu ihm zu laufen, aber Gor Lucegath hielt mich mit einer fl\u00fcchtigen Geste auf. Mir war, als liefe ich in eiskalte, massive Luft hinein, dann war ich buchst\u00e4blich wie erstarrt. Offenbar war der Rotgewandete tats\u00e4chlich entschlossen, mich als passive Zuschauerin an seiner Inszenierung teilhaben zu lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"779df4141bd9b7da3c5973017e4339ea\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant l\u00e4chelte wie im Traum, so sehr <em>yarl <\/em>Altabete sie sch\u00fcttelte. Sie blickte sogar zu ihrem offensichtlich lebensm\u00fcden Dienstmann hin, aber sie schien nicht zu begreifen, was vor sich ging.<\/p>\n<p data-p-id=\"9f81ce9fea824df0660773e162540ba7\">\u201eBitte, edler <em>yarl<\/em>&#8220;, flehte nun auch Ar\u00e1ma\u00fa selbst, \u201ees ist unrecht, wenn Ihr Euch einmischt. Dies ist nicht Eure Verantwortung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ac25da370dd8ab7012bbdbc2046c338\">\u201eIch habe geschworen&#8221;, brachte Mor\u00e9aval wirr hervor, \u201ezu k\u00e4mpfen, um zu besch\u00fctzen und Unrecht zu vereiteln!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"571e5d9b3e4f84e97af90eb2da4887d2\">\u201eDas ist l\u00f6blich, Herr J\u00f3ndere, aber ich ben\u00f6tige Eure Fertigkeiten an anderer Stelle. Also geht aus dem Weg!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eb5d4810964fe634af5c1f5129fbedcf\">\u201eWenn Ihr an mir vorbei wollt, m\u00fcsst Ihr mich t\u00f6ten!&#8221;, sagte der junge Mann entschlossen.<\/p>\n<p data-p-id=\"faafb0842fbe6333656cf42803a07139\">\u201eDenkt an Eure Mutter!&#8221; Ar\u00e1ma\u00fa ber\u00fchrte den Ritter sanft an der Schulter. \u201eDenkt an die Frau, die Ihr am meisten liebt. Nicht an mich, deren Fluch Euch zur Unzeit gestreift hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e34605487291012df32c15bec4afa894\">\u00dcber Mor\u00e9avals jungenhaftes Gesicht glitt Verwirrung. Er wandte sich Ar\u00e1ma\u00fa zu. \u201eWoher wei\u00dft du von&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"655a248de3e274a878af785b7fcce98a\">Gor Lucegath seufzte. Dann warf er einen unwilligen Zauber gegen den Ritter, der die Muskeln des jungen Mannes erfasste. Mor\u00e9aval schrie j\u00e4mmerlich, sein Schwert entglitt ihm. Sein Oberk\u00f6rper bog sich soweit nach hinten, dass ich bef\u00fcrchtete, sein R\u00fccken w\u00fcrde durchbrechen. Ich wandte mich mit Grausen ab.<\/p>\n<p data-p-id=\"be1946bc01824b4b66e9adc976fdceba\">Doch die kurze Ablenkung reichte Ar\u00e1ma\u00fa aus. Die Schattens\u00e4ngerin riss sich aus ihrer Starre und glitt unter dem Tisch hindurch. Noch bevor der Lichtw\u00e4chter seinen Bann von Mor\u00e9aval l\u00f6sen und sich uns zuwenden konnte, stand sie vor mir und hatte ihre H\u00e4nde fest an meine Schl\u00e4fen gelegt. Ihre Finger waren, sacht und k\u00fchl von dem ersterbenden Flimmern ihrer restlichen Magie. Sie schaute mich eindringlich mit ihren nun menschlichen gr\u00fcnen Augen an. Das Silber darin schien nun zu flie\u00dfen wie Schlieren auf einer Seifenblase.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"55c984f54db39271d5dde6b8a4569d04\">Das Werkzeug bestand ganz offensichtlich aus einer Scherbe jenes Zauberspiegels, der die <em>teiranda<\/em> all die Zeit gezeigt hatte, wie sie in Pianmur\u00edt aussah, umschlossen mit der Larve aus absurder Sch\u00f6nheit, die der Rotgewandete ihr angepasst und aufgesetzt hatte. Er hatte das verwirklicht, was die junge Herrscherin sich ersehnt hatte, weil sie es f\u00fcr das Richtige hielt. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant war einsam gewesen. Sie hatte die Sch\u00f6nheit f\u00fcr ihre Rettung gehalten, das Trugbild war ihre Zuflucht geworden. So eine einfache Beute!<\/p>\n<p data-p-id=\"d5906efd198c383fcbde0396c0c87325\">Aus demselben Spiegel hatte Gor Lucegath den kleinen Kompass gefertigt, der Wa\u00fdreth Althopian zu ihm dirigiert hatte. Er, Yalomiro Lagoscyre, war auf sehr schmerzhafte Weise durch das magische Glas gest\u00fcrzt, viele Splitter waren damals mit seinem Blut benetzt worden. Was damals so zuf\u00e4llig, so beil\u00e4ufig erschienen war, hatte ihn, Yalomiro Lagoscyre, mit Pianmur\u00edt verbunden. Der Weg dorthin f\u00fchrte durch Schmerz und Scherben.<\/p>\n<p data-p-id=\"d92dd948192c41593b843ac09a186611\">Yalomiros Handfl\u00e4che war nur einen Hauch von dem geschliffenen Glasst\u00fcck an der Kordel entfernt. Asga\u00fd von Spagor hatte es das Spiegelbild der <em>teiranda<\/em> gezeigt. Wer wusste, in welcher Weise es seinerseits das Bild des jungen <em>teirand<\/em> verf\u00e4lscht und K\u00edan\u00e1 von Wijdlant gezeigt hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"9a06a10372c706de41c2a71dfb24907f\">Wie an Angelschn\u00fcren waren die Ritter und das M\u00e4dchen nun mit dem Talisman verbunden, jede dieser Schn\u00fcre gewirkt aus all diesen menschlichen Emotionen, Wut, Entt\u00e4uschung, Resignation, Verrat, Stolz, Mitgef\u00fchl, Tapferkeit, G\u00fcte, Weisheit &#8230; Liebe&#8230; so viel <em>Liebe<\/em>. Es war ganz und gar unm\u00f6glich, zu entscheiden, wessen Seele zu welchem Anteil in diesen Zauber vermischt war. Nur Asga\u00fd von Spagor selbst hing nicht an einem solchen Faden. Das war nicht n\u00f6tig. Er hatte den Anh\u00e4nger an einer echten Schnur in der Hand. Er war willens, dieser Schnur zu folgen, um die <em>teiranda<\/em> zu finden.<\/p>\n<p data-p-id=\"cea0a768c80920dc525a8ec5e392e8a1\">Der Schattens\u00e4nger legte seine Hand hinter das schwebende Glasst\u00fcck und befahl Magie in seine Fingerspitzen. Wenn es ihm gel\u00e4nge, das Glas zu zerst\u00f6ren, ohne es zu ber\u00fchren &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f99e676831d3ff7db0dde77b048aba2\">Die Scherbe klarte vor seinen Augen auf. Er blickte nach Pianmur\u00edt, sah sie beide dort stehen, Ar\u00e1ma\u00fa und die <em>ujora, <\/em>in die Enge getrieben und ausgeliefert. In seinem Geist brandete etwas auf, so schmerzhaft und gro\u00df, dass es seinen Verstand \u00fcberstieg und sein Herz versengte.<\/p>\n<p data-p-id=\"60796ef4ebf5621e8c817e547c6d3ce9\">Er kam zu sp\u00e4t.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2253","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2253","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2253"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2253\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3944,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2253\/revisions\/3944"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2253"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2253"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2253"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}