{"id":2247,"date":"2025-08-24T23:51:19","date_gmt":"2025-08-24T21:51:19","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2247"},"modified":"2025-09-01T10:12:26","modified_gmt":"2025-09-01T08:12:26","slug":"099-wut-und-wahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/099-wut-und-wahn\/","title":{"rendered":"099: Wut und Wahn"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"1e7ecd0d26e437079ab7f689bae4218b\">Entsetzt sah ich zu, wie der rotgewandete Magier mit gezogener Waffe auf die Ritter zumarschierte und dabei mit jedem Schritt wieder st\u00e4rker und machtvoller zu werden schien. Wahrscheinlich raffte er alles zusammen, was sich noch an eigener, urspr\u00fcnglicher Magie in ihm befand, oder was der Anblick des <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> in ihm entfesselt hatte. Yalomiro auf dem Tisch wirkte so starr und aus der Zeit herausgetreten wie zuvor die Menschen, die uns nun gegen\u00fcber standen. Er stand so reglos wie die Steinstatue, damals im Eta\u00edmalon. Ich musste mich zwingen, mich von ihm abzuwenden und mich auf den Lichtw\u00e4chter zu konzentrieren. Etwas vorbereiten wollte er. Was mochte er damit gemeint haben? Ich umschloss das Artefakt fest mit der Hand und wartete gespannt ab, was nun geschehen w\u00fcrde<\/p>\n<p data-p-id=\"6165a6db88a404bf21ade732b9e2bb72\">Die Ritter blickten ihm entgegen, jene aus Wijdlant und <em>yarl<\/em> Althopian misstrauisch, die anderen, die fremden, verst\u00f6rt vom Anblick eines leibhaftigen Lichtw\u00e4chters, mit entgeisterter Verwirrung.<\/p>\n<p data-p-id=\"ee3bc1df540b80168d6558e17791e615\">\u201eIch denke, ich muss mich einigen von Euch vorstellen. Ich bin <em>ytra<\/em> Gor Lucegath. Ich war einst ein gef\u00fcrchteter Gefolgsmann des Schwarzen Meisters und eine Zeitlang der bestbesch\u00e4ftigte <em>f\u00fdntar<\/em> beiderseits des Montaz\u00edel. Durch meine Hand, edle <em>yarlay<\/em>, sind nicht nur in den Chaoskriegen mehr tapfere <em>ujoray<\/em> hinter die Tr\u00e4ume geworfen worden, als es mir zu z\u00e4hlen wert gewesen w\u00e4re. Ich bin recht sicher, dass aus jeder eurer Familien jemand darunter war.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2098d4a70ac569344e8e4ba9a1efaeb6\">\u201eWas sagt Ihr da?&#8221;, fragte L\u00e9ur Tjiergroen best\u00fcrzt.<\/p>\n<p data-p-id=\"3a1720bae7895ac49f85e714bf424eac\">\u201eHabt Ihr Kenntnis von einem Eurer Ahnherren namens Anchioru Tjiergroen, Herr L\u00e9ur? Oder hat man seine Existenz und sein unw\u00fcrdiges vorzeitiges Ende in Eurer Familie \u00fcber all die Zeit taktvoll verschwiegen? Wisst Ihr, was mit ihm geschehen ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a415045f560e52ba2b9d9580e0e8a67c\">Das Gesicht von <em>yarl<\/em> Tjiergroen versteinerte, wurde schlagartig kreidebleich. Er schien zu wissen, wovon der Rotgewandete sprach.<\/p>\n<p data-p-id=\"72f5addd866cb66bba7f42970e110030\">\u201eNun, es geschah damals jedenfalls von meiner Hand. Und es war eine wirklich abscheuliche Angelegenheit. Schweigen wir dar\u00fcber vor den Ohren der anwesenden Damen. Ich k\u00f6nnte mit allerlei solcher Anekdoten aus meiner Vergangenheit aufwarten, in der eine Reihe hochedler Namen fallen w\u00fcrden, aber das t\u00e4te hier nichts mehr zur Sache. Es geht um Euch, edle <em>yarlay<\/em>. Ich denke, dass Ihr das Recht darauf habt, Dinge zu erfahren, bevor er dort, der Schwarzmantel mit seiner <em>l\u00e4cherlichen<\/em> Magie, das Weltenspiel verdirbt. Dem Schwarzen Meister ist es seinerzeit misslungen. Aber wer wei\u00df &#8230; vielleicht hat das Diebsgesindel zwischenzeitlich Besseres zu bieten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bf98d4c255588656c57e95467caffac4\">Die Ritter regten sich, aber Misstrauen hinderte sie wohl daran, etwas zu entgegnen. Ich schaute hilfesuchend zu Yalomiro, aber er stand unbeweglich und steif. Der Schwarze Meister? War das etwa derjenige, der Gor Lucegath einst gezwungen hatte, seine &#8230; <em>h\u00fdardora<\/em> zu t\u00f6ten? Ich str\u00e4ubte mich gegen diese Vorstellung, aber der Hass, der in den Worten des Rotgewandeten mitschwang, war allzu deutlich. Doch es war nicht die Zeit, um dar\u00fcber nachzur\u00e4tseln.<\/p>\n<p data-p-id=\"0e09279de107ae274e594c6133de2c70\">\u201e<em>Yarl<\/em> Lebr\u00e9oka, <em>yarl<\/em> Tjiergroen! Bedauerlich, dass Ihr wie die verirrten Schafe mit in diese Sache gezogen wurdet, blind den wirren Ideen Eures wankelm\u00fctigen, verf\u00fchrbaren Herrn folgend. Einen Unschuldigen habt ihr umsonst gehetzt und beinahe auf dem Gewissen. Herrn Wa\u00fdreth trifft keinerlei Schuld am Verh\u00e4ngnis Eures Herrn. <em>Ich<\/em> war es, der Benjus von Valvivant bis an den Rand der Tr\u00e4ume peinigte, in meinem Unmut \u00fcber sein Versagen. Ich war es allerdings auch, der der <em>doayra<\/em> dort ein geeignetes Gegengift zukommen lie\u00df. Z\u00fcrnt der alten Frau also nicht. Sie hat dar\u00fcber geschwiegen, um ihre kleine Gehilfin zu beh\u00fcten, und Euren Herrn wieder auf die Seite der Lebenden geholt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4959ef2b7e8a0f0e20a1632b552c3e0c\">Isan gab einen leisen, erstaunten Laut von sich, und ich war schockiert. Verta, die alte Verta, diese g\u00fctige weise Frau, hatte mit Gor Lucegath <em>paktiert<\/em>? Sicher nicht freiwillig, das war mir schon klar. Dass der Rotgewandete in Valvivant kein Unbekannter war, zumindest im Diskreten, hatte ich gewusst. Aber wie weit reichten die F\u00e4den denn noch, mit denen er Leute dirigiert hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"66f984209854394e3f19e36f2839e551\">Die <em>yarlay<\/em> warfen Wa\u00fdreth Althopian einen peinlich ber\u00fchrten Blick zu. Dann begriffen sie, dass Meister Gor sich soeben selbst zu der Tat bekannt hatte. Da stand er also, der Verbrecher, und schien noch selbstbewusst ob seiner Ruchlosigkeit!<\/p>\n<p data-p-id=\"988d50e3bff03194f8beb3c6c1190405\">\u201eYarl Lebr\u00e9oka&#8221;, fuhr der Rotgewandete fort. \u201eIhr habt eine sch\u00f6ne Stellung erlangt, so nah an der Seite Eures Herrn. Erstaunlich, dass Benjus von Valvivant nicht mehr Vorsicht walten l\u00e4sst. Jener besondere unter Euren Ahnen, jener, der einst einen <em>teirandanjor<\/em> erschlug &#8230; ich erinnere mich an ihm. Ein arroganter, z\u00fcgelloser Kerl war er. Ich frage mich, ob die Kunde von seinem schimpflichen Ende damals \u00fcberhaupt die Ohren aller <em>yarlay<\/em> erreicht hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a5d2af17c248b9dbf4fc541bd3e53af3\">\u201eWas erlaubt ihr Euch!&#8221;, fuhr Lebr\u00e9oka auf. \u201eIch bin meinem Herrn in tiefer Treue ergeben!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"10448e1859a28c136cf92ac26abbd046\">\u201eIch wollte Euch nichts unterstellen. Obwohl &#8230; zumindest eine gewisse L\u00fcsternheit l\u00e4sst sich denen von Lebr\u00e9oka wohl nicht absprechen. Wie viele Br\u00fcder und Schwestern habt Ihr noch gleich? Wie viele Vettern und Basen? Nun, Ihr tragt sicher nicht ohne Grund einen Hasen im Wappen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"883239275e7abeadb3cf743a8784787c\">Gundald Lebr\u00e9oka wurde puterrot vor Scham. Dass der Rotgewandete ihm hier vor den anderen Adligen Unz\u00fcchtigkeiten unterstellte, war sicherlich eine ungeheuerliche Beleidigung.<\/p>\n<p data-p-id=\"abd3f7a34e79c6deaedded6277c732c4\">\u201eUnd Ihr, <em>yarl<\/em> Tjiergroen &#8230; Ich erw\u00e4hnte gerade Euren ungl\u00fccklichen Vorfahren und ich frage mich, ob Benjus von Valvivant ausgerechnet Euch zum <em>mynstir<\/em> gemacht hat, obwohl oder gerade weil Eure Familie sich in jenen Tagen nicht vor zweifelhaften Allianzen scheute. Musstet Ihr Euch auch schon einmal entscheiden zwischen Ehre und Opportunismus?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e0a785982dadea4730a4e18cf7625a1\">Tjiergroen blieb gefasst. Aber in seine Augen trat nun kalter Hass. Sicher war es f\u00fcr einen <em>mynstir<\/em> alles andere als angenehm, derartige Dinge unterstellt zu bekommen. Oder war etwas Wahres daran?<\/p>\n<p data-p-id=\"0afe6ead7536086f387d02162daa2ad1\">Die beiden M\u00e4nner taten mir leid. Was bezweckte Meister Gor damit, sie mit solchen Vorurteilen zu reizen? War das etwas seine <em>Vorbereitung<\/em>?<\/p>\n<p data-p-id=\"de4831ab05a9ac4b8a1d408a740f68c5\">\u201eUnd nun zu Euch, edle <em>yarlay<\/em> der <em>teiranda<\/em>. Ihr kennt mich bereits lange Zeit, und ich kenne jeden von Euch bis in den hintersten Winkel seiner Seele. Ich wei\u00df, was Ihr insgeheim vermutet habt. Aber ich will Euch nicht im Ungewissen sterben lassen. Herr J\u00f3ndere \u2013 Euer Vater war mir zuletzt l\u00e4stig und im Wege. Ich erspare Euch, Euch zu schildern, wie er in seiner viel zu engen R\u00fcstung um sein Leben gewinselt und zu jedem Verrat bereit gewesen w\u00e4re. Herr Daap, was Euren Vater betrifft, so hat er mich einst derma\u00dfen ge\u00e4rgert mit seiner Aufs\u00e4ssigkeit, dass ich ihn eine Weile nicht um mich haben wollte. Also lie\u00df ich ihn allein ein paar Tage hier in Pianmur\u00edt zur\u00fcck. Das reichte wohl aus, um seinen Geist zu zertr\u00fcmmern. Und was Euch betrifft, Herr Andri\u00e9r &#8230; eines Tages w\u00e4re Euer S\u00f6hnlein bereit gewesen, Euren Platz einzunehmen, ohne dass Ihr selbst ihn je zu Gesicht bekommen h\u00e4ttet. Ein passendes Ende f\u00fcr Euch hatte ich \u00fcbrigens bereits im Sinn. Es h\u00e4tte mit kleinen Tieren zu tun gehabt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c822fdd25a6c5a6b066c8928447df725\">Ich <em>sp\u00fcrte<\/em>, wie viel zu lange niedergek\u00e4mpfte Wut sich auch in diesen drei <em>yarlay<\/em> Bahn brach und mit der Emp\u00f6rung verschmolz, die die Ritter von Benjus von Valvivant ergriff. Es war unangenehm, all diese Gef\u00fchle wahrnehmen zu k\u00f6nnen, als w\u00e4ren es meine eigenen, gefiltert und mit Abstand zwar, aber doch so deutlich, dass ich genau wusste, was in den M\u00e4nnern vorging.<\/p>\n<p data-p-id=\"1139b774a024f1692f65e5c37dbe330a\">Er machte sie vors\u00e4tzlich w\u00fctend! Gor Lucegath stand vor bewaffneten Kriegern und sch\u00fcrte ihren Hass mit den gemeinsten Abscheulichkeiten, die ihm in den Sinn kommen mochten.<\/p>\n<p data-p-id=\"88a1a92eaba3ffc14d8d5fbdcfc4b678\">\u201e<em>Yarl<\/em> Emberbey&#8221;, sagte der Lichtw\u00e4chter und wandte sich dem bereits \u00e4lteren Ritter in den honigfarbenen Gew\u00e4ndern zu. \u201eWas habt Ihr in Eurem Alter eigentlich hier zu schaffen? Ich wei\u00df wirklich nicht, was ich mit Euch machen und von Euch halten soll. Solltet Ihr nicht in Virhav\u00e9t am Pier stehen und darauf warten, dass man Euch diese arme <em>f\u00e1njula<\/em> ausliefert? Das bedauernswerte Ding, das Ihr von wer-wei\u00df-woher eingekauft habt wie ein St\u00fcck Vieh, nur damit Euren m\u00fcden Lenden vielleicht doch noch ein Nachfolger entspringt, der den Untergang eures Hauses um eine halbe Generation verz\u00f6gert?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"542e3511c389354585c45abfea0fec31\">\u201eWoher wisst &#8230; Nein! Nein, ich &#8230; ich habe sie nicht <em>gekauft<\/em>!&#8221;, stammelte der alte Ritter emp\u00f6rt, wie ertappt. \u201eEs ist Vernunft und Diplomatie, und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96f02dbfd91df10c6cf26a827bd986ec\">\u201eEs ist ein j\u00e4mmerliches Ende f\u00fcr das Haus Emberbey&#8221;, unterbrach Gor Lucegath ihn. \u201eIhr habt Eure besten Tage vers\u00e4umt, Herr Alsg\u00f6r. H\u00e4ttet Ihr beizeiten f\u00fcr die Zukunft gesorgt, m\u00fcsstet Ihr nun nicht in Panik \u00fcberlagertes Saatgut auf den n\u00e4chstbesten Acker werfen und die M\u00e4chte anflehen, dass <em>irgendetwas<\/em> davon noch aufgehen und vor sich hin k\u00fcmmern mag!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e780a7c0bba3b0db731b81c29ad93549\">Yarl Emberbey schienen die Worte zu fehlen. Ich vermutete, dass das nicht oft vorkam. Der betagte Ritter schien au\u00dfer sich vor Entr\u00fcstung, so gut er sich unter Kontrolle hatte. Seine Emotionen mengten sich glasklar und sp\u00fcrbar in die Atmosph\u00e4re hinein.<\/p>\n<p data-p-id=\"c16cdb744d013e7882cb37db01b20e4e\">\u201eUnd nun Ihr, <em>yarl<\/em> Althopian. Ihr habt zwar versagt, indem Ihr den da oben&#8221;, Meister Gor deutete nochmals hoch zu Yalomiro, \u201everschont habt, anstatt ihm das, worum ich Euch bat, zu entrei\u00dfen und herzubringen. Aber ich will ehrlich zu Euch sein \u2013 ich hatte damit gerechnet, dass Ihr zu feige sein w\u00fcrdet, es zu tun. Daf\u00fcr habt Ihr Eure andere Sache gut gemacht und den Burschen da in den Narrengew\u00e4ndern hergeschleppt. Vielleicht bleibt Eure hochedle <em>yarlara<\/em> durch Euren Dienst nun doch noch vor einem tragischen Schicksal verschont. Zumindest <em>vorerst<\/em>. Wie seltsam, dass Ihr bereit wart, Eure Ehre wegzuwerfen, Euren Herrn und schwarzgewandeten Verb\u00fcndeten zu verraten f\u00fcr ein &#8230; Weib.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"56dc6f82c2af6ad2f489543935c83c09\">Wa\u00fdreth Althopian verging sichtlich vor <em>Schande<\/em>. Mir fehlten die Zusammenh\u00e4nge, um Gor Lucegaths Worte zu verstehen, aber ich ahnte, dass Althopian, der Held, das Idol, der Ritter ohne Furcht und Tadel, vor einem entsetzlichen Dilemma gestanden haben musste. Eines, aus dem selbst seine Ehre ihm keinen Ausweg geboten hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"aff06263cb9e8c0058097f0a8c7e093f\">Die Stimmung wurde immer giftiger. Die Ritter traten vor Meister Gor zur\u00fcck, als der nun unbeeindruckt zwischen ihnen hindurch ging. Aber sie wichen nicht, weil sie ihn f\u00fcrchteten. Es sah eher so aus als n\u00e4hmen sie &#8230; Anlauf.<\/p>\n<p data-p-id=\"fa6aed2e959227b422e3bb7d2caf027b\">Warum verschwendete er so viel Kraft, um die Ritter <em>w\u00fctend<\/em> zu machen? Yalomiro regte sich nicht. War er bei Bewusstsein? H\u00f6rte und sah er, was der Rotgewandete trieb? Und .. was davon bekam das Wesen mit, das in ihn gefahren war? Was <em>tat <\/em>es, w\u00e4hrend der Rotgewandete seine provokanten Worte sprach?<\/p>\n<p data-p-id=\"dd15863a5f26170ad107b957cb71bcc9\">Lenkte Yalomiro es tats\u00e4chlich ab?<\/p>\n<p data-p-id=\"03588321e0cee70d1cbe234a082e550a\">Isan! Sie stand da und hatte ihre Finger Halt suchend in Wa\u00fdreth Althopians Waffenrock geklammert. Was hatte Meister Gor davon gehabt, Isan nach Pianmur\u00edt zu bringen? Oder war zumindest das nur ein ungl\u00fccklicher Zufall? War sie mitgefangen, weil sie Althopian einfach nie von der Seite wich? Am falschen Ort zur denkbar falschesten Zeit?<\/p>\n<p data-p-id=\"a19e43e9a311c049c58641b20978b3e5\">Das M\u00e4dchen starrte verst\u00f6rt zu dem Magier auf, aber er ging wortlos an ihr vorbei. Warum tat er das? Wollte er sie durch Nichtachtung kr\u00e4nken? Oder &#8230; <em>verschonte<\/em> er sie?<\/p>\n<p data-p-id=\"9ee8ece4154c3074439ecaa94d1243dc\">\u201eAsga\u00fd von Spagor&#8221;, sagte er sattdessen zu dem jungen Mann in diesem bizarren Kost\u00fcm. \u201eIch gr\u00fc\u00dfe Euch, hier in Pianmur\u00edt, in meiner Dom\u00e4ne jenseits von allem, was existiert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"61bf96a833cbc7645d7cebb346fb828d\">Der <em>teirand<\/em> positionierte sich sch\u00fctzend vor K\u00edan\u00e1 von Wijdlant. \u201eWer immer Ihr seid &#8230; bleibt zur\u00fcck!&#8221;, stotterte er tapfer. Der arme Kerl. Offenbar hatte er noch nie einem Magier gegen\u00fcber gestanden. Wie \u00fcberm\u00e4chtig und verwirrend mochte dieser Alptraum f\u00fcr ihn sein?<\/p>\n<p data-p-id=\"1f8a79adc47c7684774908c9083a0594\">\u201eAllerliebst.&#8221; Meister Gor wandte sich kopfsch\u00fcttelnd, ohne einen weiteren Kommentar von ihm ab und stattdessen K\u00edan\u00e1<em> von <\/em>Wijdlant zu. \u201eGef\u00e4llt er Euch, Herrin? Ist das der strahlende Ritter, den Ihr Euch aus dem Spiegel herbeigesehnt habt? Ein linkischer Bube im Gewand eines Possenrei\u00dfers? Und Ihr, Asga\u00fd von Spagor, seid ihr nicht genarrt mit dem \u00fcberirdisch sch\u00f6nen Zauberbild, hinter dem sich &#8230; <em>das da<\/em> verbirgt? In die Larven von Chaosgeistern habt Ihr beide euch verliebt. Ich finde das am\u00fcsant.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47e4bca2333a8c0c7002e0079b5f10cb\">Asga\u00fd von Spagor runzelte die Stirn. Dann umarmte er die <em>teiranda<\/em>, eine Geste, die angesichts dessen, dass die beiden sich erst vor wenigen Augenblicken begegnet waren, sicherlich alles andere als statthaft war. Er erwiderte den Blick des Rotgewandeten mit w\u00fcrdevollem Trotz. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant schien das einerlei. Sie schmiegte sich an den jungen<em> teirand<\/em> und senkte den Blick.<\/p>\n<p data-p-id=\"f89ffd6c2d932342b05e94b17cbd2481\">\u201eUnd nun, Herrin? War es das alles all die Zeit wert? War Eure Sehnsucht, Euer Gram das Leid all dieser armen kleinen Unkundigen wert?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0567f1f55222c8d17d3e181386ecadd3\">Sie schwieg. Gor Lucegath l\u00e4chelte h\u00f6flich, drehte sich um und hob sein Schwert.<\/p>\n<p data-p-id=\"cd97e28ed5f8314cd4bb60da6a00b605\">\u201eAlles ist gesagt. Und nun, edle Herren, f\u00fchlt Euch frei, mich in St\u00fccke zu hauen. Denn solange ich lebe, kann keiner von Euch <em>Pianmur\u00edt<\/em> verlassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"1f10857f2f5bee49487467dac8809dd3\">Das Widerwesen war abgelenkt gewesen, aber nun horchte es auf. Was trieb sein altes, sein ausgedientes, nahezu zertr\u00fcmmertes Spielzeug da? Verstand es nicht, dass es ohnehin keinem Zweck mehr diente? Was dachte es sich dabei, die Menschlein in Unruhe zu versetzen, mit denen es doch noch so viele Pl\u00e4ne hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"c89c4e12ae9372d96a9df94c8d2ff6cd\">Es musste eingreifen!<\/p>\n<p data-p-id=\"f0c2215582a3bc3104280254df775a74\">Das Widerwesen r\u00fcttelte am Verstand des Schattens\u00e4ngers wie an einer verschlossenen T\u00fcr. Aber Yalomiro Lagoscyre widerstand ihm. Mehr noch. Er hielt es fest!<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2247","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2247","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2247"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2247\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3938,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2247\/revisions\/3938"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2247"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2247"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}