{"id":2245,"date":"2025-08-24T23:52:20","date_gmt":"2025-08-24T21:52:20","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2245"},"modified":"2025-09-01T10:12:45","modified_gmt":"2025-09-01T08:12:45","slug":"101-spielfigur-der-dunkelheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/101-spielfigur-der-dunkelheit\/","title":{"rendered":"101: Spielfigur der Dunkelheit"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"8da289b1728ab288f98035e097eb27de\">\u201eUjora!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e356d8204fc8847a5a87132eb654d395\">Yalomiro regte sich. Er kletterte mit h\u00f6lzernen Bewegungen vom Tisch herab und streckte mir die Hand entgegen. Sie zitterte. Er hatte kaum Gewalt \u00fcber seinen K\u00f6rper. Das Widerwesen hatte seinen Widerstand gebrochen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3aec7b2e9f724af36c872f7e201e4d15\">Ich brachte instinktiv Abstand zwischen ihn und mich. Das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> gl\u00fchte konstant und unauff\u00e4llig zwischen meinen Fingern.<\/p>\n<p data-p-id=\"043b72bedb55f732ec68d56c0923902c\">\u201eGib mir das&#8221;, sagte Yalomiro. Aber es war jetzt nicht mehr seine vertraute Stimme, nicht mehr die sanfte, warme Schattenstimme. Ein dissonanter Widerhall kreischte und schrillte darin. Das Widerwesen verschaffte sich Geh\u00f6r.<\/p>\n<p data-p-id=\"340b8d4db646646d406fc8d39ddac701\">Ich umschloss das Artefakt mit meinen H\u00e4nden.<\/p>\n<p data-p-id=\"15c79a62e8354976fe7684fed1c42096\">Er stapfte mit ungelenken Schritten auf mich zu. Ich wich vor ihm zur\u00fcck und fl\u00fcchtete hin\u00fcber zu den Menschen, verlor Vorsprung, als ich um Gor Lucegaths Leichnam einen Bogen machen musste und st\u00fcrzte auf die Ritter zu. Da standen sie, orientierungslos, \u00fcber und \u00fcber besudelt, Blut nicht nur auf ihren bunten Waffenr\u00f6cken, sondern auch an ihren H\u00e4nden, Gesichtern, in Haar und B\u00e4rten. Als h\u00e4tte jemand einen Eimer roter Farbe vor ihnen ausgesch\u00fcttet. Ja, rote Farbe, haschte ich nach einem sch\u00fctzenden Gedanken. Die Herren waren in Malerarbeiten herein geraten und &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"05312232ed81b2736e33793e38291ccb\">\u201eKomm her, <em>f\u00e1njula<\/em>!&#8221; Andri\u00e9r Altabete packte meine Hand und zog mich zu sich hin\u00fcber und hinter seinen R\u00fccken. Ich fand mich bei Isan und der <em>teiranda <\/em>wieder. Die Ritter r\u00fcckten um uns zusammen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c95961809d5b8e8d0d4286d5607b3b87\">Den Schattens\u00e4nger k\u00fcmmerte das nicht. Selbstbewusst und mit jedem Schritt geschmeidiger bahnte er sich seinen Weg, stieg \u00fcber den f\u00fcrchterlich zugerichteten K\u00f6rper seines Gegenspielers hinweg. In derselben Bewegung griff er beil\u00e4ufig nach dem Schwert, zog es aus dem Leichnam und nahm es an sich. Spielerisch richtete er es auf die <em>yarlay<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"1ce80d4eddc3300440c451d8b763aaad\">\u201eAn Eurer Stelle w\u00fcrde ich mir aus dem Weg gehen&#8221;, sagte er. \u201eBem\u00fcht Euch nicht. Eure Schwerter k\u00f6nnt ihr einstecken. Dieser K\u00f6rper ist unsterblich. Welch ein Gl\u00fcck, dass Gor Lucegath so sehr an diesem Opfer interessiert war, dass er es unwillentlich f\u00fcr mich st\u00e4hlte!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7332edf57d47709dee910910c90b7800\">\u201eWir verteidigen unsere Herrin&#8221;, sagte Grootplen mit zitternder Stimme. \u201eWir &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ecfddf0c24838e153b3f50a43949c8e3\">\u201eIch habe mit Eurer <em>teiranda<\/em> nichts zu schaffen. Das war Gor Lucegaths Gesch\u00e4ft. Ich will nur die Unkundige. Oder vielmehr das, was sie in H\u00e4nden h\u00e4lt. Also lasst mich durch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1d86b2d565ad56f8ea4f13cdf69405b3\">\u201eDu kommst an uns nicht vorbei!&#8221;, entgegnete Tjiergroen tapfer.<\/p>\n<p data-p-id=\"8595895d4f1446a174420dab38d11a75\">Yalomiro hob die Hand. Ich sp\u00fcrte, wie sich etwas Eisigkaltes manifestieren wollte, etwas, das der <em>mynstir<\/em> von Valvivant nicht \u00fcberleben w\u00fcrde. Gegen das Widerwesen halfen keine Waffen, keine Kampfeskunst. Und einen Fluchtweg aus Pianmur\u00edt heraus gab es nach wie vor nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"32a7acedd8049aab1e1cc3c6ae67ae83\">\u201eNicht!&#8221;, rief ich. \u201eBitte &#8230; es hat keinen Sinn. Lasst ihn gew\u00e4hren. Lasst mich zu ihm reden!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0f73ecbe154738bd30528ced06fe3f4c\">\u201eUjora&#8221;, sagte die <em>teiranda<\/em> hilflos. Isan wollte nach mir greifen, um mich festzuhalten, aber ich entzog mich ihr, dr\u00e4ngte mich zwischen Emberbey und Mor\u00e9aval durch. Die Herren machten mir Platz.<\/p>\n<p data-p-id=\"32e343dd88d97a90099b90d3cc030570\">Yalomiro schlenderte durch die Spiegelscherben hindurch und kickte dabei respektlos gegen K\u00edan\u00e1 von Wijdlants Krone. Der Goldreif schlitterte durch Gor Lucegaths Blut hindurch bis vor ihre F\u00fc\u00dfe. Dann stand er vor mir, in der einen Hand die nun wieder bl\u00e4ulich schimmernde Waffe, in der anderen Geige und Bogen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e37fccdc5a60eb7e629849b62e558296\">\u201eEs hat jetzt vollkommen Besitz von dir ergriffen, nicht wahr?&#8221;, fragte ich leise.<\/p>\n<p data-p-id=\"7965a0263e46616eb53b65e24b83de65\">Er l\u00e4chelte geh\u00e4ssig, eine Miene, f\u00fcr die Yalomiros Gesicht nicht geschaffen war und es grausam verzerrte. Das best\u00e4tigte meine Bef\u00fcrchtungen.<\/p>\n<p data-p-id=\"aea8cc7ffacfb2f73c196bdc42fed017\">\u201eIch hatte gef\u00fcrchtet, das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> k\u00f6nne zu viel f\u00fcr dich sein&#8221;, f\u00fcgte ich hinzu und umschloss das l\u00e4cherliche kleine Lichtlein in hilflosem Zorn mit der Faust.<\/p>\n<p data-p-id=\"af44b0e36f9459d5bef449d719d6e553\">\u201eF\u00fcr den Magier w\u00e4re es das. F\u00fcr mich nicht. Die Reihenfolge ist ausschlaggebend, Unkundige.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d0105686dd87aebbf7fe24b4d28b0dad\">Es war geschehen. Das Schrecklichste, was ich mir hatte vorstellen k\u00f6nnen, war passiert. Yalomiro hatte das Artefakt geborgen. Aber etwas anderes war st\u00e4rker gewesen als er. Ich hatte ihn verloren.<\/p>\n<p data-p-id=\"956015f69b4bac7acb5c9dbb731e9ebd\">\u201eDer Schattens\u00e4nger, das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> <em>und<\/em> das Schwert&#8221;, sagte die Metallstimme. \u201eWas f\u00fcr ein gl\u00fccklicher Fang. Gib es mir endlich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe40bfe1f205c063bfd5b92110a2306f\">\u201eNein&#8221;, sagte ich leise. \u201eDir gebe ich es nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d5fb7b2b3c838504b2baf35381bd64b\">\u201eEr hat das Artefakt eigenh\u00e4ndig aus dem Chaos geborgen und hergebracht. Es steht mir zu.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0e6dbb4264ae22fc482e49638f8ac703\">\u201eDu bist nicht Yalomiro Lagoscyre! Du hast seinen K\u00f6rper \u00fcbergestreift! Wir alle haben es gesehen und verstanden!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3a4f30215164d6a187184c9db8ea41ea\">Er verschr\u00e4nkte die Arme, ohne Schwert und Geige loszulassen. \u201eWie albern du dich auff\u00fchrst, Ujora. Nichts verstehst du, nichts von dem, was hier geschehen ist und warum es geschieht. Aber das macht nichts. Ich werde mir das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> schon nehmen, wenn du es mir nicht herausgeben willst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d40655ff5ae0322d8b27f67ba6c7918\">Ich schaute auf. Seine Augen waren nun <em>braun<\/em> und stumpf wie Rost. Dieses &#8230;. Wesen hatte ihn also g\u00e4nzlich erf\u00fcllt.<\/p>\n<p data-p-id=\"a24f765e32082321627cdb282fc1d74f\">\u201eWozu brauchst du das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em>?&#8221;, fragte ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"ba13d1b772451d1f876e1dc86e494c1e\">\u201eUm zu spielen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a8d19226d6c61e134db1961b18335e4d\">\u201eWas f\u00fcr ein Spiel?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e13f64253bab406b79423a18c2c3e86\">\u201eDas Weltenspiel nat\u00fcrlich, du dummes Menschenweib!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"30850590f11a252a8c3997d1f536568b\">Das Artefakt funkelte in meiner Hand. Aber abgesehen davon f\u00fchlte ich nichts. Ich hatte erwartet, eine Art Energie w\u00fcrde sich manifestieren, oder ein Ger\u00e4usch oder eine \u00c4nderung der Temperatur. Nichts von alledem. Es leuchtete, wenn auch in einem ausgesprochen einladenden Licht. Nichts anderes tat eine Taschenlampe.<\/p>\n<p data-p-id=\"fe712944996c79bdbed073e260a7b35a\">\u201eDu kannst es nicht ewig festhalten, Unkundige. Ich habe Zeit. Ich habe Zeit zu warten, bis ihr alle miteinander wahnsinnig werdet, euch gegenseitig umbringt oder freiwillig sterbt. Dies ist Pianmur\u00edt, eine unendliche Leere im Chaos. Ich habe Zeit. Ich habe so lange gewartet &#8230; da kommt es auf ein Menschenleben Verz\u00f6gerung nicht mehr an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eef17cc31a02dfa86f1a5c7172e28c4c\">Ich schwieg. Niemand gab einen Laut von sich. Sogar Asga\u00fd von Spagor stand so reglos, dass kein Gl\u00f6ckchen klingelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e1546d59eb32caf645a38deb1ecd44b\">\u201eWir k\u00f6nnen es abk\u00fcrzen&#8221;, f\u00fcgte das Wesen hinzu. \u201eGib es mir endlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bdea7b0b0708f9064b6117be844fd154\">Und da stand ich. Hineingeworfen in eine fremde Welt, vor einem \u00fcbernat\u00fcrlichen, destruktiven Wesen, das den K\u00f6rper eines m\u00e4chtigen Magiers okkupierte. Ich hatte das wahrscheinlich heiligste Ding in der Hand, das in diesem Universum existierte, so j\u00e4mmerlich es aussah. Das war zu viel. Das war zu viel Verantwortung. Zu viel Entscheidung. Ich war klein, l\u00e4cherlich und hilflos. Niemand konnte mir helfen, nicht die <em>yarlay<\/em>, nicht die <em>teiranda<\/em>, nicht das M\u00e4dchen und nicht der Schattens\u00e4nger, der da vor mir stand und&#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"6b01723ad91897686160d29191efebe2\"><em>Egal, was passiert, egal, wie es scheint: Hab niemals Angst vor mir.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"be759a42ff773353203238345fcf6598\">Ich zuckte zusammen. Seine Stimme war klar und deutlich in meinem Kopf gewesen, aber diesmal war es keine Telepathie. Diesmal war es ein <em>Echo<\/em>. Die Worte, die er zu mir gesagt hatte, als ich bei ihm in seiner Erinnerung gewesen war, am Ufer des Sees.<\/p>\n<p data-p-id=\"375748075fd4c78a212925b78466857f\">\u201eGib es mir!&#8221;, schrillte das Wesen und stie\u00df ungeduldig das Schwert vor meinen F\u00fc\u00dfen in das glei\u00dfende Nichts. Es blieb aufrecht in der Leere stecken.<\/p>\n<p data-p-id=\"c413c3f2c52893ce104aabdcf6aa22e7\">Es <em>h\u00e4tte<\/em> damit nach mir schlagen k\u00f6nnen. Ich schaute auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"57927dc85def46e668a6f9509e738339\">\u201eDu kannst es dir nicht selbst nehmen, nicht wahr?&#8221;, fragte ich. \u201eDu kannst selbst \u00fcberhaupt nichts tun. Du brauchst einen K\u00f6rper.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e460ab62789a722d558b657a4350a47f\">\u201eIch habe einen K\u00f6rper! Einen starken, m\u00e4chtigen K\u00f6rper!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a6828e310778fe01846ee78a0ff8b2a8\">\u201eDu kannst nichts tun, was dieser K\u00f6rper verweigert!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"51c00d6555e52446063761c795d1e492\">\u201eUnsinn!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a945d92c9380e5d447edb0176a9b1ce1\">Ich \u00fcberlegte. Dann nahm ich das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> ganz vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger und hielt es in die H\u00f6he.<\/p>\n<p data-p-id=\"c381bde3da3b7f98c89f5cced0bf8331\">\u201eHol es dir!&#8221;, sagte ich und hatte keine Ahnung, was ich da tat. Es war &#8230; Intuition.<\/p>\n<p data-p-id=\"11044d04e0cfac784a97424db90bb3e9\">Ich h\u00f6rte hinter mir die <em>yarlay <\/em>nach Luft schnappen. Einer von ihnen zischte zwischen zusammengebissenen Z\u00e4hnen etwas Unverst\u00e4ndliches. Wahrscheinlich fluchte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"b1c1b55b72e46aae84d72dfb79dda8dd\">\u201eIch wette, du kannst es dir nicht nehmen&#8221;, sagte ich mit v\u00f6llig irrsinniger \u00dcberzeugung.<\/p>\n<p data-p-id=\"82c539e9fc09d1151afa11c8c952454f\">Der Magier hob die Hand. Einen ganz kurzen Augenblick lang z\u00f6gerte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"91a52e1c1e1b5c9e1d82e56840870d7c\">Dann griff er zu, packte mein Handgelenk. Ich erschrak und umklammerte das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> mit der Faust, wollte es festhalten. Er lachte und begann langsam, meinen Arm an sich zu ziehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"37b4b0a8a7584154fc55237c14648fbc\">Was hatte mich geritten, mich Idiotin! Ich war \u00fcberzeugt davon gewesen, dass Yalomiro mich nicht antasten w\u00fcrde. Dass er es jetzt doch tat, konnte nur bedeuten, dass das, was von ihm noch da sein mochte, v\u00f6llig wehrlos war.<\/p>\n<p data-p-id=\"7f2b411c21da315ebe1e7aa16045efc9\">Sein Griff war unnachgiebig. Einen Augenblick lang war ich sicher, er w\u00fcrde mir die Hand brechen. Er tat mir weh. Ich \u00e4chzte und versuchte, mich aus seiner Umklammerung zu l\u00f6sen. Aber es war zwecklos. Die k\u00fchle harte Schale des Artefakts presste sich in meine Handfl\u00e4che, schmerzhaft und unnachgiebig. Und dann &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"b2d23d3f1b05da9822b9b7a5b1fd1b64\">&#8230; war da etwas, etwas k\u00fchles, Silbriges zwischen meiner und seiner Hand. Es ging nicht vom <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> aus. Es kam aus mir selbst. Es baute sich in meinen Adern auf, stieg mit meinem Blut meinen Arm entlang empor und konzentrierte sich als kribbelndes Gef\u00fchl in meinen Fingerspitzen. Es war ein irritierendes Gef\u00fchl, das ich im ersten Moment darauf zur\u00fcckf\u00fchrte, dass er mir Blut und Nerven in der Hand abdr\u00fcckte. Aber das war es nicht. Es war &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"6085f84c161f95dffc566b16059d6736\">&#8230; vorbei. Es war zu schwach gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6505dc3c2cd769ec0603ac97713a5d70\">Das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> l\u00f6ste sich aus meiner Hand, als habe es einen eigenen Willen. Es h\u00e4tte zu Boden fallen m\u00fcssen, aber es gab keinen Boden. Es schwebte.<\/p>\n<p data-p-id=\"9c3fcb9c78e8f0837eaafa275d95fc47\">Der Schattens\u00e4nger schnappte es mit einer l\u00e4ssigen Geste, umschloss es und l\u00e4chelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"e785ed549ea44955bec6b3014e101a9d\">\u201eDanke&#8221;, sagte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"943134f2e341e1155e1e06eef8442a68\">Ich sp\u00fcrte die Blicke der <em>yarlay<\/em> auf mir liegen, das Entsetzen, das sie alle ergriff. Wahrscheinlich wusste keiner von ihnen, was geschah, aber sie ahnten, dass diese dumme leuchtende Murmel etwas sehr Wichtiges war, etwas, dessen Bedeutung sie nicht ermessen konnten und das doch das Schicksal ihrer Welt entscheiden konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d4e5bc1e67b02a34654daa4355572411\">Bestenfalls sch\u00fctzten sie sich immer noch mit der Phantasie, einen b\u00f6sen Traum zu erleben. Aber sie begriffen selbst dabei sehr wohl, dass es meine Schuld war, dass das Widerwesen in seinem neuen K\u00f6rper nun das gef\u00e4hrliche Ding, m\u00f6glicherweise eine t\u00f6dliche, eine allzerst\u00f6rerische Waffe, in der Hand hatte. Es war meine Schuld, weil ich einfach nicht fest genug zugepackt hatte. Weil ich mich zu etwas unglaublich Einf\u00e4ltigem und Dummen hatte hinrei\u00dfen lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a453d2533ae4538ce46434d9a071e4ee\">Der Magier lie\u00df das Schwert zu meinen F\u00fc\u00dfen stecken, schlenderte zur\u00fcck zum Tisch, nun die Geige und den Bogen in der einen, das Artefakt in der anderen Hand. Er <em>spielte<\/em> damit!<\/p>\n<p data-p-id=\"2b476eddf9688bef7420c3a86de30cfb\">\u201eEs ist schade, dass es nun auch f\u00fcr dich hier zu Ende ist. Aber ich will dir noch Gelegenheit geben, es in aller Ruhe zu bereuen, dass du die Gelegenheit nicht genutzt hast, um in deine Welt zur\u00fcckzukehren, nachdem dich hier wirklich niemand mehr gebraucht hat. Er hier, der gerade die Ehre hat, mein Vehikel zu sein, schon gar nicht. Er hat dich nicht verdient.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4f7a3fb3f58a83d14bd282842888dfb\">Er lehnte sich an die Kante des Opfertisches, legte die Geige darauf ab. Er warf das heilige Artefakt der Lichtw\u00e4chter respektlos in die Luft und fing es wieder auf. \u201eUm ehrlich zu sein \u2013 es d\u00fcrfte sehr unterhaltsam sein, zu beobachten, was geschieht, sobald ein Wesen aus einer <em>anderen<\/em> Welt hier in dieser stirbt. Ich glaube ja, dass du gar nicht wirklich von hier aus hinter die Tr\u00e4ume gehen kannst. Vielleicht wird dein Geist zu etwas ganz anderen, ruhelosem. Zu etwas, was ich mir nutzbar machen kann. Vielleicht gehst du nicht hinter die Tr\u00e4ume, sondern kommst zu uns ins Chaos. Das k\u00f6nnte am\u00fcsant werden, mit all den Chaosgeistern und einem weltenlosen Geisterwesen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c6099c51e4210cac7a8a851d0a04308a\">\u201eIch &#8230; ich verstehe nicht &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"af7a047c1d74a8e71302fb07904fdd92\">\u201eHat dir denn niemand von mir erz\u00e4hlt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3f27a69ddec3ab08d366c26863b1f5d6\">\u201eDu bist sowas wie ein Teufel, nicht wahr? Ein D\u00e4mon? Ein abgrundtief b\u00f6ses, \u00fcbernat\u00fcrliches Wesen? Ist das Chaos so etwas wie die H\u00f6lle?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"faf6829645c6fbcc4420bb665ff5620b\">Es lachte. \u201eOh nein. Was du dir vorstellst, ist viel zu naiv. Gut, b\u00f6se &#8230; Menschen m\u00fcssen immer alles fein s\u00e4uberlich in K\u00e4stchen einsortieren, nicht wahr? Wie fade! Wie engstirnig!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ee379975f7425e785d65feee463b1642\">\u201eWas bist du dann? Was willst du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05dd49e05d2823f6fbae09e646fe9ec5\">\u201eIch? Ich bin \u00e4lter als diese Welt. Und ich will nur spielen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cba3b03f714d09b55f6acb07c60268d1\">Ich schaute mich ratlos nach den Menschen um. Die Ritter, der junge <em>teirand<\/em>, K\u00edan\u00e1 von Wijdlant, sie waren ver\u00e4ngstigt bis zur Unbeweglichkeit. Aber ihre Emotionen nahm ich wahr wie ein ungez\u00fcgeltes Schreien um Hilfe und Gnade. Diejenige, die mir am meisten \u00fcber diese Welt beigebracht hatte, war Isan gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6632d2ef47650788ce7d3198bdbbe6ea\">\u201eIsan&#8221;, fragte ich und ahnte B\u00f6ses, \u201ewas muss ich wissen, um das zu verstehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"120f7516bc3d115023591c00ae82c403\">Sie sch\u00fcttelte heftig den Kopf. \u201eEs ist verboten!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"af37f667e9c4658948d615109e8c7e68\">Was auch immer sich in Yalomiro festgesetzt hatte, es schnaubte und kicherte. \u201eH\u00f6rst du es? Die M\u00e4chte haben mich sogar aus der Erinnerung ihres Weltenspiels verbannt. Den Menschen bin ich ein Tabu. Und nicht einmal die Magier haben mit mir gerechnet. Man hat mich buchst\u00e4blich aus der Existenz heraus geschwiegen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"00c51c6faff41cd0d3670d8e77032ca4\">\u201eIsan &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e7ff7a116a5d0782f81077e7b4036fef\">\u201eBitte Ujora! Ich habe dir erz\u00e4hlt, dass die M\u00e4chte spielen, nicht wahr? Dass ihr Spiel die Welt in Gang h\u00e4lt und alles sch\u00f6n und gut und in Ordnung ist!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"62675081b7abd35ba820b1ea8b347613\">\u201eUnd?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"53ac8d56aa3067b255fe0c1129b1f015\">Isan wimmerte. Ihr Verstand schien es ihr unm\u00f6glich zu machen, es auszusprechen oder auch nur zu denken. \u201eDas Spiel darf nicht im Chaos enden!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"98b3e892ede1d1740f72ba733d190b8a\"><em>Weltenspielverderber<\/em>, zuckte es durch meine Vorstellung. Das Gesellschaftsspiel in der Bibliothek. Die Figuren in Gor Lucegaths Regal. So war das also gemeint.<\/p>\n<p data-p-id=\"b9e3ac46861809bdcadb9b267bb1662b\">\u201eDie M\u00e4chte lassen dich nicht mitspielen, nicht wahr?&#8221;, fragte ich, ohne Yalomiro und das Etwas in ihm anzuschauen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a633b46e295b8122caf4b1091459c16f\">\u201eIch habe schon fast gewonnen&#8221;, sagte die Entit\u00e4t mit ihrer Metallstimme.<\/p>\n<p data-p-id=\"19f5dee402c670def3c854e9eb9fedb0\">War da irgendetwas in seinen Augen, in seinen Worten, etwas das mir zeigte, ob der Schattens\u00e4nger noch anwesend war?<\/p>\n<p data-p-id=\"e6963f70813bb17e799bfda6ae07dd07\">\u201eDann willst du uns also t\u00f6ten?&#8221;, fragte ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"6f4dc4936950512bfe677382f4c0f266\">\u201eNat\u00fcrlich. Aber nicht sofort. Wolltest du nicht wissen, wie es mit den Menschen weitergeht, die du so interessant fandest? Wir haben viel Zeit, nun, nachdem Yalomiro Lagoscyre mir seinen K\u00f6rper und seinen Geist \u00fcberlassen hat. In Pianmur\u00edt vergeht keine Zeit. Dies hier ist eine Erweiterung des Chaos, hinter den Grenzen des Weltenspiels, ein Hinterzimmer, ein Abstellraum, wie du es willst. Hier sind wir ungest\u00f6rt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cfeeff4d5ec0300ef4c544368554698b\">Ich h\u00e4tte jetzt irgendetwas entgegnen k\u00f6nnen, eine heroische und v\u00f6llig nutzlose Forderung stellen, so etwas wie <em>\u201alass die Menschen in Frieden, Bestie&#8217; <\/em>oder dergleichen. Wie peinlich, banal, zum Fremdsch\u00e4men h\u00e4tte das geklungen!<\/p>\n<p data-p-id=\"e7789edd2a9496fea65cede5401148a3\">Ich schaute mich zu den zehn Personen um, die hinter mir standen. Ich h\u00e4tte es besser nicht getan. Da waren &#8230; Schicksale in ihren Augen. Isans blaue Augen flehten mich an. Was h\u00e4tte ich darum gegeben, ihr ein gl\u00fcckliches Ende wie in einer der Liebesgeschichten versprechen zu k\u00f6nnen, die sie so sch\u00e4tzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"bff72e6e9c438606afe21e9a3fa15fa8\">Die <em>teiranda<\/em>, so gebeugt, so schwach, so krank und doch so &#8230; lebendig unter diesen seltsamen Umst\u00e4nden. Was h\u00e4tte aus ihr werden k\u00f6nnen, wenn sie den gerade v\u00f6llig \u00fcberforderten, aber doch sicherlich herzensguten <em>teirand<\/em> n\u00e4her kennengelernt h\u00e4tte? Ein seltsames, aber vielleicht ideales Paar h\u00e4tten die beiden abgegeben.<\/p>\n<p data-p-id=\"e40412ea4e3574de20ce4b5042687978\">Die <em>yarlay<\/em> &#8230; jeder mit seiner eigenen Queste. Die von <em>yarl<\/em> Althopian kannte ich in Teilen. Wo seine <em>yarlara<\/em> nun sein mochte? Und Mor\u00e9aval &#8230; er war doch noch so jung! Ar\u00e1ma\u00fa hatte ihn auf ihre Weise gern gehabt. Seine Geschichte durfte hier nicht enden! Aus den Wortwechseln wusste ich zusammenhanglose Bruchst\u00fccke, \u00fcber einen kleinen Sohn, eine liebende Mutter, einen wahrscheinlich dementen Vater, eine seltsame arrangierte Heirat, oder wie auch immer das hier in dieser Welt gehandhabt wurde. So viele Geschichten! So viel, was nicht enden durfte, nur weil ein \u00fcbernat\u00fcrliches Wesen aus \u00dcbermut ein Spielbrett umwarf &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"920b7890ae2cc9e614bae890401a7270\">\u201eUnd&#8230;&#8221;, fragte ich, \u201ewas hast du mit Yalomiro Lagoscyre vor, wenn du mit uns hier fertig bist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b1617632274c0761eb3a563b86e6f6ba\">Das Widerwesen drehte sein funkelndes Glitzerspielzeug, das heilige Objekt der Lichtw\u00e4chter, m\u00f6glicherweise im Weltenspiel so etwas wie ein W\u00fcrfel, der st\u00e4ndig den h\u00f6chsten Wert zeigte, vor den blinden Augen, die es gerade benutzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"22df9c7f192f30b1c38f214919a27b57\">\u201eNun, zum einen werde ich mit seiner Hilfe und der Magie, die Nokt\u00e1ma ihm geliehen hat, und dem <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> als Verst\u00e4rker das ausbauen, was der Lichtw\u00e4chter zugegeben sehr ordentlich begonnen hat. Nat\u00fcrlich werde ich mich zugleich nach dem n\u00e4chsten K\u00f6rper umsehen m\u00fcssen, denn auch der hier wird einmal abgenutzt sein und versuchen, mir zu entfliehen. Ich denke, in Aur\u00f3p\u00e9a sollte sich etwas Passendes unter den <em>arcaval&#8217;ay<\/em> finden lassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"596674ff8799e89f1c839795b70ca3e2\">\u201eUnd wozu das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em>? Brauchst du tats\u00e4chlich fremde Magie, wenn du so m\u00e4chtig bist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7dc98c0ac045054005720f670ea5ca98\">Der Schattens\u00e4nger schaute auf. Er antwortete nicht sofort.<\/p>\n<p data-p-id=\"b36398462fa2a76d7c940f7c4b2895c5\">\u201eDu bist gar nicht so m\u00e4chtig, nicht wahr? Du &#8230; du <em>stiehlst<\/em> Magie. Und nicht einmal das kannst du selbst. Du brauchst Menschen, die f\u00fcr dich handeln.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eaf33d7085eb36c96a87ced123558a7b\">\u201eSpielt das jetzt noch eine Rolle? F\u00fchlst du dich besser, dumme Unkundige, wenn du zu verstehen glaubst, was ich bin und tue?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bbd26d42c9d0cba72166efade2517110\">\u201eJa. Es f\u00fchlt sich besser an, wenn ich \u2013 wenn wir alle hier wissen, dass das, was die ganze Zeit Unruhe ins Weltenspiel bringt, ein k\u00f6rperloses Etwas ist, das keine eigene Macht besitzt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4cb0e598ce7acb8c1d67429ebf61673e\">\u201eUjora!&#8221;, rief K\u00edan\u00e1 von Wijdlant entsetzt aus. <em>Yarl<\/em> Lebr\u00e9oka tat einen panischen Schritt in meine Richtung, als wollte er mir rasch den Mund zuhalten. Ich wich ihm aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"62a5d8b94315740b5523364ac2ed53cb\">\u201eWas f\u00fcr eine l\u00e4sterliche Rede&#8221;, tadelte das Widerwesen mit seiner scheppernden Metallstimme.<\/p>\n<p data-p-id=\"99d2998b2c5cea5cd69e47476cbc42de\">\u201eM\u00f6glich. Aber ich kann es aussprechen, ohne ein Sakrileg zu begehen. Dies ist schlie\u00dflich nicht mein Weltenspiel!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1a14d0fbc490bef6b16ad3b5e71a443b\">Es lachte. \u201eUnd diese Erkenntnis, dumme Unkundige, glaubst du, \u00e4ndert irgendetwas an Eurem Schicksal?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48095c471b90e6df1d26b088a4b4b1b4\">\u201eDann habe ich recht? Wir stehen hier und zittern vor einem \u2013 <em>Nichts<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b5a9ee9ae9dccb4fbeb422fa993c983\">\u201e<em>F\u00e1njula<\/em>!&#8221;, rief Alsg\u00f6r Emberbey. Offenbar war selbst ihm das nun zu viel. \u201eH\u00fcte deine Zunge!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c6b930560a06b59db68311266e8665ba\">\u201eVor einem Nichts, das Euch alle, einen nach dem anderen, nun ausl\u00f6schen wird.&#8221; Der Magier fing das <em>ay&#8217;ch&#8217;ree<\/em> ein und ging dann gemessenen Schrittes auf die Menschen zu. Er schlurfte erneut durch Gor Lucegaths Blut, und unter seinen Schritten knirschten die Spiegelscherben.<\/p>\n<p data-p-id=\"3dbd51d96c94f208792c55404c91b677\">H\u00e4tte ihn einer der <em>yarlay<\/em> nun erschlagen k\u00f6nnen? Jeder einzelne hielt eine Waffe in der Hand. Aber nat\u00fcrlich kam keiner auch nur auf den Gedanken, es zu versuchen. Warum auch. Yalomiros K\u00f6rper war &#8230; unsterblich?<\/p>\n<p data-p-id=\"af2f754a92b6c09a0ade3878aefe4371\">Wenn das Widerwesen, nach alledem, was ich wusste, auf einen K\u00f6rper angewiesen war, und dieser K\u00f6rper einfach &#8230; aufh\u00f6rte zu leben &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"e85d68da138bd54d0895e622a29d2f27\">Der Gedanke hatte etwas beunruhigend Plausibles. Vielleicht w\u00fcrde das Widerwesen einen der \u00fcbrigen Anwesenden in Besitz nehmen. Aber nein &#8230; das n\u00fctzte ihm nichts. Es brauchte Magier. Ich hatte die absurde Idee, dass ein Unkundiger, von dem es Besitz zu ergreifen versuchte, ihm m\u00f6glicherweise zu eng war und augenblicklich zerrei\u00dfen w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"cfbcf4cb78d19e3b9ece544588963dbc\">Aber hie\u00dfe das dann nicht, dass es aus <em>Pianmur\u00edt<\/em> auch nicht mehr herausk\u00e4me, wenn ihm hier, an diesem Ort, die H\u00fclle genommen w\u00fcrde? Selbst, wenn es uns alle, einen nach dem anderen umbrachte, aber so, dass unser Tod noch einen Sinn ergab?<\/p>\n<p data-p-id=\"23e928124a359cc71a10d536d0cb15ef\">Gab es eine M\u00f6glichkeit, Yalomiro zu retten? Hatte das Widerwesen ihn bereits assimiliert, wie es es mit Gor Lucegath getan hatte? Sie waren fort, seine g\u00fctigen Augen, die sanft-warme Stimme. Aber stand Yalomiros Herz bereits still?<\/p>\n<p data-p-id=\"67642597e377b776634a202bc6ca0d96\">\u201eWieso&#8221;, fragte des Wesen, \u201eversiegelst du deine Gedanken? Ich warne dich, Ujora. Was immer dir durch deinen dummen unkundigen Geist geht, es ist nichts, was mich dauerhaft aufhalten wird. Du hast nichts, was mich aufhalten wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f2b70e3024f698b967e4f751208c0708\"><em>Doch<\/em>, dachte ich. <em>Habe ich.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"b74908ce05d1cbc974b5fbd90ccd617c\">Ich nahm all meinen Mut zusammen. Dann griff ich nach Gor Lucegaths Schwert.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2245","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2245"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2245\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3956,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2245\/revisions\/3956"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}