{"id":2227,"date":"2025-08-24T23:36:15","date_gmt":"2025-08-24T21:36:15","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2227"},"modified":"2025-09-01T09:58:16","modified_gmt":"2025-09-01T07:58:16","slug":"082-notausgang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/082-notausgang\/","title":{"rendered":"082: Notausgang"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"4cae8a53a68c83d2f874406316692a0a\">Ich hatte die <em>teiranda<\/em> den ganzen Tag begleitet wie ein Schatten und dabei den einen oder anderen r\u00e4tselhaften, geradezu <em>feindseligen<\/em> Blick ihrer Zofe aufgefangen. Ob die Frau dachte, ich sei gekommen, um ihre verstorbene Kameradin zu ersetzten?<\/p>\n<p data-p-id=\"6df482cf4d6d519547ac373bd495406a\">Ich f\u00fchlte mich unwohl damit und versuchte mich damit abzulenken, jedes Detail der Burg genau zu betrachten, nun, nachdem ich nicht mehr durch die Zaubereien des Rotgewandeten verwirrt wurde.<\/p>\n<p data-p-id=\"6273d11332526d0d9971fc65209d7e74\">Das Geb\u00e4ude war trutziger und wahrscheinlich auch viel \u00e4lter als die Burg von Valvivant. Die Einrichtung kam mir etwas rustikaler, aber durchaus hochwertig vor. Wahrscheinlich war Wijdlant einmal eine Landmarke mitten in der Ebene gewesen, an der die Kriege abgeprallt waren, von denen ich hier schon so viel geh\u00f6rt hatte. Wahrscheinlich stand die Burg noch, weil die Vorfahren von <em>yarl<\/em> Altabete, <em>yarl<\/em> Grootplen und <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval sie tapfer von allen Seiten verteidigt hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"c630fbf7d8c289694f8e37594855b38e\">Die Menschen, die die Festung bewohnten, wirkten nicht gl\u00fccklicher. Jeder, der unseren Weg kreuzte, schien geistesabwesend, freudlos und schien eine unsichtbare Last mit sich herumzutragen. Wo Leute miteinander im Gespr\u00e4ch waren, redeten sie mit ged\u00e4mpften Stimmen. Nirgends h\u00f6rte ich jemanden lachen.<\/p>\n<p data-p-id=\"71caa0ee3084545c866e08460b76cdee\">Ich betrachtete Kleider, Schmuck, M\u00f6bel, verglaste Fenster, kunstfertige Malereien. Alles kam mir sehr ordentlich und gepflegt vor, aber doch auf eine subtile und deprimierende Weise traurig. Etwa so, als sei etwas verschwunden, was dieser Umgebung und ihren Bewohnern zuvor Kraft und Lebendigkeit verliehen hatte. Auf den Fluren und in den Zimmern, in denen die <em>teiranda<\/em> mir Dinge zeigte, die sie f\u00fcr interessant hielt, \u00fcberkam mich eine Stimmung wie auf einem Krankenhausflur oder einer muffigen Beh\u00f6rde in einem Altbau. Ich kann es nicht besser in Worte fassen. Obwohl ich wieder Farben sah, lag alles wie unter einem d\u00fcnnen Staubfilm, obwohl nirgends Schmutz zu sehen war. Vergilbt. Verblasst. Kraftlos.<\/p>\n<p data-p-id=\"02d7859caf4233fc4d7abc3f191bcc0c\">Die Burg wirkte wie K\u00edan\u00e1 von Wijdlant selbst und ihre Gefolgschaft. Dennoch blieb ich an ihrer Seite und versuchte mir einzureden, ein riesiges Museum zu besuchen. Mochte die Zofe mich anfeinden und die <em>teiranda<\/em> in ihrer gespenstischen Kr\u00e4nklichkeit in einer Traumwelt umher wandeln &#8230; ich war mir sicher, dass Gor Lucegath sich nicht zeigen w\u00fcrde, solange ich mit ihnen gemeinsam unterwegs war.<\/p>\n<p data-p-id=\"fe574cbc851f01fb23522b655a978634\">Gegen Abend entschloss die <em>teiranda<\/em> sich, ein Bad zu nehmen und ordnete an, man m\u00f6ge ihr warmes Wasser bereiten. In ihre Badestube konnte ich ihr nat\u00fcrlich nicht folgen. Ich nutzte diesen Moment, mich zu verabschieden und zu entfernen. Ich hatte kein Bed\u00fcrfnis, ihr bei der K\u00f6rperpflege zu assistieren. Wahrscheinlich tat ich der Kammermagd einen Gefallen damit.<\/p>\n<p data-p-id=\"eb554345b8c722a76ed0df2da24f674e\">Zur\u00fcck in meiner Kammer \u00fcberzeugte ich mich davon, dass die Geige nach wie vor in der Truhe lag und arbeitete dann an der Vase weiter, solange das Tageslicht dazu noch reichte. Dabei gingen mir die verdutzten Blicke der <em>yarlay<\/em> nicht aus dem Sinn. Offenbar hatte die Nachricht von der baldigen Ankunft des fremden <em>teirand<\/em> sie \u00fcberrascht. Zu meinem Erstaunen schienen sie alles andere als begeistert gewesen zu sein. Sie schienen jemand anderen erwartet zu haben.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a1be8722df04f7067fe4cbfb1d1539b\">Zur gewohnten Zeit wurde mir auch mein Abendessen gebracht.<\/p>\n<p data-p-id=\"a4233ef957f6d60ebf3d49699457625c\">Gor Lucegath stellte das Tablett mitten auf die Scherben, sodass sie darunter noch weiter zerknirschten. Ich war so \u00fcberrascht und erschrocken, ihn zu sehen, dass ich mich nicht zu bewegen wagte. Mit erhobenem Pinsel sa\u00df ich da wie paralysiert und wagte nicht, zu ihm aufzublicken.<\/p>\n<p data-p-id=\"07320c85e55d93312f32955db477e4d4\">Er st\u00f6rte sich nicht daran und schenkte mir aus dem Steingutkrug in einen kristallenen Becher ein. Das war neu. Bisher hatte ich immer einen einfachen Tonbecher gehabt. F\u00fcr sich selbst hatte er auch ein solches Trinkgef\u00e4\u00df mitgebracht. Die Fl\u00fcssigkeit aus dem Krug war rot und duftete gut.<\/p>\n<p data-p-id=\"49344926785754119e56df216544b41d\">Dann schob er mir schweigend den Teller zu. Es waren matschig gekochte Nudeln mit Butter und Ketchup. Es duftete <em>unbeschreiblich<\/em> gut. Es war der Geruch einer l\u00e4ngst vergangenen Geborgenheit. Ich schauderte. Wie konnte er nur davon wissen, was dieses Essen f\u00fcr mich repr\u00e4sentierte?<\/p>\n<p data-p-id=\"bc496d27b56599b6af1568eea9de028a\">Er setzte sich zu mir und schien auf etwas zu warten.<\/p>\n<p data-p-id=\"dba2eb77aced44b2ea737849803c4a32\">\u201eHast du denn gar keine Fragen?&#8221;, fragte er schlie\u00dflich und trank einen kleinen Schluck.<\/p>\n<p data-p-id=\"c6adda5ce1a00a897b5c09ec84d3df2e\">\u201eWas ist mit dem K\u00fcchenm\u00e4dchen geschehen, das sonst immer kommt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0f0a15d4f559f0a1caeb0afbcae4482e\">\u201eBef\u00fcrchtest du, ich h\u00e4tte ihr etwas angetan?&#8221; Er l\u00e4chelte. \u201eNur, um an diesem einen Abend dein Mundschenk zu sein? Das w\u00e4re wohl etwas unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0746a611b6e5068aae2caf22b273788b\">\u201eHabt Ihr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5f58565aa06cc4f37f8dbdc6952e7db\">\u201eNein. Sie speist heute Abend selbst einmal in der gro\u00dfen Halle. Wenn du willst, kannst du dich anschlie\u00dfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6fd1b4cab49387975b391f3056b3bb53\">\u201eDann muss ich nicht mehr hier allein bleiben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fff2a965efa2cc864a9593f30030150a\">\u201eWenn du zu ihnen geh\u00f6ren willst, dann nicht. Dann w\u00fcrde allerdings diese Speise hier kalt. Du musst dich entscheiden, was dir <em>k\u00fcnftig<\/em> besser mundet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1811846775dd803099fd917d71958693\">Aha. Das, so wurde mir klar, war sehr d\u00fcnnes Eis.<\/p>\n<p data-p-id=\"c3c2eb9f0863b97f3b45e226581cf071\">\u201eWann werde ich Yalomiro wiedersehen?&#8221;, fragte ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"7aa0aa94d63706ca6d30d7fc7b5e32ec\">\u201eM\u00f6glicherweise bereits in den n\u00e4chsten beiden Tagen. <em>Sofern<\/em> er sich entschlie\u00dft, hierher zu kommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c95046a2240197d1819aa6a9e260b382\">\u201eNat\u00fcrlich wird er das tun!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8e753ac6af7f043d58bf3c601b2bdf46\">\u201eUnd wenn du dich entschlie\u00dft, auf ihn zu warten. Trink, Ujora. Ich versichere dir, es ist keine Arglist in dem Wein. Wie du siehst, trinke ich aus derselben Karaffe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"712a89b1197c4ff1c3bccff212f4b6a8\">Ich nippte gehorsam an dem Becher. Es war ein sehr starker Wein.<\/p>\n<p data-p-id=\"a992cce437c716ac669b6b11acc47efd\">\u201eWas k\u00f6nnte ich anderes tun als warten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3e8bb646ca2808e5b4e89487a6122d7d\">\u201eAufwachen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d26c3b5550f0c174301830948e438b55\">\u201eWie bitte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cdbe2726039f3a6d256a340d80669cec\">\u201eEs werden in den n\u00e4chsten Tagen, vielleicht bis zur Nacht bedeutungsvolle Dinge hier geschehen, Ujora. Dass die <em>teiranda<\/em> sich verliebt hat, wird dir nicht entgangen sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7fa66f9f6d227a60f3eb365701647782\">\u201eNein. Und ich frage mich, was Ihr damit bezweckt habt, diese seltsame Geschichte zu arrangieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ca91bf49bc2d3752899b7d5edfb22163\">\u201eEs macht mir einige Dinge so viel leichter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c6f4f00546f51260f2281cbc0acb4d4\">\u201eUnd was f\u00fcr eine Rolle spielen die <em>yarlay<\/em> dabei? Die Herren waren geradezu verst\u00f6rt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c1ac357c6202c6022682c94071cb135a\">\u201eNun, der <em>teirand<\/em> wird ohne Zweifel auch seine Ritter mit sich bringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d6faac351e6dabdcb404bd7a8b8fdc15\">\u201eUnd das kommt Euch zupass?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f694811d200c2ebc64e47df471c3785d\">\u201eNat\u00fcrlich. Mit etwas Gl\u00fcck habe ich sie alle zugleich beieinander und m uss nicht jedem einzeln alles darlegen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ebcaf8698d6a0679b2ec63977a1e4d0\">Ich stellte die Vase beiseite. Nun, da die restlichen Bruchst\u00fccke unter dem Tablett endg\u00fcltig zermalmt waren, ergab es keinen Sinn mehr, Zeit darauf zu verschwenden.<\/p>\n<p data-p-id=\"28011b56225dc425c5beecbe396fe734\">\u201eIch w\u00fcsste gerne, was Ihr geplant habt. Was all das bringen soll.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c5eb0e017d1065145348520f99230a74\">Nun l\u00e4chelte er nicht mehr. Stattdessen schwenkte er seinen Becher und beobachtete, wie die Fl\u00fcssigkeit darin die Balance zu halten schien.<\/p>\n<p data-p-id=\"ae16b879ea2361868816577d4106fc5d\">\u201eUjora, was hier im Weltenspiel mit uns, mit mir und der <em>teiranda<\/em> und den <em>yarlay<\/em> geschieht, muss <em>dich<\/em> nicht k\u00fcmmern. Ich bin gekommen, um dir ein Angebot zu machen. Wie w\u00fcrde es dir gefallen, all das hier hinter dir zu lassen, wie einen b\u00f6sen wirren Traum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"124e66c6c333fe087f1e59c830188165\">\u201eWarum solltet Ihr mir das anbieten? Ihr habt bestimmt etwas vor. War es nicht von Anfang an Euer Plan, mich zu einer Bewohnerin von <em>Pianmur\u00edt<\/em> zu machen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"076ca9851a0376e20cc3788d829b2bbf\">\u201eW\u00fcrde es deine Vorstellung so \u00fcbersteigen, dass selbst ich zuweilen gn\u00e4dig sein kann?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e3e6d2a1ff1d4d27b931c96209a63b0\">\u201eJa.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c121cba8d1aca1bf06bbcbf2a158a6a\">\u201eSchade.&#8221; Er stellte den Becher ab. \u201eUjora, ich habe einen Pakt mit Yalomiro Lagoscyre geschlossen und ich bin mir sicher, dass du irgendwie davon erfahren hast.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"32d0f2d80dd82763834dbbeaf85a2670\">Oh. Daher wehte der Wind. Nun nichts Falsches sagen&#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"e2e8f9bf10db1b0a0ec39a65c3eea231\">\u201eIch habe ihm versprochen, dich nicht anzutasten, und ich habe ihm zugesichert, dich in deine eigene Welt zur\u00fcckzubringen. Unter genau diesen Bedingungen will er das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> bringen. r will, dass du dich in Sicherheit bringst. Wir m\u00f6gen uns untereinander mit gro\u00dfem Hass bis aufs Blut bek\u00e4mpfen, Ujora, aber Magier werden sich <em>immer<\/em> an die Bedingungen halten, die sie miteinander aushandeln. Allerdings haben wir nicht \u00fcber den Zeitpunkt geredet. Es steht mir frei, es dir <em>jetzt<\/em> anzubieten. Noch bevor er hier erscheint.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a0d35a1466417a8eca1227498f0dbb4b\">\u201eWer h\u00e4tte einen Nutzen davon?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4171c5a15390167ead9fdfdef86ea92a\">\u201eDu. Du k\u00f6nntest weiter leben wie zuvor, als ob du nie durch einen kindischen Zauber in ein Weltenspiel hineingezogen worden w\u00e4rest, dessen Regeln du nicht kennst. Wahrscheinlich w\u00e4re dein Zeitempfinden f\u00fcr eine Weile etwas konfus. Aber davon solltest du dich schnell erholen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"346189cfdf91c9486c364ff5f1bc2e57\">Die Nudeln auf dem Teller dufteten einladend. Ich versuchte, es zu ignorieren.<\/p>\n<p data-p-id=\"9347ca84446a4ea175253b3a6facecf3\">\u201eIch finde den Haken nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2eb7da9ec7a58cc6a64c4f644b14bbab\">\u201eDu w\u00fcrdest deinen Schattens\u00e4nger nicht wiedersehen. Das ist, zugegeben, f\u00fcr <em>dich<\/em> wahrscheinlich ein kleines Opfer. Aber betrachte es einmal von seiner Warte. Sobald du nicht mehr hier bist, muss er keine R\u00fccksicht mehr auf dich \u00fcben. Du w\u00fcrdest ihm eine gewaltige Last nehmen und ihn der Fesseln entbinden, die zurzeit sein Handeln einschr\u00e4nken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d59369718c0ee078a43a55e51b661b6\">\u201eAber bedeutet das nicht zugleich, dass Ihr alle Vorteile aufgebt, die Ihr durch meine Anwesenheit habt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e2d04c9b1591ee381c745b4f16085af4\">\u201eNein. Im Gegenteil. Auch wenn es so aussehen mag.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"baded41e46dc5d9ceffad9d542ecc7b0\">\u201eEr k\u00f6nnte denken, Ihr habet mich aus dem Weg geschafft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5e2a67d3156f9eb57bc8756dddef46bc\">\u201eNein. Ich k\u00f6nnte ihm das Gegenteil beweisen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ed0e9ad691732463410ce357a6de7fcd\">\u201eWenn er mit dem <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> hier ankommt und mich nicht mehr antrifft, wird er Euch augenblicklich bek\u00e4mpfen. Warum sollte er es Euch dann noch freiwillig geben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4db0447db40987efde8296268ec7898b\">\u201eIch wei\u00df. Die Gelegenheit, mich anzugreifen, wird er sich in seiner Arroganz, Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung und unbestreitbar brillanten Magie nicht entgehen lassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"593ea00bf4ecb0eab4d4ba9a7378d31b\">Ich z\u00f6gerte kurz. Kurz streifte mich eine verst\u00f6rende Idee.<\/p>\n<p data-p-id=\"e5859fd49d8c1de5ed3200888fc63429\">\u201e<em>Erwartet<\/em> Ihr von ihm, dass er Euch angreifen soll?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"62f1eea0db154e0daf81b6aa5f541cb1\">\u201eIch k\u00f6nnte es ihm nicht verdenken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7156bbef45878163315cf1cb7ee277d3\">\u201eAber &#8230; warum bietet Ihr mir das an? Warum sollte ich gerade jetzt &#8230; zur\u00fcckkehren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"36508eb72bedc8c342baff96d6e11ce9\">Der Rotgewandete trank. \u201eDu m\u00fcsstest dir seinen Untergang nicht anschauen, in deiner sicheren Welt. Und du w\u00fcrdest dort auch nie erfahren, wie es ausgegangen ist. F\u00fcr dich w\u00e4re es ein Traum. Ohne Verantwortung. Ohne Gewissen. Ohne Schmerz. Glaub mir, das ist eine sehr gute L\u00f6sung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c888f5fb1e0baa37d3845ccb56d453c1\">\u201eW\u00e4re das nicht &#8230; feige?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b9cd5ad8f35941f9a4aa41d013d5b8e3\">\u201eNein. Ujora, es d\u00fcrfte in allen Weltenspielen, die hier und anderswo die M\u00e4chte austragen, sehr selten vorkommen, dass jemandem die M\u00f6glichkeit geboten wird, an jenen Zeitpunkt zur\u00fcckzukehren, <em>bevor<\/em> gewisse Dinge in einem Leben geschehen sind. Und du solltest bedenken: Wenn du jetzt gehst, wirst du nie die Gewissheit, aber stets die <em>Hoffnung<\/em> haben, dass Yalomiro Lagoscyre m\u00f6glicherweise gesiegt, mich vernichtet und die Grenzen von <em>Pianmur\u00edt<\/em> eingerissen hat. Mit diesem Opfer k\u00f6nntest du ihm einen entscheidenden Vorteil verschaffen.&#8221; Er trank aus und erhob sich. \u201eEinen, f\u00fcr den er dir ewig dankbar sein wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"352e06b9c3616fef4e92466e9d54d19a\">Er wartete. Ich umklammerte meinen Becher mit beiden H\u00e4nden und starrte auf die Weinoberfl\u00e4che.<\/p>\n<p data-p-id=\"f892881a3d455299bad9bc8f3c9db3d0\">\u201eW\u00e4re es angesichts dessen nicht sehr eigenn\u00fctzig und geradezu abgeschmackt, die Gelegenheit verstreichen zu lassen, nur um einen kurzen, pathetischen Moment des Wiedersehens, der in diesem Spiel <em>niemandem<\/em> einen Vorteil bringt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"74cb28954c3032b7196a1ae005d784cc\">\u201eWarum sagt Ihr mir all das?&#8221;, brachte ich leise hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"b8c8acd7b6be7ada3df9e1e5fd5dc74a\">\u201eVielleicht, weil ich nicht immer der Schurke sein m\u00f6chte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"08ac6140a411e0329a2bcee1f41427c0\">Ich schaute zu ihm auf und fand keine Spur von Ironie oder Sarkasmus in seiner Miene.<\/p>\n<p data-p-id=\"b1ab6eb58120bd854b3f5e474a44c941\">\u201eBis wann muss ich mich entschieden haben?&#8221;, fragte ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"b3dbf683765a4f637e6939009bece452\">\u201eKomm zu mir, wenn dir danach ist&#8221;, antwortete er, verneigte sich und lie\u00df mich allein. Diesmal verschwanden die Nudeln nicht vom Teller. Der k\u00f6stliche Duft aus meiner Kindheit erf\u00fcllte das Zimmer und machte mich unendlich traurig.<\/p>\n<p data-p-id=\"93a90e8d8ee0d449461023c824f203aa\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"5cf933ede5c2c53049fc54866d1cdc2b\">Etwa zu dieser Stunde n\u00e4herten sich Gundald Lebr\u00e9oka und L\u00e9ur Tjiergroen der Grenze zwischen dem <em>yarlm\u00e1lon<\/em> Althopian und dem Reich von Asga\u00fd von Spagor.<\/p>\n<p data-p-id=\"11d69845453fe8b2dbf9d0734e3aa5be\">Die beiden N\u00e4chte zuvor hatten die Ritter auf Wa\u00fdreth Althopians Burg verbracht, wo man sie gastfreundlich empfangen hatte. Wo der <em>yarl<\/em> sich aufhielt, hatte man dort allerdings nicht zu sagen gewusst, was die Herren zun\u00e4chst misstrauisch gemacht hatte. Sie hatten angenommen, dass Althopian sich in seiner eigenen Festung verschanzt hatte, um sich vor Benjus von Valvivants Zorn in Sicherheit zu bringen. Aber w\u00e4hrend ihres Aufenthalts erschien ihnen die Ahnungslosigkeit des Burgvolkes aufrichtig zu sein. Tats\u00e4chlich hatten sie den Weg des Ritters auf der Hauptstra\u00dfe entlang der Herbergen noch nachvollziehen k\u00f6nnen; in seinem eigenen <em>yarlm\u00e1lon<\/em> war er allerdings schon seit beinahe vier Monden nicht mehr gesehen worden. Die Herren konnten sich frei in der Burg bewegen, jedes Zimmer betreten und fanden keinen Hinweis darauf, dass Althopian sich hier versteckt hielt. Lebr\u00e9oka hatte sogar diskret im Stall nach dem auff\u00e4lligen gro\u00dfen Hengst des Ritters Ausschau gehalten.<\/p>\n<p data-p-id=\"4bcb83ed5c9faab9df0b804aa25d06fc\">Am Vormittag nun war der <em>maedlor<\/em>, der in Abwesenheit des Herrn die Geschicke des <em>yarlm\u00e1lon<\/em> zu verantworten hatte, mit einer Nachricht zu ihnen gekommen, die eine Brieftaube aus der Burg des <em>teirand<\/em> von Spagor gebracht hatte. Althopian selbst lie\u00df seine Leute wissen, dass er wieder im Hofdienst sei, so die M\u00e4chte es wollten, aber bald heimkehren wolle.<\/p>\n<p data-p-id=\"e679ca9566495a3a825d43809ecd32bb\">Beide, Lebr\u00e9oka und Tjiergroen hatten gehofft, den Ritt ans Meer vermeiden zu k\u00f6nnen. Viel einfacher w\u00e4re es gewesen, h\u00e4tte Wa\u00fdreth Althopian bei seiner Suche nach dem Schattens\u00e4nger irgendwo unterwegs sein Ende gefunden. Dann h\u00e4tte sie ihrem Herrn die traurige Nachricht von einer ehrenvollen Niederlage des <em>yarl<\/em> \u00fcberbringen k\u00f6nnen. Die beiden Ritter hatten auf ihrer weiten Reise lange Zeit dar\u00fcber geredet.<\/p>\n<p data-p-id=\"6065034bbd236468daf3385546673c9f\">Dass Althopian tats\u00e4chlich etwas zu verbergen hatte, lag auf der Hand. H\u00e4tte er seinen Auftrag erfolgreich ausgef\u00fchrt, w\u00e4re er selbst nach Valvivant zur\u00fcckgekehrt. Stattdessen schien er sich in den tr\u00fcgerischen Schutz seines <em>teirand<\/em> gefl\u00fcchtet zu haben.<\/p>\n<p data-p-id=\"4473f7df3f7c2d04682c22db57ea6d33\">Ob Asga\u00fd von Spagor seinen <em>yarl<\/em> wohl selbst richten oder Ihnen auf Gehei\u00df von Benjus von Valvivant ausliefern w\u00fcrde?<\/p>\n<p data-p-id=\"583654d61ed228a4acaf15d656da6282\">Wie unangenehm w\u00fcrde es sein, wenn der junge <em>teirand<\/em> ihnen beides verweigern und m\u00f6glicherweise auf das <em>yarlp\u00e9nar<\/em> bestehen w\u00fcrde, das Althopian selbst eingefordert hatte. Die Anklage stand schlie\u00dflich auf so wackligen F\u00fc\u00dfen, dass sich die <em>teirandon<\/em> auf einer Linie vom Meer bis zum Montaz\u00edel zum Gesp\u00f6tt machen w\u00fcrden. Und das, ohne dass jemand diesen geheimnisvollen <em>camat&#8217;ay<\/em> jemals zu Gesicht bekommen hatte, von dem Benjus von Valvivant unabl\u00e4ssig gefaselt hatte. M\u00f6glicherweise w\u00fcrde es zu einer Eskalation, einem Streit zwischen den beiden <em>teiranday<\/em> kommen, in die die <em>yarlay<\/em> alle Parteien unr\u00fchmlich hineingezogen w\u00fcrden.<\/p>\n<p data-p-id=\"def696ff8ad6a8ad87e9f3b7c90efb67\">Wenn sie keine Rast machten, w\u00fcrden sie noch einen Tag lang unterwegs sein, bevor sie sich entscheiden mussten, wie mit Wa\u00fdreth Althopian zu verfahren sei.<\/p>\n<p data-p-id=\"cc43e14af7209546509baa6ffc5197f3\">Ihnen beiden war klar, dass es f\u00fcr alle Seiten am besten w\u00e4re, den Tod des Ritters in einem ehrenhaften Kampf zu verk\u00fcnden. Alles andere w\u00fcrde die Dinge nur &#8230; kompliziert machen.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2227","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2227","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2227"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2227\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3908,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2227\/revisions\/3908"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2227"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2227"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2227"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}