{"id":2224,"date":"2025-08-24T23:38:12","date_gmt":"2025-08-24T21:38:12","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2224"},"modified":"2025-09-01T10:11:26","modified_gmt":"2025-09-01T08:11:26","slug":"085-verwirrte-verfolger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/085-verwirrte-verfolger\/","title":{"rendered":"085: Verwirrte Verfolger"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"a42259d441d55c0e26bef9f7701c56ba\">Die Geige lag vor mir auf dem Tisch, nun zusammengef\u00fcgt zu einem Teil. In ihrem Korpus, an einer Kante, klaffte das Loch, dort wo die letzte Scherbe fehlte. Ich war ratlos. Wie nur konnte ich es anstellen, diese aus dem Versteck in der Kemenate der <em>teiranda<\/em> zur\u00fcckzuholen? Schlie\u00dflich konnte ich nicht so einfach in ihr Gemach spazieren und dort in die Bodenvase greifen, ohne dass jemand eine Frage gestellt h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"84063623765b8c1a3125fa4cd94cf264\">Ich begann zu \u00fcberlegen, ob es wirklich eine so gute Idee gewesen war, das letzte Bruchst\u00fcck des magischen Instruments au\u00dferhalb meiner Reichweite zu verstecken. Aber h\u00e4tte Ar\u00e1ma\u00fa mir diesen Rat ohne Grund gegeben?<\/p>\n<p data-p-id=\"5571f2f2858b4275b8462c2823cb79f1\">Yalomiros Zauberinstrument bot, unter dem grauen Tageslicht betrachtet, einen j\u00e4mmerlichen, deprimierenden Anblick. Ich hatte mich so sehr bem\u00fcht, ordentlich zu arbeiten. Aber nat\u00fcrlich war es nicht ganz ohne Kleckern mit dem Leim gelungen An manchen Stellen sah es so aus, als h\u00e4tte ich die R\u00e4nder nicht ganz sauber zusammengef\u00fcgt. Seinen lackschwarzen Glanz hatte das Holz ohnehin verloren.<\/p>\n<p data-p-id=\"767326b3a1fffb360dd6d5cf8deec83a\">Die Geige war <em>tot<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"8059dc28a67fd69bf5f2759e682297ac\">Vielleicht stimmte es. Wahrscheinlich w\u00fcrde nie wieder jemand darauf spielen.<\/p>\n<p data-p-id=\"36e3ab27daa575d6c1d916ef62da51d6\">M\u00f6glicherweise lie\u00dfen sich gewisse Dinge einfach nicht reparieren.<\/p>\n<p data-p-id=\"34d27167850e5757bc157884be31f319\">Immerhin hatte ich es versucht.<\/p>\n<p data-p-id=\"3d0c3368e5c993ca380493d079655fc4\">Ich stand frustriert auf und schaute aus dem Fenster. Drau\u00dfen schienen Vorbereitungen f\u00fcr den Empfang von Asga\u00fd von Spagor stattzufinden. <em>Yarl<\/em> Altabete war auf dem Hof und gab Leuten lustlose Anweisungen. Der Hof wurde aufger\u00e4umt, Dinge, die nicht unbedingt umher stehen mussten, Schubkarren, F\u00e4sser und allerlei Arbeitsger\u00e4t schaffte das Gesinde der <em>teiranda<\/em> beiseite. Ich sah einige der M\u00e4gde, wie sie ausgeblichene und zerschlissene Banner unter den Fenstern befestigten. Hier und da glitzerte ein \u00fcbrig gebliebener Goldfaden in den verwaschenen Stickereien auf. Vielleicht hatten die Wimpel und Fahnen einst einen Turnierplatz geschm\u00fcckt, oder es waren Menschen vergangener Zeiten darunter in den Krieg gezogen. Sicher hatten sie eine bewegte Geschichte. Aber hier, unter dem Einfluss von Gor Lucegaths Zauber, waren sie nicht mehr als Lumpen. M\u00fcll.<\/p>\n<p data-p-id=\"27ad116dc847059bd7826a6beacde858\">Obwohl so viele Personen in Bewegung waren, blieb der Eindruck von Hektik aus. Ganz im Gegenteil; es schien, als bewege sich der gr\u00f6\u00dfte Teil der Leute in Trance. Jeder Handgriff sa\u00df, niemandem fiel etwas herunter, keiner machte einen unn\u00f6tigen Schritt.<\/p>\n<p data-p-id=\"51e22b55b9e6e73262c023fdb496cb04\">Wie ein Uhrwerk.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b856a0022030c9e31fa70d19c8d82a7\">Auf dem Wehrgang der Mauer gegen\u00fcber sah ich <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval in seinem gr\u00fcn-gelb-staubfarbenen Waffenrock stehen und in die Ferne schauen. Wo <em>yarl<\/em> Grootplen sich herumtreiben mochte, wusste ich nicht zu sagen. Sicher hatte er irgendwelchen Papierkram zu regeln. Immerhin war er der <em>mynstir<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"53e2f7a8d53b3c9b3db2ad18eaabb760\">Dass Gor Lucegath nirgends zu sehen war, beunruhigte mich. Wenn er eine Konfrontation mit Yalomiro schon in der kommenden Nacht erwartete, h\u00e4tte er sich nicht l\u00e4ngst danach erkundigen m\u00fcssen, welchen Ausweg aus dem Weltenspiel ich w\u00e4hlte? Oder erwartete er allen Ernstes, dass ich noch einmal aus freien St\u00fccken den Aufstieg in den Turm wagte, solange dazu noch Zeit war?<\/p>\n<p data-p-id=\"973e94396709879ec6feb2e9c1f1d7f4\">In der kommenden Nacht &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"55301813de2f9cfa59267dc67a7e8c72\">Was immer der Rotgewandete hier inszeniert hatte, offenbar steckte ein minuti\u00f6ser Zeitplan dahinter. Vielleicht hatte er die ganze Sache mit dem fremden <em>teirand<\/em> und der <em>teiranda<\/em> nur angezettelt, damit die Menschen abgelenkt waren. Damit er sich ungest\u00f6rt mit Yalomiro <em>befassen<\/em> konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3c415d8a3a9a695cd2a4b3439014b611\">Ich schauderte. Dann realisierte ich, dass die Geige schutzlos auf dem Tisch lag. Ich hob sie vorsichtig auf. Der K\u00f6rper verzog sich ein wenig unter meinen Fingern, da der Leim noch nicht vollst\u00e4ndig ausgeh\u00e4rtet war. Kurz \u00fcberlegte ich, das Ganze wieder in die Truhe zu legen. Ich entschied mich dagegen. Wom\u00f6glich w\u00fcrde sie in der Truhe nicht schnell genug trocknen. Also bettete ich sie auf eines der Stuhlkissen und schob sie, einer Eingebung folgend, unter das Bett. Dort w\u00fcrde jemand, der das Zimmer betrat, sie zumindest nicht sofort sehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"dae14f578132364995809fe4940f048b\">Dann schaute ich wieder hinaus, hin\u00fcber zu <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval. Aus irgendeinem Grund empfand ich unter den drei <em>yarlay<\/em> mit ihm das meiste Mitleid. Er schien mir der empfindsamste zu sein, und nachdem der Schleier von seiner Gestalt gefallen war, wusste ich nun auch, dass er ein sympathischer, adretter junger Mann war. Bestimmt waren an K\u00edan\u00e1s Hof einige der j\u00fcngeren M\u00e4dchen heimlich in ihn verliebt. Wonach b\u00fcckte er sich da?<\/p>\n<p data-p-id=\"f9f04f256bda9ff00c83ee2e14a387c6\">Ich kniff die Augen zusammen und versuchte, es zu erkennen. Es war zu weit weg, und ich wagte nicht, zu glauben, was ich sah.<\/p>\n<p data-p-id=\"a79b0a759437b24e63ceaf33f829fdd2\">Doch ich glaubte zu erkennen, dass er eine Katze streichelte, die um seine F\u00fc\u00dfe strich. Eine Katze mit scheckigem Fell.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"66941ba51ee4b07460743d936f7049c9\">\u201eWenn du es eilig hast&#8221;, sagte Egnar gelassen, \u201emusst du eben von Bord. Du kannst dich doch in was anderes verzaubern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cedc14b8385064f5d48cd44855f22418\">Yalomiro schaute den Fischer nicht an. Sein silberner Blick lag konzentriert auf den Punkt gerichtet, wo an der K\u00fcste das Leuchtfeuer erstrahlen w\u00fcrde, um den Fischerbooten den Weg zu ihrem Dorf zu weisen. Noch war es dazu allerdings zu hell. Die Sonne stand erst seit einer kurzen Weile hinter ihrem Segel.<\/p>\n<p data-p-id=\"678d4467dc8c521a1df69c5b0e8d947f\">\u201eDas n\u00fctzt mir nichts. Ich kann meinen &#8230; Schatz nur in meiner Menschengestalt tragen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"42132181f2b5b027b57b850aaea7933e\">\u201eDann musst du noch eine Weile Geduld haben.&#8221; Egnar trank vergn\u00fcgt einen Schluck aus seinem Schnapsfl\u00e4schchen. Nun, da der Strand fast in Sichtweite war, konnte er sich das erlauben. Es gab nicht mehr viel zu tun. Sie hatten den Anker geworfen und mussten nun nur noch auf die Flutwelle warten, die sie das letzte St\u00fcck an ihren Liegeplatz tragen w\u00fcrde. Im Augenblick konnten sie nicht weiter, denn eine Sandbank lag zwischen ihnen, dem breiten Streifen Watt und dem Ziel. Geduld zu haben geh\u00f6rte zum Alltag eines <em>keptyen<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"7248a3b8c2cf15dc1e963775139083e3\">Der Laderaum des kleinen Kutters war randvoll mit Fisch. Egnar und Maj\u00e9k w\u00fcrden gemachte Leute sein, sobald der Fang ausgenommen und eingesalzen war. Mindestens drei Monde lang w\u00fcrden sie nun nicht mehr ausfahren m\u00fcssen. Das w\u00e4re die Gelegenheit, mit Kelwa einige Tage nach Virhav\u00e9t zu reisen. Und auch Maj\u00e9k sollte die Gelegenheit haben, in der Stadt ein paar n\u00fctzliche Dinge einzukaufen, sobald der Fang zu Geld geworden war.<\/p>\n<p data-p-id=\"7cc616f3ad39f421063e51f54ef34869\">\u201eWas soll ich Eurem <em>teirand<\/em> sagen?&#8221;, fragte Yalomiro, ohne den Blick vom Strand zu wenden.<\/p>\n<p data-p-id=\"05ce08146b4ab2fad1e4a1b2ada16360\">Egnar schreckte aus seinen Gedanken auf. \u201eH\u00e4?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d769e0d21e4a20cf874ffa1f1dd32f60\">\u201eIch hatte Euch versprochen, Asga\u00fd von Spagor ins Gewissen zu reden, als Lohn daf\u00fcr, dass ihr diese Reise f\u00fcr mich unternommen habt. Erinnert ihr euch vor lauter Gedanken an Geld und Ruhm nicht mehr daran?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e9a021e10dfa526153479a375d55739\">Egnar schob seine M\u00fctze zur\u00fcck und kratzte sich besch\u00e4mt im Nacken. Nun schaute der Schattens\u00e4nger ihn an.<\/p>\n<p data-p-id=\"563f91f2fa1dadd09adb39b696f642af\">\u201eNun ja. Ich dachte, das w\u00fcsstest du selbst am besten. Ich meine &#8230; du bist doch ein Magier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"44d9a12f4c379c95da16394f9acde591\">Yalomiro verschr\u00e4nkte die Arme und lehnte sich an die Reling. \u201eDas macht mich nicht zu einem Weisen. Zumal ich wenig \u00fcber das wei\u00df, was Unkundige untereinander umtreibt. Was wollt ihr, das er f\u00fcr euch tut? Werdet konkreter!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"15db224ffed87f029ec5abb16941c51d\">Egnar zuckte die Achseln. \u201eWir&#8230; na ja. Wir wollen einfach &#8216;n <em>teirand<\/em> haben. &#8216;nen richtigen <em>teirand<\/em>. Einen, den man in Rodekliv und F\u00e9rocriv\u00e9 ernst nimmt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e40c5af8075cc332c875c7ed11af29ee\">\u201eDann erz\u00e4hl mir von seinen Eltern. Was war damals anders?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e9522b0637ecd0de2e1ee6c3512ed9bd\">\u201eNun ja &#8230; Wenn was anlag, wenn wir&#8217;n Problem hatten, haben sie sich gek\u00fcmmert. Damals zum Beispiel, als der Sturm &#8216;ne gro\u00dfe D\u00fcne weggerissen hat. Oder als die aus Rodekliv sich einfach in unseren Fischgr\u00fcnden breitgemacht haben &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7fed582f21a55ca2a020b00bf9688a73\">\u201eUnd w\u00fcrde das heute passieren, euer <em>teirand<\/em> w\u00fcrde sich nicht f\u00fcr euch einsetzen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"340c8b5e98fa351fd77601f6d94cd4b2\">\u201eDer w\u00fcrde nicht einmal begreifen, dass er etwas tun <em>k\u00f6nnte<\/em>. Die <em>yarlay<\/em>, klar, auf die k\u00f6nnen wir uns verlassen. Der alte Emberbey hatte damals, als das mit den Fischgr\u00fcnden war, ein paar von seinen Leuten hergeschickt. Ich sag dir, die aus Rodeliv, gerudert sind, als w\u00e4re Chaosgeister hinterdrein! Aber wenn der <em>teirand<\/em> die beiden einmal aus seinem Dienst entl\u00e4sst, weil ihm das alles l\u00e4stig wird&#8230; wie soll das Weltenspiel enden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0e64508e3d590c444916a4b0cac602a4\">Er schaute sich nach Maj\u00e9k um. Der junge Mann richtete irgendetwas an den Segeln und tr\u00e4umte m\u00f6glicherweise davon, mit welchem Respekt man sie im Dorf empfangen w\u00fcrde. Vielleicht auch, wie sich das M\u00e4dchen, dem er beim Tanzen fortw\u00e4hrend auf die F\u00fc\u00dfe gestiegen war &#8230; geneigt zeigen w\u00fcrde, sobald er Geld in der Tasche hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"51ebdc4805056facd892d8c435948a5e\">\u201eWas soll aus den jungen Leuten werden, wenn der <em>teirand<\/em> aus dem Weltenspiel aussteigt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dc4a4f8727e55da34ab245bc0f265c62\">\u201eWarum sollte der <em>teirand<\/em> sich von seinen ehrenhaften Gefolgsleuten trennen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0c0decf54835fd6837bf5e0654f95bf5\">\u201eNa ja. Vielleicht hat es einfach keine Lust auf die Verantwortung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ca848685b7f3b49c3c8dd83f4e8c0bb8\">\u201eAber braucht ihr denn wirklich jemanden, der \u00fcber euch herrscht?&#8221;, fragte Yalomiro sanft. \u201eSeid ihr im Dorf denn nicht miteinander stark genug, um dem Sturm und der Stadt zu trotzen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5b99cf47b3770b0b0a29252ba3973dc6\">Der Fischer sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNein. Nicht ohne unseren <em>teirand<\/em>. So, wie die M\u00e4chte es woll&#8217;n.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7841b59dd76cb3d5a1a8ed1448e8b19b\">\u201eIhr denkt also, die M\u00e4chte w\u00fcrden es euch nicht zutrauen, eure eigenen Z\u00fcge zu tun? Was spricht dagegen, solange ihr ihnen zum Gefallen handelt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"887aefb4df2501da14eb025a0956af9d\">\u201eAch, du redest l\u00e4sterliches Zeug! Es ist nicht leicht, mit der Stadt auf der einen Seite und zanklustigen Herren auf der anderen Seite.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f03bdcdc6e5c615aaac82a0ae28fd12\">\u201eAber wonach sollte der <em>teirand<\/em> nach euren W\u00fcnschen suchen? Nach Macht? Nach mehr Reichtum? Nach Ruhm?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2774914272b38dfc3d41d5fe3377b726\">\u201eKelwa sagt, &#8216;ne <em>h\u00fdardora<\/em> sei nicht schlecht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"34b85b13429897b48f7239f12da29c13\">Der Schattens\u00e4nger zuckte zusammen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9bb3166144a168cec1c149cec1300e9f\">\u201eWenn Liebe da ist&#8221;, rezitierte Egnar ironisch, \u201edann hat das Leben Sinn und Ziel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"722ca8ea495fd4fa1b37d7578502a79e\">Das klang ein bisschen sp\u00f6ttisch, etwa so, als trage er Kelwas stets mit etwas Kitsch getr\u00e4nkte Weisheiten vor..<\/p>\n<p data-p-id=\"352b9bf8cf2809df6eb9d61b0c939055\">\u201eKelwa ist eine weise Frau&#8221;, sagte der Magier. \u201eWeiser als ich. Vielleicht sollte besser sie mit dem <em>teirand<\/em> sprechen und ihm ins Gewissen reden. Alle <em>ujoray<\/em> verstehen mehr von Liebe als ich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"77a1446d5ccc65f481b6a4db55562d7b\">Egnar seufzte. Yalomiro zuckte die Acheln. \u201eNun gut. Ich werde sehen, was ich tun kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d7c227cf9e3bc3da7999f39b6107eae\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"185223da70c70fcbe24d189ce59ccb24\">Als man die Burg der Herren von Spagor neu aufgebaut hatte, hatte man auf ein tiefes Kellerverlies verzichtet. Die wenigen tats\u00e4chlich unterirdisch gelegenen R\u00e4ume, die vom urspr\u00fcnglichen Geb\u00e4ude noch erhalten waren, dienten nun einem deutlich wichtigeren Zweck, n\u00e4mlich der k\u00fchlen Lagerung verderblicher Lebensmittel. Der Raum, in dem nun Unt\u00e4ter untergebracht wurden, bis man ein Urteil \u00fcber sie gefunden hatte, war lediglich eine kleine Kammer, deren Boden etwa in Mannsh\u00f6he unter dem Niveau des Burghofes lag und unterhalb der Decke \u00fcber ein vergittertes L\u00fcftungsgitter verf\u00fcgte, das den Blick in den Hof erlaubte. Das war praktisch, denn so konnten sich W\u00e4chter w\u00e4hrend ihrer Runden mit einem Blick davor \u00fcberzeugen, dass niemand einen Ausbruchsversuch gewagt hatte. In Asga\u00fd von Spagors Burg waren kleine Vergehen so selten, dass man es l\u00e4ssig damit hielt. Wirkliche Verbrechen gab es ohnehin nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"f4a57abed472512f065e770868de8b92\">Isan hatte ihren Schemel unter dieses Fenster ger\u00fcckt. Man hatte ihr und Kelwa Sitzgelegenheiten bereitgestellt, damit sie nicht auf dem nackten Boden sitzen mussten. Einer der W\u00e4chter (von dem sich herausstellte, dass er der Sohn von Kelwas Nachbarin war) hatte den beiden einen Krug Honigwasser und Zwieback gebracht und musste sich von Kelwa ausf\u00fchrlich \u00fcber das Wohlergehen seiner Verwandten im Nachbardorf ausfragen lassen, die die Fischersfrau ewig nicht gesehen hatte. Mindestens zwei Monde lang.<\/p>\n<p data-p-id=\"ca65d2e9eb443f97b108d95110d9ac08\">\u00dcber mangelnden Komfort oder gar eine grobe Behandlung konnten die beiden Weggesperrten sich also nicht beklagen. Trotzdem grollte Isan. Nicht einmal in Valvivant w\u00e4re man auf die Idee gekommen, sie so einfach einzusperren, nicht einmal, f\u00fcr wirklich grenzwertige Keckheiten.<\/p>\n<p data-p-id=\"0790f4034602ab9cba6485442d07a293\">Kelwa nahm die Sache gelassen, aber sie war besorgt. Ihr war nicht entgangen, wie nerv\u00f6s der Ritter gewesen war, und es hatte in fr\u00fcheren Tagen durchaus Gelegenheiten gegeben, zu denen sie Maj\u00e9k \u2013 damals noch im Knabenalter \u2013 liebend gern auch in gewissen Momenten irgendwo eingeschlossen h\u00e4tte. Vielleicht ging es <em>yarl<\/em> Althopian mit Isan \u00e4hnlich. Dass der Ritter das M\u00e4dchen in sein Herz geschlossen hatte, stand au\u00dfer Zweifel.<\/p>\n<p data-p-id=\"2590b5f00bfff3fc20f26173049eaa0d\">Isan schimpfte unabl\u00e4ssig wie ein Reedspatz und beklagte sich abwechselnd \u00fcber das mangelnde Ver- und unn\u00f6tige Misstrauen ihres Herren.<\/p>\n<p data-p-id=\"4167cacd492c84ba45f4c1d483fcc77b\">\u201eEr wird sich wohl wundern, wenn er nicht zur rechten Stunde wieder hier ist&#8221;, schmollte sie. \u201eSp\u00e4testens, wenn ihm einf\u00e4llt, dass er ohne seine Arznei nicht weit kommt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2a9a6fdb12cde41714c0dce3ec1150fe\">\u201eWas ist das f\u00fcr eine Arznei?&#8221;, fragte Kelwa in der Hoffnung, Isan mit einer Fachsimpelei \u00fcber Heilkr\u00e4uter beruhigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2f63d9c486513fbddb6b201f11eceedb\">\u201eWenn ich das w\u00fcsste. Ich habe sie von einem Lichtw\u00e4chter bekommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"60bf80a3d428f229ea44db4e801a44b7\">\u201eBei den M\u00e4chten! Ist denn das ganze Weltenspiel irre geworden? Wo kommen denn so pl\u00f6tzlich all die Magier wieder her?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c1d7e39ec5d9542cc37b36f88e72264e\">\u201eDann sind hier auch schon lange keine Rotgewandeten gewesen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cff22d0081147e5d21d4e572e3b95988\">\u201eIch h\u00e4tte nicht gedacht, dass es \u00fcberhaupt noch welche gibt. Was passiert als N\u00e4chstes? Ein Regenbogenritter, der hier Einzug h\u00e4lt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9ed58b3299f74d20d5207af871d5586e\">Just in diesem Moment drang das Ger\u00e4usch von Pferdehufen auf dem Steinpflaster des Innenhofs an Isans Ohr. Das M\u00e4dchen z\u00f6gerte verbl\u00fcfft, bevor es sich umdrehte. Es h\u00e4tte sie nicht \u00fcberrascht, wenn tats\u00e4chlich die hochedlen Magier aus dem S\u00fcden aufgetaucht w\u00e4ren, um das Gewirr perfekt zu machen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1ac687cdeca2b4b90974ab4e307cab4c\">Aber es waren nur zwei gew\u00f6hnliche <em>yarlay<\/em>, die auf den Hof geritten kamen, begleitet von dem gewohnt lustlosen Tr\u00f6ten des Hofw\u00e4chters. Des einen Pferd trug eine rot-wei\u00dfe, des anderen eine gr\u00fcne Schabracke. Gerade wollte die <em>doayra<\/em> sich uninteressiert wieder abwenden, da durchzuckte sie Verwunderung. Sie erkannte die Farben der Herren.<\/p>\n<p data-p-id=\"de64324c50461371bafb81b42b956393\">\u201eWas wollen die beiden denn hier?&#8221;, fl\u00fcsterte sie und stellte sich auf die Zehenspitzen, um so nah wie m\u00f6glich am Gitter zu sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"dab0d5b64d8652751a9ed617dec8777e\">\u201eWer? Und warum fl\u00fcsterst du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"77a7675a0cbbf0d17e1f6356fb1ab311\">\u201e<em>Yarl<\/em> Lebr\u00e9oka und <em>yarl<\/em> Tjiergroen h\u00f6chstselbst! Der <em>mynstir<\/em> von Benjus von Valvivant.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f193d51aba32e27b5dcdfa62db07f697\">Kelwa erhob sich und kam neugierig n\u00e4her. \u201eOh! Solch hochedler Besuch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f2b150c30390dba662b23d451915e63\">\u201eDas gef\u00e4llt mir gar nicht. Still, ich will wissen, ob ich etwas h\u00f6re!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d16d0286d9f06c4dbd8f0afb69a215c0\">Die M\u00e4chte waren ihr gewogen, denn die Ritter lenkten ihre R\u00f6sser nichtsahnend n\u00e4her an das Kerkerfenster. Nun sah Isan zwar nur noch die Beine der Pferde. Sie waren voller Schlammspritzer und die \u00fcppigen Beh\u00e4nge an ihren Fesseln verfilzt. Offenbar hatten die Herren einen langen Ritt querfeldein hinter sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"89eff295aa63069c814c63a19128d7f2\">Die <em>yarlay<\/em> warteten. Wie es Sitte war, durften sie in einer fremden Burg nicht absitzen, bis ein dazu befugter Bewohner sie ausdr\u00fccklich dazu aufforderte. Aber sie mussten nicht lange warten. Vom Geb\u00e4ude her kamen Leute herbei. Zu Isans \u00dcberraschung war es wohl der <em>teirand<\/em> selbst, der aus seinen Gem\u00e4chern herausgekommen war. Er trug etwas Klingelndes bei sich, vielleicht ein neues Musikinstrument, einen Schellenkranz.<\/p>\n<p data-p-id=\"56b976e39c1d551bd7f9bce9665e9ce7\">\u201eSeid gegr\u00fc\u00dft, edle Herren. Wer seid Ihr?&#8221;, fragte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"d1aca4cbc5030917ee6794ed982a26f9\">Die Ritter z\u00f6gerten. Lebr\u00e9oka prustete verhalten los.<\/p>\n<p data-p-id=\"b839eddaae89743a2b5fb03544426c33\">\u201eIch bin <em>yarl<\/em> L\u00e9ur Tjiergroen,<em> mynstir<\/em> des Hauses Valvivant&#8221;, sagte der andere Ritter. \u201eIn Begleitung von <em>yarl<\/em> Gundald Lebr\u00e9oka, ebenfalls Dienstmann von Benjus von Valvivant.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3df219025492f79d7915bba8e613ee78\">\u201eOh! Freut mich! Dann steigt doch ab!&#8221;, entgegnete der <em>teirand<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"011e1884023b468e3bd2f93f9f7abadd\">\u201eWas ma\u00dft du dir an, Kerl?&#8221;, wies Tjiergroen ihn heftig zurecht. \u201eWas hast du uns zu sagen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f9ca7d3180757c93133c91ce2831cece\">\u201eAber &#8230;&#8221; Asga\u00fd von Spagor unterbrach sich verst\u00f6rt. Zum Gl\u00fcck war <em>yarl<\/em> Emberbey ihm offenbar auf dem Fu\u00dfe gefolgt.<\/p>\n<p data-p-id=\"b70924d284a388cd867dad171057a28a\">\u201eLasst mich das regeln, Herr&#8221;, rief er eilig, noch bevor er die Gruppe erreichte. Isan h\u00f6rte ihn eilig herannahen. \u201eWillkommen, edle Herren. Ich bin <em>yarl<\/em> Alsg\u00f6r Emberbey, Dienstmann von Asga\u00fd von Spagor, der in Person vor euch steht. Steigt ab!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7416320a735d31bdef4873bdc2e801ed\">Die Ritter z\u00f6gerten.<\/p>\n<p data-p-id=\"fd6c27131285daf012806c38325a5f77\">\u201eEs ist ein &#8230; Kost\u00fcm &#8230;.&#8221;, brachte der \u00e4ltere <em>yarl<\/em> hervor, und ganz offensichtlich war ihm die Angelegenheit ziemlich unangenehm. \u201eEs hat seine Ordnung damit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"194d90036e1c99d77792484866178152\">Tjiergroen und Lebr\u00e9oka schwangen sich aus den S\u00e4tteln. Nun sah Isan nur noch eine Menge gestiefelter F\u00fc\u00dfe. Von der Seite schlurfte jemand in Schuhen aus glatt gegerbtem Leder heran, in die ganz offensichtlich vors\u00e4tzlich mehrere L\u00f6cher gestanzt worden waren. Die Hosenbeine dar\u00fcber waren aus bunten Flicken sorgf\u00e4ltig zusammengef\u00fcgt.<\/p>\n<p data-p-id=\"6b9b3b2642da125871293e339c5b5d0e\">\u201eVergebt uns, Majest\u00e4t&#8221;, brachte Tjiergroen nach einem Moment peinlicher Stille hervor. \u201eWir mussten annehmen, Ihr seiet ein &#8230; Hofnarr, oder so etwas.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"70795bafcc87c543641cb30bcca609e3\">Isan schlug sich die Hand vor den Mund, um nicht loszulachen. Auch Kelwa h\u00f6rte lautlos lachend mit. Dass sie heute noch etwas so lustiges zu h\u00f6ren bekommen w\u00fcrde, hatte sie nicht geahnt.<\/p>\n<p data-p-id=\"7d771ba4e4195211e791d561a213e3a3\">\u201eDann hat Euch meine Verkleidung get\u00e4uscht? Vortrefflich!&#8221;, rief der <em>teirand<\/em> entz\u00fcckt aus. \u201eEmberbey, ich habe es Euch doch gleich gesagt. Das ist ein gutes Zeichen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a42bdd80bc9c9a6b36d677bb2da3654a\">\u201eSicherlich, Herr. Lasst uns sp\u00e4ter dar\u00fcber reden. Wollt Ihr nicht den Grund des Besuches der Herren aus Valvivant erfahren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"799d6c5a48cc8b63fe0b801d855a8ee9\">\u201eNat\u00fcrlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d2d5346c4a3c96a2ae9bede394dc7cfc\">Schweigen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b0206c41fd46bdb391d925451ca2d78c\">\u201eDann fragt sie danach&#8221;, brachte der <em>yarl<\/em> zwischen den Z\u00e4hnen hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"aafbf218a7f844d60036d5c5874f6daf\">\u201eOh. Nat\u00fcrlich. Was f\u00fchrt Euch den weiten Weg hierher? Ihr m\u00fcsst ewig unterwegs gewesen sein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c64340833826c5692f6edd53682a817a\">\u201eNun, Majest\u00e4t, die Geschichte ist recht unerfreulich. Wir sind im Auftrag unseres Herrn auf der Suche nach einem Hochverr\u00e4ter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ecc42d22ddf1311a345581dd87f02be5\">\u201eHier? Am Rand der Welt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d0aa16a92803fb1d2010ea6401c80420\">\u201eEs handelt sich um einen Eurer Dienstm\u00e4nner. Und nachdem der hochedle <em>yarl<\/em> Emberbey neben Euch steht, m\u00fcssen wir seinen Namen nicht laut aussprechen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e971163584882bb437f87ce57a238c2a\">Isans Augen weiteten sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"77edfe738e4d2bcaf20921d564e0e089\">\u201eWas reden die da?&#8221;, fragte die Fischersfrau best\u00fcrzt, aber das M\u00e4dchen legte den Finger an die Lippen.<\/p>\n<p data-p-id=\"157da7221b495ca32e6a47d4ededbeba\">\u201eErkl\u00e4rt Euch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2cb831842d7c920493443713d5ebe212\">\u201eMajest\u00e4t, es gibt Gr\u00fcnde zur Annahme, dass Wa\u00fdreth Althopian einen Pakt mit einem Schattens\u00e4nger geschlossen hat, um unserem Herrn und wahrscheinlich auch Euch Schaden zuzuf\u00fcgen. Es sind Dinge geschehen in Valvivant. Der Gnade der M\u00e4chte allein ist es zu verdanken, dass es unseren <em>teirand<\/em> nicht hinter die Tr\u00e4ume gebracht hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c9e51d3678bdea41219826b9ebf91caa\">\u201eOh. Aber der <em>teirand<\/em> ist wohlauf?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d6e9edfb480b3ead99df45685d50614b\">\u201eEs geht ihm den Umst\u00e4nden entsprechend gut.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"776436894e849c7cf9dd6d0f687a8c20\">\u201eEin Schattens\u00e4nger, sagt Ihr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e126a7c55431e9671187d0fb8f3bd7ae\">\u201eEin Schwarzmantel, ja.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ffdbe5847cc8a1e5b2917ec3a1ac783\">Asga\u00fd von Spagor lachte auf. \u201eIch bitte Euch! Das sind doch &#8230; M\u00e4rchen! Seit Generationen ist kein Schattens\u00e4nger mehr gesehen worden! Ihr Wald ist durch irgendein Unheil zur Ein\u00f6de geworden! Jeder <em>b\u00e1chorkor<\/em> kann Euch das sagen&#8221;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aabee65589bd6a63b7ca390c5e4380c5\">\u201eWollt Ihr die Worte unseres <em>teirand<\/em> ins L\u00e4cherliche setzen, Majest\u00e4t?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b780cac993760da768beaaadf16c4ebe\">Alsg\u00f6r Emberbey r\u00e4usperte sich. \u201eIch glaube Euch, nachdem ich in diesen Tagen \u00e4hnlich phantastische Geschichten zu Ohren bekommen habe. Aber es f\u00e4llt mir schwer anzunehmen, dass Wa\u00fdreth Althopian in irgendeiner Weise gegen Euren oder seinen <em>teirand<\/em> handeln w\u00fcrde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9285b32b72c890074a25885857450e53\">\u201eAber Ihr wisst schon, dass es das Haus Althopian ist, das gewisse &#8230; Verbundenheit zu den Schwarzgewandeten unterh\u00e4lt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cda29d6752f84bfb8a5b70db4b08bbfc\">\u201eSelbstverst\u00e4ndlich. Aber auch in seinem <em>yarlm\u00e1lon<\/em> ist seit Generationen kein Schwarzgewandeter mehr erschienen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9111e01cad9d14cb89271d1cc800a67c\">\u201eUmso bedrohlicher, dass es pl\u00f6tzlich einen gibt, der es offenkundig geschafft hat, den <em>yarl<\/em> f\u00fcr seine d\u00fcsteren Pl\u00e4ne einzuspannen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c61e6f23ca2e04bd4a44b0feb7d25bb\">\u201eEmberbey&#8221;, schaltete der <em>teirand<\/em> sich verwirrt ein, \u201ewas geht hier vor?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a4781679804d5198b56019eebe959cfd\">\u201eUnser Herr, Benjus von Valvivant, hat dem <em>yarl<\/em> die Gelegenheit gegeben, sich von allem Verdacht reinzuwaschen. Das ist nicht geschehen. Er hatte viele Tage Zeit, seinen Auftrag zu erf\u00fcllen. Stattdessen erfahren wir nun, dass er hierher zur\u00fcckgekehrt ist. So ist es doch, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6032585d49b9037ed7434a6a8a00e935\">\u201eAls ich ihn zuletzt vor mir hatte, sagte er, er wolle an den Strand&#8221;, best\u00e4tigte der <em>teirand<\/em> arglos.<\/p>\n<p data-p-id=\"350d00d78139ebda796ca58f51768d8f\">\u201eGut&#8221;, entgegnete Tjiergroen vielsagend. \u201eDas wollen wir auch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8e56ae046cf9c30c871ee05d40aa7223\">\u201eHaltet ein.&#8221; Asga\u00fd von Spagor regte sich und trat mitten unter die Ritter. Irgendwo an seinem Gewand klingelten Gl\u00f6ckchen. \u201eBevor hier irgendjemand etwas unternimmt, will ich wissen, was vorgeht. Kommt in mein Haus, edle Herren. Ich m\u00f6chte \u00fcber jedes Detail dieser r\u00e4tselhaften Geschichte in Kenntnis gesetzt werden. Ich verstehe n\u00e4mlich kein Wort.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66690df876f46148209b1d02b0a454ad\">Diese unerwartet herrschaftliche Ansprache schien die Ritter zu \u00fcberraschen. Offenbar wurden still Blicke gewechselt. Dann entfernten die vier M\u00e4nner sich, w\u00e4hrend ein Stallknecht sich der Pferde annahm..<\/p>\n<p data-p-id=\"dcf930d7194d363817d322f765bee9f5\">Isan erbleichte und sprang vom Schemel herunter.<\/p>\n<p data-p-id=\"abedb4587fd2ecd601729242c274b856\">\u201eIch muss hier raus. Bei den M\u00e4chten, ich muss ihn <em>warnen<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a2c06b9ad10e36f4dffbaf2d7bd6aea\">\u201eAber was soll das hei\u00dfen? Hat der Schattens\u00e4nger tats\u00e4chlich &#8230; ich meine, den <em>teirand<\/em> von Valvivant&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"50dd62a2c5a6919ec7d3f15b56282eaa\">\u201eUnsinn&#8221;, gab Isan zur\u00fcck. \u201eDer w\u00fcrde doch nicht &#8230;&#8221; Sie z\u00f6gerte. H\u00e4tte sie nicht eigentlich sagen m\u00fcssen, dass Wa\u00fdreth Althopian \u00fcber allen Verdacht erhaben war?<\/p>\n<p data-p-id=\"e1eb89f6038e57a14d65eca312781ac7\">\u201eDas ist ein ganz furchtbares Missverst\u00e4ndnis. Ich bin mir sicher, dass sich all das aufkl\u00e4ren w\u00fcrde, wenn &#8230;&#8221; Sie z\u00f6gerte. Wa\u00fdreth Althopian war auf dem Weg zum Strand, um dort dem Schattens\u00e4nger zu begegnen. Nahm man die Flut als Startzeichen, blieb ihm kaum noch Zeit. Althopian wollte keine Zeugen. Und ihm war unwohl bei dem, was er von der Begegnung erwartete.<\/p>\n<p data-p-id=\"69ea0cd8c1aa0fc32255fe212f3de77a\">Die <em>yarlay<\/em> aus Valvivant waren hergekommen, um Wa\u00fdreth Althopian zur Rede zu stellen, weshalb er Benjus von Valvivant nicht \u2013 wie verlangt \u2013 mindestens den Kopf des Magiers gebracht, irgendwie dessen unbehelligten Abzug verhindert hatte. Zeit genug dazu w\u00e4re wohl gewesen. Althopian, der \u00fcberzeugt gewesen war, dass der Schattens\u00e4nger seine Freunde in Wijdlant und diese verr\u00fcckte <em>teiranda<\/em> retten konnte, war \u2013 wie der Magier selbst \u2013 in Wijdlant in die F\u00e4nge des Rotgewandeten geraten, der m\u00f6glicherweise in Person hinter dem Mordanschlag auf den <em>teirand<\/em> steckte. Dann hatte etwas den ganzen zeitlichen Ablauf der Dinge in Unordnung gebracht, etwas, womit sie nicht hatten rechnen k\u00f6nnen. Denn f\u00fcr den Schattens\u00e4nger schienen die Regeln von Raum und Geschwindigkeit ohne Bedeutung zu sein. Magie. Benjus von Valvivant hatte seine <em>yarlay<\/em> losgeschickt, um Althopian zur Rede zu stellen. Althopian war unterwegs, einen Schritt davor, dem Schattens\u00e4nger zu begegnen. Im Auftrag des Rotgewandeten. <em>Deswegen<\/em> war er so bedacht darauf gewesen, die Brautfahrt von Asga\u00fd von Spagor zu verz\u00f6gern.<\/p>\n<p data-p-id=\"e1e0f1240093962da000641f60f7f1c3\">\u201eBei den M\u00e4chten&#8221;, wiederholte Isan, \u201ejemand muss das Schlimmste verhindern. Nein, nicht verhindern. Jetzt verstehe ich. Alle Dinge &#8230; sie m\u00fcssen in der vorgesehenen <em>Reihenfolge<\/em> geschehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f3484843548d859a0e32bfd6552e2a75\">Denn wenn die <em>yarlay<\/em> verhinderten, dass Althopian dem Schattens\u00e4nger am Strand begegnete, wenn die beiden sich verpassten und der Magier auf seinen so kurzen Wegen wieder zur\u00fcck nach Wijdlant ging, bevor Asga\u00fd von Spagor bereit war, sich vor der <em>teiranda<\/em> zu blamieren&#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"2861016f0053529215a4248152a5a718\">\u201eIch muss hier raus&#8221;, sagte Isan. \u201eIch muss Herrn Wa\u00fdreth warnen. Oder die beiden <em>yarlay<\/em> aufhalten. Eins von beiden.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2224","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2224","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2224"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2224\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3952,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2224\/revisions\/3952"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2224"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2224"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2224"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}