{"id":2223,"date":"2025-08-24T23:38:38","date_gmt":"2025-08-24T21:38:38","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2223"},"modified":"2025-09-01T10:11:11","modified_gmt":"2025-09-01T08:11:11","slug":"086-eine-uralte-jungfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/086-eine-uralte-jungfer\/","title":{"rendered":"086: Eine uralte Jungfer"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"66fbac44dba0bab61ae16d49c1ce1bb5\">Ich hatte keine Zeit verloren. Ich war aus meinem Zimmer gest\u00fcrzt, die Treppe hinunter, durch die Halle, auf den Hof, vorbei an Gesinde, das sich m\u00fchte, das Steinpflaster von Strohresten und Schlamm zu s\u00e4ubern, und hin\u00fcber, die Treppe hinauf auf den von Zinnen ges\u00e4umten Wehrgang. Als ich bei J\u00f3ndere Mor\u00e9aval ankam, war die Katze noch da.<\/p>\n<p data-p-id=\"75f87d7b26359f84720bb2cf80dec744\">Aber es war nicht Ar\u00e1ma\u00fa. Es war ein magerer, struppiger Kater, der aus der N\u00e4he betrachtet keine \u00c4hnlichkeit mit der Schattens\u00e4ngerin in ihrer vierbeinigen Gestalt hatte. Das Tier streckte sich und streifte dann weiter. Ich seufzte und keuchte vor Anstrengung. Ich war noch nie zuvor so schnell und treppauf gerannt, und das noch vergebens.<\/p>\n<p data-p-id=\"29055e865659f8f8469a537721a4a9f8\">Mor\u00e9aval schaute mich verwundert an. Ich war verlegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3494fe219f8f16bab4b68129e9a59047\">\u201eWas wird da unten vorbereitet?&#8221;, fragte ich ihn.<\/p>\n<p data-p-id=\"14582c0456ea03855f5d558ebe908ab2\">\u201eIch bin mir nicht sicher. Kann ich dir ein Geheimnis anvertrauen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d13f930fd46e47a5e156eaefa83709fb\">\u201eEines, das der Rotgewandete nicht wissen darf?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c775bffe19f1b820aa4301416cf6a84\">Er winkte ab. \u201eAch &#8230; nein. Das hat keinen Zweck. Vor dem l\u00e4sst sich nichts geheim halten. Nein, ich frage mich \u2013 und es w\u00e4re mir unrecht, wenn die <em>teiranda<\/em> es w\u00fcsste \u2013 ob wir in einen Krieg ziehen oder in ein Turnier zu Ehren eines k\u00fcnftigen Herrscherpaares. Wir sind so m\u00fcde. Und verwirrt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f265a3363bb9b57fb5b4114352687ab3\">Er st\u00fctzte sich an zwischen zwei Zinnen ab und schaute hinab. Ich tat es ihm nach. Hinunter war es tief. Im Graben d\u00fcmpelten die schmuddelig grauen Schw\u00e4ne.<\/p>\n<p data-p-id=\"9e95b5df72b476fae4b61acca4039828\">\u201eW\u00e4re es denn f\u00fcr Euch so schlimm, wenn die <em>teiranda<\/em> &#8230; also, wenn sie einen <em>h\u00fdardor<\/em> f\u00e4nde?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"402da07508a154fe730139814ed4b4fd\">\u201eNein. Aber ich mache mir Sorgen, was geschieht, wenn es nach den Pl\u00e4nen des Rotgewandeten l\u00e4uft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"57078d85f2cf56e9c9f1accab2f658fe\">Mir wurde bewusst, dass ich f\u00fcr den Moment allein, ohne Mith\u00f6rer mit ihm war. Vielleicht war das nun die Gelegenheit, die richtigen Fragen zu stellen.<\/p>\n<p data-p-id=\"53ebc910e674a22f471e2eb7a36aee08\">\u201eHabt Ihr noch den alten <em>teirand<\/em>, den Vater von K\u00edan\u00e1 von Wijdlant kennenlernt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"12beb03d05a92817e8dc4c995eb7611f\">\u201eBei den M\u00e4chten, <em>f\u00e1njula<\/em>! Das ist Generationen hin! Mein Vater hat als Page noch seine Bekanntschaft gemacht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"093fbacad2665eea01671752b75c9d44\">\u201eDann ist die <em>teiranda<\/em> also eigentlich eine alte Frau? Eine, die der Rotgewandete mit Magie verj\u00fcngt hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6adb170d85201202017918b8779eb83c\">\u201eNein&#8221;, sagte der Ritter. \u201eSie ist eine sehr junge Frau. Eine, die nicht gealtert ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6a21120df5b3a2dbc11266e941f0c909\">\u201eIst das ein Unterschied?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2afd74c8a2b0c070ac796b987a6b18e8\">\u201eNat\u00fcrlich. Wenn du mit ihr redest, hast du den Eindruck mit einer ehrw\u00fcrdigen Gro\u00dfmutter zu reden \u2013 oder mit einem flatterhaften jungen M\u00e4dchen? Sie ist in all der Zeit niemals wirklich erwachsen geworden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f99a35228441f04ab04068290babb14b\">\u201eIch verstehe. Dann ist es f\u00fcr Euch und die andern <em>yarlay<\/em> so, als ob ihr ein junges M\u00e4dchen beh\u00fctet?&#8221; Ich z\u00f6gerte und wurde dann deutlicher. \u201eEin krankes, schwaches, schwinds\u00fcchtiges kleines M\u00e4dchen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67193708f889b393430e4eb7a145d171\">Seine Augen verengten sich misstrauisch. \u201eWorauf willst du hinaus?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a60bf19f9802b45f033704eb04f6b023\">\u201eNichts. Ich rate nur. Ich fragte mich, wie es sein kann, dass niemand \u00fcber eine so lange Zeit bemerken konnte, was hier vor sich geht. Hier in &#8230; <em>Pianmur\u00edt<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dce72926fa227325bab80e825af72dbe\">\u201eWo?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"913639e34d68f8be75a2aea3999d150b\">Aha. Das war also eine <em>falsche<\/em> Frage. Er wusste nichts von Gor Lucegaths Dom\u00e4ne, in der er sicher oft genug gewesen war. M\u00f6glicherweise weigerte sich sein Verstand, sich an etwas zu erinnern, was es nicht gab.<\/p>\n<p data-p-id=\"6709431bb318aa2646e3646d82ebd5dc\">\u201eNichts. Ich habe nur den Eindruck, dass es mit der Gesundheit der <em>teiranda<\/em> nicht zum Besten steht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"be26c9ce631b438c746be79453ecdd3d\">\u201eHast du den Eindruck, dass sie unter ihrem Zustand <em>leidet<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2f6aca925a008a98f91271cf06707847\">\u201eNein &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f9a37078911f09cb514cc25a99386b8\">\u201eIst dann nicht wenigstens das gut so? Dass sie sich gl\u00fccklich w\u00e4hnt und nicht begreift, was mit ihr ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d9bdcdabaef95fa2e3a514d4fa0bda72\">Mhm. Vielleicht hatte er Recht.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b475a8ab94f92d337a15fb179a415e\">Er nickte mir zu. \u201eEben. Und vielleicht war gerade das der Grund, weshalb es so geblieben ist, seit mein Vater der Totenwache f\u00fcr den alten <em>teirand<\/em> beiwohnte. Und nun &#8230; nun, vielleicht wird es sich \u00e4ndern. Ich flehe zu den M\u00e4chten, dass der fremde <em>teirand<\/em> ihr besser tun wird als &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea21db7ee7acbe1a136bd734bbb62be8\">Er unterbrach sich und wandte sich ab. Vermutlich bemerkte er, dass er sich in Meister Gors Ungnade redete.<\/p>\n<p data-p-id=\"9eb3d9e84fc9a0ec635d686d1485afe5\">Das Gespr\u00e4ch war von seiner Seite aus beendet. Aber er schaute schon wieder so betr\u00fcbt drein, dass ich ihn nicht wortlos verlassen wollte.<\/p>\n<p data-p-id=\"93d3e4dedee9eb68929764643dbdd4a0\">\u201e<em>Il ay&#8217;ra<\/em>&#8220;, sagte ich, um ihn aufzumuntern, die Worte kamen mir ganz automatisch \u00fcber die Lippen. Irgendwo hatte ich sie vor langer Zeit schon einmal geh\u00f6rt.<\/p>\n<p data-p-id=\"734cb59cfc5298f44575548bce3e3f9a\">Mor\u00e9avals Mundwinkel zucken, als verb\u00f6te er sich ein L\u00e4cheln. \u201eDas sagt meine Mutter oft. So oft. Ach, was g\u00e4be ich darum, nun bei ihr zu sein und ihre Hand zu halten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d392f23449059841828408ab454432db\">\u201eIhr habt Eure Mutter sehr lieb, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"698341eb003835a8c057e3992bbe896e\">Er nickte stumm, und seine Miene ver\u00e4nderte sich f\u00fcr einen kurzen Moment, wurde seltsam weich und irgendwie kindlich. Ich fragte mich, wie es wohl sein mochte, eine innige Beziehung zu einer Mutter zu haben.<\/p>\n<p data-p-id=\"e7d936c48688dd82026d4c61533ef8bb\">Ich nickte ihm zu und wollte fortgehen, bevor ich wieder in einen depremierenden Gedankenkreisel geriet. Als ich schon ein paar Schritte entfernt war, h\u00f6rte ich ihn fragen: \u201eUnd du? Wie sieht es aus mit deinem Gl\u00fcck?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b79f153ba41e09488a1b302772c6bc8\">Ich blieb stehen. Er kam mir hinterher. \u201eWer bist du eigentlich? Wieso l\u00e4ufst du so staunend einher, als w\u00e4re all das hier ein gro\u00dfes wundersames Abenteuer? Wie kannst du so unschuldig sein, so als ob du nur tr\u00e4umtest?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1a354ddd661afe3b48f73002695ca77b\">Sah es so aus? Hinterlie\u00df ich so einen Eindruck auf die Leute hier?<\/p>\n<p data-p-id=\"31f648d8d9c05e11096becb953c73360\">\u201eUnd wenn dem so w\u00e4re?&#8221;, fragte ich betroffen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7e4fa018ea671d30ad1f919899b50f95\">\u201eOh bitte, versteh mich nicht falsch. Ich wollte nicht respektlos sein. Es ist nur &#8230; nicht, als ob es nicht schon seltsam genug w\u00e4re. Meine Kameraden und ich, wir haben uns schon oft gefragt, wo der Rotgewandete dich &#8230; <em>aufgelesen<\/em> hat. Was <em>deine<\/em> Geschichte ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d3f19abbedcf0583413aaaa88f5483c\">\u201eIch wei\u00df nicht, ob es jemandem gut t\u00e4te, wenn ich Euch davon erz\u00e4hlte. Nicht jetzt. Aber glaubt mir \u2013 ich befinde mich, jetzt eben, in diesem Moment, im selben Traum wie ihr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"570bb7845522b8edd583ce3d006fa224\">Er schaute mich fragend an. \u201eGlaubst du, dass jemand uns beide aus diesem Traum erwecken k\u00f6nnte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b39a2500d5c2d835abe0ef8659a146a8\">Ich nickte. \u201eIch bin ganz sicher, dass das schon bald geschehen wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"905b4f7e5b281050f598ca4640491840\">Er schaute mich nachdenklich an. Dann verneigte er sich h\u00f6flich, ging an mir vorbei und seiner Wege. Irgendwie f\u00fchlte ich mich erleichtert, dass er die Mauer und den Abgrund daneben verlie\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"5c4f312923af167475030cae0b265924\">Die Gezeiten \u00f6stlich von Virhav\u00e9t, an dem Bereich der K\u00fcste, wo die Burg des Hauses Spagor lag, unterschieden sich von dem Wechsel der Ebbe und Flut, wie sie in anderen Gegenden waren. Es hatten zu allen Zeiten sowohl Seeleute als auch neugierige <em>forscoray<\/em> versucht, den Grund daf\u00fcr zu ergr\u00fcnden. Theorien gab es viele, Beweise wenige. Tatsache war, dass sich die Flut nicht im Laufe der Zeit mit jeder Welle ein St\u00fcck weiter an den Strand heran oder von ihm weg bewegte. Stattdessen schien sich das Wasser zur gegebenen Stunde weiter drau\u00dfen auf See aufzustauen, um sich schlie\u00dflich mit einem gewaltigen Schwall zu ergie\u00dfen. Etwa so, als w\u00fcrde ein Eimer ausgekippt und sein Inhalt an einer flachen Rampe ausrollen; das war der Strand, der in den Stunden der Ebbe hier sehr breit war und dies auch l\u00e4ngere Zeit blieb als \u00f6stlich bei Virhav\u00e9t \u2013 einer Stadt, die auf einer felsigen Anh\u00f6he gewachsen war \u2013 oder im Westen, wo das <em>yarlm\u00e1lon<\/em> Emberbey an eine Bucht grenzte, die zugleich ein nat\u00fcrlichen Hafenbecken unterhalb einer Klippe bildete.<\/p>\n<p data-p-id=\"c0cdb154b31535bd3dc0ff598ad10968\">Nahte die Ebbe, kehrte sich das Spiel um \u2013 dann saugte <em>etwas<\/em> das Wasser in Richtung Horizont.<\/p>\n<p data-p-id=\"16ccc1e8ebc2334944f73ef3ad74a8ba\">Die Menschen, die hier lebten wussten um dieses Naturschauspiel, das sich seit Menschengedenken zweimal am Tag so abspielte. Die Fischer hatten w\u00e4hrend vieler, vieler Generationen gelernt, auf diesen Wellen zu reiten und ihre kleinen Schiffe mit Meisterhand auf die Ankerpl\u00e4tze zu lenken. Reisende von weither wurden von Schildern gewarnt, die un\u00fcbersehbar entlang des Strandes, in den D\u00fcnen und am Wegesrand aufgestellt wurden.<\/p>\n<p data-p-id=\"ea5e0f73b5363f990814a66b5d5ce9f1\">Tats\u00e4chlich war, seit Wa\u00fdreth Althopian den Hofdienst absolvierte, niemand hier ertrunken. Jedes kleine Kind wusste, dass es lebensgef\u00e4hrlich war, sich zu den gewissen Zeiten zwischen den D\u00fcnen und der Wasserlinie aufzuhalten.<\/p>\n<p data-p-id=\"0b7f27168a976b5cad45533d3c0ae5a6\">Von daher war es ziemlich <em>idiotisch<\/em>, die gro\u00dfe Flutwelle hier unten am Strand zu erwarten. Das war dem Ritter v\u00f6llig bewusst. Aber er wollte es nicht riskieren, die Ankunft des Bootes zu vers\u00e4umen, das sein Schicksal an Bord hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"340924aa72ba029f5cb4e96027a5c90a\">Es blieb ihm keine andere Wahl. Er durfte den Schattens\u00e4nger nicht aus den Augen verlieren, von dem Moment, an dem das Boot von der gro\u00dfen Welle herangetragen wurde bis zu dem, in dem der Magier seinen Fu\u00df wieder an Land setzte. Sein Pferd hatte der Ritter weiter oben in den D\u00fcnen angepflockt, nur zur Sicherheit. Er glaubte nicht, dass es n\u00f6tig oder auch nur n\u00f6tig sein w\u00fcrde, hoch zu Ross die Verfolgung aufzunehmen. Er sa\u00df im Sand, das Schwert griffbereit neben sich und hielt gedankenversonnen den Ring aus dem Haar der <em>yarlara<\/em> in der Hand. Und w\u00e4hrend er da sa\u00df, kam er sich l\u00e4cherlich und winzig vor.<\/p>\n<p data-p-id=\"d0c2a7af9bcf93a3e07a6e588870b886\">Als die erste Welle ein Boot herantrug, steckte er seinen Talisman wieder unter sein Hemd und warf einen Blick auf den Kompass. Die Scherbe darin pulsierte im Zwielicht nun hell wie ein kleiner Stern.<\/p>\n<p data-p-id=\"29f224fd211a7ecba926cecf8fb360f3\">Es war soweit.<\/p>\n<p data-p-id=\"66f5bb4c16beb0dd21896047ccdb8d9d\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"b4711aeeecf66c64f5a11f547d21ac08\">Die Zeit verrann. Es wurde dunkel \u00fcber der Burg. Der Hof und die Halle waren geschm\u00fcckt. Und die Untertanen der <em>teiranda<\/em> schienen alle denselben Gedanken gehabt zu haben. Sie fragten sich, was sie hier eigentlich getan hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"0fa798817732584a20f2fae86bce130b\">Jede Person, die mir begegnete, wirkte ratlos. Hier und da schnappte ich Gespr\u00e4chsfetzen auf, aus denen sich erschlie\u00dfen lie\u00df, dass man sich ernsthaft Gedanken \u00fcber den Gem\u00fctszustand der <em>teiranda<\/em> machte. Gor Lucegath blieb verschwunden. Und auch die <em>teiranda<\/em> selbst zeigte sich nicht. Ich entschied mich, nachzusehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"eb8cf409ea819aaaf3a79760dd26a06b\">Vor der T\u00fcr ihrer Privatgem\u00e4cher stand der Wachposten und tuschelte leise mit der Zofe. Als die beiden mich kommen sahen, verstummten sie, so als sollte ich nicht mith\u00f6ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"54f780bddc3b3799ec0dfa690f85d0d0\">\u201eWie geht es ihr?&#8221;, fragte ich. \u201eWarum zeigt sie sich nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5c27ee2fe2d3639de98e42f72e443ee3\">\u201eSie bereitet sich auf ihren &#8230; Besuch vor&#8221;, sagte die Zofe knapp.<\/p>\n<p data-p-id=\"78b2dcde97546056a79119ebc872f315\">\u201eIst Meister Gor bei ihr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6429d9681b2de67c8572cd94f166478d\">\u201eVerflucht soll er sein&#8221;, zischte die Frau. \u201eVerflucht er und alle seiner Art, egal in welchem Gewand. Und alle, die mit ihnen sind, gleich dazu!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"274687ef9e9cc2f892fba7d3c4a91d9b\">Ich war verwirrt. Was war geschehen, das diese Feindseligkeit erkl\u00e4rte? \u201eDarf ich sie sehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a0dfda850b55564d915d8d6c078b90c6\">\u201eNein&#8221;, giftete die Kammermagd mich an. \u201eSie will niemanden sehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fc8aaa06ec613236daefb7fbf4bb0829\">\u201eAber vielleicht kann ich helfen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ba2ed7c9b10fb194a7bde7b4430414c4\">\u201ePah!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9477d3e1b8c2a14372c5261295ad98cc\">\u201eBitte&#8221;, sagte der W\u00e4chter beschwichtigend. \u201eVielleicht kann die <em>f\u00e1njula<\/em> sie &#8230; erreichen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"41bd9dd98d8fa59512259d3806356efc\">\u201eErreichen? Was meint ihr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b1f92de5044d578adf4a75ef02d48802\">Beide schwiegen, die Frau d\u00fcster, der Mann verlegen. Dann \u00f6ffnete er mir die T\u00fcr.<\/p>\n<p data-p-id=\"472d1e2e3911f316a25ae1bd1aacb3cf\">Die <em>teiranda<\/em> sa\u00df vor dem Spiegel, wie ich es erwartet hatte. Aber sie trug ein Gewand, das ich an ihr noch nicht gesehen hatte. Goldbestickte Seide, so schneewei\u00df, dass sie in dem grauen Zimmer geradezu strahlte. Ihr Haar verschwand fast unter einem mit zahllosen Perlen und Edelsteinen besetzten Netz. Darauf trug sie eine Krone aus miteinander verschlungenen Str\u00e4ngen aus Gold, die \u00fcber ihrer Stirn zu einem Dreieck zusammenliefen, das sich \u00fcber ihr Haupt w\u00f6lbte. Auch ihre H\u00e4nde und Arme waren mit Reifen und Ringen ausgestattet.<\/p>\n<p data-p-id=\"65cfd80e684c01e944b492e333f1b9c2\">Absurderweise \u00fcberkam mich bei diesem Anblick ein Gef\u00fchl von tiefstem Mitleid. Ihr Blick war blind. Kein Glanz, keine Emotion war in ihren blassen Augen, ihre Miene starr wie Porzellan. Sie sah aus wie eine zerbrechliche Puppe, die unter Juwelen begraben war.<\/p>\n<p data-p-id=\"dedad0d5448caee1d9ebd0f2987c55f5\">Ich n\u00e4herte mich ihr vorsichtig, sah mein Spiegelbild hinter dem ihren und auch ihre beiden Bediensteten, die mich von der T\u00fcr aus nicht aus dem Blick lie\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9fef691f947a1af914263a05a1f9efba\">Ich ber\u00fchrte sie zaghaft an der Schulter. \u201e<em>Teiranda<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5cd78e7ababdc1e13466a386ecc6ef06\">Einen Augenblick lang bef\u00fcrchtete ich, sie sei m\u00f6glicherweise tot. Aber sie zuckte sacht zusammen, ohne sich aus ihrer Starre zu l\u00f6sen. Sie war ganz offensichtlich in den Tiefen von Pianmur\u00edt gefangen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d1d78757f7a6c187170367e383662e22\">Ich bewegte meine Hand vor ihren Augen. Keine Reaktion.<\/p>\n<p data-p-id=\"e96cf0fe11bbf41f746921d539eb7d3b\">War das eine Chance, die das Schicksal mir anbot? Ich warf einen Blick zu der Bodenvase unter dem Fenster und beschloss, es zu wagen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b28b54a46ecdef80dc00215115a450c\">\u201eIch glaube, die <em>yarlay<\/em> sollten das sehen&#8221;, sagte ich zu den beiden. \u201eWisst ihr, wo sie sind?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"36baa85920cf6a0e44107365b8ad50dd\">\u201eNein&#8221;, sagte die Zofe misstrauisch, und der W\u00e4chter sch\u00fcttelte den Kopf.<\/p>\n<p data-p-id=\"630c698da91affcb0d27eb611a067e72\">\u201eDann sucht sie. Ich glaube, <em>yarl<\/em> Altabete ist &#8230; ich meine, ich habe ihn im Stall gesehen. Und Grootplen \u2013 war der nicht vorhin noch in der Halle?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5c49597f04406aff28d2a0b1ef604d8e\">Sie z\u00f6gerten.<\/p>\n<p data-p-id=\"5367ea78af18ce2b997389acc27431fc\">\u201eMacht schon&#8221;, sagte ich nachdr\u00fccklich. \u201eIch schaue, dass ich Meister Gor finde, wenn ihr es nicht tun wollt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9329265dcee8b55460642b341e1faf16\">Das wirkte. Die beiden eilten fort. Und ich nutzte den Moment, zur Bodenvase unter dem Fenster zu huschen und hineinzulangen.<\/p>\n<p data-p-id=\"feaf7b3b49cea942a4521c4a5f903d61\">Die Scherbe war noch da. Erleichtert zog ich sie hinaus und umschloss sie mit meinen Fingern. Geschafft!<\/p>\n<p data-p-id=\"fbf93e6131824446b8f9887300a05fbe\">\u201eUjora?&#8221;, fragte die <em>teiranda<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"3a5f3db6a055b30ce2e96266ad788e3a\">Ich erschrak so sehr, dass ich in die H\u00f6he schoss und dabei die Vase ins Schwanken geriet. Gerade noch gelang es mir, das Umkippen zu verhindern. Ertappt wandte ich mich zu ihr um und umkrampfte meinen Schatz so fest, dass das Holz sich tief in meinen Handballen dr\u00fcckte.<\/p>\n<p data-p-id=\"67928888ca178b0ddd1ee00d71da5037\">\u201eUjora, sag mir &#8230; bin ich <em>sch\u00f6n<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cedecda57073eaf24d241b63a9415c9c\">Das verbl\u00fcffte mich. Ich war mir sicher gewesen, dass sie mich fragen w\u00fcrde, wieso ich mich an ihren Sachen zu schaffen machte. Aber was konnte ich ihr antworten? Dass sie aussah wie die Auslage eines orientalischen Juweliers?<\/p>\n<p data-p-id=\"35c8512c81baea04f072c1d19c1c142f\">Sie wartete keine Antwort ab. \u201eDas ist das Prunkkleid und Geschmeide meiner Mutter&#8221;, sagte sie vertr\u00e4umt.<\/p>\n<p data-p-id=\"13645fa7d58c7cab7be1d89deb9f2ff4\">\u201eEs ist sicher sehr kostbar&#8221;, antwortete ich diplomatisch.<\/p>\n<p data-p-id=\"6989cf62c6ed16724ac67613e8da9d88\">\u201eJa. Aber bin ich sch\u00f6n darin? Bitte, sag mir die Wahrheit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19f54fd7e825e82cdaee5877ed0f6fea\">Ich ging zu ihr hin\u00fcber und h\u00e4tte ein Verm\u00f6gen daf\u00fcr gegeben, nun eine Hosentasche zu besitzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"546557c5de6dcdb7bbed3482ff3d99f1\">\u201eHat Meister Gor Euch empfohlen, das zu tragen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7864ec167ea576be7c18c73eb30bb7c3\">Sie sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNein. Von so etwas verstehen M\u00e4nner nichts.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f96b6e4d79c75659ddf469fa94be553d\">\u201eUnd ihr glaubt, der <em>teirand<\/em>, der Euch besuchen kommt, versteht mehr von sch\u00f6nen Kleidern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d87ced63be3753d04c8795ca7b46f22\">\u201eDeshalb frage ich dich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0e66559781b0f3293d4b474f6c80f691\">Ich schaute mit ihr in den Spiegel. Darin war nun nichts zu sehen als wir beide.<\/p>\n<p data-p-id=\"754292ad1422ad394ccb355ba2686b15\">\u201eSoll sich der junge Herr in Euch verlieben oder in Euer Kleid? In Euren Reichtum? Steht es etwa so in den Geschichten vom Smaragdritter und der Rosendame geschrieben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4c00168c44565a569bb0242d2c86c0ff\">Sie schwieg einen Moment.<\/p>\n<p data-p-id=\"142cf75a4ab38c1a5b7e6180a5622cf5\">\u201eUm ehrlich zu sein&#8221;, sagte sie dann, und in ihre Augen kehrte etwas mehr Farbe zur\u00fcck, \u201ees ist sehr umst\u00e4ndlich und unbequem.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"018bb21211bf5de77966ea532b005c07\">\u201eWollt ihr Euch unwohl f\u00fchlen, wenn Ihr Eurem k\u00fcnftigen <em>h\u00fdardor<\/em> begegnet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"baa707fcd736b011008c3fc5369d73d3\">Sie schaute mich an, und ganz kurz fiel ihre Starre von ihr ab. Sie verzog ihre blassen Lippen zu einem bitteren L\u00e4cheln. \u201eIch benehme mich ziemlich n\u00e4rrisch, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"faac49b63b9cf5a755e67267cdc76863\">\u201eSoll ich Euch helfen, zumindest diesen Kopfputz wieder abzunehmen? Ihr habt so sch\u00f6nes Haar. Das sollte er sehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dcbd3c548d48d5dace6e11da7a58bdfc\">Sie nickte. Ich trat hinter sie, und im Schutze ihres Schleiers gelang es mir, die Scherbe wieder unter mein Hemd zu bugsieren. Dann versuchte ich, die Edelsteinnadeln zu finden, die zu dem Schleier geh\u00f6rten.<\/p>\n<p data-p-id=\"d191916cc74e3889b1c1ed367a6b6f5a\">\u201eIch m\u00f6chte nicht noch einmal diesen Fehler machen, verstehst du, Ujora? Diesmal will ich es nicht verlieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bcc24b6319b4aab948e97f86f633c71e\">\u201eWelchen Fehler, <em>teiranda<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9433c755bfe069ded8146baf46fe9d6d\">Sie wollte gerade etwas antworten, doch da war die Zofe wieder da. <em>Yarl<\/em> Grootplen folgte ihr auf dem Fu\u00dfe, z\u00f6gerte aber, einzutreten.<\/p>\n<p data-p-id=\"3d4de49b83b0f7ff64c0e62c3d9b8a5e\">\u201eLass mich das machen&#8221;, zischte die Frau mir w\u00fctend zu. \u201eDu bringst noch ihr Haar in Unordnung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6822a0560d5bc39c1a5dbce2e83d72af\">Die <em>teiranda<\/em> sagte nichts dazu, widersprach auch nicht, blickte nur stumm in das Spiegelglas. Ich zog mich zur\u00fcck und wollte am <em>mynstir<\/em> vorbei. Aber er versperrte mir mit dem Arm im T\u00fcrrahmen den Weg.<\/p>\n<p data-p-id=\"e13aba16ec12c2ff69edb9b82439975d\">\u201eDu solltest nicht hier herumlaufen, bevor alles vorbei ist&#8221;, sagte er leise. \u201eGeh in dein Gemach und komm erst wieder hervor wenn &#8230; es &#8230; geschehen ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bc87b8d03e43bd979078e05b27a21c62\">\u201eWenn was geschehen ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67dae844f32d220d7bfc2baf51884021\">\u201eWas immer der Rotgewandete dir anvertraut hat, was geschehen wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dc07607fb35f152024b9a0ea31a978cf\">\u201eIch wei\u00df nicht, wovon Ihr redet!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0d7ee4f592c36b26f5c342b7ee3890ac\">Er legte mir seine andere Hand auf den R\u00fccken und schob mich mit sachtem Druck auf den Flur. Die T\u00fcr schloss er zugleich mit dem Fu\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"643fc9df21037f9211d87337db88a5a2\">\u201eBei den M\u00e4chten, f\u00fcr wie naiv h\u00e4ltst du uns? Du wei\u00dft doch gewiss, was der Rotgewandete vorbereitet. In was f\u00fcr einem Possenspiel er uns alle beobachten will.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"af1e805be9d506e2ed488b994633e7bd\">\u201eNein, das wei\u00df ich nicht. Und selbst wenn es so w\u00e4re: Versteht Ihr nicht, dass ich selbst genauso in dem gefangen bin, was sich hier zusammenbraut?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8afa9b1db13b7978cfdf81217230d7c7\">Er nahm seine Hand von mir. Mir wurde die Situation zu unsicher. Ich nickte ihm zu und ging die paar Schritte hin\u00fcber zu meiner Kammer.<\/p>\n<p data-p-id=\"b1da7122464d25def16d36ba16aa80e0\">\u201e<em>F\u00e1njula<\/em>&#8220;, rief er hinter mir her, \u201edie M\u00e4chte m\u00f6gen es verh\u00fcten. Aber so heute alle oder auch nur einer von uns hinter die Tr\u00e4ume geht, so wird derjenige, der daf\u00fcr verantwortlich ist, mitkommen. Wir sind bereit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"79fede88cc9b976176dbe7a104634452\">\u201eBereit? Wof\u00fcr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ba405c87ee5030284f6fc6c8eb7d074\">\u201eNun, der Rotgewandete soll sein Opfer bekommen&#8221;, sagte Daap Grootplen mit gespenstischer Heiterkeit. \u201eOb es ihm gef\u00e4llt oder nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e0055829aae8774bc87c92114081095a\">Ich schauderte und zog mich, so schnell es ging, ins Zimmer zur\u00fcck. Einen Moment lang blieb ich mit dem R\u00fccken gegen die T\u00fcr gelehnt stehen. Aber niemand kam mir nach.<\/p>\n<p data-p-id=\"6512eb99ad15ca1dd54d9d78aa0bfa81\">Erleichtert fingerte ich die Scherbe aus meinem Ausschnitt und kniete neben dem Bett nieder.<\/p>\n<p data-p-id=\"7f8364d45c5387badd3be56d70fa1e0f\">Das Tablett lag unber\u00fchrt da. Daf\u00fcr war nun die Geige fort.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2223","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2223","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2223"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2223\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3951,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2223\/revisions\/3951"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2223"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2223"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2223"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}