{"id":2221,"date":"2025-08-24T23:39:43","date_gmt":"2025-08-24T21:39:43","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2221"},"modified":"2025-09-01T10:10:44","modified_gmt":"2025-09-01T08:10:44","slug":"088-das-artefakt-und-die-unschuld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/088-das-artefakt-und-die-unschuld\/","title":{"rendered":"088: Das Artefakt und die Unschuld"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"702e0dcf928452cb801c9a74f228817f\">Die Nacht war hereingebrochen. <em>Nichts<\/em> war geschehen. Weder war ein gro\u00dfer Held mit seinem Tross aufgetaucht, noch war Yalomiro zur\u00fcckgekehrt. Der geschm\u00fcckte Burghof lag in gespenstischer Stille da. Ab und zu knatterte ein Banner, wenn ein Windzug vorbeifegte. Niemand war zu sehen, nicht einmal die sinnlos ihre Runden ziehenden Wachposten, die sonst um diese Zeit ihren Dienst taten. Auch oben in Meister Gors Turmzimmer war es finster.<\/p>\n<p data-p-id=\"4593565353596592313ebc65a3767d9e\">Ich hatte keinen Grund, zu schleichen oder in Heimlichkeit herumzustreifen. Es war egal, ob mich jemand sah. Unheimlich war es auf dem menschenleeren, n\u00e4chtlichen Burghof. Wo waren sie alle? Musste ich vorsichtig sein? Oder war es mittlerweile egal, was ich unternahm?<\/p>\n<p data-p-id=\"55f450abaebb43a5ac4ad7bc5ff8bcb5\">Ich hatte keine Ahnung, wann und wie Gor Lucegath es getan hatte. Aber ich hatte keinen Zweifel daran, dass der Rotgewandete die Geige an sich genommen hatte. Und wenn das der Fall war, dann hatte er sie sicherlich l\u00e4ngst zerst\u00f6rt. Warum sonst sollte er sich die M\u00fche machen?<\/p>\n<p data-p-id=\"8e91f4b7652ba9a0762fadba36125fb9\">Alles, was mir von Yalomiro geblieben war, waren nun also nur noch die einzelne Holzscherbe und der zerbrochene Bogen. Ich trug beides in der Hand, entschlossen, es nie wieder herzugeben, egal, was passieren w\u00fcrde. Mit dieser wunderlichen Ausr\u00fcstung und einer \u00d6llaterne an einem Tragegriff streifte ich durch die n\u00e4chtliche Burg und fragte mich, wo all die Menschen waren. Sicher, die meisten w\u00fcrden nach einem langen Tag voller nutzloser Arbeit schlafen gegangen sei. Doch auch im Schlaf war es nicht denkbar, dass sie alle sich in Luft aufl\u00f6sten.<\/p>\n<p data-p-id=\"eba77ab2d2df1c25ce03f14905f6a4db\">Zaghaft hatte ich auf gut Gl\u00fcck begonnen, T\u00fcren zu \u00f6ffnen. Ich stie\u00df auf komfortabel ausgestattete Kemenaten ebenso wie auf Gesindequartiere und sogar eine Art Wachstube voller stumpf aussehender Waffen. Ich fand aufw\u00e4ndige Holzbetten und Strohmatratzen am Boden. Aber niemanden, der darin schlafen w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e7237bb203bf441d9004eb20f62f92c\">Sie konnten doch nicht alle verschwunden sein! Irgendetwas stimmte hier nicht!<\/p>\n<p data-p-id=\"40578cf8644fbd2d0ac5517ab5f1ecdd\">Doch je l\u00e4nger ich mich auf der Suche befand, desto <em>unwirklicher<\/em> begann mein n\u00e4chtlicher Rundgang zu werden. Es l\u00e4sst sich schwer in Worte fassen, aber je mehr Zeit verstrich, desto schemenhafter und verschwommener wurde die Burg. Die G\u00e4nge und Korridore kamen mir zunehmend vor, als setzten sie sich endlos in die Ferne fort und wandelten sich von Fluren zu schnurgeraden, schmucklosen Tunneln. Und es ging abw\u00e4rts, das konnte ich unter den F\u00fc\u00dfen sp\u00fcren.<\/p>\n<p data-p-id=\"a97f16c697f5916a3adebcdba0e8a965\">Vielleicht tr\u00e4umte ich meinerseits? Oder war es eine Magie, die mich einlullen sollte? Es war im Grunde egal. Ich tappte voran und meine Gedanken drifteten von mir weg. Es war ein verst\u00f6rend angenehmes Gef\u00fchl, eine Art bet\u00e4ubende Sorglosigkeit, die von mir Besitz ergriff und mein Bewusstsein langsam verdr\u00e4ngte. So, als fiele ich langsam in eine Narkose.<\/p>\n<p data-p-id=\"1ab04c06db0655a9d86149437952e6d9\">Bis zu dem Moment, als mich ein scharfer Schmerz traf und zusammenzucken lie\u00df, hei\u00df wie Feuer und so hart, als f\u00fchre er glatt durch meinen K\u00f6rper hindurch.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"9af7bd7a9c3a54bbbcc82f2cbbf6b4be\">Wa\u00fdreth Althopian hatte in seinem Leben noch keinen Streich mit so viel Kraft und Verzweiflung gef\u00fchrt wie in diesem Moment. Mit der flachen Klinge hatte er ausgeholt, um den Magier niederzuschlagen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0ff45f23f7af2475382272559c871c49\">Das Schwert traf die Schultern des Magiers und wurde in der Hand des Ritters zu einem Blitz, zu einem <em>Schmerz<\/em>, der ihm von den Fingern, die das Schwert f\u00fchrten, durch den ganzen K\u00f6rper zuckte, bis in seine Zehenspitzen und so gewaltig war, dass er in seinem Kopf keinen Platz hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"25bd4b35f65fe51305aafa75e651ac1a\">Ohne einen Laut sank Wa\u00fdreth Althopian in sich zusammen, das Schwert nun untrennbar mit seinen verkrampften Fingern verbunden. Zu keiner Bewegung war der <em>yarl<\/em> f\u00e4hig. Das Pferd scheute, aber da es angebunden war, konnte es nicht weglaufen. Es wieherte schrill auf und riss an seinem Strick.<\/p>\n<p data-p-id=\"e05901395369ceac330cdfe90d78b6b8\">Der Schattens\u00e4nger drehte sich langsam zu dem wehrlosen Ritter um. Seine Augen leuchteten in so grellem Silber, als scheine Sonne auf einen Spiegel.<\/p>\n<p data-p-id=\"a2cdc246f99766d52594cbab7cd24110\">\u201eIch habe mich wohl geirrt&#8221;, sagte er ruhig und neigte sich \u00fcber ihn. \u201eIch hatte gedacht, unter den <em>yarlay<\/em> im Weltenspiel gebe es keinen w\u00fcrdigeren als Wa\u00fdreth Althopian, kein reineres Herz, keine gr\u00f6\u00dfere Ehre und keinen gr\u00f6\u00dferen Mut. Wie schade, dass mir nun ein feiger, ehrloser und verdorbener Mann begegnet, nun, da das Weltenspiel so nahe vor einer Entscheidung steht. Einer, der mir buchst\u00e4blich in den R\u00fccken f\u00e4llt. Herr Wa\u00fdreth, ist bin entt\u00e4uscht von Euch. Und \u00fcber alle Ma\u00dfen <em>ver\u00e4rgert<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c48a88d0c1f3abaf831efc7b25abf673\">Der Ritter zuckte unkontrolliert. Etwas antworten, sich verteidigen konnte er nicht. Selbst seine Z\u00e4hne pressten so schmerzhaft aufeinander, dass sie zu zerspringen drohten.<\/p>\n<p data-p-id=\"0e895a3decbda6d2962b71c7762eb33b\">\u201eWie gerne h\u00e4tte ich mit Euch zusammen einen Weg gefunden, Eure Kumpane aus Pianmur\u00edt herauszuholen. Mit gro\u00dfem Gefallen h\u00e4tte ich es gesehen, wenn Ihr Euer Gl\u00fcck mit der <em>yarlara<\/em> gefunden h\u00e4ttet. Nun aber muss ich erkennen, dass ich mich in Euch get\u00e4uscht habe. Es bleibt mir wohl nichts anderes \u00fcbrig, als den Pakt der <em>camat&#8217;ay<\/em> mit dem Haus Althopian an dieser Stelle zu beenden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fc0cd0f7570ab7784f6cf4428ee0ab39\">Er kniete neben dem Ritter nieder. \u201eSchaut mir in die Augen, Wa\u00fdreth Althopian. Es wird bei weitem nicht so schmerzhaft sein wie das, was der Rotgewandete wom\u00f6glich mit Euch anstellt, wenn er von Eurem Versagen erf\u00e4hrt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9083d90a1eb2fbadcdd71865782d2bec\">Ein Zucken lief in Wellen \u00fcber Althopians K\u00f6rper. Er war au\u00dferstande, sich zu bewegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"934a692e94e27ffa475d61887a340de9\">\u201eGnade&#8221;, kam es m\u00fchsam \u00fcber seine zusammengepressten Lippen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b8741503388ec292b988db7309cb5246\">\u201eWof\u00fcr? Ihr wolltet mich hinterr\u00fccks erschlagen. Ich werde Euch t\u00f6ten, indem ich Euch offen ins Gesicht schaue.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e9e9ac0eaf6ec07e508f419bcdf6e4ee\">\u201eEure &#8230; <em>Unschuld<\/em>&#8220;, wisperte der Ritter.<\/p>\n<p data-p-id=\"2cac72dbed347f1ec25b0e49fad23515\">Der Magier l\u00e4chelte m\u00fcde. \u201eVielleicht muss ich die dahingeben, um noch mehr Schrecken zu verhindern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"81ea96bc303263058c5e9664bef804da\">Wa\u00fdreth Althopian wimmerte auf. Sein K\u00f6rper war immer noch gel\u00e4hmt.<\/p>\n<p data-p-id=\"431cec202c9747bb51e2b57c7fe2bed8\">\u201eWirklich bedauerlich&#8221;, sagte der Schattens\u00e4nger und drehte den Ritter auf den R\u00fccken.<\/p>\n<p data-p-id=\"eb64cca7239ba950b7e5cee0338f2203\">\u201eNein! Nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"99ded68c80533b4073be1247153f881b\">Aus der dunkelblauen D\u00e4mmerung hastete jemand durch die D\u00fcnen herbei, k\u00e4mpfte sich keuchend durch den Sand und st\u00fcrzte an dem nerv\u00f6s t\u00e4nzelnden Pferd herbei. Mit einem Satz hechtete Isan vor und warf sich \u00fcber Wa\u00fdreth Althopians K\u00f6rper.<\/p>\n<p data-p-id=\"6f089c2e7278f1e123cd78e36fdcd4c8\">Der Schattens\u00e4nger wich verbl\u00fcfft zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"b00042f9e90ea82707e295ef67c2f872\">\u201eBitte&#8221;, stie\u00df das M\u00e4dchen atemlos hervor. Beide Augen hatte es fest zugekniffen und das Gesicht von dem Magier abgewendet. \u201eBitte, tut ihm nichts zuleide. Er &#8230; er steht unter einem furchtbaren Zauber! Er hat das alles &#8230; bitte. Es ist ein Missverst\u00e4ndnis!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"643c5545f9a56112bb0a673c240eddf7\">\u201eNat\u00fcrlich ist es ein Missverst\u00e4ndnis&#8221;, sagte der Magier und zog seinen Hut in die Stirn. \u201eNichtsdestoweniger hat er gerade versucht, mich zu erschlagen, um mich zu berauben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2d39d9adb131ef077a00ad29c1af4f07\">\u201eDas ist nicht wahr!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"32484d800d673651ce0019314486b3e1\">\u201eIch war dabei.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a1a28bef246b8554a104bd3f242c0399\">\u201eAber &#8230; nein. Wie immer es sich darstellt, es ist konfus. Nie im Leben h\u00e4tte mein Herr Euch ernsthaft verletzt oder Schlimmeres getan. Was immer er versucht hat, Euch fortzunehmen &#8230; bitte. H\u00f6rt mich an! Ich glaube, ich kann das alles erkl\u00e4ren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa38afc7590851b2d809bde3723b1fca\">\u201eW\u00fcrde eine Erkl\u00e4rung es bessern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9935924214434be7cc12361c2ca9004b\">\u201eLasst es mich wenigstens versuchen. Wenn &#8230; wenn Ihr ihn t\u00f6tet, ist das vielleicht genau das, was der Rotgewandete erreichen will.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c72890b226665bbdb6f021486464d79\">Der Schattens\u00e4nger hob die Brauen. \u201eWas wei\u00dft du vom Rotgewandeten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4722a18273c2d2967b5fa6603306c59\">\u201eEr hat Schlimmes vor. Mit ihm hier &#8230; und sicher auch mit Euch! Und niemand kann sich dagegen wehren&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f78d67dc4b669e8ebf327177d94ee011\">Der Magier schwieg. Isan lie\u00df zaghaft von dem <em>yarl<\/em> ab und kniete zitternd im Sand.<\/p>\n<p data-p-id=\"32df0ce4e60bc871c591ce353ed053b3\">\u201eDie Fremde aus dem anderen Weltenspiel, die sich Ujora nennt<em>, <\/em>hat Euch so lieb! Und Kelwa sagt auch, dass Ihr ein &#8230; ein guter Magier seid. Ihr habt ihre Rosen zum Bl\u00fchen gebracht. Ihr habt ein reines Herz!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dee756fa5d42188fab665e195dc3cf47\">Er hockte sich ihr gegen\u00fcber hin. Zwischen ihnen zuckte der Ritter am Boden.<\/p>\n<p data-p-id=\"52b7428d4b3730703887ef55925f5856\">\u201eKind, mein Herz ist nahe daran zu zerbersten vor \u00fcbergro\u00dfem Zorn.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e768dfcd5f022bd5f85e4eedaac72806\">\u201eBez\u00e4hmt das, was in Euch die Wut entfacht! Ihr k\u00f6nnt das ganz bestimmt! Verta sagt .. ich &#8230; es &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"445a7d10c49e0126d7fd78e21e2891a7\">Sie verhaspelte sich, wimmerte und ihre H\u00e4nde gestikulierten hilflos.<\/p>\n<p data-p-id=\"af688cb9d9269355fd8f5fcea212ec4d\">\u201eWas sagt Verta&#8221;, fragte der Magier. \u201eSprich nur zu.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f1779060c42c5bbd56596647806d5542\">\u201eImmer wenn ich w\u00fctend war&#8221;, wisperte das M\u00e4dchen, \u201eso w\u00fctend, dass ich Sachen kaputthauen h\u00e4tte m\u00f6gen, hat Verta gesagt, ich solle damit \u00fcber Nacht warten. Bevor ich nachher \u00fcber Scherben jammere.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ba54067e620e4c63e9f1c3615b88f21\">\u201eDu meinst also, dass ich im Morgengrauen immer noch die Gelegenheit h\u00e4tte, ihm hier seinen Verrat zu vergelten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"72f7a7970ff18425f70cfe4d79b30dcd\">\u201eJa! Nein &#8230; ich &#8230; oh, bei den M\u00e4chten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"34e1a6eb1f2ab2d1d862499a8f4461dc\">Der Schattens\u00e4nger schwieg eine Weile \u00fcber dem, panischen M\u00e4dchen und dem gel\u00e4hmten <em>yarl<\/em>. Erst nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit ergriff er wieder das Wort.<\/p>\n<p data-p-id=\"c249427b022730db8a1a074f8732a90f\">\u201eDu bist die <em>doayra<\/em>, die in Wijdlant meine Wunden geheilt hat, nicht wahr? Das hast du meisterhaft gemacht. Wirklich ausgezeichnet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ffaea756499b350ada4749ae33c1e91\">Sie schaute \u00fcberrascht auf, besann sich und senkte den Blick schnell wieder. \u201eDanke. Woher wisst Ihr davon?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46417f18b23d16517f9a58284a48aa43\">\u201eIch war nicht ganz so besinnungslos, wie du gedacht hast. Ich konnte h\u00f6ren und sp\u00fcren, was du gesagt, getan und gedacht hast.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5a58ed035f7f1fc2902b11b3da51deb8\">Isan schluckte. \u201eBei den M\u00e4chten&#8221;, brachte sie kleinlaut vor und err\u00f6tete schuldbewusst.<\/p>\n<p data-p-id=\"19df7beeda27ee871d6a2be3ad561140\">\u201eDu warst es also auch, die der <em>ujora<\/em> in Valvivant Gesellschaft geleistet hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f982bed6d767c7dca3be3cbd0ceb6615\">\u201eJa, schon. Aber es geht doch jetzt um meinen Herrn hier. Bitte t\u00f6tet ihn nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e487184ab6951282a3f162e3bc5306ea\">\u201eAber ich kann ihm nicht mehr vertrauen. Er ist zu einem Gefolgsmann von Gor Lucegath geworden. Das Weltenspiel h\u00e4ngt davon ab, dass ich den Rotgewandeten besiege. F\u00fcr dich und Kelwa und Verta und all die Leute, die unschuldig an alledem sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7082a3a66116902ddcc44919510c9e74\">\u201eEr ist kein Knecht des <em>goala&#8217;ay<\/em>. Er ist sein Opfer. Er wird erpresst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5273b390b84f4304fe9f2033ea2fa3cc\">\u201eWomit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3416ad3770e4134afed0a3414c1fdfc1\">\u201eIch &#8230; ich denke mit demselben, womit der Rotgewandete auch Euch in der Hand hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3459f308c149569ae0372dc3c0e16377\">\u201eUnd das w\u00e4re?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b8cc51b5b6f291a7de490dad49f3cb01\">\u201eLiebe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"185a007213046aa18b4d8f89036313c1\">Der Magier schwieg auffordernd.<\/p>\n<p data-p-id=\"a265a330813c5f6a53d56568811d1a68\">\u201eBitte &#8230; ich wei\u00df nicht, wie es in Eurem Herzen aussieht. Aber ich habe doch gesehen, was der Rotgewandete Euch angetan hat, und wie sehr Ujora Euch liebt. F\u00fcr wen, wenn nicht f\u00fcr sie, w\u00fcrdet Ihr es auf Euch nehmen, zum M\u00f6rder zu werden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ae660beb4a1f2cd2a0700bb0a9cba93e\">\u201eVielleicht h\u00e4nge ich auch einfach sehr an meinem eigenen Leben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"10f855548b5acdef9760c400a2000942\">\u201eGerade eben sagtet Ihr, es ginge um das Weltenspiel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"88435d15351841a37c02ddee36e0686d\">\u201eSchlie\u00dft sich das aus? Ich w\u00e4re nicht der erste Schattens\u00e4nger, der Geschmack an &#8230; Macht gefunden h\u00e4tte. Nicht der erste, aus dem die Macht ein Monster gemacht hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ebabe4bc3ea1f575385ee38c3a94ef1\">\u201eWenn dem so w\u00e4re &#8230; dann h\u00e4ttet Ihr keine Zeit verschwendet, mir zuzuh\u00f6ren. Ihr habt nicht vor, ein Monster zu werden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"97c2580d1e0df2c89964a40087c6c5cb\">\u201eDas stimmt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6458fa33631e30bc4cf0eab6a63c4e83\">\u201eDann h\u00f6rt nicht auf das, was Eure Wut befeuert. Erweist Euch der Liebe Eurer <em>h\u00fdardora<\/em> als w\u00fcrdig! Vergebt meinem Herrn. Befreit ihn von dem Fluch, den der Rotgewandete auf ihn geladen hat. Nutzt Eure Macht um &#8230; g\u00fctig und gerecht zu sein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8d8dc6c1256067f0aeb3d566399fc064\">\u201eDas w\u00fcrde dir also besser gefallen? Ein g\u00fctiger und gerechter <em>Schwarzmantel<\/em> w\u00fcrde dir keine Angst machen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bcccd44f096a7257c475db4d21aa74b5\">Sie nickte lebhaft. \u201eIch wei\u00df, dass die M\u00e4chte Euch nicht grausam und kalt sehen wollen. Sonst h\u00e4tten sie Euch nicht die Gunst geschenkt, geliebt zu werden. &#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"6440bf33b0a748f1e23c671dc9aad08a\">Er musterte sie nachdenklich, wie sie da \u00fcber ihren besiegten Herrn gekauert sa\u00df und vor ihrem eigenen Mut zu beben schien.<\/p>\n<p data-p-id=\"7446158d982e69d11fe9a6a5a2ce1382\">Das Artefakt, das gerade eben noch seinen Zorn absorbiert und ins Unermessliche verst\u00e4rkt hatte, f\u00fchlte sich nun wieder ganz anders aus. Er legte die Hand darauf und erschauerte vor der Macht und dem, wie sie seinen Verstand aus der Bahn gerissen hatte. Bei den M\u00e4chten, was f\u00fcr eine Energie!<\/p>\n<p data-p-id=\"155b3af019e657656c4642560bc389b9\">\u201eIst dir denn bekannt, womit der Rotgewandete ihn verzaubert haben k\u00f6nnte? Es ist mit ziemlicher Sicherheit etwas, das er immer bei sich hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"704a22e42e6b184dcb2b09a96e417988\">\u201eWarum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f0e63ad0f2d8269cb23ffd0b8d6cb193\">\u201eWeil ein Zauber \u00fcber eine solch weite Distanz und Zeit nicht ohne ein Hilfsmittel aufrecht zu erhalten ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66ed718118c1f84ad421cae3aafecc17\">\u201eEr hat nichts bei sich, nicht, dass ich w\u00fcsste. Aber &#8230; k\u00f6nnte es das hier sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f08e42b702cee1d57943c06dcac1366\">Sie griff in ihre Tasche und f\u00f6rderte die Kalebasse hervor. Mit zitternden H\u00e4nden hielt sie sie dem Schattens\u00e4nger hin. Der Magier entkorkte das Gef\u00e4\u00df und roch daran.<\/p>\n<p data-p-id=\"84ffc0b41df4d3d3acbdb68a5901e5cd\">\u201eWas hat es damit auf sich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b9b4650223a78a48e83313ed3624a2a1\">\u201eIch muss ihm t\u00e4glich davon zu trinken geben. Sonst wird ihm so \u00fcbel, dass er nicht mehr aufrecht stehen kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"407932ac62f6b9322255fdb2f5320c57\">\u201eHast du denn die Taubl\u00fctensamen nicht in deiner Arzneitasche, die der Lichtw\u00e4chter dir daf\u00fcr gegeben hat, dass du mich verarztet hast?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"12ef0ef61bc486c00fd0998cb87931d6\">\u201eIch &#8230; oh.&#8221; Sie schaute \u00fcberrascht ins Leere.<\/p>\n<p data-p-id=\"4887d4d2670a1e17cf339a863db3447d\">\u201eDu bist gar nicht mehr auf den Gedanken gekommen, dass ihm das helfen k\u00f6nnte, nachdem der Rotgewandete selbst dir diesen Wundertrank gegeben hat, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2a1215443d80dc6a25efe357b86b08ab\">Sie vergrub das Gesicht in den H\u00e4nden. \u201eTaubl\u00fcten! Nat\u00fcrlich! Ich bin eine solche Idiotin!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a394ab9d3d9168e713837b77e59b282c\">Der Schattens\u00e4nger erhob sich. Zwischenzeitlich hatte Wa\u00fdreth Althopian die Gewalt \u00fcber seine Stimme zur\u00fcckgewonnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c5b55025086417f65156c948c9aa951f\">\u201eIsan&#8221;, kr\u00e4chzte er. \u201eDu solltest &#8230; <em>genau deshalb<\/em> hatte ich dich einsperren lassen &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e94991afca2c622b45a7ab925fbefcab\">\u201eAber ich musste Euch doch warnen, Herr! <em>Yarl<\/em> Tjiergroen und <em>yarl<\/em> Lebr\u00e9oka sind hier. Sie wollen, dass Euer <em>teirand<\/em> Euch ausliefert. Ihr m\u00fcsst fliehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a1c4a8dcda86c26c9decc773318b23e4\">\u201eIn diesem Zustand&#8221;, sagte der Schattens\u00e4nger sachlich, \u201eflieht er nirgendwohin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7a1bc3cfa0c51119e645e5e1677d7bc8\">\u201eBitte &#8230;&#8221;, wisperte Althopian. \u201edie <em>yarlara<\/em> &#8230; ich muss sie besch\u00fctzen &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d3fe0f79a62da2e485464317934d7711\">Der Schattens\u00e4nger goss die Kalebasse aus, restlos. \u00dcber den nassen Fleck am Boden schob er mit dem Fu\u00df trockenen Sand.<\/p>\n<p data-p-id=\"9f680f2e3c73f6db2769b7a010327fa4\">\u201eVerliere keine Zeit. Diesen Zauber kann nur Gor Lucegaths eigene Arznei brechen. Beeile dich damit. Ich f\u00fcrchte, es bleibt sonst kaum noch genug Zeit, all das zu erledigen, was in dieser Nacht geschehen muss.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2221","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2221","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2221"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2221\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3949,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2221\/revisions\/3949"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2221"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2221"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2221"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}