{"id":2219,"date":"2025-08-24T23:40:51","date_gmt":"2025-08-24T21:40:51","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2219"},"modified":"2025-09-01T10:10:12","modified_gmt":"2025-09-01T08:10:12","slug":"090-zweierlei-scherben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/090-zweierlei-scherben\/","title":{"rendered":"090: Zweierlei Scherben"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"01ef706ca5466d34166470ad8817dba4\"><em>Pianmur\u00edt<\/em> war nun wie das Innere einer Regenwolke; ein grauer Nebel, innerhalb dessen der Blick nur einige Schritte weit reichte. Es war v\u00f6llig still. Nur das Metall am R\u00fcstzeug der <em>yarlay<\/em> klimperte ab und zu leise. Ar\u00e1ma\u00fa \u00fcbert\u00f6nte es mit ihrem Fauchen und Zischen. Aber gegen Mor\u00e9avals gepanzerte Finger und Arme konnten ihre Krallen nichts ausrichten.<\/p>\n<p data-p-id=\"aea07be94b63cab0893e30473f1bb7c2\">Im selben Moment kam <em>yarl<\/em> Grootplen uns entgegen. Er schleppte den kleineren Spiegel der <em>teiranda<\/em> und sie folgte ihm so dicht, dass sie fast seinen Mantel ber\u00fchrte. Er warf seinen Kameraden einen verlegenen, matten, ersch\u00f6pften Blick zu. Die <em>teiranda<\/em> hingegen schien weder wahrzunehmen noch zu interessieren, wo sie sich befand. Ihre Aufmerksamkeit war auf das Spiegelglas fixiert, in dem nicht zu sehen war; nicht einmal die Reflektionen der Umstehenden, die es eigentlich h\u00e4tte einfangen m\u00fcssen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3d135ae5093479729fe7dcd283bf305f\">Und so standen wir schlie\u00dflich beieinander: Ar\u00e1ma\u00fa, die <em>teiranda<\/em> und ich, jede mit einem seinem Schicksal ergebenen ritterlichen Bewacher im R\u00fccken.<\/p>\n<p data-p-id=\"58c65e95ad2e390081d8d980f75d09c7\">Zwischen uns stand ein Tisch, auf dessen Rand Gor Lucegath sich seitlich niedergelassen hatte. Das h\u00f6lzerne, grob gefertigte M\u00f6belst\u00fcck hatte in der grauen Leere eine geradezu be\u00e4ngstigende Wirkung, so massiv und k\u00f6rperlich wirkte es, so als ob es alles um sich herum anzog wie ein Schwerkraftpol. Ich fragte mich, ob es der Tisch aus seinem Gemach war.<\/p>\n<p data-p-id=\"4d5119d56b6941d5718c507c3faa6a69\">Er schaute nicht einmal auf, als wir in seine N\u00e4he kamen.<\/p>\n<p data-p-id=\"89860b6322f6b49e5fac5842158f8758\">\u201eWas soll der Spiegel hier, Grootplen?&#8221;, fragte er stattdessen, wie in Gedanken.<\/p>\n<p data-p-id=\"0cc90908379327a8e7a20e241ef5ef97\">\u201eSie war nicht dazu zu bewegen, ohne ihn mitzukommen&#8221;, sagte der Ritter verlegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"51711b99b8ff8fc6dffb52e1c2bbc647\">Der Rotgewandete seufzte. \u201eEs ist ein Jammer, dass man Unkundigen keine Werkzeuge zur Hand geben kann, ohne dass sie \u00fcber kurz oder lang besessen davon werden. Nicht wahr, Ujora?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47b28ab68dbdba1bde87778ffaab8204\">Er erhob sich, nahm mir den Bogen aus der Hand und gab die Sicht auf die Geige frei. Sie lag mitten auf dem Tisch. Er legte den Bogen daneben.<\/p>\n<p data-p-id=\"b5aec764337e3a4b60abcd458d50fdb5\">Ar\u00e1ma\u00fa fauchte. Der Rotgewandete warf ihr einen fl\u00fcchtigen Blick zu und lehnte sich nun so an die Tischkante, dass ich das Instrument genau im Blick hatte. Erwartete er eine Antwort von mir?<\/p>\n<p data-p-id=\"a40b267a3a88ea93c9a9b9536a34377a\">\u201e<em>Yarl<\/em> Altabete&#8221;, wandte der Lichtw\u00e4chter sich h\u00f6flich an meinen Bewacher, \u201edieses penetrant schreiende B\u00fcndel, mit dem Mor\u00e9aval da seine liebe Not zu haben scheint&#8230; das ist doch nicht zuf\u00e4llig dieses mysteri\u00f6se kleine Tier, das Euch seinerzeit zu diesem t\u00f6richten Brief verleitet hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"832951ef5adecb956f7316685f9d0b35\">\u201eM\u00f6glicherweise&#8221;, gab Altabete z\u00f6gerlich zu. \u201eEine kleine Katze, ja. Ich erinnere mich. Aber ob es diese war &#8230; es war nachts. Sie sehen alle gleich aus.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dab0b05b6f8df7763d53e5d1a3ca5e28\">\u201eNun, wie auch immer. Ihr Gekreisch ist kaum zu ertragen. Tut mir den Gefallen, Mor\u00e9aval, und bringt sie zum Schweigen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"45a40d78b9a99f5b967e9bce0a384a1d\">Ar\u00e1ma\u00fa schrie so markersch\u00fctternd, dass der junge Ritter zusammenzuckte. Mir blieb fast das Herz stehen vor Schreck.<\/p>\n<p data-p-id=\"9002394309e79b490e3d1cf931afcd61\">\u201eNein!&#8221;, rief ich aus wandte mich hilfesuchend der <em>teiranda<\/em> zu. Aber K\u00edan\u00e1 von Wijdlant schien weder zu h\u00f6ren noch zu sehen, was jenseits des Spiegels geschah.<\/p>\n<p data-p-id=\"43ac82eb3e6bc45927cf9199c55f5e5b\">\u201eMeister?&#8221;, fragte Mor\u00e9aval zweifelnd.<\/p>\n<p data-p-id=\"c7fc77d0ce37fcf63f925564f2ccd566\">\u201eNur zu, edler Herr. Keine Scheu. Zerschmettert das Vieh.&#8221; Der Rotgewandete deutete einladend auf die Tischkante neben sich. Der junge Mann tat z\u00f6gernd einen Schritt n\u00e4her.<\/p>\n<p data-p-id=\"cb763c46035dfd52c10157d6b3846780\">\u201eIch &#8230; ich will das nicht tun&#8221;, sagte er tonlos.<\/p>\n<p data-p-id=\"b1c01c4e4f095d4d0b7e0490a6c19812\">\u201eNein, nat\u00fcrlich <em>wollt<\/em> Ihr das nicht. Schon als Knabe war Euch jedes Leid, das einem Tier geschah, zuwider. Also, worauf wartet Ihr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f3a799cc6a53de6e09de39b3d7cc7d2a\">Der Ritter wimmerte auf. Sein Arm, mit dem er Ar\u00e1ma\u00fa gepackt hielt, bewegte sich wie gegen seinen Willen in die H\u00f6he. Die Katze kreischte gellend.<\/p>\n<p data-p-id=\"91e294fc819f07c8d7452d27c87dae1a\">Ich riss mich von Andri\u00e9r Altabete los und stellte mich, ohne nachzudenken, in den Weg. \u201eHerr J\u00f3ndere, h\u00f6rt nicht auf ihn! Das <em>d\u00fcrft<\/em> Ihr nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66ad9835efba5a85b9fca7f062fa5781\">Ar\u00e1ma\u00fa strampelte in Panik. Der Rotgewandete hob die Hand und Mor\u00e9aval hielt inne.<\/p>\n<p data-p-id=\"26eba9c206a57e6db84d6951b8f6a1b2\">\u201eWas liegt dir so viel an einer streunenden Katze, Ujora?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"71a4516852ac331c5fd0c83261e70c79\">\u201eDas &#8230; sie ist &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19192e646ccbc6eb036e80d030f7abca\">Gor Lucegath wartete. Hatte es Sinn, wenn ich mich dumm stellte? Ich versuchte es.<\/p>\n<p data-p-id=\"13353a8ad5640983bc2747b7ac6fd07b\">\u201eWas muss ich tun, damit Ihr die Katze in Ruhe lasst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b5c0f012bdbe618c9517cdd91349e9b\">Er l\u00e4chelte. \u201eDu k\u00f6nntest jetzt diese alberne Bastelei vollenden, die uns alle so in Unruhe und Heimlichtuereien versetzt hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6f2758f299f8c010a4014e137bb0d0a0\">\u201eWenn ich das mache, tut Ihr der Katze nichts zuleide?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d33c72caaa86aa0d2fb3098212d45374\">\u201eSofern sie zugleich endlich mit dem Gejaule aufh\u00f6rt, k\u00f6nnen wir dar\u00fcber nachdenken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46f0d7a705b5236503957f49d7a4d964\">Ar\u00e1ma\u00fa verstummte. <em>Nein!<\/em> <em>Tu es nicht!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"5c1c7a26a24d41d03ea1a668aa8b7198\">\u201eEs ist nur Holz&#8221;, murmelte ich resigniert. \u201eNur kaputtes Holz.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"11e7ff8ef5c44686e7331905ff2a488d\">Ich drehte mich so, dass ich halbwegs diskret die Scherbe aus meinem Ausschnitt hervorholen konnte. Mir war bewusst, dass ich nun keine andere Wahl hatte. Nat\u00fcrlich war es unangenehm und besch\u00e4mend, dass es auf diese Weise geschah. Aber hatte Ar\u00e1ma\u00fa nicht selbst immer wieder gesagt, es sei nichts als Scherben? Ein bis zur Unbrauchbarkeit zerst\u00f6rter Gegenstand, den ich mit viel zu viel unn\u00fctzer Emotion aufgeladen hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"96677f330a46350e08046b66c255961a\">Ich kam unter den wachsamen Augen des Rotgewandeten n\u00e4her und beugte mich \u00fcber das Instrument mit der klaffenden L\u00fccke an der Seite.<\/p>\n<p data-p-id=\"179581e9e652855b8e10472e4ea24ded\">Die Tischplatte um die Geige her war seltsam gesprenkelt. Es sah aus, als h\u00e4tten sich Spritzer und Rinnsale von kochendem, mattsilbernem Blei regelrecht in das Holz einge\u00e4tzt. Dort, von wo dieses Muster auszugehen schien, sah es aus, als habe sich immer wieder etwas Schmales durch den Tisch gebohrt. Ich z\u00f6gerte entsetzt, als mir klar wurde, was das tats\u00e4chlich sein musste.<\/p>\n<p data-p-id=\"cc47f3d22b5fc4143dfd6d67cfe6bbe7\">Er wartete geduldig. Es blieb mir nichts anderes \u00fcbrig. Die Scherbe rastete in der L\u00fccke ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"2903100d71e51e9f7769870b4b3a66cf\">Weiter geschah nichts. Das Instrument lag vervollst\u00e4ndigt, aber stumm vor mir. Es waren alle Bruchteile beisammen, und doch sah die Geige entsetzlich aus. Die Leimstellen wirkten wie F\u00e4den von Schleim, und der Korpus war auf eine verst\u00f6rende Weise deformiert. Ein wenig wie ein gekochtes Ei, das jemand mit einem Hammer bearbeitet hatte. Die Saiten hingen durch.<\/p>\n<p data-p-id=\"4e7bcb9a94385c6bb6326d1c098b37dd\">Was hatte ich erwartet?<\/p>\n<p data-p-id=\"7e9f263e8d9b073678b3497d9822d675\">Ich trat einen Schritt zur\u00fcck. Das Katzengeschrei war verstummt. Ar\u00e1ma\u00fa hing in Mor\u00e9avals Griff, wie resigniert.<\/p>\n<p data-p-id=\"e48fec9522368be1e434f10f3b4218bb\">\u201eDa liegt es also, das Werkzeug von Yalomiro Lagoscyre&#8221;, sagte der Rotgewandete. \u201eIn Tr\u00fcmmer geschlagen und mit zugegeben viel Geduld und entt\u00e4uschend wenig Fertigkeit zusammengekleistert. Es hat etwas sehr Trauriges, ein so m\u00e4chtiges Ding so zu sehen, nicht wahr, Ujora? Ist das wohl alles, was von dem Schattens\u00e4nger \u00fcbrig geblieben ist, den du kanntest?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"79e1d46b509376d7f11a8665e1881210\">\u201eIch habe getan, was ich konnte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"85ca5024748d2d5e20e4ba21521d7350\">\u201eUnd warum&#8221;, fragte er sanft, \u201ehast du es getan?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a065ccc9546b7c176435eaf6426cea10\">\u201eIch wei\u00df nicht. Ich denke, ich wollte es <em>ungeschehen <\/em>machen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a0fe7c6f7323334bc459d79ca9f39ca\">\u201eManche Dinge, Ujora, bleiben besser zerschlagen. Die hier ist <em>w\u00fcrdelos<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5bd76ea4b9080a192484fae063d8893d\">\u201eBitte&#8221;, brachte ich tonlos hervor. \u201eIhr d\u00fcrft der Katze trotzdem nichts zuleide tun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3fa02c970c1827789bf7e60e7daccc96\">Er richtete seine Aufmerksamkeit nun auf das Tier in Mor\u00e9avals verkrampften H\u00e4nden.<\/p>\n<p data-p-id=\"358af1d206da4ee70ec1a2b07972a9f8\">\u201eUnd du, Ar\u00e1ma\u00fa Boscarg\u00e9n? Bist du das Versteckspiel nicht langsam leid? Wann, wenn nicht jetzt, w\u00e4re es der geeignete Moment, endlich Tapferkeit zu beweisen und die Scharade aufzugeben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ee26ba2012adc203d4951392a780305d\">Ar\u00e1ma\u00fa fauchte und wand sich in Mor\u00e9avals Hand. Dann verwandelte sie sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"df468fba4462e74eaf3f341339ff0c8a\">Der Ritter lie\u00df sie erschrocken fallen. Ar\u00e1ma\u00fa sch\u00fcttelte sich und wandte sich mit einem \u00e4rgerlichen Fauchen zu ihm um. Dann schaute sie mir stumm mit gr\u00fcnsilbernem Blick in die Augen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8512eca071a22b2c752cec843770ce4a\">Ich blickte sie verst\u00f6rt an. Sie sank in sich zusammen, als senke sich eine Last auf ihre Schultern. J\u00f3ndere Mor\u00e9aval starrte sie an und verneigte sich pl\u00f6tzlich tief. Grootplen und Altabete folgten seinem Beispiel und schlugen ihre Augen nieder. Nur die <em>teiranda<\/em> schien von alledem nichts zu bemerken. Sie liebkoste mit leerem Blick und z\u00e4rtlichen H\u00e4nden den Spiegel.<\/p>\n<p data-p-id=\"eb71f20dd1ab87b8ca39ba5068589575\">Ich ben\u00f6tigte einen Moment, um zu begreifen, dass die drei M\u00e4nner vor der wilden, w\u00fctenden Sch\u00f6nheit des M\u00e4dchens erschraken, das aus dem Katzenk\u00f6rper hervorgekommen war. Zugleich schienen sie instinktiv der Gefahr gewahr zu sein, die von ihrem puren Anblick ausging.<\/p>\n<p data-p-id=\"e932e9cf3b4c06a68ff71025b8400fcc\">Aber bevor irgendjemand etwas sagte, bevor etwas geschah, warf der Rotgewandete einen Zauber in die Leere, und alles erstarrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"091c379c40cbe95f565ae374d54ddc21\">Alles, au\u00dfer ihm und mir.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"7127ce151c0ef52b6dfc63b22cc7dc2a\">Vier Reiter waren es, die auf sie zugesprengt kamen, quer durch den Sand und das salzige Gras k\u00e4mpften sich die Pferde. Die Berittenen nahmen keine R\u00fccksicht auf den Bohlenweg. Nat\u00fcrlich hatten sie Althopians Pferd aus der Entfernung ersp\u00e4ht.<\/p>\n<p data-p-id=\"207988d99228e971d3b677d3ae30d733\">Yalomiro trat in den Weg von Asga\u00fd von Spagor, der ein ziemlich albernes Kost\u00fcm trug. Das Reittier des <em>teirand<\/em>, ein scheckiges, wohlgen\u00e4hrtes gro\u00dfes Pony, scheute. Sein Herr hatte M\u00fche, im Sattel zu bleiben.<\/p>\n<p data-p-id=\"b31e1a5661f85023da2d3c4556d36488\">Der \u00e4ltere Ritter zerrte sein z\u00e4hes gr\u00f6\u00dferes Pferd herum. Mit erstaunlicher Beh\u00e4ndigkeit riss er sein Schwert aus der Scheide und hielt auf den Magier zu, der aus seiner Perspektive gesehen seinen Herrn zu bedrohen schien. Aber die Klinge verfehlte ihn, denn das Pferd wich aus. Den beiden <em>yarlay<\/em> auf den gro\u00dfen R\u00f6ssern ging es \u00e4hnlich. Keines kam nahe genug an den Magier heran, als dass sein Reiter ihn mit der Waffe erreicht h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"55f3fa8d2c58f8c755904fe0a2e3804e\">Der Schattens\u00e4nger stand sch\u00fctzend vor Wa\u00fdreth Althopian, der sich gekr\u00fcmmt auf den Beinen hielt, eine Hand am Sattel seines Rosses. Isan hatte es schwer, ihn zu st\u00fctzen. Sie waren umringt von drei \u2013 nein \u2013 tats\u00e4chlich besann sich der <em>teirand<\/em> seiner F\u00e4higkeiten \u2013 <em>vier <\/em>gezogenen Klingen.<\/p>\n<p data-p-id=\"fd7dde4de4f96ee488ba476278cf08d4\">\u201eDa ist er, der Verr\u00e4ter&#8221;, brachte<em> yarl<\/em> Tjiergroen schlie\u00dflich hervor. \u201eGleich zusammen mit dem Unhold, den er dem <em>teirand<\/em> bringen sollte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"99b647e5dabd954652245b13b87edcf7\">Yalomiro lie\u00df die H\u00e4nde sinken.<\/p>\n<p data-p-id=\"178101e8ca2f3828639e78d33f424268\">\u201eIch suche keinen Streit mit Euch, ihr Herren&#8221;, sagte er. \u201eAlso sucht auch Ihr besser keinen mit mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4a2a6209280d02829ca6c90b8bdfa33a\">\u201eBist du der, der unseren Herrn angriff?&#8221;, fragte <em>yarl<\/em> Tjiergroen grimmig. Seine Hand umklammerte sein Schwert, als suche er Schutz daran.<\/p>\n<p data-p-id=\"daeae260e1f558142ca0e16544411431\">\u201eNein. Ich habe sein Haus verlassen, ohne irgendeinen Schaden anzurichten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ea9104e148d009805bfb6dec6861c05\">\u201eWir jagen den da, den unser Herr angeklagt hat!&#8221;, sagte <em>yarl<\/em> Lebr\u00e9oka verunsichert.<\/p>\n<p data-p-id=\"c11625a1de59620bbc806b69ab593ba6\">\u201eIhr wisst, dass ich mit alledem nichts zu tun habe!&#8221;, zischte Althopian ver\u00e4rgert.<\/p>\n<p data-p-id=\"3ca25409a158c97b4e5d4ef850da840e\">\u201eUnd was macht Ihr dann hier, in Gesellschaft des &#8230; Scheusals?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c8bbdf3aca5d6eee79c2ec5671c2f8b8\">\u201eFalls ihr damit mich meinen solltet, edle Herren \u2013 Wa\u00fdreth Althopian hat soeben in einem heldenhaften Kampf versucht, mich hinter die Tr\u00e4ume zu bef\u00f6rdern. Ungl\u00fccklicherweise ist er an meiner <em>un\u00fcberwindbaren dunklen Magie<\/em> gescheitert. Deshalb steht er dort auch so ungl\u00fccklich und demoliert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c35202bd9c3917cffeaea73d5b1b28be\">Das schien die Ritter und den absurd kost\u00fcmierten Mann, der mit ihnen gekommen war, tats\u00e4chlich zu beeindrucken. Althopian wirkte etwas irritiert und wollte etwas sagen, aber Isan kam ihm zuvor.<\/p>\n<p data-p-id=\"b5aeaa2f78126bdf537aaac99e654140\">\u201eIch habe es selbst gesehen, <em>yarl<\/em> Emberbey! Mit einem gewaltigen Streich hat Herr Wa\u00fdreth gek\u00e4mpft! Kein sterblicher Mensch h\u00e4tte dem widerstehen k\u00f6nnen! Seid gewarnt, edle Herren! Mit den Schwarzm\u00e4nteln solltet Ihr Frieden halten, wenn Euer Leben Euch lieb ist!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e7e10ad92876add019aa591902407c26\">\u201eWas die <em>f\u00e1njula<\/em> sagen m\u00f6chte&#8221;, unterbrach Yalomiro streng, \u201eist dass es in dieser Runde niemand wagen sollte, zu Unrecht sein Schwert gegen diesen redlichen Mann hier zu erheben, solange er es nicht seinerseits kann. Alles, was sich nun so sonderbar ausnimmt, soll sich kl\u00e4ren. Ihr da, in dem vielfarbigen Gewand \u2013 Ihr seid Asga\u00fd von Spagor, der <em>teirand<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ae2e51aa97265e1e955a920d173a5ab\">Der junge Mann hatte mit fast kindlichem Staunen das Gespr\u00e4ch verfolgt. Nun, direkt angesprochen, nahm er unwillk\u00fcrlich Haltung an, als rede ein Rangh\u00f6herer zu ihm. \u201eJa. Ja, ich bin der <em>teirand<\/em> von Spagor.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d4ed565667589115404fe34de3da2c89\">Der Magier verneigte sich h\u00f6flich. \u201eAber Ihr habt Euch nicht so &#8230; verkleidet, um Euren abtr\u00fcnnigen <em>yarl<\/em> zur Strecke zu bringen, nehme ich an&#8221;, sagte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"b32894b8bd6eb978fe174e84848ff8df\">\u201eNein&#8221;, sagte der junge <em>teirand <\/em>eilig.. \u201eNat\u00fcrlich nicht. Es geht um &#8230; die Dame.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0d23115e88bb34f09fb5e20169785870\">\u201eWelche Dame?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6b290cd3f22f0f5c79bef99fdbb7b89c\">\u201eEs hei\u00dft, die <em>teiranda<\/em> von Wijdlant sei in Gefahr. Ich werde sie retten!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"987e19bcbd37303a9dc62ec2a9b2d287\">Der Schattens\u00e4nger strich sich ersch\u00f6pft \u00fcber die Augen. \u201eBei den M\u00e4chten &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9de4561dee8ba37b5428cf805bb7eeef\">\u201eWisst Ihr etwas \u00fcber die <em>teiranda<\/em>?&#8221;, fragte Asga\u00fd von Spagor begierig.<\/p>\n<p data-p-id=\"d62284fc6cdcf2f5ba7717615363da34\">\u201eMehr, als Euch lieb sein wird. Was ich nicht wei\u00df, ist was Ihr damit zu schaffen habt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7947205b551d991dd78a3369a1f589db\">\u201eEr hat sich in ein gl\u00e4sernes Bild verliebt&#8221;, wisperte Isan hinter Yalomiros R\u00fccken. \u201eV\u00f6llig verr\u00fcckt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"14461c746abfa12fc5f8dc2d1e2d7d58\">\u201eEin Bild? Ihr habt ein Bild aus Glas von der <em>teiranda<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3c703de327c2d53cb8d29d360e87974f\">\u201eIch kann nicht mehr davon ablassen&#8221;, schw\u00e4rmte der <em>teirand<\/em>, so als s\u00e4\u00dfe er in einem romantischen Rosengarten und nicht mitten in der Nacht im Sattel, w\u00e4hrend ringsum die Ritter einen mutma\u00dflichen Attent\u00e4ter und einen Magier umringten. \u201eSchaut es Euch an!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fdc8cf62c76cd5bdf1c57cb2d2f4c01f\">\u201eHerr, bitte! Wir haben Ernsteres zu tun!&#8221;, rief Wa\u00fdreth Althopian aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"4903160cffd2d20d4b061d4b9283d601\">\u201eErnsteres, als die Sch\u00f6nheit der <em>teiranda<\/em> zu preisen und sie aus h\u00f6chster Not zu erretten? Althopian, gerade Ihr habt keinen Sinn f\u00fcr die Liebe!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cbd039defb131326cec4841f64035e71\">\u201eHerr, der <em>yarl<\/em> hat Recht! Was soll denn nun weiter werden?&#8221; Tjiergroen warf einen ungeduldigen Blick auf den Mann, den zu ergreifen er hierhergekommen war. \u201eWir haben unmissverst\u00e4ndlichen Befehl, Euren Gefolgsmann gefangen zu nehmen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eaf040499400991833f1253b06efcb26\">\u201eWozu? Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen! Und ich stehe auf dem Grund meines Herrn, der \u00fcber mich Recht sprechen muss, der meine F\u00fcrsprecher anh\u00f6ren muss &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"367942adda9ddc7a921b576004f9dd25\">\u201eUnd au\u00dferdem hat er im Sinne von Benjus von Valvivant gehandelt!&#8221;, f\u00fcgte Isan hinzu. \u201eZumindest hat er es versucht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5ea82dc85e3a018ead2706888c7e64f9\">\u201eIsan, halt endlich dein vorlautes Plappermaul!&#8221;, rief Gundald Lebr\u00e9oka aus. Alsg\u00f6r Emberbey schwieg. Aber der freudlose Ausdruck seiner Augen sprach B\u00e4nde. Dem alten Ritter war dies alles zutiefst peinlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"a2f4255e4a25249ba8f191b59ea7b32a\">Yalomiro interessierte das alles nicht. Erschrocken sah er, wie Asga\u00fd von Spagor etwas unter seinem Wams hervor zerrte, was alles andere war als ein steinernes Abbild von K\u00edan\u00e1 von Wijdlant, es sich vom Hals nahm und voller Stolz zu ihm hinab reichte, um ihn, den Fremden, an der Sch\u00f6nheit der Dame teilhaben zu lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"187c45ddff809e7c70e82d5e3e17ecf9\">Das war kein Glas.<\/p>\n<p data-p-id=\"879db98276efe130eb2c4436507c3db1\">Es war eine Scherbe. Ein <em>Spiegel<\/em>. Es war ein Portal nach Pianmur\u00edt.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2219","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2219","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2219"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2219\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3947,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2219\/revisions\/3947"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2219"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2219"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2219"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}