{"id":2190,"date":"2025-08-24T23:23:19","date_gmt":"2025-08-24T21:23:19","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2190"},"modified":"2025-09-01T10:01:16","modified_gmt":"2025-09-01T08:01:16","slug":"072-wege-ins-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/072-wege-ins-wasser\/","title":{"rendered":"072: Wege ins Wasser"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"7dcafb4775f83abd4f282952688748ce\">Sie sa\u00dfen schlie\u00dflich zu dritt an der Grabenseite der Ostmauer, schauten auf die Enten, die auf dem Wasser schliefen, die K\u00f6pfe unter dem Fl\u00fcgel, und alle drei waren bereits ziemlich betrunken.<\/p>\n<p data-p-id=\"97a991346385378960a90f9eb444af5d\">Immerhin war Andri\u00e9r Altabete gerade noch rechtzeitig gekommen, um J\u00f3ndere Mor\u00e9aval davon abzuhalten, in seinem desolaten Zustand und in vollem R\u00fcstzeug ins Wasser zu gehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ae6d5626cd7df5585accfeb986b4b84e\">Nachdem er den verzweifelten j\u00fcngeren Ritter wieder auf den absch\u00fcssigen Ufervorsprung gezerrt, und dann nach langem vergeblichen Rufen jemanden gefunden hatte, der sich auf die Suche nach Daap Grootplen machte, hatte er eine Weile nur still dagesessen und den v\u00f6llig aufgel\u00f6sten jungen Mann beschwichtigend im Arm gewiegt wie ein kleines Kind. Die Fackel, die Altabete mitgebracht hatte, um au\u00dferhalb der Mauern besser sehen zu k\u00f6nnen, stak im matschigen Boden und knisterte vor sich hin.<\/p>\n<p data-p-id=\"42ded25e5235897d658fe3fd7657d331\">Es hatte eine Weile gedauert, bis sich aus Mor\u00e9avals unartikulierten Schluchzen herauskristallisierte, dass Gor Lucegath ihn mit seinem furchtbaren, un\u00fcberwindbaren Schwert herausgefordert und anschlie\u00dfend r\u00e4tselhafte Andeutungen gemacht hatte, dass schon bald ein echtes Gefecht beginnen k\u00f6nnte. Der Tod der Kammermagd kurz zuvor hatte den <em>yarl<\/em> vollkommen aus der Bahn geworfen. Zweifellos war es der Rotgewandete gewesen, der das M\u00e4dchen zu dieser Verzweiflungstat getrieben hatte; sie alle hatten seine unheilvollen Drohungen geh\u00f6rt. Aber es war absolut unn\u00f6tig, dass der junge Ritter sich, von seiner Angst berauscht, getrieben f\u00fchlen mochte, denselben Weg zu w\u00e4hlen. Und so sa\u00df Altabete hier, in der Nacht, im Schatten der Burg, bat still zu den M\u00e4chten, dass der Zusammenbruch den jungen Mann in seinen Armen so weit ersch\u00f6pfen mochte, dass dessen Widerstand brach und er sich zur\u00fcck in die Burg f\u00fchren lie\u00dfe.<\/p>\n<p data-p-id=\"9ef83bd35e76874c263d515f592a574a\">Das war einen Augenblick lang peinlich gewesen, als Grootplen durch die winzige versteckte T\u00fcr zu ihnen gesto\u00dfen war. Der <em>mynstir<\/em> hatte in seiner Aufmerksamkeit eine Flasche starken Weinbrand mitgebracht. Das sollte Mor\u00e9aval wohl noch schneller gef\u00fcgig machen, aber am Ende hatten sie alle drei davon getrunken.<\/p>\n<p data-p-id=\"399fc5c65311fb4e3632c2e72997afa5\">\u201eSollte denn die arme Dienerin unserer Herrin, m\u00f6ge sie hinter den Tr\u00e4umen gl\u00fccklich sein, mehr Mut haben als ich?&#8221;, fragte Mor\u00e9aval tr\u00fcbsinnig.<\/p>\n<p data-p-id=\"e0a7f4c2be74e5ae0899cf6968b5066d\">\u201eDas hat nichts mit Mut zu tun&#8221;, sagte Grootplen und reichte ihm das Getr\u00e4nk. \u201eDas war weibische Kopflosigkeit. Und au\u00dferdem kannst du dich in der Br\u00fche nicht ers\u00e4ufen. Ich hab&#8217;s doch mal gesehen. Du kannst schwimmen wie ein Fisch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d2f412cf2eece9311563d76e5aa7dd8a\">\u201eDeshalb hab ich mein Eisen angelegt&#8221;, beharrte Mor\u00e9aval.<\/p>\n<p data-p-id=\"93a907a7438adaa28197249e8f2deefd\">\u201eH\u00e4tte trotzdem nichts gebracht. Der Kerl l\u00e4sst dich nicht fort.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b76bbe2fef544e3188a3d9965f2c0bbb\">\u201eVermutlich h\u00e4tte er &#8216;ne Weile zugeschaut und dann den Graben leergezaubert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0449b48a240ae9b27f7a25e37b81c2bb\">\u201eDann muss ich eben auch niederspringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ddafbfdf2cb3b3b3ddb75c1950c41d05\">\u201eW\u00fcrde mich nicht wundern, wenn das durch irgendeine &#8230; Zauberei jetzt noch ginge&#8221;, sagte Altabete d\u00fcster. \u201eNein, so l\u00e4sst er uns nicht entkommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46e06cf1b33c11bab683cb71df9e9c28\">Die drei schauten betr\u00fcbt zu den Wasserv\u00f6geln, die sie im Fackelschein gerade eben erkennen konnten. Sie waren einiges gewohnt von dem Magier, der sie alle in seinen Bann eingewoben hatte wie eine Spinne die Fliegen im Netz, an F\u00e4den, gerade noch lang genug, damit sie ihren Dienst verrichten und ab und zu den Schein wahren konnten.<\/p>\n<p data-p-id=\"bff7cde01fb9eafc81a66304e2cc0d36\">Aber er hatte noch nie sein Schwert gegen einen von ihnen gezogen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b054e0486fdad71404c62be3fe382b15\">\u201eWas sollen wir tun?&#8221;, frage Mor\u00e9aval. \u201eWenn es so ist, wie es klingt und man uns &#8230; die Herrin &#8230; angreift?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5a4fcc2d5e6d5cb18ab32a89e4f03f29\">\u201eAber wer sollte das denn wollen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"51cbf63035696cb5d08bc8ecc84d1cf3\">\u201eWei\u00df ich das denn? Er hat mich rundheraus gefragt, ob ich bereit w\u00e4re, zu t\u00f6ten. Sowas fragt er doch nicht ohne Grund!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4086c08cd278120ce7395a259ae3e723\">\u201eNein, nat\u00fcrlich nicht. Er wei\u00df etwas, was wir nicht wissen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"15cf0649411ec0e634db41044b571db7\">\u201eJa, und offenbar sollte es uns nicht allzu sehr \u00fcberraschen, wenn es so weit ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dcbe90942d6f4ddd273bedaea7d0ea87\">Eine Weile gr\u00fcbelten sie mit vom Alkohol schweren Gedanken weiter.<\/p>\n<p data-p-id=\"49d35a84b45f54d51fce31a2aed46721\">\u201eGlaubt Ihr, er hat einen <em>Krieg<\/em> im Sinn?&#8221;, frage Mor\u00e9aval.<\/p>\n<p data-p-id=\"dbb65bdd7ae272630f60a7b936ebf07f\">Grootplen sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eUnwahrscheinlich. Daf\u00fcr br\u00e4uchte er schon etwas mehr als uns drei traurige Gestalten und die paar Kerle hier, die wissen an welchem Ende man eine Pike anfasst. Nein, er wei\u00df etwas anderes.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2acf4e716fc6eaf1f11db07730425f52\">\u201eAlthopian!&#8221;, murmelte Altabete.<\/p>\n<p data-p-id=\"96831c7dd5ea6975a6e963a104cb926c\">\u201eWas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bd2fec29766e78a7896edd529e9cb764\">\u201eBei den M\u00e4chten! Es ist so naheliegend! Hatte Wa\u00fdreth nicht gefaselt, dass er uns retten wollte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fd7214743104798bb8363d432f45e870\">\u201eEr hat ziemlich viel bl\u00f6des Zeug geredet, der betrunkene Narr.&#8221; Grootplen nahm Mor\u00e9aval die Flasche wieder ab und prostete damit den Enten zu. \u201eAuf die Ehre unseres guten Freundes aus dem Norden!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"abf40dcb0c0d89c5513f1d2f4be173a7\">\u201eIch meine es ernst. Was glaubt Ihr, warum er Althopian wieder hat laufen lassen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ff39b323d8ecf530a6fbf81ba6ade1a\">\u201eWeil er einen Auftrag f\u00fcr ihn hatte. Einen, f\u00fcr den wir offensichtlich nicht gut genug waren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b73985dfc88c89a375d9a92c566c2ed0\">\u201eUnd wenn Althopian nun glaubt, er k\u00f6nne uns helfen? Das tun, was wir urspr\u00fcnglich von ihm erbeten hatten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"533fa0ce174b788e52e3ec2a6a67b8db\">\u201eWie meinst du das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8fefe8457580a6c692f0831d09f63595\">\u201eSo, wie ihr&#8217;s versteht. Wir sind traurige Gestalten. Aber Althopian \u2013 er denkt, er ist ein Held! Wenn er tats\u00e4chlich auf die Idee kommt, er k\u00f6nne es besiegen, das Monster &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a25bdc5ffd16bbf3155afd234dfd4a7c\">\u201eWenn er .. <em>angreift<\/em>&#8230;&#8221;, wisperte Mor\u00e9aval.<\/p>\n<p data-p-id=\"d9da2fc0474e3f85ec6f14bce28f81d0\">Grootplen gab die Flasche an Altabete weiter. \u201eIhr meint, der Rotmantel will wissen &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6726ed495cb411a957c90734b57b962a\">\u201eJa. Ob wir bereit w\u00e4ren, Althopian zu erschlagen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e90a462ece5a8bc46f58747bc124f86\">\u201eAber &#8230; <em>k\u00f6nnte<\/em> er uns dazu zwingen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4b7961cdeff77918e0dba64dfbd61a01\">Altabete trank und erhob sich. \u201eIch muss die <em>teiranda<\/em> sehen. Sofort.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c221edeed5c9e2b77701a158bd35afa\">\u201eDu bist betrunken!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"92744af731d81bca1b161bd19fc16d60\">\u201eDarauf kommt es auch nicht mehr an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d6b99d040b20959c5e8cfc4259d9cc45\">\u201eUnd wenn sie schon schl\u00e4ft?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9649432e937f2afac80a934ffbd67706\">Der <em>yarl<\/em> winkte ab und gab Grootplen die Flasche zur\u00fcck. Dann stapfte er, nicht mehr ganz geradeaus, von dannen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2778c87f2314ee1d378cd881f2296571\">Mor\u00e9aval z\u00f6gerte einen Augenblick. Dann rappelte er sich auf, griff nach der Fackel und eilte den beiden tropfend hinterher.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"79766de80ff0f3cd7cc11acd609fcb61\">Yalomiro sp\u00fcrte, wie sich die Str\u00f6mung ver\u00e4nderte. Tief unter dem Wasser war etwas, in der Tiefe, Wirbel und Wogen, die Ausl\u00e4ufer der Chaos und seine Wurzel. Was war das f\u00fcr eine Kraft, die das Meer zu einer un\u00fcberwindlichen Wand auft\u00fcrmte? Wie tief unten am Meeresboden war es? <em>War <\/em>es \u00fcberhaupt? War da ein Boden? Oder bereits die Grenzen des Dunklen?<\/p>\n<p data-p-id=\"d6e69523b089c754b0276ba3796bef19\">Nein. Keine Grenzen. Eine Grenze w\u00e4re etwas, das eine andere Seite hatte. Das hier war m\u00f6glicherweise eher ein Ende. Ein Ende, das in ein Nichts hineinfloss, ein absolutes, unendliches Nichts, in dem nicht einmal mehr Zeit existierte.<\/p>\n<p data-p-id=\"8f9ed68c4943e873f358b755c323bfb3\">M\u00f6glicherweise war es das Nichts, vor dem das Wasser sich entsetzte, in wilder Flucht hinauf brandete und doch zur\u00fcckst\u00fcrzen musste, in alle Ewigkeit, solange das Weltenspiel bestand.<\/p>\n<p data-p-id=\"2ca55f85f9cbbc8b839ed2bc9d505701\">Ob er der erste Schattens\u00e4nger war, der dem Nichts, dem Ende, dem <em>Was-auch-immer<\/em> k\u00f6rperlich so nahe kam?<\/p>\n<p data-p-id=\"ec3f6bc86961d77d9e87cd538b6bf618\">Und die Chaosgeister? W\u00fcrden sie versuchen, ihn aufzuhalten?<\/p>\n<p data-p-id=\"32cefbf7c994da834876ee0feffeb9dc\">Yalomiro lie\u00df seine Gedanken mit der Str\u00f6mung treiben und versuchte, seinen K\u00f6rper zu ignorieren. Auf dem unbewegten Wasser einfach geradeaus zu schwimmen war nicht schwer gewesen, aber die K\u00e4lte war nach einer Weile schlimm geworden. Einen Augenblick lang war Yalomiro versucht gewesen zu probieren, ob er sich wohl in einen Fisch verwandeln konnte, aber das war ihm zu heikel gewesen. Wer wusste schon, was im Chaos mit ihm geschah, ob er es m\u00f6glicherweise nicht in seinen eigenen K\u00f6rper zur\u00fcckschaffen w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"78702d84b3f5953c5e9d3e2f54709f83\">Es fr\u00f6stelte und strebte Atemzug um Atemzug dem tosenden, brodelnden Wassergebirge zu. Gegen den Strom anzuschwimmen wurde immer anstrengender. Schlie\u00dflich war da auch Wasser \u00fcber ihm, zun\u00e4chst ein feiner Nebel aus Gischt, den das herab prasselnde Wasser aufst\u00f6rte. Doch das Spr\u00fchwasser wurde immer st\u00e4rker und dichter, erst zu einer Art Wasserfall, der aus immer gr\u00f6\u00dferem Hohen hinabst\u00fcrzte, mischte sich mit festen, harten Tropfen wie unter einem unsagbar dichten Starkregen. Die Luft vermengte sich immer fester mit Wasser und verschlug ihm den Atem. Die Str\u00f6mung griff nach seinen Gliedern und zog ihn ruckartig voran, lie\u00df ihn wieder los. Wellen brachen \u00fcber ihm zusammen und rissen ihn in die Tiefe, schleuderten ihn wieder empor in die Gischt.<\/p>\n<p data-p-id=\"0d855a313b536bed0ad11063bf55ed90\">Yalomiro schnappte nach Luft, aber es reichte kaum, um seine Lungen zu f\u00fcllen. Das Meer vermengte sich mit dem Wind zu einer gleichf\u00f6rmigen Masse, Es war v\u00f6llig belanglos, ob er \u00fcber oder unter Wasser war.<\/p>\n<p data-p-id=\"131084b016eb3959fdc0bdaeddf1f07e\">W\u00e4re da nicht der magische Leitfaden, der ihn mit dem <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> verband, er w\u00e4re verloren gewesen. Er zappelte daran wie ein Fisch an einer Angelschnur, Ohne den schrecklichen Schutzbann, die auferlegte Unsterblichkeit, mit der Gor Lucegath ihn versehen hatte, w\u00e4re seine Reise l\u00e4ngst zu Ende gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e2ea7db68e5204cc2a035f8e4207abd5\">Es war nahe. Er sp\u00fcrte, dass das Artefakt da war und auf ihn wartete. Dass es lange genug versteckt gelegen hatte und die Zeit gekommen, dass es wieder zur\u00fcck ins Weltenspiel geriet.<\/p>\n<p data-p-id=\"74fa680069007d8a42f9486940e3971e\">Yalomiro keuchte, spuckte Wasser und Blut und \u00e4chzte unter dem Druck, mit dem das Wasser ihn zu zerquetschen versuchte. Nur noch kurz &#8230; nur noch ein St\u00fcck &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"19931a25183e1fd593572a06ff9412a7\">Dann ertrug er es nicht mehr. Mit einem Seufzer lie\u00df er seinen K\u00f6rper, seinen Willen und seinen Geist los. Nur in seiner Seele glomm das Kostbarste, das Kr\u00e4ftigste seiner Magie, strahlend wie ein glei\u00dfendes Leuchtfeuer im Toben des Chaos und der Wesen in seinen Tiefen.<\/p>\n<p data-p-id=\"dd92b57daec4b14e8ef07f1033814a4f\"><em>Ujora<\/em>, dachte er und haschte danach. <em>Ujora, bleib bei mir. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"1bf53a8cf00c2e85bb39fb5a0b99a1f9\">Dann wurde es finster, und Yalomiro Lagoscyre wurde eines mit dem Chaos.<\/p>\n<p data-p-id=\"e0b8fb83790b537984d1e1b0a6d824cf\"><em>Bring mich zum ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em>, war sein letzter Gedanke, <em>Nokt\u00e1ma, hab Gnade mit dem letzten deiner Diener.<\/em><\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2190","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2190","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2190"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2190\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3920,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2190\/revisions\/3920"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2190"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2190"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2190"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}