{"id":2167,"date":"2025-08-24T23:13:09","date_gmt":"2025-08-24T21:13:09","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2167"},"modified":"2025-09-01T09:56:39","modified_gmt":"2025-09-01T07:56:39","slug":"061-die-teiranda-ist-erzuernt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/061-die-teiranda-ist-erzuernt\/","title":{"rendered":"061: Die teiranda ist erz\u00fcrnt"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"ab8f4c45f1a3e9bc527b408d4a9e6845\">Isans Herz klopfte rascher, als sie an dem Grenzstein mit dem Wappenemblem mit dem steigenden Pferd und dem Richtungspfeil vorbei kamen. Der <em>yarl<\/em> hielt an und warf einen langen Blick nach Osten, dort wo ein unbefestigter Sandweg schnurgerade auf eine bewaldete H\u00fcgelkette zulief. Im Morgendunst erahnte man \u00fcber und hinter diesen H\u00fcgeln die saftig gr\u00fcnen H\u00f6henlagen. Irgendwo dort stand die Burg derer von Althopian.<\/p>\n<p data-p-id=\"058f44878db58067b749792388521714\">\u201eDies ist deine letzte Chance&#8221;, sagte er. \u201eWenn ich an diesem Stein vorbeireite, werde ich nicht mehr umkehren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"45340f888a6c2b54d2f09faafe3a1283\">\u201eNein&#8221;, sagte Isan entschlossen, bevor sie dar\u00fcber nachdenken konnte. \u201eIn Euer Haus reiten wir sp\u00e4ter gemeinsam ein. Und ich werde allen erz\u00e4hlen, welche heldenhaften Taten der Herr Wa\u00fdreth in den vergangenen Monden begangen hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c38b41d8d8fb54864a7444387a2668c8\">\u201eTats\u00e4chlich? Welche denn?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"35e61fdb72aba87550fb14cfb61d2c92\">Sie schwieg. Tats\u00e4chlich fiel ihr auf die Schnelle nichts ein, was als bewundernswerte Heldentat durchgegangen w\u00e4re.<\/p>\n<p data-p-id=\"b0f656f88a9599383fc3ba9b9e145a02\">\u201eSicherlich&#8221;, sagte er und ritt weiter, \u201ebin ich wahrscheinlich der einzige Ritter, der statt eines Knappen seine eigene <em>doayra<\/em> an der Seite hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ab04749da4617367c3e51ccaa634be3\">\u201eWas nicht zu Eurem Nachteil ist!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f8b0c3755206a17122fefbb3fccb9cd7\">\u201eDas habe ich auch nicht gesagt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c4ee2e0c2f24ca5c63cee6ba58a3353\">\u201eWarum genau reiten wir eigentlich so dringlich zu Eurem <em>teirand<\/em>?&#8221;, fragte Isan schlie\u00dflich.<\/p>\n<p data-p-id=\"1b01143cce4772f0154532ee8e5b1e69\">\u201eZum einen, weil der Lichtw\u00e4chter mich im Wesentlichen in diese Richtung geschickt hat. Zum Zweiten, weil dieser verfluchte Kompass neuerdings be\u00e4ngstigend pr\u00e4zise diese Richtung weist. Und zum Dritten, weil mein <em>teirand<\/em> m\u00f6glicherweise der Einzige ist, der uns alle aus dieser Misere &#8230; retten kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"769d1d13be1fe22477da04e8e48c7fb9\">\u201eErz\u00e4hlt mir mehr von Asga\u00fd Spagor.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b8ac9e56dd72bd249aeb4fb73ee574a1\">\u201eWas g\u00e4be es, was du nicht aus Valvivant ohnehin schon w\u00fcsstest?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"df6470960c222fef5489bd47644108c5\">\u201eNa ja. Ich wei\u00df, was man so erz\u00e4hlt. Dass er allein \u00fcber sein kleines <em>teirandon<\/em> herrscht, seit seine Eltern bei diesem Ungl\u00fcck hinter die Tr\u00e4ume gingen &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dd6c9bdaab81b1b838d10dce9aaef29b\">\u201eDie M\u00e4chte m\u00f6gen mir die harschen Worte verzeihen, aber sowohl ich als auch der ehrenwerte <em>yarl<\/em> Emberbey hatten das Paar bekniet, nicht gemeinsam auf demselben Schiff zu reisen, solange der <em>teirandanjor<\/em> noch ein Knabe ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e43f07f31e8d2aa8fd606222b59557b1\">\u201eOh. Das wusste ich nicht.&#8221; Isan musste sich z\u00fcgeln, um den Ritter nicht mit all den sensationss\u00fcchtigen Fragen zu bedr\u00e4ngen, die ihr in den Sinn kamen. Aber Althopian selbst erwies sich als ungewohnt redselig. Fast schien es, als habe er nur darauf gewartet, sich seinen Kummer einmal von der Seele reden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"97ceea6a616be29093521400afb38299\">\u201eEs war so unn\u00f6tig! Die Fahrt h\u00e4tte sich bestimmt ohne weiteres noch eine Weile aufschieben lassen, bis die Sturmmonde vor\u00fcber gewesen w\u00e4ren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"06bbecf7211acc1eec2a69fdc96f309e\">\u201eWas war der Anlass?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5b0e54f657cbbb8bcc861877c347e4fe\">\u201eDas haben wir nie erfahren. Es war eine so geheime Sache, dass nur das Paar und der damalige <em>mynstir<\/em> davon Kenntnis hatten. Der arme Kerl ist mit demselben Schiff untergegangen. Alles, was ich wei\u00df, ist, dass es um ein Treffen mit dem <em>teirand<\/em> von Ov\u00e9stola gegangen w\u00e4re. Eine Fahrt zu den Inseln, mitten im Winter. Es war Irrsinn! Niemand wei\u00df, wer sie auf diese Idee gebracht hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"927ea5fddfac20995d536f3a4646c04f\">\u201eWer war der <em>mynstir<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0aa9a65c56b1372363afbc8afe427c4c\">\u201eDer j\u00fcngere Bruder der <em>teiranda, <\/em>Asga\u00fd Spagors Oheim.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8abc6bcc2671951347626d57766790ad\">\u201eDann war es eine Familientrag\u00f6die&#8221;, sagte Isan gedankenvoll. \u201eWas k\u00f6nnten sie in Ov\u00e9stola gewollt haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fa5199189bad601b8f5f062516a7f7a9\">\u201eWir wissen es nicht. Es wird kaum ein H\u00f6flichkeitsbesuch gewesen sein. Damit h\u00e4tte es nicht derart geeilt. Aber eigentlich will ich von <em>dir<\/em> wissen, wie das <em>teirandon<\/em> bei Hofe dasteht. Nun, was erz\u00e4hlt man weiter in Valvivant \u00fcber meinen geheimnisvollen Herrn?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ea5a4e2e4865b7e93c88d80493ffc5e\">\u201eNichts weiter. Ein junger <em>teirand<\/em>, von dem man wohl kaum mehr wei\u00df, als dass er existiert. Mit einer kleinen Burg und einer Handvoll Bauern und Fischern in ihrem Schatten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d18b6b0646615977009091fceefb1c3d\">\u201eIst das nicht grandios? Der letzte Spross eines m\u00e4chtigen Hauses, und bereits diesseits des Montaz\u00edel wei\u00df man \u00fcber ihn nicht mehr, als dass er \u00fcber ein paar Fischer herrscht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6a36ba3e884aa89f1bee2d5acb82f430\">\u201eTats\u00e4chlich h\u00f6rte ich in Valvivant wesentlich mehr \u00fcber die hochedlen <em>yarlay<\/em> von Spagor reden. Man wei\u00df, dass er zwei der angesehensten und ruhmreichsten Herren als Dienstm\u00e4nner hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0aa0a6125b7bae0d7e70a528f72d1703\">\u201eJene zwei Dienstm\u00e4nner, der <em>yarl<\/em> Emberbey und meine Wenigkeit, waren jedenfalls j\u00e4hlings beschenkt und geb\u00fcrdet. Wir hatten die Verantwortung f\u00fcr einen Knaben von acht Sommern, der nicht nur Vater und Mutter verloren hatte, sondern jegliche Begeisterung daf\u00fcr missen lie\u00df, einmal das Erbe seines Vaters anzutreten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b39fc90db125cdef7b418c8fc26e81bf\">Isan dachte nach. \u201eNun, er wird verst\u00f6rt gewesen sein. Immerhin hatte er auf einen Schlag beide Eltern und seinen Oheim verloren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ed900f998ce0617edbcca4e9fb48901\">\u201eDu darfst weder mich noch Emberbey f\u00fcr kaltherzig halten, auch wenn Herr Alsg\u00f6r ein gestrenger Herr ist, von dem selbst ich nicht wei\u00df, ob er \u00fcberhaupt lachen und weinen kann. Wir haben <em>alles<\/em> daf\u00fcr getan, dass Asga\u00fd Spagor in Frieden trauern k\u00f6nnte. Wir haben seine Amtsgesch\u00e4fte, wie seine Eltern es verf\u00fcgt und niedergelegt hatten, in seinem Sinne geregelt. Wir haben jegliche Last von ihm genommen, die von au\u00dfen auf ihn eindrang. Wir haben alles erf\u00fcllt, womit der alte <em>teirand<\/em> die Geschicke seines einzigen Nachkommen gesichert sehen wollte. Das war uns eine Ehrensache, solange Asga\u00fd Spagor ein Kind war. Aber als er dann in das Alter kam, in dem es an der Zeit war, seine Bestimmung im Weltenspiel zu finden &#8230; Nun, jeder Knappe in meinen Diensten war in all den Wintern anstelliger und eifriger bei der Sache als mein eigener k\u00fcnftiger <em>teirand<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"26605f43a3bc2ba5241de6bebddfc7cf\">Der Ritter redete nicht weiter. Isan r\u00e4tselte, wor\u00fcber er nachdachte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a8fcd92c03f1f3393400f3d78c483ad2\">\u201eIch habe ihn angefleht&#8221;, sagte Wa\u00fdreth Althopian nach einer Weile. \u201eAuf Knien habe ich ihn gebeten, zu akzeptieren, dass <em>er<\/em> der <em>teirand<\/em> ist, nicht wir. Dass die M\u00e4chte ihn im Weltenspiel seine Macht und W\u00fcrde gegeben haben, die Milde, gerecht zu handeln und seine Schutzbefohlenen weise und gerecht zu regieren. Dass er nicht uns all das \u00fcberlassen kann. Dass unser Hofdienst unser eigenes Leben &#8230; ach, es ist sinnlos, dar\u00fcber nun zu jammern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0bc14958d8f084906dcc9916393d22a0\">\u201eVielleicht verschafft das Jammern Euch Erleichterung, Herr. Ich h\u00f6re Euch zu.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c4c0b7cae98a893046021bb6643f2fb9\">Althopian l\u00e4chelte fl\u00fcchtig und nahm das Angebot an.<\/p>\n<p data-p-id=\"5f861a37ce9089babb5e18a11aac16ec\">\u201eEs hat ihn nicht interessiert, und wir konnten ihm keine Vorschriften machen. Immerhin ist er der <em>teirand<\/em>, der uns befiehlt. Wir hatten keine andere Wahl, als ihm immer und immer wieder ins Gewissen zu reden. Aber er interessiert sich f\u00fcr nichts. Nicht f\u00fcr seine Schutzbefohlenen, nicht f\u00fcr uns, nicht f\u00fcr das Weltenspiel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b2788ccff5495316cbbecdfaea2a6da5\">\u201eDann schaut er sich alles an wie &#8230; wie ein Schauspiel?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9b08bca047fe9bda38c0bb99d9c8dcf2\">\u201eSchlimmer. Wie ein Schauspiel, das ihn <em>an\u00f6det<\/em>. Er gibt nicht einmal acht, was Emberbey, seine Schutzbefohlenen und ich tagein, tagaus treiben, damit er ungest\u00f6rt tr\u00e4umen kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"09de0c9a4280b1940506a69ba5336839\">\u201eUnd was macht er dann den ganzen Tag \u00fcber?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"398ce3edb4c908931f9298149158fb21\">Wa\u00fdreth Althopian zuckte die Schultern. \u201eDie M\u00e4chte m\u00f6gen wissen, an welchem Weltenspiel er teilnimmt. Er liest Romane und musiziert. Und wenn er <em>b\u00e1chorkoray<\/em> in seine F\u00e4nge bekommt, l\u00e4sst er sie erst weiterziehen, wenn er deren gesamtes Repertoire zwanzigmal geh\u00f6rt hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac4e01937547fc3aea5ae8eab000d8ce\">\u201eDann hat er sich wohl in seiner Phantasie verheddert&#8221;, sagte Isan. \u201eDas soll vorkommen, sagt Verta.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"22e80e080170daf0ef35bb4af68b07c9\">Althopian horchte auf. \u201eTats\u00e4chlich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"191784e1f8c1007e75c406dec2e3aa98\">\u201eNat\u00fcrlich. Wenn er dort etwas findet, was ihm besser gef\u00e4llt als das, was er hat, wird er sich dort wohler f\u00fchlen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b93934f47f7704319d2a7d0e21e806\">\u201eDas ist absurd. Er liest wieder und wieder alle Fortsetzungen der Heldenromane, von tapferen Rittern und holden Damen und bekommt nicht genug davon. Er k\u00f6nnte all das selbst sein und haben! Er k\u00f6nnte der strahlende Held seiner eigenen Geschichte sein! Bei den M\u00e4chten, ich w\u00fcnschte, ich w\u00e4re noch so jung und voller M\u00f6glichkeiten wie er!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1cc629a0e9fd5f9e14c40b0e8d8c2d42\">\u201eVielleicht hat er Angst davor, dass das Weltenspiel nicht so herrlich ist wie seine Geschichten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1e7d39d286e295aee00b1098f41a254b\">Sie lie\u00dfen die H\u00fcgel in der Ferne hinter sich. Der Boden wurde nach und nach sandiger, und die Luft roch bereits ganz zart nach Salz. Isan genoss es. Es begann, nach Kindheit zu duften. Aber ihre Gedanken schweiften immerfort zur\u00fcck zu dem sonderbaren <em>teirand<\/em>, zu dessen Burg sie reisten.<\/p>\n<p data-p-id=\"c0d584e19ac07cc060011c4789f6c23e\">\u201eIrgendwie erinnert mich das alles an die Geschichte, die <em>yarlara<\/em> Mor\u00e9aval uns erz\u00e4hlt hat&#8221;, sagte sie. \u201eIch glaube, er und die <em>teiranda<\/em> von Wijdlant haben viel gemeinsam. Nur dass Asga\u00fd Spagor keinen <em>goala&#8217;ay<\/em> auf seiner Burg hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c014a8bee6d998df54570af5b31bfae7\">\u201eDas m\u00f6gen die M\u00e4chte verh\u00fcten&#8221;, sagte Althopian d\u00fcster.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"9532cf52c26583e0b11901db5b2441ce\">Die <em>teiranda<\/em> betrachtete ihre Getreuen finster. Die drei Herren standen, wie es um diese Zeit \u00fcblich war, im Audienzzimmer und lauschten pflichtbewusst dem, was die <em>spreghen<\/em>ay zu berichten hatten. Viel Aufregendes gab es nicht. K\u00edan\u00e1 h\u00f6rte sie \u00fcber irgendwelche St\u00fcckzahlen von frischen Eiern und Kohlk\u00f6pfen verhandeln, und jemand merkte an, dass es immer noch an Bauholz fehlte, um eine Br\u00fccke auszubessern. Man habe aus der Entfernung Handelsleute und reisende Ritter aus Valvivant beobachtet, die ratlos unverrichteter Dinge wieder abgezogen waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"7dd5bdb5bcf30cc7f494d555e2d04fda\">\u201eDiese Br\u00fccke wird nicht mehr ben\u00f6tigt&#8221;, h\u00f6rte sie sich sagen. \u201eWir haben nichts mehr zu erwarten vom <em>teirandon<\/em> Valvivant.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"094e693fc2368fff188db40341f69d61\">Altabete warf ihr einen irritierten Blick zu. Seit dem Vormittag war er wieder auf der Burg. Er hatte gerade eben die Zeit gefunden, sich frische Gew\u00e4nder anzulegen und war dann mit Versp\u00e4tung zu ihrem Treffen gesto\u00dfen. Er hatte auf dem R\u00fcckweg nicht einmal mehr an Mor\u00e9avals Burg haltgemacht.<\/p>\n<p data-p-id=\"dd152f2887de8896cbd8a1b0b032b21b\">\u201eHerrin&#8221;, fl\u00fcsterte er diskret, \u201ees scheint, um die Br\u00fccke \u00fcber den Grenzfluss bei meinem <em>yarlm\u00e1lon<\/em> zu gehen. Gibt es etwas, was ich wissen sollte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b9caecdc8b2c7dadacaec7f6bc1c1a51\">\u201eBenjus von Valvivant ist kein Verb\u00fcndeter mehr. Er soll auf seiner Seite des Flusses bleiben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b430107105a0971a49cf6e4f104f0712\">Der Zimmermann, der auf den Zustand der Querung hingewiesen hatte, schaute hilfesuchend zu seinem Herrn hin\u00fcber.<\/p>\n<p data-p-id=\"6dd61c26689aa94585abc09e77872fa3\">\u201eDu hast die <em>teiranda<\/em> geh\u00f6rt&#8221;, sagte Altabete in Verlegenheit. Der Handwerker nickte zwar, aber sein ungl\u00e4ubiger Blick sprach B\u00e4nde.<\/p>\n<p data-p-id=\"36369b42797f85e448b2228734082041\">\u201eAber das ist doch Unsinn&#8221;, begehrte pl\u00f6tzlich Grootplen auf. \u201eDie Stra\u00dfe ist nicht nur f\u00fcr den <em>teirand<\/em> von Valvivant da. Die Reisenden &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"63f5173d90ec3944b007d204d3fc5e1b\">\u201eIhr habt mich geh\u00f6rt&#8221;, sagte ihre Zunge.<\/p>\n<p data-p-id=\"fec57c7e77ac367ce186935f03ee9851\">\u201eUnd wenn Gefahr aus Valfront\u00edr k\u00e4me&#8221;, setzte Mor\u00e9aval pl\u00f6tzlich hinzu, \u201edann w\u00fcrden sie einfach Fl\u00f6\u00dfe nehmen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"72075503cb55c9a17fdfbf4e3c280c55\">Die <em>spreghen<\/em>ay gerieten in Unruhe.<\/p>\n<p data-p-id=\"599cef653be7ce8e570d4a60335f8eb8\">\u201eHerrin&#8221;, wisperte die Zofe, die seit Gor Lucegaths Ma\u00dfregel nicht mehr von K\u00edan\u00e1s Seite gewichen war. \u201eBewahrt die Ruhe!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"129881eed67e15f2086d853453486b02\">\u201eDie Ruhe bewahren?&#8221; Die <em>teiranda<\/em> schnellte von ihrem Thronsessel hoch und blitzte mit ihren eisblauen Augen um sich. \u201eDie Ruhe bewahren? Mit widers\u00e4ssigen <em>yarlay,<\/em> bl\u00f6dem P\u00f6bel und l\u00e4stigen Weibern um mich herum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c4d3e4dbb7842c6c0875dbaa3ee1d381\">\u201eHerrin!&#8221;, rief Grootplen best\u00fcrzt aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"c17124773408ab5ec697af8d47216f1a\">\u201eSchweigt!&#8221;, herrschte sie ihn an. \u201eIhr seid unertr\u00e4glich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fc8df9118e848bcbb33b6109d0a000bd\">\u201eHerrin, so kommt doch zur Ruhe!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa266c8955d5f6ec8fa49788be759661\">\u201eIch halte es nicht mehr aus! Versteht Ihr? Ich kann Euch alle nicht mehr sehen! Ihr <em>langweilt<\/em> mich, und ihr stehlt meine Geduld! Packt euch! Alle miteinander! Lasst mich in Ruhe und verschwindet! Allesamt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7fba339b3c07c1f29f8820e8dac38caa\">Die Ritter starrten sie perplex an. Gesinde und die <em>spreghenay<\/em> duckten sich verst\u00f6rt unter diesem Wutanfall zusammen. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant giftete alle ringsum von ihr an wie eine zischende Schlange.<\/p>\n<p data-p-id=\"04dd107ca8010e437b57127482ceef6b\">Dann fiel die Spannung ab, die sich um sie herum in den letzten Tagen aufgeladen hatte. Sie sch\u00fcttelte sich, warf den Versammelten einen zornigen Blick zu und eilte mit wehenden R\u00f6cken aus dem Audienzzimmer. Die T\u00fcr warf sie dabei hinter sich so fest zu, dass der Fu\u00df der Zofe, die geistesgegenw\u00e4rtig versucht hatte, ihr zu folgen, schmerzhaft eingeklemmt wurde. Die <em>teiranda<\/em> k\u00fcmmerte sich nicht um den Wehlaut des M\u00e4dchens. Sie begann, zu rennen, durch das angrenzende Kaminzimmer hindurch auf den Korridor und dann hinauf zu ihrem privaten Gemach. Der Wachposten sah seine Herrin kommen und \u00f6ffnete ihr hastig die T\u00fcr. Sie w\u00fcrdigte den Mann keines Blickes, rauschte an ihm vorbei, zog die T\u00fcr zu und legte den inneren Riegel vor.<\/p>\n<p data-p-id=\"1c71437d308f0a3ad40323bacdcf2bae\">Sicherheit!<\/p>\n<p data-p-id=\"aaaadc5128b5c8003453b7ed09252c76\">Die <em>teiranda <\/em>warf sich in ihren Frisiersessel und starrte der sch\u00f6nen Zornigen entgegen, die vor ihr im Spiegel erschien. Nach einer Weile entspannte sie sich ein wenig. Der Anblick tat gut. Aber es reichte nicht aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"3981e6fb1d99fe198ff392aae27a9d3f\">Jemand klopfte. \u201eHerrin?&#8221;, h\u00f6rte sie J\u00f3ndere Mor\u00e9aval vor der T\u00fcr. \u201eHerrin? Ist alles in Ordnung?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"029e7bb7f797fd62f5679bb99b7ff771\">Sie seufzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"18df3620b3f1f8995a73db7918fd1ddf\">\u201eBleibt mir vom Leib&#8221;, rief sie und vergrub das Gesicht in den H\u00e4nden.<\/p>\n<p data-p-id=\"9c5e14bab516b9b4eac994377a339c38\">\u201eHerrin!&#8221; Das war Daap Grootplen. \u201eK\u00f6nnen wir Euch irgendwie erb\u00f6tig sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0dba6bc7c902e5a4e268bad1b0683242\">\u201ePackt Euch und kommt mir vorerst nicht unter die Augen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e93fc53c2ba1aae5c9b19f12ceb70ee7\">Einen Augenblick lang blieb es vor der T\u00fcr totenstill.<\/p>\n<p data-p-id=\"9d69be233a1742a5d1194100246dff79\">\u201eWenn Ihr uns braucht, Herrin&#8221;, sagte Andri\u00e9r Altabete, \u201eruft nach uns. Wir sind f\u00fcr Euch da. Wir sind <em>immer<\/em> f\u00fcr Euch da.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d74c3e56b11f7b29aed8f19db3486586\">K\u00edan\u00e1 schwieg und schaute in den Spiegel. Ihr Abbild weinte nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"ada4c18d561b9bbd4347feb646c84a69\">\u201eIch wei\u00df&#8221;, wisperte sie. \u201eOh, das wei\u00df ich so gut &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"228e5679223743e8615729f23f346aa1\">Nach einer Weile h\u00f6rte sie, wie die Ritter sich entfernten. Mit ihrem Eisenzeug konnten die drei sich nicht lautlos bewegen. K\u00edan\u00e1 wartete einen Moment und seufzte schwer auf. Dann besann sie sich. Sie w\u00fcrden sie nicht in Ruhe lassen. Zumindest die Zofe w\u00fcrde wieder hier eindringen, so wie Gor Lucegath es ihr befohlen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d4afa2178ae6c90f783a02f712b9cbce\">Die <em>teiranda <\/em>dachte nach. Schlie\u00dflich erhob sie sich. Nat\u00fcrlich, der Rotgewandete w\u00fcrde sie tadeln. Er w\u00fcrde es nicht guthei\u00dfen. Aber das war egal. Sie w\u00fcrde sich ihm <em>widersetzen<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"1fe70d7dd4e162150f4f2553d7f1bfb8\">Ein Gedanke, so zaghaft er war, packte die <em>teiranda<\/em>. Es f\u00fchlte sich <em>verwegen<\/em> an.<\/p>\n<p data-p-id=\"79562b1f084b50a39de24db680ce84ea\">Sie verlie\u00df Ihre Kemenate durch die Zugangst\u00fcr, warf dem verbliebenen Wachposten einen so grimmigen Blick zu, dass der Mann erschrocken zur\u00fcckwich, und ging die paar Schritte hin\u00fcber zum Gemach der Unkundigen.<\/p>\n<p data-p-id=\"deb26dcdb503257536ccea30fed1ad62\">Ja, Meister Gor hatte es verboten.<\/p>\n<p data-p-id=\"7eef99ef037d6fc435d453a0d97e151d\">Na und?<\/p>\n<p data-p-id=\"a7eac144c0474c3944650b040d7a5245\">Sie klopfte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c168e982065d93c4c124ffb284ae7e7d\">\u201eUjora? Darf ich eintreten?&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2167","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2167","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2167"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2167\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3906,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2167\/revisions\/3906"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2167"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2167"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2167"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}