{"id":2165,"date":"2025-08-24T23:14:27","date_gmt":"2025-08-24T21:14:27","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2165"},"modified":"2025-09-01T10:04:02","modified_gmt":"2025-09-01T08:04:02","slug":"063-zum-chaos-zum-licht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/063-zum-chaos-zum-licht\/","title":{"rendered":"063: Zum Chaos, zum Licht!"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"4f599aa40fb4605b7fbe0f3d30b0f63f\">Die Flut kam in dieser Gegend nicht St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck, Schritt f\u00fcr Schritt mit den Wellen n\u00e4her an den Strand heran. Hier war wie von einem Augenblick auf den n\u00e4chsten pl\u00f6tzlich da.<\/p>\n<p data-p-id=\"25d8dd4410563aee7d535fae6134dec8\">Die See presste das Wasser aus dem Sand hervor, zugleich brandeten mit Gewalt vielleicht ein Dutzend mannshohe Wellen heran. Dann war das Meer da, und die Fischerboote, die gerade noch auf ihren gepolsterten St\u00fctzen auf dem Watt lagen, d\u00fcmpelten sacht auf den Wellen. Wer ausfahren wollte, musste also zeitig bei seinem Schiff sein. Umgekehrt war es genauso: Kam die Ebbe war es, als w\u00fcrde ein gewaltiger Sog das Wasser zur\u00fcck aufs Meer ziehen. Feste Taue waren n\u00f6tig, um die anlegenden Boote an ihren Pl\u00e4tzen zu halten.<\/p>\n<p data-p-id=\"3ab2e7d54285084a803ad417162490c1\">Nat\u00fcrlich wussten die Bewohner und Nachbarn des <em>teirandon<\/em> Spagor von den Eigent\u00fcmlichkeiten ihres K\u00fcstenabschnitts. Auch Yalomiro hatte von der seltsamen Naturgewalt geh\u00f6rt, damals, als die Meister ihn das Wissen \u00fcber das Meer lehrten. Gesehen hatte er das gewaltige wilde Wasser zuvor noch nie, einmal abgesehen von dem kurzen Blick, den er damals ins Chaos hatte werfen d\u00fcrfen. Nun stand er am Bug von Egnars Fischerboot, das Gesicht im Wind, und staunte \u00fcber die gewaltige Weite, die sich bis zum Horizont und dar\u00fcber hinaus erstreckte. Es machte ihn ehrf\u00fcrchtig und still. Er w\u00fcnschte sich, Ar\u00e1ma\u00fa k\u00f6nne das Meer ebenfalls sehen und sp\u00fcren. Er war sich sicher, dass es sie gl\u00fccklich gemacht h\u00e4tte. Die j\u00fcngere <em>camat&#8217;ayra<\/em> hatte ihm so oft geschildert, wie herrlich, m\u00e4chtig und ewig das Wasser war. M\u00e4nnliche Schattens\u00e4nger waren nicht im selben Ma\u00dfe dazu imstande, Wasser zu <em>verstehen<\/em>. Aber er hatte gesp\u00fcrt, wie Ar\u00e1ma\u00fas Seele aufbl\u00fchte, wann immer sie im str\u00f6menden Regen tanzte oder den See beschwor.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b6bdb328b375129fde6384bc7ffc437\">Egnar stand am Steuer und schaute ab und zu unverwandt zu ihm hin\u00fcber. Er kam nicht umhin, einige Gedanken des erfahrenen Seemanns aufzuschnappen. Vorl\u00e4ufig war diese Fahrt f\u00fcr den Kutterkapit\u00e4n Routine. Alle paar Tage fuhr das kleine Schiff mit den aranzienfarbigen Segeln auf das smaragdgr\u00fcne Wasser hinaus, manchmal sogar ganz nahe an den Mehrmastern auf ihren Handelsfahrten vorbei.<\/p>\n<p data-p-id=\"879c47faca99cc486f79b4d759109db3\"><em>Angst<\/em> w\u00fcrde den Fischer erst \u00fcberkommen, wenn die Wassergrenze, der Bereich, auf den sich die gro\u00dfen Schiffe \u00fcblicherweise von der K\u00fcste entfernten, weit hinter ihnen lag.<\/p>\n<p data-p-id=\"189bd892fb17ded9a1649f20d9fb9605\">Maj\u00e9k kletterte am Mast herum wie ein Eichh\u00f6rnchen und machte sich an den Segeln zu schaffen. Er war ein st\u00e4mmiger, sommersprossiger Bursche mit weizenblondem Haar von etwa sechzehn Sommern, den seine jugendliche Kraft noch seltsam tapsig erscheinen lie\u00df. Der Junge war voller gespannter Erwartung an dieses Abenteuer. In der Nacht hatte Yalomiro ihn in den D\u00fcnen aufgesp\u00fcrt, wo er mit einigen gleichaltrigen Kameraden heimlich einem Gemisch aus d\u00fcnnem Bier und berauschenden Kr\u00e4utern zugesprochen hatte. Maj\u00e9k schien davon bereits mehr gewohnt zu sein als seine Gef\u00e4hrten, die bereits in wohligem Schlummer im Salzgras lagen. Das war Yalomiro zupass gekommen, denn er hatte dem trunkenen Jungen davon \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, dass er sich auf Wettfahrt mit dem Wind und den eingebildeten <em>keptyenay<\/em> aus Virhav\u00e9t begeben solle. Als der Junge nun die Segel des Kutters hisste, w\u00e4hrend Pataghi\u00fas Glanz sich sacht am Rand des Himmels abmalte, hatte sich alles zu Yalomiros gr\u00f6\u00dfter Genugtuung zusammengefunden. Maj\u00e9k war konzentriert bei der Sache. In seinen Gedanken f\u00fcgten sich blitzschnell Ideen zusammen, wie er aus der beschr\u00e4nkten Segelfl\u00e4che den besten Antrieb herausholen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6e912c1149506707a15d86a71bbf956d\">Der Magier beschloss, die beiden Seeleute nicht zu st\u00f6ren. Er schloss die Augen und versuchte, das Meer zu f\u00fchlen, mit dem Schiff zu verschmelzen, es auf Kurs zu bringen. Sobald er das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> sp\u00fcren konnte, <em>musste<\/em> er das Ruder \u00fcbernehmen. Nat\u00fcrlich so behutsam, dass der stolze Fischer es nicht bemerkte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d3cf45aa66066dcba3d420099b49a9ea\">\u201eJetzt hast du deinen Willen&#8221;, rief Egnar nach einer Weile zu ihm hin\u00fcber. \u201eAlso: Was suchst du im Chaos?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f9f3301bd3607e19a18e5cd9e2847c9\">\u201eEs ist etwas, dessen ihr nicht innewerden k\u00f6nnt&#8221;; sagte Yalomiro. \u201eIch bedauere sehr, dass ich es euch nicht besser erkl\u00e4ren kann. Lass mich nur sagen, dass es etwas ist, das in Menschenbesitz vollkommen nutzlos w\u00e4re.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1e47f2b907117a942329fbf94c21b50d\">\u201eAber du kannst was damit anfangen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0d8729be164656321df4243b499b446f\">\u201eDas hoffe ich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d3a511a32600bae17d44803a3a067671\">\u201eIst es wertvoll?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b71d95a5546cd84c06a1c4c8605f84d8\">\u201eEs ist kein Schatz, wenn du so etwas im Sinn hast.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"832e7cb0e09391782bd224098bf4ff38\">\u201eSchade&#8221;, lie\u00df sich Maj\u00e9k vernehmen. Seine Worte stolperten im Stimmbruch. \u201eIn den Geschichten sind die <em>keptyenay<\/em> immer auf der Suche nach Sch\u00e4tzen. Sie finden auf den unbekannten Inseln &#8216;ne Menge Kisten voller Edelsteine und kommen als gemachte Herren in den Hafen zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bebd221c76f273e97c35a18c72ffeed0\">\u201eUnd wann&#8221;, fragte Yalomiro belustigt, \u201ehat das letzte Mal jemand mit solchem Reichtum in Virhav\u00e9t angelegt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bf49eaf1ccb304064e88808dc6304f0a\">\u201eMuss &#8216;ne Weile her sein&#8221;, sagte Maj\u00e9k. Der Einwand schien ihn gr\u00fcblerisch zu machen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f32ac31eb35f941ccb2b953d6f501d98\">\u201eEinmal so reich sein wie <em>yarl<\/em> Emberbey, das w\u00e4re was, nicht wahr, Maj\u00e9k?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e00f478b42f671a38958728d4bb1cdf\">\u201eJau. Dann h\u00e4tten wir ausgesorgt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4872c1c81e71ab0f7202d960c720acdc\">\u201e<em>Yarl<\/em> Emberbey ist also reich?&#8221;, fragte Yalomiro.<\/p>\n<p data-p-id=\"06b8aa0e3dcf8a75b06067151bd06a37\">\u201eSicher nicht mehr lange. Wer wei\u00df, was er f\u00fcr die Dame hat ausgeben m\u00fcssen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6b925ab8f5c60ffcc85fee98785fd37b\">\u201eWird wohl ein lohnendes Gesch\u00e4ft gewesen sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"545ac5a5d57c48b88370ebe5cecd32bc\">Die Fischer lachten. Der Magier hob fragend die Brauen. \u201eIch wei\u00df nicht, wovon ihr redet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"129b04f6099e11f5f6cde5b56395217c\">Maj\u00e9k kletterte an Deck. Offenbar war er bestens \u00fcber die Vorkommnisse auf der Burg informiert. M\u00f6glicherweise pflegte er zarte Bande zu den jungen Dienstm\u00e4gden dort.<\/p>\n<p data-p-id=\"533cb4231edae3d36b14b339d93841a9\">\u201eDer alte Emberbey ist&#8217;n z\u00e4her alter Fisch&#8221;, erkl\u00e4rte er eifrig. \u201e&#8217;n hochverdienter Krieger. Aber jetzt reden pl\u00f6tzlich alle davon, dass er sich &#8216;ne sch\u00f6ne junge Frau hat schicken lassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5219615d513e29297f9738ffddee543e\">\u201eWas bedeutet das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"55cdd8a1794ced565dcefe73a955dd80\">\u201eUnd wenn man die Weiber so tratschen h\u00f6rt &#8230; na, jedenfalls wird Emberbey wohl kaum noch bei einem <em>v\u00e1sposar<\/em> eine <em>h\u00fdardora<\/em> auftreiben. Kelwa sagt, er hat in vielen <em>yarlm\u00e1lon<\/em> f\u00f6rmlich um eine Dame geworben. Und letztens hie\u00df es, eine <em>yarlara<\/em> hat eine entbehrliche Tochter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f05fd3b89a5e83b7fcd8dfd827d4a5f3\">Yalomiro dachte einen Moment dar\u00fcber nach, denn er glaubte, irgendetwas falsch verstanden zu haben. \u201e<em>Entbehrlich<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"53019de44e08c86833bf0457421692f1\">\u201eDarfst das nicht falsch verstehen&#8221;, sagte Egnar. \u201e<em>Yarl<\/em> Emberbey ist sicher kein L\u00fcstling, der seine Wollust austoben will. Aber es ist eben seine letzte Chance. Wenn er nicht in den n\u00e4chsten Sommern Nachwuchs bekommt, dann ist das Haus Emberbey erloschen. Und dann wird es verzwickt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d8de0b319a5813325fd3db8da495764\">\u201eAlthopian hat wenigstens noch &#8216;n paar Sommer mehr Zeit, so die M\u00e4chte wollen&#8221;, f\u00fcgte Maj\u00e9k hinzu.<\/p>\n<p data-p-id=\"32958d978e74609f4496f0a8c7b55802\">\u201eWas hat das mit Asga\u00fd von Spagor zu tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2489bcd31b53a4558737d7d77cf1b181\">\u201eUnser alter <em>teirand<\/em>, m\u00f6ge er hinter den Tr\u00e4umen seinen Frieden finden&#8221;, mischte Egnar sich ein, \u201ehat seine <em>yarlay <\/em>was schw\u00f6ren lassen. F\u00fcr den Fall, dass er selbst zu Unzeiten aus dem Weltenspiel scheidet, mussten seine Ritter versprechen, keine <em>h\u00fdardora<\/em> zu nehmen, ehe nicht der <em>teirandanjor<\/em>, also der junge Asga\u00fd, eine hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"809c93ca19231406a38629e61c735d7f\">\u201eUnd darauf haben die Ritter sich eingelassen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a447a8bc4cf0e4a4b98247f67ab6580b\">\u201eBlieb ihnen ja nichts anderes \u00fcbrig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66553c795dea619bba732874eb4064bd\">\u201eAber warum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a86480ef752e7343af91092b4b1d6ae6\">Egnar zuckte die Achseln. \u201eNun ja. Solange noch <em>teiranday<\/em> auf der Burg die Stellung halten, k\u00f6nnen die <em>vendyray <\/em>[Handelsleute] in Virhav\u00e9t lange warten, dass sie westw\u00e4rts Land nehmen k\u00f6nnen. Der <em>teirand<\/em> wollte, dass seine Leute weiter am Ruder bleiben, um das Land freizuhalten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"828dbc3ec61c1cfc1167f503f2d25caa\">\u201eW\u00e4re es denn zu Eurem Nachteil Euch an die Stadt anzuschlie\u00dfen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e23bfe45d39c94b2afb0feeed4284fde\">\u201eDie Stadt w\u00fcrde uns \u00fcberrollen wie eine Springflut. Und wenn uns nicht die Stadt \u00fcberrollt, dann sicher die <em>yarlay<\/em> aus den \u00f6stlich gelegenen <em>teirandon<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c68a709348f513bb841c2c165994cb63\">\u201eM\u00fcsst ihr die Gier und Angriffslust m\u00e4chtiger Leute f\u00fcrchten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8aeb1cd4ef6dc247ddcf94ea5c275fc0\">\u201eNa ja, auf anderem Wege l\u00e4uft da nichts. Sind ja keine <em>yarlara\u00e9<\/em> da, mit denen jemand anbandeln k\u00f6nnte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fc419adabdbd6072586cdb1dfd7a4c2a\">\u201e<em>Yarl<\/em> Emberbey ist, wie gesagt, ein alter Fisch. Und was man so h\u00f6rt &#8230; also, im Vergleich zu Rodekliv ist Spagor ein Paradies!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ead157476f06d3768218fca7433df4c9\">\u201eWenn die <em>yarlay<\/em> von Rodekliv und F\u00e9rocriv\u00e9 zugreifen, wird&#8217;s ungem\u00fctlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"51a582e23cb47a07b801c98870392a74\">Yalomiro z\u00f6gerte. Offenbar hatte sich im Weltenspiel der Unkundigen in den vergangenen f\u00fcnfzig Sommern eine Menge ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p data-p-id=\"5879c6867b510bc2807f24f4bdc5ca80\">\u201eDen M\u00e4chten sei&#8217;s gedankt&#8221;, sagte Maj\u00e9k, \u201edass Asga\u00fd die Ritter von ihrem Eid entlassen hat. Man munkelt, damit sie ihn endlich mit dem Herrschaftsged\u00f6ns in Ruhe lassen.&#8221; Er hob den Blick zu einem knatternden Ger\u00e4usch empor, fluchte und wuselte dann wieder den Mast hinaus, wo sich ein St\u00fcck Segel gelockert hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b895309330b0cb2b60909845eb10321c\">Egnar warf dem verwirrten Schattens\u00e4nger einen verlegenen Blick zu. \u201eW\u00e4re schon nicht schlecht, wenn die Herren sich beeilen w\u00fcrden, an Nachfolger zu denken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4b010b49bf455a16ca340a42d7b057f6\">Der Schattens\u00e4nger lie\u00df sich nachdenklich wieder im Bug nieder und nachdenklich seine Gedanken treiben. In seinem Geist nahm ein Spielbrett Gestalt an, eines, auf dem der <em>vendyr<\/em> nahe an den <em>teirand <\/em>r\u00fcckte, der zwar vom <em>yarl<\/em> gedeckt wurde, welcher seinerseits keinen Zug machen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d7871812949e5a520f9c72472a7daf66\">Das Brett war riesig und voller Figuren. Aber wo waren die <em>ytraray<\/em>?<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"cb065e58a27e808e60ef753cc244d46c\">Aus den Augenwinkeln nur hatte er es gesehen, in einem winzigen Augenblick der Unaufmerksamkeit h\u00e4tte er es fast vers\u00e4umt. Es war hell, hell wie ein Stern, wie ein Sonnenstrahl auf einem Spiegel, und es war nicht bereit, auf ihn zu <em>warten<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"03897480c02f3d04c5e9abba44a74f2e\">Gor Lucegath h\u00f6rte das Ger\u00e4usch, den dumpfen Aufschlag, sogar das schreckliche Bersten von Knochen auf hartem Stein, bis in sein Turmzimmer hinauf, \u00fcberlaut.<\/p>\n<p data-p-id=\"237f00c275479e0e7f52d503b2a24b47\">Einen Atemzug sp\u00e4ter kreischte jemand, schrill, erstickt.<\/p>\n<p data-p-id=\"bedaafd0325ca0df36fbed6b697ad71b\">Der Rotgewandete schaute Fenster hinab in den Hof und erschrak. Er entsetzte sich weniger \u00fcber das, <em>was<\/em> geschehen war, sondern vielmehr dar\u00fcber, <em>dass<\/em> es hatte geschehen <em>k\u00f6nnen<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"1d5df74c3b2489a169289dceedf9c471\">Vereinzelte Menschen zeigten sich. Nun, im Morgengrauen, war auf dem Burghof noch nicht allzu viel Betrieb gewesen, aber das w\u00fcrde sich in Windeseile \u00e4ndern, sobald Aufruhr entstand. Die ersten Gesichter zeigten sich an Fenstern, Personen traten aus T\u00fcren hinaus.<\/p>\n<p data-p-id=\"e476349170b1671243cf647a13018370\">Gor Lucegath rannte die Treppe hinunter, nahm mehrere Stufen auf einmal, stie\u00df r\u00fccksichtslos beiseite, was ihm im Weg war. So gelang es ihm, auf dem Hof und bei ihr zu sein, bevor ein gr\u00f6\u00dferer Tumult ausbrach, abgesehen von dem schwachsinnigen Geschrei und Gepl\u00e4rr der fr\u00fchen K\u00fcchenm\u00e4gde, die herbeigest\u00fcrmt waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"b70973498173076a9c86ed389d25b422\">Er warf einen raschen Blick hinauf zum Fenster der <em>teiranda<\/em>. Die \u00e4ltere Kammerfrau stand da und starrte mit steinerner Miene zu ihm hinunter. Die Unkundige war nicht zu sehen, zum Gl\u00fcck. Geistesgegenw\u00e4rtig festigte er den Bann auf ihrer Kammer um ein Weiteres.<\/p>\n<p data-p-id=\"0985cb51afdc2648c7cf3f41a6e41aac\">Dann kauerte der Rotgewandete sich verst\u00f6rt \u00fcber die junge Frau und ber\u00fchrte zaghaft geborstene Knochen unter ihrem wirren blonden Haar. Heilkunst und Magie konnten hier nichts mehr ausrichten. Ihr Seelenfunken war l\u00e4ngst mit dem Licht verschmolzen, in strahlendem Glanz, wie um ihn zu <em>verspotten<\/em>. Ihr Blut rann rasch \u00fcber die Pflastersteine und f\u00fcllte die Ritzen dazwischen.<\/p>\n<p data-p-id=\"90e313ff894d8731ed0433139b5f7e4e\">\u201eSchweig!&#8221;, fuhr der Magier die W\u00e4schefrau an, vor deren F\u00fc\u00dfen der K\u00f6rper gelandet war und sie um ein Haar ebenfalls erschlagen h\u00e4tte. \u201eSchweig augenblicklich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"62618cc06a265d2467dd617cdbf440cb\">Die Frau wich zur\u00fcck, einen halben Schrei auf den Lippen. Ihre Augen erstarrten vor Entsetzen vor dem Magier, der sich wieder aufrichtete und wild um sich schaute.<\/p>\n<p data-p-id=\"dc20dd8e0faaf2ffd0c8857d1b61e4cf\">\u201eBei den M\u00e4chten&#8221;, murmelte noch jemand nahebei. Dann senkte sich Totenstille \u00fcber den Hof.<\/p>\n<p data-p-id=\"9d6b3c85ed1d42c69dcbc1130db3630e\">Einer nur, ein einziger Unkundiger lie\u00df sich nicht bremsen. Er kam zu sp\u00e4t, um ihr zu helfen, um sie zu halten, um sie aufzufangen. Besinnungslos, in Rage und Qual schoss er auf den Magier zu und br\u00fcllte. Andere versuchten ihn zu erfassen, aber schon hatte Gor ihn zu Boden gestreckt, mit einem unwillk\u00fcrlichen Zauber, der den jungen Kerl auf der Stelle zusammenbrechen lie\u00df. Erst als er wimmernd am Boden lag, erkannte der <em>goala&#8217;ay<\/em> den jungen Gewandschneider, der ihm den zweiten Spiegel \u00fcberlassen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f21aa4d11059ff43edbe598b90b8a864\">Einen Moment \u00fcberlegte Gor, ob er es mit ihm zum Ende bringen sollte. Dann wandte er sich kopfsch\u00fcttelnd ab. Wem w\u00fcrde das n\u00fctzen, wen ersch\u00fcttern angesichts dessen, was hier alle vor sich sahen?<\/p>\n<p data-p-id=\"84c560e710b11961b00c7a2bcd276c63\">Niemand wagte sich n\u00e4her. Die Nahebeistehenden wagten sich nicht fort. Gor Lucegath hob die H\u00e4nde.<\/p>\n<p data-p-id=\"226f894100607fcfa7ebb957d03aadf4\">\u201eSchweigen dar\u00fcber&#8221;, sagte er, leise, beherrscht und doch so, dass jeder es h\u00f6ren konnte. \u201eSchweigen. Wer hierzu etwas laut zu sagen hat, wird ihr augenblicklich hinter die Tr\u00e4ume folgen. Habt ihr das verstanden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"39440234b360ab269ec58aa15e36727d\">Die Angst erstickte ihren Hass. Nun lagen die Blicke der Unkundigen starr auf ihm, fixierten ihn wie die Kaninchen eine zischende Schlange. Gut. In welche Richtung w\u00fcrde er zusto\u00dfen?<\/p>\n<p data-p-id=\"a56179c7e903473c9a85dd1d363301ae\">Der Rotgewandete suchte unter den Unkundigen einen, der ihm n\u00fctzlich war. Im Eingang zum Haupthaus entdeckte er Mor\u00e9aval, nachl\u00e4ssig gekleidet, kreidebleich, noch halb im Nachtgewand.<\/p>\n<p data-p-id=\"372114a7a36ae0bb029524627f55c949\">\u201eHerr J\u00f3ndere&#8221;, rief Gor Lucegath den jungen Ritter heran. \u201eSorgt daf\u00fcr, dass <em>das hier<\/em> verschwindet, bevor es der <em>teiranda<\/em> unter die Augen kommt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"939ce153939b33d756dbdd1e59a4e83b\">Als Ar\u00e1ma\u00fa am Abend wieder auftauchte, kam sie auf einem ungew\u00f6hnlichen Weg, schl\u00fcpfte n\u00e4mlich zwischen den F\u00fc\u00dfen der Magd hindurch, die mir das Essen brachte und verschwand unter dem Bett. Mir fiel ein Stein vom Herzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d139d307aff87884fa2c6140c9397198\">\u201eEs ist in Ordnung&#8221;, sagte ich in Richtung der verschwommenen Gestalt. \u201eDie ist \u00f6fter hier. Sie darf herein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6565163a02d8a5f8c5cb0ae3ab0189c9\">Das M\u00e4dchen ging wieder. Auch das war seltsam. Selbst f\u00fcr die Art und Weise, wie sich das Gesinde der <em>teiranda<\/em> \u00fcblicherweise verhielt, wirkte es fahrig und verhuscht.<\/p>\n<p data-p-id=\"62af02b589b04cfa8a5d818161a306e4\">Auf meinem Teller lag das \u00fcbliche: eine Schale Eintopf, ein St\u00fcck Brot und ein Teller mit etwas K\u00e4se. Aber anstelle eines Trinkkruges hatte ich diesmal eine schlanke Tonflasche bekommen. Das war neu.<\/p>\n<p data-p-id=\"e8d699a05766e9b7ea27a524389be4db\">\u201eAr\u00e1ma\u00fa?&#8221; Ich kniete vor dem Bettgestell nieder und warf einen Blick darunter. \u201eWo bist du gewesen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c5a89724477b05a3752b4583546306be\">In der hintersten Ecke schimmerten ihre Katzenaugen silbrig.<\/p>\n<p data-p-id=\"d3f7f5d1cfb170d280178841c3d3359a\"><em>Drau\u00dfen. Ich war bis heute fr\u00fch auf den Feldern. Ich musste nachdenken. Und dann musste ich warten, bis ich mich im Schutz von jemand anderem durch diese T\u00fcr bewegen konnte. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"ced258776772866dbe2c967bf94b4108\">\u201eIch habe mir Sorgen gemacht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05916b1351adba6287fa9f6ccbda6a09\"><em>Ich auch.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"ae59cd4d3e08bd77f8e66eba80078e53\">\u201eKommst du auch wieder da unten heraus?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e56c06093156f0a71472dbcffdaed861\"><em>Im Augenblick will ich hierbleiben.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"c48465bd173a3c391489831f8fb41a37\">\u201eWas ist denn passiert?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b9d531343b55055e079df8b3732d5f17\">Sie antwortete nicht. Ich stand wieder auf. W\u00e4hrend ich wartete, schaute ich mir die Flasche n\u00e4her an. Als ich den Korken zog, erf\u00fcllte ein schweres, fruchtiges Aroma augenblicklich den Raum. Es roch unglaublich gut.<\/p>\n<p data-p-id=\"d1ba44d4477cdd0696107a213c71af4e\">Ich schnupperte, besann mich und verschloss die Flasche wieder. Was so angenehm daherkam, war bestimmt eine Falle. Allein der Umstand, <em>dass<\/em> ich etwas roch, war verd\u00e4chtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"0050f6f0972413683a196c49d9aa9e67\"><em>Eine von K\u00edan\u00e1 von Wijdlants Kammerzofen ist tot, <\/em>sagte Ar\u00e1ma\u00fa unter dem Bett. <em>Die j\u00fcngere der beiden. Sie hat sich aus einem Fenster in den Hof gest\u00fcrzt.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"e2939ae705f2e970382d7e70e0705fbf\">Ich erstarrte, erinnerte mich an das arme M\u00e4dchen, wie es vor Gor Lucegath auf die Knie gefallen und ihn angefleht hatte. Dem er Strafe angedroht hatte, weil sie die <em>teiranda<\/em> nicht hatte zur\u00fcckhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a78fb5b160b414defb1a27bf7d92bef0\">\u201eWann?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a1a8113c1b6cfb1a3e8c2e6bf5e0e9d1\"><em>Fr\u00fch am Morgen. Ich war gerade wieder zur\u00fcckgekehrt.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"86a0bea99d5d4d84466dd381a3a0323c\">\u201eWieso &#8230; ich hab nichts davon mitbekommen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8e9132d400a21f791f7044532d678858\"><em>Wahrscheinlich hast du noch geschlafen.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"03d63eea7a104c581377e6e304e90188\">\u201eAber das hat doch bestimmt einen Tumult gegeben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"985f1a79b3e6152ae8777f144d6435c3\"><em>Nein. Sie hatten Angst. Niemand redet davon. Es ist best\u00fcrzend, wie sie untereinander vorgeben, dass nichts geschehen sei.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"da1568fc1b583698fc83b9af66b652c8\">\u201eEr hat es also tats\u00e4chlich getan&#8221;, brachte ich schockiert hervor und setzte mich. Meine Knie waren mir weich geworden.<\/p>\n<p data-p-id=\"5e5f5a3ce12a45a9e7b3d5a3921b2f5d\"><em>Er war es nicht.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"96831c7dd5ea6975a6e963a104cb926c\">\u201eWas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4a4c3e4bc7e17366834fd9651f485af4\"><em>Sie ist nicht durch den Rotgewandeten umgekommen. Nat\u00fcrlich denken alle, dass er es getan hat, und wahrscheinlich ist ihm das im Ergebnis ganz recht. Aber er hat es wirklich nicht getan oder gar gewollt. Dazu war er zu \u00fcberrascht. Viel zu \u00fcberrascht.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"bb419873045ef73d2c99926faf6eb471\">In knappen Worten berichtete sie mir, was sich in den fr\u00fchen Morgenstunden zugetragen, was sie versteckt beobachtet hatte; w\u00e4hrend ich noch in unruhigen, unbehaglichen Tr\u00e4umen lag. Ich hatte von alledem nichts mitbekommen, sicher auch, weil Gor Lucegath so rasch reagiert und die Zeugen zum Schweigen gebracht hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"0aa733bf2e701d9bb49ac1d73fcf0740\"><em>Ich habe nie, niemals den Rotgewandeten so &#8230; ver\u00e4rgert und erschrocken gesehen. Ganz so, als sei ihm gerade etwas ganz und gar gegen seinen Willen gelaufen. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"416f8b459de9e1cfc589c5fd34fc08b9\">\u201eWei\u00dft du, wie die <em>teiranda<\/em> reagiert hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b4e3340c68af596fa18add1b53e5584d\"><em>Nein. Ich wei\u00df nicht, wo sie ist. Aber wahrscheinlich bemerkt sie es nicht einmal, dass eines ihrer M\u00e4dchen fehlt. Ein anderes wird sich finden.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"515719a042c3e771e5dfa857ce859da7\">\u201eWieso habe ich davon nichts mitbekommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9b83ac8641f74f93906fa9234a45f807\">\u201eWeil du zwischenzeitlich in einer Zelle sitzt. Der Rotgewandete hat ein paar Zauber mehr um dieses Zimmer gelegt. Vorsorglich, wie ich annehme.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a15eaaf84c6d982798f8340efa65c7d1\">\u201eW\u00e4hrend du unterwegs warst&#8221;, berichtete ich, \u201ehatte ich Besuch von der <em>teiranda<\/em>. Es gab wohl einen kleinen Eklat. Ich glaube, sie hat versucht, sich von Meister Gors Willen zu befreien. Im Zuge dessen hatte er auch die arme junge Frau bedroht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b8cc152d672dab0f7bcdc82bf8618af1\">Nun regte sich etwas unter dem Bett. Die Katze schaute zaghaft hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"f452e7002c29f0b8fcd46f478db4b9d0\"><em>Das ist &#8230; interessant. Die teiranda hat etwas aus eigenem Antrieb getan?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"26c377afbb24f50deaa3f7c41f9953eb\">\u201eEs war nur ein kurzes Aufbegehren, wenn \u00fcberhaupt. Vielleicht bilde ich mir das alles auch nur ein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b567f0fd8fcfb29b1184c09545a0af7b\">Ar\u00e1ma\u00fa kam aus ihrem Versteck hervor. Sie setzte sich aufrecht hin. Ihr Jadeblick ging nachdenklich ins Leere.<\/p>\n<p data-p-id=\"5f17ea5f43519d61d5ddd5df57393aa1\"><em>Stell dir vor, du h\u00e4ttest etwas zu tragen. \u00c4pfel zum Beispiel. Aber du hast dazu nur deine H\u00e4nde, oder meinetwegen auch einen Korb. Einen einzigen. Und es werden immer mehr und mehr \u00c4pfel, w\u00e4hrend du durch den Garten gehst. Von allen Seiten fallen sie zugleich von den B\u00e4umen und in deinen Korb hinein. Irgendwann werden deine H\u00e4nde und der Korb zu klein, um alle \u00c4pfel zu fassen. Dir fallen welche herunter. Und w\u00e4hrend du dich danach b\u00fcckst und sie wieder einsammelst, kommen andere ins Rutschen. Du kannst nicht alle zugleich festhalten.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"1b28aae8da38077baa70042e20a314e3\">\u201eWillst du damit sagen, dass Meister Gor sich bei der Apfelernte \u00fcbernommen hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"421aa1752a6577dc0c869bcbbbe07024\"><em>Ich will damit sagen, dass m\u00f6glicherweise Yalomiro der erste Apfel ist, der aus dem Korb gefallen ist. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"44eaffdd2111f5dfa476c8c564a73ae6\">\u201eIch verstehe. Aber leider wird die ungl\u00fcckliche Zofe dadurch nicht lebendig. Die ist ihm entglitten, w\u00e4hrend er sich nach der <em>teiranda<\/em> geb\u00fcckt hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d5f29cbdf786d85b4c957d3eb324453\"><em>Ja, leider. Und es gibt nur eine Sache, die dem Rotgewandeten jetzt dienlich w\u00e4re. Ein gr\u00f6\u00dferer Korb. Mit einem Deckel.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"392a2118b66139f6fedb617c1dff22b6\">\u201eDas Artefakt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"99c917d4a823b4e6fa9dba37bda0ae55\"><em>M\u00f6gen die M\u00e4chte geben, dass Yalomiro es sicher an sich nimmt.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"13bc3a8a8026f9c6d0b7cdb5a8c99c29\">Einen Moment lang schaute sie mich an, als wolle sie mir noch mehr erz\u00e4hlen. Aber sie \u00fcberlegte es sich offensichtlich anders. <em>Und du solltest dein Zeug essen, bevor jemand das Tablett abholt und dumme Fragen stellt.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"7779d77cbde30c0a1a8103fcf6dcf8b2\">Ich z\u00f6gerte. \u201eAr\u00e1ma\u00fa &#8230; warum haben sie mir heute wohl Wein gebracht, den ich als solchen erkenne?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d4cbcb72b4c6539dd73a23c768111103\">Die Katze schenkte mir einen r\u00e4tselhaften, schweigenden Blick.<\/p>\n<p data-p-id=\"e82e02c9daa4d5f4d5db53e87db0dbfe\"><em>Trink unbesorgt. Wenn es eine magische Falle w\u00e4re, w\u00fcrde ich es sp\u00fcren. Es ist nur &#8230; guter Wein.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"60f5087aee7e3e0482f86282da353676\">Ich sch\u00fcttete mir davon in den Becher und nippte daran. K\u00f6stlich. Wie lange war es her gewesen, dass ich etwas so Intensives auf der Zunge gehabt hatte? In Valvivant vielleicht?<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2165","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2165","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2165"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2165\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3930,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2165\/revisions\/3930"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2165"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2165"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2165"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}