{"id":2164,"date":"2025-08-24T23:14:55","date_gmt":"2025-08-24T21:14:55","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2164"},"modified":"2025-09-01T10:03:49","modified_gmt":"2025-09-01T08:03:49","slug":"064-kontrollverlust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/064-kontrollverlust\/","title":{"rendered":"064: Kontrollverlust"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"c67bc6246fafffc355fe2674ebaab1d2\">Der Rotgewandete sa\u00df in seinem Turmgemach am Fenster und blickte nach Norden, wo der Tag verlosch. Dort sah er Dinge, die weit au\u00dferhalb dessen waren, was sich mit Augen und Sinnen wahrnehmen lie\u00df. Doch er war nur halbherzig bei der Sache.<\/p>\n<p data-p-id=\"4b27038425d02bff75abd62082e4b1b2\">Der Schattens\u00e4nger war brav unterwegs. Von dieser Seite drohten zurzeit keine \u00dcberraschungen. Ein kleines Schiff, weit im Norden. Sehr viel weiter konnte der Magier sich r\u00e4umlich nicht mehr fortbewegen. Aber ausgerechnet auf dem letzten St\u00fcck Weges musste er sich buchst\u00e4blich dem Wohlwollen von Unkundigen anvertrauen. Es stand zu hoffen, dass die Menschen den Schattens\u00e4nger nicht auf dumme Ideen brachten.<\/p>\n<p data-p-id=\"d16cb902e3b1d838631ab1ee5252ab69\">Der Freitod der Kammerzofe hingegen lie\u00df dem Magier keine Ruhe. Wie hatte er sich eine solche <em>Unaufmerksamkeit<\/em> erlauben k\u00f6nnen? Wieso hatte er nicht bemerkt, dass diese dumme kleine Menschenseele sich keinen anderen Rat mehr gewusst hatte, als ihrem Schicksal zuvorzukommen?<\/p>\n<p data-p-id=\"0bbdcb229159aecefc96800bf3da111c\">Das Ironische daran, haderte der Lichtw\u00e4chter mit sich, war, dass der jungen Frau gar keine unmittelbare Gefahr gedroht hatte. Sicher, er hatte sie eingesch\u00fcchtert und in Angst versetzt. Aber anschlie\u00dfend hatte er gar nicht mehr l\u00e4nger an sie gedacht. Viel zu unwichtig war sie in dem ganzen gro\u00dfen Plan, den er \u00fcber all die Winter gewirkt und gewoben hatte. H\u00e4tte sie heimlich mit einer anderen Magd den Platz getauscht und w\u00e4re ihm fortan aus dem Weg gegangen, er h\u00e4tte sich kaum die M\u00fche gemacht, nach ihr zu suchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b9956d02c6d9dfb8589a68ce3190bb44\">Gor Lucegath schaute hinab in den Hof, an die Stelle, wo sie gelegen hatte, an die St\u00e4tte des au\u00dferplanm\u00e4\u00dfigen Sterbens in seinem Bannkreis. Der K\u00f6rper war fortgebracht und das Blut eilig mit gro\u00dfen Mengen Seifenwasser und groben Besen fortgewaschen worden, noch bevor die <em>teiranda<\/em> mit schwerem Verstand aufgewacht war. Die verbliebene Kammerfrau schwieg dar\u00fcber. Keiner w\u00fcrde es ansprechen, auch die <em>yarlay<\/em> nicht, bis es K\u00edan\u00e1 von Wijdlant \u2013 eventuell \u2013 selbst einmal auffallen w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"53b253c3e3e7acc60d9049c7385bf567\">Das w\u00fcrde ihn wieder eine Menge Wachsamkeit kosten. Konzentration, die er so kurz vor dem Ziel kaum f\u00fcr so Nebens\u00e4chliches er\u00fcbrigen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b33108c39a311825355e5258ccf5118\">Der <em>goala&#8217;ay<\/em> hatte mit der Zeit die Erfahrung gemacht, dass <em>ujoray<\/em> grunds\u00e4tzlich Unsicherheiten in ein Geschehen brachten. Ausnahmslos. Wenn man es geschickt anstellte, dann lie\u00dfen sie sich hervorragend nutzbringend lenken. Aber noch \u00f6fter waren sie nichts anderes als l\u00e4stige St\u00f6rungen. Wohin w\u00fcrde es f\u00fchren, wenn andere auf den Gedanken kamen, dem Beispiel der ungl\u00fcckseligen jungen Frau zu folgen? Was, wenn sie sich einbildeten, auf diesem Weg gegen das aufzumucken, was so nahe vor der Vollendung stand?<\/p>\n<p data-p-id=\"0ab74017d46c1c5659e960c2cb9ff087\">Der Rotgewandete wandte sich ab und dem Regal neben dem Fenster zu. Auf einem der Bretter stand eine Anzahl von kristallenen und metallenen Flaschen, Gl\u00e4sern und Bechern nahe beieinander. Der Magier sann dar\u00fcber nach und schnippte dann vorsichtig eine Phiole um, die ganz am Rand stand. Der Flakon kippelte einen Moment bedenklich, st\u00fcrzte und riss im Umfallen einen weiteren um. Der kam ins Rollen und stie\u00df an einen Pokal an, der zu schwanken begann.<\/p>\n<p data-p-id=\"885f2bd7aeee948169e9c829cdbb6472\">Gor Lucegath trat einen Schritt zur\u00fcck und beobachtete die Kettenreaktion gleichm\u00fctig. Dann zog er sein Schwert und bremste die umherkullernden Gegenst\u00e4nde mit der Breitseite der Klinge, noch bevor einer davon zu Boden fallen konnte. Behutsam schob er alles sicher an die Wand und stellte die Gef\u00e4\u00dfe wieder auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"64220d4cfcc8a881f6a7d7d6048909f8\">Er durfte sich jetzt nicht ablenken lassen!<\/p>\n<p data-p-id=\"2090aca17dfa43278431da9cf45eeec8\">Asga\u00fd von Spagors Ritter war mit dem M\u00e4dchen nicht mehr weit von der Burg seines jungen Herrn entfernt. Der Wein wirkte nach wie vor, hatte den untadeligen Helden gef\u00fcgig und schwach gemacht, besser als Ersch\u00f6pfung und Blessuren nach einem Kampf es vollbracht h\u00e4tten. Diese F\u00e4den waren stramm gezogen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9650d90032b75f9f4a237e09ec3b34ba\">Vielleicht sollte er Altabete und seinem mysteri\u00f6sen <em>kleinen Tier<\/em> dankbar daf\u00fcr sein, dass durch sein Dazutun dieser n\u00fctzliche Idiot zu einem g\u00fcnstigen Zeitpunkt in seine F\u00e4nge geraten war.<\/p>\n<p data-p-id=\"49d0a349ae854731b256ec8bdd177634\">Und dann waren da die beiden Krieger, die sich jenseits des Flusses bewegten, jene, die Benjus von Valvivant ausgesandt hatte. Doch um die musste er sich nicht k\u00fcmmern. Noch nicht. M\u00f6glicherweise w\u00fcrden sie alle einander vers\u00e4umen wie ein schlecht geschossener Pfeil sein Ziel. Das w\u00e4re \u00e4rgerlich, aber verschmerzbar. Mit etwas Gl\u00fcck jedoch w\u00fcrden die F\u00e4den sich genau im richtigen Moment zu einem unaufl\u00f6sbaren Knoten zusammenziehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"4a95030ec41da434638ea2f36416eb7d\">Er wandte sich vom Fenster ab, setzte die Maske ab und strich sich m\u00fcde \u00fcber die Augen. F\u00fcr einen Moment betrachtete er die <em>teiranda<\/em>, die steinern und mit leerem Blick vor sich hinstarrte. Die schm\u00e4chtige, kr\u00e4nkliche Frau hatte sich \u00fcber die unertr\u00e4gliche, erstickende Schwere in ihrem Geist beklagt, nachdem er sie aus der Stube der Unkundigen heraus komplementiert hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"066af6d872e3594c57d6e730da9b196c\">Um das zu lindern, hatte er sie mit einem Bann umstrickt, der ihn erheblich mehr Kraft gekostet hatte, als ihm lieb war. Nun sa\u00df sie am Tisch, versunken in eine Welt, in die nicht einmal er selbst Einblick hatte. Die verbliebene Kammerfrau, das wusste er, wachte vor der T\u00fcr. Wahrscheinlich strichen auch die drei <em>yarlay<\/em> unruhig um den Turm herum. Wie r\u00fchrend all diese Leute \u00fcber die <em>teiranda<\/em> wachten!<\/p>\n<p data-p-id=\"a21dafde9a3dced9ef414cf2d6f5cc0c\">Ihm selbst war derweil eine einf\u00e4ltige, t\u00f6richte Unkundige ohne jede Relevanz f\u00fcr das, was geschehen sollte, am Rande seiner Aufmerksamkeit einfach so entwischt. Welche Schw\u00e4che, welche Schande. Und doch &#8230; m\u00f6ge das arme Ding hinter den Tr\u00e4umen zur Ruhe finden. <em>Ad&#8217;ree<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"e05a4ef87fcdec5000bfb97442d87941\">Er selbst war f\u00fcr alle Zeiten verlassen vom Licht.<\/p>\n<p data-p-id=\"3209daad3c3d6850f3abb34c29cbb297\"><em>Du brauchst das Licht nicht. Das Licht braucht dich nicht. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"74a4ace1b84453187634d6efedf86c00\">Der <em>goala&#8217;ay<\/em> \u00e4chzte und lie\u00df sich schwer auf seinem Schlaflager nieder.<\/p>\n<p data-p-id=\"ad1d170afb8b66cdfa0ac84c028e35ce\"><em>Bald bist du am Ziel. Bald wird alles sein, wie es soll. Dann kannst du dich endlich ausruhen.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"f4a61bbb6e79fcff73008963a18e66db\">Der Magier drehte sich auf die Seite und schaute die <em>teiranda<\/em> auf dem Sessel am Tisch an. Sie regte sich nicht. Sie wusste nicht mehr, dass er da war. Sie wusste nicht einmal, wo sie war. Sie labte sich an der Leere, die ihren Schmerz bet\u00e4ubte.<\/p>\n<p data-p-id=\"9585c01c87b254e470024fe828b25d64\">Auch f\u00fcr ihn w\u00e4re es wohl besser, nach <em>Pianmur\u00edt<\/em> zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p data-p-id=\"676c4a99c1faa23760bee662dbec0fb1\">Gor Lucegath hob die Maske vor sein Gesicht und betrachtete das Ding resigniert. Dann gab sich einen Ruck und setzte sich das Werkzeug wieder auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"9365242fd51e3ee3a2b1586830a1e77e\">Ja. So war es ertr\u00e4glicher.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"1f4bd6c182b4b3c2c2ef533ea755b906\">\u201e<em>Das<\/em> ist die Burg von Asga\u00fd von Spagor?&#8221;, fragte Isan entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p data-p-id=\"a3deb82d5bd8384d8729b378d693c5b5\">\u201eWas hast du erwartet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"20dce4583844fd143e4eeb87474f96b4\">\u201eIch war noch nie hier. Ich bin weit westlich von Virhav\u00e9t geboren, und als Kind hatte ich keine Gelegenheit, hierher zu reisen &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b61d32846a79c6d5afadc2f5ff431cd3\">\u201eUnd was hast du erhofft?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"59d0c37674d8e52fb7d6492bf6d64f5c\">\u201eNa ja &#8230; vielleicht sowas wie Valvivant. Etwas kleiner. Aber nicht so einen &#8230; Klotz. Das sieht nicht einmal aus wie eine Burg!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cac2423ad7a384dd288b65e88c5845ad\">Wa\u00fdreth Althopian lachte. \u201eDann wird dir mein Haus zusagen. Es ist ein uraltes Gem\u00e4uer mit einem hohen Turm und einen tiefen Graben. Im Winter allerdings etwas zugig. Hier hast du mehr Annehmlichkeiten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7731ccb868aa0ea04e80d505cbaaf667\">\u201eWenn Ihr das sagt &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4f4eb03f37f56635082733d225c9416b\">\u201eDiese Burg hier&#8221;, erkl\u00e4rte Althopian, \u201ewar zu Zeiten der Chaoskriege eine regelrechte Zielscheibe f\u00fcr Angreifer von der Seeseite. Es war nicht viel zu retten an den alten Mauern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d61adf51dd9d233da8bdcc80ec88dbca\">\u201eIch verstehe. Aber man h\u00e4tte es doch trotzdem etwas &#8230; <em>h\u00fcbscher<\/em> machen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d5ba2602ef54d8b668c47965d2b2af19\">\u201eBurgen m\u00fcssen nicht h\u00fcbsch sein. Sie m\u00fcssen Schutz bieten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"82c0723a3f73cef7b2b1ae2296cc4f28\">\u201eHat Eure Mutter das auch so gesehen?&#8221;, fragte Isan.<\/p>\n<p data-p-id=\"a88b5675b6f73b7df0ebd0e7b42cb3dd\">Yarl Althopian schwieg einen Moment.<\/p>\n<p data-p-id=\"24606d36fb72c0a4bda99952c1f5bb12\">\u201eEs gibt kaum eine Handbreit an meinen Mauern, woran keine Lornizeren, Steinreben und Rosen ranken&#8221;, gestand er dann.<\/p>\n<p data-p-id=\"8b684bc092a8dc66087bc60e38ebbc0c\">\u201eLornizeren sind h\u00fcbsch&#8221;, sagte Isan. \u201eSch\u00f6n bunt. Und sie duften s\u00fc\u00df wie Konfekt. Bestimmt gef\u00e4llt Eurer <em>yarlara<\/em> das sehr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e3e62c556c0fe7bbeaafd22d74f81878\">Sie ritten auf das Tor zu, das im spitzen Winkel der Geb\u00e4ude landeinw\u00e4rts das Ende der Stra\u00dfe bildete. Der Posten am Tor kannte den <em>yarl<\/em> nat\u00fcrlich und lie\u00df sie passieren.<\/p>\n<p data-p-id=\"dee3359c33d11b6c3fa7ecda70bd021f\">Althopian k\u00fcmmerte sich nicht weiter darum und ritt weiter. Isans Muli trippelte seinem Ross hinterher.<\/p>\n<p data-p-id=\"bd21ed0899d304e1a1a331c1409572c8\">Die Handvoll Leute, die gerade im Hof zu tun hatte, schien sich ehrlich \u00fcber die R\u00fcckkehr des Ritters zu freuen. Wa\u00fdreth Althopian war allseits beliebt und geachtet. Gru\u00dfworte wurden gewechselt. Eine Magd eilte herbei und brachte ihm einen Tonbecher kaltes Wasser. Auch Isan bekam einen solchen Willkommenstrunk.<\/p>\n<p data-p-id=\"139d17761cfc9ca25915d61546303166\">Kurz darauf trat aus dem Wohngeb\u00e4ude ein \u00e4lterer Herr mit sch\u00fctterem grauen Haar hervor, angetan mit einem honigfarbenen Waffenkleid. Dar\u00fcber trug er eine angedeutete R\u00fcstung, die jener der <em>yarlay<\/em>, wie Isan sie kannte, zwar \u00e4hnelte, aber deutlich weniger Metall in sich begriff. Sein hageres Gesicht hatte \u00c4hnlichkeit mit einem grimmigen Raubvogel. Einem Bussard mit scharfem Blick und spitzem grauem Kinnbart.<\/p>\n<p data-p-id=\"d82258fe60e7c13d62e9684ebc0f86ac\">\u201eSitzt ab, Althopian. Ihr seid morgen fr\u00fch noch im Sattel, wenn Ihr auf den <em>teirand<\/em> wartet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"213efbb439e1cff6896031ec94a399d9\">\u201eEmberbey! Wie sch\u00f6n, Euch noch hier anzutreffen.&#8221; Althopian schwang sich von seinem Pferd, das augenblicklich von einem Stalldiener in Empfang genommen wurde. Die beiden M\u00e4nner umarmten einander freundschaftlich. Das war also der ehrenwerte, ber\u00fchmte <em>yarl<\/em> Alsg\u00f6r Emberbey.<\/p>\n<p data-p-id=\"234e4c12f2f8e794fbb6103c6ba13911\">Isan wartete nicht ihrerseits auf eine Einladung und glitt ebenfalls aus dem Sattel. Sie hatte sich den \u00e4lteren Ritter ganz anders vorgestellt, gr\u00f6\u00dfer und imposanter. Sicher war er bereits mehr als sechzig Sommer alt. Doch daf\u00fcr scheinen ihn die M\u00e4chte mit guter Gesundheit beschenkt zu haben. Der <em>yarl<\/em> wirkte wach und agil. In Valvivant hatte Isan Herren \u00e4hnlichen Alters gesehen, die kaum noch eine Treppe steigen konnten, ohne au\u00dfer Atem zu kommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a755f9b4f4cfd187f8fae3938604f7a7\">\u201eW\u00e4ret Ihr einen Tag sp\u00e4ter gekommen, wir h\u00e4tten uns vers\u00e4umt. Nun kann ich getrost eine Weile meinen eigenen Dingen nachgehen. Wer ist das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"498ac3bc322085f5e5b5d8b755b10442\">\u201eDas&#8221;, sagte Wa\u00fdreth Althopian, \u201eist die beste junge <em>doayra<\/em>, die Ihr diesseits des Montaz\u00edel finden k\u00f6nnt, und dar\u00fcber hinaus wohl auch. Sie wird k\u00fcnftig in meinem <em>yarlm\u00e1lon<\/em> dienen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f85aa6c91c022580b10f9190421424f\">Isan err\u00f6tete, erfreut \u00fcber die freundlichen Worte, mit denen er sie dem anderen <em>yarl<\/em> vorstellte. Sie verneigte sich unter dessen gestrengen, scharfen Blick.<\/p>\n<p data-p-id=\"b918fadaca5faa0b92793d9978e71bfc\">Alsg\u00f6r Emberbey musterte sie einen Moment zu lang und zu pr\u00fcfend. Dann neigte auch er knapp den Kopf.<\/p>\n<p data-p-id=\"c110aa5aefd45d03c152f17a3c2da016\">\u201eHattet Ihr Erfolg?&#8221;, fragte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"5394518d1165fa75c874c181f754d529\">\u201eNun, ich bin Andri\u00e9r Altabete tats\u00e4chlich begegnet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0206e519d270ddd42713ebbb4584ab7e\">\u201eUnd?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"953c31876eefc2700012d0e30b1ec07b\">\u201eEs ist \u2013 verworren. Ihr werdet verstehen, dass ich zuerst mit dem <em>teirand<\/em> reden muss, bevor ich Euch einweihe. Aber &#8230; es sieht nicht allzu nicht \u00fcbel aus f\u00fcr das, was wir uns erhoffen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1470d21bbc2bc4e7b6f077723f0fd6b0\">\u201eDas freut mich zu h\u00f6ren. Doch um beim <em>teirand<\/em> Geh\u00f6r zu finden, werdet Ihr Gl\u00fcck brauchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac1e54c29ab2acea8dc8d8a1d47acaf0\">\u201eIst er denn zugegen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"65d2004e8ba4b8bb267a6ce80930bd96\">\u201eIch h\u00f6rte ihn vorhin noch auf dem Dach herum klimpern. Er h\u00e4lt sich wieder einmal f\u00fcr einen Poeten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f4c6697ffbf654cbfedbb19a972f2c8e\">Isan zuckte ob dieser respektlosen Worte zusammen. Althopian klopfte Emberbey auf die Schulter und ging dann in die Burg hinein.<\/p>\n<p data-p-id=\"d3546f71e29d02f5fc31cd3b5c5d1285\">Isan blieb unschl\u00fcssig stehen. Unaufgefordert hatte sie im Geb\u00e4ude nichts zu suchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"4f5d40ef4dafb48ad75f0130d7f1da51\">\u201eHerr Wa\u00fdreth!&#8221;, rief Alsg\u00f6r Emberbey ihm hinterher, \u201ewie steht es mit Eurem Gl\u00fcck?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"86d1cdf9a0da89c9078a3335fa771980\">Isan sah, wie ihr Herr z\u00f6gerte, bevor er im Eingang des Geb\u00e4udes verschwand. Selbstverst\u00e4ndlich hatte er es geh\u00f6rt. Aber er zog es wohl vor, nicht zu antworten, nicht jetzt.<\/p>\n<p data-p-id=\"585a4ed8ee230ad49ce5c1e04db18003\">\u201eEr hat eine<em> yarlara<\/em> von Iva\u00e1l kennen gelernt&#8221;, gab sie daher bereitwillig Auskunft.<\/p>\n<p data-p-id=\"18eba7a5cc99dd3adc2940464dc8f4a2\">\u201eEine Dame aus Iva\u00e1l, so. Du wei\u00dft, dass du eine vorwitzige Zunge hast, M\u00e4dchen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e2d1109e7ee8dec55c051ae3a1948c6a\">\u201eVergebt mir. Ich dachte, es interessiert Euch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7633b79ff9aaa5dd844ab02d1c334014\">\u201eGeschw\u00e4tzigkeit, M\u00e4dchen, ist keine Tugend. Lass dir das einen Rat sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d3e8eba30e46e706ed68594ca43a8710\">Er wandte sich ab und lie\u00df sie stehen. Offenbar hatte er dringende Dinge zu erledigen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ab301712743e0f4a565bab65a033e82b\">\u201eMeine G\u00fcte&#8221;, sagte Isan zu ihrem Maultier, \u201eder hat ja eine Laune&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4b8c15fc452c95cedb0a6306cb6388e5\">Das hatte eine rundliche Frau um den vierzigsten Sommer herum mitgeh\u00f6rt, die auf dem Hof damit besch\u00e4ftigt war, W\u00e4sche auf eine Leine zu h\u00e4ngen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ec8046b64069ec9291c2596e373607bc\">\u201eLass ihn reden&#8221;, sagte sie in Isans Richtung. \u201eEr meint es nicht so.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1347c526c540fdf8412883e1e268eae7\">\u201eWie meint er es dann?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dbb7cf5ceee8a5e6c1e8464c81d92f7c\">Die Frau lachte. Sie trug ein h\u00fcbsches, bunt besticktes Kittelkleid aus hellem Leinen und eine praktische Haube auf einem ergrauenden Zopf. \u201eNa gut, er meint es genauso. Aber Herr Alsg\u00f6r ist ein wohlmeinender Herr, solange man sich in seiner Gegenwart z\u00fcchtig benimmt und er nichts zum Tadeln findet. Wenn du das beherzigst, ist er umg\u00e4nglich und gerecht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05aa8f62c385f68b01708071550bed8c\">\u201eReden die beiden deswegen so f\u00f6rmlich miteinander?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"74ae66528ac0de660f0a6fa6293029c4\">\u201eMag sein.&#8221; Die Frau klemmte ein blitzsauber gewaschenes Hemd fest und kam dann auf Isan zu. \u201eIch bin Kelwa.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a14bb9cc2fa62f604eb48e83597a7441\">\u201eIch hei\u00dfe Isan. Ich bin mit <em>yarl<\/em> Althopian aus Valvivant gekommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"79ba567f8e089229cdbc1c04c16eea55\">\u201eDann hast du aber eine weite Reise hinter dir. Du musst hungrig und durstig sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c9790c07aba104586aa255ae1a431b2\">\u201eAch, es geht so. Wir hatten heute fr\u00fch noch etwas Brot, und&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"14bd652aed2b5c090835f29279d4ae7d\">Kelwa h\u00f6rte nicht zu. Sie klatschte einige Male in die H\u00e4nde. \u201eHe, kann einer von euch Burschen sich um das Maultier k\u00fcmmern? Und du, Kind, kommst gleich mit r\u00fcber in mein Haus, sobald die W\u00e4sche h\u00e4ngt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dccb50fc2af72dd92897bf0c5b8ea3da\">\u201eAber &#8230; mein Herr&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a1b369958cb02d1df6d7bb77b2469bd4\">\u201eGlaub mir, den bekommst du in n\u00e4chster Zeit nicht zu Gesicht. Der <em>teirand<\/em> wird sich alle Einzelheiten seiner Reise haarklein erz\u00e4hlen lassen. Solange dein Reittier im Stall ist, wird der <em>yarl<\/em> dich nicht suchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7532bb8d842e00eaf2052c3faf904be1\">Ein junger Mann eilte heran und \u00fcbernahm die Z\u00fcgel. Isan fischte ihre Tasche vom Sattel. Wie lange hatte Althopian Zeit, bis er diesen vermaledeiten Wein trinken musste? Die Sonne stand noch nicht im Zenit. Gut.<\/p>\n<p data-p-id=\"0a5017aac3036e97512f948e1b6b71e7\">\u201eLass mich helfen!&#8221; Isan griff nach der Schale mit den W\u00e4scheklammern. \u201eDann bist du schneller fertig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27090545022f6e3d4262309d5c34eaa6\">\u201eKeine Eile, Kind. Ins Dorf sind es nur ein paar Schritte zu Fu\u00df. Du bist rechtzeitig hier. Schlie\u00dflich muss ich das Zeug sp\u00e4ter auch wieder abnehmen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e6225678622023358b8f314019f2c62\">Sie arbeiteten eine Viertelstunde lang. Dann war eine ganze Ecke des Burghofs mit wehender, frisch duftender W\u00e4sche abgeh\u00e4ngt. Kelwa trocknete sich die Finger an der Sch\u00fcrze und f\u00fchrte das M\u00e4dchen durch einen schmalen Seitendurchgang hinaus in die D\u00fcnen. Das Meer, nun bei Ebbe weit in der Ferne leuchtete gr\u00fcn in der Sonne. Isans Herz hob sich vor Freude. Ja. Das hier war schon eher ihre Welt.<\/p>\n<p data-p-id=\"8915871eb3845dbc57c36e8923731bac\">\u201eDu h\u00e4ttest nat\u00fcrlich auch in der Burg etwas essen k\u00f6nnen&#8221;, plauderte Kelwa und schritt in ihren Holzpantinen wacker auf dem Bohlenpfad aus, der durch die sandigen H\u00fcgel f\u00fchrte. \u201eAber ich wei\u00df, was da f\u00fcr heute Abend gekocht wird. Ich hab noch einen Kessel Suppe \u00fcbrig. W\u00e4re ein Jammer, wenn die schlecht w\u00fcrde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e0f66acd160b74a84ac68ffbdc5355f2\">\u201eHast du zu viel davon gekocht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"74a20557f281836eb42b26b2c1179268\">\u201eEigentlich nicht. Aber mein Gef\u00e4hrte und sein Bootsjunge sind \u00fcberraschend f\u00fcr ein paar Tage ausgefahren. Deshalb ist noch etwas \u00fcbrig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d45ebe09ea26309a6278f48453b40d9b\">\u201eIst dein Gef\u00e4hrte ein <em>keptyen<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e18076cf719bdea50a7f13ec870550c7\">Kelwa lachte herzlich. \u201eAch was. Wir sind hier nicht in Virhav\u00e9t, Kind. Er f\u00e4hrt auf Fischfang bis an die Wassergrenze raus und keinen Deut weiter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9d2e37d4787c8221d6c8f1559634ad02\">\u201eUnd warum f\u00e4hrt er dann <em>\u00fcberraschend<\/em> aus?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"15fd18a3b7c7abff0974e09a4ad392d4\">\u201eDu liebe Zeit! Du willst es aber genau wissen! Er transportiert ausnahmsweise einen Passagier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"acfeae7770ee0fb7171b9c85da995295\">Isan wollte weiter nachfragen, aber vorerst nehm Kelwas Dorf ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Die junge <em>doayra<\/em> war begeistert von dem h\u00fcbschen D\u00f6rfchen mit den wei\u00df get\u00fcnchten H\u00e4usern unter Reetd\u00e4chern und den bunten G\u00e4rten. Nur die klobige Burg, die dar\u00fcber wachte, st\u00f6rte das Bild, sobald man landeinw\u00e4rts blickte. In Isans Heimatdorf war die Bauweise anders. Dort waren rote Ziegel und Schindeld\u00e4cher nach Mode von Virhav\u00e9t verbaut worden, und es gab weniger Gr\u00fcn. Hier, so schien es ihr, hatte man jede Handbreit, wo Platz daf\u00fcr war genutzt, um Blumen und Kr\u00e4uter zu pflanzen. Besonders beeindruckend fand Isan das Rosenst\u00e4mmchen in einem Toneimer rechts neben der Eingangst\u00fcr von Kelwas Haus.<\/p>\n<p data-p-id=\"88383002d252b77446f6e6e0bed0e394\">\u201eWas f\u00fcr eine Pracht!&#8221;, rief sie aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"0bb699d1fca2b715ab709d32e08874f7\">\u201eNicht wahr? Und stell dir vor \u2013 ganz \u00fcber Nacht! Ich hatte die Rosen schon aufgegeben. Das w\u00e4re ein Jammer gewesen. Mein <em>h\u00fdardor <\/em>hatte mir die Pflanze geschenkt, da war ich noch ein ganz junges Ding.&#8221; Sie schnupperte an einer der \u00fcppigen Bl\u00fcten, seufzte entz\u00fcckt und f\u00fcgte hinzu: \u201eIch bin sicher, das war Zauberei.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f1fdda791b0bd84a91a65ca1502a603a\">Isan zuckte zusammen. \u201eZauberei?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7fcee7f788638010e751a504e0826c4f\">Kelwa \u00f6ffnete die T\u00fcr zu ihrer Stube. \u201eKannst du ein Geheimnis bewahren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b9fd4d4f6ebe3d14c17a62021923b9ad\"><em>Das fragt sie mich, nachdem ich ohne Not den Namen von Althopians Herzensdame ausgeplaudert habe?,<\/em> dachte Isan. \u201eNa klar.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b08daea84afa6dd358b3b39859610323\">\u201eKomm rein und mach die T\u00fcr zu.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"50bb829e2515b43c1f0383dd3780d195\">Nun wurde das M\u00e4dchen neugierig. Sie folgte der Frau hin\u00fcber zum Herd, wo sie bereits gesch\u00e4ftig einen Topf auf die Feuerstelle zog.<\/p>\n<p data-p-id=\"e73aa4ccd677fb00fa5748a6a68a17c2\">\u201eVorgestern Nacht war ein Mann hier&#8221;, wisperte Kelwa, als bef\u00fcrchte sie Lauscher im eigenen Haus. \u201eEin sonderbarer Kerl. Hat behauptet, du glaubst es nicht, ein <em>Schattens\u00e4nger<\/em> zu sein. Du wei\u00dft schon, so einer wie in den uralten Geschichten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67038dd58983a88df9917361bf298b9c\">Sie legte Holz in den Ofen und fachte es routiniert mit etwas Stroh und Feuerzeug ein kleines K\u00fcchenfeuer an.<\/p>\n<p data-p-id=\"03c57f4f4042173ac155c1d1bcbbf189\">\u201eEin Schwarzmantel&#8221;, sagte Isan tonlos.<\/p>\n<p data-p-id=\"3ad6a8624e5f88e8ddf459390113dd49\">\u201eIch wei\u00df, wie verr\u00fcckt das klingt. Ich wei\u00df nicht, ob er wirklich einer war oder er sich das nur eingebildet hat. Und gestern fr\u00fch mit der Flut sind sie ausgefahren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1e907b6e196417b28d6fa0e60630fb6b\">\u201eWohin?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ae092cc9b9eb33b57dcc2de5bf7a255a\">\u201eEr sagte, er m\u00fcsse so nahe wie m\u00f6glich ans Chaos heran. Verr\u00fcckte Geschichte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e867cd1e3aefad236425b9ba48bec8f8\">\u201eUnd das macht dir keine Sorgen? Was, wenn deinem Gef\u00e4hrten etwas zust\u00f6\u00dft?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"43ae3d90c29ce4ef62e7c5c619f3434d\">Kelwa tauchte hinter dem Herd wieder auf. \u201eAch was. Maj\u00e9k \u2013 der Bootsjunge \u2013 ist doch dabei. Und Egnar ist nicht schlecht mit der Harpune. Aber &#8230; ich glaube nicht, dass etwas geschieht. Das habe ich gesp\u00fcrt. Der Magier, oder was immer er ist, hat nichts \u00dcbles vor.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d6a06ea88444db42789570072f37a03c\">\u201eWie sah er aus?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c393f6ce49f7e4d08f26aa6d25753c06\">\u201eNun ja &#8230; gro\u00df. Schlank. Pechschwarzes Haar. Ausgesprochen schmuck, das sag ich dir! Aber ich habe sein Gesicht nicht richtig gesehen. Er war sehr r\u00fccksichtsvoll und hat es vor mir verborgen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3722b80e3620728148632393b908abc9\">\u201eDa hast du wahrscheinlich gro\u00dfes Gl\u00fcck gehabt &#8230; Du wei\u00dft, ihr Blick &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5615ee9e26edacc556914cdac160c8fe\">\u201eAch was, das sind doch Ammenm\u00e4rchen. Als ob mir in meinem Alter da noch etwas passieren k\u00f6nnte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ee8925e8a72e31326cd7f11913da71b0\">\u201eHat er seinen Namen gesagt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8bb780946ff37114f7bde08cbdb1e9ca\">\u201eJa. Aber ich erinnere mich nicht. Es war ein wunderlicher Name. Er sagte, er k\u00e4me von s\u00fcdlich des Montaz\u00edel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"22ea9980d02cf05502e9907cd36596d0\">\u201eAber er war allein? Es war keine junge Frau bei ihm?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d3d95eeceedac8488f93be686f31e333\">\u201eWie sollte denn das vonstattengehen? Aber sag&#8230; du redest, als w\u00fcsstest du mehr als ich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4b54391fc8bf5d63363708d8fdf6e28d\">\u201eIch glaube, ich wei\u00df tats\u00e4chlich, wer das war. Aber eigentlich ist das unm\u00f6glich. Ich denke, mein Herr sollte von alledem schnell erfahren.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2164","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2164","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2164"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2164\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3929,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2164\/revisions\/3929"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2164"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2164"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2164"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}