{"id":2159,"date":"2025-08-24T23:17:43","date_gmt":"2025-08-24T21:17:43","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2159"},"modified":"2025-09-01T10:02:10","modified_gmt":"2025-09-01T08:02:10","slug":"069-althopian-will-jeden-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/069-althopian-will-jeden-retten\/","title":{"rendered":"069: Althopian will jeden retten"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"71072457b268d102a1d4598df22b8a61\">Wa\u00fdreth Althopians Gem\u00e4cher, die er bewohnte, wenn er an Asga\u00fd von Spagors Burg seinen Hofdienst versah, waren zweckm\u00e4\u00dfig und schlicht eingerichtet. W\u00e4hrend sie wartete, lie\u00df Isan es sich nicht nehmen, M\u00f6bel und Schr\u00e4nke zu inspizieren. In dem gr\u00f6\u00dferen der beiden R\u00e4ume lag ausreichend frische Kleidung zum Wechseln bereit. Isan war froh, dass Althopian endlich seine zwischenzeitlich wirklich arg mitgenommenen Gew\u00e4nder gegen frische austauschen konnte. Wenn Kelwa hier zust\u00e4ndig f\u00fcr die W\u00e4sche war, stand ihr die gro\u00dfe Herausforderung bevor, all die hartn\u00e4ckigen Flecken aus dem Stoff zu bekommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"cce03824a8d09badaba164edc1cb5b91\">In dem deutlich kleineren Nebenraum stand ein zweites Bett, aber dieses Zimmer schien nicht regelm\u00e4\u00dfig bewohnt zu sein. Bei genauerem Hinsehen entdeckte Isan verd\u00e4chtige Schrammen und Macken am Bettgestell und auf der Tischplatte. Offenbar hatten hier zuvor Menschen achtlos mit Waffen hantiert. Ein Gemach f\u00fcr einen Knappen, der dem Ritter f\u00fcr gew\u00f6hnlich beiseite stand? Das w\u00fcrde passen. In Valvivant waren die Knaben, die den <em>yarlay<\/em> assistierten, bekannt daf\u00fcr, etwas zu ungest\u00fcm mit den ersten echten Schwertern und Streitwaffen umzugehen, die ihnen in die Finger kamen. Niemand w\u00e4re auf die Idee gekommen, einem Edelknaben neue M\u00f6bel in sein Zimmer zu stellen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a2ef94a5ec3277c204c9981a03b45d47\">Isan war nicht anspruchsvoll. Sie nahm den kleinen Raum f\u00fcr sich in Beschlag und kam sogleich mit einer Zimmermagd ins Gespr\u00e4ch, die sie vor der T\u00fcr abfing. Sie versprach dem etwa gleichaltrigen M\u00e4dchen eine Kupferm\u00fcnze und zwei Haarb\u00e4nder, sollte sie einen Eimer hei\u00dfes Wasser und ein St\u00fcck richtig gute Seife herbeischaffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0a6fe59ac2e7a266025ef384891d7416\">Isan bekam das Gew\u00fcnschte in erstaunlich kurzer Frist. W\u00e4hrend sie sich Haare und Leib wusch, blieb das M\u00e4dchen neugierig im Zimmer und fragte Isan \u00fcber ihre Herkunft und die Umst\u00e4nde aus, die sie an Wa\u00fdreth Althopians Seite verschlagen hatten. Isan plauderte ausf\u00fchrlich \u00fcber das Leben in Valvivant, pries und lobte Althopians G\u00fcte und Gunst in h\u00f6chsten T\u00f6nen und erfuhr bei dieser Gelegenheit, wie es in Spagor zuging &#8211; recht gem\u00e4chlich und informell, wenigstens solange <em>yarl<\/em> Emberbey nicht in der N\u00e4he war, wie es schien. Noch bevor das Wasser abk\u00fchlen konnte, war die junge <em>doayra<\/em> auf dem aktuellen Stand und bestens informiert \u00fcber ihre neue Umgebung.<\/p>\n<p data-p-id=\"decb7abde6c648459e698d2f05ed922e\">Erst das Hinzukommen Wa\u00fdreth Althopians unterbrach die plappernden M\u00e4dchen. Der Ritter trug nun eine wei\u00dfe Tunika \u00fcber einer weiten Leinenhose und war in Holzschuhen. Er duftete angenehm nach einer Kr\u00e4uterseife, Haar und Bart hatten offensichtlich fachkundige Pflege erhalten. Er trug einen kleinen Korb bei sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"549632d5119ff711548567c62b0c5f12\">Die Zimmermaid zog sich zur\u00fcck, nicht ohne den <em>yarl<\/em> mit einem schw\u00e4rmerischen Blick zu bedenken. Der <em>yarl<\/em> schien das nicht zu bemerken.<\/p>\n<p data-p-id=\"2681a14b1c6c79ca2ae1906dec09d10f\">\u201eWart Ihr um diese Zeit im Badehaus?&#8221;, fragte Isan. Dass es ein solches in der Burg gab, hatte sie eben erst erfahren, und den Ritter in Zivil zu sehen, war ein ungewohnter Anblick.<\/p>\n<p data-p-id=\"f085f2ff961985abcab3b8ee3bd94fe9\">\u201e<em>Yarl<\/em> Emberbey machte mich darauf aufmerksam, dass ich einen Geruch verstr\u00f6me wie ein Iltis in der Ranz. Ich h\u00e4tte das tun sollen, bevor ich vor den <em>teirand<\/em> trete. Nun, ich denke, er hat es nicht bemerkt. Seine Aufmerksamkeit gilt fortan wohl anderen Dingen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"33badb3140fee70af33c46ed8e7e8d9c\">\u201eWas habt Ihr mit Eurem <em>teirand<\/em> angestellt?&#8221;, fragte das M\u00e4dchen ernst.<\/p>\n<p data-p-id=\"20c737af7268c729634bf6d5b763ee44\">\u201eIch habe ihm lediglich das Geschenk \u00fcbergeben. Offenbar handelte es sich um ein Bildnis der <em>teiranda<\/em>. Mehr nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f35f1e507d80cd58fc81f5be5904ee1\">\u201eDas kann nicht sein. Er redete von einer wundersch\u00f6nen, liebreizenden Dame.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ba21c53441a017a353753dbb1bea6a2d\">\u201eNun, ich habe es nicht selbst gesehen. M\u00f6glicherweise war es ein allzu schmeichelndes Bildnis. Die Maler sind ebensolche Schwindler wie die <em>b\u00e1chorkoray<\/em>, wenn es um eintr\u00e4gliches Anbiedern geht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b342045beaffd2e039dd4379bf857764\">\u201eVielleicht ist es eine Falle?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2689e5372790a05da1ec7a7995554d96\">\u201eMit etwas Gl\u00fcck ist es nur ein grausamer Scherz.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5185b50ba5d158729a98dc8d7ade796b\">Isan runzelte die Stirn. Dass der Ritter das, was die Gabe des Rotgewandeten ganz offenbar ausgel\u00f6st hatte, so abtat, missfiel ihr.<\/p>\n<p data-p-id=\"2a23eb2041f4d1db9108b98f10847a4f\">\u201eWollt Ihr Euren Herrn nicht aufkl\u00e4ren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b2f75e16ee18da73e8ee544b6c75ddd1\">\u201eNein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7528163905dd5b5f4ea6dd16eaf6d67a\">Er \u00f6ffnete den Korb und holte wortlos K\u00e4se, Brot, ger\u00e4ucherten Fisch und ein paar gekochte Eier heraus. Offenbar hatte der f\u00fcrsorgliche Alsg\u00f6r Emberbey auch noch daf\u00fcr gesorgt, dass der Freund zu sp\u00e4ter Stunde zumindest noch eine kalte Mahlzeit bekam. Isan, die am Mittag von Kelwas Fischsuppe gegessen hatte, setzte sich ungefragt zu ihm an den Tisch. Der <em>yarl<\/em> schob ihr ein Essbrettchen zu. Aber sie griff nicht zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"29ca312981effa5c096ca0ae7d5d220f\">\u201eIhr <em>wisst<\/em>, dass es Zauberei ist.&#8221;, sagte Isan ernst.<\/p>\n<p data-p-id=\"d6eaa6c3dc3b07d080501415a552c905\">\u201eWahrscheinlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e9420e46a09d988c56220505cadfc014\">\u201eUnd Ihr wisst auch, wie Euch selbst Zauberei bekommen ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"16bd008bd36ad30356b9abe8587ba5c3\">\u201eIch habe den Rotgewandeten nicht darum gebeten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f965f5d2c757cde0b0a273594aa0c9b2\">\u201eEuer <em>teirand<\/em> wei\u00df nicht einmal, was in Wijdlant vor sich geht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"84c19b0304998a4a99505e1cf9ac8506\">\u201eSchweig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e2f12bcdc02bb4d589171740e81100c\">\u201eIhr setzt Euren <em>teirand<\/em> derselben \u00fcblen Magie aus, mit der der <em>goala&#8217;ay<\/em> die Menschen in Wijdlant unterjocht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e00433ebe2f36a3b300713547e5b49e0\">\u201eIch kann es nicht \u00e4ndern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"37be1fd52f31482155ca54bba1692342\">\u201eIst das, was Ihr da tut, etwa <em>Verrat<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c3b7db309ae1369fac2c3332a3cd84e0\">\u201eDu solltest besser schweigen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"42342776bfff516e20646c4868a8be16\">\u201eWas w\u00fcrde Eure <em>yarlara<\/em> sagen, wenn sie davon erf\u00fchre?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"17644a3f02f5687ebf02a78fbf192e0a\">\u201eHalt den Mund!&#8221;, rief er aus und schlug mit der Faust auf den Tisch. Die Eier h\u00fcpften vom Teller und kullerten davon. Isan fing sie ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"a55f9192a0e04f94e5d7e3eb5921920c\">\u201eWarum?&#8221;, fragte sie leise und hielt seinem w\u00fctenden Blick stand. \u201eWarum passt das alles nicht zu dem Mann, der ihr wart, bevor er seinen Fu\u00df in die Burg von Wijdlant setzte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"966029f7d8d695a16d5307ef446d29e1\">Der Ritter ertrug das nicht lange. Er vergrub das Gesicht in den H\u00e4nden und bebte. Isan war sich sicher, dass er sich alle M\u00fche gab, nicht zu weinen. Sie lie\u00df ihm Zeit. Dann legte das M\u00e4dchen die Eier vorsichtig zur\u00fcck auf die Schale und erhob sich. Vorsichtig streckte sie die Hand nach ihm aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"56399af99fb98c0de8cb1169ded702b9\">\u201eBitte&#8221;, sagte sie leise. \u201eIch will Euch doch keine Vorw\u00fcrfe machen. Es steht mir auch nicht zu, \u00fcber Euch zu richten. Ich will es nur verstehen. Ich will Euch <em>helfen<\/em>, wenn ich kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e7b5d88a722f24d87f5a1d006e2b5922\">\u201eIch habe keine Wahl&#8221;, kam es leise zwischen seinen Fingern hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"2a319cd4084f1e086ba0496eee25659a\">\u201eIhr werdet erpresst. Das ist mir klar. Aber was hat der <em>goala&#8217;ay<\/em> davon, diesen <em>teirand<\/em> in seine F\u00e4nge zu bekommen? Und was hat es mit dem Geheimnis der <em>teiranda<\/em> wohl auf sich? Was ist das Ziel des Ganzen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a1e5c8a87e73be56a58740cb69590c6e\">\u201eEin vereintes<em> teirandon<\/em>&#8220;, wisperte Althopian. \u201eAsga\u00fd von Spagor, K\u00edan\u00e1 von Wijdlant und die <em>yarlay<\/em>, die ihnen ihre Treue schw\u00f6ren. Altabete und Grootplen und Mor\u00e9aval &#8230; und Emberbey und ich. Mit Valvivant sind ihm diese Pl\u00e4ne ja offenbar vorerst misslungen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d29464eec98f5027cb7614c61ccb0def\">\u201eIhr denkt, er ist auf der Jagd nach weiteren <em>yarlay<\/em> als seine Gefolgsm\u00e4nner? Denkt Ihr, er will &#8230; die M\u00e4chte m\u00f6gen uns davor bewahren \u2013 einen neuen Krieg anzetteln?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f7c7064f442fa7478025bdf86d5189f8\">Althopian blickte auf. \u201eNein&#8221;, sagte er dann. \u201eIch glaube nicht, dass ihm nach &#8230; <em>dieser Art <\/em>von Macht ist. Er hat etwas anderes mit uns vor. Etwas viel Komplizierteres.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"58d948c499e5157d574e69d1c6e8ea92\">\u201eEtwas, das Ihr zu verhindern versuchen wollt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"961a0a516d72b5f438abae3664b7e9cf\">Er nickte. \u201eSelbstverst\u00e4ndlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5b9d007cc65b356351d89ea846c19e20\">\u201eUnd wenn Ihr nun nicht alle zugleich retten k\u00f6nnt? Wenn es zu viel ist, was auf Euren Schultern lastet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"98db142782283690bb75d3d71c50ea0e\">Er strich sich m\u00fcde \u00fcber die Augen. \u201eEs gibt einen Weg, mit dem ich alle zugleich retten kann. Deswegen gebe ich mich f\u00fcr diesen Wahnsinn hin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe52f1b0bfb0ef83fca318db7c6f703a\">\u201eUnd das hat mit dem Schwarzmantel zu tun, auf den wir warten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eba1b011c85b8257c8574af8bab67bcd\">\u201eBitte, M\u00e4dchen &#8230; bitte qu\u00e4le mich nicht mit deiner Neugier. Ich &#8230; es tut mir leid, dass ich dich angeschrien habe. Ich wei\u00df, dass du es in deiner Freundlichkeit nur gut mit dir meinst. Aber wenn ich zu viel preisgebe, bringe ich nicht nur die <em>yarlara<\/em> von Iva\u00e1l in Gefahr. Ich muss es mit mir selbst ausmachen. Bitte, verwirre nicht mein Gewissen. Du kannst mir nicht helfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cccfef89567a400e4a0783464fc73302\">Sie nickte. Mehr w\u00fcrde sie nicht aus ihm herausbringen.<\/p>\n<p data-p-id=\"12d245c03308e973db3f8a1ca7f08ecb\">\u201eGut&#8221;, sagte sie. \u201eSo macht es alles mit Euch selbst aus. Aber ihr solltet wissen, dass Ihr nicht allein damit seid. Ich habe ebenso Anteil an dem, was in unserem Teil des Weltenspiels geschieht. Auch wenn ich nicht wei\u00df, wie die Regeln lauten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"68a24d9bff54970c678b500de734c927\">\u201eDu wei\u00dft nicht, wor\u00fcber du sprichst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"753236b1b77f58a6f4bb7740395a8eaf\">\u201eNein, das wei\u00df ich nicht. Aber ich glaube zu wissen, wer Ihr <em>seid<\/em>. Herr &#8230; wenn Euch danach ist, jagt mich ruhig von dannen. Ich komme zurecht, wenn Ihr meine Gegenwart nicht ertragt, w\u00e4hrend Ihr das Spiel des Rotgewandeten mitspielt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8475a6901501211d6a2072ebee348269\">\u201eVielleicht w\u00e4re es tats\u00e4chlich das Beste, wenn du mich allein l\u00e4sst. Nicht, weil ich deiner \u00fcberdr\u00fcssig bin. Aber mir w\u00e4re leichter ums Herz, wenn du dich in <em>Sicherheit<\/em> br\u00e4chtest.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"877fc8548732686c0cf29718bf6461b9\">\u201eIch bin nicht feige, Herr. Aber ich habe Angst, dass Ihr Euch aufgebt. Dass Ihr am Ende werdet wie die armen <em>yarlay<\/em> der <em>teiranda<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b30b0aed80046a045c59e1fa09767890\">Sie wollte ihn allein lassen und wandte sich ab. Aber er hinderte sie daran, indem er ihre Hand auf der Tischplatte mit der seinen bedeckte. Das war unz\u00fcchtig, solange er keine Handschuhe trug. Isan err\u00f6tete, aber ihm schien in seiner Seelennot nicht bewusst zu sein, was er tat.<\/p>\n<p data-p-id=\"4b161a237d567d966af9c5cb0f751535\">\u201eWie kann ich dir jemals vergelten, was du f\u00fcr mich tust?&#8221;, fragte er leise.<\/p>\n<p data-p-id=\"2ef96e828feb870056bbab9ceaca08be\">\u201eIndem Ihr dem Rotgewandeten das Spiel verderbt&#8221;, antwortete sie sanft. \u201eIndem Ihr Euch im rechten Moment f\u00fcr das Richtige entscheidet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"659897f2c2ca1d5b716b1d2c8e61be95\">Er ergriff ihre Hand, und ehe Isan es verhindern konnte, hatten seine Lippen einen Kuss darauf gehaucht, sachter als ein vorbeischwebende Fuchszahnschirmchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b13abecad430c112c51a2c3eb6db909a\">\u201eHerr, was tut Ihr?&#8221;, tadelte Isan geschmeichelt. \u201eDas steht mir nicht zu. Ich k\u00f6nnte Eure Tochter sein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"647311a55a7c285fcdcee04deac06d99\">\u201eIch w\u00fcnschte, du <em>w\u00e4rest<\/em> meine Tochter&#8221;, entgegnete er.<\/p>\n<p data-p-id=\"aa3f2eb2a77d02876c861606c62046b2\">Sie entzog ihm sanft ihre Hand und l\u00e4chelte. \u201eIch bin Eure Freundin und werde es immer sein. Egal, wie dieses Euer Abenteuer endet. Und nun entschuldigt mich. Ich bin m\u00fcde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c5f8ce7348580bf46d95cafe88787f2d\">Sie verneigte sich vor ihm, ging nach nebenan und zog die T\u00fcr hinter sich zu. Einen Augenblick brauchte sie, um sich zu sammeln.<\/p>\n<p data-p-id=\"8082c4460cc21e496d2b5a83663f4846\">Dann seufzte sie gl\u00fccklich und lie\u00df sich auf ihr Schlaflager fallen. Bei den M\u00e4chten, wenn das die M\u00e4dchen in Valvivant gesehen h\u00e4tten! Der ber\u00fchmte, der m\u00e4chtige, der hochedle und tapfere <em>yarl<\/em> Althopian hatte ihre Hand gek\u00fcsst! Wie die einer Edeldame! Ganz artig und galant!<\/p>\n<p data-p-id=\"9941d30e853640dc29d8a0bd79cb4441\">Aber davon erfahren \u2013 nein, das sollte niemals jemand. Dieser Moment w\u00fcrde f\u00fcr immer in ihrem Herzen bleiben wie ein unsch\u00e4tzbares Kleinod.<\/p>\n<p data-p-id=\"0be1c8834e94ddcdccf05595a409ba6c\">Das Hochgef\u00fchl vermochte sogar die Furcht zu verdr\u00e4ngen, die von dem r\u00e4tselhaften Plan des Rotgewandeten dr\u00e4ute. Und so gelang es Isan, tief und fest einzuschlagen, w\u00e4hrend der Wind das Rauschen der Brandung herantrug.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"ee4f2f6e4ac013815058fe237e9e6abf\">Die Nacht war frei von Ar\u00e1ma\u00fas Gedanken.<\/p>\n<p data-p-id=\"3962b2b497a3fe7bb616112676494805\">Das beunruhigte Yalomiro zutiefst. Es musste nichts bedeuten, dass die Schattens\u00e4ngerin in der fernen Burg nicht zur verabredeten Zeit ihrerseits ihr Bewusstsein in die Dunkelheit entsandte. Tausend Gr\u00fcnde konnte es geben, warum sie ihre geheime Begegnung vers\u00e4umte. Vielleicht geschah in Pianmur\u00edt gerade irgendetwas, das sie ablenkte, aufhielt.<\/p>\n<p data-p-id=\"3b764da8f093fbafa24b87c77f615c08\">Wenn dem so war, dann war es etwas sehr Wichtiges. War es etwas Wichtiges, dann hatte es mit der Unkundigen oder dem Rotgewandeten zu tun. Hatte es mit dem Rotgewandeten zu tun, war es beunruhigend. Betraf es die Unkundige, machte ihm das <em>Angst<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"d3f372501a054adda052e22d4df0228f\">Doch ihm fehlte in dieser Nacht die Zeit, um zu warten.<\/p>\n<p data-p-id=\"d0f896641d4092317658b81770471cf7\">Er faltete sorgsam sein Hemd zusammen und legte es zu den \u00fcbrigen Kleidungst\u00fccken in eine Kiste. Auch die Tasche mit seiner verbliebenen Habe lag bereits darin.<\/p>\n<p data-p-id=\"b04b68a5e8318e1292d6c97cfcc57297\">\u201eWas soll&#8217;n wir mit dem Zeugs machen, wenn &#8230;&#8221;, fragte Maj\u00e9k. Egnar knuffte ihn unsanft vor den Arm.<\/p>\n<p data-p-id=\"bae2e334c18f1d966560ba8ffebc4235\">\u201eH\u00e4ttet ihr Verwendung daf\u00fcr?&#8221;, fragte der Schattens\u00e4nger.<\/p>\n<p data-p-id=\"a2dad26fd43c56328c5081cfff1ba209\">Nun schwiegen die beiden.<\/p>\n<p data-p-id=\"30b3789a5601d89d521db9492eadc902\">\u201eIn der Tasche sind einige Gegenst\u00e4nde aus Silber. Die k\u00f6nnt Ihr einschmelzen, wenn ihr m\u00f6gt, denn ich werde sie nicht mehr ben\u00f6tigen. Meine \u00fcbrige Kleidung mag nehmen, wem sie passt und wer denkt, dass ihm Schwarz gut zu Leibe steht. Nur den Mantel mag ich euch nicht \u00fcberlassen. An den Stickereien habe ich eigenh\u00e4ndig eine Ewigkeit lang gearbeitet und mir die Finger daf\u00fcr zerstochen. M\u00f6gen die M\u00e4chte wissen, warum Frauen daran so viel Freude finden. Gebt ihn <em>yarl<\/em> Althopian. Er wird jemanden wissen, der ihn als Andenken sch\u00e4tzen k\u00f6nnte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e5ba852ab96111b194d3aa672e92f6f\">Maj\u00e9k feixte, verkniff sich aber einen Kommentar. Offenbar fand der Junge die Vorstellung, , dass ein Mann sich an Handarbeiten versuchte, am\u00fcsant.<\/p>\n<p data-p-id=\"489cd79635958d8e726a95aa8cb0a844\">Yalomiro kletterte \u00fcber die Reling des Fischerbootes und schaute auf das Chaos, nun eine dunkle, tosende Wand in der Ferne.<\/p>\n<p data-p-id=\"71f0ca12f76b8db77736ef932c330a47\">\u201eHe&#8221;, sagte Egnar. \u201eHilft&#8217;s dir, wenn wir irgendetwas machen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"de8bd397f22c2ef0ae26b2992f31707f\">\u201eWas solltet ihr machen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2a3c4bb9fa2f3c07621af6a4c1a6b26b\">\u201eWir k\u00f6nnen doch nicht einfach so &#8230; nichts tun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4143803c7ee893fcbc8f7b7fae4ffd59\">\u201eAh.&#8221; Der Magier verstand. \u201eNun, wenn es Euch beruhigt, mag es nicht schaden, wenn ihr Nokt\u00e1ma, Patagh\u00edu und ganz besonders das <em>Licht<\/em> darum bittet, mich in meinem Wahnsinn zu beh\u00fcten. Aber macht euch nicht allzu viele Gedanken. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich bald wieder bei euch bin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05b83cffee2cabde5f13e7ed3ad0b6bb\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c2da05b8bece42c84487e97d717d8265\">Yalomiro sprang. Er wollte nicht noch mehr Zeit mit den Unkundigen verschwenden, so gut sie es meinten.<\/p>\n<p data-p-id=\"0bd861ec5424c94dc276c0a4e423dfd4\">Das Wasser war eiskalt und zog ihn augenblicklich in die Tiefe, eine schwarze, finstere Bodenlosigkeit. Das hatte er nicht erwartet, aber versetzte ihn nicht in dieselbe Panik, die ein Unkundiger an seiner Stelle versp\u00fcrt h\u00e4tte. Im Gegenteil: Mit dieser Dunkelheit konnte er <em>verschmelzen<\/em>, sich in ihr bewegen wie ein fl\u00fcchtiger Schatten. Er k\u00e4mpfte sich wieder an die Wasseroberfl\u00e4che und schnappte nach Luft. Der Schwung hatte ihn ein ganzes St\u00fcck weit vom Boot weggetragen. Vermutlich konnten Maj\u00e9k und Egnar ihn in der Nachtschw\u00e4rze schon gar nicht mehr erkennen. Er sah sie beide, wie sie sich hektisch umschauten, w\u00e4hrend die bunten \u00d6llaternen an den Seiten des Mastes schwach leuchteten, eine blau und die andere gelb.<\/p>\n<p data-p-id=\"b60f98db7c79db6055995e9b77440cc4\">Nun gut. Nun war es also ernst. Er holte tief Atem und glitt zur\u00fcck unter Wasser. Das Chaos musste er erreichen, solange es noch Nacht war.<\/p>\n<p data-p-id=\"d3f5ec68a8047a162653ef6dbc7ca6e9\">Sicher, er h\u00e4tte ebenso in Gestalt des Raben das letzte Wegst\u00fcck einfach fliegen k\u00f6nnen, aber das Chaos bestand hier am n\u00f6rdlichen Ende der Welt nun einmal aus Wind und Wasser. Es w\u00e4re das Kl\u00fcgste, sich dem Meer anzuvertrauen und durch den Sog ins Chaos hineinziehen zu lassen. Dort w\u00fcrde das Artefakt ihn zu sich lotsen. So hatte er den Zauber gewirkt. Nokt\u00e1ma w\u00fcrde ihn f\u00fchren. Und um den Tod musste er sich nicht sorgen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d5ccb1b8de3014e9244faa1059f431a1\">Solange Gor Lucegath sich nicht anders entschied, war er <em>unsterblich<\/em>. Das Schlimmste, was geschehen konnte war, dass die Wesen im Chaos ihn packten und ihm den Verstand ausrissen.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2159","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2159","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2159"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2159\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3923,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2159\/revisions\/3923"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2159"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2159"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2159"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}