{"id":2144,"date":"2025-08-24T23:02:42","date_gmt":"2025-08-24T21:02:42","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2144"},"modified":"2025-09-01T09:54:16","modified_gmt":"2025-09-01T07:54:16","slug":"051-zaubertrunken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/051-zaubertrunken\/","title":{"rendered":"051: Zaubertrunken"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"e415f66f8a840fa8e26bd3c54716bba7\">\u201eWa\u00fdreth! Um der M\u00e4chte willen, Wa\u00fdreth!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"90c7e25689f1be046e763741531f4f4a\">\u201eEr h\u00f6rt uns nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d80f575e5286fb77855df866d4bd8816\">Andri\u00e9r Altabete, J\u00f3ndere Mor\u00e9aval und der <em>mynstir<\/em> Daap Grootplen umringten den Ritter ratlos. Wa\u00fdreth Althopian lag im Stroh und schnarchte ger\u00e4uschvoll. Auf seinem blauen Waffenrock prangten ein paar dunkle Weinflecke.<\/p>\n<p data-p-id=\"39eb5573dd71575969332d5699a42ee7\">Es war ein hartes St\u00fcck Arbeit gewesen, den trunkenen Ritter den Turm hinunter zu schleppen, viel schwieriger als zuvor den bewusstlosen Schwarzmantel, der es irgendwie geschafft hatte, in die Kemenate der <em>teiranda<\/em> vorzudringen. Zum Gl\u00fcck, so dachten die Ritter, ohne es sich eingestehen zu wollen, hatte der Rotgewandete den Eindringling dort gestellt und niedergeschlagen. Dabei war Mobiliar zu Bruch gegangen. So stellte es sich aus der Sicht der drei <em>yarlay<\/em> dar. Insgeheim waren sie alle froh, dass der gruselige alte Spiegel fort war. Das blinde Glas in dem h\u00e4sslichen Rahmen hatte sie verst\u00f6rt, wann immer K\u00edan\u00e1 von Wijdlant aus irgendeinem Grund einen von ihnen in ihren Gem\u00e4chern empfangen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c6097eaf03288a77f984487c23685785\">Mochten die M\u00e4chte wissen, was diese seltsame <em>f\u00e1njula<\/em>, die Tag und Nacht in ihrem Zimmer hockte und beharrlich behauptete, ihre Sprache nicht zu verstehen, damit zu tun hatte. Was auch immer der Rotgewandete damit bezweckte, den Schattens\u00e4nger in ihrer Obhut sehen zu wollen. Und vielleicht wussten die M\u00e4chte auch, wie es sich gef\u00fcgt hatte, dass just heute Wa\u00fdreth Althopian mit einem M\u00e4dchen hier auftauchte, das sicher nicht seine Tochter war.<\/p>\n<p data-p-id=\"6ab54e4265dc25178f096a6ba915dd7f\">Die Herren hatten sich nicht anders zu helfen gewusst als den <em>yarl<\/em> in die Stallungen zu bringen. Dort lie\u00df sich sein desolater Zustand vorerst besser verheimlichen als beim Versuch, ihn einmal quer durchs Haupthaus in ein Gastgemach zu bef\u00f6rdern.<\/p>\n<p data-p-id=\"6cdabeab634cf75a639fcc07535b870a\">Selbst Althopians Ross schien die Situation zu missbilligen. Der wuchtige braune Hengst hatte die Ohren angelegt und schnaubte ver\u00e4chtlich beim Anblick seines Herrn.<\/p>\n<p data-p-id=\"19186286a122095e09e64bc3446e79cb\">\u201eWa\u00fdreth!&#8221; <em>Yarl<\/em> Altabete sch\u00fcttelte ihn. \u201eSo komm doch endlich zu dir!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"31d9d9db7049f16323c0adbc84f4dce0\">\u201eVerflucht sei der Rotgewandete&#8221;, knirschte Grootplen. \u201eIch hab <em>gewusst<\/em>, dass das nicht gutgeht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"460d6419026573b3cdabf5c88eccdf74\">\u201eDu meinst, er hat ihn vors\u00e4tzlich besoffen gemacht?&#8221;, fragte <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval skeptisch.<\/p>\n<p data-p-id=\"fcbc016a31210cda6798e0a7fe6ebc68\">\u201eNat\u00fcrlich. Endlich haben die M\u00e4chte uns erh\u00f6rt und einen von au\u00dferhalb des <em>teirandon<\/em> hergebracht \u2013 und jetzt k\u00f6nnen wir nichts mit ihm anfangen. Wir k\u00f6nnen nicht ungeh\u00f6rt mit ihm reden und ihm alles erkl\u00e4ren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ba664bccf586530c70a720d1acdc7d28\">\u201eWie gut, dass die <em>teiranda<\/em> das nicht sieht. Oder sein eigener <em>teirand<\/em>. Was f\u00fcr eine Schmach!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1c7584917bd8e1d1a301fff7c48672f0\">\u201eStill! Da kommt jemand!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1dadd88170aa7f67a1ff552a6af37902\">Jetzt schnell das Licht ihrer Laternen zu l\u00f6schen, h\u00e4tte Verdacht erregt. Au\u00dferdem hatten sie keinen Grund, sich zu verbergen. Also verteilten die Ritter sich im Stall, und jeder der drei gab vor, sich um sein jeweiliges Pferd zu k\u00fcmmern. Doch es war nur das junge M\u00e4dchen, das mit einem eigenen Licht herbei kam.<\/p>\n<p data-p-id=\"ae6e50266ef6d294ef5dd851bb076bb4\">\u201eOh! Hier treffe ich Euch alle an, edle Herren&#8221;, sagte sie. \u201eEuch habe ich gesucht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3e2ae2fe60ea107b32f61a0e29ae4ddb\">\u201eHier im Stall, liebreizende <em>f\u00e1njula<\/em>?&#8221;, versuchte Daap Grootplen eine k\u00fcmmerliche Galanterie.<\/p>\n<p data-p-id=\"84b05b11318f885aac1f5c72910af1e6\">\u201eOffenbar ist in diesem Stall eine Menge los zu dieser n\u00e4chtlichen Stunde. Aber eigentlich suche ich meinen Herrn.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d24da43430f631fcdf8723502ef982a0\">Die drei <em>yarlay<\/em> schwiegen verlegen. Aber das Schnarchen des Ritters hob sich deutlich von den Ger\u00e4uschen der stoischen Tiere in ihren Pferchen ab.<\/p>\n<p data-p-id=\"f7652bfd619c868c98cd592c145305a7\">\u201eKomm nicht n\u00e4her, M\u00e4dchen&#8221;, bat Andri\u00e9r Altabete. \u201eEs w\u00e4re unr\u00fchmlich. Niemand sollte ihn so sehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b486e95533a753cb2455aed2db335c2\">\u201eIch wei\u00df bereits, dass er einen Becher zu viel hatte. Und ich habe etwas dagegen dabei. Denkt nicht, in Valvivant mangele es an Trunkenbolden.&#8221; Sie kramte aus ihrer Tasche eine Dose und einen h\u00f6lzernen Sch\u00f6pfl\u00f6ffel hervor. \u201eGibt es hier irgendwo Wasser?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"755fbb370314a0ae7079c90d2fd9b4af\">J\u00f3ndere Mor\u00e9aval fand in Griffweite einen Eimer und tauchte ihn in die Tr\u00e4nke seines Schimmels.<\/p>\n<p data-p-id=\"6ee016f228b4d154f63cbd802c0bcac3\">\u201e<em>Yarl<\/em> Altabete&#8221;, fuhr Isan fort, w\u00e4hrend sie ihre Mixtur anfertigte, indem sie mit dem Finger Pulver im Wasser verr\u00fchrte, \u201ewir waren auf Eurer Burg zu Gast und haben mit Eurer tugendreichen <em>h\u00fdardora<\/em> reden k\u00f6nnen. Ein ganz goldiger Fratz, Euer Sohn.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6468de850a2c4ff6725bc3e9f86aa1fe\">Die beiden anderen <em>yarlay<\/em> schauten ihn \u00fcberrascht an. Andri\u00e9r Altabete blickte verwirrt drein und kam ein paar Schritte auf Isan zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"c9856ca36de150bdcfdf78b2aae97848\">\u201eMein <em>Sohn<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9595f36ff692725a1aa09f13d9e34f36\">\u201eSeit wann hast du einen Sohn, Andri\u00e9r?&#8221;, fragte Grootplen verwundert. \u201eWarum hast du uns das vorenthalten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7bc9f0333debb7e6b892be09b3478b44\">\u201eJa&#8221;, schloss sich Mor\u00e9aval an. \u201eWas soll denn deine Dame von uns denken, dass wir ihr nicht unsere Gl\u00fcckw\u00fcnsche erbracht haben zu einem so freudigen Anlass?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a6e1715e2d0823c826373dc038a54b4\">\u201eIch wei\u00df nichts von diesem Sohn! Ich &#8230;&#8221; Er sprach es nicht aus. Flehend schaute er das M\u00e4dchen an.<\/p>\n<p data-p-id=\"e207c2d70f6ad545468a73a171f4957b\">\u201eIch &#8230; <em>erinnere<\/em> mich nicht&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"621e8a73f0a521da40451cab0488a82e\">\u201eUnd die <em>teiranda<\/em> hat auch nichts davon gesagt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e7213e8a52bf40fa5dd1533d972b2a91\">Er sch\u00fcttelte den Kopf und ber\u00fchrte einen der Pfosten, die das Dach st\u00fctzten, als suche er Schutz daran. \u201eWann &#8230; wann ist das &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5a21c4e663df95c2e72855e58d6e0e3f\">\u201eEr kann schon krabbeln, der Kleine, ist kr\u00e4ftig und gesund. Ich denke, er wurde geboren, als noch Schnee lag. Eure Dame bittet Euch um einen Namen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"00024a38091ac497b5abe89d42ab1416\">Altabete senkte den Kopf und nickte. \u201eIch werde die <em>teiranda<\/em> bitten, dass ich &#8230;&#8221; Er unterbrach sich. Grootplen, der neben ihm stand, legte ihm tr\u00f6stend eine Hand auf die Schulter.<\/p>\n<p data-p-id=\"54ed48551dda8f17ccc39c860beb021b\">\u201eDas wird schon, Andri\u00e9r&#8221;, fl\u00fcsterte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"db3ba1bc591f127a0629d7af62c0ada3\">Isan widmete sich ihrem Heiltrank. Es fiel ihr schwer, keine Neugier zu zeigen. Die Kunde von <em>yarl<\/em> Altabetes Vaterschaft schien den armen Ritter auf eine ungute Weise zu verwirren. Es war, als m\u00fcsse er sich <em>zwingen<\/em>, keine Emotionen zu zeigen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ad97bcf409c8afacfd8a18618a0b8489\">Das M\u00e4dchen seufzte. Dann kniete es neben dem unwillig grunzenden Wa\u00fdreth Althopian nieder, legte seinen Kopf in den Nacken, hielt ihm die Nase zu und begann, ihm vorsichtig von ihrem Mittel einzufl\u00f6\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f913d08e37106e5533532bbb9dfdb3ca\">\u201eWas ist hier los? Wie lange ist das schon so? Und &#8230; wie kann er hier Euch helfen, wenn er wieder beieinander ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6ff9aec482df6ec72a965c37c61abbce\">Die M\u00e4nner z\u00f6gerten. Keiner wagte, den Anfang zu machen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b48eace55ccaaaf2a4cc8ff6c71da6bd\">\u201eDem Lichtw\u00e4chter wird nicht entgehen, wenn wir \u00fcber ihn klagen&#8221;, sagte Daap Grootplen dann kleinlaut. \u201eBitte versteh das.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"440f839d0b162e935002872f9ef477a4\">\u201eTue ich.&#8221; Sie sch\u00f6pfte einen neuen L\u00f6ffel aus dem Eimer und streute Pulver hinein. \u201eVielleicht k\u00f6nnt Ihr berichten, ohne zu klagen. Was hat es mit dem Rotgewandeten auf sich? Wo kommt er her? Und ihr m\u00fcsst nicht Geheimnisse schaffen, wo keine sind. Ich komme aus dem <em>teirandon<\/em> Valvivant. Ein Rotgewandeter ist dort bis vor kurzem gelegentlich und im Geheimen gelegentlich gesehen worden. Es ist recht sicher, dass es derselbe war.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27c0061dc94ba83414e54c5bd80b78f0\">\u201eGor Lucegath&#8221;, begann J\u00f3ndere Mor\u00e9aval, \u201eist schon seit langer, langer Zeit hier. Ich kann mich nicht an eine Zeit ohne ihn erinnern. Er war schon da, als mein Vater &#8230; mein Vater &#8230;&#8221; Er unterbrach sich. \u00dcber sein jugendliches Gesicht legte sich ein leidm\u00fctiger Ausdruck.<\/p>\n<p data-p-id=\"1feb64535c8ab08db307fe36c4ec67e9\">\u201eWas ist mit Eurem Vater?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"95e599c952396f1ef21c308f2f62a0da\">\u201eNun&#8221;, sagte der junge Ritter geistesabwesend, \u201eeines Tages kam er nicht zur\u00fcck &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47a79b9d05f7d74f025956178098633c\">\u201eMein Vater&#8221;, f\u00fcgte der <em>mynstir<\/em> hinzu, \u201esagte mir, zu Zeiten des alten <em>teirand<\/em> war hier noch kein Rotgewandeter. Herrn J\u00f3nderes Vater war sein Knappe. Und &#8230;&#8221; Auch Grootplen hielt inne und runzelte die Stirn.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a6f9c403d6338a7161aff2735b008e1\">\u201eWie lange ist das her?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1fbe1ee3d2610734b18e6f7f005a3e16\">\u201eIch wei\u00df es nicht &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea4e2162adede7bdc6d7099740a2be50\">\u201eIst Euer Vater noch am Leben? K\u00f6nnten wir ihn vielleicht fragen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"baadb8c4c35da5b2642e8407d5821904\">\u201eEr lebt noch. Aber sein Geist ist schon lange dahin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5adf2a2ff2bbf309e9e5a227a95ea5ac\">Sie hatte den Betrunkenen nun schon den zweiten L\u00f6ffel austrinken lassen, was er in seinem machtlosen Zustand, ohne zu murren tat. Nun hielt sie inne. Die Sache war seltsam.<\/p>\n<p data-p-id=\"19ce466e88f24ed34b1a4992f483953b\">\u201eSo alt sieht der Rotgewandete noch gar nicht aus&#8221;, sagte das M\u00e4dchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"df235f032586762d3f6721fe9f6670f4\">\u201eSo sieht er aus, solange ich mich erinnere&#8221;, meinte Andri\u00e9r Altabete bitter.<\/p>\n<p data-p-id=\"1cee449b36c3ad068fd727b48b896072\">\u201eUnd die <em>teiranda<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d1b25a05a8fbd966f50705c753294dff\">\u201eDie auch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1a58d4b2c2973a6c17c7c025b758cc60\">Isan senkte den L\u00f6ffel. \u201eWas hei\u00dft das? Wie alt ist sie denn, die <em>teiranda<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"966a8ba022c355ba3d7d480c3923aa3b\">Nun ging etwas Sonderbares mit den drei Rittern vor. Isan setzte sich auf die Fersen und schaute die Herren nacheinander an. Sie wirkten so verwirrt, als h\u00e4tten sie die Frage nicht verstanden. Altabete war offenbar immer noch v\u00f6llig durcheinander von der Erkenntnis, einen Sohn zu haben.<\/p>\n<p data-p-id=\"27686d73ea42c8aa49a61b9f9b11f527\">\u201eWie alt ist K\u00edan\u00e1 von Wijdlant? <em>Yarl<\/em> Mor\u00e9aval, es w\u00fcrde mich wundern, wenn die <em>teiranda<\/em> wesentlich \u00e4lter w\u00e4re als Ihr. Wie passt das zusammen, wenn Euer Vater der Knappe von Herrn Daaps Vater &#8230; ich verstehe das nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47974a69a566f7ca07bff1a548662d2f\">\u201eNa ja&#8221;, sagte J\u00f3ndere Mor\u00e9aval. \u201eSie war eben <em>schon immer<\/em> da.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1af8c7c9e22de4f93fc2943a47b3106a\">\u201eSie wird immer bei uns sein, unsere gute <em>teiranda<\/em>&#8220;, murmelte Andri\u00e9r Altabete zerstreut.<\/p>\n<p data-p-id=\"ea845b2942a2f41fa3bd2c4b1f8426c8\">\u201eWir werden stets bei ihr sein&#8221;, erg\u00e4nzte Daap Grootplen. \u201eUnd nach uns unsere &#8230; S\u00f6hne.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0ff16aacf4e0b9fa0e7c33ab91dc3f16\">\u201eBei den M\u00e4chten&#8221;, murmelte die junge <em>doayra<\/em>. \u201eMit Euch ist wohl auch einiges im Argen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5978e2ec7ad55819bd590e131a397fc9\">Im selben Moment kam Leben in Wa\u00fdreth Althopian, in einer Heftigkeit, die Isan nicht vorausgesehen hatte. Der Ritter b\u00e4umte sich hustend und w\u00fcrgend auf und erbrach sich dann in einem Schwall direkt vor die F\u00fc\u00dfe der anderen Herren.<\/p>\n<p data-p-id=\"31821afaa794147c5ea9d219a71b6dcb\">Isan packte ihn und war ihm behilflich, w\u00e4hrend die M\u00e4nner sich peinlich ber\u00fchrt au\u00dfer Reichweite brachten. Die Szene war so absto\u00dfend, dass keiner von ihnen hinschauen mochte. Das, was der Ritter ausspie, war erschreckend. Es stank s\u00fc\u00dflich und war von einer seltsam klebrigen, milchigen Konsistenz. Bei all den Gelegenheiten, bei denen Isan Verta dabei assistiert hatte, Sturzbetrunkene zu versorgen, hatte sie <em>so etwas<\/em> noch nicht gesehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"cad643be737c24ecc9df4c2b6bed8d6b\">Als der Auswurf nachlie\u00df und der <em>yarl<\/em> wieder zu Atem kam, sahen die Ritter in angeekeltem Mitleid auf ihn hinab.<\/p>\n<p data-p-id=\"5157edf52fecf7d74d3c113a59ee125b\">Althopian hielt sich die Stirn und schaute betr\u00fcbt auf seinen besudelten Waffenrock.<\/p>\n<p data-p-id=\"11dbe46bf526e3ae6eea53e7a3cb70cc\">\u201eWie viel habt Ihr getrunken?&#8221; , erkundigte Isan sich sachlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"4f9627cb6c92a419b910f697627d4e73\">\u201e&#8217; wei\u00df nicht mal, <em>was<\/em> ich &#8230;getrunken habe.&#8221; Seine Zunge schien tr\u00e4ge zu sein. \u201eAlles dreht sich&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"74237e230f44784f5b44d70e5196cb52\">\u201eNicht, nicht Herr&#8230; nicht in diese Richtung dort ist &#8230; Schmutz. Legt Euch auf die andere Seite.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4c5ec0f1edaf8e31106c806aa22cff38\">\u201eWa\u00fdreth&#8221;, fragte Andri\u00e9r Altabete peinlich ber\u00fchrt. \u201eK\u00f6nnen wir&#8230;.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"335175f3089a8a66aa017c187789e118\">\u201eNein&#8221;, murmelte Wa\u00fdreth Althopian. \u201eIhr nicht. <em>Ich<\/em> werde etwas tun. Ich &#8230; ich habe eine Mission vor mir. F\u00fcr euch! Und f\u00fcr die r\u00fchmenswerteste Dame im Weltenspiel. <em>Und<\/em> f\u00fcr meine s\u00fc\u00dfe <em>yarlara<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6a20c8b142db5a6a403cbf880fece74e\">\u201eH\u00f6rt nicht auf ihn&#8221;, sagte Isan. \u201eDa redet das, was an Wein schon in seinem Blut ist!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5179d7bc83228b06a55a924fbc3a1f2\">\u201eSchweig, M\u00e4dchen!&#8221;, brachte der <em>yarl<\/em> hervor und versuchte erfolglos, sich aufzurappeln. \u201eIch &#8230; ich habe alles &#8230; ich habe um euch <em>gehandelt<\/em>! Und ich zahle den vollen Preis, um euch auszul\u00f6sen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f38c469c678ea3e0a6faa2ea5e213df\">\u201eHerr, was redet Ihr da!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0df06654e43f2f8236aee5b97845199d\">\u201eUns <em>auszul\u00f6sen<\/em>?&#8221;, fragte Daap Grootplen vorsichtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"f7db495e531ef8dcb7b941a3d9729da3\">\u201eIch befreie euch &#8230; euch alle. F\u00fcr meinen <em>teirand<\/em>! F\u00fcr das <em>teirandon<\/em> Spagor! F\u00fcr meinen ungeborenen Sohn!&#8221; Er stockte und \u00fcbergab sich erneut ins Stroh.<\/p>\n<p data-p-id=\"3be55e2223db3180e1967a342fb3810c\">Isan tunkte, da sie so schnell nichts anderes bei der Hand hatte, einen Zipfel ihrer Sch\u00fcrze in den Eimer und reinigte ihm Mund und Bart. Der Ritter \u00e4chzte und schloss ermattet wieder die Augen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a4ed7490cd0b18c5154273498e655be8\">\u201eHabt &#8230; Vertrauen&#8221;, murmelte er. \u201eIch breche den Fluch! Ich lasse euch nicht im Stich&#8230; ich mache das alles &#8230; nur f\u00fcr euch &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c6deae889e5b7adecce258af9e9f15ee\">Isan blickte sich entschuldigend zu den drei Rittern um. Beistand bei einem, der als Held galt, hatten die M\u00e4nner gesucht. Was sie bekamen, war das Gefasel eines Betrunkenen, der im Rausch faselte und sich nun zu allem \u00dcberfluss auch noch eingen\u00e4sst hatte. Das M\u00e4dchen griff geistesgegenw\u00e4rtig nach einem B\u00fcschel Stroh und bedeckte ihn, bevor es einer der Herren bemerken konnte. Der Ritter haschte nach ihrer Hand und packte sie, etwas zu fest mit seinen eisenbeschlagenen Handschuhen.<\/p>\n<p data-p-id=\"17eed827c3ea48de48c3956269b84ff4\">\u201eIch kann nicht anders&#8221;, fl\u00fcsterte er ihr flehend zu. In seinen blauen Augen stand beinahe kindliche Furcht. \u201eDas verstehst du doch, oder? Ich habe keine Wahl&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"62a7915a435850c81d6aa8aa1e5fcbae\">\u201eSchscht, Herr. Alles ist gut. Mit dem Morgen wird alles gut werden. Dann erz\u00e4hlt Ihr mir von Eurem Auftrag.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ba5f3876d18ace794b64e199ab57aed1\">Sie bog seine Finger auf, brachte ihn in eine stabile Lage und wartete einen Moment, ob noch ein W\u00fcrgereiz k\u00e4me. Aber Althopian lag nun still und hoffentlich frei von &#8230; was auch immer ihn in diesen Zustand versetzt hatte. Isan wischte sich die Stirn unter ihrer Haube. Gleich zweimal hatte sie in dieser Nacht, in dieser Burg bewiesen, dass sie eine gute <em>doayra<\/em> war. Sogar ein <em>goala&#8217;ay<\/em> hatte sie gelobt und ihr s\u00fcndhaft teure Taubl\u00fctensamen geschenkt!<\/p>\n<p data-p-id=\"dd08095088a2a9f3dc31d8f8011bd2a9\">Als sie sich nach den <em>yarlay<\/em> umschaute, fand sie die Stallgasse verlassen. Offenbar waren die Herren noch so klar bei Verstand, dass sie ihrem Standesgenossen die Schmach ersparen wollten, gedem\u00fctigt vor ihnen zu liegen, anstatt sich mit gez\u00fccktem Schwert gemeinsam mit ihnen in den Kampf gegen &#8230; was auch immer zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2144","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2144","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2144"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2144\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3894,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2144\/revisions\/3894"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2144"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2144"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2144"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}