{"id":2139,"date":"2025-08-24T23:05:25","date_gmt":"2025-08-24T21:05:25","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2139"},"modified":"2025-09-01T09:55:37","modified_gmt":"2025-09-01T07:55:37","slug":"056-alte-geschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/056-alte-geschichten\/","title":{"rendered":"056: Alte Geschichten"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"5db71951db5275b2aa6b607d08a90526\">Als Yalomiro die Burg verlie\u00df, hatten die beiden <em>yarlay<\/em> und Isan soeben die n\u00f6rdliche Grenze des <em>teirandon<\/em> erreicht. Ihr Weg hatte sie durch eine trostlose, halb vertrocknete, halb im Morast versunkene Moorlandschaft gef\u00fchrt, mit halbgewachsenen Feldern, struppigen Herden und bedr\u00fcckten Menschen entlang ihres Weges. Selbst in den tristen Nachtherbergen hatten die Herren nur Belangloses miteinander gesprochen. Althopian wartete. Altabete wich ihm aus. Isan hatte es kaum gewagt, mit den beiden M\u00e4nnern zu reden. Eine Begegnung mit Andri\u00e9r Altabete war der urspr\u00fcngliche Anlass f\u00fcr Althopians Reise gewesen. W\u00e4hrend die beiden nun die meiste Zeit schweigend nebeneinander her ritten, hatte das M\u00e4dchen das Gef\u00fchl, dass mehr und mehr Gelegenheiten verstrichen, je mehr sie sich der Grenze n\u00e4herten. Es war nicht so, dass die beiden M\u00e4nner sich nichts zu sagen gehabt h\u00e4tten, beileibe nicht. Beiden brannte es auf der Seele, den jeweils anderen auszufragen. Es waren ganz offenbar andere Dinge, die beide Ritter dazu brachten, zu schweigen. Und diese Stille wurde immer dichter, k\u00f6rperlicher, unertr\u00e4glicher. Isan litt, denn sie konnte die Herren nicht einmal mit ihrem Geschwatze ablenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"43616cbe3abafbb0b5ea9871d117f872\">Der viert\u00e4gige Ritt, den sie zuletzt durch einige Stunden Rast und Schlaf auf der Burg der <em>yarlay<\/em> von Mor\u00e9aval unterbrochen hatten, war unbehaglich gewesen. Dort hatte sie eine alternde <em>yarlara<\/em> in Empfang genommen, freundlich und f\u00fcrsorglich, aber m\u00fcde, niedergeschlagen und verh\u00e4rmt. Es stellte sich heraus, dass sie die Mutter des jungen Herrn J\u00f3ndere war.<\/p>\n<p data-p-id=\"1caa8dcf07afad54704bcdf4c9412a2a\">Die Dame wenigstens war beim gemeinsamen Nachtessen sichtbar aufgelebt, als Isan ihre besorgten Fragen nach dem Wohlergehen ihres geliebten Sohnes beantworten konnte. Isan beschloss, dick aufzutragen und schw\u00e4rmte ihr von dem artigen, gutaussehenden jungen Ritter vor, in den sich vom Fleck weg alle <em>f\u00e1njula\u00e9<\/em> verlieben w\u00fcrden \u2013 wenn er nur die Gelegenheit bek\u00e4me, zu den <em>v\u00e1sposar<\/em> zu reisen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5fd855e5d182467d7d9b3be472f8b163\">\u201eWenn ich ihm im Stande und Alter n\u00e4her k\u00e4me&#8221;, plapperte das M\u00e4dchen, \u201ealso, mir w\u00fcrde Euer Sohn wohl sehr gefallen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27a3db5bc98cd418c39693faf3eff1b4\">Die <em>eld-yarlara<\/em> l\u00e4chelte m\u00fctterlich. Wa\u00fdreth Althopian r\u00e4usperte sich, um seine vorwitzige Begleiterin zu bremsen, die sich ohne zu fragen mit ihnen am Tisch niedergelassen hatte. Aber die Dame schien sehr angetan von dem munteren jungen M\u00e4dchen zu sein. Diese Freude wollte er ihr wohl nicht verderben.<\/p>\n<p data-p-id=\"77abfa3e055eca6691f806403498625c\">\u201eJ\u00f3ndere ist ein guter Sohn&#8221;, sagte sie milde. \u201eEs schmerzt mich, dass ich ihn nun schon seit so langer Zeit nicht gesehen habe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e3d81e967fce9fc58117fe6147b33ff0\">\u201eHerrin&#8221;, sagte Wa\u00fdreth Althopian, \u201eIhr seid eine Verwandte von <em>yarl<\/em> Vale\u00eds\u00e9, wie ich in Valvivant h\u00f6rte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d9fdfc405edfd8c65233a83c1446f4c5\">\u201eIch bin die Tochter seiner Tante, das ist richtig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7f48377bd54f7251967b322d3e028bd1\">\u201eNun&#8221;, fuhr der <em>yarl<\/em> fort, \u201emir kam zu Ohren, dass Euer Vetter Euch vor nicht allzu langer Zeit Euch hier seine Aufwartung gemacht hatte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1c565396eab0c68b44f19f452e14e47a\">\u201eAuch das ist richtig.&#8221; Sie nickte m\u00fcde. \u201eEr kam mit seinen Leuten, blieb f\u00fcr eine Nacht und entschied sich dann zur Weiterreise.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83e61f85648eece2b9195ca1e7cdeaba\">\u201eWar er so in Eile?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b0162475744f9350385411ac2b74ea8\">\u201eWas h\u00e4tte er hier l\u00e4nger gesollt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa7e01a7ce3522fd1c594c55953d5343\">Andri\u00e9r Altabete gab ein bitteres Schnauben von sich, sagte aber nichts. Isan wunderte sich. Worauf wollte Althopian hinaus?<\/p>\n<p data-p-id=\"1222133d501db3e8621d51c234a8e629\">\u201eWie seid Ihr einst hergekommen, an diesen seltsamen Ort?&#8221;, fragte der <em>yarl<\/em>. \u201eWas hat Euch hierher verschlagen, in dieses traurige Reich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0220d1ee746cee46dfa596562d5fdd2c\">\u201eIch war verliebt&#8221;, sagte sie schlicht. \u201eK\u00f6nnt Ihr das verstehen, Herr Wa\u00fdreth?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"624aae301ac9ddb983a870a9f7cc24e0\">\u201eBesser, als Ihr denken m\u00f6gt&#8221;, antwortete er. \u201eIch fragte mich nur, wie Euer <em>h\u00fdardor<\/em> es fertigbrachte, Euch herzuf\u00fchren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f9c9fbfc0bcb2e5bc264933023d0506e\">\u201eDer Rotgewandete hat ihn auf ein <em>v\u00e1sposar<\/em> entsandt&#8221;, sagte Altabete bitter. \u201eEr sollte seine <em>h\u00fdardora <\/em>nicht verpassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b1ab1b1417ae916a137d8042b7ea4a2e\">\u201e<em>Ich<\/em> verstehe. Und dort hat er sich als gro\u00dfer Favorit hervorgetan?&#8221;, forschte Althopian nach.<\/p>\n<p data-p-id=\"cb9b9c8604d60fab933537fce4111cb2\">Die <em>eld-yarlara<\/em> sch\u00fcttelte den Kopf. Einen Moment schweifte ihr Blick ins Leere, in eine sch\u00f6ne Erinnerung an einem gl\u00fccklichen Tag wohl, denn sie l\u00e4chelte und zugleich begannen ihre Augen feucht zu gl\u00e4nzen. \u201eOh nein. F\u00fcnfmal in Folge haben andere ihn zu Boden gebracht, just dort, wo ich mit meinen Freundinnen am Rand stand, um zuzuschauen. Mein Anblick sei es gewesen, rief er mir beim sechsten Mal zu, der ihn so verwirrt mache, dass er ganz wehrlos w\u00fcrde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fde896948ba2bf0dd3ef45dfaffdb31e\">\u201eWie charmant!&#8221; Isan war entz\u00fcckt.<\/p>\n<p data-p-id=\"8ee80ac7468aa3345b11189aea69c1e1\">\u201eEines kam zum anderen. Und so f\u00fchrte er mich her.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2e5d19d274dd6c42738f18dcca867d27\">\u201eUnd habt Ihr hier bekommen, was Ihr Euch erhofft habt? Was Eure Familie sich f\u00fcr Euch w\u00fcnschte?&#8221;, wollte Althopian wissen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f016f84b7e70393a35179d200f41dab0\">\u201eIch w\u00e4re ihm \u00fcberall hin gefolgt, Herr Wa\u00fdreth. Auch an diesen wunderlichen Ort. Solange mein <em>h\u00fdardor <\/em>bei mir war, hat mir die Traurigkeit nichts anhaben k\u00f6nnen. Nun ist es mir schwerer.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"65907bef0fbe84349eb4def80663cd06\">\u201eEs liegt nicht im Interesse des Rotgewandeten, dass einer von uns Gl\u00fcck findet&#8221;, hatte <em>yarl<\/em> Altabete pl\u00f6tzlich hart ausgesprochen. \u201eUnd denen von uns, die bereits Gl\u00fcck hatten, hat er es vorenthalten und weggenommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5c6d1b9742570dd281f36f67d1529202\">\u201eAlles wird gut werden, Andri\u00e9r&#8221;, versprach Althopian. \u201eDu wirst bald bei deiner <em>h\u00fdardora<\/em> und deinem Kind sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66c062030a026d08190afd2fb3371629\">Nun konnte <em>yarl<\/em> Altabete seine Tr\u00e4nen nicht mehr zur\u00fcckhalten. Sie rannen ihm \u00fcber seine entstellte Wange. Einige erreichten die fade Suppe, die man ihnen serviert hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a4c3da0c534666f4839a87e73aa609b3\">\u201eWas ist Euch, Herr Andri\u00e9r?&#8221;, fragte die <em>eld-yarlara<\/em> betroffen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c963ac445d94b27cc6246df50dd09aa6\">\u201eIn meinem Haus sollte ich sein&#8221;, brachte er hervor. \u201eMeine <em>h\u00fdardora<\/em> sollte ich umsorgen. Meinen Sohn annehmen in diesem Weltenspiel!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ae61c5476e176221d21614e2940c5358\">\u201eH\u00e4tte ich ihm das besser nicht erz\u00e4hlt&#8221;, murmelte Isan bei sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"f1eac8bff4ef207de08a69b3594f0c1f\">\u201eWas hindert dich, es <em>nun<\/em> zu tun?&#8221;, fragte Wa\u00fdreth Althopian. Es war offensichtlich, dass er seine Vermutung nur best\u00e4tigt wissen wollte.<\/p>\n<p data-p-id=\"2b65e43bd666e83290e310023da4427d\">\u201eWir sind an die Burg gebannt&#8221;, wisperte Altabete. \u201eWir d\u00fcrfen nur dann und dorthin gehen, wann und wohin er es erlaubt. Und &#8230; wir d\u00fcrfen die <em>teiranda<\/em> nicht allein mit ihm lassen! Wir <em>d\u00fcrfen<\/em> es einfach nicht. Es w\u00fcrde ein gro\u00dfes Unheil geschehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ee3bc08c7ed764bc28450302ee60208\">\u201eIch werde Euch helfen&#8221;, sagte <em>yarl<\/em> Althopian nach einer Weile und vermied es, den anderen Ritter anzuschauen. \u201eIch habe es versprochen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b04ece8dfb2dc69bf81dcb1f18876fc\">\u201eAber was willst du tun?&#8221;, rief Altabete aus. \u201eWas kannst du tun, was wir, was unsere V\u00e4ter vor uns nicht schon gewagt h\u00e4tten, bevor der verfluchte Lichtw\u00e4chter kam und uns auf unserem eigenen Land einkerkerte? Denkst du denn, wir h\u00e4tten es nicht zumindest versucht? Denkst du, wir h\u00e4tten es einfach so hingenommen, dass dieser rotgewandete Unhold sich in Wijdlant eingenistet hat? Ach, h\u00e4tte die <em>teiranda<\/em> es doch nur nie zugelassen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"016068866d8d614d9c99278ce34d5012\">\u201eWas ist mit Eurem <em>h\u00fdardor<\/em> geschehen?&#8221;, fragte Isan die <em>eld-yarlara<\/em> leise. \u201eHerrn Andri\u00e9rs <em>h\u00fdardora<\/em> deutete an, es sei nicht mit rechten Dingen zugegangen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c331123a5e97856a43e391a1615b2bd2\">Die Dame blickte starr auf den Tisch nieder. \u201eEines Tages kam sein Pferd ohne ihn von einem Ritt nach Norden zur\u00fcck &#8220;, erkl\u00e4rte sie m\u00fcde. \u201eEinige Tage sp\u00e4ter entdeckten Bauern bei der Flachsernte seinen Leichnam im Graben. Wir haben nie erfahren, was geschehen ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"95f230c5ca381723bbd1ae54b6788636\">\u201eAber wir k\u00f6nnen uns denken, wer es war&#8221;, f\u00fcgte Altabete hinzu und wischte sich mit dem Handr\u00fccken die Tr\u00e4nen weg. \u201eSein eigenes Eisenzeug hatte ihm alle Knochen zermalmt. Das war wohl kaum das Werk eines streitbaren Gegners.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"691d452d2a82dd26cac45900ab7ef427\">\u201eWie schrecklich!&#8221;, gruselte es Isan.<\/p>\n<p data-p-id=\"fd1443d7dda42b6ffeba7c59f35d35bc\">\u201eNach Norden?&#8221;, fragte Althopian. \u201eEr hat versucht, \u00fcber die Grenze zu kommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"971a5fbea5915070f75621d101ed1537\">\u201eWenn er uns von seinem Plan erz\u00e4hlt h\u00e4tte, wir h\u00e4tten ihn darum bekniet, sich diese Idee aus dem Kopf zu schlagen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b89eb9c4681386043acbf6a5f1e8589\">\u201eAch, h\u00e4tte unsere gute <em>teiranda<\/em> doch nie diesen Mann in ihr Leben gelassen&#8221;, setzte die <em>eld<\/em>&#8211;<em>yarlara<\/em> hinzu. Sie z\u00f6gerte und reichte dem <em>yarl<\/em> dann ihr privates Taschentuch hin\u00fcber. Der zierte sich einen Moment, es anzunehmen, tat es dann aber doch.<\/p>\n<p data-p-id=\"48662d6a97a6e13db7939387169dd713\">\u201eWas ist damals geschehen?&#8221;, fragte Wa\u00fdreth Althopian. \u201eWas davon darfst du mir sagen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83541acf1de704bfac045e34571166ff\">\u201eAlles. Es gibt nichts zu sagen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"25e1e4149eea6bd17bd0d00bf1707d44\">\u201eBei den M\u00e4chten!&#8221; Wa\u00fdreth Althopian sprang auf und stemmte die H\u00e4nde auf den Tisch. \u201eWas soll diese Geheimniskr\u00e4merei? Denkst du denn, ich h\u00e4tte nicht <em>begriffen<\/em>, dass man euch den Mund verboten hat? Aber wie kann ich euch helfen, wenn ich von euch nichts erfahre?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"224913c74fe937254a5aa22bff3ae261\">\u201eHerr, bitte!&#8221; Isan stand auf, stellte sich neben den weinenden Ritter und legte ihm tr\u00f6stend die Hand auf den Arm. Sie hatte Mitleid mit dem gebrochenen Mann, etwas, angesichts dessen das M\u00e4dchen auf Anstand verzichtete. \u201eIhr seht doch, dass Herr Andri\u00e9r mit seinen Worten nicht an Dinge sto\u00dfen m\u00f6chte, die \u00fcber allen anderen zusammenbrechen k\u00f6nnten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1e2e443d73b0a660a3e976679270e39e\">Wa\u00fdreth Althopian seufzte. \u201eVersteht doch. Ich muss meinem <em>teirand<\/em> berichten, was hier in Wijdlant geschehen ist. Was hier vor sich geht und warum niemand davon Kenntnis hat. Wie dieser Gor Lucegath es anstellt, ein ganzes <em>teirandon<\/em> vom Weltenspiel zu isolieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4a25849fb128659b79b464affb15e3dd\">\u201eIch werde reden&#8221;, sagte die <em>eld-yarlara<\/em> pl\u00f6tzlich. \u201e<em>Mir<\/em> hat niemand aufgetragen, zu schweigen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"995bee6d9550343ba2f1b6d944c95e62\">Die Herren horchten auf. Isan neigte sich gespannt vor. Geschichten interessierten sie immer.<\/p>\n<p data-p-id=\"85e8a2d8176e06928398fb166294536b\">\u201eMein Gro\u00dfvater&#8221;, begann die Dame, \u201ek\u00e4mpfte in den Tagen der Chaoskriege verdient und ehrenvoll an der Seite der <em>teiranday<\/em> von Wijdlant. Er war sogar an der Schlacht von Aur\u00f3p\u00e9a beteiligt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d52389428c2e455b1378093b8fc7cecc\">Isan schauderte. Das monstr\u00f6se Wandgem\u00e4lde in Benjus von Valvivants Halle kehrte ihr in den Sinn zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"05a96d91dd42d4dfadd70724050f0c16\">\u201eDie Chaoskriege endeten und alle \u00fcberlebenden <em>yarlay<\/em> kehrten in ihre Burgen zu ihren Familien heim. Es war eine Zeit, in der sehr viele Dinge wieder in Ordnung ger\u00fcckt, geheilt und neu begr\u00fcndet werden mussten. Der <em>teirand<\/em> von Wijdlant hatte damals einen Sohn, der damals noch zu jung zum K\u00e4mpfen war und, den M\u00e4chten sei es gedankt, vom Krieg nicht viel erfahren hatte. Dieser Sohn wuchs zu einem gerechten und \u00fcber alle Ma\u00dfen beliebten Herrn auf und fand eine edle <em>h\u00fdardora<\/em>. Aber die M\u00e4chte verg\u00f6nnten dem Paar kein langes Gl\u00fcck. Die junge Frau schenkte ihm eine Tochter, aber das Kind \u00fcberlebte sie in den Tagen nach der Niederkunft. Mehr noch \u2013 das Kind war kr\u00e4nklich und es galt gemeinhin als Wunder, dass die neugeborene <em>teirandanja<\/em> \u00fcberhaupt am Leben blieb. Aber die M\u00e4chte beh\u00fcteten sie, lie\u00dfen sie zu einer freundlichen, gutherzigen jungen Frau heranwachsen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9a0783b9437f08cedcbb4396192773d9\">\u201eRedet Ihr nun von K\u00edan\u00e1 von Wijdlant?&#8221;, fragte Wa\u00fdreth Althopian. \u201eDieser armen Frau, die aussieht, als k\u00f6nne ein Windhauch sie verknicken?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c600cd31627be461d601d1ab9d8edb0\">Die <em>yarlara<\/em> nickte. Isan runzelte die Stirn, \u00fcberlegte und begann, an ihren Fingern abzuz\u00e4hlen. Aber sie bekam den Zeitenverlauf nicht in die richtige Reihung. Was zu Zeiten des Gro\u00dfvaters der <em>eld-yarlara <\/em>geschehen war, passte nicht zum Alter der <em>teiranda<\/em>. Ebenso wenig, wie es sich nicht f\u00fcgte, dass unter derselben K\u00edan\u00e1 von Wijdlant J\u00f3ndere Mor\u00e9avals Vater der Knappe von Daap Grootplens Vater gewesen sein sollte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d421b88135ff555ba22895319584093b\">\u201eDie <em>teirandanja<\/em> wuchs beh\u00fctet und unbeschwert auf. Der <em>teirand<\/em> liebte sie \u00fcber die Ma\u00dfen und erf\u00fcllte ihr jeden Wunsch. Mein Gro\u00dfvater sah sie aufwachsen und mein Vater war damals mit ihr in etwa einem Alter. Als die <em>teirandanja<\/em> zu einer jungen Frau wurde, etwas \u00e4lter vielleicht als du, M\u00e4dchen, ging der <em>teirand<\/em> v\u00f6llig unerwartet hinter die Tr\u00e4ume.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f6543942ca679079988a949578919d5\">\u201eOh je, die Arme!&#8221;, sagte Isan mitf\u00fchlend.<\/p>\n<p data-p-id=\"b4c0700549f59ac38031196834a84184\">\u201eEtwas \u00fcber f\u00fcnfzig Sommer mag das heute her sein&#8221;, sagte die <em>yarlara<\/em> und wandte sich ihrer Suppe zu. \u201eDas ist das, was ich euch erz\u00e4hlen kann. Der Rotgewandete tauchte, wie es hei\u00dft, einige Monde nach dem Tod des <em>teirand<\/em> auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eccd8cc083e4c82dc555b8a455439a9e\">\u201e<em>F\u00fcnfzig Sommer<\/em>? Aber&#8230; er&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f60d1298ef91a5f33cadc1542d43f2ce\">Die Herren warteten. Isan legte ihren L\u00f6ffel beiseite. \u201eDer Lichtw\u00e4chter m\u00fcsste ein uralter Mann sein, wenn das stimmt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a5ef2fc1020d10b42785a55449454e8\">\u201eNiemand wei\u00df&#8221;, fl\u00fcsterte <em>yarl<\/em> Altabete, \u201ewo er herkam und was er im Schilde f\u00fchrt. Und niemand wei\u00df, was er mit uns macht \u2013 und wozu es gut sein mag. Schon mein Vater wusste es nicht. Der Rotgewandete war einfach da. Und nach und nach &#8230; nun, Wijdlant ver\u00e4nderte sich. Und nun lasst uns dar\u00fcber schweigen. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant altert nicht, und sie stirbt nicht. Wir k\u00f6nnen es weder verstehen noch \u00e4ndern. Die M\u00e4chte wollen es so.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bf58285eb6216844a9871a43360edf77\">\u201eAber&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b217f1e30c9edb748c2be235c387b994\">\u201eWa\u00fdreth! Wie ich von deiner <em>doayra<\/em> erfahren habe, hat meine <em>h\u00fdardora<\/em> mir einen Sohn geboren, und ich habe nichts davon erfahren! Ich habe nicht einmal die Zeit <em>bemerkt<\/em>, die verstrichen ist. In meiner Erinnerung war es allenfalls ein paar Monde her, seit ich bei meiner <em>h\u00fdardora<\/em> lag und sie in den Armen hielt! Ich wei\u00df nicht, wo mein Herz und meine Gedanken sind! Alles verschwimmt, alles verweht vor dem Augenblick! Ich ertrage es nicht mehr! Und so \u00fcbervoll mein Gem\u00fct damit ist \u2013 ich darf es nicht mit dir teilen! Und Ihr, edle <em>yarlara<\/em>, um Eures Sohnes willen, auch Ihr solltet schweigen. Ich m\u00f6chte nicht nach Wijdlant zur\u00fcckkehren und J\u00f3ndere nicht mehr vorfinden! Ich halte gro\u00dfe St\u00fccke auf Euren Sohn. Herr Daap und ich, wir blicken in die Augen Eures <em>h\u00fdardor<\/em>, immer wenn wir den jungen Mann vor uns haben. Wir m\u00fcssen einander besch\u00fctzen, so wie er Euch sch\u00fctzt, indem er den endlosen Hofdienst auf sich nimmt. Spielt nicht mit seinem Leben, indem Ihr zu viel redet!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47301809f99ed923c545d772b1b48a0e\">Die <em>yarlara<\/em> erbleichte und wandte sich der Suppe zu. Isan z\u00f6gerte und setzte sich wieder auf ihren Platz.<\/p>\n<p data-p-id=\"d9cf3adb6b3b396ac52f1ffa7581f083\">\u201eAber &#8230;&#8221; Wa\u00fdreth Althopian wusste sichtlich nicht, was er dazu sagen sollte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b5f0bde5395290e224f6ca96b541189a\">\u201eIch wei\u00df, du meinst es gut mit uns, Wa\u00fdreth. Am Ende waren wir es, die dich um Hilfe gebeten haben. Es war falsch von uns, dich mit in diese Angelegenheit mit hinein zu ziehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64d3ed58a58531424fcd4161a83803d6\">\u201eDann m\u00fcssen wir nicht weiter dar\u00fcber sprechen&#8221;, hatte Althopian br\u00fcskiert geantwortet. Und tats\u00e4chlich hatte die Mahlzeit in peinlichem Schweigen geendet und au\u00dfer den \u00fcblichen Floskeln war nicht mehr geredet worden.<\/p>\n<p data-p-id=\"eae0fa4f189faeb088f800489fe8f62a\">Am n\u00e4chsten Morgen hatte die <em>yarlara<\/em> sie freundlich, aber tief betr\u00fcbt verabschiedet. Isan hatte die Dame unendlich leidgetan.<\/p>\n<p data-p-id=\"a33892ea82905e616c68da842e17f653\">\u201eIch bin sicher&#8221;, hatte sie demonstrativ so laut zu ihr gesagt, dass sowohl Althopian als auch Altabete es geh\u00f6rt hatten, \u201edass mein Herr Wijdlant aus seiner Not <em>retten<\/em> wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f4bde55a8c03165978de802535e11a2c\">Daraufhin hatte Althopian kein einziges Wort mehr mit ihr geredet, bis jetzt, da sie im Licht ihrer Laternen am Grenzstein des <em>yarlm\u00e1lon<\/em> Mor\u00e9aval standen und der Moment des Abschieds nahte. Links und rechts des Weges ging der Rain eines Hanffeldes in sandiges Grasland \u00fcber. Grillen zirpten in der Wiese gleich hinter dem Stein. Zwischen Wolkenfetzen leuchtete ihnen der Mond voraus.<\/p>\n<p data-p-id=\"599684dd2936c7636252b75935ae865a\">\u201eEs tut mir leid, Wa\u00fdreth&#8221;, sagte Altabete. \u201eIch h\u00e4tte dir gerne so viel erz\u00e4hlt. Ich h\u00e4tte dir zeigen wollen, wie es um uns steht und was mich hier h\u00e4lt. Aber du hast ihn gesehen. Du wei\u00dft, was geschehen ist. Es w\u00e4re l\u00e4cherlich zu glauben, dass wir uns gegen den Magier zur Wehr setzen k\u00f6nnen. Wenn ich zu viel sage &#8230; meine <em>h\u00fdardora<\/em>, meine geliebte Dame. Mein Sohn. Du magst es verstehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b4c095fb2dd801451fa46029736dfc1\">\u201eWas ist mit dem Schattens\u00e4nger?&#8221;, fragte Isan beherzt.<\/p>\n<p data-p-id=\"d7efbf21d7c7417760493d45aed32acb\">\u201eHast du nicht schon viel zu viel geredet, M\u00e4dchen?&#8221;, fragte Althopian finster.<\/p>\n<p data-p-id=\"1e63fbdc7a592fd26c5f924053333c88\">\u201eDann kommt es auf ein paar Worte mehr nicht mehr an. Au\u00dferdem: <em>Ihr<\/em> wart es, der wegen des Schattens\u00e4ngers von Benjus von Valvivant losgeschickt wurdet und selbst seine Spur aufnehmen wolltet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"040a69eaa6b8bcd6f73cb7a9ac8a8e22\">\u201eDas tue ich doch auch! Wir werden ihm in dem Augenblick begegnen, in dem es geschehen soll!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f89051f245fe1d521b7218b3daa32f2f\">\u201eHerr, ich habe den Mann gesehen! Was immer mit ihm passiert ist, es w\u00e4re ein Wunder, wenn der Schwarzmantel noch lebt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"908d704ba4e1f48208b63313a066c66a\">\u201eWas f\u00fcr ein Schattens\u00e4nger?&#8221;, fragte Andri\u00e9r Altabete verst\u00e4ndnislos.<\/p>\n<p data-p-id=\"5c0b49972c956980fd7a8a822ae0b623\">Verwirrt wandten die beiden sich ihm zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"55d621c83216e6b6f6a85ac1abc9b817\">\u201eDem Schattens\u00e4nger, den Gor Lucegath in Wijdlant gefangen h\u00e4lt nat\u00fcrlich&#8221;, sagte Isan. \u201eDer, f\u00fcr den Ihr mir das Wasser und den Essig gebracht habt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"39872b409533f9c5d240d3b28aa183db\">\u201eWa\u00fdreth, was redet das vorlaute M\u00e4dchen da f\u00fcr ein wirres Zeug? Wie sollte man einen Schwarzmantel gefangen nehmen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e054f53a64af114d2d0f01b545da6dd\">Isan \u00f6ffnete protestierend den Mund, aber Althopian brachte sie mit einem mahnenden Blick zum Schweigen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9941dba51e9efe2cbd8bf170fa1fe2a9\">\u201eBis bald, mein Freund&#8221;, verabschiedete er sich. \u201eSieh zu, dass du den Rotgewandeten nicht zu lange warten l\u00e4sst. Wir sehen uns bald und unter besseren Vorzeichen wieder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"39d6cad388eff905f2be183e05aeb809\">Die Ritter gr\u00fc\u00dften einander. Dann wendete Altabete sein Ross und trabte s\u00fcdw\u00e4rts davon. H\u00e4tte er zu seiner Dame, zu seinem Sohn und seinem Zuhause gewollt, h\u00e4tte er sich nach Westen wenden m\u00fcssen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5e030e31a2949771daa23faae4b77b13\">Althopian trieb sein Ross \u00fcber die Grenze voran. Isan blickte einen Augenblick von einem zum anderen und beeilte sich dann, ihrem Herrn zu folgen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7ef8a1f0c962365ecf16ca16efdf2207\">\u201eAber Ihr <em>wusstet<\/em> doch von dem Schattens\u00e4nger!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c424d263ffaa933d1cba284f52b118a\">Wa\u00fdreth Althopian w\u00fcrdigte sie keiner Antwort. Isan seufzte und lie\u00df den Kopf h\u00e4ngen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d1f39b6a5abab5fa58d3fdce3683feb1\">\u201eDu solltest niemandem etwas versprechen, das ich wom\u00f6glich nicht halten kann&#8221;, sagte er nach einer Weile.<\/p>\n<p data-p-id=\"ffec105fcf244cc53050b916c4dd2dbf\">\u201eIch bin sicher, dass Ihr Euer Bestes geben werdet. Auch wenn ich nicht wei\u00df, was Ihr vorhabt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ec796768f7216ac56e3500225eee428\">\u201eGlaub mir, es ist besser, wenn du es nicht wei\u00dft. Ich m\u00fcsste Angst haben, wer es sonst noch erf\u00e4hrt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19ba192dede2b5340559b63e68836536\">\u201eHaltet Ihr mich f\u00fcr eine Plaudertasche?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e3e6d2a1ff1d4d27b931c96209a63b0\">\u201eJa.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"14e4e40c3a09ed6c6819c6220f944ce6\">Nun war sie f\u00fcr einige Zeit beleidigt. Aber lange still sein konnte sie deswegen nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"f56e4088efc112cef4f3aa72ad1b0ced\">\u201eWohin reiten wir genau?&#8221;, fragte sie.<\/p>\n<p data-p-id=\"692628e8681e10d416436b4487bc31cf\">\u201e<em>Du<\/em> reitest zu meiner Burg und bleibst dort artig, bis du anderes von mir h\u00f6rst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b6f5ea4dee81912a149732b017950728\">\u201eUnd Ihr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"656e7f281a267fdb433d0a820705bb7d\">\u201eIch begebe mich ohne Umweg zu meinem Herrn.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"44172e1d62e8bba655ea88cb352c9632\">\u201eIch frage mich, ob Euer <em>teirand<\/em> nicht viel gr\u00f6\u00dferen Bedarf an einer <em>doayra<\/em> hat als Ihr. Ich denke, ich sollte das erkunden, bevor ich meinen Dienst in Eurem Haus antrete.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e9b4e9094e1e37e457ff02d51aef84b2\">\u201eDaran kann ich dich nicht hindern. Zu meinem gr\u00f6\u00dften Bedauern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f777d07bbb6e1f64351a5bdd383703ee\">Sie schaute gekr\u00e4nkt zu ihm hin\u00fcber. Aber er l\u00e4chelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5205af6cf6e768eae9ab193e23ccaa9b\">\u201eDanke&#8221;, sagte er. \u201eDanke, dass du so hartn\u00e4ckig mit mir bist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f04fd6fa6a01674aeab5f7400adc898a\">\u201eUnd was tun wir bei Asga\u00fd von Spagor?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6d529326703ebf5334f694531b7ace4e\">Nun verd\u00fcsterte sich seine Miene. \u201eWir haben ein wenig Zeit, bis der Schattens\u00e4nger in Erscheinung tritt. Bis dahin k\u00f6nnen wir nichts anderes tun, als zu warten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"f20faa84d4fcdfb3d3ab23290e0ae788\">Ich erwachte in der ersten grauen Morgend\u00e4mmerung ganz allein. Gegen Ende der Nacht hatte ich entsetzlich getr\u00e4umt. Ich erinnerte mich nicht mehr an Einzelheiten. Aber mir war im Ged\u00e4chtnis geblieben, dass Yalomiro und die schwarze Gestalt mit dem leuchtenden Stab aus dem gr\u00e4sslichen Wandgem\u00e4lde in Benjus von Valvivants Thronsaal irgendwie miteinander verschmolzen waren. Dann war eine furchtbare Katastrophe geschehen. Es war ein \u00e4u\u00dferst beunruhigender, beklemmender, bedrohlicher Traum gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"497d0188c71e6dcff09acdf8279bf04b\">Die Matratze neben mir war kalt. Auf dem Laken waren die Reste der Salbe steinhart eingetrocknet. Ich schreckte hoch und sp\u00fcrte einen starken, dumpfen Schmerz im Unterleib. Ich keuchte und musste einen Moment innehalten. Was war <em>das<\/em>?<\/p>\n<p data-p-id=\"e473142dee59ecb0203bdb1475c2d563\">Yalomiro! Wo war er?<\/p>\n<p data-p-id=\"5c0693e6ee35b53d923b6aa8e07ef3de\">\u201eYalomiro?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4a28bc4def58c1a7a7c8b085cb5d0849\">Ich setzte mich auf und blickte mich um. Der Fensterladen war ge\u00f6ffnet. Drau\u00dfen wurde es hellgrau unter dem unbeweglichen Himmel.<\/p>\n<p data-p-id=\"aa01a4a6fa856af5b3c2440cd792f826\">\u201eYalomiro!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d53fa94d0dd52bca7e16af717078c41e\">Seine Kleider waren fort. Ich erhob mich hastig und schrie auf. Ich war in etwas Kantiges, Scharfes hineingetreten. Auf dem Bettvorleger lagen lauter schwarze, gl\u00e4nzende Scherben. Was war das?<\/p>\n<p data-p-id=\"f2fc6f81ced16dab0c53f1daa4921e55\">\u201eYalomiro!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c1a5fdf313a7c0e9fe5e48ef1c3f95d2\"><em>Er ist fort. Du hast tagelang geschlafen. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"8ee0bea927dcf3e428be6cf47efe76ae\">Ar\u00e1ma\u00fa hatte sich auf dem Stuhl auf der anderen Seite neben dem Bett zusammengerollt und blinzelte mich tr\u00e4ge an.<\/p>\n<p data-p-id=\"c72ebd5e9d4096e4aa126158773e1d98\">\u201eWas hei\u00dft das \u2013 fort?&#8221;, fragte ich tonlos.<\/p>\n<p data-p-id=\"5536ce6f12d3a78b7ca9b9c0a0d53aaf\"><em>Er ist losgezogen, um das <\/em>ay&#8217;cha&#8217;ree<em> zu bergen. M\u00f6gen die M\u00e4chte geben, dass er wei\u00df, was er tut.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"3752f55d7b1188550119db12bd7ba874\">Ich lie\u00df mich wieder auf der Bettkante nieder. Durch das hastige Aufstehen geriet mein Kreislauf ins Trudeln. Dabei entdeckte ich den zerbrochenen Geigenbogen auf dem Teppich. Mir wurde eiskalt, als ich begriff, was die Scherben einmal gewesen waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"a1222a84cc32d62ceb1111128d1d94f3\">Ar\u00e1ma\u00fa erhob und rekelte sich und sprang zu mir aufs Bett. Schweigend setzte sie sich neben mit und legte dabei den Schwanz sorgsam um die Vorderpfoten. Ich hob den Bogen auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"cd6752c7302eeea435900bfc9617a78b\">Sie wartete einen Moment.<\/p>\n<p data-p-id=\"d171480deb1bfb73c508ea15acfadc36\"><em>Als er seine Geige erschaffen hat<\/em>, erz\u00e4hlte sie nach einer Weile leise, <em>war ich noch ein Kind. Eines Tages kam er mit einer Schere zu mir, verwandelte sich in ein Pferd und bat mich, ihm eine Str\u00e4hne von seinem Schweif f\u00fcr den Bogen abzuschneiden. Meister G\u00edonar hat furchtbar mit uns geschimpft, als er das herausgefunden hat. Er fand, es sei Nokt\u00e1ma gegen\u00fcber l\u00e4sterlich, f\u00fcr so etwas T\u00f6richtes Magie zu verschwenden. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"aaa2adb3183cd58f109d706e7235d555\">\u201eHat &#8230; Yalomiro das hier etwa selbst getan?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f7924e6df177427279750f887620b629\"><em>Ja. Meister Gor hat ihm keine Wahl gelassen. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"05b83cffee2cabde5f13e7ed3ad0b6bb\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1746f11dc9afb9ae0a7c64cde024a466\"><em>Es ist geschehen, Ujora. Es ist vorbei. Es war nur ein Spielzeug, das entzweiging. Es war nie mehr als das.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"a633e2f065230bf00a6f667cc38d9751\">\u201eDas verstehst du nicht&#8221;, schluchzte ich. Ich hob den Bogen auf, umklammerte ihn mit beiden H\u00e4nden und lie\u00df meinen Gef\u00fchlen freien Lauf. Was wusste Ar\u00e1ma\u00fa schon? Wo war sie \u00fcberhaupt gewesen, nachdem sie mich und Isan so \u00fcberst\u00fcrzt verlassen hatte, einfach wieder einmal weggelaufen war? F\u00fcr sie mochte die Geige ein verzauberter Gegenstand unter vielen sein, vielleicht eine am\u00fcsante Erinnerung. F\u00fcr mich war es unertr\u00e4glich, sie in Tr\u00fcmmern zu sehen. Die <em>camatay&#8217;ra<\/em> wartete schweigend, bis ich mich etwas beruhigt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"04db8f4b8d3508d2d3d4b7637b0d2335\">Nach einer Weile kniete ich nieder und begann, die schwarzen Holzscherben einzusammeln.<\/p>\n<p data-p-id=\"ccc3df641473d4318da2b31f9d6bdd85\"><em>Ich w\u00fcrde es gern verstehen, Ujora.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"d735750b0de698d800d1cfc60b663f39\">Ich blickte auf. Ihre gr\u00fcnen Katzenaugen waren ratlos, so &#8230; mitf\u00fchlend.<\/p>\n<p data-p-id=\"7dabda10089715ed211dd891c8c0dec0\">\u201eAr\u00e1ma\u00fa&#8221;, brachte ich schlie\u00dflich zaghaft hervor, \u201ehast du jemals &#8230; hast du einmal mit Yalomiro <em>getanzt<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1462ad4bac7d336a22b79c93c9e8d365\">Sie schaute mich ratlos an. <em>Getanzt?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"06257d27afb03072a0652afbfa674baa\">Ich weinte leise weiter und sammelte schwarze Scherben vom Teppich. Nach einer Weile sp\u00fcrte ich ihre Pfote sacht auf meinem Arm.<\/p>\n<p data-p-id=\"f60c20aaa3f6f12b36f75fc0fcecfdd5\"><em>Warum bittest du <\/em>yarl<em> Mor\u00e9aval nicht einfach um ein T\u00f6pfchen Leim?<\/em><\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2139","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2139","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2139"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2139\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3901,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2139\/revisions\/3901"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2139"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2139"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}