{"id":2135,"date":"2025-08-24T23:08:16","date_gmt":"2025-08-24T21:08:16","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2135"},"modified":"2025-09-01T09:56:25","modified_gmt":"2025-09-01T07:56:25","slug":"059-aramau-faengt-eine-maus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/059-aramau-faengt-eine-maus\/","title":{"rendered":"059: Ar\u00e1ma\u00fa f\u00e4ngt eine MAus"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"64983ad617b094a4d79cd68c3b9f9062\">Ich hatte einige Stunden an der spaltbreit ge\u00f6ffneten T\u00fcr auf der Lauer gelegen, bis J\u00f3ndere Mor\u00e9aval auf dem Korridor vorbei gekommen war. Vielleicht h\u00e4tte ich auch einen der anderen Herren bitten k\u00f6nnen, aber Andri\u00e9r Altabete lie\u00df sich nicht blicken, und Daap Grootplen war nicht allein, als er einmal den Gang passierte. Davon abgesehen war Ar\u00e1ma\u00fa der Ansicht, dass der liebensw\u00fcrdige junge Ritter meinem Wunsch am ehesten nachkommen w\u00fcrde. Immerhin hatte er auch keine Hemmungen gehabt, mich mit einem <em>Haustier<\/em> zu beschenken. Einer der <em>yarlay<\/em>, setzte sie hinzu, w\u00fcrde sich zudem niemandem erkl\u00e4ren m\u00fcssen, wenn abseits von Nahrung und gewaschener W\u00e4sche Dinge in meine Stube gelangten.<\/p>\n<p data-p-id=\"d4afb0d3c18223ca66746361204913da\">Ich hatte dem Ritter wortreich mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen erkl\u00e4rt, dass mir ein Missgeschick geschehen war. Dazu hatte ihm eine der leeren Blumenvasen pr\u00e4sentiert, die ich eigens zu diesem Zweck zerbrochen hatte. Mir war nicht klar, inwieweit er realisierte, was ich von ihm wollte, denn seine Stimme hinter seinem verwischten Gesicht war nach wie vor ein unverst\u00e4ndliches Fl\u00fcstern. Doch dann hatte der junge Mann mir gleich zwei verschiedenartige Leime mitsamt einer Reihe von feinen Pinselchen besorgt. Um den Schein zu wahren, musste ich einen Teil der Zeit nun nat\u00fcrlich auch auf die Keramik verwenden, aber die Geige wuchs schneller wieder als das Gef\u00e4\u00df. Einige Tage hatte ich auf diese Weise bereits mit dem anspruchsvollen Puzzlespiel verbracht.<\/p>\n<p data-p-id=\"9d1ffb5042d09874d334747d72e36ed5\">Ich musste mir eingestehen, dass ich Ar\u00e1ma\u00fas Gegenwart genoss. Ab und zu brach sie zu Erkundungen auf, von denen sie rasch wieder zur\u00fcckkehrte. Betraten die W\u00e4sche- oder K\u00fcchenm\u00e4gde das Zimmer, verschwand sie unter dem Bett.<\/p>\n<p data-p-id=\"a73cc03ecde26fedeaece08faddbfd34\">Die Schattens\u00e4ngerin hatte sich auf eine seltsame Weise ver\u00e4ndert. Sie benahm sich weniger abweisend und feindseliger, geduldiger als zuvor. Wenn sie mit mir sprach, hatte ich nicht l\u00e4nger das Gef\u00fchl, zurechtgewiesen, angegriffen und belehrt zu werden. Das tat mir gut. Ich f\u00fchlte mich nicht mehr so allein, seit Ar\u00e1ma\u00fa zug\u00e4nglicher geworden war. Wir sprachen es beide nicht aus. Aber ich vermutete stark, dass Yalomiro ihr irgendwie ins Gewissen geredet hatte, freundlicher zu sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"f5d738a79008eafb3b3e40fc480df123\">Ich hatte es nie gut vertragen k\u00f6nnen, wenn jemand unwirsch oder ver\u00e4rgert \u00fcber mich war. Und so bem\u00fchte ich mich, Ar\u00e1ma\u00fa keinen Grund zum Groll zu geben. Wir rauften uns zusammen.<\/p>\n<p data-p-id=\"badb14812feb6b6679597ec4785c1bcb\"><em>Yarl Mor\u00e9aval ist ein freundlicher Mensch, <\/em>sagte Ar\u00e1ma\u00fa. Sie lag wie \u00fcblich auf meinem Kissen und beobachtete mich mit ihrem undurchschaubaren Jadeblick. <em>Immer, wenn ich ihn sehe, sp\u00fcre ich, welche Sehnsucht ihn mit seiner Mutter verbindet. Wie er versucht, die Leere auszuf\u00fcllen, die sein Vater hinterlassen hat. Wie schade, dass der Rotgewandete den aus dem Weg ger\u00e4umt hat, bevor er etwas bewirken konnte. Herr J\u00f3ndere war damals noch ein halber Knabe, viel zu jung f\u00fcr diese Verantwortung.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"6a036d6fea20c4c2a5b18bcc84a8266a\">\u201eBewirken?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"667a7abdeaf9c471ea638a1483fd6c8d\">Die <em>camatay&#8217;ra<\/em> seufzte. <em>Mor\u00e9avals Vater hatte versucht, Wijdlant gen Norden zu verlassen, als die <\/em>teiranda <em>ihn einmal zu seiner <\/em>h\u00fdardora <em>gelassen hatte. Er wollte Hilfe holen, wahrscheinlich im <\/em>teirandon<em> Spagor oder dem benachbarten yarlm\u00e1lon Fer\u00f3criv\u00e9. Er h\u00e4tte wissen m\u00fcssen, dass er die Grenze nicht an Gor Lucegath vorbei passieren kann. Schade um ihn. Er war ein ehrbarer, mutiger und leider auch \u00e4u\u00dferst leichtsinniger Mann.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"6178fa5750b9218918e5496f1d264b89\">\u201eVielleicht war er verzweifelt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea3df589b30522aaf00c72b0b9332d7d\"><em>Auch das.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"6a2783168ffa55cc8f7ef911125419e0\">\u201eWie hast du das ausgehalten?&#8221;, fragte ich. \u201eDu steckst in diesem K\u00f6rper fest und du hast so viele Menschen sterben sehen&#8230;.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"502cff15983aaf3ce6a36edefd08dfd8\"><em> Ich habe immer nur die teiranda und den Rotgewandeten als Ma\u00dfstab betrachtet. Was das betrifft, ist gar keine Zeit vergangen. Die Unkundigen &#8230; nun ja. Bl\u00e4tter im Wind. Bunt und einzigartig, aber schnell vor\u00fcber und aus dem Blick. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"bcb4818447c5f2b5ad6326602bb91946\">\u201eDu bist also auch &#8230; unsterblich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4b43d3e041ade5b11f0e7eb55ded282f\"><em>Nein. Der Katzenk\u00f6rper ist verwundbar. Wenn mich ein Hund erwischt oder ein Pferd zwischen die Hufe bekommt oder ich auf den hohen Zinnen ausrutsche, bin ich dahin.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"8dd95a6022d742bdfcb748344f561fda\">\u201eAlterst du denn?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"228a691fb3bd9576b5f52bff19adabcc\"><em>Ich wei\u00df es nicht. Nie zuvor hat ein Schattens\u00e4nger mehr als ein paar Tage in Folge eine Verkleidung getragen. <\/em>Sie versank einen Moment in Gedanken. <em>Ich hoffe, dass mich diese Gestalt zumindest noch f\u00fcr eine kurze Weile jung und stark genug erhalten hat, wenn &#8230; sobald es darauf ankommt.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"515144b706c4129666da5d8672360669\">\u201eIst die <em>teiranda<\/em> auch &#8230; verwandelt? Wie kommt es, dass niemand sich \u00fcber die lange Lebenszeit wundert? Das muss schlie\u00dflich in den anderen <em>teirandon<\/em> irgendjemandem aufgefallen sein. Es gibt doch sicher in irgendeiner Form diplomatische Beziehungen. &#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"fb9e60f181a872e74e7d822fcd74877a\"><em>Dass die <\/em>teiranda<em> verwunschen ist, ist dir also noch gar nicht aufgefallen? <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"f8065aad6fc1cdce1ecc136311a8df74\">\u201eNun ja. Sie ist sehr exzentrisch. Aber immerhin hat sie ein Gesicht und ich kann verstehen, was sie spricht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c9cd071a7a1417eb90c8874273471913\"><em>Wenn es nur das ist, <\/em>sagte Ar\u00e1ma\u00fa in einem so ironischen Ton, dass ich von meiner Arbeit aufblickte. Aber sie schien nicht die Absicht zu haben, das Thema zu vertiefen. Das machte mich nachdenklich. Meine Vermutung war gewesen, dass die <em>teiranda<\/em> an einer psychischen Erkrankung litt, die ihr weltverlorenes, impulsives Verhalten erkl\u00e4rte. Sollte doch mehr dahinter stecken? Ich f\u00fcgte eine Scherbe ein. Das sacht schabende Ger\u00e4usch, das die Fragmente der Geige dabei machten, war seltsam befriedigend. Ar\u00e1ma\u00fa schaute mit sinnendem Blick zu,<\/p>\n<p data-p-id=\"b9ce04985b0b186b184c5f24ee2c691a\"><em>Wir wissen nicht, welche Worte der Rotgewandete den <\/em>yarlay<em> in den Mund zwingt, sobald sie sich au\u00dferhalb von Wijdlant zeigen d\u00fcrfen. Ich habe in all den Wintern nicht begriffen, in welche hochkomplizierten Zauber er die Herren eingewoben hat. Ich k\u00f6nnte mir denken, dass es von au\u00dfen so erscheint, als sei die <\/em>teiranda <em>ihre eigene Tochter und Enkelin. Niemand kommt auf den Gedanken, sie zu hinterfragen.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"d4e71c3b5fa6e953ccd6768183f04c83\">\u201eMeister Gor zaubert sehr seltsame Dinge, nicht wahr? Ich meine &#8230; es ist etwas anderes, alle Menschen dazu zu bringen, sich f\u00fcr eine Illusion <em>nicht<\/em> zu interessieren, als ein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3f659c0648db5661e5e11b0101876a59\"><em>Warum sollte jemand ein Kaninchen aus einem Hut zaubern?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"b693968526ceb43bcf77f0205011f11e\">\u201eWeil &#8230; ach, vergiss das.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4442102352c5a194ecf00c03c477890\">Sie setzte sich auf und streckte sich. <em>Der Kern des Zaubers ist Pianmur\u00edt. Nat\u00fcrlich haben wir <\/em>camat&#8217;ay<em> in unserem Entsetzen dar\u00fcber gesprochen, als wir erkannt haben, dass sich eine ganz und gar unbegreifliche Magie in Wijdlant ausgebreitet hat wie &#8230; ja, wie ein Pilz. Selbst unsere Meister haben nicht verstanden, was er daf\u00fcr benutzt hat. Es ist so fremd, ganz anderes als die Zauber, die die <\/em>goala&#8217;ay<em> normalerweise wirken.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"a1d8f8ef1c32acad769ac1657db34089\">\u201eWas hei\u00dft das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b302914ec0754fe20c3857dd4b73afd\"><em>Er muss irgendwann den Zugang zu etwas entdeckt haben, das aus den Grenzen herausf\u00e4llt, die die M\u00e4chte gesetzt haben. Es ist&#8230; <\/em>widerspr\u00fcchliche<em> Magie. Solche, die sich nicht an die Regeln des Weltenspiels h\u00e4lt.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"e4a02d8346777a1e44cd3e5ba0dad108\">\u201eDas gibt es?&#8221;, fragte ich beunruhigt. Vor noch nicht allzu langer Zeit hatte ich jegliche Magie f\u00fcr widerspr\u00fcchlich gehalten. Aber dass es Magie gab, die selbst Magier nicht verstanden, war mir unheimlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"2b84f45aa4c500a7d78b6e801a6bf6d2\"><em>Offensichtlich. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"e93ff964452a7276375b6201384f66fd\">\u201eWas sind denn eigentlich die Regeln des Weltenspiels? Isan \u2013 die <em>doayra<\/em>, die hier war \u2013hat es mir nicht richtig erkl\u00e4ren k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e048bdc57f2e2d79c64b994d85a27d25\"><em>Kein sterbliches Wesen wird es dir erkl\u00e4ren k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"1bb1dd1705f8ca83b8f791b15b5cd0c5\">\u201eAber ich will es mir vorstellen k\u00f6nnen. Spielen die M\u00e4chte gegeneinander? Welchen Sinn hat ein Spiel, wenn niemand gewinnt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"04b8c424a897b886b7e7043aa6e76573\"><em>Das Spiel ist sein eigener Sinn. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"72ccfdd3000ed1d79f1ed118cdaea750\">\u201eWird das den M\u00e4chten denn nie langweilig?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"75cb610afe7c19ba7b984f0b0fa83a7f\"><em>Es ver\u00e4ndert sich st\u00e4ndig. Immer ist etwas neu daran. <\/em>Ar\u00e1ma\u00fa setzte sich nieder und betrachtete sinnend die Scherben auf dem Tisch.<\/p>\n<p data-p-id=\"a3fadeda37c1b6e7107f1b7e479e5a84\">\u201eWie kann sich etwas ver\u00e4ndern, wenn die M\u00e4chte Spielregeln haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a98a4a965edbeeb4d9997699708d6110\"><em>Die M\u00e4chte haben die Regeln. Alles, was lebt, hat Seele. Die meisten Leute haben eine den M\u00e4chten gef\u00e4llige. Andere, wie der Rotgewandete &#8230; nun, m\u00f6gen die M\u00e4chte dereinst herausfinden, was von der seinen noch zu halten ist. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"26ffad5fd243faf0fb68f9a482f64f86\">\u201eIch glaube, ich bin zu dumm, um das zu verstehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"702a5ef8c766bba575058086dcc5c866\"><em>Du musst es nicht verstehen. Wichtig ist nur, dass das Spiel nicht endet oder gest\u00f6rt wird.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"95c742a503ff208e1c92623a794a6694\">\u201eGest\u00f6rt?&#8221;<em>.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"5f599935e74bd6b0fc7772f511263eec\">Ar\u00e1ma\u00fa machte einen Satz auf den Tisch und stieg elegant zwischen die Scherben. Dann schob sie, provozierend langsam, wie es nur eine Katze kann, mit der Pfote eine davon an die Tischkante.<\/p>\n<p data-p-id=\"aeda474b2214e954d50f8bd991330b06\"><em>So, <\/em>sagte sie und stupste das Bruchst\u00fcck hinab. Ich konnte es zum Gl\u00fcck auffangen. <em>Es gibt eine ganze Reihe an Wegen, ein Spiel zu beenden, ohne dass jemand gewinnt. Man k\u00f6nnte die Figuren durcheinanderwerfen. Oder eine vom Brett stehlen. Oder schlicht alles kaputt machen. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"d8941c08af3175056d496b877cabab58\">\u201eWarum &#8230; nein: Wer sollte das tun? Und warum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"edddfba2bfad93bf9d8b527f2bed4a67\"><em>Niemand. Und aus keinem Grund. Das Weltenspiel ist unergr\u00fcndlich, Ujora. Und die M\u00e4chte haben daf\u00fcr gesorgt, dass niemand es st\u00f6ren kann. <\/em>Sie sprang vom Tisch herunter und schritt w\u00fcrdevoll hin\u00fcber zur T\u00fcr. <em>Und nun entschuldige mich. Ich habe zu tun. Und du solltest dich zur Ruhe legen. Es wird zu dunkel f\u00fcr deine Augen. Es w\u00e4re schade, wenn du einen Fehler machtest.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"e726c9b4c884c36af994fbb3deb1817a\">Sie hatte recht. Ich verschloss den Leimtopf, reinigte den Pinsel und stellte das Tablett mit den Geigenscherben vorsichtig in meine Truhe. Das andere mit der Vase nahm ich heraus und stellte es demonstrativ auf den Tisch, wo es morgens jeder sehen konnte, der den Raum betrat.<\/p>\n<p data-p-id=\"5738168ef913eae224f2542507d581f5\">\u201eTust du mir einen Gefallen, Ar\u00e1ma\u00fa? Kannst du bei Gelegenheit unauff\u00e4llig herausfinden, wie es der <em>teiranda<\/em> geht? Ich habe sie seit Tagen nicht gesehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c7605d0a50bf38a74805634f76e1a9cf\">Ar\u00e1ma\u00fa antwortete mir nicht. Ich \u00f6ffnete die T\u00fcr einen Spalt weit. Sie schl\u00fcpfte rasch hinaus und schlich ihrer Wege.<\/p>\n<p data-p-id=\"bb8bd47ed50982d8f9ee69a9581acd41\">Ich setzte mich ans Fenster. Der Abgrund davor war bei Dunkelheit ertr\u00e4glicher. Ich stellte mir vor, in einem Hochhaus zu sitzen. Irgendwo \u00fcber der massiven Wolkenglocke zog der Mond langsam \u00fcber Wijdlant hinweg. Weit, weit unten flackerten einige Fackeln und Laternen auf dem Burghof. Der Gedanke, dass Yalomiro lebte, Gor Lucegath entkommen war und nun ebenfalls irgendwo sa\u00df und den Mond anschaute, hatte etwas Tr\u00f6stendes.<\/p>\n<p data-p-id=\"fe8e9aef6ea9a12e1589f191b5bdfa25\">Auf meinem Kissen lag der zerbrochene Bogen. Ich griff danach und streichelte die ausgefranste Bespannung. Das schwarzgl\u00e4nzende Pferdehaar war die einzige Verbindung, die ich noch zu ihm hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"49ab66652e0896ab92e2d74797658a00\">Sie begegneten einander in einem Zustand tiefster Ruhe und Konzentration. Ar\u00e1ma\u00fa hatte der Unkundigen nicht verraten, dass ihnen das m\u00f6glich war. Dies waren Momente, die ihr und ihm allein geh\u00f6rten. Ihr Geheimnis. Das wollte die Schattens\u00e4ngerin sich nicht verderben, indem sie konfuse Botschaften der <em>f\u00e1njula<\/em> mit hinein trug.<\/p>\n<p data-p-id=\"943aff3e8f35a9e0078c245b75a1096b\">Das Mondlicht, das den Bannzauber von Pianmur\u00edt durchbrechen konnte, war schwach und schal, aber es reichte aus, um sich darauf zu fokussieren, die Gedanken daran auszurichten. Yalomiro hatte den Mond \u00fcber dem Meer, klar und k\u00fchl, f\u00fcr sie beide. Sie sp\u00fcrte das Wasser durch seinen Geist hindurch und war ihm unendlich dankbar f\u00fcr dieses kleine, beil\u00e4ufige Geschenk. Wasser, so viel reines, gutes Wasser. Wie wohltuend, wie k\u00f6stlich, nachdem sie all die Winter nur den blinden Burggraben und ab und zu den tr\u00fcben Regen gehabt hatte, der sie schmerzlich an ihre alte Macht erinnert hatte. Wie sehr vermisste sie den sch\u00f6nen dunklen See und das n\u00e4chtliche Raunen der B\u00e4ume unter den Sternen.<\/p>\n<p data-p-id=\"87be58545f73515e61f7b37f7bde4067\">Ar\u00e1ma\u00fa sa\u00df auf den Zinnen und schaute nordw\u00e4rts, ohne etwas zu sehen. Zu sehen w\u00fcrde nur ablenken. Aufmerksam lauschte sie dem, was der Schattens\u00e4nger von seiner Reise berichtete.<\/p>\n<p data-p-id=\"8c8d9fbb3dd9b84fb8138596896430fb\"><em>Du musstest ihm versprechen, dich in nichts einzumischen!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"9f764946e526ba7c76c2a6003aa1fb91\">&#8211; Er hat geahnt, dass ich Unkundige f\u00fcr einen Dienst entlohnen muss. Ist es denn meine Schuld, dass dieser Unkundige kein Geld will, um mir zu helfen?<\/p>\n<p data-p-id=\"b8e8b261635bfb758896fd5aee9009db\"><em>Es geht nicht gut, wenn unseresgleichen Unkundigen zu nahe kommt! Meister G\u00edonar w\u00fcrde sich die Haare raufen und Nokt\u00e1ma anrufen, warum sie unseresgleichen mit dir und deinem Eigensinn gestraft hat.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"35682af3454c9dcc24924923f0507b9b\">Sie wusste, dass er nun l\u00e4chelte. Sie tat es auch. Wie oft hatten sie beide den gestrengen Meister an den Rand seiner Geduld getrieben. Wie weit fort waren diese unbek\u00fcmmerten Tage.<\/p>\n<p data-p-id=\"c8f0655e9b4df8b2f45ae9d64477b3db\"><em>Versprich mir, dass du es nicht zu weit treibst.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"d923c3e725bf4fc23f2c785b9ce6ea9f\">&#8211; Ich bin mir bewusst, was ich tue. Aber du kennst meine Wissbegierde, Ar\u00e1ma\u00fa. Es muss einen Grund daf\u00fcr geben, warum ich mich aus den Gesch\u00e4ften der Unkundigen heraushalten soll. Irgendwelche F\u00e4den hat er auch hier gesponnen. Sei unbesorgt. Ich werde mich aufs Zuh\u00f6ren beschr\u00e4nken. Ich mische mich nirgends ein. Vorerst. Was immer in Spagor geschieht, es hat keine Eile.<\/p>\n<p data-p-id=\"1925c6b9f58caf8cab9aa48909368858\"><em>Und du brauchst tats\u00e4chlich ein Schiff?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"a76c703d017752df2c6f55c53a10c4fe\">&#8211; Ja. Das Meer wirft keine Schatten. Und das Chaos ist zu weit weg, als dass ich dorthin fliegen k\u00f6nnte. Wenn der Fischer mich so nah wie m\u00f6glich heranbringt, soll es reichen.<\/p>\n<p data-p-id=\"4e6fc48c160a41e35374aad0d6bbeba1\"><em>Und an den Grenzen des Chaos, was machst du dort?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"653485f5b670f03e1f803ef2755188ce\">&#8211; Schwimmen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e56bc41a199f80660056d000cf7441b\">Ar\u00e1ma\u00fa seufzte. <em>Wieso hast du das Artefakt nicht an einem harmlosen Ort versteckt? An einem, wo ich keine Furcht haben muss, dass das Meer dich verschlingt?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"4c51d60fdcaae9f124746d91990ad727\">&#8211; Ich habe den Ort nicht selbst gew\u00e4hlt. Nokt\u00e1ma hat das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> verborgen. Sie h\u00e4tte es nicht unerreichbar f\u00fcr mich gemacht.<\/p>\n<p data-p-id=\"92323ad9a807adf72cb54d363e2d034a\"><em>Ich hoffe, Nokt\u00e1ma wei\u00df, was sie im Weltenspiel mit dir vorhat. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"41d0c51f52339c6d1dfa68100c1721ac\">&#8211; Was h\u00f6re ich da f\u00fcr l\u00e4sterliche Gedanken? Was haben wir an Nokt\u00e1mas Willen anzuzweifeln? Was w\u00fcrde Meister G\u00edonar von dir denken?<\/p>\n<p data-p-id=\"eb9fbb29acc99c2b08bbb7be20e57cb4\"><em>H\u00f6r auf, mich zu aufzuziehen, Yalomiro. Ist es anma\u00dfend, sich zu fragen wie wir zwei meisterlose Sch\u00fcler zu dem gekommen sind, was heute ist? Zu fragen, mit welchen unlauteren Tricks das Weltenspiel sabotiert wird, mit uns mitten darin &#8230; und &#8230; mit deiner Unkundigen, die all dies geduldig ertr\u00e4gt?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"4d611e4a245c0d223b4f3d2758404b49\">Er antwortete ihr nicht. Einen Augenblick lang dachte sie, sie habe seinen Geist verloren.<\/p>\n<p data-p-id=\"148718de77b1ac1561a1b2dc5eee12c2\">&#8211; Ver\u00e4ndert sie sich bereits?<\/p>\n<p data-p-id=\"fda397114cac73fe49bf0f061d84e4b1\"><em>Nein. Sie ist arglos wie zuvor. Vielleicht muss etwas Besonderes geschehen, damit die Leere von Pianmur\u00edt sie ergreift. Oder es geschieht gar nichts, weil sie durch ihre Geburt au\u00dferhalb dieser Welt davor gefeit ist. Das w\u00fcrde dem Rotgewandeten nicht gefallen.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"3a748eb4cf073458e263627b4c346c1b\">Wieder schwieg er.<\/p>\n<p data-p-id=\"feb38dc09b63cbc9b98323f192fe3a83\"><em>Ich gebe gut auf sie acht, Yalomiro. Ich werde nicht zulassen, dass ihr etwas zust\u00f6\u00dft, solange ich es verhindern kann. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"0b9f1f874b8cfc0f596fdfacc04b1f3d\">&#8211; Ich k\u00f6nnte mir keine bessere Freundin an ihrer Seite vorstellen als dich.<\/p>\n<p data-p-id=\"2d54b64569649c9d4192baca69d2e671\"><em>Freundschaft &#8230; was mag das sein. Ist es f\u00fcr die Unkundigen dasselbe wie f\u00fcr uns?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"0e774f60c6936cbe8f0a3b3b9f4a5251\">&#8211; Was ist es denn f\u00fcr uns?<\/p>\n<p data-p-id=\"21ecb281b2167b6ac4d673edeeb80a2c\"><em>Ich &#8230; ich wei\u00df nicht. Es ist&#8230;<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"76caf47109989fefd7bd25aafda20526\">Sie unterbrach sich und hob den Kopf. Jemand kam, und es wurde kalt.<\/p>\n<p data-p-id=\"f4bcaad3e2108601dff0e3600eba8222\">&#8211; Geh! Versteck dich.<\/p>\n<p data-p-id=\"e9647c95f3c1b2177ed5be6fb2202378\">Er hatte es auch gesp\u00fcrt, wo immer er jetzt gerade sein und das Mondlicht trinken mochte. Ar\u00e1ma\u00fa sprang von der Mauer und huschte hin\u00fcber in den n\u00e4chstgelegenen Erker des Wehrgangs.<\/p>\n<p data-p-id=\"774a71761844fe8f04946ed9a9dcc732\">Der Rotgewandete hatte sie bemerkt, das stand au\u00dfer Frage. Sie konnte seinen Blick unter der Maske leiblich sp\u00fcren. Er wusste, dass sie hier war! Aber hatte er sie als das erkannt, was sie war?<\/p>\n<p data-p-id=\"3d9e47d4269f0898d1185bbaa4c4077e\">Bei den M\u00e4chten, hatte er etwa das l\u00e4cherliche bisschen Magie gesp\u00fcrt, das durch ihre Gedanken geflossen war, und kam nun, um nachzuschauen?<\/p>\n<p data-p-id=\"58ca37e72959a1fc3c8fd0e1666e18bf\">Sie wich r\u00fcckw\u00e4rts in die Nische zur\u00fcck. Mit klopfendem Herzen kauerte sie sich zusammen und flehte, dass er sich nicht weiter f\u00fcr sie interessieren und vorbeigehen m\u00f6ge.<\/p>\n<p data-p-id=\"3630bfb1ead9b95e152733fcd6710064\">Qu\u00e4lende Augenblicke verstrichen, ohne dass sich etwas tat. War er in die andere Richtung weitergegangen? Sie konnte es nicht sagen. Die K\u00e4lte, die ihn einh\u00fcllte, sa\u00df auf dem Wehrgang fest wie ein z\u00e4her Nebel. Sie wartete noch einen Moment und tastete sich dann wachsam wieder voran. Zaghaft sp\u00e4hte sie um die Ecke.<\/p>\n<p data-p-id=\"1b837db591dd58a1339b9d52baa2a06a\">Gor Lucegath stand keine Schnurrhaarl\u00e4nge von ihr entfernt und fixierte sie mit seinem marmorgrauen, pr\u00fcfenden Blick.<\/p>\n<p data-p-id=\"872d9e5384ed5b18383504a418fc3ef2\">Ar\u00e1ma\u00fa zischte instinktiv. Sie sp\u00fcrte, wie ihr Schwanz buschig wurde. Der Rotgewandete ging vor ihr in die Hocke, ohne sie aus den Augen zu lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1d437996cb7c31a6bbeb7250cb418935\"><em>Wenn er mich anfasst, werde ich auf der Stelle sterben, <\/em>zuckte es durch ihre Gedanken. <em>Wenn er mich erkannt hat, dann war es das f\u00fcr mich mit dem Weltenspiel!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"c2e95a95172d8c5a3af1c1c2222623d9\">Aber der <em>goala&#8217;ay<\/em> ber\u00fchrte sie nicht. Stattdessen \u00f6ffnete er seine Faust vor ihren Augen. Auf seiner Handfl\u00e4che sa\u00df eine magere, struppige Maus.<\/p>\n<p data-p-id=\"029020009a1abdcaedadc322dc07e5b8\">\u201eEs gibt Geziefer in diesen Mauern&#8221;, sagte er heiter. \u201eHast du davon gewusst, K\u00e4tzchen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a72ccd435da2d3d9611ad4483e93c3b9\">Er lie\u00df die Maus zu Boden. Das Nagetier lief schnurstracks auf sie zu. Ar\u00e1ma\u00fa hob abwehrend ihre Pfote, um es wegzuwischen. Aber die Maus schnupperte mit bebender Nase in die Luft, setzte sich auf und fiepte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b2016c512ddddd4ade4dd418799f954f\">Der Rotgewandete erhob sich und lehnte sich gelassen mit der Schulter an die Mauer. Wortlos betrachtete er die beiden Tiere, die einander anstarrten.<\/p>\n<p data-p-id=\"81e7bbd67063201c5bb0962cc1e3039c\">Ar\u00e1ma\u00fa fuhr ihre Krallen aus und wieder ein. Die Maus glotzte sie an, glasigen Auges und v\u00f6llig ohne Furcht.<\/p>\n<p data-p-id=\"f9ada24fb0d31394715ca13a42d9c542\">\u201eErstaunlich&#8221;, redete der Magier ruhig weiter. \u201eEs ist \u00fcberraschend, wo es enden kann, wenn man nur ein wenig <em>nachl\u00e4ssig<\/em> mit seinen Pflichten wird. Dann breitet sich die Plage schneller aus, als man denken sollte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b9b162081775ca751b79ea02f22f8e29\">Was sollte das? Was bezweckte er? Wusste er, zu wem er redete \u2013 oder zumindest, dass er nicht mit dem sprach, wonach es aussah?<\/p>\n<p data-p-id=\"263dd098e1d19b6e041ab2a24678afec\">Die Maus trippelte auf Ar\u00e1ma\u00fa zu. Ihr Piepsen wurde zu einem langgezogenen Pfeifen. Sie war so unerschrocken, dass Ar\u00e1ma\u00fa ein paar Schritte r\u00fcckw\u00e4rts gehen musste, um nicht von dem dreisten Nager niedergerannt zu werden.<\/p>\n<p data-p-id=\"f94f2a07748283714a3c959daa109af7\">\u201eAndererseits nimmt es einen auch nicht weiter Wunder, wenn die Dinge aus dem Ruder laufen und man nicht mehr recht wei\u00df, wem man trauen darf. Nicht wahr, K\u00e4tzchen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e5895309805deeb98fff631c4cb4a52\">Die Maus tanzte nun regelrecht vor ihren Pfoten. Ar\u00e1ma\u00fa schauderte und schloss die Augen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0ddbcb15a516e22f71c04e91a71364b2\">Dann schnellte sie vor, fegte das Tier beiseite und mit einem Hieb in die Luft. Bevor die Maus noch zu Boden prallte, hatte Ar\u00e1ma\u00fa sie geschnappt und zugebissen. Zwischen ihren Kiefern knirschte es und Ekel traf sie mit Wucht ein Schwall.<\/p>\n<p data-p-id=\"f3bc18a983f5669cec8ecf6568b3734c\">Der Rotgewandete lachte am\u00fcsiert. \u201eSehr gut, K\u00e4tzchen. Es ist gut, dich in der N\u00e4he zu wissen. Streng dich nur noch etwas mehr an mit der Jagd, <em>kleines<\/em> <em>Tier<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b3476ebb7b39fe014e20dcf84298a394\">Bei den M\u00e4chten! Was nun? Erwartete er etwa, dass sie die Maus vor seinen Augen auch noch verzehrte? Ar\u00e1ma\u00fa lie\u00df den winzigen K\u00f6per fallen, befahl sich den M\u00e4chten und begann dann, ihn mit den Pfoten verspielt hin und her zu schleudern. Verbissen versuchte sie, dabei recht drollig auszusehen, eine possierliche Katze in ihrem grausamen Jagdspiel, eine Katze, wie sie zu Dutzenden die Burg bev\u00f6lkerten. Als der Magier sich nicht r\u00fchrte, packte sie die tote Maus und trabte damit von dannen. So brachte sie einige Schritte zwischen sich und den Rotgewandeten.<\/p>\n<p data-p-id=\"ac800dab4cbdaf9edff76f50955c0f34\">Gor Lucegath l\u00e4chelte und wandte sich endlich ab. Ar\u00e1ma\u00fa zwang sich, zu warten.<\/p>\n<p data-p-id=\"a8a8746dc5806439685cb94dd0e00ed5\">Dann spuckte sie aus, sch\u00fcttelte sich und schnappte nach Luft, \u00fcberw\u00e4ltigt von \u00dcbelkeit und Scham. Wie tief war sie f\u00fcr ihre bescheidene Maskerade gesunken! Es war ihr nichts anderes \u00fcbrig geblieben, als zu tun, was eine echte Katze angesichts dieser Verlockung getan h\u00e4tte. Dieses Knirschen und der Geschmack von warmem Pelz auf ihrer Zunge, dieses weiche Ding in ihrem Mund w\u00fcrde sie in ihren Tr\u00e4umen heimsuchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8bdc2dbe689cb94256e7adfc3f07183c\">Die Maus lag vor ihren Pfoten. Die dunklen Knopfaugen schauten gebrochen und anklagend zu ihr auf. Sie hatte <em>get\u00f6tet<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"db6032ce21f459bcf2a483105c3f5aad\"><em>Es tut mir so leid, <\/em>wisperte die <em>camatay&#8217;ra<\/em>. <em>Ich hatte keine andere Wahl.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"fe8b9c66335e8de851ee8784727dd3f9\">Sie \u00fcberwand sich, hob den kleinen Kadaver auf und trug ihn hinauf auf das Dach des Erkers. Dort war er dem Rotgewandeten aus den Augen, und eine Kr\u00e4he mochte sich \u00fcber die Speise freuen. So hatte das M\u00e4uslein nicht umsonst sein Leben lassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b95ecd3cf48a606796575bbca2dcb9f6\">Und nun? Hatte sie den Rotgewandeten tats\u00e4chlich glauben machen k\u00f6nnen, dass sie nichts weiter war als eine harmlose, struppige Burgkatze? Was bei den M\u00e4chten sollte das?<\/p>\n<p data-p-id=\"69bfb3913f1ef36b6b35058aab5d4c8f\">Sie kletterte wieder hinab auf den Wehrgang und suchte nach ihm. Sie musste Gewissheit haben, bevor sie etwas anderes tat.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a31449443b09e8e7c3033b68d5ed16d\">Die <em>camatay&#8217;ra <\/em>umrundete fast die ganze Burg, bis sie Gor Lucegath entdeckte. Er sa\u00df mit angezogenen Beinen auf der Mauer, die Arme auf den Knien. Er regte sich nicht. Aber seine Maske hielt er locker in der Hand, und in der anderen das gezogene, das furchtbare Schwert.<\/p>\n<p data-p-id=\"49fff79245ca1af385e479190ce4442e\">Ar\u00e1ma\u00fa verbarg sich im Schatten und beobachtete den Lichtw\u00e4chter einen Moment irritiert, als der seine Waffe hob und gedankenverloren eine Weile betrachtete. Dann lie\u00df er das Schwert kraftlos sinken. Leise schabte die Klinge \u00fcber den Stein.<\/p>\n<p data-p-id=\"d2be5798f3b1af84154dbffee30b1f74\">Ar\u00e1ma\u00fa zuckte verwirrt mit ihrer Schwanzspitze.<\/p>\n<p data-p-id=\"61ed3c970801360545e3f009d5880f14\">Gor Lucegath seufzte tief. Dann gab er sich einen Ruck und setzte die Maske energisch wieder auf sein Gesicht. F\u00fcr einen Wimpernschlag schien der Magier zu erschaudern. Dann erhob er sich, steckte das Schwert zur\u00fcck in die Scheide und wandte den Blick nach Norden.<\/p>\n<p data-p-id=\"41742a3b29a9736b98eb944c84090ab1\">Auch Ar\u00e1ma\u00fa schauderte. Was den Rotgewandeten dort oben hingetrieben hatte, wagte sie in dieser Nacht nicht weiter zu ergr\u00fcnden. Nach Yalomiros Geist suchte sie nicht mehr. Das war zu gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2135","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2135","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2135"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2135\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3905,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2135\/revisions\/3905"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2135"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2135"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}