{"id":2122,"date":"2025-08-24T22:18:03","date_gmt":"2025-08-24T20:18:03","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2122"},"modified":"2025-09-01T09:51:45","modified_gmt":"2025-09-01T07:51:45","slug":"042-verfallendes-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/042-verfallendes-land\/","title":{"rendered":"042: Verfallendes Land"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"a3d53e35a3b11978fd2d0e9cd233e2c6\">Isan hatte geschlafen wie ein Stein, bis zum Mittag des n\u00e4chsten Tages. Angekommen waren sie am Vorabend auf der Burg der Herren von Altabete, zwei Tage, nachdem sie die Grenze \u00fcberschritten hatten. Dass es so lange gedauert hatte, lag daran, dass sie einen weiten Umweg geritten waren. Die Br\u00fccke \u00fcber den Fluss, den der <em>yarl<\/em> urspr\u00fcnglich hatte benutzen wollen, war auf eine recht kuriose Weise besch\u00e4digt gewesen. Es schien, als sei ein St\u00fcck des steinernen Br\u00fcckenbogens einfach senkrecht aus dem Bauwerk gebrochen und ins Wasser gest\u00fcrzt. Dort, wo die Tr\u00fcmmer nun vermutlich in der Tiefe lagen, hatten sich Wirbel im Fluss gebildet.<\/p>\n<p data-p-id=\"3730430db7c916be5f5e063a1228c046\">Trotzdem waren sie auf den \u00dcberweg geritten, um den Schaden aus der N\u00e4he zu betrachten. Einen Moment lang hatte Isan die vielleicht gar nicht so abwegige Bef\u00fcrchtung gehabt, der Ritter sch\u00e4tze ab, ob er seinem Ross einen so weiten Sprung zumuten konnte. Doch Wa\u00fdreth Althopian, so k\u00fchn und kaltbl\u00fctig er sein mochte, verr\u00fcckt war er nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"3b75fcfe6d1a48f07754d3a1e3653318\">\u201eWarum l\u00e4sst er das nicht reparieren?&#8221;, hatte er gemurmelt, w\u00e4hrend sie lange Zeit auf der Suche nach einer seichten Stelle oder einem F\u00e4hrmann am Ufer entlang geritten waren, zu ihrer linken die lieblichen H\u00fcgel von Vale\u00eds\u00e9, rechts das neblige Marschland jenseits des Flusses. Isan wunderte sich \u00fcber die seltsame Wetterscheide, die der Strom zu bilden schien, denn \u00fcber den H\u00fcgeln rissen die Wolken auf und der Tag war heiter.<\/p>\n<p data-p-id=\"a74a2eaf130fd75f9a375b14f71b601d\">\u201eVielleicht ist es erst k\u00fcrzlich passiert. Vielleicht ist der Blitz eingeschlagen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c38e82d69718920d372d3802bf5c83f3\">Er antwortete nicht, aber auch sie glaubte nicht wirklich daran.<\/p>\n<p data-p-id=\"86a197790ae881018ed02a391f6b50ac\">Stunden sp\u00e4ter hatten sie tats\u00e4chlich am anderen Ufer ein F\u00e4hrboot entdeckt. Es handelte sich um ein stabiles Flo\u00df, mit einem dicken Tau gesichert, das stramm \u00fcber den Fluss gespannt war. Offensichtlich war es dazu bestimmt, Ross und Reiter \u00fcber das Wasser zu holen. Als sich auf Althopians lautes Rufen aber keine F\u00e4hrleute zeigten, legte der Ritter kurz entschlossen das Metall ab, das er am K\u00f6rper trug, schwamm hin\u00fcber und bediente sich selbst. F\u00fcr einen Mann allein war es nicht leicht, das Flo\u00df gegen die starke Str\u00f6mung zu ziehen. Es dauerte eine Weile, bis er zuerst sein Pferd, dann das Maultier und zuletzt Isan und seine R\u00fcstung \u00fcbergesetzt hatte. Danach war er so ermattet gewesen, dass sie eine ganze Weile Rast machen mussten.<\/p>\n<p data-p-id=\"fe3937b34cded1bf4582b862211a6d44\">Isan fr\u00f6stelte. Es war klamm jenseits des Flusses, erstaunlich k\u00fchl und ungem\u00fctlich. Wie lieblich wirkte von hier aus das <em>teirandon<\/em>, das sie gerade verlassen hatten. Das M\u00e4dchen schaute sehns\u00fcchtig zur\u00fcck ans andere Ufer.<\/p>\n<p data-p-id=\"d986c6013b5f5df37857a920ef7e6248\">Den Weg zur Burg wiesen ihnen verwitterte Wegsteine mit dem Wappen der Familie Altabete, einem schlanken Baum, gegen den ein Widder anrannte. Die Stra\u00dfe hatte sie zwischen Feldern hindurchgef\u00fchrt, auf denen die Bauern Kohlgem\u00fcse und irgendein Getreide anbauten. Die Halme waren noch nicht hoch genug gewachsen, sodass selbst Isan als mit Pflanzen vertraute <em>doayra<\/em> nicht sagen konnte, um was es sich letztlich handelte. Es erschien ihr auch reichlich sp\u00e4t im Jahr f\u00fcr noch aufschie\u00dfendes Korn, aber vielleicht hatte <em>yarl<\/em> Altabete einfach Pech mit seinen B\u00f6den und seinem ungem\u00fctlichen Klima. Die M\u00e4nner und Frauen, die auf den Feldern und G\u00e4rten am Wegesrand arbeiteten, schauten mit wenig Interesse auf, als sie und der Ritter vorbeikamen. Man wies ihnen halbherzig den Weg zur n\u00e4chsten Stra\u00dfe mit einer Herberge. Als sie diese am Abend erreichten, fanden sie das Geb\u00e4ude verwaist. Offenbar war seit langer Zeit hier niemand eingekehrt. Bis auf die h\u00f6lzernen M\u00f6bel und etwas Hausrat war nichts da, was darauf schlie\u00dfen lie\u00df, das hier k\u00fcrzlich noch Gastbetrieb gewesen sein mochte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f267946c6e26307ffda902e84d53ea86\">\u201eWarum auch&#8221;, hatte Althopian gemeint. \u201eWenn die Br\u00fccke nicht passierbar ist, kommen auf dieser Stra\u00dfe keine Reisenden vorbei. Die Wirtsleute werden sich ein anderes Auskommen gesucht haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7eea09afcc88ea4135b14d9a60e5621b\">\u201eMan h\u00e4tte uns darauf hinweisen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7a07a1d5cd81d14206f00fac3663b9db\">\u201eVielleicht war es ihnen egal.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"742ca79dd3f815fbe49c0c251b9ae978\">\u201eUnd nun? Sollen wir weiter ins n\u00e4chste Dorf reiten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cb171176fbea313e9e6def2e775ef254\">\u201eNein. Das hier ist zumindest ein festes Dach. Ich m\u00f6chte nicht vom Regen \u00fcberrascht werden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f8ca7ef07e098c94a812bde456a4912e\">Mit diesen Worten hatte er sich auf die Suche nach Feuerholz begeben, tats\u00e4chlich hinterm Haus ein paar vergessene Scheite gefunden, so m\u00fcrbe und schlecht gelagert, dass er sie mit seinem Schwert zerkleinern konnte. Das Feuer, das sie im Kamin angefacht hatten, hatte unangenehm gequalmt und kaum gew\u00e4rmt. Proviant und Wasser hatten sie zum Gl\u00fcck noch bei sich gehabt. Es war ein schweigsamer Abend gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0953f45313c87291b4685fcdd7cfc543\">\u201eBereust du es schon, mit mir gekommen zu sein?&#8221;, hatte der Ritter schlie\u00dflich gefragt.<\/p>\n<p data-p-id=\"0458655704c3eacea4c26016e2bdc1e2\">\u201eBereut Ihr es, mich mitgenommen zu haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5dcb43bde23236de33a6b77c04a9f0d2\">\u201eIch bin noch nicht sicher. Ich habe dich nicht aus Valvivant weggebracht, um dich in neue Gefahren zu f\u00fchren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e91de88183ef1c7c982a40bdaf54f8f3\">\u201eBislang erscheint es mir hier nicht sonderlich erlebnisreich. Eher &#8230; ausgesprochen fade.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7707d53a744770d86f485e522207a0f3\">\u201eHoffen wir, dass es dabei bleibt. Oder sich zum Besseren wendet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9fdfba381dee6f9143c25497b794cdf2\">Doch diese Hoffnung erf\u00fcllte sich auch am kommenden Tag nicht. Tats\u00e4chlich begann es sp\u00e4ter so heftig zu regnen, dass der Boden sich vor ihren Augen in kn\u00f6cheltiefen Schlamm verwandelte. Und so sa\u00dfen sie einen weiteren Tag in der verlassenen Herberge fest. Isan tat ihr bestes, um Althopian mit Tratsch aus Valvivant zu unterhalten. Aber der Ritter war mit den Gedanken offenbar ganz woanders \u2013 sicherlich bei der <em>yarlara<\/em> \u2013 w\u00e4hrend er dasa\u00df und die Gelegenheit nutzte, sein Sattel- und Eisenzeug zu warten.<\/p>\n<p data-p-id=\"aa06c132582ad4cc4061b4c95e1c9c8f\">Immerhin kamen sie am kommenden Tag auf der Stra\u00dfe wieder besser voran. Der Boden schien das Wasser aufzusaugen wie ein trockener Schwamm, der sich kurz darauf in ein Sieb verwandelte, denn wenig sp\u00e4ter war die Erde wieder v\u00f6llig trocken und karg. In den Gr\u00e4ben entlang des Weges rauschte es davon wie ein schmutzig brauner Wildbach.<\/p>\n<p data-p-id=\"cfa409b28676e380bf75f9905cf7e60b\">N\u00e4her bei der Burg weideten Schafe, die nicht so weich und flauschig waren, wie Isan sie kannte. Sie wirkten auf eine sonderbare Weise struppig und das Fell schien an ihnen zu schlackern wie ein zu weites Hemd. Sie waren unfassbar schmutzig und starrten vor getrocknetem Schlamm.<\/p>\n<p data-p-id=\"91136acc19965a05e15d629ab002d623\">\u201eDas ist aber ein trauriges <em>yarlm\u00e1lon<\/em>, \u00fcber das Euer Kamerad gebietet&#8221;, wagte Isan einen Kommentar.<\/p>\n<p data-p-id=\"930c61dc0b253d52d37938df87c76ed5\">\u201eJa, ich staune auch&#8221;, erwiderte der Ritter. \u201eIch hatte es aus seinen Erz\u00e4hlungen anders im Ged\u00e4chtnis. Hoffen wir, dass es in seinem Haus etwas munterer zugeht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"049b944555bb7109634abdfe86113171\">Aber die kleine Burg, die sie am Abend erreichten, war nicht gerade das, was Isan sich unter einem prunkvollen Haus vorgestellt hatte. Nat\u00fcrlich war ihr klar, dass nur wenige <em>yarlay<\/em> in so pr\u00e4chtigen Burgen lebten wie die <em>teiranday.<\/em> Ihre Familiensitze waren weit \u00f6fter wenig mehr als gro\u00dfe befriedete Gutsanlagen, gerade hier im Landesinneren, wo die Chaoskriege so \u00fcbel gew\u00fctet hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"d5013d9fb6b93133ca56026b737217d5\">Aber die Burg derer von Altabete mit ihrem quadratischen Herrenhaus und den parallel dazu errichteten Geb\u00e4uden wirkte geradezu <em>\u00e4rmlich<\/em>. Das Gesinde, das sie in Empfang nahm, war zwar dienstfertig und zuvorkommend, aber Knechte und M\u00e4gde wirkten freudlos und m\u00fcde dabei. Eine sonderbare Schwermut schien \u00fcber der Burg zu liegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e1591411e71dae1225bb7549281c83ef\">Der <em>yarl<\/em>, so erfuhren sie, sei nicht auf der Burg anwesend, er verrichte seinen Hofdienst an der Burg von Wijdlant. Man wolle aber sogleich eine Brieftaube losschicken, um den Herrn \u00fcber die Ankunft des Gastes und seine geplante Weiterreise zu unterrichten.<\/p>\n<p data-p-id=\"f731b79a5c82faf75341a5d4c73444ea\">Die <em>yarlara <\/em>von Altabete, hie\u00df es weiter, sei schon zu Bett. Die Dame sei m\u00fcde und empfinge nicht gern Besuch. Aber, so hie\u00df es, sicherlich h\u00e4tte sie am kommenden Tag ein Ohr f\u00fcr den edlen Gast aus dem Norden. Auch die G\u00e4ste sollten die Gelegenheit nutzen, sich zu erfrischen und zu ruhen. Man w\u00fcrde ihnen eine Mahlzeit und Unterkunft bereiten und auch die Reittiere angemessen versorgen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1b059587adba71fbe203603ceac2eeb5\">Zu Isans gr\u00f6\u00dfter Verwirrung wies man ihnen dann eine gemeinsame Kammer in einem G\u00e4stequartier auf der \u00f6stlichen Seite des Herrenhauses zu. Kaum waren sie dort, erschien auch schon jemand mit einem Topf muffiger Kohlsuppe, einem halben Laib Brot und einem gro\u00dfen Krug.<\/p>\n<p data-p-id=\"eb8b0eae80b2e10be77c9f7a84c345a2\">Dann lie\u00df man sie ebenso uninteressiert wieder allein, wie man sie empfangen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"90b9a00806108c7b53a7c3628b5ba3d4\">\u201eIch finde das unerh\u00f6rt!&#8221;, machte Isan sich Luft.<\/p>\n<p data-p-id=\"6c1aa804b1ba0e782a346f5253ffbc47\">\u201eWas?&#8221;, fragte der Ritter und untersuchte den Inhalt des Kruges. Er schenkte sich in einen Becher ein und nippte vorsichtig daran.<\/p>\n<p data-p-id=\"91d71781de73a65507e7e5993e0484f0\">\u201eDie haben nicht mal gefragt, wer ich bin! Ich&#8230; denkt Ihr gar nicht an Euren guten Ruf, wenn wir in einer Kammer bleiben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b32c706303a1268d0651b763b8f220a7\">\u201eM\u00f6chtest du drau\u00dfen auf dem Boden schlafen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d3a2514ebdf3864acd76ce5b9a93e90\">\u201eNein&#8230; aber&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"29e4f0f99a95881cf2fec092a2615ed0\">\u201eHast du Angst, dass ich dir pl\u00f6tzlich an deine Keuschheit wollen k\u00f6nnte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3276e32e7360c35ed5e93a1715150c71\">Sie err\u00f6tete. \u201eAber Herr&#8230; nat\u00fcrlich nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"772273f55a1c20bb81e77a6d35deb024\">\u201eDann werden wir es wohl eine Weile aushalten. Wenn Andri\u00e9r Altabete nicht hier ist, ist es m\u00fc\u00dfig, l\u00e4nger zu bleiben. Ich werde morgen die <em>yarlara<\/em> aufsuchen und dann weiterreiten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b732c70bb5c19b2ee96a39a9dec935a\">Isan setzte sich und schaute die gr\u00e4uliche Suppe an. Er schenkte ihr in einen Becher ein. \u201eHier. Es ist das widerlichste Bier, das ich je gekostet hatte. Vielleicht erkl\u00e4rt das die Not, die aus dem Brief von Herrn Andri\u00e9r sprach.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9a2c552110c8b7f4799ef1f22ce291d0\">\u201eDanke.&#8221; Sie trank und verzog das Gesicht, so bitter war es. \u201eNun ja. Vielleicht glauben die Leute ja auch, ich sei Eure Tochter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05dc45c35dbbfaec51547a5f46b6fd7d\">\u201eNein. Es ist weithin bekannt, dass ich weder <em>h\u00fdardora<\/em> noch Nachkommen habe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ba4ad67ad6c04ae42e442dd015a3849\">\u201eNoch nicht&#8221;, sagte Isan, um ihn aufzuheitern. \u201eDie <em>yarlara<\/em> wartet auf Euch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2f0760b7bd617a97934f4df96b140377\">Er seufzte und setzte sich nieder. Einen Moment lang blieb er in Gedanken versunken. Dann bediente er sich selbst an der Suppe.<\/p>\n<p data-p-id=\"3c4360a8376319b6986074c1f0d10fed\">\u201eDu hast Recht&#8221;, sagte er. \u201eEs zeugt von ungew\u00f6hnlichem Desinteresse, uns so zu behandeln und abzuspeisen. Warten wir ab, was die <em>yarlara<\/em> morgen zu sagen hat. Wir m\u00fcssen mit der Dame reden, bevor wir aufbrechen. Ich hatte es vermeiden wollen, aber es scheint, als m\u00fcssten wir doch weiter zur Burg der <em>teiranda<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"002f2dd6dacbaacb3e73ff7ac75d5ee8\">Geschlafen hatte Isan schlie\u00dflich traumlos und tief. Als sie einmal nur erwachte, weil ein Bed\u00fcrfnis sie trieb, sah sie den Ritter nachdenklich am Tisch bei einer Kerze sitzen. In der Hand hielt er die seidige Haarstr\u00e4hne der Dame und schien zu tr\u00e4umen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5e3d15795cf68be9fbbdba225491d407\">Nun, da der Tag bereits fortgeschritten war, hatten sie beide nichts zu tun. Als sie aufgewacht war, hatte sie von Wa\u00fdreth Althopian erfahren, dass ihr Maultier und das Pferd wohlauf waren, es im Stall aber \u00e4hnlich aussah wie im Haus. Jedenfalls hatten beide Tiere ihre Tr\u00f6ge mit trockenem Gr\u00fcnschnitt und Unkraut nur zur H\u00e4lfte geleert, und die Reste hatten selbst f\u00fcr seine Augen k\u00fcmmerlich ausgesehen. Isan erinnerte ihn daran, dass sie beide gestern eine scheu\u00dfliche Suppe gegessen hatten, und fragte, ob er wirklich erwartet hatte, dass die Tiere besser versorgt w\u00fcrden als sie. Daraufhin schwieg er.<\/p>\n<p data-p-id=\"e4b56409c57bd29ae22c1c788859865f\">Es w\u00e4re unh\u00f6flich gewesen, in dem fremden Haus herumzulaufen, bevor die Herrin sie begr\u00fc\u00dft h\u00e4tte. Also warteten sie. Erst am fr\u00fchen Nachmittag schien sich jemand an sie zu erinnern. Ein Knecht erschien und f\u00fchrte sie in die Gem\u00e4cher der Hausherren an der Westseite. Isan war neugierig auf die <em>yarlara<\/em> von Altabete und die Art, wie sie hier leben mochte.<\/p>\n<p data-p-id=\"9540b0557b7362dce52eea7f84c88d30\">Haus und Einrichtung der Burg waren, bei Tag betrachtet, unauff\u00e4llig und entsprachen dem, was in einem <em>yarlm\u00e1lon<\/em> wie diesem zu erwarten war. Nur wirkte alles ringsum heruntergekommen und verbraucht; so als h\u00e4tte schon lange Zeit niemand mehr irgendetwas repariert, aufgefrischt oder durch etwas Neues ersetzt. Viele Details, die das M\u00e4dchen bemerkte, w\u00e4hrend sie dem Ritter und dem Hausdiener folgte, waren altmodisch, aber nicht auf die w\u00fcrdevolle Art, wie bei einem wertvollen Erbst\u00fcck oder sentimentalen Andenken an einen Urahn. Die Burg hatte eher etwas von &#8230; Vernachl\u00e4ssigung. So als h\u00e4tten ihre Bewohner vergessen, sich darum zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p data-p-id=\"14d5df9001eb4ee1c7e2a4983882df6b\">Die <em>yarlara<\/em> erwartete sie in einem Kaminzimmer. Sie sa\u00df auf einem mit einem sich lichtenden Fell ausgelegten Sessel inmitten abgewetzter Kissen. Gekleidet war sie in ein Gewand, das in jenen Tagen, in denen Wa\u00fdreth Althopian ein Knabe gewesen war, modisch gewesen sein mochte. Die Frau schaute ihnen schweigend entgegen. Isan wunderte sich dar\u00fcber, wie verh\u00e4rmt sie aussah, mit tiefen Schatten unter ihren Augen und hohlen Wangen. Ihr Haar war notd\u00fcrftig frisiert, und sie trug nicht ein einziges Schmuckst\u00fcck am Leib. Aber das war kein Zeichen von Armut. Isan war sich intuitiv sicher, dass der Dame die Freude an sch\u00f6nen Gew\u00e4ndern und gl\u00e4nzendem Geschmeide schon lange vergangen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"168c137f062408d92a66846e925f2052\">Die <em>yarlara<\/em> von Altabete war nicht allein im Zimmer. Zu ihren F\u00fc\u00dfen, auf einem ausgeblichenen Teppich mit einem \u00fcppigen Blumenmuster, krabbelte ein Kleinkind herum, ein Kn\u00e4blein, das noch nicht selbst stehen konnte. Es verfolgte einen kleinen Ball aus schmutziggrauem Filz. Als es den Ritter bemerkte, hielt es inne und schaute ihn mit gro\u00dfen Augen fasziniert an.<\/p>\n<p data-p-id=\"b8e9384c370dd89709440d17106e0366\">Althopian l\u00e4chelte beim Anblick des Kleinen und verneigte sich vor der <em>yarlara<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"c87dfeb42a3df41320167841f5787dd8\">\u201eHerrin&#8221;, sagte er, \u201eich gratuliere Euch und Eurem <em>h\u00fdardor<\/em> zu dem Gl\u00fcck, das die M\u00e4chte Eurem Haus offensichtlich geschenkt haben. Und ich habe f\u00fcr die Gastfreundschaft zu danken, die mir und meiner Begleiterin zuteilwurde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2729dd21e191d45d05e87bf04e8a2803\">\u201eDanke, Herr Wa\u00fdreth&#8221;, sagte sie artig, sehr leise und senkte den Blick vor ihm.<\/p>\n<p data-p-id=\"3f62f8c1025dea1734a4521165b83e94\"><em>Wie unruhig ihre H\u00e4nde sind,<\/em> dachte Isan. <em>Wie nerv\u00f6s sie ihre Finger ringt. Es ist ihr unangenehm, Fremde im Haus zu haben, die all das Elend sehen. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"5e1cdf0ac1d9fc33b0ffc2d13c96afd3\">\u201eWie mir zugetragen wurde, habe ich Herrn Andri\u00e9r hier gerade verpasst, und er ist am Hof der edlen <em>teiranda<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"50d74adbeed6f58a9033fa9212e1c829\">\u201eIhr habt ihn nicht verpasst. Ich habe ihn seit vielen Monden nicht gesehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b2bdcd4eb9341d37e4d88442b1f15ba9\">Wa\u00fdreth Althopian runzelte die Stirn. \u201eWie kann das sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8826abb1fa0f78e360ee2aa74519bc34\">\u201eDie <em>teiranda<\/em> legt gro\u00dfen Wert darauf, all ihre <em>yarlay<\/em> um sich zu haben. Andri\u00e9r hat keine Br\u00fcder und sein Vater ist lange hinter den Tr\u00e4umen. Also muss er seiner Pflicht gen\u00fcgen. Er war in den letzten Sommern immer seltener hier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"58a99585c11b1854054ede39ad3a40c6\">\u201eVergebt, Herrin &#8230; ist es Sitte, dass die <em>yarlay<\/em> der <em>teiranda<\/em> \u00fcber so lange Zeiten den Hofdienst halten m\u00fcssen? Wer k\u00fcmmert sich derweil um das <em>yarlm\u00e1lon<\/em>? Ihr allein etwa?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8e45947f344357491fdb883c219069d2\">\u201eEs k\u00fcmmert sich alles ganz allein&#8221;, sagte sie. \u201eIch habe nicht viel zu tun dabei. Au\u00dferdem habe ich einen redlichen Kastellan, der mir hilft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d58714c51e7711409e02edd45ca95ce0\">Offenbar wollte Wa\u00fdreth Althopian nicht weiter in sie dringen. Aber auch Isan erstaunten diese Worte. Es war nicht \u00fcblich, dass <em>yarlay<\/em> mehr als einen oder zwei Monde am St\u00fcck an der Burg ihres Herrn verweilten, mit Ausnahme des <em>mynstir <\/em>nat\u00fcrlich oder der von <em>yarlay<\/em>, die erwachsene Br\u00fcder hatten. Die konnten das Amt untereinander abwechseln. Manche, wie der mit mehreren m\u00e4nnlichen Geschwistern bedachte <em>yarl<\/em> Lebr\u00e9oka nutzen zwar die Gelegenheit, dauerhaft bei ihrem <em>teirand<\/em> zu sein, aber das war die Ausnahme.<\/p>\n<p data-p-id=\"2c9cf4c89a7d0a5f517b9d01eeea6502\">\u201eIch gedenke, mich zur Stunde noch auf den Weg zu mache. Ich will an den Hof der <em>teiranda<\/em> reisen, um Herrn Andri\u00e9r zu treffen und Eure Gastfreundschaft nicht noch weiter auszunutzen. Habt Ihr ihm etwas auszurichten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2d49f8067602d9939fab37b99ec65a76\">\u201eJa&#8221;, murmelte sie. \u201eIhr k\u00f6nntet ihm sagen, dass ihm ein Sohn geboren wurde. Vielleicht l\u00e4sst er mich wissen, ob er einen Namen f\u00fcr den Kleinen hat. Er ist nun so alt, dass die M\u00e4chte ihn uns sicher nicht wieder nehmen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"37ea64a716396c13138286b78140103e\">\u201eWas!&#8221;, entfuhr es Isan mit einem Blick auf das Kind. \u201e<em>So lange<\/em> war er nicht hier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"25c74fce41f15fe3cae3eaf588affab0\">Die <em>yarlara<\/em> senkte den Blick, und Althopian warf ihr einen scharfen Blick zu. Aber Isan war aufgebracht. \u201eDie Burg von Wijdlant ist einen Katzensprung entfernt, und er bringt es nicht fertig, hierher zu kommen und sich seinen Nachkommen anzuschauen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d49f1e5bae5203564968cb4d52569a83\">\u201eEr wei\u00df noch gar nichts von diesem Sohn&#8221;, fl\u00fcsterte die <em>yarlara<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"be8b001eef2ea55ee30158f2e5440827\">\u201eWarum denn das nicht? Wieso enthaltet Ihr Eurem <em>h\u00fdardor<\/em> dieses Gl\u00fcck vor?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b3195fbc085d53acd1c85b4543362dab\">\u201eIhr versteht es nicht. Bitte, Herr Wa\u00fdreth. Ich wei\u00df, dass er sich nicht aus dem Hofdienst entfernen darf. Aber ich wollte nicht, dass er noch mehr Angst haben muss. Doch nun &#8230; es ist nicht recht, dass unser Sohn im Glauben aufw\u00e4chst, sein Vater sei bereits hinter den Tr\u00e4umen. Wenigstens seinen Namen soll er von ihm bekommen. Wenn Ihr es ihm sagt, bin ich sicher, dass die Nachricht ihn erreicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7b99031c598515b923d2a79553c54875\">\u201eHerrin &#8230; das scheint eine \u00fcberaus seltsame Angelegenheit zu sein. K\u00f6nnt Ihr nicht frei dar\u00fcber sprechen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea49e4baa983f73702bead07017119ff\">Sie schwieg. Isan beobachtete, wie das Kleinkind unbek\u00fcmmert brabbelnd seinem Ball hinterher krabbelte und hatte Mitleid damit. Es konnte der Gesundheit des kleinen <em>yarl<\/em> nicht zutr\u00e4glich sein, in solch einer Umgebung, mit einer so traurigen Mutter und einem abwesenden Vater aufzuwachsen.<\/p>\n<p data-p-id=\"91c57f68c051a1547679be0e5294da0b\">Endlich blickte die <em>yarlara<\/em> auf. \u201eHerr Wa\u00fdreth &#8230; so oft hat er in fr\u00fcheren Tagen Euren Namen erw\u00e4hnt, wenn er f\u00fcr die <em>teiranda<\/em> auf ein Turnier geschickt wurde &#8230; damals, als es noch n\u00f6tig war. Er hat die Narbe, die Ihr ihm im Kampf zugef\u00fcgt habt, betrachtet wie ein kostbares Souvenir, das ihn an jene Tage erinnert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e4977b4ad504e6f71dbbda77cb3b4e4\">\u201eEin Missgeschick war es, \u00fcber das ich untr\u00f6stlich bin&#8221;, antwortete der <em>yarl<\/em>. \u201eEine schadhafte Niete an seinem Helm sprang zur Unzeit auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"432cca523791187394bd1b7eed64f4dc\">\u201eEr hat sich an Euch erinnert, wann immer er in einen Spiegel sah&#8221;, sagte sie. \u201eOft sagte er, wenn es jemanden g\u00e4be, das Blatt wenden k\u00f6nne, der einen Weg aus unserer Misere wisse, dann w\u00e4ret sicherlich Ihr es. Ich erinnere mich so gut. Als er das letzte Mal hier bei mir war, zwei Sommer und einen Winter ist es her, da war es meine Torheit, in ihn zu dringen, warum er Euch nicht endlich ins Vertrauen ziehe. Ich habe nicht geahnt, dass er es schlie\u00dflich doch getan hat. Und ich bereue es, denn seither hat man ihn nicht mehr zu mir gelassen. Und nun bedr\u00fcckt es mich, dass Ihr tats\u00e4chlich erschienen seid. Wir h\u00e4tten Euch nicht in die Angelegenheiten der <em>teiranda <\/em>hineinziehen d\u00fcrfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19553fb146a3acc96379f188f3cc4d6f\">\u201eEs scheint, er hat lange gez\u00f6gert, mich zu kontaktieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6eaddfcd3a0fe8b41d56dad435083899\">\u201eJa&#8221;, sagte die <em>yarlara<\/em>. &#8220;Zu tief sa\u00df wohl die <em>Trauer <\/em>\u00fcber den Tod seines Freundes, des \u00e4lteren <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a34fdbfa59db99539337046771d638e0\">&#8220;Ich h\u00f6rte davon, dass er hinter die Tr\u00e4ume fand. Aber die Umst\u00e4nde scheinen mir unklar&#8221;, sagte Althopian unverbindlich, wohl in der Hoffnung, die Dame werde von sich aus mehr erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p data-p-id=\"29408db0acca8b8c5e78709edea4e101\">\u201eMan sch\u00e4tzt es bei Hofe nicht, wenn jemand sich beklagt&#8221;, antwortete sie. &#8220;Es w\u00fcrde die <em>teiranda<\/em> besch\u00e4men. Es ist alles an seinem Platz, Herr Wa\u00fdreth. Es gibt keinen Grund, die Dinge \u00e4ndern zu wollen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e403b9342ddcf6e8792dcbb70054a2dd\">\u201eWelche Dinge meint Ihr, Herrin? Den desolaten Zustand Eures <em>yarlm\u00e1lon<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3036f63435a9229a7665158019a0e581\">Sie warf ihm einen r\u00e4tselhaften Blick zu. Dann sch\u00fcttelte sie den Kopf. \u201eNein. Die Dinge, die auf der Burg vor sich gehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a7e5a10901893d56bb6399b21e2177ac\">\u201eHerrin &#8230; wisst Ihr von einem Ort namens <em>Pianmur\u00edt<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"be9c93ce94f50ba0ca50ca96b4462ecf\">Sie schaute verwirrt auf. \u201eDavon habe ich nie geh\u00f6rt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0e2adc705a51e98dd7bf1bab4bee25b1\">\u201eWie weit ist es von hier bis zur Burg der <em>teiranda<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a33679ee09c203f7416dffc14ae14c99\">\u201eWenn euer Pferd schnell ist&#8221;, sagte sie, \u201ezwei Tagesritte. Dieses <em>yarlm\u00e1lon<\/em> liegt am weitesten von der Burg entfernt, und die Stra\u00dfen sind sehr schlecht. Ihr werdet nicht so schnell vorankommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5b5993cf7625ea771d063614854bf719\">Er verneigte sich und wollte sich abwenden, aber sie erhob sich pl\u00f6tzlich, trat auf ihn zu und griff nach seiner Hand. Ihre zarten wei\u00dfen Finger umklammerten seine Handschuhe so fest, dass sie sich bestimmt an Kanten der Metallglieder schnitt.<\/p>\n<p data-p-id=\"3193e80aa21f454ae9094ffc90d4b47f\">\u201eNehmt Euch in Acht&#8221;, wisperte sie. \u201eNehmt Euch in Acht vor dem Unheil, das in der Burg lauert wie die Spinne in ihrem Netz.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7b2da69860eafd0f73f7103db4ee42d4\">\u201eDie <em>teiranda<\/em>?&#8221;, fragte er verwirrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"0e89cf76ddf2ddecf7d7efa4dda4e4f5\">\u201eAch nein. Nicht die <em>teiranda<\/em>. Die <em>teiranda<\/em> ist unsere liebe gute Herrin. Andri\u00e9r w\u00fcrde sein Leben geben, um die <em>teiranda<\/em> zu besch\u00fctzen. Da ist &#8230; jemand. Einer, der nichts Gutes will.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1759ce7df6132f8d88a9e27478176838\">\u201eAber Ihr wisst weder, wer noch was er ist? Oder Ihr d\u00fcrft es nicht aussprechen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"93b7bf6e5241b07e49d5ef870af13c0f\">Sie l\u00e4chelte, ein gespenstisches L\u00e4cheln, das Isan einen Schauder \u00fcber den R\u00fccken jagte. Auch der Ritter wollte zur\u00fcckweichen, aber sie hielt seine Hand fest.<\/p>\n<p data-p-id=\"21b8a8c68d4e0d2e8c222f6106eedb77\">\u201eEs hei\u00dft, er tr\u00fcge rote Gew\u00e4nder und ein Schwert, das m\u00e4chtiger ist als das, das Ihr f\u00fchrt, wenn er damit ficht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d39ae510294c35ef8c735e7b3a4d603\">\u201eEin <em>goala&#8217;ay<\/em>!&#8221;, wisperte Isan staunend.<\/p>\n<p data-p-id=\"694cc424491b9080776fa5c28b900715\">\u201eIst das wahr, Herrin? Ein &#8230; ein Lichtw\u00e4chter ist leibhaftig in Wijdlant?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b3736b2f5e4b6fa10acb2fa9b601347\">\u201eDas habe ich Euch nicht <em>gesagt<\/em>&#8220;, sagte sie fast unh\u00f6rbar.<\/p>\n<p data-p-id=\"5c63be25f6c802de5488d77900250894\">\u201eIch verstehe. Aber was dieser Rotgewandete im Schilde f\u00fchrt, das wisst Ihr nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff9328310706581c05cd5d8c8c5ab30c\">\u201eNein&#8221;, sagte sie entr\u00fcckt. \u201eDas wei\u00df niemand. Und wer es herausfindet, der ist verloren f\u00fcr alle Zeiten. Es hei\u00dft, der alte <em>yarl<\/em> Grootplen, der Vater von Herrn Daap, sei nahe heran gekommen und habe es bitter bereut.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3543faad452c5bb307a0bde56a9e1eb5\">Er l\u00f6ste ihre Finger vorsichtig von seiner Hand. Dann l\u00e4chelte auch er, so finster und dabei so entschlossen, dass Isan sich zum ersten Mal fragte, ob sie nicht besser bei der alten Verta geblieben w\u00e4re.<\/p>\n<p data-p-id=\"3031796770c6a41c3363b7ac09b52c06\">\u201eNun&#8221;, sagte er, \u201ewir werden sehen.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2122","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2122"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2122\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3884,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2122\/revisions\/3884"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}