{"id":2096,"date":"2025-08-24T22:04:16","date_gmt":"2025-08-24T20:04:16","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2096"},"modified":"2025-09-01T09:45:55","modified_gmt":"2025-09-01T07:45:55","slug":"038-moreaval-faengt-eine-katze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/038-moreaval-faengt-eine-katze\/","title":{"rendered":"038: Mor\u00e9aval f\u00e4ngt eine Katze"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"c39deac283f418f09f0cf25d3f518525\">Wie man Zeit empfindet, ist eine Frage dessen, womit sie gef\u00fcllt ist. Das lernte ich schon in den ersten Stunden, die ich in meiner neuen Bleibe verbrachte. Stunden voller Freude verfliegen wie im Augenblick. Wenn man hingegen auf etwas wartet, werden sie z\u00e4h und aufreibend. Wenn man Angst hat, nehmen sie kein Ende.<\/p>\n<p data-p-id=\"a986efe5445a7688d3e6eac2a9454680\">In Wijdlant schien die Zeit stillzustehen, wahrscheinlich, weil ich nicht wusste, <em>worauf <\/em>ich wartete. Am schlimmsten aber war, dass ich von Yalomiro auf eine Weise getrennt war, die sich komplett meinem Verstand entzog. Es w\u00e4re ertr\u00e4glicher gewesen, wenn er im Kerker unter dem Turm in Ketten gelegen h\u00e4tte. Eine vergitterte T\u00fcr, ein versteckter Schl\u00fcssel, sogar grimmige Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter w\u00e4ren etwas gewesen, auf das ich mich h\u00e4tte konzentrieren k\u00f6nnen. Es w\u00e4ren echte, greifbare Hindernisse gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"caea59efc9cc5505275544d3374a7899\">Doch Yalomiro war <em>fort<\/em>, nicht nur aus meiner Reichweite, sondern au\u00dferhalb der <em>Welt<\/em>, an einem Ort, von wo ich ihn nicht erneut befreien konnte, weder indem ich einen Halsreifen \u00f6ffnete, noch mit einem stumpfen Essmesser auf Stricke losging. Dass ich den Ring gel\u00f6st hatte, war mehr oder weniger Zufall gewesen. Dass ich auf dem Montaz\u00edel mit dem Messerchen gegen alle Vernunft und Logik zumindest versucht hatte, Yalomiro zu befreien, das war bewusst geschehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8feff49c9190f7dd61f9cd1da320728f\">Ich dachte dar\u00fcber nach. Ob Gor Lucegath damals schlicht hatte sehen wollen, wie ernst es mir mit Yalomiro war? Als ich erkannte, dass er es wohl selbst gewesen war, der mir in der Nacht auf dem Berg meinen j\u00e4mmerlichen Rettungsversuch so l\u00e4cherlich einfach gemacht hatte, schauderte ich. Das, was nun geschah, war eine perfide Umkehr davon. Selbst mit einem raffinierten Plan und einem Arsenal an n\u00fctzlichen Werkzeugen war Yalomiro unerreichbar.<\/p>\n<p data-p-id=\"8493712afcf2f55f42d80b0c3a57151a\">Ich redete mir ein, dass Yalomiro nichts zusto\u00dfen w\u00fcrde, solange Gor Lucegath ihn unbehelligt lie\u00df, denn schlie\u00dflich w\u00fcrde er ihn nicht t\u00f6ten. Andererseits \u2013 selbst wenn der <em>goala&#8217;ay<\/em> Yalomiro vorerst seinem Schicksal \u00fcberlie\u00df, bedeutete das nichts Gutes, ganz im Gegenteil. Yalomiro war genauso jenseits der Wirklichkeit gefangen wie ich, und sobald er den Halt in der widerlichen Konstruktion aus magiefesselndem Gold und Steinen verlor, w\u00fcrde er sich unweigerlich verletzen. Wie lange w\u00fcrde das dauern? War es vielleicht schon geschehen? Und &#8230; wie lange w\u00fcrde Gor Lucegath sich dieses Schauspiel <em>nicht anschauen<\/em>?<\/p>\n<p data-p-id=\"1b89e125362a47500eea91e81abb825a\">Was konnte ich tun, um Yalomiro aus diesem Albtraum herauszuholen?<\/p>\n<p data-p-id=\"62ff0c8d6acd6c9f8d8d8c6a8346ce63\">Die unangenehme Erkenntnis aus meiner Gr\u00fcbelei war, dass ich auf die Aufmerksamkeit des Rotgewandeten angewiesen war. Sicher w\u00fcrde er bald auftauchen. Mir allerdings war nicht klar, was ich tun <em>konnte<\/em>, sobald ich ihn das n\u00e4chste Mal zu Gesicht bekam. Ich bezweifelte, dass er sich erweichen lassen w\u00fcrde, wenn ich ihn anflehen w\u00fcrde, Yalomiro freizugeben.<\/p>\n<p data-p-id=\"ea4a56066b4702ea706bfa0e9d34aec1\">Wie vertraut es mir war, dieses dumpfe Gef\u00fchl von Ohnmacht und Frustration. Es hatte mich eingeholt, hier, in einer fremden Welt, die sich immer mehr anf\u00fchlte wie ein Alptraum.<\/p>\n<p data-p-id=\"6b02a4acb64ce7b043f9b1104c498ccf\">Obwohl die Stube, die man mir zugewiesen hatte, auf dem gleichen Geschoss lag wie die R\u00e4ume der <em>teiranda<\/em>, blickte ich vom Fenster aus in einen Abgrund. Die Leute unten im Hof waren klein wie Ameisen. Der bewegungslose, wolkenverhangene Himmel \u00fcber der Burg war so verst\u00f6rend massiv und nahe \u00fcber mir, dass ich unwillk\u00fcrlich an eine K\u00e4seglocke denken musste, die \u00fcber der Burg lag. Ein h\u00f6lzerner Laden lie\u00df sich von innen vor das Fenster schieben, aber wenn ich das tat, hatte ich gar kein Licht mehr. Ich beschloss daher, nicht allzu oft nach unten zu schauen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5395d52d720dcaf68d6fc35358e032af\">Was war hier los? Befand ich mich tats\u00e4chlich noch in einem von Menschen errichteten Geb\u00e4ude? Was war das f\u00fcr eine seltsame Magie, die hier ganz offensichtlich zu einer Verzerrung von Raum und Zeit f\u00fchrte, die niemand au\u00dfer mir zu bemerken schien?<\/p>\n<p data-p-id=\"6e6253fecf5e9383dd242f3cb130e6fd\">Innerhalb des Zimmers wenigstens waren die Perspektiven \u2013 sollte ich sagen: stabil? Allerdings gab es nicht viel, was sich hier unternehmen lie\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"401387568bca5f32a01698665b3940a5\">Ich ging hin\u00fcber zur T\u00fcr und z\u00f6gerte. Die <em>teiranda <\/em>hatte mich eindringlich gewarnt, den Raum zu verlassen. Aber man hatte mir nicht untersagt, hinauszuschauen. Ich wagte es, zog die T\u00fcr auf, blickte vorsichtig auf den Flur und zuckte erschrocken zur\u00fcck. Geistesgegenw\u00e4rtig schloss ich die T\u00fcr wieder und schaute sp\u00fcrte mein Herz bis zum Hals klopfen. Wo kam der graue Rauch her? <em>Brannte<\/em> es im Flur?<\/p>\n<p data-p-id=\"bd274bb3847993aaa855b87734a327bc\">Wenn dem so war, sa\u00df ich in der Falle. Das Zimmer lag zu weit oben im Geb\u00e4ude, um aus dem Fenster zu klettern oder zu springen, und einen Fluchtweg gab es nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"56a276be1288709f746cb9eba088b506\">Allerdings gab es auch keine Hitze. Kein Flammenknistern. Keine panisch rufenden Menschen in den G\u00e4ngen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d65fa9ba4e2bbab6a5173b501b5975ec\">Ich \u00f6ffnete die T\u00fcr einen Spalt weit und linste misstrauisch hindurch. Dann \u00f6ffnete ich sie ganz.<\/p>\n<p data-p-id=\"19d111474f7eb98d54124f63a0bab7bf\">Es war kein Qualm oder Rauch. Es war eine Art grauer, schleierartiger Nebel, der links und rechts im Flur zu h\u00e4ngen schien, dicht dichter als Zigarettendunst. Schemenartig konnte ich erkennen, dass der Flur sich in beide Richtungen weit hinzustrecken schien. Gerade eben kam eine Frau, dem Gewand nach eine Magd, aus dem Tr\u00fcben heraus. Sie trug einen Stapel T\u00fccher bei sich, drehte ihr verschwommenes Gesicht in meine Richtung und schien kurz zu stutzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f8f07bc97eb147494997880d6e8005f8\">Ich nickte ihr instinktiv zu. Sie z\u00f6gerte, gr\u00fc\u00dfte mich ebenfalls und ging wortlos weiter. Wenige Schritte sp\u00e4ter war sie im Nebel verschwunden.<\/p>\n<p data-p-id=\"768525e29c7e26067cc2433b2f449eca\">Ob Gor Lucegath auch bisweilen hier entlang kam?<\/p>\n<p data-p-id=\"42437f257a48a0428239ea1ea12b71bf\">Was den Komfort betraf, hatte die <em>teiranda<\/em> nicht zu viel versprochen. Man hatte mich offenkundig tats\u00e4chlich erwartet und alles f\u00fcr meinen Aufenthalt vorbereitet. Das Bett hatte eine angenehm feste Matratze, weiche Kissen und warme Decken in Farben, denen ein Hauch von Asche beigemengt schien. Aber es war eine dumpfe Qual, darin zu schlafen, denn meine Tr\u00e4ume kreisten um Yalomiro, der in der Leere um Hilfe schrie; ich sah ihn deutlich vor mir und konnte ihn nicht erreichen, denn es war Glas um ihn herum, auf das ich sinnlos mit Steinen, H\u00e4mmern und sogar einem modernen Diamantschneider eindrang und das ich doch nicht zum Splittern bringen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"940e3b813e5cc445bbf55b5701281cfe\">In der Stube gab es einen massiven Sessel und einen kleinen Tisch mit zwei einfachen St\u00fchlen. Hinter einem Vorhang befanden sich in einer Nische ein Waschtisch und einige Frisierartikel, Kamm, B\u00fcrste, Seife (v\u00f6llig geruchsneutral) und trockene T\u00fccher sowie ein bemerkenswert akzeptabel aussehenden Abtritt. Au\u00dferdem gab es eine Truhe, in die ich mein Zeug h\u00e4tte hinein verstauen k\u00f6nnen, wenn ich welches gehabt h\u00e4tte. Es lagen einige W\u00e4schest\u00fccke und einfache Gew\u00e4nder zum Wechseln bereit. Abends konnte ich Licht mit zwei Laternen machen, eine auf dem Tisch, eine kleinere an der Wand beim Bett. Alles im Zimmer lag unter diesem beunruhigenden Grauschleier, sogar die Seife.<\/p>\n<p data-p-id=\"5fb1774a31ef185ca39a8c5393feac3c\">Ich nahm einen der St\u00fchle und setzte mich damit in die T\u00fcr wie in einen Logenplatz. Ich wollte unter gar keinen Umst\u00e4nden vers\u00e4umen, wenn Gor Lucegath oder die <em>teiranda<\/em> diesen Weg nahmen. Aber beide lie\u00dfen sich nicht blicken.<\/p>\n<p data-p-id=\"e7c4e0b0520868c4e2b980bceba94473\">Das Gesinde, das mich versorgte, schien sich zu wundern, war mir aber offensichtlich wohlgesonnen. Unter der schrecklichen magischen Maskerade, die mich daran hinderte, ihre Stimmen zu h\u00f6ren und ihre Gesichter zu sehen, schien es sich um normale Leute zu handeln, die m\u00f6glicherweise \u00fcberhaupt nicht bemerkten, was an diesem Ort nicht stimmte. Angenommen, Wijdlant lag schon einige Jahrzehnte unter Gor Lucegaths Bann \u2013 erinnerten sich alte Leute an fr\u00fcher? Waren Menschen, die seither geboren waren und es nicht anders kannten, beunruhigt?<\/p>\n<p data-p-id=\"2f0069e77437059c96333f289303d457\">Was mochte die <em>teiranda<\/em>, was jeder ihrer Gefolgsleute sehen und sp\u00fcren? Vielleicht war die Wirklichkeit ertr\u00e4glicher, die sie aus ihrem Blickwinkel wahrnahmen, als das, an das ich mich wohl vorerst gew\u00f6hnen musste.<\/p>\n<p data-p-id=\"c6fc836bb79f7838c3e888a3a1892f3a\">Allerdings gelang es mir nicht, mich mit den Leuten zu verst\u00e4ndigen, die den Tag \u00fcber an meiner T\u00fcr vorbei gingen. Auch mit denen, die mich mit Essen, Wasser und W\u00e4sche versorgten, kam ich nicht ins Gespr\u00e4ch, nat\u00fcrlich nicht. M\u00f6glicherweise waren sie ebenso wenig dazu in der Lage mich zu verstehen wie ich sie.<\/p>\n<p data-p-id=\"478ef2d01ab310258668edf4ff05f52f\">Zwei- oder dreimal versuchte ich dennoch, entgegen dem Gebot der <em>teiranda<\/em> das Gemach zu verlassen und wagte mich einen Schritt in den Nebel hinein. Aber ich kam nicht weit. Immer, wenn ich mich dem Dunst n\u00e4herte, schien er vor mir zur\u00fcckzuweichen; er gab dabei aber nicht etwa weitere Bereiche des Ganges frei, etwa T\u00fcren, Treppen oder Fenster. Es war vielmehr, als <em>verl\u00e4ngere <\/em>sich der Korridor mit jedem Schritt um ein St\u00fcck, das exakt identisch mit dem war, das ich gerade zur\u00fcckgelegt hatte. Ich begriff rasch, dass ich mit jedem Versuch, den Nebel zu durchqueren, lediglich einen endlosen Tunnel schaffen w\u00fcrde, der nirgendwo hin f\u00fchrte. Ich wagte mich nicht au\u00dfer Sichtweite meiner T\u00fcr und gab diese Versuche schnell wieder auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"30a4114d0482d6b69c1d3ffd0673e198\">Wie lange konnte ein Mensch aus eigener Kraft stehen? Wie lange ein Magier? Was, wenn Yalomiro st\u00fcrzte und ein Spie\u00df ihn durchbohrte? Was, wenn das Gold ihm ins Gesicht fuhr und die Augen ausstach &#8230; seine freundlichen braun-silbernen Augen &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"f40728c3fee4bd9438f5627ffc9243a0\">Ich versuchte, dennoch mit den Leuten zu reden. Ihre Besuche zweimal am Tag waren die einzigen Orientierungspunkte, an denen ich bemerkte, wie Zeit verstrich. Daran und an der Dunkelheit nachts. Tageslicht gab es nicht wirklich unter der bleigrauen Kuppelwolke. Wijdlant lag unter einem ewigen grauen D\u00e4mmergrau. Nachts war es stockdunkel, bis auf die Lichter, die ich tief unten im Hof sah wie verl\u00f6schende Gl\u00fchw\u00fcrmchen. Mit jedem Tag, der verstrich, wurde ich panischer. Jeder Traum wurde verzweifelter, trostloser und <em>blutiger<\/em>. Ich h\u00e4mmerte mit blo\u00dfen F\u00e4usten auf das Glas und schrie und flehte wie eine Wahnsinnige. Gor Lucegath musste mich doch <em>h\u00f6ren<\/em>!<\/p>\n<p data-p-id=\"54af64737f9dc0ff50ad9ba0d7fac85c\">Am Tag hatte ich mich unter Kontrolle. Darin war ich immer gut gewesen. Tags\u00fcber durfte niemand wissen, wie dreckig es mir ging. Das machte angreifbar und provozierte andere zum <em>Nachtreten<\/em>. Das ohnm\u00e4chtige Herumsitzen in der T\u00fcr, das Lauern auf die <em>teiranda<\/em> oder den Rotgewandeten, die einzigen Personen, mit denen ich kommunizieren konnte, machte sich k\u00f6rperlich bemerkbar. Ich bemerkte selbst, wie ich zitterte, wie unruhig meine Finger wurden, wie die Traurigkeit nach mir griff und die Verzweiflung zu ersticken begann. Die Menschen auf dem Gang, die in all dem Wahnsinn ihrem Alltagsleben nachgingen, waren anwesend, aber ich fand keinen Zugang zu ihnen. Dennoch schwatzte ich sinnlos auf sie ein. Dem M\u00e4dchen, das mir am mein Nachtmahl brachte, erz\u00e4hlte ich, dass ich gerne irgendetwas Sinnvolles zu tun h\u00e4tte. Dass es mir unangenehm sei, dass sie mich bedienen mussten und ich nichts weiter tat, als herumzusitzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a3b15f4ea16e187da70a69d5bc9ce943\">Sie antwortete nicht und lie\u00df sich nicht anmerken, ob sie mich verstanden hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"0ca4bc54417f3099ac9bc8a6a2fc45ee\">Ob Gor Lucegath dazu bereit w\u00e4re, mich gegen Yalomiro auszutauschen? Wenn ich wenigstens f\u00fcr eine Weile Yalomiros Platz einnehmen konnte, damit der sich ein wenig ausruhen konnte &#8230; was konnte ich dem Rotgewandeten anbieten? Hatte ich irgendetwas, das ihn interessieren w\u00fcrde? Etwas, dem er nicht widerstehen konnte?<\/p>\n<p data-p-id=\"908165d1effcfb6ad2e162753aaf0e87\">Als am sp\u00e4ten Abend Andri\u00e9r Altabete mit ein paar Pergamentrollen unter dem Arm an meinem Gemach vorbei kam, schnappte etwas bei mir au\u00dfer Kontrolle. Erstmals wurde ich eines Ritters gewahr. N\u00e4her an die <em>teiranda<\/em> heran kam ich nicht. Ich schoss auf ihn zu, bekam ihn irgendwo an seinem Eisenzeug zu packen und versuchte, ihn festzuhalten. Er war so \u00fcberrascht, dass die Dokumente ihm entglitten.<\/p>\n<p data-p-id=\"79323934b62777ed9161de2dadd08ab8\">\u201eBitte&#8221;, flehte ich ihn an. \u201eMeister Gor &#8230; ich muss mit ihnen reden! Bitte!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7b7bfbe2d97b66d64b8061dc878bf4d9\">Der Ritter schaute sich hastig um und schob mich zur\u00fcck ins Zimmer. Er schloss die T\u00fcr hinter sich und l\u00f6ste dann meine Finger, die sich in seinen Mantel gekrallt hatten, mit erstaunlicher Vorsicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"2332479a5e3a693eb38e8b55b739297b\">Ich lie\u00df ihn los, begriff, was ich gerade getan hatte und kauerte mich schluchzend vor meiner Truhe zusammen. Er sprach zu mir, dieses entsetzliche, verzerrte Zischeln und Murmeln. Ich wusste nicht zu sagen, ob er schimpfte. Ich verstand ihn nicht und wagte auch nicht, zu ihm aufzublicken. Dass er wieder gegangen war, bemerkte ich erst, als er die T\u00fcr hinter sich schloss. Als ich schlie\u00dflich wagte, aufzustehen und nachzuschauen, war sie fest verschlossen. Nicht abgeschlossen, denn es gab keinen Riegel.<\/p>\n<p data-p-id=\"1bb4f9c604c6ac6cd5cd022e632de8e4\">Sie lie\u00df sich schlicht nicht mehr \u00f6ffnen. Ich hatte es wohl zu weit getrieben.<\/p>\n<p data-p-id=\"173f9023c4035d52338500c0cd2f4bae\">Wenn jemand von au\u00dfen mein Zimmer betreten wollte, war das offenbar ohne Weiteres m\u00f6glich, denn die M\u00e4gde, die mich versorgten, gingen ein und aus wie gewohnt. Auf meinem Fr\u00fchst\u00fcckstablett fand ich am Morgen neben dem Brotkorb ein kleineres K\u00f6rbchen, das ein Stickzeug samt Nadel und ausgebleichtem Garn enthielt. Jemand hatte sich die M\u00fche gemacht, ein paar Stiche als Muster anzufertigen, m\u00f6glicherweise im berechtigten Zweifel dar\u00fcber, ob ich mit einer solchen Handarbeit vertraut war. Hatte die Dienstmagd begriffen, dass die Unt\u00e4tigkeit mich langsam durchdrehen lie\u00df?<\/p>\n<p data-p-id=\"942cfc8a366dd71b7104dfbb21befb5f\">Ich habe mich nie im Leben mehr \u00fcber ein Geschenk gefreut, das so gar nicht zu mir passte. Mehr noch: Es war ein Beweis daf\u00fcr, dass die Menschen offenbar zumindest <em>verstanden<\/em>, was ich zu ihnen sagte. Ob Andri\u00e9r Altabete ebenfalls begriffen hatte, worum ich ihn angefleht hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"a5eb4eb8cc6ec7e20e6177cb3d6d31e6\">Ich verbrachte den schleichenden Tag damit, am Fenster zu sitzen, mir die Finger zu zerstechen und am Ende ein wackliges Bl\u00fcmchen zu beenden. Die Magd, die abends zu mir kam, sah es und mir war, als sch\u00fcttele sie milde den Kopf.<\/p>\n<p data-p-id=\"139459b4d15e79fd57b72ca9a3ea0784\">Nachts zeigte ich Yalomiro mein Werk. Ich wollte das Tuch benutzen, um ihm all das Blut abzuwischen, das ihm im Gesicht klebte. Aber ich konnte ihn nicht ber\u00fchren. Ich setzte mich ern\u00fcchtert nieder und betrachtete meine Stickerei, ohne dar\u00fcber nachzudenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"301e4417733a02e02b24114e6bdeeed0\">Da strafften sich die ungelenken Stiche. Die Farbe des Garnes ver\u00e4nderte sich, aus dem stumpfen Grau wurde glitzerndes Silber. Aus der Stickerei formte sich ein winziges glitzerndes Bl\u00fcmchen, wuchs daraus empor und \u00f6ffnete seine Bl\u00fctenbl\u00e4tter. Ein noch viel winzigeres Etwas krabbelte daraus hervor und begann, dar\u00fcber hinweg zu flattern. Ein Schmetterling aus Licht.<\/p>\n<p data-p-id=\"c584a16b465f2f4ffa588c2dba61167e\">Zu mehr reichte Yalomiros Kraft nicht mehr. Das Gebilde verblasste und wurde wieder zu grauem Faden.<\/p>\n<p data-p-id=\"d4c58eb3a6e2f17307af11a9d6e0fcae\">Ich schlug die Augen auf und starrte in die Finsternis. War das ein Wunschtraum gewesen oder ein Lebenszeichen? Ich wusste es nicht. Aber was immer es gewesen war, es hatte keine Bedeutung. Nicht, solange ich in einer anderen Wirklichkeit war als er.<\/p>\n<p data-p-id=\"c5824fc05c47efae635f133a23459249\">Am n\u00e4chsten Morgen dr\u00fcckte das M\u00e4dchen mir ein d\u00fcnnes Buch in die Hand. Es war abgegriffen, mit einem billigen Einband aus speckiger Pappe versehen und kam sicher nicht aus K\u00edan\u00e1 von Wijdlants Bibliothek, sondern aus dem Privatbesitz von irgendjemandem. Ich warf einen Blick auf die sonderbare geometrische Schrift und hielt inne. Bewusst entziffern konnte ich die einzelnen Buchstaben immer noch nicht. Aber ich <em>verstand<\/em>, was da geschrieben stand.<\/p>\n<p data-p-id=\"0b813a459e44233ff36b40efef901fe6\">Ich hatte es mir bei dem Pflanzenbuch in der Bibliothek also nicht eingebildet. Vermutlich war das derselbe Effekt, der bewirkte, dass ich in dem Moment, in dem ich diese Welt betreten hatte, offenbar auch deren Sprache beherrschte. Vielleicht war mein neu erkannter Zugang zu Geschriebenem eine Steigerung davon. Ich mutma\u00dfte, dass es ein Nebeneffekt meines Tanzes mit Yalomiro war. Als Magier war er zweifellos gebildet und konnte lesen und schreiben. Irgendwie hatte ich Teil an seinem Wissen, nein, mehr noch: Es war beinahe, als w\u00e4re er bei mir, um mir vorzulesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"10565b29f45921d904fefab3cbf3e3b3\">Der unglaublich kitschige Liebesroman handelte von einem tugendhaften Fr\u00e4ulein, das einen Ritter liebte. Der musste jedoch in eine Schlacht ziehen, w\u00e4hrend ein anderer Herr, der nicht k\u00e4mpfen, aber offenbar sehr gut intrigieren konnte, alles daran setzte, dem Fr\u00e4ulein einzureden, dass ihr Ritter treulos und l\u00e4ngst tot war. Das Fr\u00e4ulein aber glaubte das nicht und zog heimlich aus, um den Liebsten zu suchen, was wiederum zu einer Verfolgungsjagd mit dem schurkischen Edelmann f\u00fchrte und&#8230; und so weiter. Am Ende triumphierten beide \u00fcber den Schurken, lagen sich in den Armen und alles war gut.<\/p>\n<p data-p-id=\"b736b65e6ba1bf8de521e57a0420b0ff\">Und so lernte ich aus einem Schundroman erstaunlich viel \u00fcber die Welt, in die es mich verschlagen hatte, wenn auch offensichtlich \u00fcber eine Vergangenheit, die schon einige Generationen zur\u00fccklag. Das Buch war reich illustriert und hatte Eselsohren an Seiten mit besonders spannenden und romantischen Passagen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3709f616a0fe30e30bb3c257b4153f39\">Ich z\u00f6gerte. Ob ich jemanden gezielt auf Literatur \u00fcber die Magier ansprechen sollte? Ob es B\u00fccher \u00fcber die Lichtw\u00e4chter gab, die Hinweise auf <em>Pianmur\u00edt<\/em> enthielten?<\/p>\n<p data-p-id=\"70d9074147e91195361a9bc529524a15\">Ich entschied mich dagegen. Wahrscheinlich w\u00fcrde ich mit einer solchen Frage Leute in Gefahr bringen. Denn irgendwann musste Meister Gor schlie\u00dflich wieder auftauchen. Vermutlich w\u00fcrde er Recherchen nicht gut hei\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"dae23299b8efdb93a5d7034d29ac0b74\">In all der Zeit hatte ich ich K\u00edan\u00e1 von Wijdlant nicht zu Gesicht bekommen. Das war seltsam, nachdem sie sich doch zuvor so sehr \u00fcber meine Gesellschaft gefreut hatte. Ob sie mich <em>vergessen<\/em> hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"9a90fa047177acfc25ad2ebc085d62c8\">Irgendwann <em>w\u00fcrde<\/em> etwas geschehen. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter w\u00fcrde die Geschichte weitergehen, in die es mich verschlagen hatte und von der ich nie angenommen h\u00e4tte, dass sie sich noch bizarrer weiterspinnen w\u00fcrde als die Absurdit\u00e4t hinter meiner Kellert\u00fcr. Am Morgen des f\u00fcnften Tages bekam ich kein Mitbringsel zum Fr\u00fchst\u00fcck. Daf\u00fcr erhielt ich zur Mittagszeit Besuch von jemandem, mit dem ich nicht gerechnet hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"ee09f8fa46597ef73879e3a6cefdeef7\">Es war J\u00f3ndere Mor\u00e9aval, der einen Korb mit einem Holzdeckel im Arm hielt. Er schloss die T\u00fcr mit dem Fu\u00df hinter sich und stellte seine Last auf dem Tisch ab. Im Korb knurrte und bewegte sich etwas.<\/p>\n<p data-p-id=\"fdee02ff691d8172754e1070c576eefb\">\u201eWas bringt Ihr mir denn da?&#8221;, fragte ich verwirrt. \u201eEin Tier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3488379803e9dfe8be2f68ffaaeb30d0\">Er l\u00fcftete vorsichtig den Deckel und zog etwas Pelziges aus dem Korb hervor, das fauchte und ganz und gar unfreundlich klang. Soweit ich es erkennen konnte, war es eine zierliche scheckige Katze. Sie hieb mit ihren Krallen wild um sich und versuchte, ihn zu bei\u00dfen. Aber er trug seine leicht gepanzerten Waffenhandschuhe, und so gelang es ihr nicht, ihn zu kratzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5288aa4e953e190ccf5638ead9696932\">Obwohl die Mieze mir leid tat, war ich ger\u00fchrt. Offenbar hatte es sich bis zu den <em>yarlay<\/em> herumgesprochen, dass ich mich nach Gesellschaft sehnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"ae7d2a4966f2ca71eeb36d5b998a1b6d\">In diesem Moment gl\u00fcckte es der Katze, sich aus seinem Griff zu entwinden. Ehe ich es mich versah, war das Tier unter dem Bett verschwunden.<\/p>\n<p data-p-id=\"5eb8a53d264cd09a6f5d1a06520e5933\">Das war dem jungen Ritter sichtlich unangenehm. Er kniete nieder und versuchte, unter die Matratze zu greifen. Unter der Schlafstatt ert\u00f6nte ein Knurren und Zischen, das nichts Gutes verhie\u00df. Etwas kratzte h\u00f6rbar \u00fcber Metall, und Mor\u00e9aval wich rasch zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"0a120eed47877113c02df4af6c98946f\">Ich musste unwillk\u00fcrlich schmunzeln, zum ersten Mal seit Tagen. Offenbar hatte die wehrhafte Katze ihm die Krallen \u00fcber seine Armschiene gezogen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9451955115e26a2891592ebf63f4f7c2\">\u201eLasst es gut sein, <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval. Das K\u00e4tzchen hat Angst vor Euch. Ich werde mich darum k\u00fcmmern &#8230; sobald es wieder hervorkommt. Vielleicht gelingt es mir, sie zu z\u00e4hmen. Ich danke Euch sehr f\u00fcr Eure Aufmerksamkeit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ec32877d0b014c7e36bfcf5a2b846da8\">Er erhob und verneigte sich. Mir kam eine Idee.<\/p>\n<p data-p-id=\"da064ccc9c494ed4cc8b77d39d086dba\">\u201eYarl Mor\u00e9aval &#8230; sagt &#8230; kann ich Euch um etwas anderes bitten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"145641a23c815bac2dce61e03d5f3e67\">Er wandte sich mir zu. Ich hatte seine Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p data-p-id=\"dde34b4742396114ed70c56c1abc0f17\">\u201eIst es Euch wohl m\u00f6glich, bei der <em>teiranda<\/em> um eine Audienz f\u00fcr mich anzufragen? Es w\u00e4re mir wichtig, mit Eurer Herrin reden zu k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"116b32d8c88bd9258ad8c0800652852d\">Er antwortete mir, h\u00f6flich, aber absolut unverst\u00e4ndlich. Dann nahm er seinen Korb und ging wieder, schnell, aber ohne auff\u00e4llige Eile. Gewiss war er unerlaubterweise zu mir gekommen. Oder K\u00edan\u00e1 von Wijdlant hatte ihn geschickt, obwohl ich das eher nicht annahm.<\/p>\n<p data-p-id=\"3ddf688f0a0e2423842284fb89460318\">Ich wartete einen Augenblick und lie\u00df mich dann vor dem Bett auf alle viere nieder.<\/p>\n<p data-p-id=\"8dc8511910c56dcc5292aa8a73107a94\">\u201eHallo, K\u00e4tzchen&#8221;, sagte ich. \u201eDu musst vor mir keine Angst haben! Ich tu dir nichts!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"993847f0f7d5c0a5209bef6951931605\">Im hintersten Winkel funkelten mich leuchtendgr\u00fcne Augen an. Es grollte bedrohlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"5a67ee66f74be91e7d7d7862213e87f7\">\u201eDer <em>yarl<\/em> hat es doch nur gut gemeint. Er wollte dir bestimmt nicht wehtun. Hier bist du in Sicherheit!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"40b25d485eddd6a09d1ef7571df8b81b\">Sie h\u00f6rte auf, zu knurren. Stattdessen maunzte sie ver\u00e4chtlich und drehte mir dann den R\u00fccken zu. Ich sah nur noch schattenhaft ein kompaktes Fellb\u00fcndel.<\/p>\n<p data-p-id=\"5c6f4a4cb4b8ee55264c4e63998a1add\">Ich erhob mich wieder und kehrte zu meinem Sessel zur\u00fcck. Ich hatte niemals eine Katze als Haustier gehabt, aber einmal gelesen, dass es seine Zeit braucht, um das Vertrauen solcher Tiere zu gewinnen. Sicherlich w\u00fcrde das eine ganze Weile dauern, nachdem der <em>yarl<\/em> die arme Samtpfote wahrscheinlich irgendwo zuf\u00e4llig aufgelesen und kurzerhand in den Korb gesteckt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"2d00af51cd08f87f149257fb42e9f025\">Ich vertiefte mich wieder in den Kitschroman. Das Buch linderte tats\u00e4chlich ein wenig die zerm\u00fcrbende Gr\u00fcbelei.<\/p>\n<p data-p-id=\"3cfd725d4662c091915ec55b15f3bad5\">Die Stille im Raum war bet\u00e4ubend. Ger\u00e4usche vom Hof oder aus anderen Teilen der Burg waren ged\u00e4mpft, eine tr\u00e4ge, wattige Stille, die mich bald wieder schl\u00e4frig machte. Nach ein paar Stunden verga\u00df ich sogar, dass die Katze da war, denn unter der Matratze blieb alles ruhig. Vielleicht schlief sie.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2096","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2096","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2096"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2096\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3865,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2096\/revisions\/3865"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2096"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2096"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2096"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}