{"id":2071,"date":"2025-08-24T20:36:37","date_gmt":"2025-08-24T18:36:37","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2071"},"modified":"2025-09-01T09:48:08","modified_gmt":"2025-09-01T07:48:08","slug":"030-ein-weg-durch-den-schatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/030-ein-weg-durch-den-schatten\/","title":{"rendered":"030: Ein Weg durch den Schatten"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"8c5e021db54c9c787ab98c68bcb5a59c\">\u201eIch bin \u00fcberrascht von Eurem Verhalten.&#8221; Benjus von Valvivant, nach wie vor im Nachtgewand, nippte an einem Becher Wein. Verta war vehement dagegen gewesen, dem <em>teirand<\/em> so rasch nach seiner wundersamen Genesung etwas Berauschendes zu geben. Aber an die Vernunft des Monarchen war im Augenblick nicht heranzukommen. Kaum, dass er wieder in seinem Gemach war, hatte er die alte Frau, die sein Leben gerettet hatte, unwillig fortgescheucht. Nun war er allein mit Tjiergroen und Lebr\u00e9oka, die Althopian in Schach hielten. \u201eMan berichtete mir, Ihr h\u00e4ttet Euch freiwillig zu einem <em>yarlp\u00e9nar<\/em> bereit erkl\u00e4rt, einem Schiedsspruch von Euersgleichen. Gro\u00dfspurig habt Ihr gar Eure F\u00fcrsprecher benannt. Und nur einen halben Tag sp\u00e4ter plant Ihr \u00fcberst\u00fcrzt Eure Flucht? Habt Ihr Angst bekommen oder ein schweres Gewissen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d7d3a21ec2d05e1a2bae99528c5b87e3\">\u201eIch hatte dem <em>yarlp\u00e9nar<\/em> zugestimmt, bevor ich erfuhr, dass die <em>yarlara\u00e9<\/em> von Iv\u00e1al im Aufbruch waren. Meine Beweggr\u00fcnde entnehmt Ihr dem Brief.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1d2d8b9a82f09b9220b56e280ccafed5\">\u201eWirklich r\u00fchrend&#8221;, sagte der <em>teirand<\/em>. \u201eIhr seid also liebestoll, Althopian. Ich kann es Euch nicht verdenken. Die Dame ist in der Tat \u00fcber die Ma\u00dfen liebreizend. Aber f\u00fcr wen haltet Ihr Euch? F\u00fcr den Smaragdritter auf den Spuren der Rosendame?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e519dfd6d236c02c4a6de7daca015d52\">Wa\u00fdreth Althopian seufzte besch\u00e4mt. Gundald Lebr\u00e9oka und L\u00e9ur Tjiergroen bem\u00fchten sich, sich ihre Neugierde nicht allzu sehr anmerken zu lassen. Grobe Zusammenh\u00e4nge konnten beide Ritter sich zusammenreimen, schlie\u00dflich war Althopians Schw\u00e4rmerei f\u00fcr die <em>yarlara<\/em> bei aller Diskretion niemandem verborgen geblieben. Aber es mangelten die Details, die der Geschichte m\u00f6glicherweise zum Skandal fehlten.<\/p>\n<p data-p-id=\"c6d15021a3907a505690416b540ac013\">\u201eEuch ist klar, was einen Ritter erwartet, der sich einem <em>teirand<\/em> gegen\u00fcber vergeht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3e28521e299aaf47381b940579d6099c\">\u201eIhr wisst, das ich nichts mit dem zu tun habe, was Euch zugesto\u00dfen ist, Herr. Die M\u00e4chte haben Euch wieder auf diese Seite der Tr\u00e4ume geleitet, um es selbst zu bezeugen. Was also soll ich noch hier, wenn mich die Zeit dr\u00e4ngt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f9de5b6704e73a65fc6201f7050393d0\">\u201eWoher wollt Ihr wissen, f\u00fcr wie schuldig ich Euch an alldem halte, was in den letzten Tagen hier geschehen ist?&#8221;, fragte der <em>teirand<\/em> scharf. \u201eIhr wart es, der den Schwarzmantel und seine Dirne herbrachte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"37259c01e72420156aa9724707516b1a\">\u201eDie <em>f\u00e1njula<\/em> brachte ich her. Der <em>camat&#8217;ay<\/em> kam von alleine, ohne mein Zutun!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7456249d34bd6599c34b36c112b3cf9e\">\u201eEin Schattens\u00e4nger, von dessen Anwesenheit Ihr nichts wissen wolltet, als wir danach fragten&#8221;, erg\u00e4nzte der <em>mynstir<\/em> ernst. \u201eWenn ich Euch darauf hinweisen darf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"40ef5fda17ded949b62b7c309b2088e4\">\u201eDas&#8221;, sagte Althopian, \u201ewaren nicht meine Worte. Ich habe mich lediglich gegen Unterstellungen gewehrt, dass ich, der <em>camat&#8217;ay<\/em> oder diese mysteri\u00f6se <em>f\u00e1njula<\/em> irgendetwas mit dem Zustand des <em>teirand<\/em> zu tun haben k\u00f6nnte!&#8221; Er war in seiner Erregung halb vom Boden aufgestanden, aber Lebr\u00e9oka dr\u00fcckte ihn rasch wieder hinab auf die Knie. \u00c4rgerlich wischte Althopian die Hand des Freundes von seiner Schulter. \u201e\u00dcbrigens: Nun, da Ihr wieder bei Sinnen seid und in Gegenwart Eurer engsten Getreuen, w\u00e4re es vielleicht der Moment, uns alle aufzukl\u00e4ren, was wirklich geschehen ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"013b9b1edb4926f8c0ecde23f9a9b529\">Benjus von Valvivant lehnte sich zur\u00fcck und schaute nachdenklich \u00fcber den Rand seines Trinkpokals hinweg.<\/p>\n<p data-p-id=\"8483f00c46be30c62863e2a52cedcb71\">\u201eDas, was mit mir geschehen ist und mich um ein Haar hinter die Tr\u00e4ume gebracht hat, habe ich dem Schattens\u00e4nger zu verdanken&#8221;, sagte er dann bedacht und vage.<\/p>\n<p data-p-id=\"46f1fe8722da80cf6cdb41246ef40da3\">Die Ritter warteten verunsichert. Wa\u00fdreth Althopian verstand. Aber er sagte nichts dazu.<\/p>\n<p data-p-id=\"ab7d8003095d2e34678ddb3ea5b4a9d0\">\u201eViele Sommer lang war Valvivant von den Schwarzm\u00e4nteln verschont geblieben&#8221;, fuhr der <em>teirand<\/em> fort. \u201eNiemals wieder sollte ein <em>camat&#8217;ay<\/em> seinen Fu\u00df in die N\u00e4he dieser Burg setzen. Es gab eine Zeit, <em>yarl<\/em> Althopian, da waren einige der verderbten Magier in dieser Gegend unterwegs. Sie kamen \u00fcber die Berge und waren auf dem Weg nach Norden. Ihr wisst, was im Norden ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2df5fc3b90639d7b6975ebe04cbb1cef\">\u201eAlles M\u00f6gliche ist im Norden&#8221;, sagte Althopian. \u201eZwischen Valvivant und Virhav\u00e9t liegen mehrere <em>teirandon<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67e6da1c26e26299e1d16e41224c5619\">\u201eNun, wir <em>teiranday<\/em> von Valvivant, mein Gro\u00dfvater, mein Vater und ich selbst, wir haben, bei den M\u00e4chten und der Unversehrtheit unserer Schutzbefohlenen, ein Gel\u00f6bnis geleistet. Wir mussten zusichern dass, sollte ein <em>camat&#8217;ay<\/em> meinen Boden betreten, wir ein Weiterkommen in die n\u00f6rdlichen <em>teirandon<\/em> verhindern. Um jeden Preis.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0c9446285ca041d0c5b4c8676ccf0f7f\">\u201eSo, wie ihr es mir nun sagt, ergibt es etwas mehr Sinn als die konfuse Rede, die Ihr an den Schattens\u00e4nger gerichtet habt. Aber wie sollte man sich einem <em>camat&#8217;ay<\/em> in den Weg stellen? Und wer hat Euren Ahnherren so ein Gel\u00fcbde abverlangt? Der Name, den der Magier nannte, war mir unbekannt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"567f6f34f73279a84f269e4e02f0dd77\">\u201eDas, <em>yarl<\/em> Althopian, geht Euch nichts an. Euch auch nicht, meine Herren&#8221;, f\u00fcgte er an Lebr\u00e9oka und Tjiergroen gewandt hinzu, die verwirrt dreinschauten. \u201eEure V\u00e4ter haben achtbar Stillschweigen bewahrt, wie ich an Euren unbedarften Gesichtern erkenne. Glaubt mir, es ist zu Eurem Besten, wenn ihr nicht zu viel erfahrt. Alles, was hier gesprochen wird, verl\u00e4sst diesen Raum nicht, wenn Euch Euer Leben lieb ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a01ce2f19f6a6d811304af364d20879a\">\u201eAber&#8230;&#8221;, begehrte Lebr\u00e9koa verdutzt auf, aber der <em>mynstir <\/em>bremste ihn rasch mit einem mahnenden Blick. Eine solche unmissverst\u00e4ndliche Drohung war \u00e4u\u00dferst un\u00fcblich f\u00fcr den <em>teirand<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"bd425e4d6befc570ed9410a83bad51fd\">Benjus von Valvivant seufzte. Allzu wohl f\u00fchlte der Monarch sich nicht. \u201eVersteht mich recht. Es gibt Dinge, die m\u00fcssen andere nicht erfahren. Oder wollt Ihr verantwortlich sein, wenn Bangnis unter den braven Schutzbefohlenen ausbricht, wegen einer Angelegenheit, die <em>yarl<\/em> Althopian mit Freuden unter Kontrolle bringen wird?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ddcdde7d5c354ae8d13811e8e257faba\">\u201eIch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a1bb3b7a75396b0937f240d396f1e30a\">\u201eJa, Ihr. Ihr seid der Schattens\u00e4ngerfreund in diesem Raum. Ihr seid derjenige, dessen Haus und deren Kreis miteinander im Bunde stehen. Und somit seid Ihr auch derjenige, der daf\u00fcr sorgen wird, dass der <em>camat&#8217;ay<\/em> nicht zu Ende bringt, was immer er im Norden vorhat.&#8221; Der <em>teirand<\/em> neigte sich vor, den Weinkelch fest mit beiden H\u00e4nden umschlossen. \u201eIch bitte Euch: Setzt Euch auf seine Spur. Findet heraus, was er plant. Und verhindert es. Wenn Euch das zu meiner Zufriedenheit gelingt, werde ich davon absehen, Euch wegen Verrates bei Asga\u00fd Spagor anzuklagen, auf eine Weise, sodass auch die gn\u00e4dige Vorsprache Eurer Freunde Euch nicht rettet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"20c12ef387505e7ba108555d6c0dd27b\">\u201eUnd wenn ich meine Gr\u00fcnde habe, das nicht zu tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"deb6ddccc01be49df311732a69c52b1b\">\u201eDann ergeht es Euch wie allen <em>yarlay<\/em>, die zu fr\u00fcheren Zeiten einem <em>teirand<\/em> gegen\u00fcber Hochverrat begangen haben. Dann wird Euer eigenes R\u00fcstzeug im Feuer gl\u00fchend gemacht und Euch St\u00fcck um St\u00fcck angelegt. An Eurer Stelle w\u00fcrde ich mir gut \u00fcberlegen, ob Euer seltsamer Pakt mit dem Schwarzmantel ein so schmachvolles Ende wert ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7798046401244198441b7200b2f4af87\">\u201eIhr habt nichts gegen mich in der Hand, Majest\u00e4t.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e0ea5bf59169643a3f83aaca25d01ea6\">\u201eIch bin sicher, dass meine <em>yarlay<\/em> das in meinem Sinne anders sehen werden. Ebenso sicher bin ich, dass die Herren aus Wijdlant andere Sorgen haben werden, als Eure Haut zu retten. Und die F\u00fcrsprache von <em>yarl<\/em> Emberbey allein w\u00e4re wohl zu d\u00fcrftig, als dass sie Euch noch helfen k\u00f6nnte. Ich kann mich auf die Loyalit\u00e4t meiner Gefolgsleute verlassen. Nicht wahr, Herr L\u00e9ur? Herr Gundald?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8efed01cfd566da22d9a8b949a2913e2\">Lebr\u00e9oka und der <em>mynstir<\/em> regten sich unbehaglich. Dieses gnadenlose Gesicht ihres sonst so umg\u00e4nglichen Herrn kannten sie nicht. Wa\u00fdreth Althopian verbiss sich Widerworte. Eine derartige Drohung sprach selbst ein <em>teirand<\/em> nicht unbedacht aus. Benjus von Valvivant meinte es ernst.<\/p>\n<p data-p-id=\"729eec01069988c7d7fa94966780eeaf\">\u201e\u00dcberlegt es Euch gut, <em>yarl<\/em> Althopian. Wenn Ihr Euch beeilt, habt Ihr vielleicht noch genug Zeit, um den Damen von Iva\u00e1l hinterher zu eilen, um auch die Zukunft <em>Eures<\/em> Hauses zu sichern. Wie viel Eindruck mag es bei der Mutter der Dame machen, wenn Ihr Euren glanzvollen Turnierfolgen eine <em>echte<\/em> Heldentat hinzuf\u00fcgen k\u00f6nntet?&#8221; Der <em>teirand<\/em> l\u00e4chelte verdrie\u00dflich. \u201eDenkt Ihr, ich w\u00fcsste nicht, wie sehr es Euch umtreibt, der letzte einer Reihe von ruhmreichen Helden zu sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b461df0080599b749b887f6be7bcd5c5\">Der <em>yarl<\/em> neigte den Kopf. Dann erhob er sich. Diesmal hielt ihn niemand auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"bff5bec500c8d229bfc69f094e67f583\">\u201eGebt ihm sein Schwert zur\u00fcck, Lebr\u00e9oka. Und sorgt daf\u00fcr, dass sich jemand um sein Pferd k\u00fcmmert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a66e5366de432ae37b65c5aed2da3cdf\">\u201eMajest\u00e4t &#8230; Ihr lockt mich mit Versprechungen und sehr erstrebenswerten Belohnungen. Aber Ihr wisst auch, dass es kein h\u00f6heres Gut f\u00fcr meine Familie gibt als Ehre und Redlichkeit. Sollte ich in eine Lage geraten, in der ich mich entscheiden muss &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"65e342f05e1d0802912b232f5676e853\">Der <em>teirand<\/em> musterte den Ritter eine Weile pr\u00fcfend. Wa\u00fdreth Althopian g\u00fcrtete sein Schwert um und erwiderte den Blick.<\/p>\n<p data-p-id=\"7cf47c7e729080812ee9d5f3e32205da\">\u201eIn diesem Moment werdet Ihr Euch f\u00fcr das Richtige entscheiden&#8221;, sagte er. \u201eUnd Ihr sollt auch wissen, wie stolz ich mich dereinst sch\u00e4tzen w\u00fcrde, Euch unter <em>meinen<\/em> <em>yarlay<\/em> zu wissen. Nur f\u00fcr den Fall, dass Asga\u00fd Spagor eines Tages tats\u00e4chlich die Freude an seinem <em>teirandon<\/em> verlieren sollte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fc6620a7dc017a768dcbf32df9a54516\">Althopian verneigte sich, wandte sich ohne ein weiteres Wort ab und ging. Der <em>mynstir<\/em> \u00f6ffnete ihm die T\u00fcr, wobei er betreten dessen Blick auswich.<\/p>\n<p data-p-id=\"02fc8c72f20bbfffe2f4d991eeb61c7b\">Isan zuckte zusammen. Das M\u00e4dchen stand, einen tropfenden Lappen und eine Schale in der Hand da, und zwar wohl schon eine ganze Weile.<\/p>\n<p data-p-id=\"69aa576f2d651120f60ab9ba8d547dd9\">\u201eDu schon wieder!&#8221;, rief Gundald Lebr\u00e9oka aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"b474bcbb23106a75fe63155a5b6e594f\">Isan hob ihr Waschtuch an. \u201eIch &#8230; Herr, ich h\u00f6rte, man habe Euch niedergeschlagen. In so einem Fall ist es wichtig, sofort den Kiefer zu k\u00fchlen, und &#8230; und&#8230;&#8221; Sie schaute zu Wa\u00fdreth Althopian auf, dem sie offensichtlich im Weg stand. \u201eOh &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5fdd887661366f8cf3ce9cfd92d58a65\">\u201eMajest\u00e4t&#8221;, fragte der Ritter, ohne sich umzudrehen. \u201eW\u00e4re es zu viel verlangt, wenn ich darum bitte, dass diese junge <em>f\u00e1njula<\/em> mich auf meinem Weg begleitet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d7c227cf9e3bc3da7999f39b6107eae\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"b4becd2d6e72cc055ab140c03d8eb7c0\">Ich war ein wenig entt\u00e4uscht dar\u00fcber, dass Yalomiro mich nicht geweckt hatte, als er den Ritter bemerkte. Tats\u00e4chlich erz\u00e4hlte er mir erst davon, als wir den H\u00fcgel hinabgestiegen waren und bereits eine ganze Weile die Grenzlinie entlang wanderten. Die \u00fcppig bewaldeten Anh\u00f6hen auf der einen und die trostlos-grauen Felder mit den struppigen Gr\u00e4sern, die sich in weite Ferne erstreckten, zu unserer anderen Seite gaben mir tats\u00e4chlich das Gef\u00fchl, mich entlang einer Wand zu bewegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5acdb0549b595a9bf32dc023e4856ecd\">Das Erwachen war seltsam gewesen. Obwohl ich mich auf der blanken Erde wiedergefunden hatte, f\u00fchlte ich mich so erfrischt und behaglich, als h\u00e4tte ich in einem weichen Bett gen\u00e4chtigt. Mit dem Wasser aus dem bergauf str\u00f6menden B\u00e4chlein konnte ich mich waschen und es auch bedenkenlos trinken, so klar und k\u00f6stlich war es.<\/p>\n<p data-p-id=\"0c5cc54c9307b38f438c49904168591b\">Ich ahnte, dass das angenehme, ver\u00e4nderte K\u00f6rpergef\u00fchl etwas mit dem zu tun hatte, was ich in der Nacht erlebt hatte. Aber das war nebens\u00e4chlich gegen\u00fcber dem, was ich empfunden und gef\u00fchlt hatte, w\u00e4hrend Yalomiro sein magisches Lied gespielt hatte. Ich konnte es nicht in Worte fassen. Doch ich war mir sicher, dass sich zwischen uns etwas ereignet hatte, was so nicht beabsichtigt gewesen war und nichts mit Magie zu tun hatte. Zumindest nicht mit der, die er kontrollieren konnte. Es war allerdings nicht n\u00f6tig, es auszusprechen. Ich sp\u00fcrte, dass Yalomiro ganz \u00c4hnliches erlebt und empfunden hatte wie ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"42f8077ce0fd9d539ff30b3e6180fb8c\">Also redeten wir \u00fcber andere Dinge.<\/p>\n<p data-p-id=\"7153434595b2a99c04a0c54306b49d55\">\u201eWas Gor Lucegath vollbracht hat, ist faszinierend und unaussprechlich&#8221;, erkl\u00e4rte Yalomiro. \u201eOffenbar hat er das Reich der <em>teiranda<\/em> mit einem Zauber belegt, sodass keiner der Bewohner es ohne seine Zustimmung verlassen kann. Vermutlich verdreht er sogar das Ged\u00e4chtnis und den Willen der Menschen, die in K\u00edan\u00e1 von Wijdlants <em>teirandon<\/em> leben. Ich bin \u00fcberzeugt, dass keiner von ihnen sich au\u00dferhalb der Grenzen daran erinnern kann, was innerhalb davon passiert. Offenbar hat selbst Wa\u00fdreth Althopian keinen Verdacht gesch\u00f6pft, als er Freundschaft mit Andri\u00e9r Altabete schloss.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7a4c2f0b390603c381daf8ae61a4d646\">\u201eDas ist so schwer zu verstehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8e473bc7609e6f863147e3296d3caf72\">\u201eIch stelle mir vor, dass <em>yarl<\/em> Altabete, sobald er Wijdlant verlassen darf, er selbst ist, abgesehen von seinen Erinnerungen. In denen f\u00fchrt er vermutlich ein ganz normales Leben, von dem er berichten darf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"49da1b6f09d16491a43e37aaa6d89106\">\u201eUnd Leute, die einfach nur auf der Durchreise sind?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"16732e2b260bc97f6653c81b202c9efb\">\u201eWahrscheinlich kommt denen all das hier lediglich etwas trist und unheimlich vor.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"98253fcfb44164e610313e444971ec6b\">Ich ging an Yalomiros Seite und hatte keine Ahnung, wohin er eigentlich wollte. Scheinbar suchte er eine g\u00fcnstige Stelle, um die Grenze zu \u00fcberschreiten, ohne dass Meister Gor sofort auf ihn aufmerksam wurde. Ich fragte mich, ob das \u00fcberhaupt m\u00f6glich war, wenn doch das ganze Gebiet unter einem Bann stand. Es war doch davon auszugehen, dass es eine Art Alarm ausl\u00f6sen w\u00fcrde, falls jemand wie Yalomiro dort eindringen w\u00fcrde. So stellte ich mir das zumindest vor.<\/p>\n<p data-p-id=\"538afea24faadba9de980eb3397ba873\">\u201eUnd wozu das alles?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"269649869f8ece989264de36f5ca70ea\">\u201eWeil nicht einmal Meister Gor es bewerkstelligen k\u00f6nnte, ein weitl\u00e4ufiges <em>teirandon<\/em> unter seine Gewalt zu bringen, ohne dass es einem Au\u00dfenstehenden auf Dauer verd\u00e4chtig vork\u00e4me. Von Benjus von Valvivant wissen wir, dass er erpresst wird, der bedauernswerte Mann. Andere <em>teiranday<\/em> w\u00e4ren vielleicht etwas schwieriger zahm zu halten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ebf150ee01c9cca926f505efe0c1b5a\">\u201eDer <em>teirand<\/em> Asga\u00fd von Spagor zum Beispiel?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f72168d04c6997e216ad08a0e0a26eca\">\u201eIch sehe, du hast den Menschen in Valvivant gut zugeh\u00f6rt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e6a181ece794f030996609f70ae87197\">\u201eIch hatte eine hervorragende F\u00fchrerin.&#8221; Ich fragte mich, wie es Isan und Verta wohl zwischenzeitlich ergangen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"949c661b426c5292007010910a6a4eab\">\u201eM\u00f6glicherweise will Meister Gor nichts riskieren, bevor er nicht das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> in H\u00e4nden h\u00e4lt. Wenn er wei\u00df, wie man es &#8230; einsetzt, w\u00fcrde ihn das wahrscheinlich allgewaltig machen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1660daba3a0bbd4cfc5d427db4491bd6\">\u201eWovor k\u00f6nnte er Angst haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"df34e6a1ab2f721b786fc784d8e805dd\">\u201eEr hat keine Angst. Er hat viel <em>Geduld<\/em>. Und offenbar alle Zeit der Welt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7693b081f9fb0f9c9ab9b70b80051c78\">\u201eGut. Also: Wer k\u00f6nnte ihn daran hindern, zu tun, was er tut?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1365f6ba71e38305cd0f155c3f4df79a\">\u201eNun, sie sind zwar weit weg. Aber vergessen wir nicht, dass es wohl immer noch die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> in Aur\u00f3p\u00e9a gibt. Vielleicht hat er vor denen, zumindest vor der gro\u00dfen <em>faj\u00eda<\/em> [Fee] noch ein klein wenig Respekt. Aber solange bei den Regenbogenrittern niemand um Hilfe bittet, werden sie den weiten Weg nicht auf sich nehmen, um hier jenseits des Montaz\u00edel nach dem Rechten zu sehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0cc46de5f21760ab404daf4335d5d796\">\u201eWer ist die <em>faj\u00eda<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9320c19a3ec89394947c6fba04b8ac46\">\u201eDie Anf\u00fchrerin der <em>arcaval&#8217;ay<\/em>.&#8221; Er blieb stehen und sp\u00e4hte \u00fcber die Felder mit dem kraftlosen Getreide.<\/p>\n<p data-p-id=\"02c6165d3c917e96fd09759a2d9e8030\">\u201eHier versuchen wir es&#8221;, sagte er dann pl\u00f6tzlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"18335a6f787d6c19c5acfb604845b37a\">\u201eWas versuchen wir?&#8221;, fragte ich. Eigentlich h\u00e4tte ich gerade gerne mehr \u00fcber die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> und die <em>faj\u00eda<\/em> erfahren.<\/p>\n<p data-p-id=\"f3b603342bf551043b25b2b9544e177e\">\u201eIch m\u00f6chte mit dir etwas ausprobieren. Und ich will, dass du es <em>bewusst<\/em> erlebst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c2b776ee683d414e9de80787d869a883\">\u201eWovon redest du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5ef144eb521084ca4c57b6763f5766b9\">Er deutete auf den Boden. \u201eSiehst du den Schatten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"141f557309c667615eee87da5f07c021\">Ich h\u00e4tte nicht darauf geachtet, wenn er mich nicht darauf aufmerksam gemacht h\u00e4tte. Der Schattenwurf, den er meinte, wurde durch den schlanken Wipfel eines Nadelbaumes oben auf dem H\u00fcgel verursacht, der die B\u00e4ume ringsum ein St\u00fcck \u00fcberragte. Die Morgensonne stand nun gerade so hinter dem Wald, dass der einzelne gro\u00dfe Baumschatten wie ein Finger bis ins Feld hinein ragte, bevor er sich im Nebel verlor.<\/p>\n<p data-p-id=\"0206e519d270ddd42713ebbb4584ab7e\">\u201eUnd?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bbd19b31df19cd03ca5f76856caf92c8\">Er trat neben mich, und ehe ich es mich versah, hatte er seinen Arm um meine Schulter gelegt und dabei seinen Mantel \u00fcber mich ausgebreitet. Mit sanftem Druck schob er mich einen Schritt nach vorn, mein Fu\u00df ber\u00fchrte den Schatten. Schlagartig wurde es finster und die Welt verschwand.<\/p>\n<p data-p-id=\"27d9bd6d0e454b33b950722b8316e49a\">Und genau so schnell war es wieder vorbei. Das sanfte Morgenlicht, das vom Wald her\u00fcber fiel, blendete. Der Schatten befand sich nun hinter uns. Das ganze hatte keinen Lidschlag gedauert.<\/p>\n<p data-p-id=\"7802451a8c099f61ebefc54c0f4c2509\">\u201eWas &#8230; was war das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"35f579c99f654fe7ac10f96a47695bcf\">\u201eWir sind einen Schritt durch Nokt\u00e1mas Dom\u00e4ne gegangen. Wie ist es dir bekommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3691d7bdd2eed09a4650a09bd54ffd03\">\u201eNun ja &#8230; ich glaube, es geht mir gut.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"44eaff64fdba4beb53159ade82682c7e\">\u201eDann gleich noch einmal.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c7038ee1b6ef5222acaf48c3a687f51\">Er drehte sich um, packte fest zu und zog mich erneut mit sich. Wieder wurde es in Sekundenbruchteilen stockdunkel und dann wieder taghell. Und noch einmal. Und noch einmal.<\/p>\n<p data-p-id=\"af98530875788b62234ac1b95540a00c\">Das Unangenehmste daran war, dass meine Augen gegen das st\u00e4ndige Hin und Her von Hell und Dunkel aufbegehrten und ich blinzeln musste. Es war, als knipse jemand in einem fensterlosen Raum das Licht an und aus, wie ein Stroboskop.<\/p>\n<p data-p-id=\"05c5592e6cb7db346982de1db33ea26d\">\u201eGeht es dir immer noch gut?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bd06138be0398c55a72194a27be7e21b\">\u201eIch glaube schon.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"946cd599cc3f9f0de7b98c4434435a0b\">\u201eHervorragend. Als Meister Ask\u00fdn es mich damals lehrte, war mir tagelang \u00fcbel und schwindelig. Dann lass es uns wagen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1cebb00b0d662ee9c19f399ac0a554d5\">Gerade als ich ihn fragen wollte, was er da \u00fcberhaupt tat, blieb er mit mir im Schatten stehen. Jetzt begriff ich, dass die Finsternis etwas anderes war als das Fehlen von Licht. Ich sp\u00fcrte keinen Grund mehr unter den F\u00fc\u00dfen und klammerte mich instinktiv an Yalomiro fest. Erschrocken aufgeschrien hatte ich wohl auch. Aber ich h\u00f6rte meine Stimme nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"f2397cab19d3a0a1d4cb250b92fef444\">Etwas pulsierte \u00fcber meinen K\u00f6rper, achtsam und z\u00e4rtlich. Yalomiro l\u00f6ste vorsichtig meine Finger, die sich fest in seinem Arm gegraben hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"4601fcfaaa6e009e6250fa32ee4e05f9\"><em>Ruhig, <\/em>h\u00f6rte ich ihn. <em>Nimm meine Hand. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"811b6cdcf9e94f67f71ccf5cbaf24888\">Ich tastete danach. Sehen konnte ich nichts, rein gar nichts. Diese Dunkelheit war schw\u00e4rzer als Schwarz.<\/p>\n<p data-p-id=\"dcd2a0dbb68897e812b6b315c1e39d48\"><em>Denk nicht dar\u00fcber nach, <\/em>riet er mir. <em>Wie f\u00fchlst du dich nun?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"8917e1bba4c5f8ec82d22251ec9ddcf0\">Ich wollte ihm antworten, aber kein Laut kam \u00fcber meine Lippen. Ich besann mich und dachte: <em>Ich wei\u00df nicht. Es tut nicht weh.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"35bda5c778c520bad02adc40683d6c86\"><em>Nein, nat\u00fcrlich nicht. Hast du Angst?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"1925b5a5e2ee330e1e50d3f62c38f33b\"><em>Nein. Nicht, solange du mich festh\u00e4ltst.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"6e8422367c20c56f1964f1ee6cd70914\"><em>Dies ist der sicherste aller Orte. Dies ist Nokt\u00e1mas Dom\u00e4ne. Wir sind im Innersten der Dunkelheit.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"99631c911dab01f44ae131c33c25737f\">Ich wollte etwas entgegnen, aber er unterbrach mich. <em>Nicht dar\u00fcber nachdenken! Und vor allem: Lass mich nicht los. Du w\u00fcrdest mich hier nicht wiederfinden. In Nokt\u00e1mas Dom\u00e4ne sind Zeit und Raum anders, als du es gelernt hast.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"169dd592847cf2045d294d3b3506807c\"><em>W\u00fcrdest du bitte aufh\u00f6ren, Dinge aufzuz\u00e4hlen, an die ich <\/em>nicht<em> denken soll?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"070b40754767766e20457dec968717db\">Er setzte sich in Bewegung. Ich vermutete, dass er sich am\u00fcsierte. <em>Komm!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"0512725207a69ce94248df217e0d9617\">Tats\u00e4chlich \u2013 gehen konnte man an diesem seltsamen Ort. Es war nicht, als ob ich schwebte oder richtungslos durch Leere taumelte. Sicher war das Yalomiros Verdienst. Solange ich mich von ihm f\u00fchren lie\u00df, brauchte ich mir keine Gedanken zu machen.<\/p>\n<p data-p-id=\"02b7f68e8f21a530929634df192ee99b\"><em>Du kannst die Augen schlie\u00dfen, <\/em>instruierte er mich munter. <em>Zu sehen ist hier ohnehin nichts. Aber wenn man es die ersten Male tut, f\u00e4llt es leichter.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"fe0bd6eb8d54ed6876aebc1766fa8873\">In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden pulste dieses Streicheln \u00fcber mich hinweg. Vermutlich war es Yalomiros <em>maghiscal<\/em>, die synchron zu seinem Herzschlag brandete. Zu h\u00f6ren war hier nichts, aber die Stille war sonderbar angenehm und die Dunkelheit warm. Da nichts meine Sinne ablenkte, nahm ich wieder den zarten Duft wahr, der von ihm ausging. Ich atmete tief durch, machte die Augen zu und zwang mich, ganz normal auszuschreiten. Nach einer Weile ging das ganz gut. Etwa alle zehn Schritte sp\u00fcrte ich die Energie. Das gab mir einen Rhythmus, an dem ich mich orientieren konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"e3dd975af3cbbe3ec341b9179bfda537\"><em>Es gibt hier nichts, wor\u00fcber du stolpern k\u00f6nntest und keine Abgr\u00fcnde, die sich auftun. Du kannst unbesorgt gehen. Nicht so zaghaft. Dies sind die Schatten. Hier bist du geborgen. Hab Vertrauen! Komm!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"4c5295c74cfdbe44e05bc7fe23925b21\">Ehe ich es mich versah, setzte er sich ruckartig in Bewegung. Er lief los und zog mich mit sich. Ich packte seine Hand und eilte ihm hinterher.<\/p>\n<p data-p-id=\"6e7148cc18472c890f9a027a39804b3c\"><em>Was tust du?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"1a1107c3120d1defb195b1bb155398f6\"><em>Komm! Lass uns rennen!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"9da7f61b8c3a60c8a2c9a2113927f64e\"><em>Warum?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"ee3d5fa6f0894f182732d58fb2d06fa1\"><em>Einfach so!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"70f5960f2041657b8c0e5fb22efc0b10\">Er lachte und stob ein paar Schritte voran. Mir blieb nichts anderes \u00fcbrig, als mit ihm Schritt zu halten. Ich rannte blindlings ins Dunkle hinein, Hand in Hand mit dem Schattens\u00e4nger, ohne zu sehen, ohne Boden unter den F\u00fc\u00dfen. Ich lie\u00df mich von dem \u00dcbermut anstecken, der ihn unversehens ergriffen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5ac0725dd08a85656e1380e1ead6fe0b\">Das machte Spa\u00df!<\/p>\n<p data-p-id=\"898b1352086f99fb076f234026c73715\">Ich konnte nicht anders. Ich begann zu kichern. Er jagte mit mir umher. H\u00e4tte er mich nicht die ganze Zeit sicher an der Hand gef\u00fchrt, es w\u00e4re gewesen, als spielten wir miteinander Fangen. Ich genoss die v\u00f6llig ungewohnte kindliche Freude, die mich \u00fcberkam. Zugleich wurde mir wurde bewusst, dass ich ihn zuvor noch nie so gut gelaunt erlebt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a9c480eba57913b589032ac5e751b495\">Da blieb er unvermittelt stehen, und ich prallte mit ihm zusammen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e544f0a9f09d0bf89be902b4d6d5e403\">Sein bet\u00f6render Pflanzenduft \u00fcberw\u00e4ltigte mich. Ich stand so nahe bei ihm, dass ich seine <em>maghiscal<\/em> ganz intensiv sp\u00fcren konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1263d30f6e51110c6a39d5f08c390711\"><em>Ich bin gl\u00fccklich, dass wir zusammen an diesem Ort sind, <\/em>dachte er, pl\u00f6tzlich so ernst, dass ich erschauerte. <em>Ich bin so froh, dass ich dir die Dunkelheit zeigen kann. Komm. Wir gehen weiter.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"1ec79a5536b289ed1575a31c6aa5b178\"><em>Kann Meister Gor uns hierher folgen?, <\/em>fragte ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"d1ad91c626da5e54d803839a8d2123fc\"><em>Nein. Nur <\/em>camat&#8217;ay<em> wissen, wie man den Schatten betritt.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"7fc805ab02d7911c43f0197c1e076f4a\"><em>Und wieso bin ich dann hier?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"c59c44978a0c70ee29d95efb87a2d4d7\"><em>Weil du seit gestern Nacht ein wenig Schattens\u00e4ngermagie in dir tr\u00e4gst und mit mir verbunden bist.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"97493b868cf598fc97e1583295e88d82\"><em>Aha &#8230;<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"110117d4425abf29a59b40e623029d4c\"><em>Stell es dir vor, als sei meine <\/em>maghiscal<em> wie eine Seifenblase um dich und mich herum, die uns beschirmt.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"3f698a65d10157b6fa51fc8f31554763\"><em>Und damit k\u00f6nnen wir beliebig weit an jedes erdenkliche Ziel gehen?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"541aa4b8f7daa45c538a6019272a4c3d\"><em>Im Prinzip schon. Aber ich bin nicht m\u00e4chtig genug, um uns beide auf eine lange Wanderschaft zu f\u00fchren. Alles, was wir tun, ist, uns eine Weile zu verstecken, <\/em>setzte er munter hinzu.<\/p>\n<p data-p-id=\"a47a42bfe391650d091ac4dd56531e48\"><em>Und<\/em> w<em>ohin gehen wir?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"7527fb1f81867b3e9b99b768cc72f556\"><em>Zur Nordgrenze des <\/em>yarlm\u00e1lon<em> Mor\u00e9aval. Von dort aus soweit nach Norden wie m\u00f6glich. Mit etwas Gl\u00fcck dauert eine Weile, bis Gor Lucegath unsere Spur aufnehmen kann. Er kann nicht ahnen, an welcher Seite wir unter seinem Reich wieder hervorkommen. Ich bin sicher, im Haus Althopian bist du gut aufgehoben. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"80dc00223e5548e2fa48509cb387c26a\"><em>Warst du schon einmal da?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"a9cce1c577e6c1dd2eac8062602a63fb\"><em>Nein. Aber Meister Ask\u00fdn war in seiner &#8230; Jugend dort. Eine herbe, gr\u00fcne Landschaft mit riesigen Weiden f\u00fcr die Pferde. Jeder <\/em>yarl<em>, der etwas auf seine Ritterw\u00fcrde h\u00e4lt, so hei\u00dft es, hat mindestens ein Ross aus der Zucht des Hauses Althopian im Stall. Davon hast du sicher in Valvivant bereits geh\u00f6rt<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"98633475cf310ed1c2266ff6fe660844\"><em>Und du gehst dann weiter, um das <\/em>ay&#8217;cha&#8217;ree<em> zu suchen?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"8ba1edba8fa4cf149fe8812f3cc524be\"><em>Nein. Sobald ich dich in Sicherheit wei\u00df, werde ich <\/em>hierher<em> zur\u00fcckkehren.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"95a26f93629e0fa7562336a3333e0160\">Ich blieb stehen. Da er mich bei der Hand hielt, stoppte das auch ihn.<\/p>\n<p data-p-id=\"77496ab78f9d0b8fd19dedab0cea672e\"><em>Wie bitte? Aber &#8230; wieso?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"da2ba169733eba17fcbbd604fd1621ec\"><em>Kannst du dir das nicht denken? Hast du das kleine Tier vergessen, das auf seltsame Weise mit dem Brief des Ritters von heute fr\u00fch zu schaffen hat?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"942bad11797b41aa7ed74b84424867b6\"><em>Die Brieftaube?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"1c5aa570716d6620657f00a227288c94\">Der Rhythmus des Energiepulses beschleunigte sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"74acd68aada8fd36a5dc691901855d0f\"><em>Nie im Leben war es eine Brieftaube. Es hat sich in Pianmur\u00edt, unbemerkt von Gor Lucegath, etwas an all seinen Zaubern vorbei zugetragen, so unbedeutend und mangelhaft es am Ende auch gewesen ist. Wei\u00dft du, was das bedeuten k\u00f6nnte?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"00f8583d09d2ef9da4504709fb20611c\">Ich konnte mir Einiges vorstellen. Es konnte doch nicht so schwer sein, eine Botschaft aus der Burg herauszuschmuggeln. Eine altmodische Brieftaube w\u00e4re doch nur die naheliegende M\u00f6glichkeit.<\/p>\n<p data-p-id=\"991a060c9ee2fd5667eccd407abf4944\">Aber ich ahnte, dass Yalomiro etwas ganz anderes glaubte. Etwas, das so ungeheuerlich war, dass es sich letztlich nur um eine verzweifelte Hoffnung handeln konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"27754781825ae79df9146e9d6887d393\"><em>Ich glaube, dachte er, <\/em>und sein Gedanke war ein zaghaftes Wispern<em>, jemand hat &#8230; \u00fcberlebt.<\/em><\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2071","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2071","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2071"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2071\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3874,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2071\/revisions\/3874"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2071"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2071"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2071"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}