{"id":2058,"date":"2025-08-24T19:30:20","date_gmt":"2025-08-24T17:30:20","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2058"},"modified":"2025-09-01T09:40:59","modified_gmt":"2025-09-01T07:40:59","slug":"011-ein-koeder-fuer-noktama","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/011-ein-koeder-fuer-noktama\/","title":{"rendered":"011: Ein K\u00f6der f\u00fcr Nokt\u00e1ma"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"271555c75378fac73d52f93edf768dae\">\u201eSchaut nur&#8221;, sagte eine weibliche Stimme, \u201esie wacht auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fddb8c9ce61e938a5a011f3fdd5a1d58\">\u201eSeid geduldig, <em>Herrin<\/em>.&#8221; Das war der bedachtsame Tonfall des Rotgewandeten. \u201eErschreckt sie nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bca2c390bd4ad65b57cb2561da243033\">Ich \u00f6ffnete die Augen. Die Person, die sich \u00fcber mich beugte, war keine Frau. Das war unm\u00f6glich. So <em>makellos<\/em> konnte ein echter Mensch nicht aussehen. Oder doch?<\/p>\n<p data-p-id=\"a4157f11473f84a028bca28a951104b5\">Ihr Gesicht war absolut ebenm\u00e4\u00dfig, ihr Teint sehr hell und ohne jegliche Unreinheit. Ausdrucksvoll geschwungene Brauen w\u00f6lbten sich \u00fcber eisblauen Augen mit langen, dichten Wimpern. Sie hatte eine schmale Nase und sinnliche Lippen. \u00dcber ihre Schultern waren mehrere kunstvoll geflochtene, silberblonde Z\u00f6pfe drapiert.<\/p>\n<p data-p-id=\"9f3818e0c9c16817b560e2fe15747302\">Ich schrak hoch und setzte mich rasch auf. Die junge Frau strahlte.<\/p>\n<p data-p-id=\"688810123d0a4856452999a9991389e9\">\u201eDu bist wieder bei dir! Wie sch\u00f6n! Ich bin K\u00edan\u00e1 von Wijdlant&#8221;, sagte sie und nahm wieder an Gor Lucegaths Seite Platz.<\/p>\n<p data-p-id=\"a12c47d309936b8bdb894cf5d672f3eb\">Offensichtlich befanden wir uns innerhalb des Wagens, doch hinaus schauen konnte ich nicht. Die Kutsche war keine geschlossene Konstruktion, eher ein Karren, der an den schmalen Enden massive Seitenw\u00e4nde und ein festes Dach hatte. Die Einstiege waren mit grauen Schleiern verh\u00e4ngt, die blickdicht waren und dennoch Tageslicht durchlie\u00dfen. Der Boden und die aus stabil geflochtenem Korbwerk bestehenden Sitze waren mit Matten und schlichten Kissen auslegt. Das gesamte Fahrzeuginnere war etwa so lang, aber weniger breit wie ein Eisenbahnabteil.<\/p>\n<p data-p-id=\"32118930b480c6fbe16731eedda23e8c\">Der Wagen fuhr z\u00fcgig, ich sp\u00fcrte die Bewegung und h\u00f6rte von drau\u00dfen Hufschlag und ab und zu ein Schnauben im Schritt gehender Pferde.<\/p>\n<p data-p-id=\"e4e16fd66e5b5134c53d388bd9115f49\">Die <em>teiranda<\/em> l\u00e4chelte. Ihr vornehm graues Kleid war k\u00f6rperbetont, aber nicht aufreizend, der gl\u00e4nzende Goldschmuck dazu geschmackvoll gew\u00e4hlt. Sie trug kostbare Ringe an ihren feingliedrigen H\u00e4nden und eine schmale, mit rauchigen und klaren Edelsteinen besetzte Krone.<\/p>\n<p data-p-id=\"e61221cc269ff2254db28c590281e5da\">Mir wurde bewusst, dass ich sie anstarrte. M\u00f6glicherweise sogar mit offenem Mund und aufgerissenen Augen. Ich rief mich zur Ordnung. \u201eGuten Tag &#8230; Majest\u00e4t. Ich hoffe, das ist die korrekte Anrede&#8221;, stammelte ich los.<\/p>\n<p data-p-id=\"34ff4830bd9ed3b7ce220368102ec806\">Sie l\u00e4chelte best\u00e4ndig. \u201eWie es dir gef\u00e4llt und es in deiner Welt Gebrauch ist. Du bist unter Freunden. Wie hei\u00dft du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0d7464dfc1ad4367c7734a915a25619a\">\u201eUjora.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8fc1cc67f21a53c4b5e38bf29b860b03\">\u00dcber das Gesicht der <em>teiranda <\/em>zuckte ganz kurz Verwirrung hinweg. Gor Lucegath l\u00e4chelte am\u00fcsiert. Er sa\u00df unbeeindruckt neben ihr. Sein Schwert hatte er zwischen seine F\u00fc\u00dfe gestellt. Griffbereit. Ich schauderte.<\/p>\n<p data-p-id=\"db749b1419800be1b021c27651a23e4a\">\u201eNun gut &#8230; Ujora. Wir sind auf dem Weg in mein <em>teirandon<\/em>&#8220;, fuhr die <em>teiranda<\/em> fort. \u201eDort bist du in Sicherheit, als unser Gast. Ich freue mich, deine Bekanntschaft zu machen, weit gereiste <em>Ujora<\/em> aus einem anderen Weltenspiel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b31897ecc6bf1bb25fa14eb91ff6a5b7\">\u201eDanke&#8221;, entgegnete ich verdutzt. Um Himmels willen, wie redete man mit einer Monarchin?<\/p>\n<p data-p-id=\"40e48ce165ae4d6d39a13385fbdb837e\">\u201eDie <em>teiranda<\/em>&#8220;, unterbrach der Rotgewandete hilfreich, \u201eist hocherfreut, dich zu sehen. Ich muss zugeben, wir waren besorgt, als du zur Begr\u00fc\u00dfung die Besinnung verloren hast. Das muss \u00fcbergro\u00dfe Nervosit\u00e4t gewesen sein. Aber nun geziemt es sich, wenn du auch Platz nimmst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"43d90d7ca1ab8ab6d2f62da0ee24b2f3\">\u201eJa&#8221;, strahlte sie. \u201eDu darfst jederzeit in meiner Gegenwart sitzen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"44d6df7b26594fe6f0cca92872aaf8a9\">War das ein Privileg? Wahrscheinlich. Ich tastete nach dem Korbsitz hinter mir und stemmte mich wenig elegant hinein, ohne die beiden aus den Augen zu lassen. Der <em>goala&#8217;ay<\/em> erschien mir vorerst \u2013 so sehr ich mich dagegen str\u00e4ubte \u2013 vertrauensw\u00fcrdiger als die Sch\u00f6nheitsk\u00f6nigin neben ihm. Nicht, dass K\u00edan\u00e1 von Wijdlant unsympathisch gewesen w\u00e4re, das nicht. Sie war auch sicher harmlos, freundlich. Aber sie wirkte so seltsam &#8230; unnat\u00fcrlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"1e053fe487ff49949c7c275b8dadb333\">\u201eWo ist Yalomiro?&#8221;, fragte ich z\u00f6gerlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"8ad648b2cd9525292beebe4d82fc8903\">\u201eIn guter Verwahrung. Ich achte sorgf\u00e4ltig darauf, dass er mir nicht irgendwie <em>abhandenkommt<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eae627ef1a026a265d65b36c33a4bf9f\">Dass ich nicht weiter fragen sollte, musste er nicht gesondert aussprechen. Ich biss mir auf die Lippe.<\/p>\n<p data-p-id=\"b9b2cb30f71ff7caef1ff9ae7a54f1ab\">Die junge <em>teiranda<\/em> kicherte. Sie wirkte \u00fcberdreht. Stand sie wom\u00f6glich unter irgendwelchen Drogen?<\/p>\n<p data-p-id=\"db912c87ddf87af0c6c10aa91e184408\">\u201eOh ja, der Schattens\u00e4nger. Ja, ich verstehe dich gut, auch, wenn Meister Gor mahnend dagegen spricht. Doch der Schattens\u00e4nger ist weder ein geeigneter Freund noch ein zuverl\u00e4ssiger Begleiter. Es ist gef\u00e4hrlich, sich mit den <em>camat&#8217;ay<\/em> einzulassen. Sie sind skrupellos, haben ein eiskaltes Herz. Aber woher solltest du das wissen? Welch ein Pech, dass du ausgerechnet einem der schrecklichen Schwarzgewandeten begegnen musstest. Doch nun bist du bei uns. Du bist <em>sicher<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6936a71a294838e68960413bd26e7b86\">Ich war verbl\u00fcfft. \u201eJa, Majest\u00e4t, ungef\u00e4hr das hat Meister Gor mir auch schon gesagt. Zu mir war Yalomiro allerdings sehr freundlich und hilfreich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0faca67922b48e202ab7065415eb12d2\">Die <em>teiranda<\/em> nickte verst\u00e4ndnisvoll. \u201eIch wei\u00df. Doch es ist pure T\u00fccke, die von den Schattens\u00e4ngern ausgeht. Ich bin in all der Zeit vielen von ihnen begegnet und wei\u00df um ihren Fluch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"82dc3f6263ad391039765a4f4543a1ff\">Was? Sie hatte andere Schattens\u00e4nger gesehen? Wo? Wann? Was f\u00fcr ein <em>Fluch<\/em>? Ich wartete gespannt, aber sie wechselte das Thema.<\/p>\n<p data-p-id=\"2447dac676cda875146f47077914160d\">\u201eWas wei\u00dft du \u00fcber das Artefakt?&#8221;, erkundigte die <em>teiranda<\/em> sich neugierig. \u201eHat der Schattens\u00e4nger dir davon erz\u00e4hlt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3eaa48c4435f82931fa1e5f352453ca5\">\u201eNicht viel&#8221;, gestand ich. \u201eEr meinte, es sei besser, wenn ich m\u00f6glichst wenig dar\u00fcber wei\u00df, und dass es keinem Magier in die H\u00e4nde fallen sollte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"44b2c8f6d31502ce9abc31d8eabc7137\">\u201eGenaugenommen hat er dir wahrscheinlich gesagt, dass es <em>mir<\/em> nicht in die H\u00e4nde fallen solle&#8221;, \u00e4u\u00dferte der Rotgewandete belustigt. Die Situation schien ihm Spa\u00df zu machen. Das verunsicherte mich.<\/p>\n<p data-p-id=\"dc2da216a4c00186c27c178730444019\">Auch die <em>teiranda<\/em> schmunzelte. Wie alt mochte sie sein? Ich konnte es beim besten Willen nicht sagen. Sie wirkte erwachsen und kindlich zugleich. M\u00f6glicherweise war sie etwas j\u00fcnger als ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"323b90c132f303d70f41782daa15751b\">\u201eDu glaubst, es sei <em>Zufall<\/em>, dass du in diese Welt geraten bist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fa6decf97ed6155bdf97c46166f192c8\">Ich sch\u00fcttelte den Kopf und fragte mich, ob ich gerade hemmungslos gegen alle Formen der Etikette verstie\u00df. \u201eNun ja. Yalomiro konnte diesen verzauberten Schl\u00fcssel irgendwie in meine Welt bef\u00f6rdern. Er scheint zu glauben, dass ein Wesen namens Nokt\u00e1ma mich hierher versetzt hat. Aber ich denke, er hat erwartet, dass jemand &#8230; anderes erscheint.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ef8b39d779b2d03908699483d951fd2e\">\u201eNun&#8221;, sagte Meister Gor sarkastisch, \u201eso etwas passiert, wenn ein \u00fcberheblicher Sch\u00fcler seine Fertigkeiten \u00fcbersch\u00e4tzt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ce1e6b8c416747b4c71f810fd423baf\">\u201eIch denke, es war Zufall. Aber ich verstehe nicht einmal, wie es \u00fcberhaupt verschiedene Welten geben kann und wie das alles funktionieren soll. Das ist alles so <em>absurd<\/em>. Vielleicht tr\u00e4ume ich all das hier doch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d55d2ba92c719b7daa2d4e778bc96344\">\u201eOh&#8221;, machte die <em>teiranda<\/em> und schaute hilfesuchend zu dem Rotgewandeten hin\u00fcber.<\/p>\n<p data-p-id=\"71181abb486bbc5c0872a4427548847c\">\u201eDas Nebeneinander von Sph\u00e4ren ist ein Wissen, das deinen unkundigen Verstand \u00fcberfordern w\u00fcrde&#8221;, sagte Gor Lucegath milde. \u201eVor allem, wenn man in deiner Welt in anderer Weise denkt. F\u00fcr den Moment solltest du es einfach hinnehmen. Und es mag tats\u00e4chlich das Allerbeste f\u00fcr dich sein, wenn du nicht wei\u00dft, was es mit dem <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> auf sich hat.&#8221; Fast belustigt f\u00fcgte er hinzu: \u201eSo bist du in der Tat nichts weiter als eine arglose <em>f\u00e1njula<\/em>, die sich verlaufen hat und ein Obdach sucht. Nichts, was f\u00fcr mich<em> interessant<\/em> w\u00e4re.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0900956556c3a370060e3b423f48acb8\">Ich schauderte bei dem Gedanken, <em>interessant<\/em> f\u00fcr ihn zu sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"8cbb09e5cbe5e86e6cc243ea640a0c6f\">\u201eUnd diese Leute da drau\u00dfen &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7119cbe767dc901572d3c262d65030ef\">K\u00edan\u00e1 strahlte. \u201eMeine engsten Untergebenen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"31716c901695e730888c8d2b398bd270\">\u201eJa, aber was ist mit ihren Gesichtern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b57653e104c516e10d87d6e64a74c42\">Meister Gor richtete sich so j\u00e4h auf, dass ich zusammenzuckte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5ac266f2502bf899dce23590b2a46829\">\u201eIhre <em>Gesichter<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a408bbd7d5cbb35e3e996377525a96a7\">\u201eJa. Was ist mit ihren Gesichtern geschehen? Warum sehen sie so grausig aus?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b73eb881b2b86886a6bd06e27979f1c\">Die <em>teiranda<\/em> legte verwirrt ihre makellose Stirn in Falten. \u201eGrausig? Nun, <em>yarl<\/em> Altabete hatte einst diesen Turnierunfall, der Arme. Eine wirklich unsch\u00f6ne Narbe auf seiner Wange. Den M\u00e4chten sei Dank blieb sein Auge verschont.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ff7c652495ba0088058a8b452a5484b\">\u201eVerst\u00f6re meine Herrin nicht&#8221;, unterbrach der <em>goala&#8217;ay<\/em> sie. Dabei blickte er mich so scharf an, dass ich zusammenzuckte und eingesch\u00fcchtert schwieg.<\/p>\n<p data-p-id=\"adef8f753d36ebab0365b314b36ff32f\">Wieso wirkte die <em>teiranda<\/em> verwirrt? Sie musste doch wissen, dass ihre Gefolgsleute keinerlei Gesichtsz\u00fcge hatten? Oder war das in dieser Welt etwa normal? Der Rotgewandete lie\u00df mich nicht aus den Augen, offenbar bereit, mich erneut zu unterbrechen, sollte ich etwas sagen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8605e27b718921e5d81225a727e41770\">Sie wartete eine Weile. Dann wurde ihr das Schweigen wohl langweilig.<\/p>\n<p data-p-id=\"f0dd69d82c1e0a7d4458ec7663a0e65e\">\u201eDu bist m\u00fcde und ersch\u00f6pft, Ujora. Meister Gor und ich werden dich allein lassen und mit meinen Getreuen reiten, damit du in Ruhe etwas schlafen kannst.&#8221; Sie klopfte gegen die Holzwand, und der Wagen hielt an.<\/p>\n<p data-p-id=\"37677bb20ce1a7354e47e3631fd517c3\">\u201eAber ich will nicht schon wieder &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3561a8929eebc96038e8c4aad1ba89a5\">\u201eM\u00f6glicherweise&#8221;, erstickte der Rotgewandete in meinen Protest, \u201egelingt dir dein n\u00e4chstes Erwachen dort, wohin du dich sehnst, Ujora.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a1df5d46c8b6eced8f032d03b897f450\">Er schaute mich mahnend an, und die <em>teiranda<\/em> lachte ihr gurrendes Lachen. Jemand zog den Schleier vor der T\u00fcr auf. Die sch\u00f6ne Frau stieg aus. Meister Gor folgte ihr, nicht ohne mir unter seiner Maske einen letzten, warnenden Blick zuzuwerfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7226ec557e893302f5ecc90e1d6c828d\">Kaum war der Vorhang geschlossen, erfassten mich ein sachtes Schwindelgef\u00fchl und erneut bleierne M\u00fcdigkeit. Das ging so schnell, dass mir keine Zeit blieb, \u00fcber die Worte der <em>teiranda<\/em> und des Rotgewandeten nachzudenken. Ich war mir ziemlich sicher, dass er irgendeinen dezenten Zauber gewirkt hatte, um mich von weiterem unbedachtem Gerede abzuhalten. Aber das war mir fast gleich, ich konnte nicht mehr zusammenh\u00e4ngend denken. Ich zog die Beine an und lie\u00df mich vom Gerumpel des Wagens und dem Hufgetrappel ringsum einlullen. Ich d\u00e4mmerte hin\u00fcber in einen tiefen Schlaf ohne Tr\u00e4ume. Nur ein bitterer Geschmack, vielleicht ein \u00dcberrest des Wassers aus Meister Gors Trinkflasche, haftete noch einige Zeit auf meinen Lippen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"ba1c501e886e522fb377948e8c582516\">Der Schattens\u00e4nger schreckte im selben Moment keuchend aus seiner Ohnmacht hoch.<\/p>\n<p data-p-id=\"b1a49618797f44ab8df848ec5983794d\">Neben und vor ihm trotteten Pferde, auch er selbst bewegte sich, r\u00fcckw\u00e4rts. Dabei hing er vorn\u00fcbergebeugt an straff um seine Armbeugen gezurrten Gurten, eine stabile Holzwand im R\u00fccken. Seine F\u00fc\u00dfe pendelten haltlos ein St\u00fcck \u00fcber dem Boden. Mit jeder Unebenheit schnellte Schmerz durch seine Schultern. Wahrscheinlich hatte das ihn wieder zu Bewusstsein gebracht.<\/p>\n<p data-p-id=\"9c252408907478dd01e484083ce91abf\">Die <em>teiranda<\/em> und Gor Lucegath ritten hinter dem Wagen her. Aber es waren noch mehr Menschen in der N\u00e4he. Er h\u00f6rte die Tritte weiterer Pferde, knarrendes Leder und Metall, das klimperte. Aber die Reiter schwiegen. Keiner sagte ein Wort, nicht einmal, um sein Ross anzuspornen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0a6f8e22dc56153534ff0c17250c7a18\">Er versuchte, die H\u00e4nde zu bewegen, aber der Goldreif blieb unerreichbar f\u00fcr seine Fingerspitzen, ein Maulkorb f\u00fcr seine <em>maghiscal<\/em>. Wo das Metall ihn nun schon so lange ber\u00fchrte, war sein Fleisch l\u00e4ngst taub geworden.<\/p>\n<p data-p-id=\"15610ffcd70703f6a14c9b8578265aa9\">Der <em>camat&#8217;ay<\/em> sp\u00e4hte an Gor Lucegath vorbei in die Weite. Der Weg f\u00fchrte nun \u00fcber einen Hochstieg hinauf. Unterhalb des Pfades, das erkannte er mit einem Blick seitlich an dem Pferd neben ihm vorbei, erstreckte sich bereits eine schleierzarte Wolkendecke. Dar\u00fcber spannte sich leuchtende Abendd\u00e4mmerung.<\/p>\n<p data-p-id=\"ab1285a3225ed148ba6e7897e90b3014\">Sie befanden sich nun in einer Gegend voller schlafender Magie, ein Ort, der <em>wartete<\/em>, ganz und gar jenseits des Weltenspiels, \u00fcber das man von hier aus hinweg schaute. Es war das zentrale Gipfelplateau des Montaz\u00edel. Eine Dom\u00e4ne, \u00fcber die Nokt\u00e1ma und Patagh\u00edu gleicherma\u00dfen wachten. F\u00fcr <em>camat&#8217;ay<\/em> und <em>arcaval&#8217;ay<\/em> war dies ein heiliger Ort. <em>Ujoray<\/em> hatten hier nichts zu suchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"776c2087d386542ccdbb32396cbea8c0\">Wieso bef\u00f6rderte der Rotgewandete ihn mit so viel Aufwand hierher, an den Mittelpunkt der Welt? Und wie lange hatte man ihn besinnungslos gehalten? Dem Stand der Sonne nach war mehr als ein halber Tag vergangen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b97e0c1baecca855218f0a2e5fd6e92\">Links und rechts neben ihm sa\u00dfen zwei <em>yarlay<\/em> auf ihren R\u00f6ssern und blickten stoisch auf den Weg vor sich, ohne ihn zu beachten. An den bedauernswerten Rittern klebte ein Bann wie giftiger Schleim. Der eine, ein gestandener Recke mit einer Kampfnarbe im Gesicht, trug einen tannengr\u00fcnen, der andere, etwas beh\u00e4biger und mit altmodischem Schnauzbart, einen weizenhellen Waffenrock. Beide <em>yarlay<\/em> wirkten wie bet\u00e4ubt.<\/p>\n<p data-p-id=\"e175f144c46bf1c0cd71b45a4fec8a50\">\u201eSchattens\u00e4nger&#8221;, sagte die <em>teiranda<\/em>, als sie bemerkte, dass er aufgewacht war, \u201eso begegnen wir uns also doch noch wieder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c7b92d54275f515d743b95f4306ab046\">Er senkte h\u00f6flich den Blick. \u201eMajest\u00e4t, die vergangenen Sommer haben Euch nicht ver\u00e4ndern k\u00f6nnen&#8221;, antwortete er ebenso galant wie mehrdeutig.<\/p>\n<p data-p-id=\"c7a23e08fcf2d9abb455ac36c2223938\">Sie l\u00e4chelte. \u201eEin sch\u00f6nes Kompliment, artig bist du. Das gef\u00e4llt mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"079e2fd994c4426a6d190a78435a4d79\">\u201eWo ist <em>meine<\/em> Unkundige, Meister Gor?&#8221;, fragte Yalomiro, ohne ihr weiter Aufmerksamkeit zu schenken. \u201eHabt Ihr sie laufen lassen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d63c94e331ad99c040e3645312fc2b6c\">\u201eSie im Wagen, unmittelbar hinter dir. Ich habe mir erlaubt, ihr etwas Ruhe zuteilwerden zu lassen. Sie ist lange genug gelaufen. Du hast das arme Ding \u00fcberanstrengt mit eurem unbedachten Marsch. Wir sind unter uns.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"704505d2a5ef155b7d2a2fc0ccfcb5aa\">\u201eUnter uns? Mit all diesen Leuten hier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"80fe5edc103b88ef12a7595c1614d284\">\u201eBeachte sie nicht weiter. Sie machen nur eine Landpartie mit ihrer Herrin. Sie sind Staffage. Keiner von ihnen wird sich morgen daran erinnern, was heute geschieht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3a88231d92114a60da408bb98e1ea394\">Die <em>teiranda<\/em> betrachte ihn mit geistesabwesender Freundlichkeit. Sie bewegte sich sacht, tr\u00e4umerisch. Offensichtlich sank sie nach und nach wieder in einen Zauberbann ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"c24fbdd6bbc9d4b3e61e94a5c5705067\">Eines der R\u00e4der rollte j\u00e4h \u00fcber einen Stein. Yalomiro schnappte nach Luft und schluckte einen Wehlaut. Ohne den Blick von Gor Lucegath zu wenden, tastete er mit der Ferse nach irgendetwas, worauf er Halt finden konnte. Aber es gab nichts dergleichen.<\/p>\n<p data-p-id=\"24b6e2072a994eaa5dc2e28562913016\">Der Rotgewandete schaute ihm einen Moment unger\u00fchrt dabei zu. Dann besann er sich. \u201eNun, lass uns \u00fcber sie reden, \u00fcber deine Unkundige. Ich frage mich immer noch, wie sie deine Gegenwart ertr\u00e4gt. Sie m\u00fcsste l\u00e4ngst zumindest wahnsinnig geworden sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"913a35e959677cd96b286fb1c4b56b03\">\u201eEhrlich gesagt \u2013 das ist auch mir ein R\u00e4tsel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"68cbcdb7b15f43175bc68889c745c668\">\u201eAber du findest Gefallen daran.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6982f7ba1d6d8cf89cbe8a851f5584c7\">\u201eEs ist &#8230; angenehm, das ist wahr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c0fc78d7e4c929351d1a545bef339bdb\">\u201eUnd wo hast du die Unkundige wirklich gefunden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"182e3bd897b46f2344fb43c6579e88e6\">\u201eNokt\u00e1mas Laune hat sie aus einer Welt jenseits des Chaos in unsere Angelegenheiten verwickelt. Aus einer Welt \u00fcbrigens, der jegliche Magie absolut unbekannt zu sein scheint.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2dc24fa5d4483c369c40066940754973\">\u201eAch? Tats\u00e4chlich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b0eac4a152ceaa6b422f9b63c9c20482\">\u201eSie glaubt, dass ihr Verstand ihr Dinge vorgaukelt. Sie hat gelernt, dass Magie nichts weiter ist als Taschenspielerei.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"41ee98b4aa46d0da65365fa8505899d9\">\u201eWie dem\u00fctigend das f\u00fcr dich sein muss.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d35c64609ccb5895336e7dc2d96a3fd4\">\u201eEs ist zutiefst verwirrend.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f9ade904b9dce6a0e5954ae7db93e3c0\">\u201eAber wie kommt es dann, dass sie <em>sieht?<\/em>&#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"868130fa1fcf3c834c623d96ed59bf2e\">Yalomiro stutzte. \u201eWas<em> sieht <\/em>sie denn?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dc47c1a07e09f9f5aa231c5837e89692\">\u201eSie sieht hinter die Dinge, <em>camat&#8217;ay<\/em>. Zugegeben, noch sehr unklar, so als h\u00f6be sie den Zipfel eines Vorhanges an und sp\u00e4he darunter hindurch. Ein wirklich erstaunliches Wesen, das du mir da mitgebracht hast.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dcc1533ae2deab3953d9fb82957e417a\">\u201eWovon redet Ihr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"707c49d6b147a6e53234575aa0226d4c\">Meister Gor z\u00f6gerte einen Moment und warf der <em>teiranda<\/em> einen Seitenblick zu. Aber die junge Frau war in ihren Gedanken nun offenbar an einen ganz anderen Ort abgedriftet. \u201eDeine Unkundige, Yalomiro Lagoscyre, hat einen <em>meiner<\/em> Zauber bemerkt, von dem sie <em>unm\u00f6glich<\/em> wissen konnte&#8221;, zischte er dann.<\/p>\n<p data-p-id=\"698289174155cee8f920a2c9899702be\">\u201eDann&#8221;, antwortete Yalomiro ebenso ged\u00e4mpft, \u201eist sie wohl besonders empfindsam f\u00fcr unsere Kunst. Oder derjenige, der die Magie wirkte, hat damit geschludert, was ich f\u00fcr wahrscheinlicher halte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e00bd7399379e0a4399272e8080fe0d1\">\u201eDu bist in keiner Situation, in der du dir Frechheiten erlauben solltest.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bf74e2ef1055bb31741db431873b24ab\">\u201eM\u00f6glich. Aber warum erz\u00e4hlt Ihr mir das? Seid Ihr eifers\u00fcchtig, dass mir die M\u00e4chte eine Begleiterin an die Seite gegeben haben, die Eurem&#8221;, er senkte taktvoll die Stimme, \u201earmen Gesch\u00f6pf dort \u00fcberlegen ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6fab13d5da3729abe0c45be2d724ce6d\">\u201eWarum sollte ich? Es ist keine Sache von dein und mein, Schattens\u00e4nger. Warum sollte ich am Ende nicht <em>beides<\/em> bekommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cee7620178e0d18838e937a8ad825d10\">\u201eSeid Ihr habgierig, Meister Gor? Reicht es euch nicht, nach dem <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> zu trachten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cc892bb6e4efbe0707ccccb58342deaf\">Wieder ein Schlagloch. Der Schattens\u00e4nger biss die Z\u00e4hne zusammen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7c8c334b4c7d0af7bfec7e04c5794203\">\u201eGut. Wechseln wir das Thema&#8221;, sagte der Rotgewandete mitleidlos. \u201eWenn du \u00fcber das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> sprechen willst, ist es nur recht und billig, wenn wir beraten, wie es mit uns beiden in dieser Sache weiter geht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27a77b5bc104dba4eebc15b6919dff7e\">\u201eMeine Entscheidung kennt Ihr. Ich werde Euch nicht entgegenkommen, und Ihr k\u00f6nnt mich nicht zwingen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6f284e2695e7877ad7dacbf41aacab92\">\u201eVielleicht kann ich dich \u00fcberzeugen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9f6afc737334a3fc3fee9af54de4516c\">\u201eIhr k\u00f6nntet mich nicht einmal <em>erpressen<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a9ef68e18e571509ea9b426253b0dd4d\">\u201eDas steht abzuwarten, Yalomiro Lagoscyre. Deine Unkundige war urspr\u00fcnglich nicht Teil deines schlauen Plans. Das \u00e4ndert die Voraussetzungen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"41489847e546de90d663eed84098d438\">\u201eIm selben Moment, in dem Ihr Eure Hand an sie legt, ist das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> f\u00fcr Euch verloren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"75d43ce2318d761acbb9212bf03d7d8f\">\u201eWieso sollte ich dann dieses Risiko eingehen? Warum sollte ich etwas besch\u00e4digen, von dem noch herauszufinden ist, ob es mir m\u00f6glicherweise von Nutzen ist? Das ist doch viel interessanter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"225373d3e2edad9e1ae7a6b208877029\">Einen Augenblick lang schauten die beiden Magier einander lauernd in die Augen. Dann holperte das Gef\u00e4hrt wieder \u00fcber eine Bodenwelle. Das unterbrach den Blickkontakt. Der Schattens\u00e4nger keuchte beherrscht auf und der Lichtw\u00e4chter sch\u00fcttelte milde den Kopf dar\u00fcber.<\/p>\n<p data-p-id=\"28c7217aa4e1847a5460aa57a5dc9b71\">F\u00fcr die n\u00e4chste Zeit schwiegen sie einander feindselig an.<\/p>\n<p data-p-id=\"603fa0ca02fb5419ecbbf649e610467c\">Der Tross erreichte schlie\u00dflich das Plateau. Yalomiro war als Junge mit seinem Meister schon einmal hier gewesen. Hier hatte Ask\u00fdn Lagoscyre ihn in viele Geheimnisse eingeweiht.<\/p>\n<p data-p-id=\"fc7cc9a99e5ddec4e442342790eface7\">Die Kuppe des zentralen Berges glich einer gr\u00fcnen, grasbewachsenen Klippe, die sich \u00fcber den Wolken erhob. An klaren Tagen, so hie\u00df es, konnte man von hier aus das Meer im Norden und die W\u00fcste im S\u00fcden erahnen. Auf dem weichen Gras fuhr der Wagen endlich sachter.<\/p>\n<p data-p-id=\"e6b40b45ae05970f079bdfd599ab0aff\">Die <em>teiranda<\/em> kam zu sich und blickte vom einen zum anderen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9dc2986dbc7cd7db64100a4be7024f63\">\u201eSchattens\u00e4nger&#8221;, lockte sie, als w\u00e4re gar keine Zeit seit ihrer letzten \u00c4u\u00dferung vergangen, \u201ewillige in Meister Gors Begehr ein, bring ihm sein Artefakt. F\u00fcr uns alle w\u00e4re es das Beste, wenn er sein Werk endlich <em>beenden<\/em> kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dc7a6c2d9d0866c1069714ebe034e29c\">Yalomiro wandte sich ihr zu. \u201eEdle <em>teiranda<\/em>, Ihr gebt Euch einer T\u00e4uschung hin. Was immer Ihr annehmt, was Meister Gor im Schilde f\u00fchrt und so sehr es Euch vielleicht behagt \u2013 es soll und darf nicht sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2e20729c2eb46970c615216a57bf83a0\">\u201eAber was bringt es dir, das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> f\u00fcr dich zu behalten? Was willst du damit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a8c3765b4c511637462cb44b3050fa85\">\u201eIch will es gar nicht haben. Meinetwegen kann es bis zum Ende aller Zeiten verschwunden bleiben. Meinesgleichen strebt nicht nach Macht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d284464ef361bf34e4a0cef01a23178\">Gor Lucegath lachte bitter auf, \u201eNicht? Und niemals? Keiner von euch Diebsgesindel? Da wei\u00df ich von anderen Geschichten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9bae975f7bac170c1e619b049d52dee6\">Yalomiro schwieg. Auf diesen Vorwurf des Rotgewandeten fiel ihm keine Widerrede ein. Er wollte dieses Thema nicht vertiefen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6153a214a565dc1bd916cb052c39d3d2\">\u201eUnd Ihr? Es scheint, als sei das Spiel zwischen uns unentschieden und unm\u00f6glich weiterzuf\u00fchren. Was glaubt Ihr, was Ihr am Ende von alledem hier habt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0fe8769ef20d289162487b136e035a38\">\u201eIch wei\u00df nicht recht&#8221;, antwortete der Rotgewandete ruhig. \u201eMinderenfalls ein wenig Belustigung. Wom\u00f6glich auch mehr. Ich werde sehen, wie es sich entwickelt. F\u00fcr den Anfang, anma\u00dfender Schattens\u00e4nger, solltest du dich gut darauf besinnen, auf was du dich eingelassen hast.&#8221; Er hob die Hand. Augenblicklich kam die Eskorte zum Stillstand. Der Wagen ruckte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a93bfb75565f30720fb309222f1fd0a\">\u201eWarum sind wir hier?&#8221;, st\u00f6hnte Yalomiro schmerzhaft. \u201eWarum habt Ihr all diese armen <em>ujoray<\/em> wirklich hierher gebracht? Braucht Ihr Publikum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea34babc8ad56c176c0ca6d31c701002\">Gor Lucegath stieg ab und half auch der <em>teiranda<\/em> aus dem Sattel. Ein Bediensteter kam herbei und nahm sich der Pferde an.<\/p>\n<p data-p-id=\"dee51c4ff2270a14677222cff590e11a\">\u201eIch m\u00f6chte an diesem Ort an dir etwas &#8230; erproben. Falls es mir hier nicht gl\u00fcckt, werde ich in meiner Dom\u00e4ne in aller Ruhe damit fortfahren. Du solltest zu Nokt\u00e1ma flehen, dass es dazu nicht kommt. Aber zuerst weckst du nun deine Unkundige auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"93a90e8d8ee0d449461023c824f203aa\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"b9992c76ac74d7b04870949800af89ea\">Hatte jemand geschrien?<\/p>\n<p data-p-id=\"7d182cc9d9f730cad790e7f5bb77d32a\">Ich schreckte hoch und ben\u00f6tigte einen Moment, um mich zurechtzufinden.<\/p>\n<p data-p-id=\"b264ae1616a7323951d170874ce0479d\">Schon wieder hatte das Erwachen nicht funktioniert. Ich lag weder in meinem Bett noch mit einer Beule am Kopf im Keller, sondern in einen kissengepolsterten Sitz geschmiegt im Inneren dieser sonderbaren Kutsche. Ich richtete mich auf, schob die Schleier beiseite und sah die Hinterk\u00f6pfe zweier M\u00e4nner, die das Fahrzeug bewachten. Einer von ihnen drehte sich um. Ich wandte mich rasch ab, um sein substanzloses Gesicht nicht sehen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5c05fd6443e375892cf6281c08920711\">\u201eDarf ich bitte aussteigen?&#8221;, fragte ich vorsichtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"b108333d1feda35999f2729801ba39b7\">Der Gesichtslose antwortete und hielt den Vorhang f\u00fcr mich offen. Aber seine Stimme war kaum zu h\u00f6ren. Sein Tonfall war ged\u00e4mpft und weit entfernt, wie ein Fl\u00fcstern hinter einer Wand. Ich kletterte umst\u00e4ndlich ins Freie, ignorierte die Hand, die mir angeboten wurde, und schaute mich um.<\/p>\n<p data-p-id=\"779b4d133c10985fce1f7e95926d2faf\">Ich befand mich auf einer weitl\u00e4ufigen Wiese auf einem Hochplateau, die zur einen Seite in einen Abgrund \u00fcberging.<\/p>\n<p data-p-id=\"53ddb61fd77b8e543cd8e7cc1d93b187\">Es war sp\u00e4t geworden. Die zweite Nacht in dieser Welt brach an. Der Himmel strahlte dort, wo die Sonne unterging, nun in einem unwirklichen Rosarot. In der entgegengesetzten Himmelsrichtung zog Dunkelheit aus der Ferne heran wie ein nachtblaues Band, am Horizont ein wenig heller. Offenbar ging dort der Mond auf. Eine warme D\u00e4mmerstunde lag \u00fcber dem Ort.<\/p>\n<p data-p-id=\"3f91d49c21f4012ea0b47b92560fe6fe\">Die M\u00e4nner machten mir Platz, schienen sogar eine Verneigung anzudeuten. Ihre Kleidung war schmucklos, sehr ordentlich und mit einem so seltsamen Grauschleier bedeckt, dass ich die Farben nur erahnen konnte. Ich schaute mich um. Etwas abseits waren andere damit besch\u00e4ftigt, ein Feuer zu entz\u00fcnden. Holz daf\u00fcr hatten sie offenbar mitgebracht, denn B\u00e4ume gab es hier nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"9239925d4edebc1a5ec0de10d1f2be8e\">Die Szene mutete gespenstisch an. Der eindrucksvolle Sonnenuntergang war ein krasser Kontrast zu der d\u00fcsteren Stimmung. Ein Zischeln und Wispern ging von K\u00edan\u00e1s Getreuen aus. Vermutlich sprachen sie ganz normal miteinander, aber ihre Stimmen erreichten mein Geh\u00f6r ebenso verzerrt, wie ihre Gesichter aussahen. Die sch\u00f6ne Frau unter ihnen wirkte umso irritierender. Sie stand mitten auf der Wiese, blickte um sich und sah aus, als habe sie vergessen, wie sie hergekommen war und was sie hier tat.<\/p>\n<p data-p-id=\"3e0063714a9a2883fae30023cb836e80\">Ich wagte mich ein paar Schritte hinaus auf das Gras, wandte mich um und zuckte zusammen.<\/p>\n<p data-p-id=\"28ba18fc6ae74dcd81003f6422e6ec65\">Yalomiro war wieder bei Bewusstsein. Man hatte ihn an seinen Ellenbogen an der R\u00fcckseite des Wagens aufgeh\u00e4ngt. Sein Atem pumpte sto\u00dfweise, seine F\u00fc\u00dfe zuckten ein St\u00fcck \u00fcber dem Boden.<\/p>\n<p data-p-id=\"f942612af7d1e56fe66a7f4caed0029a\">Der Rotgewandete lie\u00df die H\u00e4nde sinken. Er stand einige Schritte vom Wagen entfernt. Was immer er Yalomiro soeben angetan hatte, er hatte ihn nicht einmal ber\u00fchrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"ebde9f8b98ec68a6dd89fa8c7054dddf\">Nun wurde auch die <em>teiranda<\/em> auf mich aufmerksam. Nach und nach gingen die Blicke aller Anwesenden in meine Richtung. Es war ein extrem unbehagliches Gef\u00fchl, das mehr \u00c4hnlichkeit mit einem Alptraum hatte als alles, was zuvor geschehen war. Wenn ich dar\u00fcber nachdenke: Ich glaube, es war dieser sonderbare Hauch von Verfremdung, der \u00fcber der ganzen Szene lag. An allem, was ich sah, stimmte eine Kleinigkeit nicht, auch wenn es so subtil war, dass ich es nicht h\u00e4tte benennen k\u00f6nnen. Zusammengenommen war es &#8230; unangenehm. Ich f\u00fchlte Beklemmung; zugleich war mir klar, dass ich mich selbst nicht in Gefahr befand.<\/p>\n<p data-p-id=\"d2eac82494178bb5940fcc3cc65d7339\">Yalomiro schaute zu Boden, als sch\u00e4me er sich, dass ich ihn in dieser Lage sah.<\/p>\n<p data-p-id=\"bef8367ded8575840f6ba71c845c18e5\">\u201eWas geschieht hier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b1afbe753fe0624a66b9c4655195eecd\">\u201eWahrscheinlich gar nichts&#8221;, antwortete Meister Gor munter. \u201eEs sei denn, Nokt\u00e1ma nimmt sich ihres j\u00e4mmerlichen Dieners an und entscheidet, wie das Weltenspiel f\u00fcr ihn weitergehen wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a1cec2779dd38ef02a0e4c31f62d5cfa\">\u201eNokt\u00e1ma erscheint nicht, wenn man sie zu zwingen versucht&#8221;, murmelte Yalomiro gepresst. \u201eSo banal ist es nicht, die Dunkelheit zu beschw\u00f6ren!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1a39bce27f65a3b49ab59d3155277d7b\">\u201eNein&#8221;, gab der Rotgewandete zur\u00fcck. \u201eNat\u00fcrlich nicht. Warum sollte <em>irgendeine<\/em> Macht etwas darauf geben, was im Weltenspiel geschieht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"35e34f85926b0cd326fb1a7a8c048fa7\">\u201eMeister Gor&#8221;, sagte die <em>teiranda<\/em>, \u201ewie k\u00f6nnt Ihr so reden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d91e68588d60c19174cdb1ebb9e491bc\">\u201eIch allein bin es, der mit Fug und Recht so reden <em>darf<\/em>!&#8221;, rief der Rotgewandete j\u00e4h aus. Die <em>teiranda<\/em> zuckte zusammen. Sie wirkte f\u00fcr einen ganz kurzen Augenblick &#8230; wach.<\/p>\n<p data-p-id=\"ca4f12d6f5c5967665ef256c674fad62\">Ich hatte mich ebenfalls unter diesem Ausbruch geduckt und war verwirrt. Ich hatte nicht erwartet, dass der <em>goala&#8217;ay<\/em> jemals seine Selbstbeherrschung verlieren konnte. Da mir der Bezug fehlte, hatte ich jedoch keine Ahnung, was ihn nun so w\u00fctend gemacht haben mochte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f29486705bd1168a5de689c9e9c5f330\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant wechselte einen kurzen Blick mit mir und l\u00e4chelte entschuldigend. Dann wandte sie sich w\u00fcrdevoll ab. Einige ihrer Gefolgsleute folgten ihr, als sie zum Feuer ging. Andere z\u00f6gerten und schlossen sich an. Schlie\u00dflich war ich allein mit dem Rotgewandeten und Yalomiro.<\/p>\n<p data-p-id=\"64fe47e33a7b10cb50b76d0614dfff69\">\u201eGeh mit ihnen&#8221;, sagte der Gor Lucegath schroff. \u201eEs ist besser, wenn du dich an ihre Gesellschaft gew\u00f6hnst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"42bec98cbe42aa18a2b5726c1925e0a7\">\u201eUnd wenn ich hierbleiben will?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9165f7b84aebbf96b95c7a1d6c1081d2\">\u201eDas, Unkundige, w\u00e4re keine gute Idee. Und es w\u00fcrde mich auch keinesfalls von dem abhalten, was ich vorhabe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b23051d5276096f8bef89fbff2280e95\">\u201eGeh, Ujora&#8221;, sagte Yalomiro matt. \u201eEs w\u00e4re zu peinlich f\u00fcr ihn, wenn sein Gerede sich als ebenso gro\u00dfspurig erweisen w\u00fcrde wie seine sogar von Unkundigen durchschaubaren Zauber.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dd7d962dd7ab08854f7f618ecd182183\">Der Rotgewandete richtete eine beil\u00e4ufige Geste auf Yalomiro. Der Schattens\u00e4nger keuchte und ballte die F\u00e4uste.<\/p>\n<p data-p-id=\"8c88120fbd081a058f058640059d61c3\"><em>Geh! Lass mich mit ihm allein!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"ddd7f05aed061fc36b9f304e18883ed7\">Das war Yalomiros Stimme gewesen \u2013 aber sie war direkt in meinem Kopf erklungen, ohne den Umweg \u00fcber seine Zunge und meine Ohren. Genauso wie gestern, als er sich in ein Pferd verwandelt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"7edee2f6bfdf9d9fbc9a5ff37d2d7386\">\u201eDeine Frechheiten&#8221;, sagte Meister Gor beunruhigend ruhig, \u201ek\u00f6nnen mich nicht provozieren. Nicht, dass sie deswegen ungestraft blieben.&#8221; Er bewegte die andere Hand, als winke er etwas an sich heran. Zuerst erkannte ich nicht, was das bewirkte, aber Yalomiro begann, panisch zu japsen. Die Seile, die ihn hielten, wurden k\u00fcrzer.<\/p>\n<p data-p-id=\"4eff483cd8e2af86eae0a2ccac98561a\">\u201eNicht!&#8221;, entfuhr es mir.<\/p>\n<p data-p-id=\"d9f226eaa57e20270b9bac0ef46d7969\">Aber der <em>goala&#8217;ay<\/em> war konzentriert auf seinen Zauber. Yalomiro keuchte mit schmerzverzerrtem Gesicht und wand sich. Seine F\u00fc\u00dfe kickten hart gegen die Kutsche, seine Fingern\u00e4gel gruben sich in seine Handfl\u00e4chen. Wenn es nicht aufh\u00f6rte, w\u00fcrden ihm beide Arme ausgerenkt, vielleicht Schlimmeres.<\/p>\n<p data-p-id=\"bb0766953a0bffa9445034954e039f21\">Ich h\u00e4tte es nicht ertragen, ihn schreien zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"f2a8558e93e50ecd8d367cabec7ad667\">\u201eNein!&#8221;, rief ich hastig aus. \u201eH\u00f6rt auf damit!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"368c2fe7721a3cad3d7712d9e7debecd\">Der Rotgewandete wartete einen Moment.<\/p>\n<p data-p-id=\"eac1546ee4d05473d141a5ea8fc143ab\">\u201eBitte!&#8221;, flehte ich leise.<\/p>\n<p data-p-id=\"a8ba76f771189cae67c8ba81d83cad1c\">Gor Lucegath senkte die H\u00e4nde. Yalomiro sackte zusammen und wimmerte.<\/p>\n<p data-p-id=\"e571ebede4b2bf5884b27ef76a3ac20e\"><em>Geh weg! Schau dir das hier nicht an!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"402ab91e7e041bfc3704601be3684834\">\u201eLass uns alleine, Ujora. Das ist eine Sache zwischen uns und den M\u00e4chten. Au\u00dferdem besch\u00e4mst du ihn in seiner Eitelkeit, wenn du Zeugin seiner Machtlosigkeit wirst. Geh zur <em>teiranda<\/em> und lass dir erkl\u00e4ren, wie es bei ihr bei Hofe zugeht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fd0d7e6f94ef6c0ab194653b4591477d\">Die Entscheidung wurde mir abgenommen. Einer der mutma\u00dflichen Ritter kam heran. Er trug \u00fcber seiner dunkelgr\u00fcnen, mit dieser sonderbar grauen Beifarbe versehenen Kleidung ein mit Metallschuppen besetztes Wams. Auch seine Stiefel waren mit Eisenplatten best\u00fcckt. Er hatte leichte Armschienen angelegt, und unter seinem Mantel schienen auch seine Schultern gepanzert zu sein. Es war, als sei R\u00fcstzeug mit Kleidung verschmolzen. Das sah wesentlich praktischer und eleganter aus als die klobigen Ritterr\u00fcstungen, die ich von Bildern und aus Museen kannte. Er verneigte sich und streckte mir seine auf ihrem R\u00fccken metallbehandschuhte Hand entgegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e8bdc25c02ec5cbdaefad35ac7befd80\">\u201eGeh&#8221;, sagte Meister Gor. \u201eGeh mit <em>yarl<\/em> Altabete, wenn die <em>teiranda<\/em> ihn schon schickt, um dich zu holen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4c88cecbbe32aef6abc2d0e6512dfc4b\"><em>Yarl<\/em> Altabete? Der Ritter mit dem Narbengesicht? Ich \u00fcberwand mich, den Mann anzuschauen. Im Halbdunkel war sein Anblick zwar ertr\u00e4glicher. Aber dass er entstellt war, war trotzdem nicht zu erkennen. Es h\u00e4tte ihn menschlicher gemacht.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a8020188b0530d5218c6b2b75e47824\"><em>Geh. Der hochedle Herr ist freundlich zu dir! <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"f9ed82d463f698726175a92e52545a31\">Ich gab mir einen Ruck und ergriff die mir dargebotene Hand. Der Ritter ergriff sie h\u00f6flich und f\u00fchrte mich dennoch energisch weg vom Wagen, hin zum Feuer.<\/p>\n<p data-p-id=\"cf513f7414dc5cc1b6af86c21e81258c\">Die beiden Magier blieben in der einbrechenden Nacht zur\u00fcck.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2058","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2058","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2058"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2058\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3849,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2058\/revisions\/3849"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2058"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2058"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2058"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}