{"id":2057,"date":"2025-08-24T19:30:56","date_gmt":"2025-08-24T17:30:56","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2057"},"modified":"2025-09-01T09:41:14","modified_gmt":"2025-09-01T07:41:14","slug":"012-wahrheiten-ueber-schattensaenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/012-wahrheiten-ueber-schattensaenger\/","title":{"rendered":"012: Wahrheiten \u00fcber Schattens\u00e4nger"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"ec026d48cb3198edf945d8ec2d9c1aa2\">Der Ritter namens Altabete redete mit mir. Vermutlich wollte er das peinliche Schweigen mit etwas f\u00f6rmlicher Plauderei \u00fcberbr\u00fccken. Aber so sehr ich mich bem\u00fchte, ich konnte kein Wort verstehen, abgesehen von einem br\u00fcchigen Wispern. Einen Augenblick lang kam mir der Gedanke, das k\u00f6nne schlicht daran liegen, dass seine Lippen nicht zu erkennen waren. Ich wei\u00df auch nicht, wie ich es besser beschreiben kann. Es klang, als h\u00f6rte man einem ganz schwachen Radioprogramm zu, das von St\u00f6rungen \u00fcberlagert wurde.<\/p>\n<p data-p-id=\"1426d84973b91afa91aeb8bb1e299d61\">Der sicherlich sehr freundliche und h\u00f6fliche Ritter schien zu begreifen, dass ich ihn nicht verstand und verstummte schlie\u00dflich.<\/p>\n<p data-p-id=\"063b61ff17937539db305b66b79be6e5\">Die <em>teiranda<\/em> wartete am Feuer. Man hatte ihr einen niedrigen Klappschemel hingestellt, sodass sie auf einem Kissen trocken und bequem sitzen konnte. Einer ihrer Leute war dabei, ein offenbar f\u00fcr mich bestimmtes, \u00e4hnliches M\u00f6bel aufzustellen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d7e55353adef69a180d64ee2d8b15269\">Sie wirkte nicht mehr so aufgedreht und entr\u00fcckt wie zuvor. Vielleicht tat ihr r\u00e4umlicher Abstand von Gor Lucegath gut?<\/p>\n<p data-p-id=\"dd0aa29b7c25e4f0f3b843f7b68971af\">\u201eDanke, Herr Andri\u00e9r&#8221;, sagte sie zu dem Ritter. \u201eWir warten hier auf die Anweisungen des Meisters.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9149fa6d5db1e52cc576e525dea0994c\">Er verneigte sich und wisperte etwas Bruchst\u00fcckhaftes. Ich schaute ihm nach, wie er sich einem anderen Gr\u00fcppchen anschloss.<\/p>\n<p data-p-id=\"a6dbabe5b9e992059328e11b8ddd66ca\">\u201eBleib bei mir&#8221;, bat die <em>teiranda<\/em> und forderte mich tats\u00e4chlich zum Sitzen auf. \u201eEs ist kein angenehmer Anblick, wenn Meister Gor mit <em>camat&#8217;ay<\/em> &#8230; redet. Ich habe nie lange dabei zugesehen. Sie dauerten mich trotz allem am Ende gar zu sehr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"79eb1114b77605e7bfdbc44b04a4b42d\">Bei diesen Worten lief es mir kalt den R\u00fccken hinunter. Aber was h\u00e4tte ich tun sollen? \u201eIch will nicht, dass er Yalomiro qu\u00e4lt&#8221;, sagte ich lahm.<\/p>\n<p data-p-id=\"8f67368557cc4a3cb7f745660801b1bb\">\u201eEr wird ihn nicht t\u00f6ten, Ujora. Zumindest jetzt nicht. Obwohl es sicherlich besser f\u00fcr den Ausgang dieser Sache w\u00e4re, wenn er es schnell zum Ende br\u00e4chte. Solange noch Schattens\u00e4nger im Weltenspiel wandeln, werden wir nie zur Ruhe kommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46077632e917f9288ecf60cd90a56ed1\">Ihr Knecht reichte mir einen Metallbecher mit einer Fl\u00fcssigkeit. Ich nippte misstrauisch daran. Das Getr\u00e4nk war auf eine seltsame Weise geschmacksneutral. So als w\u00e4re es extrem stark verd\u00fcnnt.<\/p>\n<p data-p-id=\"58680e6dbe9ccd9dd44689cb5e46fa94\">\u201eMacht es Meister Gor denn nichts aus, dass Ihr mit mir sprecht, ohne dass er zuh\u00f6rt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"58ecd63c0515bdf835681b139e91b9a3\">\u201eWieso sollte es? Ich bin die <em>teiranda<\/em>. Ich kann reden, mit wem immer ich will. Alles hat <em>mir<\/em> zu gehorchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bd0c64acf875157e894258d4f5feaa3f\">\u201eIch hatte den Eindruck, dass Meister Gor jemand ist, der stets auf dem Laufenden sein will.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c45e3de3bf546aa7d9e34985b52c864c\">\u201eDenkst du denn, ich k\u00f6nnte etwas vor ihm geheim halten? <em>Irgendjemand<\/em> k\u00f6nnte ihm etwas verschweigen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ac72b8c9e5e2abe11f7917165825e08\">Was mochte das f\u00fcr jedwede Form von Privatsph\u00e4re bedeuten? Ich horchte in die Dunkelheit. Au\u00dfer dem Flammenknistern und dem allgemeinen Gemurmel ringsum war nichts Besorgniserregendes zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"a9763cc732a22cda40fda8a400f9a7a2\">Ich entschied mich, die Gelegenheit zu nutzen, dass ich mit ihr allein war. Sie mochte so etwas \u00c4hnliches wie eine K\u00f6nigin sein, aber sie war keine Magierin. Sie und ich &#8211; wir waren auf derselben Seite. Irgendwie, zumindest rein technisch betrachtet.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a05500821a216546ccabaeec5040913\">\u201eSind Schattens\u00e4nger wirklich so gef\u00e4hrlich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9ce993645adfe0e5d9721c156d97febb\">Sie trank von ihrem eigenen Becher. Vielleicht wollte sie Zeit gewinnen um Worte zu finden, die der Rotgewandete ihr erlaubte.<\/p>\n<p data-p-id=\"08b5bdee9aebfd757bc0759a67fdf272\">\u201eDas gr\u00f6\u00dfte Leid, das im Weltenspiel geschah&#8221;, meinte sie dann ernst, \u201ewar das Werk von <em>camat&#8217;ay<\/em>. Es ist eine Geschichte, die lange Zeit zur\u00fcckreicht und die zahllose Leben gekostet hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"149d598d42ae1f7288f00855e63503c1\">Log sie mich an? Ich fasste den Becher fester. So etwas hatte ich nicht h\u00f6ren wollen.<\/p>\n<p data-p-id=\"992fbb1f8c475072d745866270e64d7f\">\u201eJeder meiner Getreuen hier&#8221;, fuhr sie fort, \u201ehat Vorv\u00e4ter, die damals ihr Leben oder Heil lassen mussten. Es steht dir frei, ihnen Fragen zu stellen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dc5dab3d0e05085add4f65d5ecab2ebe\"><em>Wie denn<\/em>, dachte ich bitter. <em>Ich verstehe doch niemanden.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"f901b7568ac5c703c3998e161f63a783\">\u201eAber du hast Gl\u00fcck. Dich sch\u00fctzt allem Anschein nach etwas vor dem Fluch, den die <em>camat&#8217;ay<\/em> an sich tragen. Hast du gewusst, dass sie in der Lage sind, nur mit ihrem Blick einen Menschen umzubringen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"00646fac13f63b079288400c8dcd3b9d\">Was? Das war doch wohl ein Schauerm\u00e4rchen!<\/p>\n<p data-p-id=\"19f09bf42b5e9975f580625c6b609a8e\">Oder etwa nicht? War das der Grund, warum Yalomiro anfangs nicht gewollt hatte, dass ich ihm ins Gesicht schaute?<\/p>\n<p data-p-id=\"3947a65a339c9c59e89e5792ca85b09d\">\u201eBislang nicht&#8221;, gab ich verst\u00f6rt zu. \u201eDavon hat Yalomiro nichts erw\u00e4hnt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d83626fc0266770a33818e1605e5c2db\">Sie schaute sich um und wisperte dann: \u201eEs hei\u00dft, das Leuchten ihrer Augen k\u00f6nne einem das Herz <em>ausbrennen<\/em>. Und von den ungl\u00fcckseligen Folgen eines auch nur zuf\u00e4llig aufgefangenen Blicks geziemt es sich nicht, zu reden. So viele keusche <em>f\u00e1njula\u00e9<\/em> haben dar\u00fcber vor lauter Begehren Verstand und Unschuld verloren!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8d31a6a061e2146b2055b786094672c9\">Ich muss sie ziemlich einf\u00e4ltig angestarrt haben. Meinte sie das, was ich glaube, verstanden zu haben?<\/p>\n<p data-p-id=\"8e5714443262045985b9b06b2d63bc56\">Und hatte Yalomiro nicht anfangs jeglichen Blickwechsel mit mir gemieden und mich dann gestern um diese Zeit mit seinen silbern glei\u00dfenden Augen erschreckt? H\u00e4tte er das getan, wenn er mir damit h\u00e4tte schaden k\u00f6nnen?<\/p>\n<p data-p-id=\"bc33bb0f1842341b45ded0732a6a63a6\">Pl\u00f6tzlich ergaben auch Meister Gors r\u00e4tselhafte Worte in der Schlucht einen Sinn. Hatte Yalomiro etwa bewusst in Kauf genommen, dass ich den Blickkontakt m\u00f6glicherweise nicht \u00fcberlebt h\u00e4tte? Mir wurde geradezu schlecht, als ich begriff, was diese neuen Informationen bedeuteten.<\/p>\n<p data-p-id=\"7dccc798a3e852d0cb51da7957bb9191\">\u201eGor Lucegath wird die Gefahr durch die Schwarzgewandeten bannen. Ihm kannst du guten Gewissens vertrauen, Ujora. Ich tue es auch. Ich vertraue ihm mit meinem Leben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7305642739ccc375d99c07543d050d5e\">\u201eTats\u00e4chlich? Wenn Euer Leben davon abhinge, w\u00e4ret ihr sicher, dass Meister Gor Euch retten w\u00fcrde?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d2ff15b0de0d374054abe10b21e4b0f\">Sie nickte und schaute in die Flammen. Das Feuer spiegelte sich in ihren eisfarbenen Augen wider. \u201eOh ja&#8221;, murmelte sie. \u201eDu kannst dir gar nicht vorstellen, was er alles f\u00fcr mich getan hat. <em>Geheilt<\/em> hat er mich. Ich bin ihm so unendlich dankbar. W\u00e4re er nicht, dann w\u00e4re ich heute nicht hier. Es &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d4bb78eee009d5f82a77289beb4598e8\">Ihre Stimme ver\u00e4nderte sich, ihr Tonfall wurde schleppend, ihr Blick vertr\u00e4umt und absent. H\u00e4tte ich es nicht anders gewusst, h\u00e4tte ich gedacht, sie sei in Trance gefallen. Wahrscheinlicher war jedoch, dass der Rotgewandete irgendeinen Zauber auf sie gelegt hatte, der einsetzte, sobald sie daran war, zu viel zu reden, und ein gef\u00e4hrliches Thema anschnitt. Wie ein magisches Zensurprogramm in ihrem Verstand. Ich wunderte mich dar\u00fcber, mit welcher Selbstverst\u00e4ndlichkeit ich diese M\u00f6glichkeit in Betracht zog.<\/p>\n<p data-p-id=\"78a62079d298c80c144aca915334c53a\">Sollte es tats\u00e4chlich so sein, dass Yalomiro mich wissentlich in Lebensgefahr gebracht hatte? Warum hatte er das getan? War es ein Versuch, mich loszuwerden? War all das ein perfider Plan?<\/p>\n<p data-p-id=\"d298211ee7f942b0dd30b2f6cd37b5cf\">Ich glaubte nicht daran. Sicher waren die Behauptungen der <em>teiranda<\/em> nicht v\u00f6llig aus der Luft gegriffen. Aber h\u00e4tte sich das, was zwischen Yalomiro und mir abgespielt hatte, diese seltsame Hingezogenheit, die ich zu ihm sp\u00fcrte, so angenehm, so <em>tr\u00f6stend<\/em> angef\u00fchlt, wenn er etwas B\u00f6ses im Sinn gehabt h\u00e4tte? Konnte von jemandem, der schlecht war, so viel Freundlichkeit ausgehen?<\/p>\n<p data-p-id=\"a29b1667597a812539e7f38773140228\">Sofern ich jemals wieder mit ihm sprechen konnte, w\u00fcrde er mir eine ganze Menge zu erkl\u00e4ren haben.<\/p>\n<p data-p-id=\"55e63189207b43b052b801ecd3a16726\">Gor Lucegath wartete schweigend, bis der Mond den Horizont vollst\u00e4ndig erklommen hatte. Dann f\u00f6rderte er ein Tuch hervor und verband dem Schattens\u00e4nger die Augen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9da363cd28fbc18ec3304de5cc447162\">\u201eHabt Ihr so viel Angst, dass ein verirrtes F\u00fcnkchen Mond- und Sternenlicht mir okkulte Kr\u00e4fte verleihen k\u00f6nnte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3bb6f7902d31534afc50c164ef6fd7d4\">\u201eIch halte es f\u00fcr angemessen, einer Schutzmacht ihren ergebenen Diener so wehrlos als m\u00f6glich zu pr\u00e4sentieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a5af01ce13b13076528a7604c4aa372d\">\u201eWie \u00fcberheblich seid Ihr, dass ihr denkt, Nokt\u00e1ma lie\u00dfe sich beschw\u00f6ren, indem Ihr ihr einen unw\u00fcrdigen K\u00f6der vorlegt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"37a9e421d53412d0132f956f8b2a10f4\">\u201eMir scheint, du trachtest danach, dich zu tr\u00f6sten, falls sie sich <em>nicht<\/em> deiner misslichen Lage annimmt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"695085989444911a6f5e65cb0b289465\">Der <em>camat&#8217;ay<\/em> sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNokt\u00e1ma ist unbestechlich. Und ich habe keinen Anlass, mich vor meiner Schutzmacht rechtfertigen zu m\u00fcssen. Das ist der Unterschied zwischen Euch und mir: Ich bin kein Ausgesto\u00dfener.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"de467007e232e86f699471271d917917\">Er bereitete sich darauf vor, f\u00fcr diese Bemerkung erneut Schmerzen zu sp\u00fcren. Aber der Rotgewandete lie\u00df sich diesmal nicht reizen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3810d79676806729bfa4220826d69b73\">\u201eWas wollt Ihr \u00fcberhaupt von Nokt\u00e1ma? Ihr wisst doch, dass die M\u00e4chte nur zu ihren eigenen Geweihten reden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c8db651823b92e4bff3a0e55a092b618\">\u201eLass das meine Sache sein, Schattens\u00e4nger.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a2b9d598f0444f0d737fdecde087f433\">\u201eIhr glaubt selbst nicht ernsthaft daran, dass sie vor Euch erscheint. Ihr spielt irgendetwas anderes mit mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"49e42633e2dff486e2edda1c29ee1330\">\u201eDenkst du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8546bf6ad989123483bd8de1d849d669\">\u201eNat\u00fcrlich. Was hat es f\u00fcr einen Sinn f\u00fcr Euch, mich hierher zu schleppen? Welchen Zweck h\u00e4tte der Aufwand, die <em>teiranda<\/em> und ihr Gefolge bei Eurer Jagd mitzunehmen? Wijdlant ist einige Tagesritte vom Montaz\u00edel entfernt. Ihr h\u00e4ttet lange zuvor wissen m\u00fcssen, dass ich zu dieser Stunde an diesem Ort sein w\u00fcrde. Es w\u00fcrde mich wundern, wenn es nicht erst meine erfolgreiche Flucht aus dem Eta\u00edmalon war, die Euch aufschrecken lie\u00df. Daraus folgt, dass Ihr Magie gewirkt habt, um all diese Leute herzubringen. Das ist viel M\u00fche ohne ersichtlichen Nutzen. Ich frage mich, durch welche Dom\u00e4ne Ihr diese Menschen f\u00fchren k\u00f6nnt, wie schnell und zu welchem Preis.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"24d47dc39ac00fd94b8b768b344abc58\">\u201eDu bist ebenfalls mit einem unkundigen Wesen hergekommen, auf einem anderen Pfad. Was h\u00e4tte Meister Ask\u00fdn gesagt, h\u00e4tte er erfahren, dass du Unkundiges durch den Schatten geschmuggelt hast?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f757f3b9034c0bca334df776055eb356\">Yalomiro h\u00f6rte, dass der Rotgewandete sich bewegte, denn dessen Stimme hatte sich einige Schritte zur Seite entfernt. Dann ruckte die Kutsche kurz. An irgendetwas machte der <em>goala&#8217;ay<\/em> sich zu schaffen.<\/p>\n<p data-p-id=\"96a2c755a6549f1172f04b1bd20aca30\">\u201eWelchen Nutzen habt Ihr davon, Unkundige bei Euch zu haben?&#8221;, fragte der Schattens\u00e4nger.<\/p>\n<p data-p-id=\"c655eeac9e3bc77ed400fd79f25c9ec3\">\u201eWelchen Nutzen hast du von deiner Begleiterin? Ist sie f\u00fcr dich nicht ein Hemmnis, auf das du R\u00fccksicht nehmen musst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"682e754847554d3290201908abf417a0\">\u201eWas h\u00e4tte ich denn sonst mit ihr machen sollen? Ich konnte sie ja kaum allein zur\u00fccklassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2fbcedfe87ddd5aa13ee503f950918c1\">Gor Lucegath klang belustigt. \u201eUnd du hattest wirklich vor, sie einfach wieder gehen zu lassen? Ein Geschenk der M\u00e4chte zur\u00fcckzuweisen, das dir so n\u00fctzlich sein k\u00f6nnte? K\u00f6nnte es nicht sein, dass Nokt\u00e1ma sie dir geschickt hat, <em>damit<\/em> du sie benutzt? Ein Werkzeug, wie es die <em>teiranda<\/em> f\u00fcr mich ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8405b9051a9369d01181d0f21f30d890\">\u201eEin Spielzeug, wollt Ihr wohl sagen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"414e959276da5c4ba8fad40f18d0ede2\">\u201eIch dachte mir, es w\u00fcrde deine Unkundige beruhigen, wenn sie unter ihresgleichen ist. Damit habe ich mich nicht get\u00e4uscht. Es ist gar nicht so schwer, ihr Vertrauen zu gewinnen. Ich denke, sie wird sich rasch mit der <em>teiranda<\/em> anfreunden und sich f\u00fcr das Einzige entscheiden, was in ihrer Lage Sinn ergibt. Deine <em>ujora<\/em> ist naiv, aber sie ist nicht dumm. Sie wird mir am Ende dankbar sein, sobald sie von jemand anderem als mir erfahren hat, was es mit euch schwarzgewandetem Pack auf sich hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e371eccb943847316a532a72d8e085bb\">Er stand nun wieder dicht vor Yalomiro. Der <em>camat&#8217;ay<\/em> wartete, aber der \u00e4ltere Magier redete nicht weiter.<\/p>\n<p data-p-id=\"5c84499f36049003a34ab94bdebff1f0\">\u201eWenn sie nicht dumm ist, wird sie ebenfalls durchschauen, was es mit <em>euersgleichen<\/em> auf sich hat. Wenn sie schon Eure mageren Zauber durchschaut, dann d\u00fcrfte es ihr keine M\u00fche bereiten, auch Euren geh\u00e4ssigen Geist zu ersp\u00fcren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4042d7c000f71e2cdfc8e30d22f524f2\">\u201eWarten wir es ab, Yalomiro Lagoscyre. Lass uns sehen, <em>wer<\/em> dich heute Nacht aus meiner Gewalt befreit, <em>falls<\/em> jemandem an deinem Heil gelegen ist. Hier auf dem Gipfel des Montaz\u00edel besteht zumindest eine winzige Chance, dass deine Schutzmacht Partei f\u00fcr dich ergreift. Tut sie es nicht, sind wir alle noch vor dem Morgengrauen in Pianmur\u00edt, in meiner Dom\u00e4ne. Und von dort, hochm\u00fctiger stolzer Schattens\u00e4nger, gibt es kein Entkommen mehr f\u00fcr dich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9a8dea3cac223013ad7cb8cb0fb6e9bb\">\u201ePianmur\u00edt? Was ist <em>das<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"744c764cd17baad69dd6e21dc3c8f289\">\u201eDas wirst du am eigenen Leib erfahren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f6f6f2a73d1b411eb31c627be9cd874b\">\u201eHabt Ihr dort mehr zu bieten als eine l\u00e4cherliche magische Mauer?&#8221;, stie\u00df Yalomiro hervor. \u201eIhr macht Euch die Dinge so \u00fcberm\u00e4\u00dfig kompliziert, dass es ein Schauspiel sein muss. Ich bin mir nur nicht sicher, wer die Zuschauer und wer die Darsteller sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"42095188e17612c2cbed9aaa1e859922\">\u201eOh, die Mauer.&#8221; Der Rotgewandete war am\u00fcsiert. \u201eDas Material f\u00fcr die Mauer stammt in der Tat aus Pianmur\u00edt. Aber die Mauer war nicht da, um dich einzusperren. Ich habe sie gezogen, damit kein Unkundiger auf die Idee kommt, nachzuforschen was aus euersgleichen geworden ist, nachdem dem Boscarg\u00e9n die Kraft ausgeht. Diesen Zweck hat sie vortrefflich erf\u00fcllt. Oder hast du gedacht, ich w\u00e4re so t\u00f6richt zu glauben, ein Schattens\u00e4nger h\u00e4tte sie nicht in beide Richtungen \u00fcberwinden k\u00f6nnen, so wie du es getan hast?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"87ab7d32239041fe9dd7ad028aa4eb84\">Yalomiro senkte den Kopf. \u201eNein. Nat\u00fcrlich nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67c1adddccf1c842cdbc1c35ff10a6c4\">\u201eDie Frage&#8221;, fuhr der <em>goala&#8217;ay<\/em> gelassen fort, \u201esollte sein, ob keiner von deinesgleichen es <em>versucht<\/em> hat. Wieso haben sie dich alle aufgegeben, Yalomiro Lagoscyre? Ist es dein Schicksal, verlassen zu werden, Schattens\u00e4nger? Waren sie wom\u00f6glich erleichtert, deiner ledig zu sein? Wie hie\u00df deine junge Kameradin noch, die dich so schm\u00e4hlich im Stich gelassen hatte? Ar\u00e1ma\u00fa Boscarg\u00e9n, nicht wahr? Was kann das arme M\u00e4dchen nur aufgehalten haben, frage ich mich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5d72ae6bc828f3ef5c7717ef55e25826\">\u201eIhr, m\u00f6glicherweise?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db086381b757d67420ec4a5029fad027\">Der Rotgewandete lachte leise. Dann ging er wortlos fort.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a4723350e58b3a68e2fb6282147e8a2\">Der Schattens\u00e4nger senkte den verbundenen Blick und horchte eine Weile, h\u00f6rte aber nur das in der Ferne lagernde Gefolge der <em>teiranda<\/em>. Er bewegte den Kopf, versuchte, die Augenbinde an seiner Schulter abzustreifen, aber es war zwecklos. Auch die Fesseln lie\u00dfen sich nicht l\u00f6sen. Der Rotgewandete verstand sein Handwerk ebenso gut wie seine magische Kunst.<\/p>\n<p data-p-id=\"5f510d8f2d3b93717aff9022d3d890db\">Yalomiro seufzte schmerzerf\u00fcllt und hoffte von Herzen, dass Ar\u00e1ma\u00fa nicht hatte leiden m\u00fcssen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1a89624921f1f3967f68c771896bb8d0\">W\u00e4hrend die <em>teiranda<\/em> verz\u00fcckt und ohne eine Regung ins Feuer starrte, hatte ich die Gelegenheit, ihre Gefolgsleute n\u00e4her zu betrachten. Solange ich ihre Gesichter nicht anschaute, war das halbwegs ertr\u00e4glich.<\/p>\n<p data-p-id=\"19b130814c4af27bc9dfc3e9d2e19790\">Der Mann, den ich anhand seiner Gewandung nun als <em>yarl<\/em> Altabete identifizierte, sa\u00df mir nun in einigem Abstand von den Flammen gegen\u00fcber. Er redete in dieser wispernden, verzerrt klingenden Sprache mit einem zweiten Mann in \u00e4hnlicher, gelblich-grauer Kleidung. Sein Gespr\u00e4chspartner war etwas f\u00fcllig und trug eine schwere Gliederkette mit einer aufwendig gearbeiteten Plakette um den Hals. Es handelte sich vermutlich um einen wichtigen W\u00fcrdentr\u00e4ger im Hofstaat der <em>teiranda<\/em>. Ich hatte versucht, danach zu fragen, aber sie war definitiv nicht mehr ansprechbar. Ab und zu schauten die beiden Ritter zu mir hin\u00fcber. Ihre K\u00f6rperhaltung unterstrich ihren ratlosen Eindruck. Der Zustand ihrer Herrin schien sie hingegen nicht zu verwirren.<\/p>\n<p data-p-id=\"2bf4a02f190c1671374a28fa3b181a55\">Auch die \u00fcbrigen M\u00e4nner schienen zwischenzeitlich begriffen zu haben, dass ich sie nicht verstehen konnte. Zumindest versuchte niemand mehr, mich anzusprechen. Aber sie waren freundlich. Einer reichte mir einen Teller, auf dem zwei staubgraue Kugeln dampften, etwa so gro\u00df wie Kartoffelkn\u00f6del. Er hatte sie f\u00fcr mich aus dem Feuer geholt, ich beobachtete, wie andere sich ebenfalls bedienten und ihrerseits lehmartige Kl\u00f6\u00dfe aus der Glut fischten. Offenbar war es etwas Essbares, mit dem der Tross sich st\u00e4rkte, eine Art Fertiggericht.<\/p>\n<p data-p-id=\"67988149ad6433aa417872070c6b675b\">Ich bedankte mich. Ich hatte zwei Tage nach meiner letzten Mahlzeit gro\u00dfen Hunger, aber ich wusste nichts mit der Speise anzufangen. Doch noch bevor ich bei den anderen abschauen konnte, wie man die ungenie\u00dfbar ausschauende Masse zu sich nahm, kehrte Gor Lucegath zur\u00fcck. Er schritt aus der Dunkelheit heraus, als tr\u00e4te er in Scheinwerferlicht, blieb kurz bei Altabete und dessen Kollegen stehen und wechselte einige Worte mit ihnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"942d27e82064a36adbcbe835d2bef455\">Ich versuchte, die K\u00f6rpersprache der beiden Ritter zu deuten. Ganz offensichtlich hatten die M\u00e4nner gr\u00f6\u00dften Respekt vor dem Rotgewandeten. Oder war es Furcht? Sie h\u00f6rten ihm in geduckter Haltung zu, dann erhoben sie sich. Sie gingen fort, dorthin, wo die Pferde in einem improvisierten Pferch standen, den das Gefolge mit Spie\u00dfen abgesteckt und mit einem langen Seil umspannt hatte. Unaufgefordert schloss sich der Gro\u00dfteil der am Feuer Sitzenden an. Wahrscheinlich wollte niemand ohne Not in Gor Lucegaths N\u00e4he sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"6356106bcd3f4ff7bd17cb4e0e8b0b5d\">Der Magier griff nach einem der nun freien Schemel und lie\u00df sich damit neben der <em>teiranda<\/em> nieder. Im selben Moment begann die junge Frau, sich zu regen, als sei nichts geschehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"cec2ef28db6e4bddfbcdbfade6126122\">Der Magier hatte etwas mitgebracht. Ich erkannte mit Best\u00fcrzung, dass es Yalomiros gro\u00dfe lederne Beuteltasche war. Er stellte sie zwischen seinen F\u00fc\u00dfen ab und warf dann einen Blick auf den Teller in meiner Hand.<\/p>\n<p data-p-id=\"42df645a5dda17e30fc3e860bd5c0cfd\">\u201eKennst du das nicht?&#8221;, fragte die <em>teiranda<\/em>. Ich zuckte erschrocken zusammen. Sie strahlte wieder verkl\u00e4rt und deutete auf den Teller. \u201eDu musst es aufschneiden. Hier!&#8221; Sie reichte mir ein Messerchen mit daumenlangen Griff und einer keilf\u00f6rmig geschliffenen Spitze hin\u00fcber.<\/p>\n<p data-p-id=\"23ab3e39672fc28fb00a19f9a1daf044\">\u201eIch habe Altabete und Grootplen angewiesen, sich bereit zu halten&#8221;, sagte der Rotgewandete zu ihr. \u201eIch denke nicht, dass wir Nokt\u00e1ma heute Nacht noch zu Gesicht bekommen werden. Ich gebe ihr Zeit bis zum Monduntergang. Dann werde mich daheim weiter mit ihrem j\u00e4mmerlichen Diener befassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a0905d75bee43d48ab8031edb7c10b48\">Sie nickte, wenig \u00fcberrascht. \u201eDann muss es wohl so sein. Es dauert mich, dass Ihr Euch diese M\u00fche umsonst gemacht habt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1db210eedef8bed41e93dd94c68fd89f\">\u201eEs ist gut, Herrin. Bedenkt, wie erleichtert <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval sein wird, wenn Ihr sicher wieder zugegen seid.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d6001926157047719c04d63bf830d138\">\u201eWas bedeutet das?&#8221;, fragte ich wachsam.<\/p>\n<p data-p-id=\"9d2d0453bdde3e751e09a87927983906\">\u201eWir reisen weiter, Ujora. Dies hier ist kein Ort, an dem Unkundige sich l\u00e4ngere Zeit aufhalten sollten. Die M\u00e4chte sch\u00e4tzen es nicht, wenn Menschen sich zu lange hier herumtreiben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cb58d0ce62ba70eb436d9178240b3bcc\">\u201eWarum sind wir dann hier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d6b461c9c09d777d5aa6afe1916cb5be\">\u201eWeil dies einer der Orte ist, an dem Nokt\u00e1ma und Patagh\u00edu sich manifestieren k\u00f6nnen. Wenn sie in der Laune sind, mit ihrem &#8230; Gesindel zu reden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1290c6ac251430ea840f5f290116d09d\">Er \u00f6ffnete Yalomiros Tasche. Das Erste, was er daraus hervorholte, war die schwarze Geige. Sie war in ein Tuch eingeschlagen und schien den Rotgewandeten nicht im Geringsten zu interessieren. Achtlos legte er das Instrument auf den Boden.<\/p>\n<p data-p-id=\"adc8d2c87992c56c3b0964e797f3aa3c\">\u201eWas ist mit Yalomiro?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"effc737e322d89c1ab46932ccbf9a9ca\">\u201eIn meiner Dom\u00e4ne habe ich wirksamere M\u00f6glichkeiten als hier, ihm seinen Hochmut und Starrsinn auszutreiben. Von <em>dort<\/em> w\u00e4re kein Entkommen mehr m\u00f6glich. Wie schade, dass der Dunkelheit das offenbar einerlei ist.&#8221; Er hielt nun ein schmales Buch mit einem schwarzen Ledereinband in H\u00e4nden, das offenbar von gr\u00f6\u00dferem Interesse f\u00fcr ihn war, denn er bl\u00e4tterte es fl\u00fcchtig durch. Ich konnte einen Blick auf handschriftlich eingetragene Zeilen erhaschen. Doch auch das Buch legte der maskierte Magier rasch wieder weg. \u201ePlunder&#8221;, murmelte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"b98bd471f34cab7f4c9b6880a46ec2ad\">Die <em>teiranda<\/em> interessierte sich immer noch mehr f\u00fcr meinen Teller als f\u00fcr Yalomiros Habe. \u201eIss&#8221;, sagte sie. \u201eWenn es abk\u00fchlt, wird es bitter. Ich wei\u00df, es ist einfachste Kost, aber als Reiseproviant \u00e4u\u00dferst dienlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d5f4d08231460e2d9cb182cc1c897789\">Ich ritzte einen der Kl\u00f6\u00dfe an. Die Miniklinge glitt erstaunlich leicht durch die lehmartige Kruste. Im Inneren befand sich eine pappige Masse. Die <em>teiranda<\/em> reichte mir einen zierlichen L\u00f6ffel aus Horn. Offenbar musste man die Kugeln damit leeren.<\/p>\n<p data-p-id=\"e352f5d29cf502ead0d8b21d0890d358\">Mir war nicht nach Essen zumute, wollte mir aber nicht anmerken lassen, dass mich viel mehr besch\u00e4ftigte, was Meister Gor tat. Ich probierte das z\u00e4he Mus. Es schmeckte langweilig, wie unges\u00fc\u00dfter Milchreis.<\/p>\n<p data-p-id=\"d6746f0d36c3201c983ac02a3ca847b0\">\u201eUnd?&#8221;, fragte der Rotgewandete nebenher. \u201eWie mundet dir die erste Speise, die du in dieser Sph\u00e4re kostest?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0f09a630522b3eaf4f52281ad20580bf\">\u201eEs ist sicher sehr gesund&#8221;, sagte ich h\u00f6flich.<\/p>\n<p data-p-id=\"76394997908de64fed93666d2fc978d9\">Gor Lucegath blickte kurz auf, ein wenig stutzig, wie mir schien. Dann wandte er sich der Tasche zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"00ef95c9d44e5fe8651d28e5d1d16a23\">\u201eSucht Ihr nach etwas Bestimmten?&#8221;, erkundigte K\u00edan\u00e1 von Wijdlant sich nun auch, w\u00e4hrend er kramte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b249d81ce8df331511ee1f0503ad2a06\">\u201eIch fragte mich, ob wir in seinen Habseligkeiten wohl irgendeinen Hinweis darauf finden w\u00fcrden, was er vorhat&#8221;, antwortete der Rotgewandete. Er untersuchte einige D\u00f6schen und Sch\u00e4chtelchen, die irgendwelche trockenen Substanzen zu enthalten schienen, und zwei oder drei gl\u00e4serne und fest verkorkte Phiolen mit Fl\u00fcssigkeiten. Eine davon betrachtete der Magier genauer. Und warf sie dann angewidert ins Feuer.<\/p>\n<p data-p-id=\"e95e00675cf7f2bb5e29bddea8df93ef\">Eine silberne Stichflamme zuckte in den Flammen auf und ein s\u00fc\u00dflicher Duft wehte vorbei. Die <em>teiranda<\/em> schaute fragend.<\/p>\n<p data-p-id=\"48929201674ebd88ec5a687a8c8a3bc3\">\u201eGift&#8221;, kommentierte Gor Lucegath und suchte weiter. \u201eL\u00e4cherlich! Sie versuchen es immer wieder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e29ae8d5bee7ba75cbdb61c38b10b905\">L\u00e4cherlich? Warum f\u00fchrte Yalomiro <em>Gift<\/em> mit sich? War das noch so eine sinistre Absicht, von der ich nichts ahnte? Was kam als N\u00e4chstes?<\/p>\n<p data-p-id=\"063cbbb12dfd9aaafa89fa7df37c775d\">Dann hatte er den Weltenschl\u00fcssel gefunden. Er sch\u00fcttelte den Kopf dar\u00fcber und betrachtete ihn von allen Seiten.<\/p>\n<p data-p-id=\"af0ebfb661c03b6e66430d388bf671b8\">\u201e<em>Damit<\/em> bist du also hergekommen, Ujora?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"22c0f5ce61e29a966a6b321589e636c0\">\u201eJa. Er lag vor der Kellert\u00fcr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"478870437ac551f3e071aa776fb13761\">\u201eUnd wie hast du ihn benutzt? Hast du ein Ritual angewandt, oder &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cb62d603841e735eef6b3320f250e6ee\">\u201eNein. Ich wusste gar nicht, was ich damit anfangen sollte. Dann habe ich seltsames Zeug getr\u00e4umt und dann &#8230; dann konnte ich nicht anders, als ihn auszuprobieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0781a28f1557891c47fc9ee300fbef4a\">\u201eIch verstehe. Dann hat der Schattens\u00e4nger dich also durch einen Traum angeleitet. Wie lange war der Schl\u00fcssel in deiner Welt in deinen H\u00e4nden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2f33d594dbd0fdbb190428851384d770\">Dass Meister Gor sich so ernsthaft f\u00fcr den Schl\u00fcssel interessierte, \u00fcberraschte mich.<\/p>\n<p data-p-id=\"c20da0da425e00a0a0d392bef7c51722\">\u201eIch habe ihn am fr\u00fchen Abend gefunden und am Vormittag ins Schloss gesteckt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ee58c19164f36a9791644565c74e8de\">\u201eDas sollte ausreichen.&#8221; Der Magier strich mit den Fingerspitzen \u00fcber das Metall. \u201eIch werde diesen Schl\u00fcssel f\u00fcr deine R\u00fcckkehr r\u00fcsten, Ujora, aber selbst ich kann das nicht \u00fcber Nacht. Es ist abstruse Schattens\u00e4ngermagie darin, die ich aufbrechen und mit der meinen neu arrangieren muss. Das dauert eine Weile, und ich habe zuvor eine dringlichere Angelegenheit zu erledigen. Du bist zwischenzeitlich unser Gast in Wijdlant.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fc21f04812df4e2ad105daa258683344\">\u201eDanke&#8221;, antwortete ich unverbindlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"eb9745665837a11e60a9f39221a110e1\">Er steckte den Weltenschl\u00fcssel in seine G\u00fcrteltasche.<\/p>\n<p data-p-id=\"00c46232a93538d613c5454c110d9f04\">\u201eAlles andere es ist nur der \u00fcbliche Krempel. Abgesehen davon. Das ist ein <em>Witz<\/em>.&#8221; Der Rotgewandete trat mit der Fu\u00dfspitze nach der Geige, woraufhin sie ein St\u00fcck n\u00e4her ans Feuer rutschte. \u201eSpielereien.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"51ee3bfcbc5756111efbf189b95b9e3a\">Er stopfte das Buch wieder zur\u00fcck in den Beutel und wandte sich dann der <em>teiranda<\/em> zu. \u201eWollt Ihr wieder im Wagen reisen, Herrin?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"391bf3260ee476b610ec27ecb11d39cc\">\u201eIch glaube, diesmal will ich reiten&#8221;, antwortete sie und griff wieder zu ihrem Becher. \u201eAber f\u00fcr dich, Ujora, haben wir kein Pferd dabei. Sobald wir in Wijdlant sind, werde ich daf\u00fcr sorgen, dass du ein angemessenes Reittier zu deiner Verf\u00fcgung bekommst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"afbb6f41831fc10db57f47ca25fa0b91\">\u201eEines, das weniger ungest\u00fcm ist als jenes, das dich herbrachte&#8221;, f\u00fcgte der Rotgewandete beil\u00e4ufig hinzu. \u201eNoch so eine unn\u00f6tige Prahlerei.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e3cf20be10b3b20dcf0614949ccb5278\">Ich zuckte zusammen. Was hatte er denn noch alles bemerkt, w\u00e4hrend er uns ohne unser Wissen beobachtet hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"9814cfb38755375274b4e7a3c7de48a1\">\u201eDas ist in Ordnung&#8221;, murmelte ich. Die Geige lag nahe bei seinem Fu\u00df. Zu nahe. Ich bef\u00fcrchtete, er k\u00f6nne sie als N\u00e4chstes mit einem Tritt einfach in die Flammen bef\u00f6rdern, wie zuvor das Giftfl\u00e4schchen. \u201eUnd&#8230; und wie geht es dann weiter? Ich meine, was erwartet Ihr von mir daf\u00fcr, dass Ihr mich beherbergt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"69e38fd8f3976400e47800b91b59698a\">\u201eGar nichts&#8221;, sagte die <em>teiranda <\/em>vergn\u00fcgt. \u201eDu bist mein Gast. Ich bin mir sicher, dass wir eine heitere Zeit miteinander verbringen werden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6d7719ff1debb371e3ac1b1bdc9bbbcf\">\u201eSei getrost, Ujora, du wirst dich nicht allzu lange gedulden m\u00fcssen. Der widerspenstigste Schattens\u00e4nger, den ich je unter meinen H\u00e4nden h\u00e4tte, hat neun Tage durchgestanden, bis ich hatte, was ich wollte. Yalomiro Lagoscyre wird es sicher nicht viel l\u00e4nger ertragen. Aber selbst das w\u00e4re egal. Zeit ist etwas, dem ich keine Bedeutung beimesse. Dir wird sie in Gesellschaft meiner Herrin im Fluge vergehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"475a991fdaa8f5ec69ab68f436525f13\">Ich z\u00f6gerte. Die Frage stand bereits seit dem Moment im Raum, in dem er sich gezeigt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"561a8d4e7cbde5abac47f9a17a6f95a5\">\u201eSeid Ihr unsterblich?&#8221;, fragte ich und wusste nicht so recht, ob es mich in Ehrfurcht oder Entsetzen versetzen w\u00fcrde, falls er das bejahte.<\/p>\n<p data-p-id=\"e98494a12c4414755f4b2bc4e3e2feda\">\u201eNein&#8221;, antwortete er heiter. \u201eIch habe lediglich damit aufgeh\u00f6rt, zu altern, als mir der Zeitpunkt passend erschien. Ich bin kein hitziger J\u00fcngling mehr, aber noch lange kein Greis.&#8221; Er warf einen vielsagenden Blick hin\u00fcber zur <em>teiranda<\/em>. \u201eEs ist angenehm, das <em>richtige<\/em> Alter zu haben, Ujora. Vielleicht siehst du das einmal \u00e4hnlich. Vermutlich, wenn der Moment vergangen ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0d97b9eac69518e7192c78700e2bb7f0\">Er erhob sich. \u201eUnd nun, Herrin, ben\u00f6tige ich einen Augenblick Eurer Zeit. Allein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fcaef2c7d00d5b0b7bc4329db8729598\">Sie stand auf, ganz ohne Widerspruch, und warf mir im Weggehen noch einen frohgemuten Blick zu. Der Rotgewandete reichte ihr formgewandt seine Hand. Die beiden entfernten sich in die Richtung, in die zuvor schon die Ritter gegangen waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"7bafc50d6dd442175d0887ec02a42adb\">Lustlos wandte ich mich wieder dem Essen zu und schrak zusammen.<\/p>\n<p data-p-id=\"fd6c482bf03fb48da10c9724a85f157d\">Auf dem Teller in meiner Hand lagen ein paar zerkochte Nudeln mit Ketchup. Ungef\u00e4hr eine Sekunde lang. Dann war da wieder der geschmacklose Brei.<\/p>\n<p data-p-id=\"6869a27501c9a6edb70f239188511147\">Offensichtlich begann ich, zu halluzinieren. Ich stellte den Teller beiseite.<\/p>\n<p data-p-id=\"34808c7dd3c3078374d977e4cd4149ea\">Nun war ich unbeobachtet: Nur ich, das Feuer, die achtlos zur\u00fcckgelassene Tasche, die Geige &#8230; und das kleine scharfe Messer in meiner Hand.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2057","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2057","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2057"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2057\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3850,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2057\/revisions\/3850"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2057"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2057"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2057"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}