{"id":2056,"date":"2025-08-24T19:31:46","date_gmt":"2025-08-24T17:31:46","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2056"},"modified":"2025-09-01T09:41:38","modified_gmt":"2025-09-01T07:41:38","slug":"013-ujora-gibt-alles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/013-ujora-gibt-alles\/","title":{"rendered":"013: Ujora gibt alles"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"82e97ffae2290de6c7f3d5064c09871c\">Einige Schritte vom Feuer entfernt war es zwar finster und es war Nebel aufgezogen. Doch da das Plateau eine v\u00f6llig ebene Wiesenfl\u00e4che war, bestand nicht die Gefahr, dass ich in Hindernisse hineinlief. Au\u00dferdem war da noch der zwischenzeitlich sehr hoch am Himmel stehende Mond. Der Dunst schien sein Licht zu b\u00fcndeln und es wie einen Spot auf Yalomiro zu legen. Es war nat\u00fcrlich nicht hell wie eine Leuchte, aber genug, um den reglos h\u00e4ngenden K\u00f6rper zu erkennen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5c0693e6ee35b53d923b6aa8e07ef3de\">\u201eYalomiro?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"007e20b4e12960b7ec80e19c8820553c\">Er hob den Kopf. Seine Augen waren verbunden. Warum hatte der Rotgewandete das getan? Vielleicht, um arglose Menschen wie mich vor Todesblicken zu sch\u00fctzen?<\/p>\n<p data-p-id=\"8222a07b4edc0aa4d1e0a41d3fd78517\">\u201eDu h\u00e4ttest es vielleicht doch versuchen sollen&#8221;, sagte er m\u00fcde.<\/p>\n<p data-p-id=\"96831c7dd5ea6975a6e963a104cb926c\">\u201eWas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f0e369eeceec4ed0dbcad1737f36070\">\u201eWegzulaufen. Aber wahrscheinlich hat er dich bereits zu fest in der Hand. Es tut mir leid, dich in diese Angelegenheit hineingezogen zu haben. Ich &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0e2fb98739667934ef10c9fbe8ab0cb1\">\u201eH\u00f6r zu&#8221;, fiel ich ihm ins Wort, w\u00e4hrend ich mich nerv\u00f6s umschaute. Aber das Gefolge der <em>teiranda<\/em> war am weit genug entfernt mit den Pferden besch\u00e4ftigt. \u201eWenn ich dich losbinde, h\u00e4ttest du eine realistische Chance, dich in Sicherheit zu bringen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b0171df9fece71e5fd0683ec7606e3c3\">\u201eDie Riemen sind nicht das Problem. Wenn ich das verfluchte Gold los w\u00e4re, s\u00e4he die Sache anders aus. Diesen Ring kann diesmal nur er selbst l\u00f6sen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b0e5e983c23637dfa4459a8c536f4d6e\">Ich suchte nach einer M\u00f6glichkeit, zu ihm hinaufzureichen. Die hinteren R\u00e4der des Wagens hatten ihre Nabe etwa auf H\u00f6he der unteren Ecke des Kutschkastens. Ich konnte die Speichen als Tritt nutzen und zu ihm hin\u00fcberklettern. Also versuchte ich es. \u201eDu h\u00e4ttest mir die Wahrheit sagen sollen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"18d9223af56b1434d2285e2521e613f4\">\u201e<em>Welche<\/em> Wahrheit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7586d63a481ad207608a937bef1f5239\">\u201eNun, all diese Dinge, die ich jetzt von Dritten erfahren habe? Von Blicken, die einem den Verstand ausl\u00f6schen und alldem?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"127f11f6ec7c0b73cce7bbe5985ec4d2\">\u201eH\u00e4tte ich dich in deiner Lage damit in irgendeiner Weise beruhigen k\u00f6nnen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"93787574324a3e16c3444e6dd02b45c1\">\u201eWar ich gestern Nacht in Gefahr, als du mich &#8230; angeschaut hast?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e3e6d2a1ff1d4d27b931c96209a63b0\">\u201eJa.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e080616dce3088931a784e3b2e8940e\">Ich zog den Stoffstreifen weg. Seine Augen waren tr\u00fcb wie Blei.<\/p>\n<p data-p-id=\"1aba8eb8d930ad0a21628fa8ecf82bf3\">\u201eDu streitest es also nicht ab?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b2f75e16ee18da73e8ee544b6c75ddd1\">\u201eNein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4609297402e09e925dba1045c3d2b53c\">Einen kurzen Augenblick sp\u00fcrte ich wieder dieses scheu\u00dfliche Gef\u00fchl im Herzen, das ich nie wieder an mich heranlassen wollte. Ich kn\u00fcllte das Tuch zusammen. Vielleicht brauchte ich es sp\u00e4ter, wenn ich so richtig heulen w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"496bfabc17c21656f348c5049209a056\">\u201eIch hatte dir vertraut!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6955121161d9c9a6e24c0ee634bac37a\">\u201eWenn du mir nicht vertraut h\u00e4ttest, w\u00e4re das Risiko es mir nicht wert gewesen. Ich habe es getan, um dir nahe sein zu k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3550d926bd0624310a3a92279a979ff7\">\u201eWas?&#8221;, fragte ich irritiert.<\/p>\n<p data-p-id=\"449754e6d494fd2ca25ccf1f58b41067\">\u201eIch h\u00e4tte es dir zu einem angemessenen Zeitpunkt erkl\u00e4rt. Es ist alles nicht so, wie es f\u00fcr dich klingen mag. Ich ahne, was sie dir erz\u00e4hlt haben und was jetzt in deinem Kopf vorgehen mag. Es ist alles viel &#8230; komplizierter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c80fff42f3681fdde393fc451af24e2\">Ich war best\u00fcrzt. Aber die Zeit reichte nicht, um dar\u00fcber nachzudenken. Ich begann mit dem Messerchen, an dem Seil zu s\u00e4gen. Er bemerkte, was ich als Werkzeug benutzte und seufzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"139671162bb222dfcdf3c2144fe1e2d6\">\u201eMeister Gor will mich heimbringen &#8211; sagt er.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a034984d620e16e2c4e8b57051fa9570\">\u201eDas will ich auch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8eaca6778eba831a9d13ae7bdd3a28a8\">\u201eAber ihr macht es beide nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6b7ef2753684ead3b3a4a58f2a0bfa0b\">\u201eDann hat er wohl &#8230; Priorit\u00e4ten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66c8576b2ecf54744e429d357210d32e\">\u201eJedenfalls hat er den Weltenschl\u00fcssel aus deiner Tasche genommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e28fae2418adcdc39e1a66ea26fe68f\">\u201eDas dachte ich mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4964227cdde1149465c2326bae7fd503\">Ich ritzte verbissen weiter. \u201eIch wei\u00df gar nicht mehr, was richtig ist. Ich wei\u00df nur, dass dies alles mich eigentlich nichts angehen sollte. Und dass ich <em>deinetwegen<\/em> hier bin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"24f1f259fc70d4425c236c6cfb8a14a2\">\u201eIch h\u00e4tte niemals un\u00fcberlegt tun sollen, was ich tat. In unbedachter Panik einen Weltenschl\u00fcssel zu verwenden, wie ein Angler einen K\u00f6der auswirft \u2013 ich habe leichtsinnig gehandelt. Ich konnte nicht ahnen, was aus den Tiefen einer anderen Welt herkommen w\u00fcrde, was Nokt\u00e1ma mir zur Hilfe schicken w\u00fcrde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3e11ff3373f9a09522b5b331d6fc6b42\">Das Messerchen mochte als Essbesteck taugen, aber zum Durchtrennen der Fesseln war es kaum zu gebrauchen. Mein Plan, Yalomiro schnell loszuschneiden und dann wieder unauff\u00e4llig zum Feuer zur\u00fcckzukehren, versprach mit jeder Sekunde weniger Erfolg. Er schaute einen Moment unverwandt zu, wie ich verbissen an den Schn\u00fcren herums\u00e4belte.<\/p>\n<p data-p-id=\"886d38af9f034e05d222dd79b1d9317e\">\u201eWarum hilfst du mir?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"783287192c9cb0fdbecc16cab225be15\">\u201eMeister Gor deutete an, dass er f\u00fcrchterliche Dinge mit dir anstellen wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1d8af4c8b795d53513721f9961000cc4\">\u201eGesch\u00e4he mir das nicht ganz recht, nach all dem, was du nun von mir denkst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"07b48c31c1eb2ae7c4f4c8c1169fede1\">Endlich gaben die ersten Fasern nach. Ich hielt kurz inne. \u201eVielleicht bin ich ganz einfach dumm. Es muss schlie\u00dflich einen Grund haben, dass ich mein Leben lang, egal was ich gemacht habe, am Ende immer das Nachsehen habe. Es w\u00e4re nicht das erste Mal, dass man meine Ahnungslosigkeit ausgenutzt hat. Ich werde wohl merken, was ich davon habe.&#8221; Ich schnitt weiter, ohne ihn anzuschauen. \u201eVielleicht bist du wenigstens so taktvoll, mich nicht auszulachen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"950869f9f8a61b0722b146a2f12c49bb\">\u201eUjora &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e27373153b2bbb193fd8ccbd10c9592e\">\u201eVielleicht kannst du dich ja irgendwo verstecken und sp\u00e4ter jemanden suchen, der den Ring durchtrennen kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"caa47891227401b32be1272d1f06c190\">\u201eUjora, so h\u00f6r mir doch zu! Solange ich den Reif trage, <em>gibt<\/em> es kein Versteck. Um von hier und aus dieser Lage zu entkommen, muss ich zaubern. Um zu zaubern, ben\u00f6tige ich deutlich mehr Kraft, als derzeit durch meine <em>maghiscal<\/em> str\u00f6mt. &#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"533fa0ce174b788e52e3ec2a6a67b8db\">\u201eWie meinst du das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"237fcb6e218acaa7785b3a2deaf7cd89\">Er suchte nach Worten. \u201eStell es dir vor wie einen halb zugefrorenen Bach. Das Gold hat meine Kraft gerinnen lassen. Selbst wenn ich es los w\u00e4re, m\u00fcsste meine Magie erst wieder &#8230; auftauen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48648ce1d40b24337b66215af8bce529\">\u201eEs d\u00fcrfte jedenfalls nicht schaden, wenn du dich wieder bewegen kannst&#8221;, zischte ich, und ein weiterer Strang gab seinen Widerstand auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"5712dfa48cfd5d5f4963dd8846cf883b\">\u201eWarum hintergehst du Meister Gor?&#8221;, beharrte er. \u201eWarum bringst du dich in Gefahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c00bdafd915a39d5b947535ac94c26f\">\u201eKeine Ahnung. Wahrscheinlich bin ich einfach dumm.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"36966c57d498e9918a98d5fffaf21355\">\u201eEs ist Mitleid, Schattens\u00e4nger. Oder treibt dich blanke Torheit dazu,, dein Verderben wieder von der Kette zu lassen, Ujora?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1be58a1b1e630da90584fb35c428da79\">Ich erschrak so sehr, dass mir das Messerchen abrutschte und einen tiefen Kratzer im Holz hinterlie\u00df. Yalomiro erstarrte. Der Rotgewandete kam von der anderen Seite hinter dem Fuhrwerk hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"53705cc84fc0cd2bce62c2057b051361\">\u201eLass mich dir zur Hand gehen.&#8221; Er zog beil\u00e4ufig sein Schwert und durchtrennte mit einem Streich die Fesseln an Yalomiros anderem Arm. Schlagartig durch das Gewicht belastet, rissen die letzten verbliebenen Fasern auf meiner Seite. Der Schattens\u00e4nger st\u00fcrzte zu Boden und keuchte erstickt. Wahrscheinlich hatte er rasende Schmerzen in Schultern und Sehnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c7c101c1d9e17c7aed4301ef5321fbbe\">Ich lie\u00df das Messer fallen und kletterte langsam herab, ohne Gor Lucegath aus den Augen zu lassen. Wo war er schon wieder so lautlos hergekommen? Er war doch gerade noch auf der <em>anderen<\/em> Seite des Feuers gewesen! Das war &#8230; unheimlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"828dab3d95fc325868cf9e67f71c5350\">\u201eWolltest du stehlen, Ujora?&#8221; Der Rotgewandete deutete mit seiner Klinge auf den Beutel, den ich mir umgeh\u00e4ngt hatte und steckte das Schwert dann zur\u00fcck in die Scheide. \u201eWas willst du mit dem Kram?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4614e58fe6a258791cca3de2df9054d1\">\u201eIch wollte es zur\u00fcckbringen&#8221;, murmelte ich schuldbewusst. \u201eEs sind seine Sachen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5cbfd327209e6ee5c73fca9b3d40fbc4\">\u201eArtig. Und doch betr\u00fcbt es mich, dass du der <em>teiranda<\/em> ihre Gastfreundschaft so vergiltst.&#8221; Er hob die Hand in meine Richtung. \u201eSehr bedauerlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6df1bd960c571f63365ddf10bf5756a4\">Yalomiro rappelte sich hastig auf. Er versuchte, sich am Wagenrad emporziehen, und als er schlie\u00dflich aufrecht stand, schwankte er. \u201eLasst sie in Frieden&#8221;, brachte er zornig hervor, w\u00e4hrend er die \u00dcberreste der Fesseln abstreifte.<\/p>\n<p data-p-id=\"db4e7fd720b649b8b1641862e52a77cf\">\u201eNat\u00fcrlich. Vor mir hat die Unkundige nach wie vor nichts zu bef\u00fcrchten, solange sie nichts Unbedachtes tut. Schlie\u00dflich warst du es, der sie dazu getrieben hat.&#8221; Die Hand des Rotgewandeten schwenkte zu ihm hin\u00fcber.<\/p>\n<p data-p-id=\"2adde32b56d9d9d441070a769db93db0\">\u201eHat er nicht! Ich&#8230; ich&#8230;&#8221; Ich stockte, als mir bewusst wurde, wie albern das klingen musste. Gor Lucegath wartete auffordernd.<\/p>\n<p data-p-id=\"d5b4131d085a167e08fde84349ffb621\">\u201eBitte, tut ihm nichts an&#8221;, beendete ich lahm den Satz.<\/p>\n<p data-p-id=\"118e18d557a6452d9a6db832261d8077\">\u201eBei den M\u00e4chten, Schattens\u00e4nger, ist das nicht <em>allerliebst<\/em>? Eine Unkundige bittet <em>mich<\/em> um Gnade f\u00fcr den Meistersch\u00fcler von Ask\u00fdn Lagoscyre, den m\u00e4chtigsten Schattens\u00e4nger dieser Tage?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7453362f3c7a5c001874b39fbfad6a63\">\u201eH\u00f6rt auf zu spotten&#8221;, sagte Yalomiro finster \u201eEs ist unter Eurer W\u00fcrde, Euch \u00fcber Unkundige lustig zu machen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2eaea797cabf42c6e80a3dd9f835a9bf\">Der Rotgewandete vollf\u00fchrte eine knappe Geste mit seinen Fingern. Der Goldreif zersprang in zwei Teile und prallte mit einem dumpfen Aufschlag zu Boden. Im selben Moment ballte der <em>goala&#8217;ay<\/em> die Faust seiner anderen Hand. Yalomiro ging mit einem heftigen Keuchen in die Knie und kr\u00fcmmte sich zusammen, als habe man ihm brutal in den Leib geschlagen.<\/p>\n<p data-p-id=\"25819b7a56a6d911c488c88a041f832b\">\u201eGut, Schattens\u00e4nger.&#8221; Meister Gor kam einen Schritt n\u00e4her. \u201eDann fahre ich eben damit fort, mich \u00fcber <em>dich<\/em> lustig zu machen. Lass uns k\u00e4mpfen. Hier und jetzt. Das wolltest du doch die ganze Zeit? Nun, es k\u00f6nnte am\u00fcsant werden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8bb2867fe72df0c48e01d2368f6b097\">Eine weitere Handbewegung, weit ausholend, blitzschnell. Etwas Unsichtbares traf Yalomiro wie ein Tritt und schleuderte ihn ein St\u00fcck weit durch die Luft, fort aus dem dunstigen Mondlicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"54c638cc398755c8cc9ac3436fcce1d0\">Ich z\u00f6gerte, einen winzigen, hauchd\u00fcnnen Moment nur. Dieser Kampf war unfair. Ich musste eingreifen, und ich wusste sp\u00e4ter wirklich nicht zu sagen, woher ich den Mut dazu nahm.<\/p>\n<p data-p-id=\"b8c437233b7ed92d565772785d364ebe\">Ich eilte hinterher und fiel neben dem wimmernden Magier auf die Knie. In seinen bleistumpfen Augen zuckten nun glitzernde Silberpunkte. Ich nahm das als Zeichen, dass seine magischen Kr\u00e4fte zwar wieder frei, aber noch gehemmt waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"f4f62caa91cade946dc9cccb6a1f7523\">\u201eBeiseite, <em>ujora<\/em>&#8220;, sagte Meister Gor gelassen hinter mir. Ich wandte mich um und sp\u00fcrte etwas Schneidendes an mir vorbeizischen, was f\u00fcr einen Sekundenbruchteil die Luft auflud, dazu f\u00fchrte, dass sich die H\u00e4rchen auf meiner Haut aufstellten, dann neben mir in Yalomiros K\u00f6per fuhr und ihn so heftig zusammenkrampfen lie\u00df, dass seine F\u00fc\u00dfe Gras beiseite scharrten. In seinem K\u00f6rper tobte offenkundig ein Tumult von Schmerz.<\/p>\n<p data-p-id=\"29852c5e06abaabc6ca3a79a9e01dbac\">Ich dachte nicht nach und warf mich \u00fcber ihn. Vielleicht gewannen wir so Sekunden.<\/p>\n<p data-p-id=\"bed0876b6143efd7b431c2f15f683e75\">\u201eGeh aus dem Weg, Ujora. Lass ihn sich selbst verteidigen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fcbdbfd5d29b498fbfe04361e21f90da\">\u201eAber dazu hat er noch keine Kraft!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5039c197e8081ddd2117465dc3f77e55\">\u201eDas ist sein Problem.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8e45525492310f0a659787dfb1bc9eb3\">\u201eDas ist gemein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d1bdade10824d3b70b30ca32fb657771\">\u201eGemein? Ich verstehe. Man greift keinen Gegner an, der bereits am Boden ist, das meinst du wohl? Aber ich bin kein ehrenhafter Krieger, Ujora. Ich bin nicht so t\u00f6richt, zu warten, bis es ihm gelingt, seine Kr\u00e4fte auf irgendeine Weise wieder <em>aufzuf\u00fcllen<\/em>. Und ich habe noch gar nicht damit begonnen, <em>gemein<\/em> zu sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"797c5b66687a2e37accf2f192060e826\">Auff\u00fcllen?<\/p>\n<p data-p-id=\"b04067354c5c2b989cbd7b260b2d3e1d\">Die Eingebung kam mir ganz pl\u00f6tzlich. Was w\u00e4re, wenn all das, was man mir \u00fcber Schattens\u00e4nger erz\u00e4hlt hatte, der Wahrheit entsprach? Wenn Schattens\u00e4nger die Lebenskraft anderer &#8230; aussch\u00f6pfen konnten? So, wie er den Pflanzen das Wasser entzogen hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"048a5f73e505bfd25dbf6b84aa7f7714\">Und was, wenn Lebenskraft so etwas w\u00e4re wie &#8230; hei\u00dfes Wasser? Hei\u00dfes Wasser auf starres Eis?<\/p>\n<p data-p-id=\"e274305d940aee42ad1034692ae92878\">\u201eNimm dir meine Energie&#8221;, zischte ich Yalomiro zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"656e104fd55fa18dc65d01440f251afa\">\u201eUjora!&#8221;, rief Meister Gor vorwurfsvoll. \u201eSei keine N\u00e4rrin!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67a1a107c8abf3aeb64c36b840bbe7d1\">\u201eNein&#8221;, \u00e4chzte Yalomiro. \u201eDas <em>darf<\/em> ich nicht tun!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e04730c3cefbef0a00dcdaf584223a74\">\u201eBitte&#8221;, beschwor ich ihn. \u201eNimm, soviel du brauchst, und bring <em>uns<\/em> hier weg.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e3b9e8486764e3b790debcfce100300c\">\u201eUjora! Denke daran, <em>ich<\/em> habe den Schl\u00fcssel!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05b267266f8a661a9de18ca586e93f72\">Einen winzigen Moment dachte ich an meine Welt, an mein Zuhause, die Sicherheit, den Komfort und die Einsamkeit. An all die Dinge, die wichtig waren und so unendlich weit weg. Der Rotgewandete kam ohne Eile n\u00e4her. Yalomiro st\u00f6hnte und versuchte, sich aufzusetzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"939fa87845c2eed0aa7792e0ebd27fc5\">\u201eMeister Gor?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d832cbf6e40818904c5ebc4b8e77666c\">Das war die <em>teiranda<\/em>. Offenbar hatten die Ger\u00e4usche dieser Auseinandersetzung sie zum Ort des Geschehens gezogen. F\u00fcr einen Wimpernschlag nur war Gor Lucegath abgelenkt und wandte sich ab.<\/p>\n<p data-p-id=\"8fba8be75694bd5f00d0d90afe9c5572\">\u201eSchnell! Jetzt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2be58cb30fe3b0b027a38e496795a4b9\">\u201eEs ist zu gef\u00e4hrlich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27ea833e0ea60e217ce80e68e6cfadb1\">\u201eIch <em>vertraue<\/em> dir! Tu es! Schnell!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"71ceab5df8d03101b017165581a115b4\">Er schaute mich best\u00fcrzt an. Dann ich sp\u00fcrte seine ausgespreizte Hand, die sich auf mein Herz legte. Die andere griff nach meiner Stirn.<\/p>\n<p data-p-id=\"889dadbcca98e7b781280c4d3216ba26\">Dann wurde es schlagartig schwarz, warm und friedlich. Und still.<\/p>\n<p data-p-id=\"ff2873a27d9039b53ef9d03920046909\">Blankes Chaos brach aus, und vom Hochplateau des Montaz\u00edel klangen Schreie in die Schluchten, die als leises Heulen noch im <em>yarlm\u00e1lon<\/em> Valfront\u00edr zu h\u00f6ren waren und dort n\u00e4chtliche Wanderer schaudern machten.<\/p>\n<p data-p-id=\"6dad4a3838a8d2a89c78478a10fb9b18\">Am herzzerrei\u00dfendsten war der Angstschrei der <em>teiranda<\/em>. Andri\u00e9r Altabete, ein furchtloser Haudegen und kampferprobtester ihrer Ritter, st\u00fcrzte mit blankem Schwert auf Yalomiro zu, um seiner Herrin zu Hilfe zu kommen. Der Schattens\u00e4nger wischte ihn so vorsichtig mit einem Streich beiseite wie m\u00f6glich. Es lag ihm fern, <em>ujoray<\/em> zu verletzen. Etwas Unordnung jedoch, die w\u00fcrde ihm n\u00fctzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0a2f4db8806a71c5c137fbde4e2fd3e4\">Ein weiterer Schlag fegte die Kutsche hinfort. Das Gef\u00e4hrt schlitterte auf das Lagerfeuer zu, zerrieb es unter sich und fing dabei selbst Feuer. <em>Yarl<\/em> Grootplen brachte es gerade noch fertig, beiseite zu hechten. Yalomiro tat einen Schritt in seine Richtung, und der Ritter ergriff ver\u00e4ngstigt die Flucht.<\/p>\n<p data-p-id=\"d047f60ff414931b88f9b94686951031\">Auch die Pferde waren in heller Panik. Yalomiro schnellte \u00fcber das Plateau zu den Tieren hin\u00fcber, riss den improvisierten Zaun weg und glitt mit seinem K\u00f6rper zwischen die rasenden R\u00f6sser und den Abgrund. Die unschuldigen Tiere sollten weglaufen. Je l\u00e4nger die <em>ujoray<\/em> brauchen w\u00fcrden, ihre Reittiere wieder einzufangen, je weiter sie sich im Montaz\u00edel verstreuten, umso besser.<\/p>\n<p data-p-id=\"ef861bbe7305c842c7e37ad86e60eb4a\">Ein Teil von K\u00edan\u00e1 von Wijdlants Entourage nutzte die Gelegenheit, den Pferden nachzulaufen. Andere flohen bis an den Rand des Plateaus, waren dort in der Falle, warfen sich nieder und begannen, zu den M\u00e4chten zu flehen. Im lodernden Schein der brennenden Kutsche blieb Yalomiro allein mit der nun erstarrten <em>teiranda<\/em>, dem benommenen Ritter und Gor Lucegath, der g\u00e4nzlich unbeeindruckt inmitten der Konfusion stand, zu ihm aufschaute und befriedigt l\u00e4chelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"abe55c06d6f56a551b309c8975ed8581\">\u201eIch war mir fast sicher, dass du es <em>tats\u00e4chlich<\/em> tun w\u00fcrdest&#8221;, sagte der Rotgewandete, ohne sich um die verst\u00f6rte Frau an seiner Seite zu k\u00fcmmern. \u201eUnd dass du es gleich wieder auf die Spitze treibst in deinem \u00dcbermut.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ca34b01cab4506b06f05f22f66c79f1b\">Yalomiro fauchte. Sprechen konnte er mit <em>diesem<\/em> K\u00f6rper nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"3a97bc0371915a5885d8f78a0509c4a4\">\u201eDu wirst nicht weit kommen&#8221;, fuhr der Rotgewandete fort. \u201eSei dir deiner Sache nicht zu sicher.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4dc4e08389d88cf21da732963efa52c0\">Der Schattens\u00e4nger warf der <em>teiranda<\/em> einen letzten Blick zu. Er hatte Mitleid mit ihr. Aber er konnte im Augenblick nichts f\u00fcr sie tun.<\/p>\n<p data-p-id=\"dfa15e2567dc14a94a585b8528455454\">\u201eDu k\u00f6nntest mich nun m\u00f6glicherweise t\u00f6ten, Yalomiro Lagoscyre, um die Sache zu entscheiden. Willst du es denn nicht wenigstens versuchen, nun, da du so gro\u00df und m\u00e4chtig geworden bist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4c4602749c809872ca3c893684859c67\">Der Schattens\u00e4nger schnaubte. Der <em>goala&#8217;ay<\/em> kam unerschrocken einen Schritt n\u00e4her und zog dabei sein Schwert. Die Unkundige lag reglos zwischen ihnen. Yalomiro schnellte vor und griff nach ihr.<\/p>\n<p data-p-id=\"4884c17cf48831a330198fee377dd598\">\u201eDu brauchst sie nicht mehr&#8221;, sagte Gor Lucegath milde. \u201eSie hat dir alles gegeben, was sie hatte. Lass es gut sein. Alles Weitere betrifft nur dich und mich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9d3a2d279a2a4d8e0b0e81898bb55ec3\">Yalomiro dr\u00fcckte den schlaffen K\u00f6rper fest an sich. Zwischen seinen Krallen war sie sicher geborgen, aber ein schlaffes B\u00fcndel. Er sp\u00fcrte, dass sie noch lebte. Aber er durfte nicht zu viel Zeit verlieren.<\/p>\n<p data-p-id=\"5cfde5c1bc4a785e5f65e6191bc0e516\">Geschmeidig wie eine Eidechse schnellte er auf den Rand des Abgrunds zu und dar\u00fcber hinaus. Der schreckliche, imposante K\u00f6rper st\u00fcrzte in die Tiefe. Der <em>camat&#8217;ay<\/em> lie\u00df sich fallen und breitete seine Schwingen aus. Der Wind stie\u00df darunter wie in die Segel eines gro\u00dfen Schiffes und trug ihn wieder empor.<\/p>\n<p data-p-id=\"7f93d36f969457655c7e77fc71174f3c\">Der Rotgewandete versuchte nicht, ihn aufzuhalten. Aber den Wind trug dem Schattens\u00e4nger noch eine Weile sein Gel\u00e4chter hinterher.<\/p>\n<p data-p-id=\"0a840559c0c847c5b697c70663af49e0\">Im Norden wies ihm der Mond den Weg. Er nutzte die Thermik, die durch die Schluchten strich und ihn trug und wusste doch, dass es nur ein Entweichen auf kurze Frist sein w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"76317ab70e32d8c35f2fa986aafe33da\">Der Rotgewandete hatte ihn <em>willentlich<\/em> entkommen lassen. Das stand au\u00dfer Frage. Regelrecht inszeniert hatte der <em>goala&#8217;ay<\/em> die Situation.<\/p>\n<p data-p-id=\"ec4066fe4fc815ab6d996bea1b6ef861\">Yalomiro flog durch die Nacht, auf den Mond zu. Die Zeit dr\u00e4ngte. Die Lebenskraft, die die Unkundige ihm geschenkt hatte, ohne zu wissen, in welche Gefahr sie sich damit brachte, w\u00e4re schnell aufgebraucht. Er durfte sie keinen Moment l\u00e4nger <em>benutzen<\/em> als n\u00f6tig.<\/p>\n<p data-p-id=\"ef87cfe075defb9c953bb940c8902b3d\">Wenn es nur ausreichte, um die Berge hinter sich zu lassen!<\/p>\n<p data-p-id=\"7e2f13decac80b2085da7b2ca0a900d8\">Yalomiro ahnte, welche \u00dcberlegungen Gor Lucegath angestellt haben mochte. Von seiner Warte aus waren die Z\u00fcge in dem Spiel um das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> ausgesch\u00f6pft gewesen. Vermutlich war es die ganze Zeit die Absicht des Rotgewandeten gewesen, aus einem Stillstand heraus eine neue Partie zu beginnen. Selbst die kostbare Geisel, dieses Wesen von au\u00dferhalb des Weltenspiels, hatte er daf\u00fcr fahren lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"56c27f50be3dc63024382094f6ecf6be\">Was hatte der Lichtw\u00e4chter vor?<\/p>\n<p data-p-id=\"34e64e9141e1df900f14a6c5374c3935\">Der <em>camat&#8217;ay<\/em> klappte seine m\u00e4chtigen ledrigen Fl\u00fcgel an und schoss wie ein Pfeil steil \u00fcber die immer niedriger werdenden Gipfel und Grate hinweg. Hinter ihm am Himmel d\u00e4mmerte im S\u00fcden der neue Morgen wie ein schmales, wei\u00dflich graues Band. Die Sonne stieg aus der W\u00fcste von Soldes\u00e9r auf, weit, weit weg am Ende der Welt.<\/p>\n<p data-p-id=\"8eae78d693cb3c85773aceb2cfeb2b0f\">Wenn er sich nicht t\u00e4uschte, f\u00fchrte sein Flug ihn geradewegs gen Valvivant. Wenn seine Magie, befeuert und potenziert von ihrer kostbaren Lebenskraft, nur solange vorhalten w\u00fcrde!<\/p>\n<p data-p-id=\"a8ed96c0b8e066c8cea8570316751ab9\">Oder <em>wollte<\/em> Gor Lucegath erreichen, dass er mit einem Zauber, den er, der <em>camat&#8217;ay<\/em>, der Sch\u00fcler nur aus den <em>verbotenen<\/em> Lehren kannte und wom\u00f6glich st\u00fcmperhaft anwandte, die Unkundige umbrachte? Dass er mit Leichtsinn ein Menschenleben raubte, um seine eigene Haut zu retten und damit seiner Seele noch mehr Schaden zuf\u00fcgte, als sie sich ohnehin schon zugezogen hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"94196098d4ea8e7fcb5233996da4ee3a\">Nein. Das s\u00e4he dem <em>goala&#8217;ay<\/em> nicht \u00e4hnlich. Ein solcher Plan barg zu viele Unsicherheiten.<\/p>\n<p data-p-id=\"b9482c5fa6cb1d948e655864c116fd3f\">Aus den Bergen wurden H\u00fcgelketten. Montaz\u00edel, im S\u00fcden ein Tafelgebirge, senkte sich im Norden sacht ab, bildete T\u00e4ler, H\u00e4nge und Plateaus, fruchtbar und dicht bewachsen. Die Morgend\u00e4mmerung folgte ihm immer schneller.<\/p>\n<p data-p-id=\"088bb15b6b31e8962a1011a8b10c15f4\">Der Schattens\u00e4nger setzte alles auf eine Karte. Er legte die Fl\u00fcgel an und wurde zu einem Geschoss aus Schuppen, Schwingen und Klauen, das aus den Resten der Nacht hervorbrach und dem Erdboden entgegen st\u00fcrzte, einen letzten Rest Menschenleben fest an sein Herz gepresst.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2056","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2056"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2056\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3852,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2056\/revisions\/3852"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2056"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}