{"id":2046,"date":"2025-08-24T19:22:57","date_gmt":"2025-08-24T17:22:57","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2046"},"modified":"2025-09-01T09:40:46","modified_gmt":"2025-09-01T07:40:46","slug":"010-der-rotgewandete-hat-fragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/010-der-rotgewandete-hat-fragen\/","title":{"rendered":"010: Der Rotgewandete hat Fragen"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"d4b9a72148055f715690d48a5de39814\">Yalomiro schwieg und r\u00fchrte sich nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"242c974894b20fe6f7f5d451d3384033\">Sein Schweigen erschreckte mich zutiefst. Ich hatte das f\u00fcrchterliche Gef\u00fchl, in einer Weise \u00fcbergriffig geworden zu sein, die an Dummheit nicht zu \u00fcberbieten war.<\/p>\n<p data-p-id=\"bb39ef6d06b52ef390fd7c228ae2a93d\">Das war eine besch\u00e4mende Ern\u00fcchterung. Was hatte ich mir eingebildet? Wie hatte ich nur annehmen k\u00f6nnen, dass er Gef\u00fchle teilte, die mich einnahmen?<\/p>\n<p data-p-id=\"a5c8f37b103e9f9df0d2e8b4daf06f1e\">Hatte ich das gewollt? Geahnt? Ich wei\u00df es nicht. Nie zuvor hatte ich bei einem Menschen ein \u00e4hnliches Charisma gesp\u00fcrt, und nie zuvor ein solches <em>Bed\u00fcrfnis nach N\u00e4he<\/em>. Eine Innigkeit, die mir nicht unerreichbar vorgekommen war, aus dem trivialen Grund, dass nur er und ich anwesend waren. Es gab niemanden, der mir dieses Gef\u00fchl <em>wegnehmen<\/em>, mich von ihm <em>abdr\u00e4ngen<\/em> konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5a7f0836922bb68a37ee09dfb18b321a\">Und da stand er nun, reglos als sei er nach wie vor eine Steinstatue, und schaute mich so <em>best\u00fcrzt<\/em> an, dass ich mich am liebsten versteckt h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"158a7860df9362d244b8f9c78dc311f2\">Was war \u00fcberhaupt in mich gefahren? Wer war ich denn schon, aus seiner Sicht? Ein planloses, l\u00e4cherliches Etwas, das ihm Umst\u00e4nde bereitete und sich blamabel benahm!<\/p>\n<p data-p-id=\"7d2d85cd0c2a01b10cdc67d6b178e04c\">Hatte er nicht wiederholt diese Ar\u00e1ma\u00fa erw\u00e4hnt? Musste der Umstand, dass er nicht st\u00e4ndig von ihr redete, unbedingt bedeuten, dass sie nicht mehr da war? Oder, noch schlimmer: Dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit tats\u00e4chlich tot war und er im Stillen um seine Gef\u00e4hrtin trauerte?<\/p>\n<p data-p-id=\"28d5543c8caf5e9bee5ae6f564d6ae77\">Wie unglaublich taktlos, wie eigens\u00fcchtig von mir!<\/p>\n<p data-p-id=\"cdef8d1ebcb373703859c51a51862ea1\">\u201eDas war dumm&#8221;, fl\u00fcsterte ich. \u201eIch h\u00e4tte das nicht fragen sollen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"091d26b892c139fa5769e7aa7dcec290\">\u201eWarum hast du es dann getan?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"77a5afb1df1387c4182dd6af2a91f287\">\u201eIch wei\u00df nicht&#8221;, behauptete ich. Das war zumindest nicht ganz gelogen.<\/p>\n<p data-p-id=\"dbfc4cb6f7cd5c9e1e2f876c684def7f\">Ich wandte mich besch\u00e4mt von ihm ab, ging weiter und versuchte, die Tr\u00e4nen zu stoppen, die aus mir herausplatzen wollten, wie Wasser aus einem unter Druck stehenden Schlauch. Es geschah mir recht. Ich hatte es <em>verdorben<\/em>. Ganz und gar und f\u00fcr alle Zeiten. Ein paar Schritte weit konnte ich mich noch beherrschen. Dann rannte ich los. Weg, nur weg! Schnell Distanz zwischen mich und diese peinliche Blamage bringen. Das Echo meiner F\u00fc\u00dfe klang trotz Gummisohlen erschreckend laut zwischen den hohen Felsw\u00e4nden.<\/p>\n<p data-p-id=\"804e6c0b192ef027f30463219484aa0d\">Weinen und rennen zugleich war keine gute Kombination. Schon bald bekam ich keine Luft mehr, wurde langsamer und kam schlie\u00dflich zum Stehen. Es war zwecklos. Der Weg durch die Schlucht f\u00fchrte schnurgrade vorw\u00e4rts. Weglaufen war sinnlos.<\/p>\n<p data-p-id=\"56050143f2cf14c2ce67845a218fb3f6\">Kurz darauf war er wieder neben mir. Er wirkte verwundert.<\/p>\n<p data-p-id=\"a13ae0f149e6d3759f5f2868ee60392f\">\u201eWas habe ich getan, das dich nun so traurig macht, Ujora?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"688afc04b0d0219168cde68403ff242a\">\u201eDu? Du hast gar nichts getan. Ich h\u00e4tte nichts erwarten d\u00fcrfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"39c82170495b7f77aeb4caa0f8b2b96a\">\u201e<em>H\u00e4tte<\/em> ich etwas tun sollen? Was hast du <em>erwartet<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"236c9dcb5fe45dcb599846d207907e7c\">\u201eGar nichts.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a351584f4b9ad9959f89bfe136265363\">\u201eBitte. Ich will verstehen, wozu mir die Einsicht fehlt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"092897ce749aaa5b600d52f3a58fd89e\">\u201eEs gibt nichts &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2355403a94dd36f5e827fc885807d39a\">\u201eDu bist nicht wegen nichts so aufgew\u00fchlt!&#8221; Er fasste sacht meinen Arm und hielt mich fest. Sein sanfter silberbrauner Blick traf mich mit einer Intensit\u00e4t, die mir keine Wahl lie\u00df. Ich musste mich dazu durchringen, ihm zu antworten, und war mir sicher, dass ich es im selben Moment noch viel unreifer und peinlicher machen w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"974a984b339c470d6272ef58d4b92166\">\u201eIch hatte irgendwie gehofft, dass du mich vielleicht &#8230; gern hast.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ccb8b04164b0372ee0e04c92c1a5b2e\">So. Jetzt war es gesagt.<\/p>\n<p data-p-id=\"4e06d7a7b70c646afff8af38255f4cb0\">Warum antwortete er nicht oder lachte mich aus? Stattdessen schwieg er und schaute mich auffordernd an, als erwarte er, dass ich weiter spr\u00e4che. Ich plapperte konfus drauflos.<\/p>\n<p data-p-id=\"48b1899be7b3e3221acddcfe7771d72f\">\u201eIch meine &#8230; nat\u00fcrlich, du hast Recht. Ich kenne dich noch keine zwei Tage, und da ist es nat\u00fcrlich v\u00f6llig <em>unangemessen<\/em>, dass ich dir so auf die Pelle r\u00fccke. Das war echt niveaulos von mir. Und nat\u00fcrlich habe ich gar keine Ahnung, ob du nicht schon &#8230; also, <em>falls<\/em> du eine feste Freundin hast, dann wollte ich nicht &#8230; &#8221; Ich verhaspelte mich und wusste nicht weiter. \u201eBitte &#8230; lass uns dar\u00fcber nicht mehr reden. Es tut mir so leid.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ceb2f58c18d2dd9d83bcfd188380ea75\">\u201eEs tut dir leid, dass du mich gern hast?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9780c87b6e40b60bf81fc6eca5f9f6d0\">\u201eJa. Nein! Es&#8230; es tut mir leid, dass ich &#8230; dass ich in meinen Tr\u00e4umen zu weit gehe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6513cdc8f84b9afbc4928595aac1c028\">\u201eIch verstehe dich immer noch nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c7624fd65db2396ca18332042ce088a8\">Ich seufzte auf. Das Missverh\u00e4ltnis zwischen dem, was ich so ungeschickt versuchte zu sagen und dem, was er in seiner verst\u00f6renden Arglosigkeit daraus machte, war anstrengend.<\/p>\n<p data-p-id=\"b914805ccd9bef836deb1bebb309a391\">\u201eIch w\u00fcnschte, ich w\u00e4re dir in meiner Welt begegnet. Unter normalen Umst\u00e4nden. Es ist alles so &#8230; kompliziert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c2512b7db4ff1211d5d105656cecbba2\">\u201eJa. Die Weise, auf die wir uns getroffen haben, ist ziemlich ungew\u00f6hnlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"738e4e82a18c814eb17c5996dcd2aee8\">\u201eIch h\u00e4tte nie damit anfangen d\u00fcrfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b3371929e37bdcfde90cb3be4d87f1ec\">\u201eDann h\u00e4ttest du die ganze Zeit an mir vorbeigeschwiegen. Es ist alles gut.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d4df4f277382a21b878c8c7f199d186b\">Ich wischte mir die Tr\u00e4nen mit dem \u00c4rmel aus dem Gesicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"d3f98c29f01fdfc04c7f7efdd1c2c0e1\">\u201eDa, wo ich herkomme&#8221;, schniefte ich, \u201eda gibt es so jemanden wie dich einfach nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea42dafa6d73cf9b3826290d4de40201\">\u201eNun, ich bin zuvor auch noch niemandem wie dir begegnet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4dd3a84ae63bf5704c30ac361e0e7a90\">Wir standen eine Weile einfach einander gegen\u00fcber. Ich nahm wieder den zarten Pflanzenduft wahr und dieses seltsame Sonnenstrahlgef\u00fchl auf meiner Haut und kam langsam zur Ruhe.<\/p>\n<p data-p-id=\"3d11c3727caea67e3ddf39df0c3bc395\">\u201eUjora&#8221;, sagte er schlie\u00dflich ernst, \u201ees gibt Dinge, die du \u00fcber meinesgleichen wissen solltest.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eae2d1306fb7c759c263b6f5f214a82b\">\u201eWas meinst du damit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db87168d00cd9a0f99adc9aa23d8f09b\">\u201eIch w\u00fcnschte, ich k\u00f6nnte dir begreiflich zu machen, wie sich all das f\u00fcr <em>mich<\/em> anf\u00fchlt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a7e352392010a0a242d5f3be8305e795\">\u201eWie drollig!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eb8128fecb1f625d772bf09db6ce8da4\">Ich zuckte zusammen. Yalomiro drehte sich um und erstarrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a7a05c92b94a35038e7043e2b9a1dc48\">Auf dem schnurgeraden Weg, den ich gerade noch entlang gerannt war, stand im Zwielicht der schmalen Schlucht ein Mann hoch zu Ross. Wo war er hergekommen? Wir h\u00e4tten ihn sehen m\u00fcssen! Weit und breit waren keine Abzweigungen im Fels!<\/p>\n<p data-p-id=\"ab196140f3c54f73db9cf6ff1ccccff0\">Der Ank\u00f6mmling lie\u00df sein Pferd auf uns zutrotten. \u201eNun, Yalomiro Lagoscyre? Willst du mich deiner unkundigen Begleiterin nicht vorstellen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ce650a761f36a1456c72e524304b912\">Das war nicht n\u00f6tig. Ich ahnte, nein: Ich<em> wusste<\/em>, wer das war. Angst wallte in mir auf. Mich \u00fcberkam erneut der Impuls, wegzurennen. Aber Yalomiro hielt mich fest.<\/p>\n<p data-p-id=\"ab2f0144125e24929c431b55e6e16c2a\">\u201eNicht&#8221;, fl\u00fcsterte er. \u201e<em>Niemals<\/em> vor einem Lichtw\u00e4chter davonlaufen! Lass mich reden. Sag nichts, was ihn auf irgendwelche <em>Ideen<\/em> bringen k\u00f6nnte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"41c002998039f6f3be44e5c8b676b872\">Der Fremde umzirkelte uns nun. \u201eHat es dir die Sprache verschlagen, <em>camat&#8217;ay<\/em>? H\u00e4tte ich mich anmelden sollen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"df86f81fa8f46e45d712fa5b09785eb2\">Der Reiter trug einen weiten Mantel, ein ebenso schlicht wie nobel wirkendes Gewand darunter und einen \u00e4hnlichen Hut wie Yalomiro. Doch jedes seiner Kleidungsst\u00fccke war <em>rot<\/em>. Auf seinem Nasenr\u00fccken sa\u00df eine schmale, kupferfarbene Halbmaske. Sie war geformt wie ein aufgeklapptes Fl\u00fcgelpaar, verdeckte sein Gesicht jedoch kaum und wirkte daher eher wie eine seltsame Brille denn wie eine Maskierung. Die Augen darunter waren grau wie Marmor. Sein Haar und gepflegter Bart waren wohl einmal ebenfalls rot gewesen, aber stark angegraut. Die Z\u00fcgel seines fuchsfarbenen Reittiers hielt er locker in der Hand. Er hatte ein langes schmales Schwert umgeg\u00fcrtet.<\/p>\n<p data-p-id=\"d239eb95ed7efe827f303e68e6d17b1f\">\u201eYalomiro Lagoscyre&#8221;, sagte er. Seine Stimme klang souver\u00e4n, sehr h\u00f6flich, ungeachtet des leisen Spottes in seinen Worten. \u201eDu bist zur\u00fcckgekehrt zu den beweglichen Wesen? War dir der Kragen zu eng geworden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e35ae68e0ee011390141df25a75d6a98\">\u201eIhr habt mich schnell aufgesp\u00fcrt. Ihr seht mich erstaunt, dass Ihr noch auf dieser Seite der Tr\u00e4ume weilt. Aber wie konntet Ihr so pl\u00f6tzlich herankommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1be0d0593418514201f4745187a9e053\">\u201eDich zu finden war kein Kunstst\u00fcck. Du trampelst t\u00f6lpelhaft und laut durch das Weltenspiel. Da ist es nicht schwer, sich anzupirschen. Au\u00dferdem kenne auch ich &#8230; Abk\u00fcrzungen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fa1af8572d2c6e45456304e7b7f8e0bb\">Yalomiro schwieg, als habe er einen Tadel erhalten. Der Reiter brachte sein Pferd zum Stehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6b9c84ed9642237dea6be259e468aa6b\">\u201eDarf ich annehmen, dass du unterwegs bist, um etwas zu aufzutreiben, das du vor langer Zeit vor mir versteckt hast?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48f42bb5a0c3eae9c7d847aa6984f4fc\">\u201eVor ein paar Augenblicken war ich das in der Tat. Nun, da ich Euch in Person vor mir sehe, habe ich meine Absichten kurzfristig ge\u00e4ndert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1ee32796ab774c28bdf67a49eb82d354\">\u201eBedauerlich.&#8221; Der Rotgewandete wandte sich mir zu und musterte mich pr\u00fcfend.<\/p>\n<p data-p-id=\"ec4a9f3de8afa0f8ca98bfcc40905ad6\">\u201eEine Unkundige also&#8221;, stellte er dann fest, \u201eWo hast du sie aufgelesen, Schattens\u00e4nger? Und wie hei\u00dft du, fremde <em>f\u00e1njula<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d06c91f823dc41a4526a2ee60037b81\">Yalomiro r\u00e4usperte sich warnend.<\/p>\n<p data-p-id=\"2078358fb7387a215248408e74966a8b\">\u201eUjora&#8221;, antwortete ich eingesch\u00fcchtert.<\/p>\n<p data-p-id=\"a437ae65b5c2ef7d147e04cecadea59f\">\u201eDen Namen hat er dir gegeben, nicht wahr? Wie <em>originell<\/em>!&#8221; Der Rotgewandete l\u00e4chelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f0bd8a9f4e8f190e15f95b92ec02ffc3\">Dieses L\u00e4cheln verwirrte mich. Es wirkte so sonderbar <em>wohlwollend<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"e8d32041e853c1c13683c115ef8055e3\">\u201eNun gut. Es steht dir frei, auf diesen Namen zu h\u00f6ren. Doch nun zu dir, Schattens\u00e4nger. Erinnerst du dich noch an das, was ich dir bei unserer letzten Begegnung angeboten habe?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2372330ca6343783586af2b8caf78e36\">\u201eIch habe ein gutes Ged\u00e4chtnis. Und ich \u00e4ndere nicht leichtfertig meine Meinung. Ich werde weder auf Eure Seite wechseln noch Euch das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> bringen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cb9dee16e5804e55482bdea1c201cf0a\">\u201eDas habe ich mir fast gedacht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"82923b0c949b66ae611ec2ef5963aa9e\">Nun schwang der \u00e4ltere Magier sich aus dem Sattel. Er bewegte sich mit einer Respekt einfl\u00f6\u00dfenden Grazie; jemand, dem man besser nicht den Weg versperrte. Aus einem Reflex heraus trat ich einige Schritte zur\u00fcck. Seinem Blick entging sicher nicht das kleinste Detail.<\/p>\n<p data-p-id=\"fae909aaa379d173f239ce21af0ecf1b\">\u201eUjora&#8221;, fragte er, \u201ebist du im Bilde, wer ich bin?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"55bba387b6e79aeb89389c4527c6bb9c\">\u201eJa. Sie sind &#8230; Ihr seid Gor Lucegath.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bd7aee0c9fb291bad568af880b3fdba6\">\u201eBestimmt hat Yalomiro Lagoscyre dir furchtbare Dinge \u00fcber mich erz\u00e4hlt, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cc878d510d640b5645ac982e409f1b38\">Erwartete er darauf etwa eine Antwort? Ich biss mir auf die Lippen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2869684c63f9deba4520bb88f80fd770\">\u201eDu kannst es mir ruhig sagen. Ich erwarte schlie\u00dflich nichts anderes. Schattens\u00e4nger sind geschickt darin, mit verwirrender Rede die Dinge in ein Licht zu r\u00fccken, das <em>ihren<\/em> Augen gef\u00e4llig ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6a5701f75f5d1279149aa49b496895ab\">\u201eIch glaube nicht, dass Yalomiro l\u00fcgt&#8221;, brachte ich hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"3902b5b06da0417ee5c0064cd2985e1f\">\u201eGut m\u00f6glich. In der Tat ist viel wahrscheinlicher, dass er dir nicht die ganze Wahrheit sagt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05b83cffee2cabde5f13e7ed3ad0b6bb\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b4a775a9215205a4aa61550093742509\">\u201eBei Nokt\u00e1ma, sei still&#8221;, wisperte Yalomiro beschw\u00f6rend.<\/p>\n<p data-p-id=\"ef612e3aad723b67b39193459371ee1d\">\u201eNun, ich nehme an, er ist bislang die einzige Person, der du in dieser Welt begegnet bist. Lass es mich erraten: Bestimmt hat er dich davon abhalten wollen, andere Menschen aufzusuchen, als die Gelegenheit bestand. Menschen, die dir aufschlussreiche <em>Dinge<\/em> \u00fcber die Schattens\u00e4nger h\u00e4tten erz\u00e4hlen k\u00f6nnen. Nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7afe3a245da9a8cc9bdb74e9829ee900\">Ich zuckte zusammen und dachte an das Bergarbeiterdorf.<\/p>\n<p data-p-id=\"0f658417b5aeda8ac4954cb52662bd30\">\u201eNun, du kennst also nur seine <em>Meinung<\/em>, und von seiner Warte aus mag er sogar Recht haben. Ich bin sein Widerpart, das bestreite ich \u00fcberhaupt nicht. Du wei\u00dft bestimmt auch, worum es zwischen uns geht, stimmt es nicht? Ich bin auf der Suche nach einem magischen Werkzeug, das er mir <em>unterschl\u00e4gt<\/em>. Aber das ist eine ganz andere Geschichte. Und sie hat zwei Perspektiven. Seine und meine.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a4c518c9fcedfeee8a3ec74dad30e30d\">Ich sah mich verunsichert nach Yalomiro um. Noch bevor sich unsere Blicke begegnen konnten, f\u00fcgte der Rotgewandete hinzu: \u201eWarum nimmt er dich auf seine gef\u00e4hrliche Reise mit, wohl wissend, dass ich ihm unerbittlich nachjage? Warum bedankt er sich nicht artig bei dir und schickt dich flugs zur\u00fcck nach Hause, wo du in Sicherheit bist? Was f\u00e4llt ihm so schwer daran, dich <em>aufzuwecken<\/em>, wo du doch glaubst, in einem <em>Traum<\/em> umherzuirren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7701dc42986a246735b36b178e462812\">Woher konnte der Rotgewandete all das wissen?<\/p>\n<p data-p-id=\"90858c78a4df82d6721afd47fc876f49\">\u201eEr kann es noch nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"281b2b13df013110745948e85c7d274d\">\u201eAch? Aber dich <em>hierher<\/em> bringen, das hat er fertiggebracht? Wie hat es das blo\u00df angestellt, frage ich mich? Mit welcher verantwortungslosen Zauberei hat er einen Weg in eine <em>\u00e4u\u00dfere Welt<\/em> ge\u00f6ffnet? Mit einem Werkzeug wohl, einem, das sogar von einem nichtmagischen Wesen benutzt werden kann. Ganz so wie ein Angelhaken, so scheint es mir. Man sollte Magie nicht an Materie heften. Magische B\u00fccher, Spiegel oder auch <em>Weltenschl\u00fcssel<\/em> f\u00fchren letztlich doch nur zu vielen <em>Unannehmlichkeiten<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0178a17c19a6321cb19aaf989f090981\">Von dem Schl\u00fcssel wusste er also auch. \u201eDas mag sein, &#8221; stotterte ich, \u201eaber ich kann trotzdem nicht nach Hause &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"13d4a411f477c1b97d7c2b9501f5f446\">\u201eEin Magier, der mit Weltent\u00fcren hantiert, aber keine \u00f6ffnen kann, wie es ihm beliebt? Wie kurios. Ist er nun ein gro\u00dftuerischer Nichtsnutz oder ein schamloser L\u00fcgner, der in Wahrheit anderes mit dir im Schilde f\u00fchrt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8426d8ea254cb43d0ca43390bd35ed80\">Er stand nun ganz dicht vor mir. Yalomiro hatte bislang noch nicht versucht, ihm ins Wort zu fallen, aber ich sah ihm an, wie viel Beherrschung ihn das kostete.<\/p>\n<p data-p-id=\"fd98a35e240cb14047e4b99fc4368623\">\u201e<em>Ich<\/em> kenne den wirklichen Grund f\u00fcr sein Z\u00f6gern, und ich werde ihn dir nennen. Er tut es nicht, weil er dich <em>benutzen<\/em> will. Er ben\u00f6tigt deine Kraft. Mir scheint, ich bin gerade noch rechtzeitig gekommen, um dich vor einem schlimmen Schicksal zu bewahren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"37d469e7b3f2f0cb76f218ea35ac7de6\">Wie meinte er das?<\/p>\n<p data-p-id=\"1626be6ef85d0413ae3600020a39c76a\">\u201e<em>Ich<\/em> k\u00f6nnte es&#8221;, fuhr Meister Gor beil\u00e4ufig fort. \u201eIch k\u00f6nnte dich von hier fortbringen, und ich habe kein Interesse daran, dass du dich in diesem Weltenspiel umhertreibst. Du m\u00f6chtest doch &#8230; aufwachen? Aus diesem schrecklichen Traum auftauchen, der dich in eine Welt gef\u00fchrt hat, die so fremd und \u00e4ngstigend f\u00fcr dich ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3b202d8bdd8f20766f501d13cd42edb5\">Mir war, als gerieten meine Gedanken ins Rutschen und w\u00fcrden sich zu einer neuen Idee anordnen. Das gefiel mir nicht!<\/p>\n<p data-p-id=\"681fcf242f38971ad89a4086c8257d76\">Der Lichtw\u00e4chter hielt mir seine Hand entgegen. \u201eKomm, Ujora&#8221;, forderte er mich auf. \u201eIch kann dich aufwecken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b330f973456e8be7ffdb62372405712b\">Das war nun offenbar endg\u00fcltig zu viel f\u00fcr Yalomiro. Seine Stimme war erschreckend scharf.<\/p>\n<p data-p-id=\"ef9a6373fd272a2271ef67c6bd6d2b46\">\u201e<em>Lasst sie in Ruhe.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"289b633f069943a3186349447c3f1427\">Der Rotgewandete l\u00e4chelte, ohne seine einladende Geste zur\u00fcckzunehmen. \u201eH\u00f6rst du es, Ujora? Er will dich <em>behalten<\/em>, nicht zulassen, dass du in deine Dom\u00e4ne zur\u00fcckfindest.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"77910f31070eed028630599712c51078\">\u201eGlaub ihm kein Wort! Er hat nichts Gutes mit dir vor!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"94dede9c9fd787c67857de4efe0b944a\">\u201eWas f\u00fcr eine gewagte Unterstellung, Yalomiro Lagoscyre, ausgerechnet aus deinem Mund.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e404c487b90cc36dd8e21583e065fa7\">\u201eIch werde nicht zulassen, dass Ihr diese unkundige <em>f\u00e1njula<\/em> verlockt, die Euer Angebot nicht entschl\u00fcsseln kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"94ef9b76b98169204dba83baa57f1ed7\">\u201eWas geht dich das an, was ich ihr anzubieten habe? Ist sie nicht frei, f\u00fcr sich selbst zu entscheiden? Was uns beide und unseren urspr\u00fcnglichen Disput betrifft, habe ich die Ewigkeit zur Verf\u00fcgung. Es macht mir nichts aus, zu warten bis du mit mir kooperierst. Aber was soll sie dabei stehen und sich langweilen? Und welches Interesse h\u00e4tte ich daran, ihr etwas zuleide zu tun? W\u00e4re es nicht f\u00fcr uns alle besser, wenn sie wieder in ihr eigenes Leben zur\u00fcckkehrt, wo es bei weitem nicht so &#8230; <em>riskant<\/em> f\u00fcr sie ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46404909386a9fa386b014abf5d335a0\">\u201eIch lasse nicht zu, dass Ihr dieser Unkundigen zu nahe kommt. Ihr habt genug Kurzweil mit der <em>teiranda<\/em> gehabt!&#8221;, zischte Yalomiro.<\/p>\n<p data-p-id=\"47df38e16f254a8ed45ebe74a2d83aa3\">Der Rotgewandete hob die Augenbrauen. \u201eLass die <em>teiranda<\/em> aus der Sache und geh beiseite. Ich rate es dir im Guten&#8221;, sagte er so gelassen, dass es gef\u00e4hrlich klang.<\/p>\n<p data-p-id=\"22c6cb805830c993c5e35fd37064e42b\">\u201eIhr werdet keine Macht \u00fcber <em>diese<\/em> Unkundige erlangen, solange ich es verhindern kann!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3f446fc55a04a60fbf41808844316424\">Gor Lucegath zuckte die Achseln. \u201eSchau, Ujora: Er will um jeden Preis dich von mir fernhalten. Daf\u00fcr muss er wohl einen triftigen Grund haben, denkst du nicht auch? Es erinnert mich ein wenig an einen Hund, der einen Knochen nicht hergeben will.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2aaf3d612b6fc7ac8dcf3cf1a75760c9\">\u201eMit meinem Leben werde ich sie verteidigen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8a3564417a780a3cf6a4cf2ab268345\">\u201eAh, das H\u00fcndchen bellt den Wolf an.&#8221; Der \u00e4ltere Mann war sichtlich belustigt.<\/p>\n<p data-p-id=\"46569d2eb2669b0a9ab1a1fd88cf4af8\">Ich hingegen war ratlos. Auf besch\u00e4mende Weise f\u00fchlte es sich an, als r\u00fcckte ich ins Zentrum dieses Streits.<\/p>\n<p data-p-id=\"daef0b5af9c4d675ebf4ff45a0760308\">\u201eUjora, du musst wissen, Yalomiro Lagoscyre ist ein <em>camat&#8217;ay<\/em>, <em>Diebsgesindel<\/em>. Er sieht folglich auch in dir nichts als eine kuriose Beute!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5d3c12dd8195b0a24a0c9c0b7e27db65\">\u201eDas ist Unsinn! Er will dich verwirren!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f8883934e4969bed55c764695dd053c6\">\u201eSei aufrichtig, Ujora&#8221;, lockte Gor Lucegath. \u201eDu geh\u00f6rst zur\u00fcck in deine Welt. Hier kann es dir nicht gut ergehen, schon gar nicht, solange er in der N\u00e4he ist und dich mit seinem unseligen Bann einlullt. Oder dich schlafen und wachen l\u00e4sst, wie es ihm in den Kram passt. Dich an Orte verschleppt, an denen du nicht sein solltest. Wer wei\u00df, was ihm als N\u00e4chstes einf\u00e4llt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db6858f3d38772860d1671fcec6677a2\">Ich schaute konfus zwischen dem Rotgewandeten und Yalomiro hin und her. Es wurde immer schwieriger, klare Gedanken zu fassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5b5bdee75f635ca3a7ead2c94a48c752\">\u201eVertraue mir, Ujora. Erliege nicht der Verlockung des <em>camat&#8217;ay<\/em>. Er will dich behalten, weil er dich <em>ausnutzen<\/em> kann. Schattens\u00e4nger sind wie Parasiten: Sie zehren von der Kraft anderer Wesen. Wenn du bei ihm bleibst, wirst du es bald bereuen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b12bbb2f7c42fb080e2931e36fe5607\">\u201eMeister Gor&#8221;, fuhr Yalomiro ihm scharf ins Wort, \u201ewarum versucht Ihr derma\u00dfen verbissen, ein <em>unkundiges<\/em> Wesen auf Eure Seite zu ziehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6db33a7fd8960ac833f5fea9a046a101\">\u201eWillst du denn leugnen, dass deinesgleichen fremde Lebenskraft aussch\u00f6pfen kann, wie Wasser aus einem Brunnen \u2013 oder den Saft aus den Adern von Pflanzen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"777ca92ea3dec2be7a92cc1b968e0e99\">Ich zuckte zusammen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8ebb094388aa6326b88a83929305db9c\">\u201eNat\u00fcrlich leugne ich das nicht. Aber das tut hier nichts zur Sache.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bccf5cb3237aa910499bd0f142007f49\">\u201eDann lass sie selbst entscheiden&#8221;, antwortete der Rotgewandete. \u201eMir scheint, du hast ihr wissentlich vorenthalten, wie <em>gef\u00e4hrlich<\/em> deinesgleichen ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47946e5055c1f9088c48640fe8ee3d26\">Was war hier los? Und hatten die beiden jetzt etwa ernsthaft begonnen, um <em>mich<\/em> zu <em>streiten<\/em>? Und was hatte das zu bedeuten &#8230; Lebenskraft <em>aussch\u00f6pfen<\/em>?<\/p>\n<p data-p-id=\"b62da0d7b85e60196acdadff6fb950a8\">\u00c4ngstlich zog ich mich einen weiteren Schritt zur\u00fcck, stie\u00df dabei mit dem R\u00fccken an den Felsen. Ich war \u00fcberfordert. \u201eBitte &#8230; h\u00f6rt auf! Ich wei\u00df nicht mehr, was richtig ist!&#8221;, kam es irgendwie \u00fcber mein Lippen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ee461cec24cd0a2d88530cae866b28e9\">\u201eDeine Zutraulichkeit hast du ihn in aller Unschuld kosten lassen. Darauf hat er gewartet, Geschmack daran gefunden, und er sinnt jetzt dar\u00fcber nach, wie er deine Kraft ganz an sich rei\u00dfen kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8d3d74a7d311d6ad65f5564c678bd4d0\">\u201eWoher wisst Ihr, dass &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"32c68e6130fe3b9c1aae2298feb1b00e\">\u201eDass sie bereit war, dir ihre &#8230; <em>Freundschaft<\/em> anzubieten? Dass du dich dazu hinrei\u00dfen lassen hast, sie mit deiner <em>maghiscal<\/em> zu umarmen, sobald du bemerkt hast, dass sie deiner Verlockung widersteht? Was glaubst du eigentlich, Yalomiro Lagoscyre, wie lange ich euch beide schon beobachte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f4c0c1a2157fcf5181d9499138bcf7ea\">Yalomiro wirkte sichtlich alarmiert &#8230; ertappt?<\/p>\n<p data-p-id=\"c8b0135d60567cde192c37243b20d491\">\u201eIch habe nicht vor, ihr Leid zuzuf\u00fcgen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f3f33f1a164d38dd73954226e152851b\">\u201eDann hast du ihr nicht vors\u00e4tzlich in die Augen geschaut?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"20eaad6133ba15b0618aa376b2a9d8a5\">\u201eDas wisst Ihr auch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bd67a4904352c29b06f5da82f4664ac7\">\u201eSelbstverst\u00e4ndlich. Ich frage mich nur, was du getan h\u00e4ttest, wenn dein Blick seine nat\u00fcrliche Wirkung <em>erf\u00fcllt<\/em> h\u00e4tte!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d866597104e3d06d1cd5df10597c487a\">\u201eIch wusste, dass es gut ausgehen w\u00fcrde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b5f00cbf6c574961fe41eba93f8304b1\">\u201eWoher?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"60d0788edff3e55c16e318b6370a3805\">\u201eNokt\u00e1ma h\u00e4tte es nicht anders gef\u00fcgt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2c4a3af79b1d6b891f1041ecdd0cc7c4\">\u201eDas, Yalomiro Lagoscyre, ist unfassbare Anma\u00dfung. Darf ein Sch\u00fcler sich herausnehmen, den Willen der Schutzmacht nach seinem Gutd\u00fcnken auszulegen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ed347c34fc7cb97fef1dae4d611f6dcd\">\u201eWas soll der Sch\u00fcler anderes tun, wenn der Meister ermordet wurde?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"28c334962f2be7daafac56dd42a8cdc8\">Gor Lucegath wandte sich mir zu. \u201eEs ist mir wirklich ein R\u00e4tsel, was du an ihm findest, Ujora. Er ist arrogant, eitel und eigenn\u00fctzig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1210b684c71e4bb11490afb5e2d7b7f3\">\u201eUnd euersgleichen ist von der eigenen Schutzmacht versto\u00dfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83c5504677800264730dcb3dbb2bb97c\">\u201eIst das stets die letzte Rechtfertigung, die euersgleichen einf\u00e4llt? Etwas Besseres wei\u00dft du nicht vorzubringen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"018d9cab8311a7718be260eec3edb64b\">\u201eUnd Ihr? Was erhofft Ihr Euch? Am\u00fcsiert Euch die Zerbrechlichkeit eines unkundigen Verstandes? Habt Ihr nicht schon genug an der <em>teiranda<\/em> gehabt, Euch nicht ausreichend daran erfreut, wie Eure Magie Unkundige zurichtet? Euersgleichen ist zu Recht <em>versto\u00dfen<\/em> vom Licht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db4f8b0f23e96ecf6155136fcbdfe293\">\u201eWas k\u00fcmmert es dich? Du hast gen\u00fcgend eigene Unannehmlichkeiten, wenn ich erst damit beginne, mich <em>ernsthaft<\/em> mit dir zu befassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a7ce74aa0fb45a8c2bc2661824de5d00\">Ich gab auf. Ich konnte nicht mehr folgen. Die beiden Magier hatten sich nun auf eine pers\u00f6nliche Ebene begeben. Doch aus irgendeinem Grund ging es bei diesem Zank zunehmend um mich. Nicht um das wundersame Artefakt, nicht um Yalomiros Entkommen aus der Weihest\u00e4tte. Sie sprachen \u00fcber <em>mich<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"9c3ff19af1a815edbe2a344c0c03afcb\">\u201eSo redet Ihr gleich in ganz anderem Ton. Es ist wahr, ich m\u00f6chte sie bei mir behalten, solange bis ich ihr helfen kann. Aber ich will, dass sie <em>freiwillig<\/em> bei mir bleibt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ded30b377c8de927c6dd97bbee71471d\">\u201eGlaubst du, eine Unkundige, ein unwissendes, unschuldiges Wesen sei in der Lage, eine freiwillige Wahl zu treffen, wie du sie <em>verlangst<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47df54c828f82cf023cadabc682efe5f\">\u201eNein. Aber eines sehe ich ganz deutlich: Ihr wollt sie mir <em>wegnehmen<\/em>. Warum verschwendet Ihr so viele Worte? Warum gebt Ihr Euch diese M\u00fche? Das, Meister Gor, erweckt wiederum <em>mein Interesse<\/em>. Die Unkundige ist <em>wertvoll<\/em>. Und ich werde nicht kampflos zulassen, dass Ihr Euch erneut an etwas Kostbaren bem\u00e4chtigt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47e736ffe065b2df8f75a78c787588a0\">War ihnen nicht klar, dass ich jedes Wort h\u00f6rte, das sie einander entgegenwarfen? Ich f\u00fchlte mich auf eine sehr unangenehme Weise ber\u00fchrt, \u00fcbergangen. Ich war es nicht gewohnt, dass sich jemand f\u00fcr mich auf eine <em>solche<\/em> Weise interessierte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d356cb11ed5bcda1cadd875171e3e0fb\">\u201eKampflos?&#8221; Meister Gor lachte sp\u00f6ttisch. \u201eDu nimmst mir gegen\u00fcber das Wort <em>Kampf<\/em> in den Mund? Ich &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b246b5982d1b39faa221a7671bc5ccf\"><em>\u201eYal!&#8221;<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"a2f083e092aa62b8d4ed1c27ddedd215\">Yalomiro stie\u00df ihm die Hand entgegen. Der Rotgewandete wurde von einem Puls aus unsichtbarer Energie erfasst und strauchelte gegen die gegen\u00fcber liegende Felswand. Sein Pferd wieherte erschrocken und t\u00e4nzelte ein St\u00fcck beiseite, lief aber nicht weg.<\/p>\n<p data-p-id=\"c264e1bed48496c2b57a9792d25a7d3c\">Im selben Moment hatte Yalomiro mich gepackt. Er dr\u00fcckte mich an sich, zog mich unter seinen Mantel und richtete eine abwehrende Geste in die Richtung seines Gegners. Seine Augen glommen, strahlten wieder in klarem Silber. Wie immer dieser Zauber funktionierte, es war derselbe gewesen, mit dem er im Wald den Baum umgerissen hatte. Einer, der sein Ziel f\u00e4llen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"e3ebe625f84490822039916b9ca3ff36\">Die <em>maghiscal<\/em> umschloss uns beide. Ich umklammerte Yalomiro mit beiden Armen. Meine Wange lag an seiner Schulter. Ich sp\u00fcrte seine Hand auf meinem R\u00fccken. So nah war ich ihm zuvor nie gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"126685202733a4d60045046104810a71\">Der Rotgewandete rappelte sich auf. Er schien unverletzt.<\/p>\n<p data-p-id=\"88aaab49c94081716a3ab6eee2e99b63\">\u201eWas sagt Ihr nun, Meister Gor?&#8221;, fragte Yalomiro herausfordernd. \u201eHabt Ihr bemerkt, dass ich zu <em>k\u00e4mpfen<\/em> wei\u00df?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e1dedb86fff0b5418d8cd0f8c0696d4\">\u201eHervorragend, <em>camat&#8217;ay<\/em>. Du bist flink und bereits wieder<em> erstaunlich<\/em> stark. Allerdings h\u00e4ttest du ernsthaft versuchen m\u00fcssen, mich zu t\u00f6ten. Wie befremdlich, dass du es <em>nicht<\/em> getan und dabei Magie verschwendet hast. Und wie tragisch, dass du nun keine zweite Gelegenheit dazu bekommen wirst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e440ac26752beecfb7a208c582e5f02\">\u201eIch bin weit m\u00e4chtiger, als Euch lieb sein sollte. Doch will mir meine <em>maghiscal<\/em> nicht mit Blut besudeln, und erst recht nicht mit dem Euren!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"57bddfa770913012afa0a21c1bb16c2b\">Meister Gor seufzte. \u201eWie sehr mich diese eitle Rede anwidert. Wer bist du, dass du dir einbildest, deine Magie im Weltenspiel dauerhaft <em>unschuldig<\/em> halten zu k\u00f6nnen, wie ein Knabe, den man ermahnt, sein Festtagsgewand nicht zu beschmutzen? Du bist wie ein <em>Kind<\/em>, Yalomiro Lagoscyre, ein aufs\u00e4ssiger Flegel, der fr\u00fcher oder sp\u00e4ter \u00fcber seine eigene Impertinenz stolpern und seine Macht verderben wird, nun, da du den Schutz des Eta\u00edmalon verlassen hast. Es sollte dich ehren, dass ein Meister wie ich \u00fcberhaupt mit dir <em>spricht<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e3b5b8ebe7edf3565ed965f2bc63a91e\">\u201eWas n\u00fctzt es mir, wenn ein Meister mit mir spricht, der nicht wei\u00df, wovon er redet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bbd5730e9376cf922ed47a988c538578\">\u201eUnd nun beginnst du auch noch, mich zu <em>langweilen<\/em>. Das ist feuergef\u00e4hrlich, f\u00fcr dich und deine Unkundige.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b0c87bab4e38b6f8e90e124b3798ada\">Ich w\u00e4re am liebsten g\u00e4nzlich unter Yalomiros Mantel gekrochen, wie ein Kleinkind, das sich hinter einem Erwachsenen versteckt. So unangenehm wurde mir die Szene. Mir blieb nichts anderes \u00fcbrig als stumm zuzuh\u00f6ren und in Panik zu geraten. Ich sp\u00fcrte, wie seine <em>maghiscal<\/em> vor Anspannung knisterte.<\/p>\n<p data-p-id=\"9d26324bb8685b49ae8ee201ee8ec1f1\">\u201eUnd wenn es mein Ende ist&#8221;, sagte Yalomiro, \u201eich werde sie vor Euch besch\u00fctzen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2a2d930c03b00787fa70d750f46e3a6b\">Der Rotgewandete seufzte. \u201eWarum sollte ein Schattens\u00e4nger eine Unkundige um den Preis seines Lebens verteidigen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f1154855d7289d95229d7f6b15d843fc\">\u201eWeil sie meine <em>Freundin<\/em> ist!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe8b01377b93dce6d9bdb830a8505dc7\">Hatte Yalomiro das gerade tats\u00e4chlich gesagt? Oder war es mein Wunschdenken, meine Panik angesichts der bedrohlichen Situation? Ich hielt den Atem an, sp\u00fcrte seine Hand sanft auf meinem R\u00fccken.<\/p>\n<p data-p-id=\"003758c7fe8d1008480427ac87458c94\">\u201eWir kommen so nicht weiter. Du kannst nicht ewig dort stehen bleiben, wo du gerade bist. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wirst du sie loslassen m\u00fcssen, sp\u00e4testens, wenn sie in deinen Armen erneut zu verdursten beginnt. \u00dcbrigens, Ujora, nur am Rande bemerkt: <em>Ich<\/em> habe Trinkwasser bei mir. Reines Wasser ohne darin gel\u00f6sten Schlaf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c3578560ffcfd141ee9918ea103270ed\"><em>Schlagartig<\/em> sp\u00fcrte ich den Durst wieder, so als h\u00e4tte die pure Erw\u00e4hnung von Wasser ihn erneut entfacht. Ich versuchte, dagegen anzuk\u00e4mpfen, aber es gelang mir nicht. Mir war klar, dass Meister Gor irgendetwas mit meinen Gedanken anstellte, ohne dazu zaubern zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ac6aaaa1030d245b1edb33d7652cc452\">\u201eZieht Ihr ernsthaft in Betracht, dass sie mich f\u00fcr einen Schluck Wasser verraten k\u00f6nnte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"20b5089adedae3c9a76952b67b2b5c60\">\u201eNoch nicht. Wie gesagt, ich habe Zeit. Und ich habe Unkundige unter den passenden Umst\u00e4nden schon f\u00fcr weit Geringeres Verrat begehen sehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c486216c4c650f312199838309922b7\">\u201eIch werde sie Euch nicht kampflos \u00fcberlassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b43fffa441d5fee6edd52e4f8e0ab0be\">\u201eDann willst du riskieren, dass deine unkundige &#8230; <em>Freundin<\/em> zu Schaden kommt, nur weil du nicht einsiehst, dass du in der Falle sitzt?&#8221;, gab Meister Gor leichthin zur\u00fcck. \u201eEs ist meines Erachtens nur noch zu kl\u00e4ren, ob du sie mit ins Verderben rei\u00dft oder nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0ada57d1cf764c0605af8b65db0520a8\">Yalomiro gab einen ersch\u00f6pften Seufzer von sich. Einen Moment schien er nachzudenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"4951c657669d5d328ade417af2ccac41\">\u201eIch w\u00e4re bereit, mit dir zu handeln&#8221;, f\u00fcgte der Rotgewandete hinzu.<\/p>\n<p data-p-id=\"ac68f2f8ed149e50bc1249e79061346a\">\u201eHandeln?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ead0ce8138e79ab8baa5a9c6d285f06\">\u201eIch bin kein Narr, Yalomiro Lagoscyre. Und mir ist nicht danach, hier aus Sturheit Zeit zu vergeuden. Was verlangst du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cfb34e06379c13f76f9b2b2dc1a0b488\">\u201eGebt Ihr der <em>f\u00e1njula<\/em> freies Geleit und haltet sie aus unseren Angelegenheiten heraus?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0c01c9805a11c5627db637c26555f335\">\u201eDas klingt schon einsichtiger!&#8221; Meister Gor kam n\u00e4her. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, als er nur einen Schritt vor mir stehen blieb. \u201eLass sie los, Yalomiro. Ich werde ihr nichts antun. Das verspreche ich. Nur du und ich \u2013 und unsere Angelegenheiten. Die Unkundige ist \u2013 <em>unwichtig<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5f594bed98ef6f1d9fd26bf6963d99e7\">\u201e<em>Garantiert<\/em> Ihr mir das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a5531d3a7bbea4ceafaee23d31072f34\">\u201eJa. Ich werde die Unkundige nicht behelligen. In unserem Spiel ist sie nicht mehr als eine kleine Fliege, die sich in eine Stube verirrt hat. Ich k\u00f6nnte sie erschlagen, die Fliege, aber ebenso wenig M\u00fche w\u00fcrde es mir machen, einfach das Fenster zu \u00f6ffnen und sie hinaus zu lassen. Ich werde sie nicht anr\u00fchren, nicht mit Magie und nicht mit meinen H\u00e4nden. Ich gelobe es bei den M\u00e4chten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67a4894ad63ed8324743cf983e29811a\">Yalomiro runzelte misstrauisch die Stirn. \u201eBei den &#8230; <em>M\u00e4chten<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fd2122c78cd5b4712d362ee6844737f0\">\u201eBei den M\u00e4chten, denen du und ich gleicherma\u00dfen dienen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1484de2b93e0672539415c7707804876\">Einen Augenblick schien Yalomiro unentschlossen. Offenbar hatte der Rotgewandete soeben etwas so Bedeutsames gesagt, dass es all seine Einspr\u00fcche und Bedenken entkr\u00e4ftete.<\/p>\n<p data-p-id=\"55fe25b7d9eb2d4e6ba1e935400770fa\">Dann lie\u00df er mich zu meinem allergr\u00f6\u00dften Entsetzen tats\u00e4chlich los.<\/p>\n<p data-p-id=\"af9ca7c22d28a1ed6ae5ad70dea25378\">\u201eYalomiro&#8221;, wimmerte ich. \u201eWas tust du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"51b8bb3cb1741eb93a7cde6fb3072c15\">\u201eLauf, Ujora&#8221;, sagte Yalomiro, ohne den anderen aus den Augen zu lassen. \u201eLauf, so schnell du kannst. Wenn ich ihn besiege, werde ich dir folgen. Wenn nicht &#8230; lauf nach Norden, immer nach Norden. Dort sind hilfreiche Menschen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f048b524efc1ec834c0916f03628b01b\">\u201eNorden&#8221;, f\u00fcgte der <em>goala&#8217;ay<\/em> hilfreich hinzu, \u201eist dort, wo die Sonne abends im Meer versinkt. Patagh\u00edu, der Vater des Hellen Tages, wird dir den Weg weisen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"384970840e83b2fcdee49fce261dba47\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47f12183f0d4a654aa83adb248f83a33\">Der \u00e4ltere Magier tat einen Schritt beiseite und bedeutete mir mit einer galanten und zugleich nachdr\u00fccklichen Geste, an ihm vorbeizugehen. Ich war so perplex, dass ich es tat.<\/p>\n<p data-p-id=\"ab1af3c28be356480184e556ad87a8f0\">Kaum war ich au\u00dfer Reichweite, geschah alles Weitere blitzartig. Gor Lucegath zog in einer flie\u00dfenden Bewegung sein Schwert aus der Scheide und setzte es Yalomiro auf die Brust. Es ging so schnell, dass ich erst begriff, was geschah, als es bereits passiert war. Die Klinge der Waffe schimmerte bl\u00e4ulich wie ein Insektenpanzer. Wahrscheinlich bestand sie nicht aus Eisen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d4cbe0c93b7b5b4b08aedbe3aca8e2f4\">\u201eDas ist <em>Betrug<\/em>!&#8221;, keuchte Yalomiro auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"41f68d4f8423f9f8b1b753a5a78262e8\">\u201eIm Gegenteil. Du hast deinen Willen bekommen. Nun fordere ich mein <em>Recht<\/em>.&#8221; Gor Lucegath hielt ihn mit der sonderbaren Waffe in Schach. Der lotrecht aufragende Fels hinter Yalomiros R\u00fccken vereitelte ein Ausweichen.<\/p>\n<p data-p-id=\"83869efe2d5825234f8cd96387aac61f\">Ich h\u00e4tte rennen und mich in Sicherheit bringen sollen. Stattdessen stand ich da wie angewurzelt und war fassungslos.<\/p>\n<p data-p-id=\"f6a6b4eb6a0580a2a4cfa5ebe8795870\">\u201eWarum klopft dein Herz so wild, Yalomiro Lagoscyre? Ich sp\u00fcre, wie es unter meinem Schwert zappelt wie ein Vogel im Netz. Dabei sollte dir klar sein, dass es in meinem eigenen Interesse liegt, dass es weiterhin brav schl\u00e4gt. Notfalls bis ans Zeitenende. Lass mich das regeln.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e47f010f071647b252cbd74da188b3f8\">Im Nachhinein betrachtet war es ein irrsinniger Impuls, aber vielleicht konnte ich ihm das Schwert irgendwie entwinden, oder ihm in den Arm fallen &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"e8f3f4bd5ddd04e8a4a49f7714d1840d\">\u201eNicht!&#8221;, rief Yalomiro aus, bevor ich den Gedanken fassen konnte. \u201eGeh weg von ihm!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"12a04464268ee3a771cc5cb01e8b77e0\">\u201eBleib zur\u00fcck, Ujora&#8221;, sagte Meister Gor beil\u00e4ufig. \u201eWas ich jetzt tue, ist nicht mehr als eine Formalit\u00e4t. Und es w\u00e4re jammerschade, wenn du aus eigener Unachtsamkeit meiner Klinge zu nahe kommst.&#8221; Er bewegte die Schwertspitze abw\u00e4rts, zerschlitzte Yalomiros Hemd dabei.<\/p>\n<p data-p-id=\"eb1c3a5eca0da2940a41f14c77775f2d\">Die Klinge hinterlie\u00df lediglich einen zarten Kratzer auf seiner Haut, aus dem in stecknadelkopfkleinen Perlen eine Fl\u00fcssigkeit hervortrat, die aussah wie Quecksilber. Yalomiro \u00e4chzte auf, weniger vor Schmerz als vor \u00fcbergro\u00dfem Entsetzen. Der Rotgewandete streckte fordernd die Hand in meine Richtung aus. \u201eDu hast etwas bei dir, das mir geh\u00f6rt, <em>ujora<\/em>. Ich h\u00e4tte es gern zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"913e1619ca4d218f3b297d198c85588f\">Ich suchte kopflos Yalomiros Blick.<\/p>\n<p data-p-id=\"11b3e40c3b1ccf7ad108b36392153196\">\u201eEr meint sein Gold. Gib es ihm, bevor er es sich nimmt&#8221;, wisperte er erstickt.<\/p>\n<p data-p-id=\"e65193be425aa78b244e21ab16fb283f\">Ich holte den Ring aus der Jackentasche hervor. Er war zuletzt bis auf den Durchmesser eines Bierdeckels geschrumpft. Der Rotgewandete nahm ihn mir sacht aus der Hand. Der Reif verformte sich, als griffe er pl\u00f6tzlich eine sich windende Schlange.<\/p>\n<p data-p-id=\"e8777b2af68b2cc1e8f6c37746797f8c\">\u201eWie nett, dass du so umsichtig warst, ihn mitzunehmen, Ujora&#8221;, sagte der <em>goala&#8217;ay<\/em>. Das sich schl\u00e4ngelnde Gold wuchs. \u201eUnd du, Yalomiro Lagoscyre, hatte ich dir nicht vorhergesagt, dass du vor mir nicht weglaufen kannst? Dass ich dich <em>immer wieder<\/em> einfangen werde, solange ich lebe? Das war keine leere Drohung, sondern ein v\u00f6llig ernst gemeinter Bann. Doch jeden Fluchtversuch wirst du ein bisschen mehr bedauern. Diesmal sollst du es<em> sp\u00fcren<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6bfcf6451d27f0e992cae8197a23ff9f\">Er warf den Goldstrang in Yalomiros Richtung, aus dem Handgelenk, l\u00e4ssig als sei es eine Frisbeescheibe. Das Metall traf Yalomiros Hals und schnappte wieder in seine Ringform zur\u00fcck, f\u00fcgte sich nahtlos zusammen.<\/p>\n<p data-p-id=\"04753b4c0f33ffd2514057203de5e2a2\">Im selben Moment \u00fcberflutete mich wieder K\u00e4lte wie ein Schwall Eiswasser, obwohl ich nur zwei Schritte von ihm entfernt stand. Es war allerdings nicht so heftig wie in der Nacht zuvor. Es war, als hielte sie &#8230; Abstand.<\/p>\n<p data-p-id=\"0b7a330f5d437dbe590d95e186ac6170\">Yalomiro rang nach Luft. Er ging in die Knie und griff sich an den Hals, schien aber das Halsband nicht anfassen zu k\u00f6nnen. Seine Finger erreichten es einfach nicht. Die silbrige Fl\u00fcssigkeit, wahrscheinlich Blut, \u00e4nderte ihre Farbe, erstarrte und wurde stumpf und bleigrau.<\/p>\n<p data-p-id=\"ada75ed24ea576a39970e6e2c3b2f168\">\u201eMuss das sein?&#8221;, kam es mir stockend \u00fcber die Lippen.<\/p>\n<p data-p-id=\"00b5c8d1592e64b0febaa99ff4acaac3\">\u201eEs ist notwendig. Nur das Gold b\u00e4ndigt seine Magie&#8221;, erkl\u00e4rte Meister Gor gelassen. \u201eDu kannst allerdings nicht mehr unter seine <em>maghiscal<\/em> schl\u00fcpfen, solange er Gold am K\u00f6rper tr\u00e4gt. Wenn du vern\u00fcnftig bist, ob du mir nun traust oder nicht \u2013 komm nun zu mir. Ich kann dich in diesem &#8230; Alptraum &#8230; besch\u00fctzen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dcb2f691fec0f4c19c531f80239cc1ed\">\u201eIhr wolltet sie gehen lassen&#8221;, stie\u00df Yalomiro j\u00e4mmerlich zwischen seinen Fingern hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"67cd41ba6fd491faf1e286d115802a0c\">\u201eWollte ich das?&#8221;, gab der Rotgewandete zur\u00fcck. \u201eIch habe dir versprochen, ihr <em>nichts anzutun<\/em>. Nat\u00fcrlich kann sie gehen, wohin es ihr beliebt. Ich werde sie nicht zur\u00fcckhalten. Die Frage ist, wie weit sie k\u00e4me, allein und planlos. Und du, Ujora, du hast mich geh\u00f6rt. Geh fort, ohne dich noch einmal umzusehen, oder begleite mich. Wenn du vern\u00fcnftig bist, vertraust du dich mir an. Ich kann dir in der Tat helfen kann, den Weg zu finden, den du <em>wirklich<\/em> suchst. Solltest du mir misstrauen, habe ich vollstes Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr. Dann kannst du meinetwegen allein weiter durch den Montaz\u00edel stolpern, dich hoffnungslos verirren, <em>verdursten<\/em> und darauf warten, dass ein Wanderer in ferner Zukunft deine Gebeine findet, um sie zu bestatten. Allerdings \u2013 das w\u00e4re schade um dich. Ausgesprochen schade. Dann h\u00e4tte deine weite Reise <em>niemandem<\/em> gen\u00fctzt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"81802be94ece5dd672d9827fead032ee\">Hatte ich eine Wahl?<\/p>\n<p data-p-id=\"5e3c5ef74d2a739007106125a1bf001c\">\u201eDann komme ich wohl besser mit&#8221;, murmelte ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"77cf96ef80b7a2f80d0fd73d114a74b3\">\u201eSehr vern\u00fcnftig. Ich werde ich dich an einen Ort f\u00fchren, an dem du in guter Gesellschaft bist, deine menschlichen Bed\u00fcrfnisse befriedigen und vorerst zur Ruhe kommen kannst. Aber ich darf dabei nicht riskieren, dass er mir wieder erwischt. Sie sind unglaublich flink, die <em>camat&#8217;ay<\/em>. Es ist eine Kunst, sie zu packen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"92341f5d5dd62667f58d040d9f2f7a68\">Er warf eine elegante Geste nach Yalomiro. Dessen Augen wurden blank und <em>pechschwarz<\/em>, das Schimmern darin verlosch wie ausgeknipst. Einen Moment lang schwankte er. Dann erschlaffte sein K\u00f6rper und sackte zusammen. Der Rotgewandete fing ihn auf, bevor er st\u00fcrzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3e1a9ae782bf184ef3daf794da5de9b4\">Ich erschrak. \u201eIst er &#8230; tot?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"78ef71eb5db57846d29d3d046b6ab35d\">\u201eNein. So kommt er mir vorerst nicht davon.&#8221; Der Rotgewandete packte den Bewusstlosen unter den Achseln, zerrte ihn hoch und schleifte ihn hin\u00fcber zu seinem Pferd, das die ganze Zeit reglos gewartet hatte. Der Magier wuchtete den leblosen K\u00f6rper \u00fcber den Sattel. Dann holte er ohne Eile etwas aus einer daran befestigten Tasche hervor und wandte sich wieder mir zu. Es war eine kleine Tonflasche. Gor Lucegath l\u00f6ste den Korken und hielt sie mir hin.<\/p>\n<p data-p-id=\"d8e761c04da39c3e29663f15fd95c45a\">\u201eTrink. Es war unverantwortlich von ihm, mit dir loszuziehen, ohne zumindest etwas Wasser mitzunehmen. Wozu hat das Pack diesen bodenlosen gro\u00dfen See in seiner Dom\u00e4ne?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"268bf1ca7eaceb42d90640aa8e323cf5\">Ich z\u00f6gerte. Der Durst war \u00fcberw\u00e4ltigend.<\/p>\n<p data-p-id=\"96225bd18cde675afea63b42ef9e6b43\">\u201eNimm schon. Es ist einfach nur frisches Wasser.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b4bee48b805d06e7d1bc1c107927e229\">Ich griff zu und nahm erst nur einen vorsichtigen Schluck. Dann verlor ich die Hemmungen und trank gierig. Es war &#8230; k\u00f6stlich, erfrischend. Es war meine Rettung.<\/p>\n<p data-p-id=\"79f80f8b194044accee831f0756c6ea0\">Meister Gor schaute mir geduldig zu. Er lehnte sich an sein wartendes Pferd und legte die Fingerspitzen aneinander.<\/p>\n<p data-p-id=\"5aacc569274ac6b469a9b7e1fcb783e6\">\u201eNun, da mir vorerst niemand mehr mit vorlauter Rede ins Wort f\u00e4llt, Ujora, und sobald du dich wieder gesammelt hast, w\u00e4re es mir ein Bed\u00fcrfnis, mich mit dir zu unterhalten, wie es verst\u00e4ndige Menschen tun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f12a1c7765da2ff7cb4e5695b7f55976\">Ich setzte die Flasche ab.<\/p>\n<p data-p-id=\"2fb7a0b96fa6a50c63143dfb21673a04\">\u201eIch wei\u00df nicht, ob ich das kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1c9563daf66cb90d22ff48642278ce57\">\u201eDoch, das kannst du. Ich bin nicht der Unhold, als der er mich dir sicherlich pr\u00e4sentiert hat. Ich bedauere es, wenn unser harscher Wortwechsel einen irrf\u00fchrenden Eindruck hinterlassen hat. Die Geschichte hinter alldem ist viel l\u00e4nger als die paar Worte, die du von ihm kennen magst. Gib mir die Gelegenheit, dir das zu beweisen. Sp\u00e4ter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9ca415db6d24882486d747b87aacf1d4\">Er fasste das Pferd beim Z\u00fcgel, nahm seine Flasche zur\u00fcck und wandte sich ab, in die Richtung, aus der er gekommen war. Kaum war er ein paar Schritte weit weg, erfasste mich die K\u00e4lte.<\/p>\n<p data-p-id=\"7f319eb5fcdd79d6db714d12ca1ec21b\">\u201eNun komm schon mit&#8221;, forderte er mich auf. \u201eLass uns reden. Wenn du nahe bei mir bleibst, wird die K\u00e4lte, die du gerade empfindest, ertr\u00e4glicher. Hab keine Scheu vor mir. Meine <em>maghiscal <\/em>ist dir vielleicht nicht so behaglich und &#8230; <em>begehrenswert<\/em> wie die seine, aber sie sch\u00fctzt dich genauso. &#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"3bfc3610d559655e89491be69a09f3ca\">\u201eSeid denn nicht Ihr selbst derjenige, von dem diese <em>K\u00e4lte<\/em> ausgeht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"280ec8ae344396237c49833b2d4f476c\">\u201eNein. Die K\u00e4lte ist nicht mein Werk. Und nun sei vern\u00fcnftig. Allein findest du nicht aus dem Montaz\u00edel heraus. Ich werde dir nichts antun, im Gegenteil. Ich bin tats\u00e4chlich hier, um dir zu <em>helfen<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f8f58c200232780f8f399945a600d396\">\u201eWarum solltet Ihr das tun?&#8221;, fragte ich. \u201eWie kann ich Euch trauen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27256a69535120bcb8dd3500e0d6203c\">\u201eSag, Ujora&#8221;, antwortete er gelassen, \u201ebist du eine m\u00e4chtige Magierin in deiner Welt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b02ded2a1cde0d1bc7974329c4aad7db\">\u201eNat\u00fcrlich nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"995bcc811eee3b1e2c87d70aeb864ef2\">\u201eIst es dann nicht eitel, anzunehmen <em>ich<\/em> k\u00f6nne ein Interesse daran haben, <em>dir<\/em> Schaden zuzuf\u00fcgen? Du bist keine Gegnerin f\u00fcr mich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ef213c5a7ef5a20c98e4fec75cf5ba39\">Er legte mir die Hand auf die Schulter. Ich wagte nicht, ihm auszuweichen, obwohl mich diese Ber\u00fchrung erschreckte. Aber in dem Moment, in dem er mich anfasste, wurde die K\u00e4lte ged\u00e4mpft. Nein: dumpf. Er dirigierte mich mit sachtem Druck vorw\u00e4rts, und ich tappte folgsam neben seinem Pferd her. Yalomiro hing weiterhin reglos \u00fcber dem Sattel. Ich konnte nicht umhin, immerzu auf den Halsring zu starren. Der <em>goala&#8217;ay<\/em> bemerkte es.<\/p>\n<p data-p-id=\"2c4e9353adb3e1f6ceca3cc9801b8322\">\u201eSchattens\u00e4nger sp\u00fcren eine Goldm\u00fcnze auf hundert Schritt Entfernung. Gold, das ihre Haut ber\u00fchrt, schmerzt sie wie hei\u00dfes Eisen. Gold, das sie umringt, bannt ihre Zauberkr\u00e4fte. Eine l\u00e4cherliche Schw\u00e4che sollte man meinen. Aber Nokt\u00e1ma hat sich wohl dabei etwas gedacht in ihrer schattenhaften Weisheit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ddaeecd024fc44dad59d6a16ee2ec904\">\u201eTut der Reifen ihm dann nicht furchtbar weh?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6ea09bb2dfce97776eb40edd41ff0daf\">\u201eNicht, solange er bewusstlos ist. Er wird auch keinen bleibenden Schaden davon nehmen. Sagen wir, es ist eine kleine Unbehaglichkeit, die sich trefflich ausnutzen l\u00e4sst, um seinesgleichen etwas gef\u00fcgiger zu machen. Gewiss, wenn ich irgendwann einmal habe, was ich brauche, werde ich ihn ausl\u00f6schen. Aber das hat noch Zeit. Vorerst ist er gewisserma\u00dfen in Sicherheit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"77f4ae0f6b391e934a11f7e6c76318ee\">Mir war voll und ganz bewusst, was f\u00fcr eine bizarre, leichtsinnige und taktlose Frage das war, aber ich konnte nicht anders. \u201eHabt Ihr schon viele Menschen get\u00f6tet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f55874b24a576c5de07eab921868d8a5\">\u201eSelbstverst\u00e4ndlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a4c82a8d4fcc281021b24aba2a0c2a9\">\u201eHabt Ihr denn kein schlechtes Gewissen?&#8221;, brachte ich heraus, verst\u00f6rt \u00fcber seine Gelassenheit.<\/p>\n<p data-p-id=\"b3b489d246b767448fb0330162f24f9e\">\u201e<em>Gewissen<\/em>? Ujora, ich bin ein Lichtw\u00e4chter. Ein Gewissen zu haben liegt nicht in unserer Natur. Aber es ist wohl zu fr\u00fch, dass du das einsiehst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19de863589e051c24f41ae8705e923a9\">\u201eIch verstehe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"65d252c971e985ca49eb52a4f587b9de\">\u201eNein, das tust du nicht. Aber das ist nicht schlimm. Es wird sich finden. Doch genug von mir. Ich gebe zu, ich bin wissbegierig. Wohin, hat er dir gesagt, wollte er dich f\u00fchren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3b4924e6a9cc811b766a31765cb6174a\">Konnte ich es wagen, ihn anzuschwindeln oder mich dumm zu stellen? Nein, l\u00e4cherlich. Dieser Mann w\u00fcrde <em>sofort<\/em> sp\u00fcren, wenn ich log. So nahe, wie ich Gor Lucegath jetzt war, strahlte er eine Autorit\u00e4t aus, die mir den Atem verschlug. Es war ein <em>furchtbares<\/em> Gef\u00fchl. Und doch war doch noch etwas anderes. Ein bizarres Charisma.<\/p>\n<p data-p-id=\"cdc73f8462b500cf638874466c933512\">\u201eEr sprach von einem Tal jenseits dieser Berge&#8221;, antwortete ich gehorsam. \u201eVon einem Ort dort, aber ich erinnere mich nicht&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fca9fadf86a1ec58ff37bb0a3d345a86\">\u201eOndarwijn? Sund\u00e1lmer? Valvivant?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"39e0ba89486ca78b5585c3765e86ed70\">\u201eJa, das Letzte&#8230;&#8221; Ich stutzte und h\u00e4tte mich ohrfeigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"621b6c9cfaee49a73f16197ee6ac04a0\">Die Mundwinkel des rotgewandeten Magiers zuckten, ganz kurz.<\/p>\n<p data-p-id=\"ddcb6a007d329611b303b8e79abccd8f\">\u201eAusgerechnet Valvivant also. Eigenartig, wie <em>zielstrebig<\/em> er sein Verderben sucht. Eine gedankenlose schwarze Motte, die in die n\u00e4chstbeste Flamme fliegt. Warum hast du dich so geziert, dich darauf einzulassen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d760ff62461704171425455dfd449c7d\">\u201eIch wei\u00df nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cd01c116a8e04cc4abeb97e423b3f05d\">\u201eDu kannst mir nichts vormachen, Ujora. Du bist bereits in ihn &#8230; nun, sagen wir: vernarrt. Das ist keine Schande. Jede unkundige <em>f\u00e1njula<\/em> w\u00fcrde in seiner N\u00e4he von \u00e4hnlichen Gef\u00fchlen \u00fcbermannt. Denk dir nicht, dass er so naiv ist, dass er es nicht begriffen h\u00e4tte. Er wei\u00df, wie er das f\u00fcr sich nutzen kann. Er w\u00fcrde nicht z\u00f6gern, dir deine Lebenskraft zu nehmen, wenn er sie gerade gebrauchen kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"533b496643c375957ac2e9b695de8dc2\">\u201eDas kann ich nicht glauben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"650304c033734f3fdad4c4430a3cc56e\">\u201eWillst du es riskieren, die Wahrheit herauszufordern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fb73b747e8c294317467b9233e418455\">\u201eNein. Nat\u00fcrlich nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0ffcb7228ce0d38eae48d5b3837cea86\">\u201eDann ist es besser f\u00fcr dich, wenn du dich von ihm fernh\u00e4ltst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4685248c3bc0bc63f2167d5138bb1b76\">So, wie er mit mir redete, klang das tats\u00e4chlich, als wolle er mir einen guten Hinweis geben. Das gefiel mir nicht. Es <em>passte<\/em> nicht zu dem, was ich von einem b\u00f6sen Zauberer erwartete. Er schien das zu erraten.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e375a915b89c323d9b37b5d1a1be032\">\u201eIch bin mir bewusst, dass du Angst vor mir hast, und ich w\u00e4re gekr\u00e4nkt, wenn dem nicht so w\u00e4re. Aber dennoch gebe ich dir jetzt, hier und unter uns einen Ratschlag: Es ist unklug, unseresgleichen zu lieben. Denn Liebe und Magie bringen <em>immer<\/em> den Tod. Ihr sollt uns verehren oder f\u00fcrchten. Aber seid niemals so <em>leichtsinnig<\/em>, uns zu lieben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"095d181bc21992ea90244495129d1492\">\u201eUnd was geschieht nun mit mir?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f4e5625de0d22192ff7cb73ba4bf1611\">\u201eIch bringe dich zu meiner Herrin. Es tut deinesgleichen nicht gut, unter Magiern zu sein. Du brauchst <em>unkundige<\/em> Gesellschaft. Dann sehen wir weiter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"56228f14e7e359ef9735a9f852760ea3\">\u201eWas wird aus ihm?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5599ed605930d35a770d7a3e62780d6\">\u201eMir ist wohler, ihn unter meinen Augen zu haben, bis mir ein gangbarer Weg einf\u00e4llt, das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> zu <em>erbitten<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5bf27057ff6bec7437e362a409bc531\">\u201eUnd was wollt Ihr mit dem Artefakt tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea4263ac349c91ffc2a48da19cfacc7e\">\u201eIch denke, das w\u00fcrdest du nicht verstehen. Noch nicht. Ich will keine Macht, Ujora, keine Reicht\u00fcmer, keine Weltherrschaft. Nichts von dem, was du dir in deinem unschuldigen Verstand zusammenreimst. Vielleicht, weitgereiste Unkundige, bin sogar <em>ich<\/em> der Gute in dieser Partie des Weltenspiels. &#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"1e583e78ba98094dce7ee95f3c456e09\">Das sagte er durchaus nicht, als wolle er scherzen. Ich war verwirrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"add0a80de5e99f30637a21ac43ad3b77\">\u201eErkl\u00e4rt Ihr mir das? &#8220;, fragte ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"d620249c812dfdab501ad8eb942b741b\">\u201eNein&#8221;, antwortete er belustigt. \u201eNicht jetzt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a2a5644645e485ca4b4e25339208b69c\">Der Weg stieg an, wie eine Rampe, immer h\u00f6her hinauf. Mit jedem Schritt, den wir gingen, ver\u00e4nderten sich die Felsw\u00e4nde an den Seiten der Schlucht. Hatten sie zuvor noch in schwindelnde Entfernung aufgeragt, wichen Sie nun mehr und mehr voneinander zur\u00fcck. Nach einiger Zeit waren es kaum noch mehr als steile Abh\u00e4nge, die den Weg flankierten. Schlie\u00dflich verschwanden sie ganz. Dieser sonderbare nat\u00fcrliche Aufgang hatte uns auf ein Hochplateau gef\u00fchrt, \u00fcber das zarte, klamme Nebelschwaden hinweg zogen. Hier oben, unmittelbar unter dem Tageslicht und unbeschattet, gab es sogar nennenswerte Vegetation: Gras, niedrige B\u00fcsche, Nester von Kr\u00e4utern. Eine weite Wiesenfl\u00e4che mit k\u00fcmmerlich wachsenden Pflanzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d35908b1e14c42fac8dbf82ee64e144d\">Vielleicht lag es an der Jahreszeit. Vielleicht war es eine Winterwiese. Erstaunlicherweise wurde es trotz der gro\u00dfen H\u00f6he nicht allzu kalt.<\/p>\n<p data-p-id=\"fdb1322e1dfdc19e02d00675316dc310\">Zudem waren wir nicht allein hier. Noch weit entfernt und erst vage zu erkennen, kam eine Gruppe von Personen in Sicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"eac8b4d05a7e8ebe32335595c515b07c\">\u201eIch werde dich nun der <em>teiranda<\/em> vorstellen&#8221;, sagte Meister Gor.<\/p>\n<p data-p-id=\"6cf3e3c3ae35f05671dcd1f78114b6fc\">\u201eIch bin noch niemals einer <em>teiranda<\/em> begegnet. Das ist sowas wie eine K\u00f6nigin, nicht wahr? Muss ich &#8230; wie soll ich mich verhalten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ac997278c19f541a7ee77f4ea5c23ad\">\u201eSei dem\u00fctig und bescheiden und begegne ihr mit Respekt. Sie ist ihrerseits noch nie einem Wesen aus einer fremden Welt begegnet und ist sehr gespannt darauf, deine Bekanntschaft zu machen. Ich denke, ihr werdet euch gut verstehen. Ihr habt wahrscheinlich mehr Gemeinsames, als du dir vorstellen kannst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7f38faf1294ec66dfe71a69385eea10c\">\u201eUnd wie geht es dann weiter?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"03fb39de25c39f095957e94ef257287c\">\u201eWir nehmen dich mit uns nach <em>Pianmur\u00edt<\/em>. Dort bist du in Sicherheit, bis ich dich in deine Welt zur\u00fcckbringen kann. Sicherer als in Valvivant.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c8d437a1c1ecdbc07c2659918f089e9e\">\u201eIch habe ja keine andere Wahl.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f3137d958a3f2e704fdb067eb9af934\">Meister Gor l\u00e4chelte. \u201eNun, ich zwinge dich zu nichts.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"75c55428ee7b3836c2e17a7f9199d5b7\">\u201eWas ist Pianmur\u00edt? Ist sie nicht die K\u00f6nigin &#8230; die <em>teiranda<\/em> von Wijdlant?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3fb24606e82602e7d3b6f64ca24c6174\">\u201eDoch. Aber auch das wirst du sp\u00e4ter verstehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6bf7dd7435cd0562cc6ff20fe28b1e96\">Mit jedem Schritt erkannte ich mehr Details. Die Gestalten umringten einen geschlossenen Wagen, oder vielmehr einen Karren mit einem kastenartigen Aufbau und hohen R\u00e4dern. Einen Kutscher gab es offenbar nicht. Das Gef\u00e4hrt war grau. Die Leute sa\u00dfen auf Pferden; sie alle trugen Gew\u00e4nder, die wie mit Asche best\u00e4ubt aussahen. Sie schienen von Zeit zu Zeit mit dem Nebel zu verschmelzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"da147eb7fac1944eab4baa1b30b61f00\">Dennoch munterte mich der Anblick auf. Menschen! Einen echten herrschaftlichen Reisezug hatte ich da vor mir.<\/p>\n<p data-p-id=\"27bda1b4003e0a37a7485399d93a99b6\">Es war ein gutes Dutzend Personen, ausschlie\u00dflich M\u00e4nner. Einige von ihnen trugen schlichte, andere aufw\u00e4ndigere Kleidung. Einige waren bewaffnet, mit Schwertern und Schilden.<\/p>\n<p data-p-id=\"282f1068d9863b61461adc2193862c1f\">Sie alle verharrten, inklusive ihrer Reittiere, v\u00f6llig reglos. Wie eingefroren. Ich stutzte. Irgendetwas stimmte mit diesen Leuten nicht. Aber erst aus der N\u00e4he sah ich, was es war.<\/p>\n<p data-p-id=\"71f342a43366e83613a6eae1252d1323\">Die Personen hatten s\u00e4mtlich kein Gesicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"16c29aaa3f5a3ce4fd91faace090e5d6\">Oder, besser gesagt \u2013 da war eines, aber &#8230; es war ein Gesicht, dass man nicht anschauen konnte. Mir fehlen die Worte, es zu beschreiben. Ihre Gesichter sahen aus wie verschwommene Fernsehbilder oder ein verwackeltes Foto. Sie waren diffus bis zur Unkenntlichkeit.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2046","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2046","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2046"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2046\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3848,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2046\/revisions\/3848"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2046"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2046"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2046"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}