{"id":2033,"date":"2025-08-24T19:14:17","date_gmt":"2025-08-24T17:14:17","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2033"},"modified":"2025-09-01T09:38:58","modified_gmt":"2025-09-01T07:38:58","slug":"005-buchstaeblich-eine-schluesselszene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/24\/005-buchstaeblich-eine-schluesselszene\/","title":{"rendered":"005: Buchst\u00e4blich eine Schl\u00fcsselszene"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SH_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1991\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SH_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"75d0d5406cadc569a8be29e694196f07\">Dies ist die Geschichte meiner Weltflucht.<\/p>\n<p data-p-id=\"6eb7339af9240504c2b82ea4249e5f45\">Zu Beginn dachte ich st\u00f6rrisch, es sei ein \u00fcbertrieben realistischer Traum. Wenig sp\u00e4ter hatte ich an meinem Verstand gezweifelt und mich mit der Vorstellung arrangiert, verr\u00fcckt geworden zu sein. Es kommt vor, dass Leute sich unter psychischen Belastungen einfach aus der Realit\u00e4t ausklinken und beginnen, in einer eigenen Welt zu leben. Ich hatte schon seltsamere Geschichten geh\u00f6rt und gelesen. Dass es solche psychologischen Wahnzust\u00e4nde gab, war <em>wissenschaftlich <\/em>erwiesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5529e5dd27ed75a2ba3d4b1188ff83b2\">Nun war es aber so, dass ich ausgerechnet an jenem Tag nicht unter Stress stand. Au\u00dferdem war es eben <em>nicht<\/em> meine pers\u00f6nliche Phantasiewelt, die ich mir aufgebaut h\u00e4tte, um mit Problemen klar zu kommen, die mir in der Wirklichkeit \u00fcber den Kopf wuchsen.<em> H\u00e4tte<\/em> ich mir eine eigene Welt ausgemalt, damals, an diesem Punkt meines Lebens, sie h\u00e4tte anders ausgesehen. Komplett anders. Berechenbarer. Rationaler.<\/p>\n<p data-p-id=\"348a0e15219cda6982bf561c5c7f2ad1\">Ich entsinne mich wirklich nicht, dass an diesem Tag irgendetwas Spektakul\u00e4res oder Ungew\u00f6hnliches vorgefallen w\u00e4re. Das hei\u00dft: abgesehen davon, dass ich diesen Schl\u00fcssel gefunden habe. Erst viel sp\u00e4ter habe ich erfahren, dass es <em>kein<\/em> Zufall war, dass ausgerechnet mir dieses <em>Ding<\/em> in die H\u00e4nde fiel.<\/p>\n<p data-p-id=\"7e3a681a9d937c3a34c579e269d67925\">Nokt\u00e1ma hat es so gewollt, und Nokt\u00e1ma kennt viele Welten, die ans Chaos angrenzen. Vielleicht wollte sie aus Neugier ausprobieren, was geschieht, wenn sich eine Weltent\u00fcr nach <em>au\u00dfen<\/em> \u00f6ffnet. Noch wahrscheinlicher ist, dass sie ein viel komplizierteres Man\u00f6ver im Weltenspiel verfolgte.<\/p>\n<p data-p-id=\"9f420ce17f33477d047ea4c7f7c73b40\">Ich glaube, sie hat <em>geschummelt<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"d736ae2340399b676042569bf2aba545\">Als ich an jenem Tag Anfang November von der Uni heimkehrte, war es schon dunkel. Ich studierte ein sprachwissenschaftliches Fach, stand kurz vor wichtigen Pr\u00fcfungen und verbrachte meine Zeit damit, wie besessen zu lernen und mich durch nichts davon ablenken zu lassen. Ich hatte mich bis zum Ende der \u00d6ffnungszeit in der Bibliothek aufgehalten und stapfte nun eilig durch Regen und Pf\u00fctzen heim.<\/p>\n<p data-p-id=\"a511a6deb8475ae66de1677851b7c3a3\">Es war seit Wochen k\u00fchl und es hielt sich trostloses Schmuddelwetter. Die triste, graue Atmosph\u00e4re und der Mangel an Licht dr\u00fcckten noch mehr auf meine Stimmung, als es ohnehin der Fall war. F\u00fcr das Wochenende hatte ich nichts geplant. Genaugenommen hatte ich mir schon lange nichts mehr vorgenommen, was \u00fcber Vorbereitungen auf die n\u00e4chsten Seminare herausgegangen w\u00e4re. Tats\u00e4chlich war es mir ganz lieb, m\u00f6glichst niemanden zu Gesicht zu bekommen. Zumindest war es damals so, wenn ich auch nicht ausschloss, vielleicht noch einmal einen Versuch zu wagen. Irgendwann sp\u00e4ter. Eventuell. Wenn ich genug Zeit und Abstand finden w\u00fcrde, um mich um eigene Bed\u00fcrfnisse zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p data-p-id=\"f7f96a831934736f1ae15006cb4ee9c3\">Wenn ich ehrlich dar\u00fcber nachdenke: Ich hatte die Arbeit, sowohl das Studium als auch meinen Studentenjob (ich pr\u00fcfte regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr eine Agentur Werbeschriften auf Rechtschreibfehler) um mich herum aufget\u00fcrmt wie eine Mauer, hinter der ich mich verstecken, hinter der ich in Sicherheit vor mich hin leben konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"80e874d0a7f21b7e232eaf4b10c6787d\">Ich war mir noch nicht im Klaren dar\u00fcber, wie es nach den Pr\u00fcfungen weitergehen w\u00fcrde. Das eine oder andere Praktikum hatte ich absolviert. Die Karriere, das dachte ich mir, w\u00fcrde wohl in Richtung <em>B\u00fcrojob in einer Beh\u00f6rde<\/em> gehen. Einen konkreten Plan hatte ich noch nicht, andererseits auch keine Verpflichtungen. Es gab niemanden, die sich daf\u00fcr interessiert h\u00e4tten, wie es mir ging und womit ich mein Leben verbrachte.<\/p>\n<p data-p-id=\"849632f7c3429fcc199aad982746e214\">Zu dem, was noch an Angeh\u00f6rigen existierte, hatte ich \u2013 aus Gr\u00fcnden, die hier nichts zur Sache tun &#8211; nur noch formalen Kontakt. Meine Restfamilie lebte weit entfernt von meinem jetzigen Wohnort. Ich legte keinen gro\u00dfen Wert darauf, die Beziehungen zu intensivieren. Ich hatte es damals als kleine Befreiung erlebt, endlich aus diesen toxischen Verh\u00e4ltnissen entkommen zu sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"1fea37d42207b1885580b0f02dbbd234\">Etwas, das man als enge Freunde bezeichnen konnte, hatte ich nicht. Nicht mehr. Nicht nach dem, was vorletztes Jahr geschehen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"58dc0d507a64151cad29c052bc1c40e1\">Nat\u00fcrlich war ich nicht v\u00f6llig isoliert, ich hatte Kommilitonen und lose Bekanntschaften. Leute, mit denen man eben in der Mensa oder im Seminar am selben Tisch sitzt. Aber in meinen Alltag lie\u00df ich niemanden von diesen Leuten hinein. Ich hatte damals die Nase voll von Menschen. Vor allem von solchen, die nichts anderes konnten, als andere vor den Kopf zu sto\u00dfen, zu hintergehen und sich am Ende daf\u00fcr feiern zu lassen. Davon hatte ich genug.<\/p>\n<p data-p-id=\"8d8d92567ada84209a84aaf3da872ee8\">Ich f\u00fchlte mich sicher, in der Gro\u00dfstadt, in dem Massenstudiengang. In meiner kleinen, billigen Wohnung. Das winzige Ein-Zimmer-Appartement in einem gro\u00dfen Wohnblock lag in keiner besonders guten Gegend, aber immerhin noch nicht im st\u00e4dtischen No-Go-Areal. F\u00fcr meine Zwecke war es akzeptabel. Die Miete war, wobei ich einen Rechenfehler in der Kalkulation des Eigent\u00fcmers vermutete, sogar etwas preiswerter als die im Wohnheim. Den Zuschlag hatte ich damals wahrscheinlich bekommen, weil ich so seri\u00f6s wirkte. Ich hatte eine g\u00fcnstige Verkehrsanbindung und fu\u00dfl\u00e4ufig einen kleinen Park. Nun ja: Eine verm\u00fcllte st\u00e4dtische Parkanlage.<\/p>\n<p data-p-id=\"802400163a71bc62e7d43171908add33\"><em>Sp\u00e4ter<\/em> &#8230; das war ein Gedanke, der mir damals immer wieder durch den Kopf gegangen war. Wenn ich schnellstm\u00f6glich mein Examen in der Tasche und einen Job hatte, dann w\u00fcrde noch genug Zeit f\u00fcr ein <em>aufregendes<\/em> Leben bleiben. Vielleicht sogar f\u00fcr einen Neubeginn mit Menschen. Mit netten Menschen. <em>Sp\u00e4ter<\/em>. <em>Irgendwann<\/em>. <em>M\u00f6glicherweise<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"c87cd173dd10976e9aacad37e9d7ec85\">Ich schloss die Haust\u00fcr auf. Im Hier und Jetzt besch\u00e4ftigten mich triviale Bed\u00fcrfnisse: Ich hatte Hunger. Da ich nicht aufw\u00e4ndig f\u00fcr mich allein kochen mochte, ging ich also von der Haust\u00fcr aus direkt in den Keller. Mangels Stauraum in der Wohnung stand dort in einem winzigen Abstellraum ein Regal, in dem ich eine gemischte Palette Konservendosen lagerte. In meiner Minik\u00fcche h\u00e4tten selbst die zu viel Platz weggenommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"95b86892051babb79f18a203800775ee\">Das Kellerabteil hatte nicht einmal eigenes Licht, nur ein kleines eng vergittertes Oberlicht, das zu dieser Uhrzeit nat\u00fcrlich nicht viel n\u00fctzte. Die Funzel, die den Flur erhellte, musste reichen. Andererseits war die Auswahl sowieso nicht allzu gro\u00df. Der Gro\u00dfteil der Konserven enthielt Ravioli. Ich hatte eine, aus ern\u00e4hrungswissenschaftlicher Sicht sicherlich nicht wirklich gesunde, ungew\u00f6hnliche Vorliebe f\u00fcr matschige Nudeln mit Tomatensauce. Heute war mein Appetit darauf besonders gro\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"9f196371304160b4f9a97590de7f6cfc\">Ich nahm eine Dose, drehte mich um und wollte die Brettert\u00fcr gerade wieder abschlie\u00dfen, als mein Fu\u00df auf etwas Hartes trat. Ich b\u00fcckte mich, sp\u00fcrte Metall zwischen meinen Fingern und begutachtete das Objekt, das unter der T\u00fcr gelegen hatte, im tr\u00fcben Licht der Flurbeleuchtung.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a477824c1ddb51949b553f03d0c59ee\">Es war ein Schl\u00fcssel.<\/p>\n<p data-p-id=\"27bd0be60fac73805adf1e114be7c8ef\">Allerdings &#8211; dass es sich <em>\u00fcberhaupt<\/em> um einen Schl\u00fcssel handelte, begriff ich erst auf den zweiten Blick. Der Holm bestand aus einem l\u00e4nglichen St\u00fcck aus schw\u00e4rzlich angelaufenem Metall mit drei flachen Kanten, die im Querschnitt ein gleichwinkliges Dreieck bildeten. Der Bart war ebenfalls dreieckig, eine seltsam gestauchte Pyramide, von beiden Seiten mit einem komplizierten Muster durchbrochen, das aus scheinbar wahllos angeordneten Rillen unterschiedlicher L\u00e4nge und Tiefe bestand. Die Reite bildete ein flaches Dreieck mit einem mittigen Loch, durch das man einen Schl\u00fcsselring h\u00e4tte f\u00e4deln k\u00f6nnen. Auch darin war ein \u00e4hnliches Muster eingeritzt. Insgesamt war der sonderbare Gegenstand etwas l\u00e4nger als mein Zeigefinger.<\/p>\n<p data-p-id=\"52300c4423ae07cc85c307721fe81eec\">Wie kam dieses befremdliche Objekt in meinen Keller? War es jemandem aus der Hand gefallen und dann durch einen unachtsamen Tritt unter der T\u00fcr hindurch bef\u00f6rdert worden?<\/p>\n<p data-p-id=\"d0a50ae6ef276bd8eb05b4c6298d038f\">Ich nahm meine Konserve und den komischen Designerschl\u00fcssel mit nach oben in die vierte Etage. Dabei konnte ich kaum den Blick davon abwenden. Auf dem Weg von der Wohnungst\u00fcr bis zur K\u00fcche war ich so abgelenkt, dass ich im Wohnzimmer um Haaresbreite auf ein paar Puzzlest\u00fccken auf dem Laminat ausgerutscht w\u00e4re, bevor ich den Lichtschalter bet\u00e4tigen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"579e7848395d2673787f421439bb517b\">\u00dcblicherweise verbrachte ich meine einsamen Abende dann, wenn ich mich nicht mehr zum Lernen aufraffen konnte, mit Puzzlespielen. Dabei konnte ich wunderbar abschalten, denn es half mir, die Gedanken auf etwas anderes zu richten als auf die st\u00e4ndige Gr\u00fcbelei. Zurzeit hatte ich ein abstraktes Gem\u00e4lde mit \u00fcber eintausend Teilen in Arbeit, das ich aufgrund seines Formats auf dem Fu\u00dfboden ausgebreitet hatte. Dabei ragte es etwas in den Laufweg, und ich hatte in meiner Unachtsamkeit eine Ecke weggetreten, an der ich gestern den ganzen Abend ger\u00e4tselt hatte. Ich fluchte unwillk\u00fcrlich, ging dann aber zun\u00e4chst in die K\u00fcche. Das Spiel konnte warten.<\/p>\n<p data-p-id=\"9b5099fbe58315b1bee3949ac874c7fb\">Bei besserer Beleuchtung untersuchte ich den Schl\u00fcssel, w\u00e4hrend ich meine Ravioli aufw\u00e4rmte. Bereits das Material gab mir R\u00e4tsel auf. Es handelte sich nicht um Stahl und offenbar auch nicht um antikes Eisen, daf\u00fcr war es zu leicht. Ich hielt einen K\u00fchlschrankmagneten dagegen. Nichts tat sich. Handelte es sich etwa tats\u00e4chlich um stark angelaufenes <em>Silber<\/em>?<\/p>\n<p data-p-id=\"7832ba92d21d4e6af857392d1fa22e9f\">Ich nahm die Ravioli vom Herd, sch\u00fcttete sie in ein Sch\u00e4lchen und setzte mich damit vor den Computer. Meine Neugier war geweckt. Falls \u2013 was absurd w\u00e4re \u2013 mein Fund aus einer Silberlegierung bestand, war er sicher nicht ganz wertlos.<\/p>\n<p data-p-id=\"13004154daa5ce7d233da04d3dc8ebfc\">Eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr das Auftauchen des Schl\u00fcssels reimte ich mir indes schnell zusammen: Einer der Mieter bewahrte im Keller alten Krempel auf. Vielleicht wollte er oder sie einen Teil davon zu Geld machen und hatte nach einer Bestandsaufnahme etwas von seinem Tr\u00f6del nach oben transportiert. H\u00f6chstwahrscheinlich, um Fotos f\u00fcr ein Kleinanzeigenportal zu machen. Dabei war der Schl\u00fcssel, sicherlich ein extravagantes Deko-St\u00fcck, vielleicht auch nur ein Teil von einem gr\u00f6\u00dferen Objekt, heruntergefallen. Alles ganz einfach und einleuchtend.<\/p>\n<p data-p-id=\"389d6a9f31499c1f45eaa26444500e68\">Trotzdem blieb ich neugierig. Ich recherchierte online mit allen m\u00f6glichen Suchbegriffen, die mir beim Anblick des Schl\u00fcssels einfielen, bis die Ravioli wieder kalt waren. Ich schaute mir Dutzende Bilder von antiken Schl\u00fcsseln an, fand aber nichts, was auch nur <em>ansatzweise<\/em> eine \u00c4hnlichkeit aufgewiesen h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"23a03723ab0468ef0d303b97f0209568\">Zugegeben: Ich wusste gar nicht, wonach ich eigentlich suchte. Mein Fundst\u00fcck widersprach sich selbst: Das Metall war oxidiert, als sei es uralt, aber die Form wirkte so extravagant, fast <em>mathematisch<\/em>, sodass es sich um ein modernes Objekt handeln <em>musste<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"61a02033765f6c5db369c2acbf53ac50\">Ich surfte und lie\u00df die Suchmaschine schlie\u00dflich nach immer vageren Phrasen wie \u201e<em>r\u00e4tselhaftes Objekt gefunden<\/em>&#8221; und sogar \u201e<em>geheimnisvoller Schl\u00fcssel<\/em>&#8221; fahnden. Das war eine verh\u00e4ngnisvolle Idee, denn die Ergebnisse f\u00fchrten mich mehr und mehr in die obskuren Tiefen von Internetseiten, die sich um mysteri\u00f6se und unerkl\u00e4rliche arch\u00e4ologische Funde, sogenannte <em>out-of-place-artifacts <\/em> drehten. Offenbar war das eine beliebte Thematik bei Zeitgenossen, die auf Aliens und Gruselfilme standen. Ich las Dinge \u00fcber versteinerte Handys, Flugzeugmodelle aus der Inkazeit und Abbildungen von Ufos auf Renaissancegem\u00e4lden. F\u00fcr eine Weile packte mich widerwillige Faszination. Ich fragte mich, wie vernunftbegabte Menschen sich mit solchem Bl\u00f6dsinn abgeben konnten. Meine Recherchen f\u00fchrten nirgendwohin, au\u00dfer zu offensichtlichen <em>Fakes<\/em>, die von wissenschaftlich erkl\u00e4rbaren Fakten abwichen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1ac72de741449191ffa5e27812edae72\">Einige Mitsch\u00fclerinnen hatten sich, als wir alle noch Teenager waren, sehr f\u00fcr das Okkulte interessiert. Sie hatten S\u00e9ancen mit Gl\u00e4serr\u00fccken und Gruselritualen abgehalten hatten und das alles sehr aufregend gefunden. Sie hatten damals versucht, den Geist eines j\u00fcngst verstorbenen Popstars zu beschw\u00f6ren. Die M\u00e4dchen waren beunruhigend ver\u00e4ngstigt gewesen, als der \u201eGeist&#8221; sich tats\u00e4chlich bemerkbar gemacht hatte. Nat\u00fcrlich war das alles nur Einbildung, mit der sie sich gegenseitig verunsichert hatten. Aber trotzdem &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"b75fa0db2d16b608dd0577140cd167c5\">Mein Blick fiel auf den Schl\u00fcssel, der neben meinem Mauspad lag. Ob ich doch ein Foto davon in eines dieser Mystery-Foren setzen sollte? Nur aus Neugier? Nur f\u00fcr eine&#8230; Antwort?<\/p>\n<p data-p-id=\"54fbd4cdbba45a31283d736512673d99\">Nein! Genug mit dem Unfug. Ich schaltete den Computer aus, bevor ich auf dumme Gedanken kam..<\/p>\n<p data-p-id=\"d8326763c0d830b4e6ba745547669685\">All das hatte mich m\u00fcde gemacht. Ich klappte meine Schlafcouch aus und ging zu Bett.<\/p>\n<p data-p-id=\"c5e4ceec9af231ef54601e837ac3a38f\">Ich tr\u00e4umte. Gewisserma\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"57962956b59873ecefcc881cb5d9a153\">F\u00fcr gew\u00f6hnlich und unabh\u00e4ngig davon, ob man nun einen angenehmen oder einen Alptraum hat, haben Tr\u00e4ume eines gemeinsam: Sie finden in irgendeiner Art von Szenerie statt. Das kann eine wirklichkeitsnahe Umgebung sein oder eine surreale Landschaft, ganz egal \u2013 jedenfalls <em>ist<\/em> da immer irgendetwas. In meinem Traum war das jedoch anders. Es war ein v\u00f6llig <em>leerer<\/em> Traum.<\/p>\n<p data-p-id=\"6dd55cb29209849f9f2aa1ff6bbad9e1\">Ich befand mich in einer Art milchig-grauem Nebel. Nein, Nebel trifft es nicht. Ich befand mich in einer sonderbar <em>rauschenden<\/em> Leere. Mir f\u00e4llt wirklich kein besseres Wort daf\u00fcr ein. Es war wie das Ger\u00e4usch zwischen zwei Radiofrequenzen, nur &#8230; optisch. Weit entfernt gab es etwas Schwarzes, einen winzigen Fleck im Nichts. Er war entweder klein oder unglaublich weit entfernt, aber immerhin etwas, woran meine Aufmerksamkeit sich festheftete.<\/p>\n<p data-p-id=\"56ee90138310e5ff61e059f3e9c65455\">Und ich begann, etwas zu <em>h\u00f6ren<\/em>, ein Fl\u00fcstern und Wispern bildete sich im Rauschen. <em>Hilf mir, <\/em>hauchte jemand an mein Ohr<em>, <\/em>ganz leise. Eine m\u00e4nnliche Stimme, leise, dringlich, beschw\u00f6rend, fortw\u00e4hrend, wie ein Mantra. Mit jeder Wiederholung schien sie lauter zu werden. Der schwarze Fleck in der Ferne raste pl\u00f6tzlich mit einer irrwitzigen Geschwindigkeit auf mich zu, wurde zu einer schwarzen Gestalt. Die Stimme steigerte sich zu einem Schrei, als habe jemand einen Lautst\u00e4rkeregler mit Gewalt hochgezogen.<\/p>\n<p data-p-id=\"771040fc16f070c337500084cedd789a\">Ich fuhr entsetzt aus dem Traum hoch.<\/p>\n<p data-p-id=\"13405be1392a394c2b5aedaa4d318c8d\">Der Raum lag im Finstern. Lediglich die Leuchtziffern meines Radioweckers waren zu erkennen und teilten mir mit, dass es ein paar Minuten nach drei Uhr war. Dass um drei Uhr morgens herum die meisten \u00fcbernat\u00fcrlichen Vorkommnisse stattfinden, hatte ich erst vor ein paar Stunden auf dubiosen Seiten im Internet gelernt. Und hatte da nicht auch etwas von seltsamen schwarzen Wesen gestanden, die mitten in der Nacht im Schlafzimmer auftauchten und einen schweigend anstarrten? Schlafparalyse, so lautete die wissenschaftliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese durch unz\u00e4hlige Berichte dokumentierten Erscheinungen. Ein beunruhigend gro\u00dfer Teil von Forennutzern glaubte daran nicht und hielt sie f\u00fcr transdimensionale Entit\u00e4ten, die sie <em>bedroom visitors<\/em> nannten. Im dunklen Zimmer, mitten in der Nacht, war es gruselig, dar\u00fcber nachzudenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"a3f537864675644ca2ac078dad542ef4\">Bildete ich mir das ein oder <em>schimmerte<\/em> es neben dem Mauspad?<\/p>\n<p data-p-id=\"da9b2514834be0d48b3593c9f6353d7c\">Ich drehte mich zur Wand und zwang mich, nicht hinzuschauen. Sicherlich handelte es sich um eine Reflexion der kleinen LEDs am Monitor. Ganz bestimmt war da nichts. Und wenn, dann wollte ich es nicht wissen. Ich horchte auf die n\u00e4chtlichen Gro\u00dfstadtger\u00e4usche in der Ferne, Polizeisirenen, gelegentlich vorbeifahrende Autos, sogar das Gegr\u00f6le von ein paar Betrunkenen auf der Stra\u00dfe. All das wiegte mich wieder in den Schlaf.<\/p>\n<p data-p-id=\"e8434ae1b8e9ca9493463adfbef2db03\"><em>\u201eHier ist Top City Eins, eure Gute-Laune-Welle mit den neuesten Nachrichten!&#8221;<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"0fcdc8607a1c45e4329fee06ec3788a1\">Ich schreckte auf. Der Radiowecker kannte keine Wochenenden.<\/p>\n<p data-p-id=\"0b99463e8318efa4084448498cb09c00\"><em>\u201eEs ist sieben Uhr f\u00fcnfundvierzig, und bei den internationalen Filmfestspielen regnete es gestern erneut Awards. Regisseur Pete Hansson wurde wie erwartet f\u00fcr den f\u00fcnften Teil seiner Blockbuster-Serie \u201aFinsternis \u00fcber der Elfenschlucht&#8217; ausgezeichnet. Wer den Streifen noch nicht gesehen hat: Heute ist der ideale Tag f\u00fcr einen Kinobesuch!&#8221;<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"b8c50f565dfddc9611487427970c2e7d\">Ich blinzelte m\u00fcde und schaute zum Fenster. Der muntere Moderator hatte Recht. Regen prasselte an die Scheiben. Das tr\u00fcbe Nieselwetter machte auch vor dem Samstag nicht halt. Der morgendliche Autoverkehr w\u00e4lzte sich unter meinem Fenster vorbei.<\/p>\n<p data-p-id=\"6e9ac3bc9dfc7c75b4501100165463c7\">Ich g\u00e4hnte, lauschte einen Moment lang dem enervierend gut gelaunten Plappern und h\u00f6rte mir noch die Nachrichten an. Da gab es nichts Neues: Kriege, Katastrophen und Aktuelles vom Sport. M\u00fcde schlurfte ich in die K\u00fcche, nahm die Kaffeemaschine in Betrieb und holte mir einen Becher Joghurt aus dem K\u00fchlschrank. Damit und mit einer dampfenden Tasse in der anderen Hand zur\u00fcck im Wohnzimmer, fiel mein Blick auf den Schl\u00fcssel. Keine Spur von dem geheimnisvollen Glimmen, das ich mir in der Nacht eingebildet hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1bb53476bc1168a48067e0404df34919\"><em>Schlie\u00df auf!<\/em>, zuckte da die Traumstimme ohne Vorwarnung durch meinen Kopf. Ich zuckte so heftig zusammen, dass die Tasse \u00fcberschwappte. Ein Achtelliter \u201emilde Bohne&#8221; ergoss sich \u00fcber meine Vorlesungsskripte auf dem Schreibtisch und tropfte dann auf das Laminat.<\/p>\n<p data-p-id=\"4f95982fc6506273cc08ca7a557048f3\">\u201eNichts da&#8221;, murmelte ich, nachdem ich einen Moment lang wie erstarrt und nun hellwach auf die Bescherung gestarrt hatte. \u201eIch werde doch hier jetzt nicht <em>verr\u00fcckt<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6ea29bfcf53059545271156b48131791\">Als ich alles weggeputzt und mich mit Jeans, Jacke und T-Shirt halbwegs manierlich angezogen hatte, machte ich mich auf den Weg zur Hausmeisterwohnung im Erdgeschoss. Ich hatte nach dem Vorfall mit dem Kaffee beschlossen, den Schl\u00fcssel dort abzuliefern. Keine Minute l\u00e4nger wollte ich das <em>Ding<\/em> in meiner Wohnung behalten.<\/p>\n<p data-p-id=\"827f5fe98ab922253a182c59dfe640f3\">Der Hauswart stand vor seiner T\u00fcr und hatte den Postboten in ein Gespr\u00e4ch verwickelt. Der hatte offenbar ein Einschreiben zugestellt, f\u00fcr das er eine Unterschrift brauchte. Nun unternahm er halbherzige Versuche, sich zu entfernen, aber der gespr\u00e4chige Fr\u00fchrentner redete unerbittlich ohne Punkt und Komma auf ihn ein. Er lobte die alten Zeiten, in denen die Post p\u00fcnktlich und die Briefmarken das Doppelte wert waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"10ac9c647a03af4a9a85690a46660610\">\u201eHaben Sie etwas f\u00fcr mich?&#8221;, fragte ich den Postler, der sichtlich dankbar f\u00fcr die St\u00f6rung war, beim N\u00e4herkommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1577ce21674cd06ea00f968771543bbf\">\u201eHeute nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5587c93f11e613c3a5e4cee3653c24d0\">Der Hausmeister wandte sich mir zu. \u201eWie? Keine Liebesbriefe?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"85e9694627b5449d0a6d6d8b6976b5fb\">Nat\u00fcrlich nicht. Von wem denn? Ich <em>hasste <\/em>es, wenn Leute versuchten, witzig zu sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"cc4ad3399a1df6b842c9f59441a831de\">\u201eAndererseits auch keine Rechnungen&#8221;, konterte ich. \u201eAber gut, dass ich Sie treffe. Haben Sie eine Idee, was das hier sein mag? Es lag im Keller.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fb0310084458b3861f1966698bc871cb\">W\u00e4hrend der Zusteller die Ablenkung nutzte, sich davonzustehlen, untersuchte der Hauswart meinen Fund. \u201eDas ist aber seltsam.&#8221; Er betrachtete das Objekt von allen Seiten fachm\u00e4nnisch. \u201eSoll das ein Schl\u00fcssel sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db585a02f93df0b3dc64bc7bcccd3f1d\">Einen Moment lang z\u00f6gerte ich, ob ich ihm den Gegenstand aush\u00e4ndigen sollte &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"d917e15edc3e69c196d0ef600e91fe1f\"><em>NEIN!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"f19afeb562359997d378fc46a0e7d878\">&#8230; und entschied mich dagegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"20f05b0caba536c85b3f9648fbbd9638\">\u201eWahrscheinlich geh\u00f6rt es zu einer Antiquit\u00e4t&#8221;, sagte ich und fischte ihm den Schl\u00fcssel wieder aus der Hand. \u201eIch mache sp\u00e4ter einen Aushang an das Infobrett.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d5d5a5d814d5023cc12bf76963e21545\">\u201eDas geh\u00f6rt bestimmt den neuen Mietern im Dachgeschoss&#8221;, mutma\u00dfte der Hausmeister eifrig. \u201eDie, die immer so komische Musik aufdrehen. Ich sag Ihnen: Mit denen stimmt was nicht. Das sehe ich denen an. Das kommt auch immer so ein komischer Geruch ins Treppenhaus gezogen, sobald da die T\u00fcr aufgeht. Haben Sie geh\u00f6rt, dass &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c8ef2967ffbea31c8108a75e7848903\">\u201eTelefon!&#8221;, schallte im selben Moment die schrille Stimme seiner Frau aus den Tiefen der Wohnung, genau zur rechten Zeit. Ich verabschiedete mich eilig, bevor ich mir Nachbarschaftstratsch anh\u00f6ren musste.<\/p>\n<p data-p-id=\"e27573a22577ace5fa74df56e25114ad\">Der Keller war im regengrauen Tageslicht, das durch die kleinen Fensternischen fiel, nun etwas heller. Ich stand von meinem Verschlag, schaute mich auf dem Gang um um und hielt Ausschau nach weiteren verloren gegangenen Objekten, die ich am Vorabend m\u00f6glicherweise \u00fcbersehen hatte. Ich fand keine. Daf\u00fcr h\u00f6rte ich wieder etwas. Ich schaute mich verwirrt um, bis ich begriff, dass jemand <em>direkt in meinem Kopf<\/em> zu fl\u00fcstern begann.<\/p>\n<p data-p-id=\"fa2995e62e9a88956287163efaedb06a\">Und dann verlor ich, ohne Vorwarnung, die Kontrolle \u00fcber mich.<\/p>\n<p data-p-id=\"63b93bff93ed6aff605a933c65e525e1\">Ich tastete, ohne recht zu wissen, warum, nach der T\u00fcrklinke meines Abstellraums und n\u00e4herte den Schl\u00fcssel dem Schloss.<\/p>\n<p data-p-id=\"02a3b74721831de99671ca4a92846688\"><em>Schlie\u00df auf!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"aa39dfebd2b0b77e9ad28c4d67e9ebf0\">Ich machte einen Schritt auf meine Kellert\u00fcr zu. Aber warum tat ich das? Es kam wie ein unwiderstehlicher Drang \u00fcber mich &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"c4379f13bc96e4125ac2ccf69fb62f21\"><em>&#8230; hilf mir, du hast den Schl\u00fcssel, du kannst &#8230;<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"5877bb3b5a8aeae15392596f61d70e95\">&#8230;jetzt und gerade jetzt diese T\u00fcr aufschlie\u00dfen zu m\u00fcssen, obwohl der Schl\u00fcssel offensichtlich zu gro\u00df f\u00fcr das kleine T\u00fcrschloss war und logischerweise nicht passen <em>konnte<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"8996f803ef862a27334e7a3eacaddea3\"><em>&#8230; mir helfen! Hilf mir, hilf &#8230;<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"ff741cc306dcb9abf3c19999a8b5d0be\">Ich versuchte, innezuhalten, aber meine Hand gehorchte mir nicht mehr. Meine Finger zitterten, aber so sehr ich es versuchte, ich konnte den Schl\u00fcssel nicht fallen lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e0c6e593cc3ce81e4883f1d2cee59aa8\">Er schimmerte auf. Der Bart <em>funkelte<\/em>, und vor meinen Augen begannen die Einkerbungen, sich zu ver\u00e4ndern. Das dreieckige Metallst\u00fcck verschob sich ineinander, korrigierte seine Form und&#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"7eb9978ddd87d4b310610af1324e7551\">\u201eSch&#8230;!&#8221;, entfuhr es mir in Panik. Was passierte hier?<\/p>\n<p data-p-id=\"6f8a1a327c1f596ed77c2fb3546ee576\">Alle Gegenwehr war zwecklos. Ich hatte keine Kontrolle \u00fcber meine Hand. Der Schl\u00fcssel glitt ohne Widerstand in das Schloss hinein. Es sprang mit einem leisen Klicken auf, und die T\u00fcr schwang gegen die gewohnte Richtung in den Raum hinein.<\/p>\n<p data-p-id=\"cf56507e34ee0fdab5455d2699179c0c\"><em>&#8230; Komm zu mir, du kannst mir helfen &#8230;<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"bf0a0de44ed25cd3762f506c0039e033\">Vor mir lag ein dunkler Raum, der nichts mehr mit meinem Vorratsregal und den Konservendosen zu tun hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c648bae7766201a2ecfa43b599a98e66\">Ich erschrak bis ins Mark, aber gleichzeitig <em>zog<\/em> etwas mich voran durch die T\u00fcr wie ein m\u00e4chtiger Sog. Ich schloss meine Hand fest um den Schl\u00fcssel, der sich ruckartig von der T\u00fcr l\u00f6ste.<\/p>\n<p data-p-id=\"1ed054530618d019b73aa435877e68c2\"><em>&#8230; Tritt ein! <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"9011d1353a4b172527caf49fd07f1dce\">Ich wimmerte ver\u00e4ngstigt und stolperte &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"ec52e2cc7016c727997c17b9f76938fb\"><em>&#8230; in die Dunkelheit.<\/em><\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2033","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-01_schattenherz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2033","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2033"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2033\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3842,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2033\/revisions\/3842"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2033"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2033"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2033"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}